Beiträge von sandhofer

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Es geht mir nicht um den Sex an und für sich. (Obwohl ich der Meinung bin, dass praktisch jeder Autor und jede Autorin, die Sexszenen in einen Abenteuer- oder SF-Roman einbaut, dabei nur verlieren kann. Meist sind es einfach retardierende Momente, oft wirken sie auch lächerlich. (Das war hier nicht der Fall!)) Ich hätte mir hier sogar mehr gewünscht - vor allen Dingen hätte ich gern gewusst, wie es zu dieser Nacht gekommen ist. Vielleicht könnte ich dann diese Szene besser akzeptieren.


    Es geht mir um das Bild von Mann und Frau im Allgemeinen, das "Perry Rhodan" hier transportiert. Hier der Mann, bereit, fürs Business seine Partnerin im wahrsten Sinne des Worts links liegen zu lassen; da die Frau, die Gefühle und Liebkosungen will. Zugleich ist diese Frau das Pendant zur Filialleiterin einer grossen Supermarktkette. Und der Mann der Verwaltungsratspräsident. Da sollte er eigentlich feinfühlig genug sein, die Finger von der Frau zu lassen.


    Ich meine: In Bezug auf Gentechnik nimmt die Reihe offenbar die heute in vielen, vor allem linken und grünen, Kreisen herrschende Skepsis voll auf und erklärt eine zurückhaltende oder gar negative Praxis zum Standard der LFT. Ähnliche Direktiven oder Gebräuche hätte ich mir auch in Bezug auf Sex mit Abhängigen vorgestellt. Fehlanzeige. Wir finden den (70 Jahre) alten weissen Mann, der promuisk in der Welt herumläuft, während von den anwesenden Frauen nicht nur nichts derartiges bekannt ist - sie werden auch noch so beschrieben, dass sie eindeutig Gefühle in diesen Sex investieren. Bedeutend mehr jedenfalls als der Mann.

    Als Ausnahme möchte ich allerdings die von mir sehr geschätzten Posbis nennen.

    Diese Ausnahme gebe ich Dir zu. Die habe ich vergessen zu nennen, die sind gut. Und sie sind Unikate. Wie Gunstick-Uncle. ^^



    Das ist ein bisschen schade, weil es dem Hauptgrund zuwiderläuft, aus dem ich bei Leserunden mitmache. Für mich als Autor dienen sie nämlich der Überprüfung, ob der Roman so funktioniert, wie ich es beabsichtigt habe: Welche Vermutungen stellen die Leser an welcher Stelle an?

    Ich weiss. Ich bin leserunden-untauglich. Was damit zusammenhängt, dass es mir so gar nicht liegt, Vermutungen anzustellen. Mich interessieren primär die Sprache und die Kohärenz bzw. Logik der Figuren und der Handlung. Ich mag Brüche und Sprünge, ich will keine komplett geglättete Handlung. Aber wenn die Logik bricht, will ich den Grund finden, warum sie der Autor gebrochen hat. Dazu muss ich den ganzen Text kennen. Und von daher rückwärts denken. Sorry.

    Ha! Ahnte ich's doch bei der Reaktion von Robert Corvus ein paar Threads früher!


    Auftritt Rhodan-Flatterhemd ... äh ... Shatterhand. Das Flattern im Hemd hat ja in Kapitel 33 eher Bughassidow, weil er nicht will, dass Rhodan sieht, mit wem er da gerade im Bett liegt.


    Jetzt aber ganz im Ernst. Ich bin entsetzt über den Anfang von Kapitel 33. Da ist die Niederlassungsleiterein eines interstellaren Konzerns, die - anstatt einzusehen, dass irgendwer dem Big Boss wohl etwas Wichtiges mitteilen will, etwas, das auch ihren Job betreffen könnte - wie eine verliebte 12-Jährige einfach nur kuscheln will. Ich kann mir sie nach dieser Szene nicht mehr als ernst zu nehmende Geschäftsfrau oder Politikerin vorstellen.


    Und ich bin gleich nochmal entsetzt, immer noch am Anfang von Kapitel 33. Über Harvey Weinstein. Nein, Victor Vekselberg. Nein, Viccor Bughassidow. Der knallt am Laufmeter seine weiblichen Untergebenen. Das war schon vor #metoo schlechter Führungsstil; heute, gegen Ende des ersten Viertels des 21. Jahrhunderts sollten m.M.n. solche Szenen nicht mehr vorkommen in einer Geschichte, die in einer Zukunft handelt, die sich so kritisch und reserviert gegenüber Gentechnik verhält. Das Perry-Rhodan-Universum ist halt in seinen ideologischen Grundzügen doch immer noch späte 1950er, frühe 1960er. Da durfte mann das noch... Dachte mann...


    Schade um solche Dinge, denn die Geschichte gewinnt nun an Zug und fängt an, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren - sehr zu Gunsten der sich nun auch bei mir einstellenden Spannung.

    Um das noch mal etwas zu vertiefen:


    Mir ist in der ersten Hälfte irgendwie zu viel Perry Rhodan drin. Damit meine ich das Universum als solches, nicht die Figur. Das Perry-Rhodan-Universum ist ein - wenn ich so sagen darf - "lineares" Universum. Fängt vorne an, hört hinten auf. Stil 1950er, 1960er. Wenn ich bedenke, was zeitgenössische SF unterdessen kann... Wie komplex ist das Universum eines Iain Banks! Oder die Kantaki-Hexalogie von Andreas Brandhorst! (Wobei Banks m.M.n. es dann schon wieder übertreibt. Den einen Roman von ihm, den ich angefangen habe, habe ich nie zu Ende gelesen. Und die letzten SF-Romane von Brandhorst habe ich gar nicht erst angefangen, nachdem mir sein Kosmotop irgendwie auch zu unübersichtlich wurde. Ich will also gar keinen Banks. Aber was mich hier stört, ist neben dem allzu simplen Universum der Umstand, dass zu viele Erkennungsmarken für den Perry-Rhodan-Fan eingebaut sind. Da werden ich weiss nicht wie viele Alien-Spezies angetippt, die mir nichts sagen. Natürlich, der Fan wird quasi in Gedanken abhaken: Ah ja, ein solcher und ein solcher. Und dieses Schiff und jener Kapitän. Alle Aliens, die wir bisher gesehen und gehört haben, könnten - mit Ausnahme der Blubber-Wesen - gerade so gut einfach Menschen sein. Denn sie handeln und denken nicht anders als die menschlichen Protagonisten.


    Das ist kein Vorwurf an Dich, Robert Corvus - das muss wohl so sein, denn, wenn Perry Rhodan drauf steht, will der Fan, dass auch Perry Rhodan drin ist. Mir als Aussenstehendem ist es aber egal, ob der Kapitän der KRUSENSTERN nun vom Planeten Venus kommt, vom Planeten Exxon oder vom Planeten Moabit.


    (Es wird übrigens - ich habe unterdessen bis zum Schluss gelesen - in dieser Hinsicht in der zweiten Hälfte viel besser. Wie mir überhaupt die zweite Hälfte besser gefallen hat. Obwohl ... aber das besser an seinem Ort.)

    Ich bin nach wie vor den Zielen der LFT gegenüber skeptisch. Es scheint mir da ein bisschen zu sehr die Denkweise des Weissen (Mannes) durch, der den Indianern, Afrikanern oder Asiaten sagt, was sie zu tun und zu lassen haben. Es ist im Grunde genommen die kolonialistische Haltung der Engländer gegenüber dem Rest der Welt. Kiplings "The white man's burden": Wir hätten die Inder besser in Ruhe gelassen, aber weil wir nun schon mal da sind, müssen wir denen auch zeigen, wie es 'richtig' geht.


    Das gilt hier v.a. in Bezug auf die Haltung zur Gentechnik. Es gibt überall Missbräuche. Dazu braucht es nicht einmal Gen-'Technik'. Ich erinnere nur an die verschiedenen Qualzuchten, die die Menschen ihren Hunden, Katzen, Kühen etc. angedeihen lassen. Gentechnik als solche würde ich nicht verteufeln - sie muss verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Und Verantwortung können keine Gesetze lehren.


    Letztendlich wird es doch wieder darauf hinaus laufen, dass nur die Mächtigen und die Reichen diese Möglichkeiten hätten und die Zweiklassengesellschaft sich noch mehr verstärken würde.

    Ist das heute denn anders?



    Damit würde sich die Menschheit mental und gesellschaftlich zurück entwickeln.

    Non sequitur. Sorry.

    Liest sich Schwarze Frucht so, wie Ihr es erwartet habt?

    Hm ... irgendwie zäher als ich es erwartet habe. Ich kriege die einzelnen Puzzle-Teile nicht zusammen, die einzelnen Figuren kann ich nicht so recht auseinander halten. Liegt aber sicher (auch) an mir - ich bin im Grunde genommen absolut Leserunden-untauglich. Lesen nach Abschnitten reisst mich jedesmal aus dem Zusammenhang

    Für die PERRY-Neulinge: Habt Ihr Euch das "Look and Feel" der größten Weltraumserie der Welt so vorgestellt?

    In etwa, ja.

