Beiträge von creative

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich habe Tannöd sehr gerne und sehr rasch gelesen, was keine Kunst ist, denn es umfasst gerade mal gute 120 Seiten in großzügigen Kapiteln.


    Es ist sicherlich der unorthodoxe Aufbau, der dieses Buch so originell macht, der Plot selber ist eher unspektakulär. Anhand von Verhören einzelner Personen dieses Dorfes erfährt der Leser vom geschehenen Mord.


    Sehr gut getroffen ist die Bevölkerung in diesem Bauerndorf, jedes "Verhör" ist sprachlich der jeweiligen Person angepasst, man hört sie direkt reden! Ebenfalls gut getroffen ist die Mentalität dieser Leute, es wird gemunkelt, es wird getratscht, doch offiziell weiß niemand was und möchte sich um Gottes Willen nicht die Finger schmutzig machen.


    Das Ende fand ich etwas unpassend, etwas plump, zudem der Täter ohnehin vorher schon absehbar ist. Ein etwas "offeneres" Ende hätte mir in diesem Fall besser gefallen.


    Allem in allem ein sehr unterhaltsames Buch für einen Nachmittag!


    4ratten

    Leider konnte ich mich für dieses Buch bis zur letzten Seite nicht begeistern und es ist meiner Meinung nach in keinster Weise mit dem "Nachtzug nach Lissabon" vergleichbar. Hat "Nachtzug nach Lissabon" schon phasenweise Platitüden und aufgewärmte Klischees vermittelt, so schießt dieses Buch meiner Meinung nach den Vogel ab.


    Über 250 Seiten werden nichts als Banalitäten beschrieben. Jeder versinkt in Selbstmitleid, besonders der Protagonist und Vater von Lea sieht sich sehr gerne in der "Opfer- und Märtyrerrolle". Mit solchen Menschen habe ich "im wirklichen Leben" ein Problem, und auch im "Buchleben". Merciers ausgefeilte Sprache versinkt hier im Melodramatischen, Trübsinnigen, Sentimentalen und Pathetischen.
    Außerdem hätte ich mir gewünscht, ein bisschen mehr von Adrians Schicksal zu erfahren. Er bleibt zu sehr im Hintergrund und seine Vergangenheit wird nur angedeutet.


    Für mich war es leider ein Flop.


    2ratten

    Schade, dass ich die Leserunde so knapp versäumt habe! Ich habe das Buch im Rahmen des SUB-Wettbewerbes gelesen.


    Wie alt muss jemand sein, um Richtig und Falsch zu unterscheiden?
    Die jüngste Tochter der angesehenen Familie Tallis ist 13 Jahre alt, ihre ausufernde Fantasie und das eigene pubertäre Gefühlsdurcheinander lassen sie aus einer Beobachtung falsche Schlüsse ziehen und auf diese Weise zerstört sie das Leben von drei Personen nachhaltig.


    Wer McEwans Stil kennt weiß, dass solche Geschichten vermeintlich beiläufig und harmlos beginnen. Unterschwellig allerdings erreicht den Leser die Botschaft des Tückischen, der subtilen Spannung die sich stetig steigert. Ist der erste Teil des Buches auf die Innenperspektive der Beteiligten gerichtet, so wird in den beiden anderen Teilen der Krieg mit all seinen Konsequenzen sehr realistisch, bedrückend und eindringlich geschildert.
    Sehr berührend – und überraschend - ist für mich das Nachwort der mittlerweile 77-jährigen Briony, ihr Rückblick auf das gescheiterte Leben, die Erklärung ihres Versuches der Wiedergutmachung.


    Ein absolut lesenswertes Buch! Ein genialer erster Teil, hervorragender 2. und 3. Teil.



    5ratten

    Der namenlos bleibende Erzähler in diesem Buch berichtet, dass er als 9jähriger von einem Apfelbaum fiel, acht Jahre später zum ersten Mal mit einem Mädchen – unter einer Buche – zusammen war, und kürzlich wurde seine Frau von den Nationalsozialisten unter einem Baum erschossen. Am Schauplatz dieser Geschichte, dem Ghetto von Lodz im Jahr 1944, waren Bäume streng verboten.


