Beiträge von Avila

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    Milla und Navid sind jung, glücklich, verliebt - und erwarten ein Baby! Doch Navid, der seine Familie im Krieg verloren hat, spürt die Familiengeheimnisse von Millas Familie wie einen gefährlichen Vulkan brodeln. Bevor diese sein junges Familienglück zu überrollen drohen, überredet er Milla nachzuforschen. So begibt Milla sich auf ins geteilte Deutschland, auf ins chemieverseuchte Bitterfeld, auf in die Stasi-Vergangenheit und das alte Liebesglück ihrer Mutter.


    Der Roman glänzt vor allem durch seine starken Charaktere. Stark meine ich gar nicht in dem Sinne, dass sie stark handeln, sondern dass sie sehr gut gezeichnet sind. Millas Oma beispielsweise war eine hohe Stasi-Offizierin. Einige ihrer Charakterzüge waren natürlich dementsprechend und auch Linientreue findet sich bei ihr wieder. Dennoch schafft Ulla Mothes es, dass sie bei all ihrer Kühlheit und Reserviertheit menschlisch bleibt. Bei diesem Beispiel vor allem durch Millas Opa, der seine Frau über alles liebt und diese Gründe aus seiner Sicht gezeigt werden. So haben auch die auf den ersten Blick liebsten Charaktere eine Seite, die einem nicht ganz geheuer ist. Und genauso vielfältig sind die Menschen auch. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen.


    Der Spannungsaufbau ist leicht kriminialistisch angehaucht. Einige Schlüsselelemente weiß man zwar von Anfang an, aber ein wenig rätselt man auch immer mit und fragt sich: Was ist genau passiert damals? Toll ist, dass ich immer kurz vor der Auflösung von kleinen Momenten das Rätsel gelöst hatte, so dass es nicht langweilig und plausibel blieb. Alles ist vor dem Hintergrund des deutschen Mauerfalls und der Umweltverschmutzung der DDR in Bitterfeld und Umgebung eingebettet. Von einigen Dingen hatte ich schon gehört, aber in dieser Tiefe waren mir manche Sachen auch noch gar nicht so bewusst. So gab es auch historisch einen schönen Einblick in die DDR-Geschichte, die ein wenig mit Stasi- aber viel mehr mit Umweltgeschichten zu tun hatte.


    Alles in allem, ein schöner, vielseitiger und tiefsinniger Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Die Autorin werde ich mir sicherlich merken!

    Mir hat das Buch als Gesamtpaket wieder sehr gut gefallen. Ich habe schon andere Romane von Delphine de Vigan gelesen und ihre Themenauswahl ist so aktuell und brisant, dass ich immer noch lange über ihre Bücher nachdenke - so wie bei ihrem Neuling!


    Diesmal hat es allerdings ein wenig gedauert, bis ich in die Geschichte herein gefunden habe. Ihr Schreibstil ist relativ distanziert - oder mir das Handeln der Protagonistin Mélanie so fern?

    Mélanie hat schon immer davon geträumt berühmt zu sein. Seit sie die erste Staffel "Big Brother" gesehen hat, ist sie ein großer Fan dieser Reality-Shows. Als You Tube mehr als eine einfache Hobby-Plattform wurde und sie merkte, wie man in den USA als Influencer zu Ruhm und Reichtum kommen kann, war klar, welchen Weg sie gehen wird.


    An sich würde man denken: Soll sie machen. Aber Mélanies Kanal wird vor allem als Familien-Kanal berühmt und ihre Kinder haben mitzuspielen. De Vigan gibt den Leser:innen einen Blick hinter die Kulissen. Was heißt es für die Kinder You-Tube-Stars zu sein? Wann fängt Kinderarbeit an, wo hört das Hobby und der Spaß auf? Und was macht es mit den Kindern? Die Autorin entwirft ein kritisches Bild, auch wenn sie mit anderen You-Tube-Famlien auch Gegenbeispiele setzt. Die Hälfte des Buches spielt in der Jetzt-Zeit, bevor dann ein Bogen in die Zukunft geschlagen wird und wir die Kinder der You-Tube-Familie als Erwachsene kennenlernen und ihre Entwicklung präsentiert bekommen. Hier verlässt de Vigan natürlich den Tatsachen-Boden und fängt an zu spekulieren, welchen Einfluss das alles auf die Kinder im Erwachsenenalter haben könnte. Denn bisher wissen wir nicht, was es mit den Kindern macht. Aber ich finde, die Fragen, die sie aufwirft, verständlich und logisch.