    Wer ist Eure Lieblingsfigur? Von wem würdet Ihr gern mehr lesen?

    Siehe meine erste Antwort.

    Wie gefällt Euch die KRUSENSTERN?

    Die kam bisher für meinen Geschmack viel zu wenig vor. Ich habe kaum etwas über sie erfahren. ;(


    Würdet Ihr gern mal Urlaub auf Styx machen? Lieber auf dem Eis oder im Ozean?

    Nein, eigentlich nicht. Vielleicht ist das mein Problem: Ich hatte mehr Space Opera erwartet, und weniger Nautilus.

    Und wie gefällt Euch der Roman bislang?

    Er hat immer wieder spannende Stellen, die faszinieren. Aber dann auch wieder Stellen, wo ich nicht verstehe, worum es geht. Ich weiss es noch nicht.

    Zwischenfazit zum ersten Halbjahr:

    Wie zufrieden seit ihr mit eurem bisherigen Lesejahr?

    Nennt uns eure Highlights und Flops :)

    So weit ok.


    Grosse Flops gab es keine. Am ehesten noch


    Rex Stout: In den besten Familien (wo ich aber wohl einfach von der Neuausgabe zu viel erwartete)

    Frank Rudolph: Cyrano de Bergerac. Poet – Fechter – Freigeist – Philosoph (der kam aber mit Ansage, ich hatte schon an der Leipziger Buchmesse ins Buch hinein gelesen und wusste, dass sprachlich wie inhaltlich wenig Substanz sein würde)


    Zu den Highlights könnte man zählen:


    James Tiptree jr.: Sternengraben [The Starry Riff]

    Maria Sybilla Merian: Metamorphosis insectorum Surinamensium

    Neil Gaiman: Anansi Boys (viel besser als sein "American Gods"!)


    und - aus rein persönlichen Gründen ein Highlight:


    Die Dissertation meines Sohnes. ;)

    Würde das einen gesellschaftlichen Zwang auslösen, die eigenen Kinder zu optimieren?

    Wahrscheinlich, ja. Andererseits ist mir weit über Perry Rhodan hinaus keine SF, keine Future History, bekannt, in der z.B. Menschen mit Down-Syndrom auch nur erwähnt würden. Irgendwelche Optimierungen scheint man ja dann doch implizit anzunehmen. Die heutige pränatale Diagnostik erlaubt es bereits, solche Abweichungen in einem Stadium zu erkennen, in dem die Frauen noch abtreiben können. Und dürfen.

    Wäre es in Ordnung, wenn Konzerne Eltern eine Prämie dafür bezahlen, wenn sie Kinder zur Welt bringen, die auf die Bedürfnisse des Konzerns hin optimiert sind? Zum Beispiel optimierte Asteroidenschürfer ...

    Und wenn der Konzern schon für sie bezahlt hat - sind diese Kinder dann sein Eigentum?

    Sklavenhaltergesellschaften machen ökonomisch nur kurzfristig Sinn. Bzw. nur auf einem recht simplen, meist grösstenteils der Landwirtschaft verpflichteten Niveau, denke ich.


    Aber das Thema wird komplex, wenn man sich vorstellt, dass alles möglich sein könnte.


    Die Frage ist, und sie wird auch gestellt, wenn ich mich nicht irre: Wie wird die LFT mit den genetisch veränderten Menschen auf Styx umgehen? Wollen die überhaupt irgendwo Mitglied werden, wo sie de facto als Ungeheuer betrachtet werden?

    Ich bin zusehends verwirrt und habe gerade ein bisschen Mühe, der Story zu folgen. Zu viele Infos. Irgendjemand will offenbar die Eingliederung von Styx in diese Liga, deren Namen ich mir nicht merken kann, verhindern. Denn den Unfall mit der Überdosis Testosteron bei Eljahr Bruhn kann ich mir nicht anders als von jemandem gewollt vorstellen.


    Dann diese merkwürdigen Tierchen, die Laquilen.


    Diese mir nicht ganz verständliche Aversion der LFT gegen genetisch veränderte Menschen klingt für mich etwa altbacken. Sind das Vorgaben der Perry-Rhodan-Welt im Allgemeinen?

    Perrys Kurzauftritt erweckt in mir die Hoffnung, dass er das Ganze nur von weitem steuert und somit nicht als Haupt Figur fungiert. Das macht alles gleich viel interessanter. (Ich befürchte nur, dass er als Retter irgendwann auftaucht - hoffentlich nicht)

    Ich glaube nicht, dass er noch in einer wichtigen Rolle auftritt. Zu meinen Gründen gleich weiter unten.