    Jakob Heym wurde – so befand es zumindest das Kontrollorgan – nach 20 Uhr, d.h. während der Ausgangssperre – auf der Straße „erwischt“. Er hat somit beim zuständigen Wachorgan im Revier vorzusprechen, von dem allerdings noch kein Jude lebend herausgekommen ist.


    Während er durch die Korridore des Reviers schleicht, hört er Stimmen aus einem Radio. Demnach sind die sowjetischen Truppen schon nahe, die Befreiung in Aussicht. Jakob hat Glück, der Wachhabende lässt ihn laufen.


    Jakob ist sich bewusst, dass er mit dieser Radiomeldung vorsichtig umgehen muss, weiß aber auch, dass sie für viele Ghettobewohner lebensrettend sein kann. Die Selbstmordrate ist enorm hoch, die Leute geben auf und haben nicht mehr die Kraft zur Hoffnung oder zum Durchhalten.


    Jakob vertraut diese Meldung seinem Freund an. Um glaubwürdiger zu sein gibt er an, selbst ein Radio zu besitzen. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Als Jakob erkennt, wie plötzlich Hoffnung und Lebensmut in die Ghettobewohner kommt, gibt es für ihn kein zurück mehr. Nach und nach versucht er, an Nachrichten heranzukommen, versucht, den Leuten Hoffnung zu geben, nach dem Motto „ich werde, wenn es gut geht, ein paar Gramm Nachrichten entführen und mache euch eine Tonne Hoffnung draus.“


    Jurek Becker erzählt auf tragisch-komische Weise die Geschichte des Jakob Heym. Anhand des Erzählers – der selbst Ghettobewohner war, überlebte und seine eigene Geschichte miteinfließen lässt - werden mit vermeintlicher Leichtigkeit, fast Irrwitz die Zustände im Ghetto beschrieben, wenn auch dem Leser oftmals das Lachen im Halse steckenbleibt. Der Erzähler nimmt zwischendurch immer wieder Kontakt mit dem Leser auf und weist somit nochmals eindringlich auf den Wahnsinn und die Schrecken dieser Zeit hin, besonders augenfällig wird dies mit der Beschreibung des „doppelten Endes“.


    Ein Buch, das tiefe Spuren hinterlässt, ein großartiges Buch!


    5ratten


    Zwischenzeitig habe ich auch den Film gesehen, ebenfalls großartig!


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    Karl Siebert verlässt im Jahr 1909 als 15-jähriger sein Heimatdorf. Seine Eltern waren verstorben und es gibt nicht mehr viel, was ihn in diesem Kaff halten kann. Sein Ziel ist Berlin, und er vermeint zu verspüren, dass er zu ganz Großem fähig ist, dass er es weit bringen würde.


    Während der Bahnfahrt lernt er Rieke kennen. In wunderbarem Berlinerisch zeigt ihm das resolute Mädchen , dessen Mutter verstorben ist und das sich sowohl um den alkoholkranken Vater als auch um die kleine Schwester kümmern muss, wie der Hase läuft. Sie ist das Sprungbrett für Karl in dieser großen, fremden Stadt, ohne Rieke wäre Karl bereits an der Anreise in die Stadt seiner Träume gescheitert.


    Rieke verhilft ihm zu einem Job und zu ersten Kontakten. Mit viel Ehrgeiz und Fleiß schafft es Karl, ein kleines Gepäckstransportunternehmen – in Konkurrenz zu den Dienstmännern - am Berliner Bahnhof aufzubauen. Immer an seiner Seite ist sein Freund Kalli, ein ehemaliger Matrose. Das Unternehmen erblüht, wird am jäh vom Ausbruch des 1. Weltkrieges zerstört. Karl wird eingezogen, und als er 1919 nach der französischen Gefangenschaft wieder nach Berlin kommt, hat sich das Leben dort von Grund auf geändert.


