Beiträge von mone

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    @ mäusedudler
    Ich finde es sogar schlimm, wenn Hauptschüler so reden.


    Ich mag Umgangssprache sehr, spreche kein astreines Hochdeutsch und benutze selber Ausdrücke und Formulierungen, die in keinem Duden stehen und die andere Leute schrecklich finden.


    Aber jeder hat doch seine totalen "Haßlieblinge". Bei Kiba ist das der Satz "Alles wird gut." Bei mir sind es diese fürchterlichen Fragesätze, die sich anhören wie aus einer drittklassigen amerikanischen Teenie-Serie wie "Halloooo?!?!" oder halt "Wie blablabla ist das denn?!?!?!?"


    Oh, jetzt hab ich mich hinreißen lassen... :winken:

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    Klappentext:
    Cathleen Shine erzählt die vertraute Geschichte von der kühlen, selbstbewußten Frau, die zu lieben lernt, so geschickt und mit soviel gutartigem Humor, daß der Leser sich ganz einfach davon verzaubern lassen muß ... Eine hinreißende, sommerliche Screwball-Komödie!
    New York Times Book Review


    Meine Meinung:
    Gut, die Geschichte ist nicht neu.
    Aber sie ist gut erzählt. So gut, daß es im Grunde egal ist, wer den Brief geschrieben hat, der mit "Liebes Schaf" beginnt und mit "für immer, Bock" endet. So gut, daß es egal ist, wer wen kriegt oder auch nicht, Hauptsache noch ein bißchen dieser schönen Sprache lauschen und die stimmungsvollen Beschreibungen "angucken".


    Und die Idee, die Handlung um diesen ominösen, anonymen Brief herum aufzubauen, finde ich originell.
    Helen findet den Brief zwischen ihrer Geschäftspost im Buchladen (soooo ein schöner Laden!) ist irritiert, weiß nicht was sie davon halten soll:

    Zitat

    "Er ist nicht für mich", sagte sie laut.
    Helen legte den Brief von Bock an Schaf in eine Schublade des Ladentisches. Und dann, sie wußte beim besten Willen nicht, warum, schloß sie sie ab. Da bist du gut aufgehoben, dachte sie, als sei der Brief ein Tier, reizbar, leicht mißzuverstehen.


    Besonderen Schwung bringen Helens Mutter und Großmutter mit, als sie auf unbestimmte Zeit zu Besuch kommen.
    Eleanor über ihre Tochter Lilian:

    Zitat

    "Es gefällt ihr nicht, eine betagte Mutter zu haben", sagte Eleanor mit einer sanften, ruhigen Stimme. "Stell dir vor, wie ich mich fühle. Mit einer betagten Tochter."


    Fazit:
    Gute Unterhaltung.
    3ratten


    LG
    Mone

    Ich hab es verärgert abgebrochen.


    Schon auf Seite 6 heißt es:

    Zitat

    "Doch Kreuthner konterte mit dem Argument, der Wiebek sei ein Mann von Prinzipien. Der habe seit seinem elften Lebensjahr keine andere Flüssigkeit als Bier zu sich genommen."


    Und auf Seite 31 sagt die Staatsanwältin:

    Zitat

    "Wie krank ist das denn?"


    Das hat mir dann gereicht. Erst das tumbe Klischee vom biersaufenden Provinzler und dann eine Akademikerin, die Jugendsprache benutzt - soll den Scheiß doch lesen, wer will.


    Ich will nicht.


    LG
    Mone

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    Ich hab´s mir vorlesen lassen.


    Harry Rowohlt liest seine eigene Übersetzung - aber wie er das tut!


    Seit jeher bin ich ein Freund von Ferkel. Wenn der große, brummige, bärtige Herr Rowohlt dem kleinen Tier Ferkel eine Stimme gibt, erwacht es zu echtem Leben - einfach großartig.


