Beiträge von Blume88

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Hallo zusammen,


    also ich muss sagen, dass mich "Unterm Rad" sehr bewegt hat. Ich habe mir Hans mitgelitten und nicht verstanden wie keiner darauf aufmerksam werden wollte, dass der Junge auch mal Freizeit braucht. Besonders heftig fand ich wie der Rektor und sein Lehrer ihn sogar in seinen Ferien auf das Seminar vorbereiten wollten, und ihnen dann in der letzten Woche aber plötzlich gaaaanz wichtig war, dass er sich Freizeit gönnt. Das war doch sehr paradox und am Ende ja dann auch tragisch.
    Doch das Ende war leider tatsächlich sehr vorhersehbar, wenn ich auch gedacht hätte, das es schon früher so endet.
    Um auf einen vorherigen Beitrag zu reden zu kommen: Ich finde, dass dieses Werk ein guter Einstieg zu Hesse wäre. Aber ich habe auch sonst nur den Steppenwolf gelesen und Siddharta als Hörbuch gehört. Doch da fand ich Unterm Rad eindeutig besser!

    Gestern Abend habe ich Schlafes Bruder fertig gelesen und bin ebenfalls begeistert und auch geschockt von den Umständen damals.
    Bei dem Vergleich mit dem Parfüm muss ich Lara zustimmt, denn Schlafes Bruder hat mich einfach nicht hören lassen wir er spielt. Wobei ich denke, dass es auch schwieriger ist zu beschreiben wie sich etwas anhört...hm, natürlich ist es aber auch schwer zu beschreiben wie etwas riecht :zwinker:
    Ich muss sagen die Sprache fand ich gar nicht sooo überwältigend wie ihr; ich fand die Geschichte selbst eigentlich mitreisender. Mit den Namen hatte ich anfangs auch meine Probleme...
    Es gibt einen Punkt in der Geschichte, wo es für mich irgendwie hackt:



    Liebe Grüße

    Hallo zusammen,


    wundert mich ja, dass er hier bisher erst eine Person gibt, die es anscheinend gelesen hat und ihre meine dazu schreibt.
    Also ich habe mir das Buch gekauft, da ich auch dachte: Deutscher Buchpreis - das muss ja gut sein *g*


    Eigentlich fand ich es auch gar nicht schlecht. Den Prolog fand ich super... doch dann der Übergang; ich wusste erst gar nicht, was das jetzt soll und was das denn mit dem Prolog zu tun hat (stellt sich ja auch erst relativ spät raus bzw. wenn man den Buchumschlag nochmal liest wird es klar). Daher fiel mir dann der eigentliche Beginn des Buches ziemlich schwer. Ich konnte mich auch nicht richtig hineinfühlen, da die Beziehung zu der Mutter sehr komisch war und für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Doch, klar, es soll ja schon vorkommen, dass Mütter ihre Kinder nicht lieben und verstoßen, aber wie gesagt, für mich war es eben schwer nachzuvollziehen. Auch Marthas lesbische Annäherungen an ihre Schwester fand ich äußerst bedenklich... das Buch wurde für mich eigentlich erst richtig gut, als die Mädchen nach Berlin kommen und vor allem als sich die Beziehung zwischen Helene und Carl entwickelt.



    Nach diesem Ereignis wird die Geschichte für mich eigentlich schlimmer und schlimmer. Ihre Ehe mit dem Nazi finde ich geradzu schrecklich und ich finde schon, dass das Mitleid hervorruft und man sich richtig in Helene hineinversetzen kann.
    Doch andererseits erscheint Helene unglaublich gefühlskalt, vor allem ihrem Sohn gegenüber. Warum sie ihn verlässt, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen.



