Beiträge von marimirl

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Inhalt:

    Agneta erhält einen Anruf, in welchem ihr nur ein Wort mitgeteilt wird: Geiger! Daraufhin erschießt sie ihren Mann und verschwindet.

    Sara ermittelt als alte Freundin der Familie eigenständig und landet dadurch in Recherchen zu Spionage in der DDR.


    Meine Meinung:

    Ich hatte nicht erwartet, dass das Buch dermaßen politisch ist. Viel mehr habe ich mit einem klassischen Thriller/Krimi gerechnet. Im Endeffekt handelt es sich um eine Mischung aus beidem. Der Krimi ist spannend und hat mir gut gefallen. Sara als Ermittlerin steht im Fokus und wird den Leser wohl durch alle drei Bücher begleiten. Das könnte durchaus noch interessant werden, denn wir üblich für einen Ermittler sind nicht nur ihre Fälle kompliziert sondern auch ihr Privatleben.


    Einen großen Teil des Buches nehmen Erzählungen zu Spionage in der DDR ein. Das war durchaus interessant, wenn auch für meinen Geschmack manchmal etwas zu ausführlich. Das ist aber sicherlich Geschmackssache.


    Anfangs fand ich den Fall sehr spannend, sobald allerdings klar war, in welche Richtung es gehen wird, ging für mich etwas davon verloren. Weiterhin hat mir das Buch gefallen, ich würde aber nicht vollständig in seinen Bann gezogen. Es war eher ein Fall von nett zu lesen, aber wenn ich jetzt nicht weiß, wie es ausgeht, wäre es auch nicht so schlimm. Und das obwohl doch noch die ein oder andere Überraschung auf den Leser wartet.


    Dennoch kann ich mir gut vorstellen, auch die beiden Folgebände zu lesen. Primär weil mich die Geschichte rund um Sara interessiert. Ich glaube, dass das Buch als Film sehr gut umsetzbar wäre, weil auch die Sprache des Autors sehr bildhaft ist.


    3rattenund :marypipeshalbeprivatmaus:

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    Inhalt: In einem Wohnhaus in Wien leben die unterschiedlichsten Charaktere mit mehr oder weniger Kontakt zueinander. Das Buch gibt Einblick in deren Leben - vom Gynäkologen über seine psychisch angeschlagene Ehefrau bis zum perversen Nachbarn.


    Meine Meinung:

    Zuerst muss ich ein paar Worte zur Gestaltung des Buches verlieren, denn ich habe mich regelrecht darin verliebt. Das Cover, das Material, die Gestaltung unter dem abnehmbaren Buchumschlag, das lila Vorsatzpapier, das Lesebändchen und die immer wieder abgedruckten Federn - das Buch ist einfach wunderschön gestaltet!


    Aber nun zur Geschichte: Das Buch hat keine richtigen Kapitel, es unterteilt sich aber in viele kleine Abschnitte, die oft nur 1,5 Seiten lang sind. Jeder Abschnitt handelt von einer Person, die in einem Wiener Zinshaus lebt. Aus deren Sicht aber von einem ausstehenden Erzähler werden deren Gedanken und Lebensabläufe dargestellt.


    Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, aber was sie alle gemein haben, ist die Melancholie, die Teil ihres Lebens ist. Wienern wird ja oft nachgesagt, dass sie melancholisch wären und einen besonders schwarzen Humor hätten. Das wird hier sehr gut wiedergegeben. Und ja was soll ich sagen - ich als Wienerin fand die Erzählungen teilweise zwar schräg und erschreckend, aber so wirklich verwundert hat mich nichts. So schlimm das klingen mag (wenn man das Buch gelesen hat, wird man wissen was ich meine), aber so sind wir Wiener irgendwie wirklich. Ob das auch für Einwohner anderer Städte zutrifft, kann ich nicht beurteilen - in gewissem Ausmaß vermutlich schon, aber dieser schwarze Humor, der hier eher unterschwellig mitspielt, ist schon so eine Wiener Eigenart.


    Zu den Charakteren, damit man ein bisschen einen Eindruck bekommt, womit man es zu tun hat:

    - Herb Senior ist ein Gynäkologe, der kurz vor seiner Pension steht. Sagen wir so, ich würde ihn mir nicht als meinen Arzt des Vertrauens aussuchen.

    - Herb Junior, der Sohn, auch Gynäkologe bevorzugt Männer und findet alles an Frauen abstoßend.

    - Magdalena, die Frau von Herb Senior, verlässt die Wohnung nicht und seit neuestem spricht sie auch nicht mehr.

    - Karin, alleinerziehende Mutter verkauft Kosmetika und ist aktiv im Elternforum

    - ein Mann Namens Klaus hat ziemlich perverse Veranlagungen

    - der Nationalratsabgeordnete der unwählbaren Partei ist das, was sein Name schon sagt


    Sie alle leben im gleichen Zinshaus. Anfangs war ich mir nicht sicher, wo die Geschichte hinführen soll bzw. ob sie überhaupt irgendwo hinführen soll. Dazu möchte ich gar nicht mehr sagen, das muss man selbst herausfinden.