    Es sind die Personen und Charaktere, die dieses Buch so lesenswert machen. Karl, der unermüdlich und ehrgeizig versucht, seine Träume zu leben, der viele Rückschläge einstecken muss und trotzdem immer wieder aufsteht. Rieke, die etwas naive Ur-Berlinerin, die als Kind schon erwachsen sein muss, die praktisch agiert und sich keinen Träumen oder Hoffnungen hingibt. Die das Beste aus dem macht, was das Leben ihr bringt. Und nicht zuletzt Kalli, der treue Freund an Karls Seite. Der zu ihm steht, obwohl er die Meinung nicht immer teilt, der selber zurücksteckt und kein Stein in Karls Weg sein will. Die Charaktere sind weder gut, noch böse. Sie sind vielschichtig, manche Reaktionen und Handlungen rufen objektiv gesehen Kopfschütteln hervor, sind jedoch aus der Sicht des Betreffenden nachvollziehbar und verständlich.


    Zudem wird ein wunderbares Bild der Stadt Berlin gezeichnet. Die pulsierende, aufblühende, rege Großstadt in den Jahren vor Ausbruch des 1. Weltkrieges steht den Scherben, dem Niedergang nach dem Krieg, dem Verlust von Schönheit und Moral in den 20-er Jahren gegenüber.


    Ein sehr schönes Buch, in das man versinken kann und das trotz seiner äußerst kleingedruckten knapp 500 Seiten rasch gelesen ist.


    4ratten


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    Das Buch wurde1978 als Serie verfilmt. Für viele bekannte Schauspieler wurde diese Serie zum Karriere-Sprungbrett (Ursula Monn, Mathieu Carriere, Rainer Hunold, Harald Juhnke ....)


    Die DVDs sind ab November 2007 erhältlich.


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    Vier Menschen – wie sie unterschiedlicher nicht sein können – treffen einander zufällig in der Silvesternacht am Dach eines Hochhauses mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen.


    Maureen, die 51-jährige, die seit 20 Jahren ihren schwerst behinderten Sohn pflegt, nicht weiß, ob er irgendetwas wahrnimmt, ihr ganzes Leben opfert und auf ihn ausrichtet und am Ende ihrer Kräfte steht.


    Martin, einst erfolgreicher und bekannter Fernsehjournalist, dessen Affäre mit einer Minderjährigen publik geworden ist, medial ausgeschlachtet wurde und nun vor den Scherben seiner Karriere und seiner Familie steht


    Jess, verwöhnte Göre aus reichem, konservativem Elternhaus, die seit dem spurlosen Verschwinden ihrer Schwester jeden Halt verloren hat


    J.J., Musiker, der seine Träume von der großen Musikerkarriere nach der Auflösung seiner Band begraben muss und zu allem Überfluss auch noch von seiner Freundin verlassen wurde.


    Den Aufbau des Buches finde ich ausgezeichnet. Abwechselnd werden die Lebensgeschichten, Gedanken und Motive aus der jeweiligen Perspektive des Betreffenden erzählt, zudem macht sich dieser Gedanken zu den anderen dreien. Keiner der vier hat den Weg auf das Dach leichtsinnig gewählt, doch jeder ist auch bemüht - mit Hilfe der anderen – den langen Weg hinunter – und zurück ins Leben - zu finden.


    Hornby hat sich hier einer sehr sensiblen Thematik angenommen, in der man sich sehr rasch auf gefährliches Terrain begeben kann. Doch er hat diese Gratwanderung meiner Meinung nach bravourös gemeistert! Er verpackt viel („Hornby-typischen“) Humor in die Geschichte, ohne aber ins Lächerliche zu verfallen, er verleiht der Geschichte den nötigen Ernst, ohne pathetisch zu wirken und gibt Einblicke in die Seelen der Protagonisten, ohne pseudo-psychologische Weisheiten von sich zu geben.


    Ein sehr unterhaltsames Buch, aber auch ein Buch, das sehr nachdenklich macht!


    4ratten

    Mein Tod – so viel glaube ich zu wissen – ist kein Fassadenkletterer, er arbeitet in meinem Inneren, damit es keiner merkt. Er arbeitet schon lange. Untertags überdeckten die Lebensgeräusche sein Pochen und Klopfen, erst mit den Jahren und Nächten wurde ich hellhörig. Er versteckt sich gerne im Schlaf oder macht sich den Zufall zum Komplizen.


    Marianne hat zeit ihres Lebens gelernt, den Tod als Gefährten zu sehen und sich mit ihm zu arrangieren. Als 4-jährige verlor sie ihren Spielfreund an Leukämie, als 14-jährige wurde ihr Jugendfreund von einem LKW überfahren und als sie 35 war starb ihr Lebensfreund. Und nun ist es eine schwere Krankheit, die in ihr fortschreitet, der Verfall des Körpers, der ihr täglich die Vergänglichkeit und die begrenzte Lebenszeit bewusst macht.


    Während sie in Wien lebt und arbeitet – sie ist in der Kunstszene tätig – lebt ihr Partner Paul berufsbedingt in Rom. Er ist der beruhigende Pol, der verlässliche Partner, doch er agiert im Hintergrund – Kilometer entfernt. Marianne ist eingebettet in einen großen Freundeskreis, der allerdings sehr mit den eigenen Vorhaben, Plänen und Lebenswegen beschäftigt ist. Ihr fehlt ein Zuhörer, jemand, dem sie ihre Ängste, ihre Zweifel, anvertrauen kann. Diesen Zuhörer findet sie in Beppe, einem etwas unbeholfen wirkenden, übergewichtigen Mann, den sie auf einer Party kennenlernt. Ihm – und somit auch dem Leser – erzählt sie ihre Krankengeschichte, ihrer Perspektiven, ihre Hoffnungen. Die Angst vor den regelmäßigen medizinischen Untersuchungen, die leise Hoffnung, dass sich die Blutwerte nicht allzu verschlechtert haben, die Bedrohung, die die Krankheit auf sie ausübt und die langsam zu einer Zumutung wird.


    Ich empfand das Buch als sehr anspruchsvoll zu lesen. Eine chronologische Abfolge gibt es nicht. Wird einerseits immer wieder aus der Perspektive der toten Marianne erzählt, sieht man sie kurz später wieder „mitten im Leben“. Episoden aus der Vergangenheit wechseln sich mit jenen aus der Gegenwart und der Zukunft. Es sind immer nur kurze – eigentlich unzusammenhängende – Bruchstücke, die aber am Ende ein Bild der Lebens- und Leidensgeschichte der Marianne zeigen.


    Sabine Gruber behandelt ernste Themen, doch sie verfällt zu keinem Zeitpunkt in Melancholie, Rührseligkeit oder Sentimentalität. Ihre Erzählungen sind ernst, aber nicht ohne Humor, sie kann selbst dem Tod etwas Positives abgewinnen.


    In „Die Zumutung“ lässt sich schon jener Erzählstil erahnen, den sie meiner Meinung nach in „Über Nacht“ zur Perfektion trieb! Sabine Gruber ist für mich DIE Entdeckung des Jahres, ich wünsche ihren Büchern viele Leser!


    5ratten


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    Danke für Eure Tipps!
    Leider stammen die Krimis noch aus einer Zeit, in der ich fast ausschließlich Krimis las. Momentang habe ich weniger Lust drauf und lese lieber Zeitgenössisches und Belletristik.
    Aber irgendwann kommen sie dran!

    Danke für die Rezension, die macht mir richtig Lust, bald das Buch zur Hand zu nehmen! Ich habe es beim Random-House Gewinnspiel im September gewonnen!


    Bei Nesser ist das ja so eine Sache ... es gibt phänomenale Bücher von ihm und dann wieder eher schwächere. Aber dieses hier gehört wohl zu ersteren!

    Zwischenzeitig habe ich dieses Buch auch gelesen.


    Für mich handelt es sich eindeutig um ein Jugendbuch. Dafür sprechen die Aufmachung, Schriftbild, Schreibstil. Aber es ist sicher nicht für 9-jährige gedacht, ich denke da auch eher an 14- /15-jährige.
    Hat es nicht auch einen Jugendbuch-Preis gewonnen?


    Es liest sich sehr, sehr flüssigl, die Erzählweise hat etwas "Beiläufiges". Gerade das gefällt mir und es ist für mich eindringlicher und beklemmender als irgendwelche Schilderungen von Greuel, die ohnedies nicht in Worte zu fassen sind.


    Warum sich der Autor Begriffen wie "Furor" und "Aus-Wisch" bedient, ist mir eigentlich auch unerklärlich. Als satirische Seitenhiebe sehe ich das aber nicht. Wie gesagt, ich habe eigentlich keine Erklärung dafür, ich finde diese Bezeichnungen überflüssig.


    Ich glaube aber trotzdem, dass der Autor einen guten Weg gewählt hat, Jugendlichen die Vorkommnisse im Dritten Reich näher zu bringen. Das Buch betrifft, beklemmt und bringt einem dazu, sich näher mit den Geschehnissen zu beschäftigen. Und genau das soll bei Jugendlichen erreicht werden.


    Ich habe schon den Eindruck, dass es realistisch/identisch geschrieben ist. Ein 9-jähriger Junge, mitten in der Maschinerie, abgeschirmt von den tatsächlichen Verhältnissen, keine Ahnung davon, was tatsächlich "abläuft", kann durchaus diese Gedanken, Schlussfolgerungen und Wahrnehmungen haben.


    Ich würde dieses Buch als verpflichtende Schullektüre empfehlen, aber jedenfalls begleitend im Geschichteunterricht.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    A


    Pearl Abraham - Abschied von Amerika
    Peter Ackroyd - Das Tagebuch des Oscar Wilde
    Isabel Allende - Paula
    Isabel Allende - Von Liebe und Schatten
    Ingvar Ambjörnsen - Elling Nicht ohne meine Mutter
    Margaret Atwood - Alias Grace
    Paul Auster - Nacht des Orakels
    Majgull Axelsson - Augustas Haus


    B


    John Banville - Athena
    John Banville - Die See
    Alessandro Baricco - Seide
    Louis Begley - Schmidt
    Saul Bellow - Ravelstein
    Senta Berger - Ich habe ja gewusst, dass ich fliegen kann
    Thomas Bernhard - Holzfällen
    Thomas Bernhard - Die Ursache
    Thomas Bernhard - Die Kälte
    Borger & Straub - Katzenzungen
    T.C. Boyle - World's End
    T.C. Boyle - Grün ist die Hoffnung
    Ray Bradbury - Fahrenheit 451
    Karl Bruckner - Sadako will leben


    C

    Andrea Camilleri - Die Form des Wassers
    Andrea Camilleri - Der vertauschte Sohn
    Andrea Camilleri - Der Dieb der süßen Dinge
    Truman Capote - Frühstück bei Tiffany
    Nicolas Christopher - Eine Reise zu den Sternen
    Philippe Claudel - Die grauen Seelen
    J.M. Coetzee - Die jungen Jahre
    Eoin Colfer - Artemis Fowl
    Michael Cunningham - Die Stunden
    Michael Cunningham - Helle Tage


    D


    Louis de Berniere - Corellis Mandoline
    Simone de Beauvoir - In den besten Jahren
    Erri de Luca - Der Himmel im Süden
    Erri de Luca - Ich bin da
    Leon de Winter - Malibu
    Leon de Winter - Himmel über Hollywood
    Dimitre Dinev - Ein Licht über dem Kopf
    Friedrich Dürrenmatt - Grieche sucht Griechin


    E


    Bret Easton Ellis - Unter Null
    Bret Easton Ellis - Die Informanten
    Bret Easton Ellis - Lunar Park
    Jeffrey Eugenides - Die Selbstmord-Schwestern


    F


    Hans Fallada - Ein Mann will nach oben
    Lion Feuchtwanger - Die Jüdin von Toledo
    Joy Fielding - Ein mörderischer Sommer
    Theodor Fontane - Effi Briest
    Florian Illies Fischer - Generation Golf
    Andreas Franz - Teuflische Versprechen
    Marianne Fredriksson - Lillemors Rätsel
    Max Frisch - Mein Name sei Gantenbein
    Barbara Frischmuth - Die Klosterschule