    Insgesamt finde ich das Buch schon nicht schlecht, denn es hat sehr schöne und bewegende Szenen (Prolog, Helenes glückliche Zeit in Berlin), doch oft kann ich mich einfach nicht in die gefühlskalten Charaktere hineinversetzen. Zudem ist meiner Meinung nach alles ein bisschen too much

    Soeben habe ich meine Lektüre beendet und ich bin echt sehr bewegt und berührt. Ich konnte das Buch gar nicht weglegen und musste die ganze Vorlesung durchlesen *gg*


    Die Rolle des Lehrers und seine Empfindungen spiegeln, meiner Meinung nach, die Zeit sehr gut wieder, denn er findet die Moral (wenn sie denn überhaupt vorhanden ist) der Nazis nicht gut und lehnt sich trotzdem nicht auf. Er hält sich zurück und ist feige, wie es leider viele damals waren.


    Die Sprache ist zwar sehr einfach, aber doch beeindruckend. Besonders Anspielungen und Metaphern (wie das Zeitalter der Fische oder die Namen Adam und Eva) fand ich sehr interessant und passend.


    Die Jungen selbst waren furchteinflössend, da sie "kalt" sind und vollkommen skrupellos scheinen. Erleichternd ist da, der am Ende auftretende, Klub, der sich für Wahrheit einsetzen will. Auch Julias Caesar, der mir anfangs sehr dubios erschien, zeigt, dass es noch Menschlichkeit gibt.


    Die Beziehung des Lehrers zu Eva fand ich dagegen sehr seltsam. Es ist verständlich, dass er Mitleid für sie empfindet und ihr helfen will, doch als er plötzlich beginnt von Liebe zu reden, kann ich ihm nicht mehr folgen.
    Auch der Bezug zu Gott... dass er zu seinem Glauben zurück findet trotz der kalten Gesellschaft und dem "Bösen auf der Welt" finde ich überraschend und faszinierend, vor allem da ja selbst der Pfarrer an Gott zweifelt, der laut ihm "das Schrecklichste auf der Welt" ist (Suhrkamp Seite 51).


    Alles in allem ein bewegendes kleines Buch, das zum Nachdenken anregt.

    Ich liebe die Bücher Austers - und auch dieser Roman war wieder äußerst gelungen.
    Ich mag eigentlich Hunde nicht so sonderlich und war daher eher zurückhaltend als ich mit dem Buch angefangen habe, doch eigentlich ging es viel mehr um die Menschen als um Tiere.
    Eine richtig schöne, mitreisende und traurige Geschichte!


    Ein gelungener Auster 4ratten

    Ganz so begeistert wie ihr bin ich leider nicht.
    Für mich verlief die Geschichte zu träge, und, wie bereits erwähnt, ist kaum was passiert. Hatte mehr erwartet.
    Und leider bin ich ebenfalls des Plattdeutschen nicht mächtig und hab daher vieles nicht verstehen können... die Beschreibung der Frau Adriani hingegen war sehr gelungen - ein richtig böser Charakter.
    Die Beziehung von Daddy und der Prinzessin hat sich mir jedoch nicht so ganz entschlüsseln können.


    Alles in allem war die Geschichte okay - aber mehr halt auch nicht.

    Habe den Alchimisten vor ein paar Tagen gelesen und muss echt sagen, dass das gar nichts für mich war.


    Das Buch ging mir richtig auf die Nerven mit dem Geschwaffel von Weltenseele und wie er dann mit dem Wind redet usw. Was für ein Blödsinn.


    Traurig eigentlich, dass dieser Mann mit solchem - ich muss es leider so sagen - Schund so erfolgreich ist und so viele Menschen sich von dieser esoterischen Selbsthilfeliteratur angesprochen fühlen...

    Auch ich fand das Buch sehr bewegend, vor allem weil es ständig Spannung aufrecht erhält und man immer denkt: Gleich wird was passieren.
    Sehr traurige Geschichte.
    Allerdings bleiben für mich auch Fragen offen: Warum nimmt sich George seiner an? Nur um nicht alleine zu sein? Das erscheint mir doch etwas unwahrscheinlich, ist er tatsächlich so lieb und gut?


    Alles in allem: lesenswert


    4ratten

    So, habe soeben die Lektüre von "Stadt der Sehenden" beendet und muss sagen, dass es mir trotz des distanzierten Tons ganz gut gefallen hat.
    Ich habe "Stadt der Blinden" nicht gelesen, da ich "Stadt der Sehenden" als Mängelexemplar durch Zufall bekommen habe, und nicht wusste, dass man das andere davor gelesen haben sollte. Leider (oder zum Glück?) stellt man das ja aber erst nach der Hälfte des Romans fest und denkt erst dann: Mist, ich hätte das andere zuvor lesen sollen.
    Doch es war dann gar nicht so schlimm wie angenommen und ich habe der Geschichte auch ohne die Kenntnisse des ersten Buches folgen können, wenn mir auch manches vielleicht nicht so klar war wie eingeweihten Lesern.
    Die Geschichte an sich fand ich sehr originell und fesselnd, wahrscheinlich auch deshalb weil ich ein sehr politisch interessierter Mensch bin. Teilweise war die Handlung jedoch sehr schleppend (vor allem der Anfang) und der Sprachstil war echt nicht einfach, doch man kommt rein, wenn man mal verstanden hat, wie zum Beispiel ein Dialog bei Saramago aufgebaut ist.
    Stadt der Blinden würde ich auch gerne noch lesen, doch hat mich "Stadt der Sehenden" nicht so überwältigt, dass es unbedingt demnächst sein muss. Ich glaube es kann warten bis ich es als Mängelexemplar irgendwo entdecke :zwinker:

    Lese auch ganz gerne mal Fach-/ Sachbücher, besonders im Bereich Nachkriegsgeschichte, Politik und Literatur. Besonders zu empfehlen ist da zum Beispiel "Die geglückte Demokratie" von Wolfrum. Ich bestelle solche Bücher meist über die bpb, da sie dann um einiges günstiger sind. Allerdings sind da natürlich die Bereiche sehr beschränkt, da es hauptsächlich Sachbücher über Geschichte und Politik gibt. Aber sie haben auch immer mal wieder Belletristik im Programm, zum Beispiel gab es Orhan Pamuk für nur 6 Euro zu kaufen, als er den Nobelpreis gewann! Toller Tipp also für alle, die sich für solche Bücher interessieren und trotzdem nicht so viel ausgeben wollen :zwinker:

    Das hört sich ja mal toll an. War auch schon von Brave New World und 1984 so begeistert - wird Zeit, dass ich nun auch "Wir" lese. Vielen Dank für den Tipp und die tolle Rezension.

    Albert Camus - Die Pest


    Inhalt:


    Camus schildert den Verlauf der Pestseuche in der gewöhnlichen Stadt Oran an der algerischen Küste aus Sicht der Hauptfigur Dr. Bernard Rieux, der sich jedoch erst am Ende des Romans als „Verfasser der Chronik“ zu erkennen gibt. Die Geschichte beginnt im Jahre „194…“. Einige tote Ratten und ein paar harmlose Fälle einer unbekannten Krankheit sind die Anfänge einer schrecklichen Pestepidemie, welche die ganze Stadt in den Ausnahmezustand bringt, sie von der Außenwelt abschottet und mehrere tausend Todesopfer fordert. Die Pest bedroht das menschliche Dasein der Bevölkerung und wird somit zu ihrem gemeinsamen Gegner. Jeder nimmt diesen schier ausweglosen Kampf gegen den schwarzen Tod auf seine Weise auf. Rieux kämpft als Arzt gleich dem Sisyphos gegen die Krankheit an und gerät unter anderem mit dem Pater Paneloux, welcher die Pest als Strafe Gottes zur Züchtigung des Menschen deutet, in einen Disput.


    Das Absurde bleibt jedoch stetiger Begleiter. Unschuldige Kinder sterben genauso wie Menschen, die es verdient hätten, obwohl sich insgesamt das Prinzip erkennen lässt, dass die Pest nur Menschen ohne Solidarität tötet.


