Beiträge von Thot

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    Oh mann, ich glaube ich verabschiede mich jetzt besser.. Ich glaub nicht, dass ich es nochmal fertig bringe, mich bis zum pc zu schleppen... :rollen:


    Wünsche dir noch ne gute Nacht valkyrja!! :winken:

    Hallo Leute (oder bist nur noch du übrig valkyrja..?)


    bin gerade nach Hause gekommen! Schmeiss mich jetzt noch aufs Bett und lese noch ein wenig in Jack Londons "Der Seewolf"... :breitgrins:

    Ich bin schon öfters auf Zürich gestossen, insbesondere bei Schweizer Autoren wie Frisch oder Duerrenmatt. Dabei kommt mir spontan Zürich-Transit, Mein Name sei Gantenbein, Der Verdacht oder das Versprechen in den Sinn. Peter Loetschers "Der Waschküchenschlüssel oder Was - wenn Gott Schweizer wäre" (übrigens sehr zu empfehlen!) gibts auch noch...

    @Klassikerfreund: Vorsicht - in Deutschland und in der Schweiz gestalten sich die Situationen im Zusammenhang mit der Buchpreisbindung unterschiedlich. In Deutschland gilt seit 2002, sofern ich richtig informiert bin, das Preisbindungsgesetz, dass es den Buchändler nicht erlaubt, den Buchpreis als Wettbewerbsfaktor anzuwenden. Insofern hast Du recht, dass dieses Gesetz ausschliesslich auf die Beziehung Handel-Konsument wirkt.


    In der Schweiz existiert jedoch kein entsprechendes Gestz. Bei der Schweizer BPB handelt es sich um zahlreiche vertikale Abreden zwischen den Verlegern und den einzelnen Buchhändlern. Jeder Buchhändler schliesst dabei mit jedem Verleger einen Vertrag, der ihn dazu verpflichtet, die vorgegebenen Ladenpreise einzuhalten. Daher auch mein der Vorwurf einer kartellmässigen Marktbeeinflussung. Deshalb muss ich Dir in diesem (helvetischen) Fall widersprechen, denn die Befürworter der BPB führen als Hauptargument an, dass diese kartellähnliche Vereinbarung ein Mischkalkulation ermögliche. Mit anderen Worten: Schwer verkäufliche Titel könnten unter diesem Regime über höhere Verkaufsmargen bei den gängigeren Büchern mitfinanziert werden. Deshalb hängt das in diesem Fall durchaus an der BPB.

    Hi Leute,


    die grundsätzliche Frage, um die sich alles dreht, ist die, dass Bücher sowohl ein rein ökonomisches Produkt als auch ein Kulturgut sind. Deshalb wird die Buchpreisbindung (BPB) im Allgemeinen auch als Kulturförderung verstanden. Ich gebe aber hier mal ein bisschen Gegensteuer, da ich grundsätzlich gegen eine Buchpreisbindung bin.


    Meines Erachtens gibt es verschiedene Argumente dafür. Das erste wird auch immer wieder von Befürwortern der BPB verwendet: grundsätzlich spricht überhaupt nichts gegen eine Quersubventionierung von Büchern, die nicht dem Mainstream entsprechen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Bücher, die sich "besser" verkaufen, trotzdem "teuer" sein müssen. Denn gerade im Mainstreamsegment ist der Preis durchaus eine Entscheidungsgrundlage für den Kauf eines Buches. Es geht hier um die Frage der Preisschwelle für einen Kauf. Die Verkaufserfolge der preisgünstigen Bücher, welche von Zeitungsverlagen verkauft wurden, zeigen, dass ein kleiner Preis durchaus grössere Verkaufszahlen generieren kann (übrigens scheint mir gerade der Erfolg dieser Aktionen der Grund dafür zu sein, dass die Buchverkäufe seit längerer Zeit einmal wieder positiv sind), die ihrerseits wieder zu Mehreinnahmen führen. Dadurch ist es meiner Meinung nach immer noch möglich, kulturell-literarisch hochstehende Literatur (was auch immer das heissen mag) zu unterstützen.


    Darüber hinaus kosten belletristische Neuwerke trotz BPB immer noch sehr viel. Die Verleger werden durch die BPB zu einer Preispolitik verführt, die komplett an der Nachfrage vorbeiziehlt. Im Übrigen, ist es wirklich sinnvoll hohe Preise für Bücher zu verlangen - gerade weil sie ein Kulturgut darstellen - auf Kosten einer schwindenden Leserschaft? Sollte das Lesen vielleicht nicht eher durch tiefe Preise gefördert werden? Preissensible Konsumenten sind in der Regel solche mit geringem finanziellen Spielraum. Fazit: Die BPB hält solche Leute vom Lesen ab.


    Darüber hinaus hat Klassikfreund ein weiteres Problem bereits angedeutet: Warum sollte es im Büchermarkt keine freie Marktwirtschaftsordnung geben? Überspitz formuliert: ist es wirklich so, dass ein Verbot der BPB die Vielfalt auf dem Büchermarkt verringern würde? Leute, die sich für spezielle Literatur (also keinen Mainstream) interessieren, wären vielleicht auch bereit, mehr dafür zu bezahlen. Deshalb ist die BPB eine "Kulturförderung" zu Lasten des Käufers.


    Bilden wir uns nichts ein; auch der Büchermarkt wird längerfristig umstrukturiert. Soll heissen (wie das Beispiel des Musikmarktes oder besser: des Zeitungs- und Zeitschriftenmarktes), dass die Konzentrationsprozesse zunehmen werden und deshalb immer weniger Anbieter auf dem Markt sein werden. Das Losungswort für kleiner Anbieter heisst deshalb Spezialisierung. Denn die Nachfrage nach "spezieller Literatur" wird nicht einfach verschwinden. Im Übrigen erhält die BPB eine Unzahl kleiner Buchläden mehr schlecht als recht am Leben, während ein paar Buchhandelsketten aufgrund der überhöhten Preise massive Gewinne einfahren.


    Meiner Meinung ist die BPB keine valide Alternative zum freien Markt. Klar, sie ist die billigste Form der Kulturförderung, da der Staat nichts dazu beisteuern muss, dafür müssen aber die Konsumenten tiefer in die Tasche greifen. Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht um eine ersatzlose Abschaffung der BPB, aber Kartelle und künstliche Markthindernisse sind die falschen Steuerungsinstrumente.


    LG,
    Thot

    sandhofer und Bettina: Kann Sandhofer nur beipflichten. Restseller im Zürcher RailCity hat einen Wühltisch, der jedoch - wie ihr das bereits angedeutet habt - leider nur selten über ein interessantes Taschenbuch-Angebot verfügt. Beim Orell Hauptgeschäft in Zürich hat es vor dem Eingang ab und zu ein paar Taschenbücher, die über ein gewisses Niveau verfügen. Ich bin zwar schon seit längerer Zeit nicht mehr dort gewesen (bestelle lieber übers Internet), aber das letzte Mal hatten sie eine grosse Auswahl der Werke von Henning Mankell.


    Im Übrigen liegt der Grund für die hohen Buchpreise in der Schweiz nicht an den hohen Lebenskosten oder dem allgemein hohen Preisniveau sondern an einer kartellähnlichen Vereinbarung zwischen Verlagen und Buchhändler die sich Buchpreisbindung nennt und nur für deutschsprachige Bücher gilt.


    Schwer verkäufliche Titel können unter diesem Regime über höhere Verkaufsmargen bei den gängigeren Büchern mitfinanziert werden. Die Buchpreisbindung sichere damit - so die Argumentation ihrer Verfechter - ein kulturell vielfältigeres Angebot und eine grössere Dichte in der Distribution. Würden die festen Preise freigegeben, kämen wohl mittelgrosse Buchhandlungen und Verlage unter Druck; ebenso würden sich die in geringer Auflage erscheinenden Bücher verteuern, während die Bestseller billiger würden. Es geht also um eine Art Kulturförderung - wenngleich auf Kosten der Käufer.