    G


    Jostein Gaarder - Sofies Welt
    JosteinGaarder - Maya oder das Wunder des Lebens
    Jostein Gaarder - Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort
    JosteinGaarder - Bibbi Blockens magische Bibliothek
    Jostein Gaarder - Der seltene Vogel
    Gabriel Garcia Marquez - Von der Liebe und anderen Dämonen
    Gabriel Garcia Marquez - Chronik eines angekündigten Todes
    Gabriel Garcia Marquez - Zwölf Geschichten aus der Fremde
    Nadine Gordimer - Niemand der mit mir geht
    Günter Grass - Katz und Maus
    Batya Gur - In Jerusalem leben
    Andrew Sean Greer - Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli


    H


    Wolf Haas - Der Knochenmann
    Wolf Haas - Auferstehung der Toten
    Ulla Hahn - Das verborgene Wort
    Peter Handke - Wunschloses Unglück
    Maarten't Hart - Gott fährt Fahrrad
    Maarten't Hart - Das Pferd, das den Bussard jagte
    Marlen Haushofer - Eine Handvoll Leben
    Elke Heidenreich - Rudernde Hunde
    Jakob Hein - Mein erstes T-Shirt
    Nick Hornby - 31 songs
    Nick Hornby - How to be good
    Nick Hornby - A long way down
    Michel Houllebecq - Die Platform
    Michel Houllebecq - Elementarteilchen


    I


    John Irving - Lasst die Bären los
    John Irivng - Bis ich dich finde
    John Irving - Witwe für ein Jahr
    John Irving - Das Hotel New Hampshire
    John Irving - Die vierte Hand
    Kazuo Ishiguro - Als wir Waisen waren
    Kazuo Ishiguro - Was vom Tage übrig blieb
    Alan Isler - Klerikale Irrtümer


    J


    Elfriede Jelinek - Die Klavierspielerin
    Elfriede Jelinek - Lust
    Inge und Walter Jens - Frau Thomas Mann


    K


    Nikos Kazantzakis - Brudermörder
    Imre Kertesz - Eine Gedankenlänge Stille, während das Erschießungskommando neu lädt
    Imre Kertesz - Dossier K.
    Chuck Klostermann - Eine zu 85 % wahre Geschichte
    Michael Köhlmeier - Der Menschensohn
    Michael Köhlmeier - Telemach
    Michael Köhlmeier - Die Musterschüler
    Michael Köhlmeier - Bevor Max kam
    Michael Köhlmeier - Kalypso
    Michael Köhlmeier - Die Sagen des klassischen Altertums
    Milan Kundera - Die Unsterblichkeit
    Milan Kundera - Der Scherz
    Milan Kundera – Abschiedswalzer


    L


    Wally Lamb – Früh am Morgen beginnt die Nacht
    Stanislaw Lem - Solaris
    Siegried Lenz - Stadtgespräch
    Siegfried Lenz - Brot und Spiele
    Siegfried Lenz - Der Mann im Strom
    Siegfried Lenz - Deutschstunde
    Donna Leon - Vendetta
    Donna Leon - Nobilta
    Doris Lessing - Mara und Dann
    Ira Levin - Die Frauen von Stepford
    Roma Ligocka - Das Mädchen im roten Mantel
    Antonio Lobo Antunes - Der Tod des Carlos Gardel


    M

    Henning Mankell - Die Rückkehr des Tanzlehrers
    Thomas Mann - Der Tod in Venedig
    Thomas Mann - Tonio Kröger / Mario und der Zauberer
    Sandor Marai - Himmel und Erde
    Sandor Marai - Das Wunder des San Gennaro
    Sandor Marai - Ein Hund mit Charakter
    Javier Marias - Mein Herz so weiß
    Frank McCourt - Ein rundherum tolles Land
    Frank McCourt - Tag und Nacht und auch im Sommer
    Nick McDonnell - Zwölf
    Ian McEwan - Abbitte
    Ian McEwan - Schwarze Hunde
    Robert Menasse - Die Vertreibung aus der Hölle
    Steffen Mensching - Jacobs Leiter
    Marlo Morgan - Traumfänger
    Toni Morrison - Sehr blaue Augen
    Harry Mulisch - Die Elemente
    Harry Mulisch - Die Prozedur
    Haruki Murakami - Kafka am Strand
    Haruki Murakami - Mister Aufziehvogel
    Haruki Murakami - Nach dem Beben


    N

    Irene Nemirovsky - Suite francaise
    Hakan Nesser - Mensch ohne Hund
    Friedrich Nietzsche - Die Geburt der Tragödie
    Lawrence Norfolk - Lemprieres Wörterbuch
    Cees Noteboom - Rituale


    O

    Joyce Carol Oates - Ausgesetzt
    Veronique Olmi - Meeresrand
    Veronique Olmi - Ihre Leidenschaft
    Juan Carlso Onetti - Wenn es nicht mehr wichtig ist
    Michael Ondaatje - Der englische Patient


    P


    Pierre Péju - Die kleine Kartäuserin
    Louis Pergaud - Krieg der Knöpfe
    DBC Pierre - Jesus von Texas


    R


    Erich Maria Remarque - Im Westen nichts Neues
    Erich Maria Remarque - Der schwarze Obelisk
    Erich Maria Remarque - Der Funke Leben
    Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe
    Philip Roth - Das sterbende Tier
    Philip Roth - Sabbaths Theater


    S

    Jose Saramago - Das Zentrum
    Jose Saramago - Das Memorial
    Walter Satterthwait - Miss Lizzie
    Bernhard Schlink - Die Heimkehr
    Harald Schmidt - Mulatten in gelben Sesseln
    Robert Schneider - Schlafes Bruder
    Robert Schneider - Die Unberührten
    Robert Schneider - Kristus
    Dietrich Schwanitz - Bildung
    W.G. Sebald - Austerlitz
    Alice Sebold - In meinem Himmel
    Anna Seghers - Sonderbare Begegnungen
    Jan Seghers - Ein allzu schönes Mädchen
    Souad - Bei lebendigem Leib
    John Steinbeck - Früchte des Zorns
    John Steinbeck - Straße der Ölsardinen
    Sting - Broken Music Die Autobiografie
    Irving Stone - Vincent van Gogh
    Patrick Süßkind - Die Taube
    Martin Suter - Business Class
    Martin Suter - Ein perfekter Freund
    Martin Suter - Small World
    Andrzej Szczypiorski - Die schöne Frau Seidenman


    T


    Susanna Tamaro - Geh, wohin dein Herz dich trägt
    Uwe Timm - Am Beispiel meines Bruders
    Dan Turell - Mord im März
    Anne Tyler - Im Krieg und in der Liebe


    U

    Peter Ustinov - Achtung! Vorurteile


    W


    Alice Walker - Die Farbe Lila
    Martin Walser - Dorle und Wolf
    Ernst Wiechert - Missa sine nomine
    Oscar Wilde - The Impotance of Being Earnest
    Virginia Woolf - Die Fahrt zum Leuchtturm


    Z


    Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes
    Stefanie Zweig - Irgendwo in Deutschland
    Stefanie Zweig - Nirgendwo in Afrika

    Irma ist Journalistin, Alleinerzieherin eines 3-jährigen Sohnes, sie lebt in Wien. Mira ist Altenpflegerin, verheiratet und lebt in Rom.
    Es sind nicht nur die Buchstaben, aus denen sich ihre Vornamen zusammensetzt, was die beiden verbindet. Obwohl sie nie einander begegnen, berühren sich ihre Lebenswege und Schicksale in ungeahnter Weise.


    Mira lebt ihren Beruf, sie hat die nötige Geduld, das Einfühlungsvermögen und die Nervenstärke für die ihr anvertrauten alten Männer auf der Pflegestation. Es fällt ihr schwer, zuhause abzuschalten. Auch ihr Gatte Vittorio, Antiquitätenhändler – bzw. vielmehr –sammler – gibt ihr Grund zur Sorge. Schweigen, Distanziertheit und Misstrauen weisen auf das langsame Ende der Ehe hin. Der Gedanke, es sei eine andere Frau im Spiel, lässt Mira nicht mehr los.


    Rino, der Vater von Irmas Sohn, ist Römer, das Kind entsprang einer kurzen Affäre. Seitdem ist der Vater spurlos verschwunden. Für Irma erschwerend ist der Umstand, dass sie seit einem Nierenversagen bei Florians Geburt Dialysepatientin ist. Ihr Leben ist dadurch eingeschränkt, kompliziert und schwierig. Eines Nachts ereilt sie der sehnlich erwartete Anruf aus dem Krankenhaus, die Transplantation gelingt und Irma erwacht über Nacht zu einem neuen Leben. Doch richtig genießen kann sie diese Unbeschwertheit, Unabhängigkeit nicht. Der Gedanke, dass jemand sein Leben dafür hat lassen müssen, beschäftigt sie. Sie möchte unbedingt die Umstände über den Tod des Organspenders kennen, sie möchte teilhaben an dessen Leid, das zu ihrem Glück wurde. Als ihr Sohn beginnt, nach seinem Vater zu fragen, macht sie sich auf den Weg nach Rom. Unterstützt wird sie von Davide, dem Lebensgefährten ihres homosexuellen Bruders, der seinerseits wieder mit aufkommenden Problemen in seiner Beziehung konfrontiert wird.


    Großartig, wie die Autorin diese beiden Schicksale in einer Art „Spiegelgeschichte“ verwebt.
    Einfühlsam, liebevoll, ohne Sentimentalität und ohne Kitsch werden die Zustände im Pflegeheim beschrieben mitsamt den Schrullen der alten Männer, dem psychischen und körperlichen Druck des Pflegepersonals. Miras Gefühle und Ängste über die langsame Zerrüttung ihrer Ehe, ihre Versuche, den Schaden zu begrenzen um sich dann eingestehen zu müssen, dass das Vertrauen, die Sicherheit verloren gegangen ist. Während Miras Hoffnungen, Sehnsüchte und Wege einem Ende zusteuern, erwacht Irma praktisch über Nacht zu einem neuen Leben. Plötzlich nimmt sie die Farben des Lebens war, die Welt erscheint bunt, Details und Kleinigkeiten werden ihr bewusst, wenn auch der Gedanke, dass jemand sterben musste, damit sie leben kann, diese Freude trübt.


    Für mich ein Meisterwerk – inhaltlich und stilistisch, und sicherlich ein – wenn nicht DAS - Highlight des Jahres!


    Sabine Gruber wurde 1963 in Meran geboren und studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Innsbruck und Wien. 1988-1992 Universitätslektorin in Venedig. Sie lebt in Wien.
    Sie erhielt u.a. den Förderungspreis der Stadt Wien, das Solitude-Stipendium, den Priessnitz-Preis und den Förderungspreis zum österreichischen Staatspreis sowie das Heinrich-Heine-Stipendium der Stadt Lüneburg und das Elias-Canetti-Stipendium der Stadt Wien.
    Neben Erzählungen, Hörspielen und Theaterstücken veröffentlichte sie die Romane "Aushäusige" (1996) und "Die Zumutung" (C.H.Beck, 2003) sowie den Lyrikband "Fang oder Schweigen" (2002).


    5ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


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    Ich kann dir im Großen und Ganzen zustimmen, Tina! Diese Oberflächlichkeit, dieser Egoismus, das hat die Schriftstellerin sehr gut getroffen und auch beschrieben. Vom stilistischen Talent der K. Hacker bin ich jedenfalls überzeugt. Mir hat nur diese extreme "Aufgesetztheit" gestört, dieses bemühte Verknüpfen der der einzelnen Personen, das wirkte für mich einfach nur künstlich und erzwungen.

    Hallo Tina!
    Auch wenn ich mit dem Buch schon durch bin freue ich mich auf Deine KOmmentare und lese sehr gerne deine Eindrücke, also weitermachen!!


    Ich persönlich muss sagen, dass vom Buch gar kein Echo geblieben ist. Gelesen - und eigentlich schon wieder fast vergessen. Es hat mich nicht sonderlich beeindruckt und eigentlich nach dem Lesen kaum beschäftigt (was bei richtig guten Büchern meist der Fall ist).