    Meine Meinung:


    Insgesamt fand ich das Buch sehr gut, da man die verschiedenen Reaktionen von Menschen auf die Absurdität sehen kann. Der Arzt, also der Erzähler, "zitiert" aus unterschiedlichen Quellen und schafft es somit, dass nie Langweile aufkommt. So werden zum Beispiel auch die Aufzeichnungen eines Journalist, der durch Zufall in der Stadt und nun gefangen ist, von dem Erzähler erwähnt und man erhält dadurch auch eine distanzierte Sichtweise. Allerdings hatte ich mir von dem großem Werk Camus' mehr erwartet, da die Absurdität doch nur sehr unterschwellig ist und für mich persönlich nicht tief genug geht bzw. nicht ausreichend ausgeführt wird. Aber es ist ja schließlich auch ein Roman und kein Sachbuch über die Absurdität des Lebens :zwinker:

    Leider kann ich der ersten Meinung nicht zustimmen. Ich fand das Buch sehr langatmig mit den seitenlangen Beschreibungen des Prozesses und musste mich echt überwinden es bis zum Ende durchzulesen (obwohl es ja nur so kurz ist). Meiner Meinung nach war das Buch ohne jegliche Spannung und war mehr ein Gerichtsprotokoll mit all dem Klein-Klein des Dorfes, inklusive ausführlicher Beschreibungen der familiären und freundschaftlichen Beziehungen.


    Enttäuschend für meinen ersten Böll.


    Was sollte man denn am Besten als ersten Böll lesen?

    Habe das Buch vor kurzem gelesen und stimme der ersten Meinung hier zu. Es war teilweise amüsant, aber doch etwas zu oberflächlich. Die literarischen Einwürfe fand ich eher störend, da sie für mich persönlich mehr wie Angeberei im Sinne von "Schaut-mal-was-ich-alles-weiß" als Einwurf an der passenden Stelle vorkamen. Aber das ist natürlich nur mein Eindruck. Muss auch sagen, dass ich sonst noch nichts von ihm gelesen habe. Mal schauen ob ich demnächst dazu komme - würde mich nämlich eigentlich schon interessieren, da man viel positives über ihn hört.

    Wieder mal ein äußerst gelungenes Werk von Eric-Emmanuel Schmitt. :tipp:


    Die Geschichte Hitlers zeigt viele neue Aspekte auf, die (zumindest mir) nicht so bekannt sind und man merkt (nicht nur durch sein Arbeitstagebuch am Ende), dass Schmitt sehr gut recherchiert hat. Und es ist ihm gelungen Hitler teilweise "zu verstehen" bzw. besser nachvollziehen zu können, wie aus einem Menschen ein solches Monster werden konnte. Schmitt zeigt dem Leser, auch wenn man es nicht gern hören will, dass in jedem von uns etwas böses steckt und schafft es so auch, dass man wider Willen beim Lesen, an Hitlers Leben Anteil nimmt.


    Zum anderen Teil: Adolf H.s Leben finde ich unglaublich schön beschrieben und ich habe mich immer auf jeden zweiten Teil gefreut, wenn wieder über Adolf H. berichtet wurde. Ich konnte mich sehr gut in den von Schicksalschlägen geplagten Künstler einfühlen und fand vorallem Elf-Uhr-dreißig sehr berührend. Muss da also vollkommen der ersten Rezension widersprechen: ich fand diesen Teil sogar viel besser als 'nur' das tatsächliche Leben Hitlers. Ob es sich tatsächlich so hätte zutragen können, ist natürlich fraglich, denn das wird man nie wissen. Aber warum denn eigentlich nicht? Wer weiß wie Hitler geworden wäre, wenn ihm ein Psychiater ihm frühzeitig geholfen hätte und er echt Freunde, wie sich Adolf H. hat, gehabt hätte? Who knows? Besonders interessant fand ich dabei übrigens wie sich die deutsche Geschichte ohne den Diktator Hitler weiterentwickelt. Es wird zwar immer nur angedeutet, doch das fand ich hochspannend.


    Sehr schön war auch, wie schon von creative genannt, das Arbeitstagebuch am Ende, das mich stark beeindruckt hat. Vor allem sein Wille trotz der Widerstände und Kritiken fortzufahren.


    5ratten