    Der Schreibstil ist flüssig und hat mir sehr zugesagt. Die Autorin beschreibt mit wenigen Worten dennoch sehr detailliert die einzelnen Charaktere und deren Umfeld. Ich konnte mich in jeden einzelnen sofort hineinfühlen. Sympathie habe ich wohl bei keinem empfunden, aber eine gewisse Art von Verständnis. Obwohl die Personen alle auf ihre eigene Art befremdlich, eigenartig und einfach ungut sind (das Wort furchtbar fand ich jetzt doch zu hart), habe ich erschreckenderweise nachvollziehen können, warum sie so sind wie sie sind. Die Ursachen für ihr Verhalten werden nicht wirklich näher ausgeführt, aber ich habe einfach gespürt bzw. zwischen den Zeilen gelesen. Das macht für mich auch das Buch aus: ich konnte mich sehr gut einfühlen.


    Von mir gibt es eine klare Empfehlung für das Buch!

    :tipp:

    Aber würde ein Tortenstück zählen? Ich hab die bisher nicht genommen, weil es eine Süßspeise ist und keine Süßigkeit.

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    Inhalt:

    Adrian traut seinen Augen kaum, als er Rosy, einen Elefanten vermacht bekommt. Er kann die Elefantenkuh, die dem Alkohol nicht abgeneigt ist, unmöglich behalten. Deshalb macht er sich mit Rosy auf den Weg um nach einer neuen Bleibe für sie zu suchen. Adrian, der schon immer ein Abenteuer erleben wollte, kommt hier voll auf seine Kosten, mehr als ihm lieb ist.


    Meine Meinung:

    Der Titel ist mir sofort in die Augen gesprungen. Zuerst befürchtete ich, es könnte eines dieser zwanghaft lustigen Bücher oder aber eins mit lustigem Titel und nichts dahinter sein. Beides trifft auf dieses Buch nicht zu! Lustig ist es, auf eine sehr schräge Art. Aber bei diesem Inhalt erwartet man auch etwas merkwürdiges.


    Adrian und Rosy erleben auf ihrer Reise sehr viel. Für den Leser lustig, für Adrian wohl eher ein Alptraum. Manche Szenen sind wirklich sehr komisch, obwohl die Sprache des Autors eher trocken gehalten ist. Die Audrucksweise ist etwas altertümlich, was für mich alles noch interessanter machte. Ich hatte das Gefühl als würde etwas ernst erzählt werden, das nunmal einfach nur komisch und witzig ist (natürlich soll es auch witzig sein).


    Es kam keine große Spannung auf, darum geht es aber, denke ich, auch nicht. Es ist ein Buch, das man einfach gerne liest. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich könnte es mir auch gut als Film vorstellen.


    5ratten

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    Inhalt:

    Helena, halb Deutsche, halb Argentinierin trifft in ihrer Heimat Argentinien kurz vor dem 2. Weltkrieg auf einen deutschen Matrosen und zieht an die Ostsee. 70 Jahre später trägt sie ihrem Sohn Robert auf, Buenos Aires zu verlassen und sich auf seine deutschen Spuren zu begeben.


    Meine Meinung:

    In zwei Handlungssträngen werden jeweils die Geschichten von Helena und von Robert erzählt, zwischen denen 70 Jahre liegen. Kapitelweise wird zwischen den beiden hin und her gewechselt, was ich sehr gut gelungen fand. Anfangs kann man den Zusammenhang zwar erahnen, aber die Details bauen sich erst langsam auf bis die Geschichten schließlich zueinander finden. Was sie jederzeit verbindet, ist der Bernstein.


    Neben dem 2. Weltkrieg, der in Helenas Leben eine bedeutende Rolle spielt, wird auch der Mauerfall thematisiert. Dabei werden aus meiner Sicht durchaus kontroverse Aussagen getätigt, die aber aus meiner Sicht eben einfach Meinungen darstellen, die es nunmal gibt. Auch die Flüchtlingswelle rund um 2015 wurde angesprochen. Es wird alles sehr authentisch wiedergegeben.


    Ich wusste nicht, wo mich dieses Buch hinführen wird. Dass ein Familiengeheimnis aufgedeckt wird, hatte ich vermutet. Was dann aber tatsächlich dahinter steckte, hat mich überrascht. Ich würde nicht sagen, dass das Buch eine extreme Spannung aufbaut. Vieles weiß man bereits von Anfang an und nun wird die Geschichte dazu erzählt. Zwischendurch war ich mir nicht sicher, ob es überhaupt ein klares Ende geben wird. Die Neugier was hinter der Reise Roberts nach Deutschland steckt, war jedoch immer da.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, besonders wie die beiden Handlungssträngen aufeinander abgestimmt waren. Auch die Erzählungen zu den historischen Ereignissen haben mich überzeugt. Im Nachwort erfährt man dann noch, dass einige Details von Nachweisen aus dem Umfeld des Autors stammen.


    5ratten