Beiträge von Imperator T. Validior

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Quell, die Protagonistin in Sean Stewarts "Schwester des Sturms". Betreut eine Reihe kleine Kinder an der Küste, und als sich eine Möwe vor ihr in ein menschenähnliches Etwas verwandelt, lässt sie die Kinder schreiend zurück ins Dorf rennen, bleibt aber selbst vor Ort, "um ein bisschen Magie zu sehen" - zur großen Freude des Zauberwesens, das die günstige Gelegenheit nutzt. Und dann wundert sie sich noch, dass das ganze Dorf sie fortan für ihre außerordentliche Dämlichkeit schneidet.

    Scheint so. Es gibt wohl noch eine andere Stelle im Buch, die sich darauf bezieht:
    Diana Wynne Jones's The Tough Guide To Fantasyland, essentially a parodic list of fantasy clichés, explains that, since the typical Rules of Magic say you gain power over someone from knowing his or her True Name, replacing half your name with apostrophes is a wise precaution. o She also mocks this trope pretty comprehensively in Dark Lord Of Derkholm (which itself parodies a lot of fantasy clichés).


    Quelle: http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/PunctuationShaker.

    Ak'ut'e Ap'ostr'ophe'ros'e'''''


    Ein Erkennungsmerkmal schlechter SF/F-Autoren. Fiel mir gerade sehr unangenehm in James Clemens' "Wit'ch"-Zyklus auf (der Name sagt alles!), wo wirklich jeder zweite Name einen hat - "Dann sah Er'ril, wie der Og'er dem Elv'en auf die Rü'be gab..."

    Wenn das Fundament sanierungsbedürftig ist, ist es für eine Spendenaktion eigentlich schon zu spät!


    Außerdem sind Kirchen als die höchsten und größten Gebäude im Umkreis nun einmal überdurchschnittlich stark von Hagel, Sturm und Blitzschlag betroffen.

    An "Mary" habe ich dabei auch nie gedacht. Aber Merry ist von der Rechtschreibung her doch sehr erkennbar ein englisches Wort (merry = happy; auch in "Merriman" in Susan Coopers "The Dark is Rising"-Zyklus), sticht also etwas störend heraus gegen die Beutlins, Sackheims und Stolzfußens. Und Sam klingt für mich nach einem New Yorker Taxifahrer. Auch den hybriden Brandywein/Brandybock halte ich für einen Missgriff, nachdem Tolkien schon selber "Branntwein/Branntbock" vorgeschlagen hatte.


    Der Wechsel von Streicher zu Aragorn ist strategisch: Aragorn gibt an dieser Stelle seine bisherige Rolle auf und nimmt die des Thronanwärters an. Ähnlich verfährt Tolkien bei Gollum/Smeagol.


    Also wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist Streicher so eine Art "Tarnname", denn er in den Wäldern benutzt, wo er anfangs lebt, um nicht aufzufallen. Er wird ja offenbar auch mehr von den Leuten so genannt, als dass er sich selbst so nennen würde.


    Den Namen Streicher bekam er von anderen, aber hat ihn für sich selbst übernommen und lässt sich auch gerne so anreden. Insbesondere Merry und Pippin behalten das bei bis zuletzt.



    Aragorn ist sein "richtiger" Name und Elessar hat glaube ich damit zu tun, dass in Gondor sowieso etwas andere Sitten herrschen, also dass es irgendwie "edler" sein soll. Aber da ist Imperator der Experte, oder? ;)


    Elessar ist sein Thronname. Die Pharaonen standen hier offenbar Pate. Wohin das im Einzelfall aber führen kann, ist hier dokumentiert: http://www.alice-dsl.net/lalaith/Tolkien/Many%20names.html


    Aber stell dir vor, ein Buch, dass in magischer Vorzeit spielt, fernab von unserer modernen Welt und du liest ein Buch auf Deutsch, indem plötzlich einer so einen englischen Namen hat wie "Strider". Also für mich wäre das so eine "hö??"-Situation. :breitgrins:


    "Sam" und "Merry" haben kein Hö bei dir ausgelöst? Da haben es die Slowenen besser gemacht: bei ihnen heißen die beiden Sámo und Medo, was sogar dem Sinn nach passt.
    Und welch Glück, dass Strider nicht den Namen beibehielt, den er in den frühen Entwürfen hatte - Trotter!


    Hast Du eine andere Übersetzung??? Das würde mich in der Tat sehr interessieren, ich kenne nämlich auch nur die von Krege und die ist nicht schlecht, kein Vergleich zum HdR ;) Den Hobbit kenne ich allerdings nicht in seiner Übersetzung...



    "Alte fette Wackelschlampe, brauchst Du eine Taschenlampe."

    Das steht nicht bei Ritter Rost, sondern in Kreges Hobbit.


    Ich habe die originale Scherf, die überarbeitete Scherf, und ich kenne die Krege (leider).