    Dieses Kunststück gelingt dem Vorleser aber auch bei allen anderen Figuren. Immer etwas Besonderes, deshalb wäre es jetzt auch nicht richtig, einzelne Charaktere hervorzuheben. (Obwohl, bei Ferkel konnte ich nicht schweigen...)


    Ich hatte diese CD´s aus unserer Dorfbücherei und war zum erstenmal versucht, etwas Geliehenes nicht zurückzubringen sondern alles nochmal und nochmal zu hören. (Hab´ich aber dann doch nicht gemacht.)


    Ein wirklicher :tipp:


    LG
    Mone

    Zum Inhalt muß nichts mehr gesagt werden, das kommt bei diesem Buch scheinbar nicht besonders gut an :zwinker:


    Mir hat es gut gefallen, die Geschichte war abseits vom ewig Gleichen und konsequent zuende erzählt.


    Da ich aber kein Seelchen sondern eher ein grober Klotz bin,


    Das Lesen hat sich gelohnt,
    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Zum Inhalt wurde hier schon genug gesagt.


    Was mir besonders gefallen hat, war die klare, melodische Sprache; das Buch liest sich wunderbar und scheint trotz aller Alltagsbeschreibungen ein bißchen zu schweben.


    Thailand ist für mich ein vollkommen unbekanntes Land - aber sehr sympathisch, weil Essen einen sehr wichtigen Platz im Leben einnimmt. Dies wurde mir auch von einem Kollegen bestätigt, der thailändische Freunde hat: selbst im Urlaub machen Thailänderinnen kaum etwas anderes als Essen zu besorgen, zu kochen und zu verspeisen.


    Ein sehr schönes Buch zu einem schwierigen Thema, einfühlsam erzählt und zum Glück völlig unsentimental.
    Deshalb 4ratten


    LG
    Mone

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    Klappentext:
    Drei Frauen, ein Haus am Meer und viele Träume
    29 Jahre ist Scilla verheiratet, die Kinder sind aus dem Haus - und prompt kriselt es in ihrer Ehe.
    Die alleinerziehende Thebes hat seit vier Jahren eine Affäre mit einem verheirateten Mann, von der ihre Kinder nichts ahnen - doch jetzt ist sie schwanger.
    Und die 57-jährige Effie findet es gar nicht lustig, daß ihr wesentlich jüngerer Liebhaber nicht nur eine Verlobte, sondern auch gleich noch eine Freundin hat.
    So schließen die drei Frauen einen Pakt:
    Im Laufe eines Jahres muß jede von ihnen ihrem Leben eine Wende geben - je schwungvoller, desto besser!


    Meine Meinung:
    Wer sich nicht vom kitschigen Titelbild und dem blöden deutschen Titel abschrecken läßt, wird mit einem spritzigen und unterhaltsamen Roman belohnt.
    Das Lesen hat Spaß gemacht: gut ausgearbeitete Charaktere, eine malerische Kulisse (Südengland, direkt am Meer) und eine gute Geschichte.


    Weil die Autorin zum Schluß ein oder zwei dramatische Ereignisse zuviel einbaut, gibt es von mir "nur"
    4ratten


    LG
    Mone


    P.S. Im Original heißt das Buch "Making Waves", also "Wellen schlagen"; das finde ich passender.

    Klappentext:
    Wer hilft Dir, wenn alle glauben, daß dein größter Feind du selbst bist?


    Meine Meinung:
    Jemand hat dein Kind vertauscht - und keiner glaubt dir.
    Jemand schneidet dir die Pulsadern auf - und alle glauben, du hast es selbst getan.


    Dieser Thriller hat mir ausnehmend gut gefallen - mitreißend, spannend, gut konstruiert und gut geschrieben. Echt klasse!


    4ratten


    LG
    Mone

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    Klappentext:
    Es gibt Zeiten, da hat man erst kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu. So eine Zeit erlebt Jamie gerade.


    Zum Buch:
    Der elfjährige Jamie hat es nicht leicht. Erst wurde seine Katze totgefahren, dann macht sein Vater die Biege und als Krönung des Ganzen zieht seine Mutter auch noch mit ihm um. Sie verlassen ihre Stadt und ihr Haus, um bei Jamies Tante, die bei einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat, zu leben - in einem Wohnwagen.
    Und es kommt noch schlimmer...


    Jamie tut sich schwer. Er schließt keine Freundschaften, die Mitschüler schikanieren ihn und seine ekelhafte Lehrerin Miss Miller verleidet ihm die Schule.


    Zitat

    Ich hasste alles an diesem Jahr bei Miss Miller. Wir waren im November nach Traverse City gezogen, zwei Monate nach Beginn des Schuljahres, und als es Frühling wurde, hatte ich noch keinen einzigen Freund gefunden. Es war meine Schuld. Es ist schwer für andere, einen zu mögen, wenn man sich selbst nicht ausstehen kann.


    Aber da ist ja noch Audrey, die beschließt, sich mit Jamie anzufreunden...


    Ich möchte nicht zuviel vom Inhalt verraten, kann aber nur empfehlen, dieses phantastische Buch zu lesen.
    Es ist ein seltener Glücksfall, wenn Kinder- und Jugendbücher auch für Erwachsene mit Gewinn zu lesen sind. Hier ist das eindeutig der Fall.


    5ratten


    LG
    Mone

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    Der erste Satz:
    "In dreieinhalb Stunden werde ich gehen."


    Zum Buch:
    Im Oktober 1986 ist die 20-jährige Judith bereit, aus der DDR in den Westen zu fliehen. Alles ist vorbereitet, in dreieinhalb Stunden wird sie ihr Großeltern- und Elternhaus verlassen.
    Sie nutzt die ihr verbleibende Zeit, um Erinnerungen Revue passieren zu lassen.


    Die Autorin stellt das Haus in Ostberlin als Dreh- und Angelpunkt in den Mittelpunkt ihrer Familiengeschichte. Judith erzählt ihr Leben rückwärts, vom Abend der geplanten Republikflucht an bis in ihre Kindheit. Der zweite, vorwärtsgerichtete Erzählstrang beginnt 1936 mit dem Bau des Hauses durch den Opa und mit der Geburt von Judiths Vater Arnold. Diese beiden Stränge wechseln sich ab, bis sie sich schließlich miteinander verflechten.


    Die ungewöhnliche Erzählweise macht dieses absolut lesenswerte Buch noch interessanter, als es sowieso schon ist. Es enthält 50 Jahre deutsche Geschichte, ohne überladen zu sein. Und obendrein ist es auch noch flüssig und stilsicher geschrieben.


    Zitat

    Der Krieg ist aus.
    Sie [size=7pt](die Oma)[/size] richtet sich provisorisch ein. Vom einstigen Hausstand ist kaum etwas übrig, mit den Söhnen gräbt sie in den Trümmern von Stadtvierteln, in denen sie niemand kennt, nach Geschirr, Möbeln und Wäsche.


    Zitat

    Die Dosen und Schatullen auf dem Schminktisch sind noch so angeordnet, wie sie von ihr vor zwölf Jahren zurückgelassen wurden. Auf dem schweren Flakon aus geschliffenem Glas steckt ein umhäkelter Gummiball. Wenn ich ihn früher zusammendrückte, verströmte er einen Hauch von Mutter. Inzwischen ist das Parfum längst verflogen.


    Zitat

    Noch Monate später schwärmte sie [size=7pt](die Schwester)[/size] von den Geschäften in Budapest, in denen jeder einkaufen könne, der wolle. Hermann Hesse, Stephan Zweig und Joseph Roth habe es dort gegeben. Kafka und die Bachmann, Celan. Sogar die Bücher von Christa Wolf standen da rum, sagte Ruth.


    Fazit:
    Dieser Roman stand viel zu lange ungelesen im Regal.


    4ratten


    LG
    Mone