Beiträge von marimirl

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    Inhalt:

    "Die verstummte Liebe" ist Band 3 aus der Serie "Leise Helden". Es handelt sich dabei um ein Prequel: Es wird das Leben von Helen geschildert, welches durch zwei Weltkriege geprägt wird. Helen trifft Ende des 19. Jahrhunderts auf ihre große Liebe, obwohl sie bereits einem anderen Mann versprochen ist.


    Meine Meinung:

    Ich habe die anderen beiden Bände der Serie noch nicht gelesen, sondern mit diesem dritten Band gestartet. Das Buch kann losgelöst von den anderen Bänden gelesen werden, weil es sich um ein in sich abgeschlossenes Buch handelt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir Informationen gefehlt hätten. Ich habe somit die Vorgeschichte tatsächlich vor der restlichen Handlung gelesen, was mir sogar besser gefällt als anders rum.


    In dem Prequel geht es um die Geschichte von Helen. Sie selbst dürfte in den anderen Büchern direkt nur eine kleine Rolle spielen, indirekt eventuell eine größere, aber das kann ich natürlich nicht beurteilen.


    Helen hat als Charakter eine große Wandlung in dem Buch vorgenommen, von einer in meinen Augen sehr sympathischen Frau zu einer Frau, die mich offen gestanden sehr genervt hat. Damit ein Buch gut ist, muss einem die Hauptfigur aber nicht unbedingt sympathisch sein. Wie meistens in Büchern, die rund um die Jahrhundertwende zwischen 19. und 20. Jahrhundert spielen, wird auch die Rolle der Frau thematisiert. Das steht nicht unbedingt im Vordergrund, hat aber doch eine große Bedeutung für den Ablauf der Geschichte.

    Nachdem der Roman zu Zeiten der zwei Weltkriege spielt, wird auch darüber einiges geschildert. Die politischen Hintergründe werden durchaus behandelt aber auch dieses Thema wird nicht in den Vordergrund gestellt. Im Wesentlichen geht es um das Leben von Helen, in dem sehr viel passiert, das Helens Gefühlzustand immer wieder durcheinander bringt. Es ist kein einfaches Leben, auch wenn man das von der privilegierten Oberschicht gerne automatisch annimmt.


    Das Buch umfasst einen eher langen Zeitraum, erzählt Helen doch ihre gesamte Lebensgeschichte. Sie erlebte zwei Kriege, viele Turbulenzen in der Liebe und Familie - das alleine hätte wohl eine Serie füllen können. An manchen Stellen hätte man für meinen Geschmack etwas mehr in die Tiefe gehen können. Da es sich jedoch um ein Prequel handelt, würde das wohl am Ziel vorbeigehen. Für den dritten Teil der Serie und als Prequel hat das schon sehr gut gepasst.


    Einen für mich wesentlichen Kritikpunkt, der gar nicht so viel mit dem Inhalt zu tun hat, habe ich allerdings: in meinen Augen verrät der Klappentext viel zu viel (eigentlich fast das halbe Buch). Das nimmt sehr viel Spannung und das Buch wird dadurch leider auch ein bisschen weniger interessant. Dasselbe gilt für das Nachwort, in welchem meiner Meinung nach schon zu viel darüber verraten wird, was nach dem Prequel passiert. Es ist natürlich schwierig, weil ich den dritten Teil als ersten Teil gelesen habe - aber man hätte diese Informationen im Nachwort einfach weglassen oder schwammiger formulieren können. Ich bin, was Spoiler angeht, sicherlich etwas sensibel. Mir ist Spannung beim Lesen sehr wichtig.


    Ich denke, dass ich die beiden Vorgänger zu diesem Buch auch lesen werde. Das Buch hat mir gut gefallen, aber verglichen mit anderen Büchern, die ich gelesen habe, die auch zu dieser Zeit spielen, hat mir manchmal doch das gewisse Extra gefehlt. Ich denke aber, dass das dem Umstand geschuldet ist, dass es sich eben um ein Prequel handelt.


    Von mir gibt es: 4ratten


    Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass es für die beiden ersten Bände dann volle Punkte gibt!

    Vielen Dank schon mal für deine tolle und sehr aufmerksame Begleitung bei dieser Leserunde.

    Ich werde aber natürlich noch dabei bleiben, ich bin schon gespannt, welche Punkte die anderen noch aufbringen!


    Du hast Recht, Prequels sind so eine Sache. Für mich hat es sich aber nicht nach einem Prequel angefühlt, sondern einfach nach dem Auftakt zur Serie. Ich freue mich schon darauf, mehr über Fritz zu erfahren. Ludwig hat mir als Charakter sehr gut gefallen, ich hoffe sein Sohn steht dem nichts nach.


    Helen war, wie du sagst, eine gebrochene Frau. Das kam schon im Prolog zur Geltung. Zwischendurch habe ich das wieder verdrängt, weil sie vor dem Krieg als sehr starke Frau aufgetreten ist. Ich hatte erwartet, dass James ihr etwas schlimmes antun wird und sie deshalb zu der Helen aus dem Prolog wurde. So direkt hat er das aber nicht getan, was mich doch überrascht hat. Es ergibt alles Sinn, wie Helen von der starken Frau zu einer Frau ohne Lebensfreude wurde. Ich finde es sogar gut, dass einmal nicht alles nach dem altbekannten Schema F abläuft. Und vor allem: ich muss die Entscheidungen eines Charakters nicht für richtig halten und die Figur auch nicht sympathisch finden, damit ein Buch gut ist!

    Ja ich weiß, eigentlich maximal ein Abschnitt pro Tag... aber nachdem der letzte Abschnitt so spannend geendet hat, konnte ich einfach nicht anders.


    So sympathisch mir Helen am Anfang war, so unsympathisch ist sie mir jetzt. Ich möchte das alles nicht durchleben müssen, ich möchte mir nicht mal vorstellen müssen, wie ich in ihrer Situation gehandelt hätte. Trotzdem kann ich nicht nachvollziehen, wie man seine eigenen Kinder so behandeln kann - vor allem Thomas. Natürlich hat das psychische Gründe (das verstehe ich auch), aber wenn es so schlimm ist, dann wäre ich an ihrer Stelle aus dem Ganzen ausgebrochen... glaube ich, aber wer weiß das schon.


    Aber nun von vorne: Nachdem Helen auf dem Schiff erwischt und verhaftet wurde, war James ihre große Rettung. Dass sich in einer Zeit voller Unsicherheit, voller Verlustängsten plötzlich Gefühle entwickeln können, das ist für mich absolut nachvollziehbar. Auch dass man dann eine Affäre eingeht. Aber mit ihren Medizinkenntnissen und ihrer Intelligenz halt ich es trotz aller widrigen Umstände für eher sehr unwahrscheinlich dass es ihr nicht bewusst war, dass sie schwanger werden könnte.


    Wie auch immer, Thomas war unterwegs und es musste ein neuer Plan her. James hatte die Idee, dass sie den Tod Ludwigs vortäuschen. Helen hat aus freien Stücken zugestimmt. Es ist nicht so als hätte James ihr den Tod ihres Mannes vorgetäuscht. Ja, vermutlich hat sie aus purer Verzweiflung gedacht, das wäre der einzige Ausweg. Dennoch war sie an der ganzen Aktion nicht unbeteiligt.

    Wofür sie nichts konnte, war dass schließlich auch ihr Tod vorgetäuscht wurde. Von diesem Punkt an ging es auch stetig bergab.

    Trotz allem vertrete ich nicht die Meinung, dass James an allem Schuld ist bzw. ihr das angetan hat. Helen ist verständlicherweise in ein Loch gefallen, aus dem sie selbst nicht wieder herausfinden konnte. Aber es hätte Mittel und Wege gegeben, das alles wieder gerade zu biegen. Ich glaube auch, dass Ludwig ihr verziehen hätte, hätte sie sich nach Ende des 1. Weltkrieges bei ihm gemeldet.

    Nun, nach so langer Zeit, ist es aber vermutlich besser für ihn, dass er die Wahrheit nie erfahren hat.


    Die Reaktion von Fritz überrascht mich nicht. Er wurde ohne Vorwarnung von Ellinor mit der Wahrheit konfrontiert, da waren keine Luftsprünge zu erwarten. Das Nachwort verrät ja, dass er seine Mutter dennoch treffen wird (also dieses Spoilern ist tatsächlich mein großer Kritikpunkt, zumal sich die Info direkt an die Leser richtet, die diesen Band als ersten gelesen haben). Soweit ich das bisher mitbekommen habe, wird das aber wohl kein freudiges Treffen.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich gegen Ende schon sehr genervt von Helen war - aber das gehört dazu, es muss einem ja nicht jeder sympathisch sein. Es hat mich sehr gestört, dass sie sich einfach aufgegeben hat, ohne auch nur ernsthaft nach Auswegen zu suchen. Aber ja, als Außenstehender hat man leicht reden.


    Ich denke schon, dass ich die anderen beiden Bücher noch lesen werde. Allerdings vermutlich mit einer kleinen Pause bis dahin.

    Als Ludwig in London den Wohnsitz der Mandevilles sieht, konnte ich sein Unbehagen gut nachvollziehen, dass er Bedenken hat, dass Helen womöglich nicht ganz klar sein könnte, auf was sie verzichten muss, wenn sie zu ihm nach Hamburg zieht. Aber ich denke auch, dass Helen damit weit weniger Probleme haben dürfte, wenn sie im Gegenzug dazu aus dem goldenen Käfig ausbrechen kann.


    Wie Ludwig James bei dem Osteressen ausbootet, war einerseits köstlich, aber andererseits befürchte ich, dass sich das irgendwann noch rächen könnte. Nun bin ich gespannt, wie das mit der geplanten Schein-Verlobung mit James weitergehen wird bzw. wie und ob es Helen gelingen wird, nach Hamburg zu flüchten.

    Dass der Besuch von Ludwig in London in vielleicht sogar kurz zweifeln ließ, kann ich mir auch gut vorstellen. Allzu oft entscheidet sich die Frau ja dann doch gegen die große Liebe und für die Familie bzw. deren Status in der Gesellschaft.

    Aber Helen weiß ganz genau was sie will.


    Das Osteressen war tatsächlich sehr amüsant. Aber auch ich hatte gleich das Gefühl, dass sich das Verhalten von Ludwig noch rächen könnte. Außerdem würde doch ein Unbeteiligter nicht so reagieren - James könnte ihm egal sein, die Energie für Diskussionen hätte er sich sonst sparen können. Da müsste die Familie doch mitbekommen, dass da andere Absichten dahinter stecken.

    Puh, in diesem Abschnitt ist viel passiert. Auch wenn du, Melanie, keine Cliffhanger am Ende eines Buches magst, bei der Wahl des Ende für diesen Leseabschnitt ist dir ein sehr guter Cliffhanger gelungen ;)


    Gerade als zwischen Ludwig und Helen alles so gut läuft, erfährt sie von der Krankheit ihrer Mutter. Die Situation ist eine wirklich sehr schwierige, die Gerüchte um einen Krieg, die Krankheit ihrer Mutter und die erneute Fehlgeburt. Ich bin mir nicht sicher, was ich an Helens Stelle getan hätte. Die Familie zurück gelassen, obwohl es unsicher ist, ob man sich jemals wieder sieht? Oder sich aber nicht von der sterbenden Mutter verabschieden. Keine Ahnung... nachdem noch ein Funken Hoffnung vorhanden war, dass kein Krieg ausbrechen würde, kann ich ihre Entscheidung nachvollziehen. Aber dass Ludwig sie alleine gehen ließ...er war sich sicher dass der Krieg ausbrechen würde. Und er behielt auch Recht.


    Wie Helen hätte ich alles versucht um wieder nach Deutschland zurück zu kehren. Aber es ist doch sehr schwierig, seinen kranken Vater alleine zu lassen. Ohne die Gewissheit sich wieder zu sehen. Ja, er scheint in guten Händen zu sein, trotzdem... aber kann man in so einer Situation überhaupt die richtige Entscheidung treffen?


    Aber jetzt zum Cliffhanger: nachdem Helen ja James heiraten wird, gehe ich mal davon aus, dass die Flucht scheitert. Helen wird vielleicht an Bord von der Marine gefunden und an England ausgeliefert.

    Rätselhaft ist mir allerdings noch, welche Rolle James spielen wird. Er hat jetzt sehr zuvorkommend und ja richtig sympathisch und hilfsbereit gewirkt. Was wird passieren, dass Helen eine so schlechte Meinung über ihn hat wie sie es ihrer Tochter gegenüber ankündigt.

    Im 18. Kapitel auf Seite 57 steht in dem Brief, den ihre Eltern ihr schicken, dass Henry zwei Tage vor Fritz' Geburt gestorben ist. Sie hätte also - auch wenn ihre Eltern es ihr mitgeteilt hätten - gar nicht zur Beisetzung kommen können.

    Das habe ich wohl überlesen bzw. in der Zwischenzeit vergessen. Dann hätte sie natürlich nicht kommen können. Ich verstehe trotzdem, dass es sie trifft, dass sie nicht informiert wurde.

    Zitat

    Da hast du recht - aber als Autorin hat man nur begrenzten Einfluss auf die Klappentexte der Verlage und der Verlag wollte unbedingt Werbung damit machen, dass es die Vorgeschichte ist, weil die beiden Vorgänger, die chronologisch danach kamen, ja auch Bestseller sind.

    Ich bin da auch einfach besonders kritisch. Ohne Leserunde wäre es mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, weil ich mir den Klappentext nicht nochmals angesehen hätte.


    Zitat

    Übrigens ist Doktor Engelhardt, der Psychiater, der Vater von der weiblichen Hauptfigur aus "Im Lautlosen". Die wiederum heiratet Richard Hellmer (die männliche Hauptfigur), der ein Sohn der Tischlerei Hellmer ist, wo Ludwig die Babymöbel bestellt hat. Fritz wiederum ist später der beste Freund von Richard Hellmer - die beiden lernen sich während des Medizinstudiums kennen

    Das ist ja alles sehr durchdacht 😊 Wenn das Buch so weitergeht, werde ich die beiden Vorgänger bestimmt noch nachholen und hoffentlich alle Zusammenhänge zu diesem Band erkennen.

    Bisher habe ich jedenfalls nicht das Gefühl, dass es schadet, die Serie von hinten aufzurollen. Ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich gar nicht so der große Fan von Prequels bin. Somit ist diese Reihenfolge vielleicht sogar die bessere für mich!

    Nach dem zweiten Abschnitt muss ich zumindest meine Theorien noch nicht verwerfen 😅


    Der Abschnitt hat mir sehr gut gefallen. Helen finde ich generell sehr sympathisch und vernünftig. Für die damalige Zeit wirkt sie sehr modern, aber in ihrer Generation fand hier eben schon ein Umdenken statt. Die Flucht zu Ludwig scheint die richtige Entscheidung gewesen zu sein, sie erfährt sehr viel Liebe und Ludwig ist ein sehr rücksichtsvoller und liebenswerter Ehemann.


    Die Trauer von James über Helens Flucht hat mich nicht überrascht. Ich hatte gleich dein Eindruck, dass er ehrlich verliebt in sie war (sonst tut man sich das doch gar nicht an mit so einer sturen Frau). Ich finde es eher naiv, dass es Helen erstaunt. Sie hat sich da wohl nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, ob sie mit ihrer Aktion ein Herz brechen könnte.


    Nun habe ich auch endlich Fritz kennengelernt. Ich finde es schön und auch natürlich, dass Helens Eltern nun wieder den Anschluss suchen - so ein Enkelkind schweißt doch wieder zusammen. Ein bisschen schade fand ich es, dass nicht mehr über ihren Aufenthalt in Hamburg erzählt wurde, das war doch ein bedeutender und auch kritischer Zeitpunkt. Es klang ja doch durch, dass Helens Mutter nicht so ganz überzeugt von der Lebensweise der jungen Familie ist.


    Der Verlust von Henry ist natürlich tragisch. Helen hatte keine Chance, sich zu verabschieden. Wie sie selbst, finde ich es auch etwas eigenartig dass sie nicht über seinen Tod informiert wurde. Ich habe aber nicht herausgelesen, wie lange der Unfall schon zurücklag. Jedenfalls ist das aber ein Ereignis, über welches jedes Familienmitglied informiert werden sollte.


    Die Fehlgeburt ist sehr traurig, aufgrund des Prologs wissen wir aber, dass Helen noch weitere Kinder bekommen wird. Für Ludwig ist die Situation sehr schwierig. Obwohl er als Arzt weiß, dass man sich psychologische Hilfe holen kann, nein sogar soll, muss Helen ihn dazu drängen. Aber das ist eigentlich typisch: es ist immer einfacher anderen zu sagen, was richtig ist, als es selbst zu machen.


    Ich bin gespannt, wie es nun weitergeht. Es ist ja bekannt, warum Helen nach London zurückkehren wird (ich finde es noch immer sehr schade, dass der Klappentext hier die Hälfte des Buches vorweg nimmt. Das hat aus meiner Sicht auch nichts mit der Serie zu tun.).

    Ich halte es nach wie vor für möglich, dass ein weiteres Kind von Ludwig ist. Jedenfalls bin ich aber gespannt, wie es dazu kommt, dass sie dann doch eine Familie mit James gründet. Auch wenn sie aufgrund des Krieges nicht nach Deutschland zurück kann, hätte ich Helen so eingeschätzt, als dass sie warten würde bis sich die Lage entspannt. Ludwig ist nicht im Krieg gestorben (das wissen wir auch aus dem Prolog), aber vielleicht galt er ja als vermisst. Auch gespannt bin ich, ob und wie sie den Kontakt zu Fritz aufrecht erhält. Seine Halbgeschwister dürften ja nichts von ihm wissen.

    Ich habe gerade entdeckt, dass Fritz im Klappentext erwähnt wird. Ich persönlich lese Inhaltsbeschreibungen nie intensiv bzw. nicht knapp vor dem Lesen, weil es oft zu viel vorweg und somit die Spannung nimmt. Ich muss sagen, hier finde ich es jetzt auch schade, dass da doch schon viel verraten wird.

    Catherine ist für mich gleich die Übermutter für Henry schlecht hin. Ob das so gut ist? Er sollte lieber gefördert und bestärkt, als so von der Mutter eingeengt werden.

    Aber sie hat einen schlimmen Verlust erlitten und kompensiert diesen wahrscheinlich mit ihrer Fürsorge für Henry.

    Sehe ich genauso, aber ich verstehe auch dass die Krankheit und deren Folgen schwer sind für eine Mutter, dennoch sollte auf lange Sicht das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen.


    Zitat

    Helen und Ludwig sind nicht umsonst Fritz Ellerwegs Eltern ;-) (ich habe Fritz ja sogar in Hafenschwester 3 eingemogelt, die am 30. August erscheint).

    Wer ist Fritz? Habe ich das nicht mitbekommen? Ich bin ja leider ganz schlecht mit Namen...

    Also haben Ludwig und Helen wohl ein Kind miteinander. Das verwirrt mich jetzt ein bisschen. Oder kommt das aus den beiden anderen Bänden?


    Zitat

    Das Ellinor in der Schweiz Medizin studiert ist klasse. Ich weiß, dass es ja in anderen Ländern noch nicht unbedingt möglich gewesen ist, dass Frauen Medizin studieren konnten, aber die Schweiz machte dies möglich.

    Ellinor heißt doch auch die Tochter von Helen, wenn mich jetzt nicht alles täuscht. Ich hoffe nur dass bedeutet nicht, dass der Schwester etwas passiert.

    Dass sie in der Schweiz Medizin studiert, könnte doch aber einen Weg für Helen bieten Ludwig zu besuchen... das ist mir gerade erst gekommen.

    So, nun habe ich den ersten Abschnitt auch zu Ende gelesen. In diesen ersten zehn Kapitel passiert ja schon ganz schön viel.


    Ich habe in letzter Zeit einige Bücher gelesen, die auch um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert spielen. Die Rolle der Frau war immer von Bedeutung, wie auch hier. Es war damals nicht üblich, dass Frauen Geschäfte machten, somit stand es außer Frage, dass Helen die Bank ihres Vaters übernehmen könnte. Ich meine aber, dass damals bereits ein Umdenken stattfand und die ein oder andere Frau bereits begann ihr eigenes Geschäft aufzubauen.


    Ich finde es aber sehr traurig, dass Henry nicht zugetraut wird, eine Bank zu leiten. Seine körperliche Einschränkung hat nichts damit zu tun. Er mag in den Augen des Vaters zwar nicht intelligent genutzt dafür zu sein, aber ich habe auch das Gefühl, dass er hier einfach nicht ausreichend gefördert wurde. Die Mutter hat ihn bemitleidet und der Vater hat sich eher um die Bildung seiner Tochter bemüht. Henry sagt zwar auch selbst, dass er die Bank nicht leiten möchte, aber seit wann zählt in der damaligen Zeit der Wille des Erben? Also das finde ich etwas seltsam, ob da mehr dahinter steckt? Oder gibt die Familie hier wirklich einfach nach, weil das Mitleid so groß ist?


    James tritt nicht sonderlich sympathisch auf, Helen mag ihn von Anfang an nicht. Ludwig, den Arzt, mag sie dafür umso mehr. Der Prolog verrät aber bereits, dass sie trotzdem James heiraten wird. Spannend wird daher auf jeden Fall, welche Rolle Ludwig in ihrem Leben einnehmen wird. Sie dürfte ihn ja nie vergessen haben - haben sie sich auch weiterhin getroffen? Und dann ist da ja nach wie vor meine Vermutung, dass der Sohne von Helen von Ludwig sein könnte...


    Ich kann allerdings nicht ganz nachvollziehen, warum Helen ihren Eltern nicht die Wahrheit sagt. Aus Angst, ja. Aber vielleicht sagt sie ja doch noch etwas. Alles andere könnte ich nicht verstehen, wenn es ihr wirklich wichtig ist.

    Auf der anderen Seite werde ich nie verstehen können, wie Eltern ihre Kinder unglücklich verheiraten können.

    Hallo,

    ich habe einmal den Prolog gelesen (und ein paar Seiten weiter) - ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich meine Meinung, Eindrücke erst posten soll, wenn ich den gesamten Abschnitt gelesen habe - aber ich schreibe einfach mal kurz etwas.


    Ich habe ja die beiden Vorgänger nicht gelesen, für mich ist daher alles neu. Ist denn eigentlich noch jemand dabei, der mit diesem Buch in die Serie startet?


    Der Prolog hat mir schon mal gut gefallen und klingt auf jeden Fall vielversprechend. Anfangs dachte ich, es deutet alles auf eine psychische Erkrankung bei Helene hin: ihre gebückte Haltung und vor allem auch die Anmerkung, dass sie nach der Geburt ihres Sohnes ähnliche Probleme hatte. Ich fand es aber etwas überzogen von ihrer Tochter, sich da bereits nach wenigen Tagen Gedanken zu machen. Trauer dauert nunmal.

    Aber dann brach Helene ja aus sich aus und erzählte, dass sie eine andere große Liebe hat. Ich vermute jetzt mal, dass ihr Sohn vielleicht gar nicht von James ist und sie deshalb damals psychisch angeschlagen war. Ich bin auf jeden Fall auf ihre Geschichte gespannt.

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    Inhalt:

    Lou weiß genau was sie will: Sie möchte frei und unabhängig sein. Dazu gehört auch, dass sie sich nicht an einen Mann binden möchte. Ende des 19. Jahrhunderts nicht so einfach, in der Künstlerszene, in der die Schriftstellerin verkehrt jedoch nichts ungewöhnliches.

    Nach einigen Liebschaften trifft sie auf Rainer Maria Rilke, dieser beginnt jedoch ihre geliebte Freiheit einzuschränken.


    Meine Meinung:

    Das Buch stammt aus einer Reihe von Büchern unterschiedlicher Autoren über starke Frauen. Lou ist definitiv eine starke Frau, zumindest für die damalige Zeit und auf den ersten Blick. Nach der Lektüre bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob sie wirklich so stark ist oder ob es nicht passendere (weniger positive) Charaktereigenschaften gibt.


    Das Buch war in meinen Augen etwas langweilig, aber dann doch nicht uninteressant genug um es abzubrechen. Grundsätzlich wollte ich schon wissen, wie sich die Beziehung zwischen Lou und Rainer entwickelt, aber es hat sich sehr in die Länge gezogen. Im Wesentlich geht es in dem Buch um diese Beziehung, untergeordnet auch um die literarische Entwicklung von Rainer. Für mich herrschte ab einem gewissen Punkt eine eher deprimierende Stimmung. Von Anfang an war mir nicht klar, warum sich eine so starke und selbstsicherer Frau auf so einen Mann und diese Art von Beziehung einlässt. Aber wie es so schön heißt: wo die Liebe hinfällt...


    So wirklich passiert eigentlich nichts. Es plätschert die ganze Zeit so vor sich hin, es wird viel erzählt, viele Erlebnisse, Reisen Spaziergänge werden geschildert. Auch Lous Gedanken und Gefühle spielen eine große Rolle. Die Sprache ist etwas gehobener, wenn man das so bezeichnen darf/will.


    Alles in allem bin ich froh, dass das Buch nun beendet ist. Ich habe gefühlt ewig dafür gebraucht, meine Motivation war beim Lesen nicht sonderlich groß.


    Ich kann daher nicht mehr als 2,5 Ratten vergeben.


    2ratten und :marypipeshalbeprivatmaus: