Beiträge von Aeria

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Von einer Fortsetzung weiß ich leider nichts. Das zweite Buch ist eine ganz andere Geschichte. Ich glaube, die handelt von einem Mädchen, das gerne ein Junge wäre, oder so.

    Wusste gar nicht, dass es eine Übersetzung gibt! Ich habe von dem Buch vor 2 Jahren gehört, aber nicht gelesen, weil es nicht mein Genre ist. Was du, HoldenCaulfield , über das Ende schreibst, bemängelten auch einige der Besprechungen, die ich gesehen habe. Es könnte damit zusammenhängen, dass das Buch eigentlich zuerst ein Blogprojekt war. Der Blog war so erfolgreich, dass Popcorn Books, der Verlag mit überwiegend queerer Literatur, den Text verlegt hat.

    2021 ist ein zweites Buch des Autors in Russland erschienen.

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    "Will. Die Autobiografie" von Will Smith (mit Mark Manson)


    Was. Für. Ein. Buch! :herz:


    Beim Lesen kam ich nicht umhin, diese Autobiografie mit einer anderen zu vergleichen, Greenlights von Matthew McConaughey, die ich erst kürzlich gelesen habe. Nur um festzustellen, dass - nein, man kann die beiden nicht vergleichen. Neben Smith' Buch wirkt das von McConaughey wie ein kuscheliges Motivationsbüchlein voller Sonnenschein und grüner Ampeln.


    In Will Smith' Lebensgeschichte gibt es zunächst wenig Grund zur Freude.

    Er beginnt am Anfang, schreibt über seine Kindheit, die von der Angst um seine Mutter und sich selbst geprägt war, denn der Vater mutierte nach einigen Gläsern Alkohol zum Schläger. Das erste Kapitel beginnt mit dem Satz: "Ich habe mich immer selbst für einen Feigling gehalten". Warum das so ist, erklärt der Schauspieler sehr anschaulich. Er schreibt über seine ersten Versuche, die Stimmung zu Hause aufzulockern, denn wenn alle lachen, schlägt niemand zu. Schon als Kind erfand er ständig Geschichten, hatte eine große Klappe. Er schreibt über die ersten Schritte im Showbiz, darüber, wie er als die eine Hälfte von DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince Millionen verdiente - und wieder verlor. Schon früh, noch während des Drehs von Der Prinz von Bel Air nahm er sich vor, der erfolgreichste Schauspieler der Welt zu werden. Kein leicht zu erreichendes Ziel, wenn man Schwarz ist und das Publikum einen zudem nur als Rapper kennt. Nach dem Blockbuster Independence Day stand der steilen Karriere nichts mehr im Weg.


    Will Smith beschreibt sich selbst als sehr zielstrebigen Menschen. Er gibt stets 100 %, ob bei der Arbeit oder im Privatleben, was in der Vergangenheit nicht selten zu Entscheidungen führte, an deren Folgen er lange zu knabbern hatte. Über diese Entscheidungen legt er eine schonungslose Beichte ab, was einem beim Leben Respekt abnötigt. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass er etwas auslässt oder schönredet (wobei das vermutlich trotzdem der Fall ist, denn niemand erzählt ALLES über sich). Genauso offen spricht er über seine Wünsche und seine Familie.

    Man legt das Buch weg mit dem Gefühl, diesen Menschen und die Seinen gut zu kennen.


    Noch ein paar Worte zur Buchausgabe an sich. Dieses Buch ist eines der schönsten in meinem Regal. Das Cover ist wegen der Farbgebung ein Hingucker. Unter dem Schutzumschlag wird das Cover wiederholt. Das Layout im Inneren ist ebenfalls großartig. Innerhalb der Kapitel gibt es immer wieder durch Sternchen getrennte Abschnitte, so dass es wie ein Buch voller kleiner Geschichten wirkt. Mir fällt kein anderes Buch ein, in dem ich schon einmal Ähnliches gesehen habe. Diese Textgestaltung sorgt dafür, dass man schnell vorankommt.

    Hier sind ein paar Fotos.


    Alles in allem: Ich habe an diesem Buch nicht die kleinste Kleinigkeit auszusetzen. Perfekt.