    Es wäre mir allerdings sogar einigermassen egal, wenn er es täte. Solange nur dieser sprechende Goldhamster weg bleibt. (Ich gebe zu, dass ich Gucky gegenüber unfair bin. Ich habe vor ... na ja ... bald 40 Jahren ein einziges Heft der Perry-Rhodan-Reihe gelesen. Und fand es fürchterlich. Sprachlich holprig, die Story absolut uninteressant, und Gucky war das Schlimmste von allem. Er war zwar durchaus auch mit eigenen heldischen Qualitäten versehen, aber seine primäre Rolle war eindeutig die des "Comic Relief". Die ganze Serie war ja in ihrem Personal in vielem damals noch ein Abklatsch von Karl May, mit Perry Rhodan als Astronauten-Shatterhand; Atlan nicht der Häuptling der Apatschen, sondern Häupling der Arkoniden und eben Gucky als Gegenstück zu eben dien vielen komischen sekundären Helden bei Karl May wie Sam Hawkens, Dick Hammerdull, dem Hobble-Frank oder Hadschi Halef. Wobei mir alle diese lieber sind als der sprechende Goldhamster mit seinem fürchterlichen Namen. So viel ich weiss, hat Gucky allerdings, nachdem er eine Zeitlang in der Versenkung verschwunden war, einen ernsthafteren Charakter erhalten.)


    Wie gesagt, glaube ich aber nicht an ein weiteres, entscheidendes Auftreten von Perry Rhodan. Das hätte zu viel vom heute verpönten "Deus ex machina" an sich, vom Gott, den vor allem die Theater-Autoren der Antike und des Barock am Ende eines Stückes auftreten liessen, um all die Verwirrungen aufzulösen, die die armen Menschlein nicht mehr selber auflösen konnten. (Und wenn die Auflösung nur darin bestand, dass der Gott erklärte: "Es ist so, weil ich, euer Gott, es so gewollt habe.")


    Es wäre allerdings ein kleiner Insider-Gag, wenn Rhodan doch noch auftauchen würde - in Erinnerung an eben jenen Karl May. Der hat auch des öfteren mal seine Story damit angefangen, dass einer seiner sekundären Helden eine Gruppe von "Westmännern" anführt. Und er macht alles perfekt: Er sieht Spuren, die kein anderer gesehen hat, kann sie interpretieren und kann die richtigen Massnahmen ergreifen. Auftritt Old Shatterhand. Und plötzlich kann der arme Sam Hawkens gar nichts mehr. Die einfachsten Dinge muss ihm Old Shatterhand erklären. Aber ich vermute, so einen Insider-Gag würden drei Viertel der heutigen Leser gar nicht erkennen, sondern das Eingreifen von Perry einfach nur störend finden.


    Also glaube ich nicht an ein wirklich heftiges Eingreifen von Perry Rhodan.

    Ich scheine der einzige zu sein, der liest. Nun, das wird sich ändern, wenn mein Urlaub vorbei ist.


    Im 2. Leseabschnitt habe ich noch nicht viel verstanden. Da scheint eine Spannung zu herrschen zwischen den kapitalistischen Zielen der Händler vor Ort auf dem Dunkelplaneten einerseits, den idealistisch gesinnten Kolonialisten andererseits, die der "Liga der freien Welten" (heisst die so? - ich kenne mich in der Welt von Perry Rhodan nicht so aus) beitreten wollen. Was offenbar den Kapitalismus einschränken würde.


    Und dann diese merkwürdigen Lebewesen, die plötzlich die Menschen zu pieksen scheinen. Red Herring oder bahnt sich da was an?

    Guten Morgen


    Eigentlich ist das Ganze bis S. 45 ein Prolog: Einführung der Personen und der Welten. Hie der Multimilliardär in seinem "Kreml" genannten Aufbau des Würfelraumschiffs, der offenbar seine Doc-in-Residence knallt, die einer fremden Spezies angehört; da der Dunkelplanet mit der seltsamen Topografie aus Eis und Feuer, sowie zumindest in der zweiten Generation mutiertem Homo sapiens. Kurzauftritt Perry Rhodan - womit wir endgültig wissen in welchem Universum wir uns befinden.


    Auf der Dunkelwelt erst seltsame Vorkommnisse: Ein Raumfrachter, dessen Bremsen versagen, so dass er in ein Wohnhaus knallt, und dessen Kapitän nach dem Unfall offenbar Fahrerflucht begeht. Jedenfalls ist er weg, als man sich daran macht, den Unfall zu rekonstruieren und den Schaden zu reparieren.


    Viel mehr lässt sich, glaube ich, dazu nicht sagen.


    Einzig gespannt bin ich, ob neben der "Krusenstern" auch eine "Kotzebue" auftauchen wird...