    In diesem Buch findet sich also viel wieder: Was machen Social Media aus uns? Wie sollten wir mit unseren Kindern und Social Media umgehen? Wem gehört das Recht an den Bildern unserer Kinder? Was ist Kinderarbeit im Social Media-Bereich?

    Für mich als junge Mutter ist das Thema hochaktuell. Ich kenne einige Mom- and Dad-Influencer, die ihre süßen Kids in Szene setzen und finde das aus sehr vielen unterschiedlichen Gründen kritisch. Insofern hat das Buch mir in meine persönliche Einstellung herein gespielt. Aber auch für alle ohne Kinder eine spannende Lektüre. Denn so vielfältig hat man sich sicherlich noch keine Gedanken über das Thema gemacht.

    Ich fand den Klappentext auch irreführend. Ich dachte, ich bekomme eine Geschichte, die heute spielt und vielleicht mit ein paar Erinnerungen an die damalige Zeit gespickt ist. Aber Hauptthema ist: Treffe ehemalige große Liebe wieder. Aber nein, wir haben hier einen Roman, der aus der Sicht eines Teenagers geschrieben ist und in der er u.a. erzählt, wie er seine große Liebe kennenlernt. Gespickt ist die Geschichte mit dem familiären Chaos, seiner Jungs-Gang, der besonderen Theatergruppe, schulischen Problemen... Eher ein Teenager-Drama also. Ich hatte so komplett andere Erwartungen und bin so echt ein wenig enttäuscht, aber ob das jetzt wirklich am Buch oder an meinen Erwartungen lag? Mir war das Buch einfach zu Testosteron-geschwängert. Denn geschönt wird hier nichts. Charlie hat eine furchtbare Jungs-Gang, die andere mobbt, sich zum Spaß gegenseitig beleidigen und eins auf die Nase geben. Aber keine Freunde, denen man mal ernsthaft was erzählt. Dementsprechend ist auch Charlie teilweise drauf. Hmpf. Bin also irgendwie unzufrieden. ^^

    Aufbau im März

    Andrea Schacht - Goldbrokat

    Yaa Gysi - Heimkehren

    Elif Shafak - Der Geruch des Paradieses

    Szmaglewska, Seweryna - Die Unschuldigen in Nürnberg

    Hoffmann, Martine / Michaux, Gilles - Grenzenlos emotional. Von impulsiv bis Borderline

    Capek, Karel -Das Jahr des Gärtners

    Nalkoska, Zofia - Medaillons

    Jergovic, Miljenko - Der rote Jaguar

    Cohen, Joshua - Witz


    Abbau im März

    David Nicholls - Sweet Sorrow

    Amy Tan - Das Kurtisanenhaus

    Wir gucken die Serie gerade und finden sie trotz des langsamen Erzählstils sehr spannend. Auch wenn wir uns einige Sachen mehr erklärt wünschen. Aber ich finde es ganz gut, in die heutige Zeit adaptiert, so von der Sprache und Soundtrack her.

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    Ich habe zwar auch heute ein Rezensionsexemplar beendet, aber die zähle ich nicht zu SUB-Büchern

    Die zähle ich auch nicht zum SuB. SuB Bücher sind für mich nur solche, die lange liegen. Was ja Reziexemplare nicht machen. Sogar die netGalley Bücher melde ich hier gesondert an...obwohl die auch mal "liegen".

    Genau so mache ich das auch. ^^ Ansonsten trage ich mir ja einen Wolf ein und aus. Und Büchereibücher liegen direkt neben meinem Bett, wenn sie ungelesen sind. Also aufdringlicher geht nicht.