    5ratten


    ***

    Aeria

    Mir hat das Buch gefallen. "Rebecca" ist zu lange her, um die beiden zu vergleichen, zudem habe ich ersteres gelesen, "Meine Cousine Rachel" aber gehört.

    Ich fand einige Dinge im Buch zu - ich will nicht das Wort "plump" benutzen - inszeniert. Z. B. als der Bauarbeiter Philip vor dem Betreten der Baustelle warnt. Da weiß man als erfahrene Leserin einfach schon, was folgen wird. Anton Tschechov soll mal gesagt haben "Wenn man in einer Geschichte ein Gewehr an die Wand hängt, sollte es auch losgehen" (oder so). Hier sind es ganze Kanonen.

    Ich mochte das Buch trotzdem und werde es mir bei Gelegenheit noch einmal anhören, allein wegen der Atmosphäre in der Geschichte, die einfach unwiderstehlich ist.


    ***

    Aeria

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    "Die Macht der Demografie" von Paul Morland

    Das Thema Demografie interessiert mich schon länger, aber ein passendes Buch zu finden war gar nicht so einfach. Letztendlich bin ich bei Paul Morland gelandet und habe es nicht bereut.


    Das Buch erzählt, was Demografie ist und wie sie sich auf unsere Welt auswirkt. Das tut sie nämlich auf allen Gebieten, ganz unbemerkt von uns, die wir ja mittendrin sind. Früher geschahen demografische Entwicklungen langsam, es vergingen Jahrhunderte, bevor man die Ergebnisse wahrnahm. Heute sind es nur wenige Jahrzehnte.


    Der Autor fängt seinen Bericht mit England, Nordamerika und Westeuropa an, geht dann über Osteuropa und Russland nach China, Indonesien und Indien, wechselt dann nach Nahost und Nordafrika, es folgen Südamerika, Australien und zuletzt Afrika. In jedem dieser Länder und Gebiete (außer in Afrika südlich der Sahara) vollzieht sich der gleiche Prozess: erst starkes Bevölkerungswachstum aufgrund verbesserter Gesundheitsvorsorge, verringerter Kindersterblichkeit und verlängerter Lebenserwartung, dann kommt ein demografischer Übergang, indem die Geburtenrate stark sinkt und das Durchschnittsalter steigt. Es gibt "alte" Länder, wie z. B. Japan und Deutschland, in denen das Durchschnittsalter bei 46 Jahren liegt, und "junge", z. B. einige asiatische und afrikanische Länder, in denen das Durchschnittsalter bei 14 bis 17 Jahren liegt. In letzteren ist laut Studien, die Morland anführt, das Gewaltpotenzial sehr hoch, weil es in diesen, meist sehr armen Ländern keine oder nur wenige Perspektiven für junge Menschen gibt.


    Morland schreibt z. B. über Japan, wo ganze es ganze Landstriche gibt, die nicht mehr bewohnt sind. Die Bevölkerung wird immer älter, das Land ist verschuldet, weil die Ausgaben für eine alte Bevölkerung höher sind als für eine junge. Er schreibt über Russland, wo die durchschnittliche Lebenserwartung unter 60 Jahren liegt, was in so gut wie keinem Industrieland mehr vorkommt, und wo es keine Bemühungen gibt, dies zu ändern. Er schreibt über Brasilien, wo die Telenovelas nachgewiesenermaßen einen unmittelbaren Einfluss auf die Fertilität (Fruchtbarkeit) der Bevölkerung haben, weil diese Unterhaltungsformate kleine Familien präsentieren und ein Leben, das nur möglich wird, wenn man keine 6 Kinder zu versorgen hat.

    Die Weltbevölkerung wird laut Morland noch vor dem Ende dieses Jahrhunderts sinken. Das Buch wurde vor der Pandemie geschrieben, also wird diese Entwicklung vermutlich noch früher einsetzen. Das wichtigste Fazit ist, dass eine Frau, die Zugang zu Bildung hat und/oder wählen kann, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen will, sich für weniger Kinder oder ganz dagegen entscheidet.


    Für dieses Buch mit knapp 430 Seiten habe ich fast zwei Monate gebraucht, was schon zeigt, das es keine leichte Lektüre ist. Obwohl der Text interessant ist, kommt man wegen der vielen Schachtelsätze nicht voran. Es gibt, wie es sich für ein Sachbuch gehört, eine Menge Zahlen, durch die man sich kämpfen muss.

    Es lohnt sich, ist aber sehr schwer zu lesen.


    4ratten


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    Aeria

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    "Nachtbeeren" von Elina Penner


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    In ihrem Debütroman erzählt Elina Penner von Nelli, die als kleines Mädchen als Russlanddeutsche nach Minden kommt. Sie spricht Plautdietsch und isst Tweeback und versucht, in der Provinz und dem neuen deutschen Leben anzukommen. Aber die Geschichten über ihr früheres Leben lassen sie nicht los, und als ihre geliebte Oma stirbt, gerät in Nelli etwas durcheinander. Ihr Mann Kornelius eröffnet ihr, sie für eine andere zu verlassen. Und Nelli ist sich am nächsten Morgen nicht sicher, ob sie ihn nicht aus Versehen umgebracht hat...


    Meine Meinung:

    Eines vorweg: Ich bin voreingenommen. Das ist das erste Buch, das ich kenne, das sich mit meiner eigenen Kultur beschäftigt, und entsprechend fällt mein Urteil aus.

    Ich habe das Buch als Audible-Hörbuch gehört, und das war ein Glück, denn es wird von der Autorin selbst gelesen. In der deutschen Hörbuchlandschaft kommt das so gut wie nie vor. Ich mag das jedenfalls sehr.


    Nun zum Buch selbst.

    Nelli Neufeld ist eine Russlanddeutsche und fromme Mennonitin. Sie lebt ihr Leben so, wie die Tradition und die Glaubensgemeinschaft es ihr vorschreiben: sie hält das Haus penibel sauber, kocht und backt, ordnet sich ihrem Ehemann unter, erzieht ihren Sohn zu einem weiteren Mitglied der mennonitischen Gesellschaft, kümmert sich um ihre Mitmenschen. Sie war nicht immer so. In ihrer Jugend hat sie versucht, sich dem Leben in Deutschland anzupassen, hat gerne gefeiert und ihre Ansichten waren eher liberal. Mit dem Tod ihrer Oma, des einzigen Menschen, der sie bedingungslos geliebt hat, macht es in ihr "klick", und von heute auf morgen krempelt sie ihr Leben um. Hosen, enge und kurze Röcke, Schminke - alles kommt weg. Sie entsagt dem Fernsehen und dem Alkohol (nun ja, fast). Jahrelang führt sie ein ruhiges, ordentliches Leben. Bis ihr Mann sie verlassen will.


    Neben Nelli gibt es noch zwei weitere Ich-Erzähler, ihr Sohn Jakob und ihr Bruder Eugen. Die Nelli-Kapitel sind von Schwermut geprägt. Sie kann sich nicht an ihr Leben in Russland erinnern, wohl aber an die ersten Jahre in Deutschland. Sie fühlt sich zerrissen: einerseits hat sie Russland nie ganz verlassen und andererseits ist sie nie ganz in Deutschland angekommen. Die "Hiesigen" versteht sie bis heute nicht, die "onse" (unseren) scheinen nicht aus den jahrhundertealten Traditionen ausbrechen zu wollen, die sie einengen. Unter Nellis scheinbar ruhigen Oberfläche brodelt es.

    Dem gegenüber stehen die Eugen-Kapitel. Hier habe ich an einigen Stellen hysterisch lachen müssen, der schwarze Humor ist bombastisch. Es ist nicht zuletzt deshalb so witzig, weil - wie erwähnt - das Hörbuch von der Autorin gelesen wird, die ihren Figuren genau den Ton gibt, die sie haben müssen. Es kommt ein wildes Gemisch von russischen, deutschen und plautdietschen Sätzen zustande, das wirklich saukomisch ist (besonders, wenn man das ganze auch noch versteht).

    Überhaupt, das Plautdietsche. Es kommt auf jeder Seite vor, manchmal sind es nur einzelne Begriffe, manchmal ganze Sätze. Wie das im Buch gedruckt aussieht, kann ich nicht sagen. Wir haben keine Schriftsprache und der Versuch, plautdietsche Wörter mit deutschen Buchstaben zu schreiben, verfälscht sie natürlich. Deshalb rate ich persönlich zum Hörbuch.


    Vieles von dem, was Nelli denkt, kann ich nachvollziehen. Manche Textstellen haben mich ständig Nicken lassen, weil ich genau weiß, wovon Elina Penner spricht. Diese nahezu exakte Beschreibung von etwas, das man selbst kennt, ist das, was mir besonders gefallen hat. Wie oft begegnet einem so etwas schon?


    Das Ende hat mich nicht vollständig überzeugt, weil ich noch Fragen habe. Hat sie nun oder hat sie nicht? Und wieso leben alle weiter, als wäre nie etwas passiert? Trotzdem bin ich geneigt, dem Buch die Höchstwertung zu geben. Aber da ich voreingenommen bin, ziehe ich eine halbe Ratte ab, der Fairness halber.


    Ach ja, wer mal hören will, wie Plautdietsch geht, kann sich auf Youtube umschauen. Das ist der Kanal meiner Tante, die das plautdietsche Leben auf die Schippe nimmt.


    Fazit: Das ist meine neue Buchliebe :flirt:


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


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    Aeria

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    "Greenlights oder die Kunst, bergab zu rennen" von Matthew McConaughey



    Am Anfang dieser Autobiografie dachte ich, der Schauspieler predige zu viel. Besonders im Vorwort erinnerte das Buch eher an eines dieser Selbsthilfebücher von irgendwelchen Gurus. Ich war nicht angetan. Ich wollte über das Leben des Mannes lesen, keine Kalendersprüche.

    Zum Glück legte er dann ein paar Seiten weiter mit Geschichten aus seiner Kindheit los. Seine Eltern, besonders der Vater, haben McConaughey stark geprägt. Der wichtigste Ratschlag, den der Vater seinem Sohn fürs Leben mitgab, war „Mach es nicht mit dem halben Arsch“. Das hat Matthew beherzigt. Wann immer er ein Projekt begann, war er voll dabei, hat sich ganz und gar darauf eingelassen.

    Er schreibt über den Beginn der Schauspielkarriere, über den Film, der ihm den Oscar in der Kategorie Bester Schauspieler einbrachte, über Höhen und Tiefen, Reisen nach Peru und Mali, seine große Liebe Camila, seine Kinder, und immer wieder über Spiritualität.


    Wenn jemand seine Autobiografie schreibt, muss man immer bedenken, dass sich der oder die Schreibende im besten Licht darstellen will. Schlechte Entscheidungen und Fehler kommen möglicherwiese gar nicht zur Sprache, und wenn doch, dann in abgeschwächter Version. Sicher hat auch Matthew McConaughey mal Mist gebaut, nur erwähnt er ihn nicht. Alles war stets voller Sonne und grüner Ampeln (daher der Titel). Das lässt das Buch mit Vorsicht genießen. Dennoch ist es leicht geschrieben, stellenweise ironisch und witzig. Der Schauspieler kommt als bodenständiger ganzer Kerl rüber, und das ist wohl auch das Bild, das er von sich vermitteln wollte – cool, gesetzt, nicht auf Rummel aus.


    Das Buch hat ca. 300 Seiten. Auf einigen sind Fotos von Tagebucheinträgen, Notizen, Gedichten. Es enthält Fotos von McConaugheys Reisen und der Familie.

    Ich gestehe, dass ich die Tagebucheinträge etc. nicht gelesen habe, obwohl sie natürlich noch einen tieferen Einblick in die Person Matthew McConaughey vermitteln sollen. Mir hat der reine Text genügt, um mir ein Bild zu machen. Für einige Leser dürften aber genau diese tieferen Einblicke besonders wertvoll sein.


    4ratten


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    Aeria

    Ich habe in den letzten Monaten einige gute bis großartige Bücher gehört, z. B. Ann Patchetts "Das Holländerhaus" und Richard Russos "Diese gottverdammten Träume". Die fallen mir inzwischen nur noch ein, wenn ich meine Gelesen-Statistik durchsehe. Das ist schade, ich hatte gehofft, dass die Bücher, vor allem Russo, in meiner Leseerinnerung wie Leuchtfeuer strahlen werden...

    Meine Eindrücke sind ein wenig emotional geworden, weil ich von diesem Buch so frustriert war. Hier ist der Text aus meinem Blog, unzensiert:

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    Maia Drazhar, 18 Jahre alt, lebt mit seinem Vormund Setheris in der allertiefsten Provinz des Elfenlandes. Er ist der jüngste und ungeliebte Sohn des Elfenkaisers, halb Elf und halb Kobold. Seinen Vater hat er nur einmal aus der Ferne gesehen, die Mutter ist gestorben, Setheris hasst und misshandelt ihn. Maia kennt nur das kleine Gut, auf dem er aufgewachsen ist, hat so gut wie keine Bildung genossen - und wird nach einem Unfall, dem der Kaiser und dessen drei Söhne zum Opfer fallen, selbst zum Kaiser.


    Klingt interessant, nicht wahr? Als ich von diesem Buch hörte, musste ich es einfach haben. Was bekam ich? Einen Monat Frustlesen.

    Es ist nicht schlecht, es hat praktisch keine Stellen, die ich verabscheut habe, es ist bloß elend lang. Und es passiert - nichts. Kein Scherz. Das Buch ist eine Geschichte darüber, wie ein kluger und doch weltfremder junger Mann versucht in seine neue Rolle hineinzuwachsen. Er tastet sich an seine Aufgaben heran wie ein blinder Welpe. Ohne Hilfe wäre er verloren, die großen bösen Hunde würden ihn sofort fressen.

    Erst ab Seite 300 (nach 60 % des Buches) kommt ein wenig Spannung auf, die nach einem Kapitel wieder verpufft. Das reicht bei weitem nicht, um das Buch zu retten. Ebenso reicht es für ein gutes Buch nicht, eine sympathische Hauptfigur in Gestalt von Maia in die Handlung zu schreiben. Er ist zu gut, zu edel, trifft die richtigen Entscheidungen. Da weint man als Leser:in fast Tränen aus Zucker. Das einzige, das Maia ein wenig menschlicher (auch wenn er ein Elfkobold ist) macht, ist seine traurige Vergangenheit.


    Wenn die Autorin nicht immer wieder betont hätte, dass jemand die Ohren hängen lässt und die Geschichte im Elfenreich spielt, ich wäre nicht darauf gekommen. Es gibt NICHTS Elfisches an diesem Buch. 0,00 Prozent. Das Buch hätte in jeder anderen Fantasywelt spielen können. Was noch? Magie - ja, gibt es, wird ganze dreimal erwähnt bzw. angewendet. Neben Elfen und Kobolden bevölkern noch Oger diese Welt, letztere werden einmal erwähnt, sind also vielleicht auch bloße Hirngespinste. In Maias Welt gibt es Luftschiffe und dampfbetriebene Gerätschaften, d. h. das Buch ist eher Steampunk als Fantasy.


    Das zentrale Thema des Romans ist der Brückenbau. Gemeint sind nicht nur Konstruktionen, die über ein Hindernis hinwegführen, sondern fortschrittliche Entscheidungen, die der neue Kaiser für das Land trifft. Ich fand es stellenweise zu dick aufgetragen.


    Das Buch hat 541 Seiten. Die letzten 16 Seiten sind ein Anhang mit Erklärungen zur Elfenwelt und ein Glossar. Das Glossar haut einen um. Hätte ich zuerst einen Blick dort hineingeworfen, ich wäre in Panik geflohen und hätte das Buch sicher nicht mehr angerührt. Allein die Namen der verstorbenen Kaiser füllen ganze Seiten. Kein Name lässt sich auf Anhieb lesen, die meisten scheinen eine willkürliche Ansammlung von Buchstaben zu sein. Entsprechend hatte ich große Probleme, in das Buch "reinzukommen". Man weiß nicht, wer wer ist, alles klingt ähnlich und jeden verflucht man.


    Alles in allem wird das wohl eines dieser spurlos verschwundenen Bücher, die nach dem Lesen sofort wieder aus dem Gedächtnis verschwinden. Bei mir wird es vielleicht ein-zwei Tage länger dauern, da ich es einen ganzen Monat lang gelesen habe. Ich werde es nicht vermissen.

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    In meinem Blog schreibe ich oft über "Kaminbücher", also Bücher, die ich nach dem Lesen am liebsten sofort verbrennen würde. Dieses hier ist dem Kamin gerade so entkommen.


    3ratten


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    Aeria

    Vor einiger Zeit habe ich auf einem meiner Instagram-Fotos ein Hörbuch entdeckt und mich gewundert, dass ich es offenbar gekauft und sogar gehört habe. Es ist mir völlig entfallen. Nein, der Roman ist kein billiger Unterhaltungsroman, sondern ein durchaus seriöser, von Kritiker:innen und Leser:innen gelobter und geliebter Roman. Ich habe ihn laut meiner Leseliste erst vor wenigen Wochen gehört - und ich kann mich nicht einmal mehr an die Namen der Figuren erinnern.

    Welches Buch es ist? "Ein untadeliger Mann" von Jane Gardam. Es handelt von einem pensionierten Kronanwalt, der sein Leben rekapituliert und ein paar Dinge erledigen will, solange er dazu noch in der Lage ist.

    Ein Buch ist nur dann gut, wenn es beim Lesenden Spuren hinterlässt. Der Kronanwalt ist bei mir einfach verpufft. Mir hat der Roman nicht sonderlich gefallen, mir war er zu gesetzt. Trotzdem, einfach so verschwinden?


    Hab ihr auch Bücher, die einfach verschwinden, wenn man nicht aufpasst?


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    Aeria

    (Eventuell ist das ja auch einfach ein Buch, das man lesend aufnehmen muss, nicht hörend, Aeria.. (?))

    Meine Bewertung ist eigentlich recht milde ausgefallen:sonne:, weil ich bei Hörbüchern immer nachsichtiger bin als bei gedruckten Büchern. Hätte ich es gelesen, wäre ich nicht über die ersten 50 Seiten hinausgekommen.

    Ich sehe gerade, dass ich vor zig Jahren die volle Rattenzahl vergeben habe. War ich hackedicht? Ok, seitdem habe ich weit schlechtere Bücher gelesen (ein paar) und viel bessere (eine Menge). Würde ich es heute lesen (müssen), würde die Bewertung eine ganz andere sein.

    Lukianenkos Bücher sind sehr russisch, die Anspielungen auf die russische Kultur der 1990er sprießen buchstäblich aus jedem Absatz. Klar, dass das an den deutschen Lesern völlig vorbeigeht.


    Obwohl ich seit Jahren nichts mehr von Lukianenko kaufe und lese, habe ich heute von der Buchbloggerin meines Vertrauens ein Loblied auf die neueste SL-Trilogie gehört. Dort kommen Aliens und mutierte Menschen vor, aber ich werde stark bleiben. Hoffe ich.


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    Aeria

    morgenfee Auf diese Reihe bin ich schon gestoßen und ja, das Buch ist schon auf der Wunschliste.

    Biografische Romane sind in meinen Regalen Mangelware, das muss sich ändern.


    Eine Biografie von Audrey Hepburn steht schon im Regal, diese hier:


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    Es gibt auch ein aktuelles Buch von Joan Collins:


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    Aeria

    Ich habe das Buch vor ein paar Tagen zu Ende gehört.

    Schon seltsam, es passiert nichts, und das Buch ist trotzdem großartig. Wir sehen den Figuren bei ihren täglichen Aufgaben über die Schulter und das war's eigentlich auch schon.

    Ich konnte mich nach dem Hören gar nicht wieder einkriegen, hatte Entzugserscheinungen. Gut, das lag sicher nicht zuletzt auch am Sprecher Stefan Kaminski, der selbst ein mittelmäßiges Buch noch veredeln kann. Hier war es aber gar nicht nötig, der Roman ist von sich aus super. Weitere Werke von Richard Russo werden definitiv folgen.


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    Aeria