Beiträge von sandhofer

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
    Zitat von "Bluebell"

    dyke und sandhofer: Was sagt ihr zu Balzacs "Glanz und Elend der Kurtisanen"? [...] Wenn ich mich recht erinnere, hat es mir nämlich recht gut gefallen. Stellenweise fand ich es etwas langatmig, aber insgesamt hat es doch einen guten Eindruck bei mir hinterlassen.


    Hallo Bluebell!


    Dieses Werk steht seit rund 8 Jahren bei mir im Bücherschrank mit einem (mentalen) Buchzeichen auf Seite 15 oder so. Ich habe zwar vor ein paar Jahren Luciens Jugendgeschichte, "Die verlorenen Illusionen", gelesen und wollte die "Kurtisanen" dann gleich dran hängen, aber irgendwie war's mir dann doch zu viel. Balzac bewegt sich immer haarscharf an der Grenze zum Trivialen. Es ist wie diese Schokolade-Osterhasen, die jetzt wieder überall 'rumstehen. Man isst einen davon mit grosser Lust und grossem Spass - dann hat man wieder genug für eine Weile :breitgrins:


    Grüsse


    Sandhofer

    Zitat von "dyke"

    Das überwiegende Teil von Simenon's Romanen entstand vor 1950. Seit 1973 hat er nicht mehr geschrieben und 1989 ist er gestorben.


    Im französisch sprechenden Raum ist er ein Klassiker und steht in einer Reihe mit Balzac, Zola.


    Hallo zusammen!
    Hallo Dyke!


    Ich weiss, ich weiss. Dennoch hoffe ich, dass er ähnlich wie die Sagan vergessen geht ... Ich meine, was ich vergessen habe: Um ein Klassiker zu werden, muss der Autor auch so schreiben, dass noch in 50 Jahren seine Geschichten gelesen werden, weil sie gut geschrieben sind und jeder neuen Generation neues 'Gedankenfutter' liefern.


    Balzac ist für mich übrigens ebenso ein Grenzfall. Er hat ein paar gute Sächelchen geschrieben, dass er unterdessen zum Klassiker mutiert hat, will mir aber trotzdem nicht ganz in den Kopf. Jedenfalls: Wenn er einer ist, dann ist Karl May auch einer.


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    zwei verschiedene Antworten, weil ich offenbar zwischendurch ein paar Postings überlesen habe. Lesen auf TFT? Geschmacksache und wahrscheinlich auch ein physiologisches Problem. Ich für meinen Teil kann dem Ding nichts abgewinnen. Auf den meisten seh ich schon gar nichts, ausser bei ganz teuren, und auch da geht's nur, wenn ich frontal reinguck. Ganz zu schweigen davon, dass ich, wenn ich Bilder bearbeite, noch von jedem TFT angelogen werde, was die Druckausgabe betrifft. Ich betreibe nämlich nebenbei ein bisschen Desk Top Publishing.


    Ein Lap Top kann man auch nur schlecht aufs Klo mitnehmen. Und wenn dir dort mal das Papier ausgeht und du ein Buch dabei hast - na ja: dann hast du mindestens die Wahl. Mit einem Lap Top dabei hast du keine Wahl. :breitgrins::breitgrins::breitgrins:


    Zu Eco: Ich habe vor Jahren den "Namen der Rose" gelesen. War echt spannend und gut geschrieben. Habe ihn gleich nochmal gelesen. Nicht nur, dass die Spannung raus war - das sowieso - an allen Ecken und Enden sah man, wo und wie Eco sein Buch geleimt und verzahnt hat. Er weiss zugegebenermassen genau, wie es zu machen ist, aber leider zeigt er uns auch genau, dass er es weiss. Literatenliteratur eben. Gelehrtenliteratur. Die Sorte Buch, die jeder Deutschlehrer zu Hause in der Schublade angefangen liegen hat. Nur dass Exco halt publiziert wurde. Schade. Denn als Semiotiker ist er genial.


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!
    Hallo Bluebell!


    Klassiker (in der Literatur) sind für mich mindestens 50 Jahre alt. Zusatzbedingung: Der Autor lebt nicht mehr. Tönt ein bisschen makaber, nicht wahr?


    Eco oder Simenon (und ein paar andere auf der besagten Liste) sind gute, ansprechende Literatur - aber werden (hoffentlich!) nie Klassiker-Status erreichen. Sie werden vorher vergessen. Wer kennt heute noch "Bonjour, tristesse" oder "Aimez-vous Brahms?"? Mein Vater war überzeugt, sich Klassiker angeschafft zu haben, diese Bücher standen neben den neuesten Veröffentlichungen von Th. Mann ...


    Auf die Gefahr hin, mich definitiv unbeliebt zu machen: Auch Böll gehört in diese Reihe.


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    Echte Klassiker? Nun ja, ein paar davon. Es gibt sogar Trouvaillen darunter, so Keyserling, den (wieder) zu entdecken sich lohnt.


    Ein paar weitere würde ich allenfalls 'Klassiker der Moderne' oder so nennen.


    Aber Eco, Hoeg, Simenon - um nur die paar zu nenne, die mir geblieben sind: Meinethalben ansprechende, gute Literatur - aber Klassiker???


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    Zitat von "lachesis"

    Habt ihr schonmal Techniken wie Speedreading, Photoreading oä angewendet? Taugt das was? Sind Geschwindigkeitserhöhungen bis zu 500% drin?


    Ja. Ja. Ja.


    Speedreading ist ok, wenn man schnell Informationen zu einem Thema haben will. Wenn Du ein Buch liest, weil Dich die Geschichte interessiert, ist Speedreading allerdings Unsinn.


    Grüsse


    Sandhofer


    PS. "lachesis"? War das nicht die, die den Lebensfaden abschneidet?

    Zitat von "elahub"

    Ist das eine einigermaßen gesicherte Erkenntnis? Ich habe schon mal in Gesprächen mit meinem Bruder (Soziologe) ähnliche Behauptungen aufgestellt und bin rüde in die Schranken verwiesen worden, jedenfalls, was das "Es wird weniger gelesen" angeht. Weniger von wem, weniger was, weniger als wann?


    Hallo Daniela!


    Tassen hoch auf Deinen Bruder! Das ist es nämlich, worauf ich mit meinem Posting weiter oben hinweisen wollte.


    Zitat

    Aber ich sehe, dass Schule sich tatsächlich nicht geändert hat, die Zeiten aber schon ein wenig :zwinker:


    Ist es tatsächlich von Gutem, wenn sich 'die Schule' (was und wer immer das sein soll :rollen: ) den Zeiten anpasst?


    Zitat

    Gibt es überhaupt ein Rezept, aus dem Land der Dichter und Denker nicht den Verlierer im Globalisierungsprozess zu machen.


    Diesen Titel hat Deutschland ja nie wirklich verdient. Zur Goethe-Zeit, als Deutschland diesem Ideal am nächsten war, lebten die meisten Bewohner in ärmlichen Verhältnissen, konnten kaum lesen und schreiben, waren - einmal mehr - unschuldige Opfer von Kriegen, bei denen keiner mehr wusste, wer nun mit und gegen wen und warum. (Abgesehen davon, dass Deutschland gar kein Begriff der poitischen Landkarte war.)


    Zitat

    (An dieser Stelle ein kleiner Dank an Mrs. Rowling, die viele "unserer" Kinder wieder ans Lesen geführt haben soll.)


    Hat sie? Mir hat eine Buchhändlerin versichtert, dass unter dem Strich der Verkauf von Kinderbüchern an Kinder gesamthaft nicht markant gestiegen ist. Viele Leser sind Erwachsene, die anstelle des üblichen Thrillers nun einen Potter kauften; in vielen Fällen bekamen die Enkel nun eben einen Potter geschenkt anstelle einer Pippi Langstrumpf.


    Zitat

    Bei uns gibt es z.B. Mütter, die einmal die Woche oder so beim "Gassigehen" mal in der Schule vorbeischauen


    Bei uns ist das Klo in der Wohnung, wir brauchen da nicht raus zu gehen :breitgrins::breitgrins::breitgrins:
    scnr


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen
    Hallo Jürgen

    Zitat von "Anonymous"

    Also mit dem Ansatz:
    Wir sind die Leute, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben machen wir es uns doch ein wenig zu einfach.


    Stimmt.


    Zitat

    Die Welt hat sich geändert, die Jugend hat sich geändert... nur die Lehrer haben davon anscheinend nichts mitbekommen.


    Wie war das soeben. Von wegen es sich zu einfach machen?


    Zitat

    Ich sehe unser Dilemma hauptsächlich (nicht nur) im Versagen der Schule und der Lehrkräfte


    Auch mit der Einschränkung "hauptsächlich" wird diese Behauptung nicht richtiger.


    So schiebt einer die Schuld auf den anderen, meist geleitet von persönlichen Ressentiments. Oder man behält die Schuld, weil auch das ja sehr schön und befriedigend sein kann ...


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    dyke
    Meine Frage war in Präteritum und in Präsens gestellt. Du antwortest für die Vergangenheit. Was Du sagst, stimmt sicher alles (ausser, dass ich bei der griechischen Philosophie auf Platon hinweisen müsste, der eine der schönsten und emanzipiertesten Frauengestalten in Philosophie und Literatur geschaffen hat: Diotima, die Lehrerin des Sokrates).


    Doch selbst heute, wo man diese Frauen von früher doch wiederentdecken könnte, schafft kein neuer weiblicher Name die Aufnahme ins Pantheon. Und die noch lebenden Frauen? Die meisten sind und bleiben Spielzeuge der Verleger (sagen wir neutraler: der Verlage). Haben wir heute mehr (junge) Autorinnen? Wenn ich die Feuilleton-Seiten so überfliege, will es mir nicht scheinen. Vielleicht ist unsere Gesellschaft ja immer noch nicht weiter? viennas Posting könnte ich jedenfalls ehrlich gesagt nicht zustimmen.


    Grisel
    Marie und Christine kenne ich nicht. Bettina? Hat sein ganzes Leben lang darauf gewartet, dass ihr Achim wieder kreativ würde, der aber nur noch auf seinem Junker-Gütchen vor sich hin wirtschaftete. Nach Achims Tod schrieb sie selber, zugegeben. Doch was kennt man von ihr? Die fiktiven Gespräche mit Goethes Mutter und den fiktiven Briefwechsel mit Goethe selber. Nehmen wir noch ihren Bruder hinzu, müssen wir leider feststellen, dass ihr Ruhm an 3 Männern hängt. Die Günderode: Wieviel ihres Ruhms verdankt sie ihrem verkorksten Leben, wieviel wirklich ihrer Dichtung?


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!
    Hallo nimue!


    Du schreibst:

    Zitat

    [...] das ist doch nichts anderes wie mit den Leserunden im Klassikerforum.


    Nun, auch da mache ich selten mit. Auch weil ich einiges langsamer lese als die Mehrzahl der in diesen Foren Vertretenen.


    Das mit Dante überlege ich mir noch. Vor Mitte Jahr sehe ich keine Chance. Andererseits ...


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    Lesen nach Plan? Ich weiss, es gibt viele, die das machen. Für mich wäre das allerdings nichts. Woher soll ich jetzt schon wissen, was mich im Dezember 2004 interessieren wird? (Ich weiss ja noch nicht mal, was mich im März interessieren wird ...)


    Nimue
    Glaubst Du, dass wir für die 'Göttliche Komödie' eine zweite Leserunde zusammenbrächten?


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    Die Beauvoir, die Sand, Anaïs Nin, Ebner von Eschenbach - ja, gut. Die Sappho, Hildegard von Bingen, die Droste-Hülshoff und George Eliot wären noch zu erwähnen. Über die anderen schweigt des Sandhofers Höflichkeit. Vielleicht kommt uns noch die eine oder andere in den Sinn - aber: wie wenige verglichen mit ihren männlichen Kollegen...


    Ist es wirklich nur mangelnde Möglichkeiten in einer patriarchalischen Gesellschaft? Hätten die Patriarchen nicht eher das Dichten als unmännliche Betätigung den Frauen überlassen können? Doch selbst im Mittelalter finden wir fast nur Männer ...


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    Ja, die Frage gibt es ja auch noch. Ich lese wenig Bücher von Frauen geschrieben, nicht weil ich nun ein Macho wäre (der bin ich sowieso, hat aber auf die Auswahl meiner Lektüre keinen Einfluss :breitgrins: ), sondern weil Frauen selten gute Bücher schreiben bzw. geschrieben haben. Mein Literatur-Geschmack ist sehr begrenzt, und all die Gebiete, wo die Frauen schreiben, die Ihr aufgezählt habt, gehören nicht dazu :smile:


    Im Bereich der Klassiker: die Brontës, Austen - Ingeborg Bachmann wäre noch hinzuzufügen. (Nein. Christa Wolf nicht!); aber dann hat es sich schon bald.


    Warum schreiben / schrieben Frauen so wenig gute Literatur / Musik? :nikolaus:


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo nimue!


    Nun, ehrlich gesagt, lag mir "der hier" schon lange auf - so ähnlich wie ein Zahn: tut manchmal weh, manchmal nicht.


    Hat mit 'drüben' nur am Rand zu tun.


    Aber ich geh' jetzt gleich noch hin :breitgrins::bang:


    Danke!


    Gruss


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    Findet Ihr es auch so frustrierend: Da kommt einer mit einer Frage, man überlegt, geht hin, tippt eine Antwort. Und dann - gar nix mehr ... :sauer:


    Hat der Tipp geholfen, müsste man eventuell noch weiter recherchieren?


    Pech für den nächsten Frager. Er wird mehr Mühe haben, noch eine Antwort zu bekommen.


    Grüsse


    Sandhofer

    Hallo zusammen!


    In der Leserunde wurde erwähnt, dass gewisse Bücher offenbar (fast) nur von Frauen gelesen und gekauft würden.


    Nun meine Fragen:
    [list]Warum ist das so?
    Was für Bücher sind das?[/list:u]
    ein neugieriger Mann :zwinker:


    Sandhofer