    Ist ja schon eeeeewig her, daß ich den HdR das erste mal gelesen habe, aber ich meine, ich wollte Streicher vertrauen, genauso wie Frodo. vermutlich ist man als Kind aber eh vertrauensseliger :)


    Ich war auch noch recht kindlich damals, und ich hielt es mit Sam und habe Streicher, denke ich, erst ab der Wetterspitze getraut.


    Ganz groß auch Lobelia, als man sie aus Michelbinge herausholt, weil sie die "Großen" mit ihrem Regenschirm attackiert hat und sie hat ihn noch in der Hand :daumen:


    Wie hätte es übrigens ausgesehen, wenn Lobelia einer der Ringgefährten geworden wäre? Es ist noch immer Hobbitlegende, wie sie dem Hexenkönig den Regenschirm von Westernis überbriet...


    Wobei Krege beim Hobbit und beim Silmarillion wirklich klasse übersetzt hat.


    Welcher Krege war das? Den Krege, der einen Troll in Hucky umtauft und Thorin zum Thrainsthrorssohnssohn erhebt, kannst du ja wohl nicht meinen.



    Gleich mache ich mich auf den Weg zu den Hügelgräber-Höhen, bin aber noch begeistert von Tom Bombadil. Viele finden diesen Abschnitt ja total langweilig und zäh, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ich würd zu gern mal einen Tag und eine Nacht in seinem Haus verbringen :) Wie fandet ihr den Teil denn?


    Eine herrliche Passage, die im Original noch eine viel intensivere Wirkung hat, weil Tom die ganze Zeit in derselben Metrik spricht, in der er auch seine Lieder singt. Mit Ausnahme eines markanten Satzes, bei dem er sein Versmaß durchbricht:


    "Show me the Ring."


    Wie habt ihr eigentlich Streicher aufgenommen? Als ich den HdR zum ersten Mal las, mochte ich ihm so wie Sam einfach nicht trauen. Ich war fast sicher, dass er die Hobbits nur in die Mückenwassermoore führte, um sie dort ungestört auszurauben...


    Für mich hat ein Eigenname nicht nur eine Bedeutung, sondern auch einen vom Autor beabsichtigen Klang, den ich gerne behalten würde. Ich will mir nicht alles in meiner eigenen Sprache vorkauen lassen, ich finde es spannender Einblicke in andere Kulturkreise zu bekommen und den Klang des Originals zu bewahren.


    Manchen tränen beim Einblicknehmen schon mal die Augen. Wie in diesem Beispiel:


    Seit bald einem Jahr lese ich Solschenizyns Erzählungen »Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch« und komme über die ersten fünf Seiten nicht hinaus. Auf Seite 5 nämlich heißt es:
    »'Galubtschik', sagte Wladimir Pruschtschenko und wandte sich zu Parslejewitsch Tschuptschik um, der am Gartenzaun mit Pjotr Nikolajewitsch Kusnjewisky plauderte«.
    An dieser Stelle bleibe ich unweigerlich stecken und fange das Buch wieder von vorne zu lesen an.

    (Ephraim Kishon)


    Tiefenpforten klingt für mich jedenfalls sehr stimmungvoll als Übersetzung. Hätte meiner Meinung nach gut gepasst. Seilmeile wäre auch nicht schlecht für einen Ortsteil oder ganz einfach Seilbund?


    "Bund" passt nicht, weil "league" meines Wissens nur für Bünde von Personen stehen kann, nicht von Seilen. Es sei denn, wie gesagt, dass das ein Fachwort ist, von dem ich nichts weiß.


    Vielleicht lese ich die Fortsetzungen dann auf Englisch...


    Davon wird der Kontext nicht unbedingt besser, wenn man die Namen schlecht nachvollziehen kann. Ich kann jetzt nicht erkennen, inwieweit der Name Deepgate etwas mit Ketten zu tun haben könnte, aber z. B. Tiefenpforten hätte sich schon mal erheblich besser angehört. Die Stadtteile, hm... Brückblick liegt nahe, aber bei League of Ropes muss ich passen. Das könnte evtl. ein Fachausdruck aus der Seilersprache sein, vielleicht ist aber auch das Längenmaß league gemeint, also eine Leuge Seil, über die man sich eventuell zu hangeln hat? Seilmeile klingt doch da nicht schlecht.


    Wünscht sich wirklich jemand eine Neuauflage des "Herrn der Ringe", in der das Auenland Shire heißt? ;)


    Versteckt sich hier ein Logikfehler? ;) Grobe Logikfehler finde ich ganz schlimm. Meinetwegen unrealistisch, das ist mir egal, aber in sich stimmig sollte es schon sein.


    Die Schwierigkeit besteht zunächst darin, dass die lebende Leiche im Leben des historischen wie harrisschen Cicero noch eine wichtige Rolle spielt. Nun versucht Harris, den Schwindel zu tarnen, indem er seine Figur bis zu ihrem vorübergehenden Ableben nicht mit Namen nennt. Dummerweise übersieht er dabei aber, dass er sowohl der Leiche als auch der später wieder lebenden Person natürlich denselben - historisch korrekten - Lebensgefährten zugeteilt hat. Und da wird der Bruch in der Logik dann schon sehr eklatant.