Beiträge von Jaqui

    Mitte Mai und gerade mal 12 Bücher gelesen. Ich wollte wieder mal SF lesen und Fantasy. Aber offenbar ist die Zeit dafür vorbei. Da kam ich bei keinem Buch weiter und habe alle abgebrochen.


    Irgendwie hat mich nichts gepackt in den letzten Monaten. Aber ich bin wieder raus aus der Krise. Nach dem Gespenst von Canterville von Oscar Wilde und "Munin oder Chaos im Kopf" von Monika Maron lese ich nun Fontane "der Stechlin".


    Ich bleib jetzt mal bei zeitgenössischer und klassischer Literatur. Das funktioniert derzeit voll. So viel gelesen wie in der letzten Woche habe ich die letzten drei Monate nicht.

    Ich habe das Buch gestern beendet und ich bin sehr froh es gelesen zu haben. Ein grandioses Buch.


    Mina verlegt ihre Arbeit an der Festschrift also in die Nachtstunden, um dem Gesang zu entgehen. Dadurch vermischt sich ihre Arbeit am 30jährigen Kieg mit den aktuellen Nachrichten immer mehr. Und sie bekommt dadurch auch nicht wirklich mit, dass die Stimmung in der Straße immer mehr kippt und der ganze angestaute Groll über Gott und die Welt sich gegen die Sängerin richtet.


    Ich fand allerdings die Hervorhebung der jungen Männer die alle Frauen bedrohen als befremdlich. Sicherlich ist das subjektive Empfinden plötzlich ein anderes und sogar ich, die in einer Kleinstadt lebt, bemerke natürlich den Zuzug. Zumal wir im Ort einige Flüchtlinge/Migranten aufgenommen haben. Bedroht habe ich mich aber noch nie gefühlt.


    Die Sängerin tut mir zwar leid, aber ich muss gestehen, dass ich im Laufe des Lesens auch einen kleinen Groll gegen sie gehegt habe. Es kann ja wirklich nicht sein, dass eine einzige Frau eine ganze Straße Tag für Tag nerven kann, ohne dass jemand was unternimmt. Aber ich gehe mal davon aus, dass es im wirklichen Leben nicht so weit gekommen wäre.


    Seit Generationen schon spukt es auf Schloss Canterville, dennoch kauft der amerikanische Gesandte Hiram Otis das alte Gebäude und zieht mit seiner Familie dort ein. Als moderne, aufgeklärte Amerikaner schenken sie den britischen Gespenstergeschichten keinen Glauben. Und so brechen harte Zeiten für das arme Gespenst an. Bisher erschreckte es die Menschen unglaublich, nun wird es selbst erschreckt. Polster werden nach ihm geschmissen und es wird ihm nahe gelegt doch Öl auf seine rasselnden Ketten zu legen. Immerhin könne man in der Nacht nicht schlafen bei dem Lärm.

    Das verdutzte Gesicht des Gespenst bei dieser Aufforderung sah ich richtig vor mir. Diese Dreistigkeit und Respektlosigkeit hat es noch nie gegeben auf Schloss Canterville.


    Bis die kleine Virginia auftaucht und sich seiner erbarmt macht das arme Gespenst einiges mit. Vor allem die Streiche der Zwillinge sind wirklich schlimm. Da hat mir das Gespenst eigentlich sehr leid getan.


    Die ganze Erzählung plätschert gemächlich dahin, ist fast schon langweilig. Erst auf den letzten Seiten kommt Bewegung in die Geschichte, als die kleine Virginia verschwindet und sie von allen gesucht wird.

    Das Ende war mir dann fast schon zu schnell. Da hätte Wilde ruhig noch ein paar Seiten schreiben können.

    Basel 1348. Es sind die Jahre der Pest und der daraus resultierenden Judenverfolgung. Die Jüdin Saphira lebt in dieser Zeit zusammen mit ihrem Vater und muss sich zudem zwischen zwei Männern entscheiden. Bürgermeister Konrad von Bärenfels will die Juden aus der Stadt vertreiben und dabei sind ihm alle Mittel recht.

    Die Todgeweihte ist das zweite Buch von Titus Müller und ich wurde wieder nicht enttäuscht. Der Autor schafft es die düstere Atmosphäre, die zu dieser Zeit sicher geherrscht haben muss, einzufangen.

    Zuerst erleben wir die Juden als stolze Leute der Stadt, die nicht glauben können, dass ihnen jemand schlechtes will. Leider werden sie eines Besseren belehrt.

    Der Leser bekommt hier nicht nur die Pest und die Judenverfolgung serviert, sondern auch die Verfeindungen zweier Ritterbünde.


    Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, dass ich nur weiter empfehlen kann.

    Monika Maron - Munin oder Chaos im Kopf

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    Inhalt: Mina Wolf soll für die Festschrift einer Kleinstadt einen Aufsatz über den 30-jährigen Krieg schreiben. Dazu muss sie sich erst mal in Ruhe einlesen. Denn sie hat von der Thematik im Grunde nicht wirklich eine Ahnung. Eine irre Nachbarin, die Tag für Tag, von morgens bis abends auf dem Balkon lautstark und talentfrei singt, zwingt sie nur noch Nachts zu arbeiten. Die kleine Straße gerät in Aufruhr aufgrund der täglichen Störung und in Minas Kopf vermischen sich der 30-jährige Krieg und die täglichen Nachrichten über Krieg und Terror mit der zunehmenden Aggression in der Nachbarschaft.

    Als dann auch noch eine Krähe in ihre nächtliche Einsamkeit gerät, die sie Munin nennt, ist das Chaos in ihrem Kopf komplett.


    Meine bisherige Meinung: Aufgrund einer Empfehlung habe ich mir das Buch gestern gekauft und sofort mit dem Lesen begonnen und ich wurde nicht enttäuscht.

    Marons Schreibweise finde ich sehr angenehm zu lesen. Ihre Sätze erzeugen sofort eine Stimmung bei mir und sie lässt einen das Brodelnde in der Bevölkerung förmlich spüren obwohl sie gar nicht so richtig darauf eingeht.


    Bisher habe ich rund eine Viertel gelesen und Maron schafft es mich in ihren Bann zu ziehen. Und in Kapitel drei bringt sie die Thematik des Buches meiner Ansicht nach voll auf den Punkt:


    "Einige Stunden zuvor hatte ich gelesen, dass im Irak wieder einmal eine amerikanische Geisel von islamistischen Terroristen enthauptet wurde.....

    Und nun saß ich in der Kaskade und sollte über Maßnahmen zur Herstellung des allgemeinen Friedens und Deeskalation der gegenwärtigen Lage in unserer Straße beraten. Wegen einer so armen, verwirrten Person wie der Sängerin..."


    Unsere Welt ist so skuril. Auf der einen Seite der Welt flüchten die Menschen vor Terror und Krieg und wir regen uns wegen einer Frau auf die am Balkon singt.

    Das sind echte Luxusprobleme.

    Wir wissen gar nicht wie gut es uns geht.


    Ich bin schon gespannt wie das Buch weiter geht.





    SABO wenn ich bei der Suche "date" "sterne" eingebe, sind diese Worte dann im Text auch gelb. Du wirst das Lesezeichen damit abgespeichert haben.


    Geh mal ganz normal über das Forum zum Beitrag und schau ob er dann noch immer so ausschaut.


    Und "klingen" sagt man bei uns so. Man kann auch sagen: das hört sich so an als....

    ich wünsche euch ganz viel Spaß. Ich mach diesmal nicht mit. War ja schon beim letzten nur mehr halbherzig dabei.


    Beruflich verändert sich gerade voll viel bei mir und da bleibt kaum Zeit zu lesen. Und wenn ich mal Zeit hab will ich einfach lesen was ich will und nicht auf einer Liste schauen müssen was denn noch drauf steht.


    Ich werde auch den SLW großteils auf Eis legen und einfach schauen was ich da lese


    Viel Spaß beim Listen Basteln. Das ist immer das beste an den Bewerben.

    ich würde es alphabetisch machen.


    Höchstens nach Genres. Wobei ich mich da teils schwer tue.

    So unterschiedlich sind Geschmäcker. Das druidentor war das erste Erwachsenenbuch von ihm und das fand ich wirklich gut.


    Edit: Reihen und einzelbände würde ich schon trennen.

    Sorry. Aber viele Buchläden sind selber schuld. Amazon lieferte schon vor Jahren Bücher ohne Versandkosten aus. Lieferzeit: 2 Tage.


    Bei Thalia zahlte ich fürs liefern und es dauerte oft mehr als 4 Tage. Wo werde ich da als Kunde wohl bestellen??