Beiträge von Dani79

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Uff. Vorbei.


    Ja, du hast nicht unrecht. Staffel 7 und 8 sind schon deutlich anders als die vorherigen. Und eine ewig-weitergehende Serie würde es nicht besser machen.

    Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man in den letzten beiden Staffeln das Tempo nicht einerseits so anzieht und andererseits so viel liebevoll entwickelte Figuren so sang- und klanglos einfach verschwunden wären...


    Ich glaube, ich fange nun nach all den Jahren doch noch an, die Bücher zu lesen...

    So, nun bin ich fertig damit.

    Wie bereits erwähnt, hatte ich arge Erinnerungslücken und dementsprechend auch ein bisschen Verständnisschwierigkeiten, was manche Details angeht. Wenn man die Zeit hat, würde ich einen Re-read der Vorgänger empfehlen.

    Irgendwann war die Story aber wieder so tempo- und actionreich, dass ich mich mit den kleinen Fragezeichen nicht weiter abgegeben habe und einfach der jetzigen Geschichte gefolgt bin.

    Es passiert so viel, immer wieder gibt es überraschende Wendungen. Mit den Hauptfiguren geht die Autorin nicht gerade zimperlich um, von den Nebencharakteren ganz zu schweigen.

    Das Ende frustriert mich etwas - noch immer ist so viel offen und nun heißt es schon wieder warten, bis es irgendwann weitergeht.

    Ich sehe die Wahrscheinlichkeit, dass es so weit kommt, als sehr gering. Also muss ich da keine Sorge haben :-D

    Die Idee, dass alle Menschen und Regierungen erkennen, dass wir es nicht können und einem Entscheider ohne Gefühle, Befindlichkeiten, Vorlieben, Abneigungen, etc das Ruder überlassen...


    die ja auch von Menschen konstruiert wurde by the way

    Dass KI schnell schlauer werden könnte als Menschen ist ja ein regelmäßig diskutiertes (Horror)Szenario.


    Aber so wie es hier in der Story angelegt ist, mit der klaren, unverrückbaren obersten Maxime des Thunderhead, das Beste für die Menschheit allgemein, aber auch gleichzeitig für jedes Individuum zu tun - das ist für mich tatsächlich eher Utopie als Dystopie.

    Ich finde tatsächlich eher das die Einrichtung eines Thunderheads beunruhigend wäre. Für mich wäre das eine Diktatur nur mit einer Maschine. Jemand der entscheidet über uns, der findet was das Beste für uns wäre? Und zwar ohne das wir eingreifen können? Nein Danke. Ja wir treffen als Menschen immer wieder die falschen Entscheidungen, aber es sind unsere und unsere Fehler. Wir sind daran Schuld, ja auch das.

    Ich finde auch die Vorstellung beunruhigend, was wir Menschen mit der Welt machen ;-)

    Der Thunderhead, wie er hier im Buch geschildert wird, könnte einem wirklich wie eine gute Alternative vorkommen, angesichts von Politikern wie Trump, Putin und Co. oder auch nur angesichts der Stammtisch-Parolen-Idioten, auf die man praktisch täglich so trifft...

    Da es nach Band 2 über zwei Jahre gedauert hat, bis dieser Band auf Deutsch erschien, waren mir viele Details aus den Vorgängern nicht mehr präsent. Ich habe daher ziemlich lange gebraucht, um in die Handlung reinzukommen.

    Das beruhigt mich etwas. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Band 2 gelesen hatte, hab ihn aber anscheinend nicht rezensiert, also hab ich keinen "Beweis". Nun hab ich trotzdem mit Band 3 angefangen und gucke teilweise ziemlich fragend auf meinen Reader ^^

    Zu Beginn muss man sich etwas reinfinden, aber ich fand das Setting diesmal eigentlich sogar weniger kompliziert als in "Das dunkle Herz des Waldes". Zumindest zu Beginn ist die Welt hier doch sehr nah an der Realität, nur durch die immer wiederkehrende Erwähnung der "Straße der Staryk" wird angedeutet, dass es da noch etwas gibt, wer oder was die sind, bleibt aber anfangs sehr vage.

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    Ich glaube, ich habe eine neue must-read-Autorin gefunden. Schon "Das dunkle Herz des Waldes" fand ich ja sehr vielschichtig und spannend, dementsprechend neugierig war ich auf ihr neues Buch.

    Das Setting ist ähnlich, aber es ist eine neue Story und wieder ein Stand-alone Buch, in Zeiten der Trilogien und Reihen manchmal auch eine schöne Abwechslung.


    Die Handlung entwickelt sich in mehreren Strängen. Der Fokus liegt zum einen auf Mirjem, Tochter eines jüdischen Pfandleihers mit weichem Herz, der es nicht schafft, seine Außenstände einzutreiben und so leidet seine eigene Familie. Mirjem nimmt das Geschäft dann irgendwann selbst in die Hand und ab da entwickelt sich ihr Leben deutlich zum Besseren. Aber Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert und Mirjems Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Neben Mirjem spielen die Bauerntochter Wanda und die Herzogstochter Irina wichtige Rollen.

    Außer der Welt der Menschen gibt es den geheimnisvollen und unheimlichen Winterwald der Staryk. Normalerweise sind die beiden Welten getrennt, doch es gibt Durchgänge. Und die beiden Welten sind enger miteinander verknüpft als den Menschen bewusst ist.


    Es dauert eine ganze Weile, bis die verschiedenen Handlungsstränge zueinander laufen und sich dann ineinander fügen. Aber mir war an keiner Stelle langweilig, da der Erzählstil der Autorin einfach wunderschön ist. Man muss sich allerdings darauf und auf ihre Welten einlassen können.


    Ich finde es unglaublich schwer, das Buch zu beschreiben, denn es ist so vielschichtig.


    Mir gefällt hervorragend, wie die Autorin verschiedenste Vorlagen und Settings miteinander verknüpft. Jüdisch-slawisches Leben und Märchen, Winterwesen und Feuerdämonen, Geldeintreiber, Bauern und Prinzessinnen, und vieles mehr.

    Man kann das Buch einfach als Märchen lesen, man kann es aber auch als Parabel sehen und viele aktuelle Themen hineininterpretieren und herauslesen. Letztlich ist es das Zusammenspiel von drei Frauen, die sich ihrer Stärken bewusst werden und diese zum Wohl ihrer Familien und Völker einsetzen und damit ihre Welt(en) retten.


    :tipp: