Beiträge von Dani79

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich sehe die Wahrscheinlichkeit, dass es so weit kommt, als sehr gering. Also muss ich da keine Sorge haben :-D

    Die Idee, dass alle Menschen und Regierungen erkennen, dass wir es nicht können und einem Entscheider ohne Gefühle, Befindlichkeiten, Vorlieben, Abneigungen, etc das Ruder überlassen...


    die ja auch von Menschen konstruiert wurde by the way

    Dass KI schnell schlauer werden könnte als Menschen ist ja ein regelmäßig diskutiertes (Horror)Szenario.


    Aber so wie es hier in der Story angelegt ist, mit der klaren, unverrückbaren obersten Maxime des Thunderhead, das Beste für die Menschheit allgemein, aber auch gleichzeitig für jedes Individuum zu tun - das ist für mich tatsächlich eher Utopie als Dystopie.

    Ich finde tatsächlich eher das die Einrichtung eines Thunderheads beunruhigend wäre. Für mich wäre das eine Diktatur nur mit einer Maschine. Jemand der entscheidet über uns, der findet was das Beste für uns wäre? Und zwar ohne das wir eingreifen können? Nein Danke. Ja wir treffen als Menschen immer wieder die falschen Entscheidungen, aber es sind unsere und unsere Fehler. Wir sind daran Schuld, ja auch das.

    Ich finde auch die Vorstellung beunruhigend, was wir Menschen mit der Welt machen ;-)

    Der Thunderhead, wie er hier im Buch geschildert wird, könnte einem wirklich wie eine gute Alternative vorkommen, angesichts von Politikern wie Trump, Putin und Co. oder auch nur angesichts der Stammtisch-Parolen-Idioten, auf die man praktisch täglich so trifft...

    Da es nach Band 2 über zwei Jahre gedauert hat, bis dieser Band auf Deutsch erschien, waren mir viele Details aus den Vorgängern nicht mehr präsent. Ich habe daher ziemlich lange gebraucht, um in die Handlung reinzukommen.

    Das beruhigt mich etwas. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Band 2 gelesen hatte, hab ihn aber anscheinend nicht rezensiert, also hab ich keinen "Beweis". Nun hab ich trotzdem mit Band 3 angefangen und gucke teilweise ziemlich fragend auf meinen Reader ^^

    Zu Beginn muss man sich etwas reinfinden, aber ich fand das Setting diesmal eigentlich sogar weniger kompliziert als in "Das dunkle Herz des Waldes". Zumindest zu Beginn ist die Welt hier doch sehr nah an der Realität, nur durch die immer wiederkehrende Erwähnung der "Straße der Staryk" wird angedeutet, dass es da noch etwas gibt, wer oder was die sind, bleibt aber anfangs sehr vage.

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    Ich glaube, ich habe eine neue must-read-Autorin gefunden. Schon "Das dunkle Herz des Waldes" fand ich ja sehr vielschichtig und spannend, dementsprechend neugierig war ich auf ihr neues Buch.

    Das Setting ist ähnlich, aber es ist eine neue Story und wieder ein Stand-alone Buch, in Zeiten der Trilogien und Reihen manchmal auch eine schöne Abwechslung.


    Die Handlung entwickelt sich in mehreren Strängen. Der Fokus liegt zum einen auf Mirjem, Tochter eines jüdischen Pfandleihers mit weichem Herz, der es nicht schafft, seine Außenstände einzutreiben und so leidet seine eigene Familie. Mirjem nimmt das Geschäft dann irgendwann selbst in die Hand und ab da entwickelt sich ihr Leben deutlich zum Besseren. Aber Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert und Mirjems Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Neben Mirjem spielen die Bauerntochter Wanda und die Herzogstochter Irina wichtige Rollen.

    Außer der Welt der Menschen gibt es den geheimnisvollen und unheimlichen Winterwald der Staryk. Normalerweise sind die beiden Welten getrennt, doch es gibt Durchgänge. Und die beiden Welten sind enger miteinander verknüpft als den Menschen bewusst ist.


    Es dauert eine ganze Weile, bis die verschiedenen Handlungsstränge zueinander laufen und sich dann ineinander fügen. Aber mir war an keiner Stelle langweilig, da der Erzählstil der Autorin einfach wunderschön ist. Man muss sich allerdings darauf und auf ihre Welten einlassen können.


    Ich finde es unglaublich schwer, das Buch zu beschreiben, denn es ist so vielschichtig.


    Mir gefällt hervorragend, wie die Autorin verschiedenste Vorlagen und Settings miteinander verknüpft. Jüdisch-slawisches Leben und Märchen, Winterwesen und Feuerdämonen, Geldeintreiber, Bauern und Prinzessinnen, und vieles mehr.

    Man kann das Buch einfach als Märchen lesen, man kann es aber auch als Parabel sehen und viele aktuelle Themen hineininterpretieren und herauslesen. Letztlich ist es das Zusammenspiel von drei Frauen, die sich ihrer Stärken bewusst werden und diese zum Wohl ihrer Familien und Völker einsetzen und damit ihre Welt(en) retten.


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    Nach dem ich das "Debut" der Autorin Ellen Sandberg (die unter ihrem richtigen Namen Inge Löhnig ja schon lange bekannt ist) ganz großartig fand, war ich sehr neugierig auf das zweite Werk. Da mir momentan immer ein bisschen die Zeit zum Lesen fehlt, habe ich hier zum Hörbuch gegriffen.

    Ungekürzte Hörbücher sind nicht so mein Fall, daher war mir hier die gekürzte Version ganz recht, ich hab immer noch lange genug dafür gebraucht.


    Es geht um 3 Schwestern und ihr schwieriges Verhältnis. Angeblich liegt ein Fluch auf den Frauen der Familie und manchmal sieht es fast so aus, obwohl so etwas natürlich Aberglaube ist. Nane war 20 Jahre im Gefängnis und ist nun gerade wieder entlassen worden. Das führt dazu, dass die Ereignisse, die damals zu ihrer Verhaftung geführt haben, wieder aufgewühlt werden.


    Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, 2018 und 1998. Zu Beginn ist alles recht verwirrend, viele Figuren werden eingeführt und die Beziehungen untereinander musste ich innerlich erstmal für mich aufdröseln. Wenn man das aber mal verstanden hat, ist es nicht weiter kompliziert.


    Meine hohen Erwartungen konnte das (Hör)Buch nicht erfüllen.

    Sprecher Thomas M. Meinhardt macht seine Sache gut, auch die Kürzungen sind offenbar so erfolgt, dass mir nichts weiter aufgefallen ist oder gefehlt hat.

    Aber die Story an sich... das große Familiengeheimnis war mir relativ schnell klar und die Spannung hielt sich somit ziemlich in Grenzen.

    Viel schlimmer noch sind aber die Charaktere. Mir müssen Buchfiguren nicht sympathisch sein, damit ich ein Buch gut finden kann. Zum Glück, denn sympathisch ist hier wirklich niemand. Die Personen sind schwach, labil, jähzornig und alle in irgendeiner Form emotional gestört, dies aber für mich leider nicht einmal überzeugend oder nachvollziehbar

    Einzige Ausnahme ist die nächste Generation, die aber keine tragenden Rollen spielen, sondern eher Staffage sind.


    So zog sich die Geschichte für mich vorhersehbar und ziemlich langweilig dahin, nicht einmal das "Geheimnis im Geheimnis" am Ende konnte mich überraschen, denn auch das hatte ich mir da längst gedacht.


    2ratten

    Maria war die Mutter? Ja, die war ok - aber in ihrer mehr oder weniger "Selbstaufgabe" konnte ich mich auch für sie nicht wirklich begeistern. Wobei das für eine Frau ihrer Zeit und Herkunft sicherlich nicht unrealistisch war.


    Ich lese das Buch zur Zeit, bin aber noch nicht soweit.

    Hast du es eigentlich in der Zwischenzeit geschafft?

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    ACHTUNG, Spoiler zu den Vorgängern! Nicht weiterlesen, wer die ersten 3 Bände nicht kennt!


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    Ich bin ja zugegebenermaßen ein ziemlicher Fan der Reihe und habe entsprechend auf den 4. Band hingefiebert. Wobei ich mich schon gefragt habe, wie die Autorin nach dem action-reichen 3. Teil noch eins draufsetzen will, denn eigentlich war die Geschichte ja quasi zu Ende. Die große Schlacht war geschlagen, der Feind besiegt, die Protagonisten haben, wenn auch mit einigen Wunden und Narben, überlebt.

    Hier enden ja die meisten Stories.


    "Frost und Mondlicht" setzt genau an dieser Stelle ein und beleuchtet, wie es nach so einer Schlacht weitergeht. Dass eben längst nicht alles super ist, "nur" weil der Sieg über einen Feind errungen wurde. Dass die vorher bestehenden, diversen internen Querelen natürlich auch danach noch längst nicht gelöst sind. Dass so ein Sieg viele Opfer kostet und dass längst nicht jeder danach zur Tagesordnung übergehen kann.


    Inhaltlich passiert in diesem Band nicht viel, keine wilden Kämpfe, auch die Intrigen und politischen Kalküle spielen nur am Rande eine Rolle. Dennoch wird der Grundstein für neue Konflikte und Probleme gelegt beziehungsweise aufgezeigt.

    Es ist ganz klar ein Übergangsband und wird wahrscheinlich viele Fans der Reihe enttäuschen.

    Ich hingegen fand dieses "was dann geschah" eine irgendwie interessante Abwechslung. Allerdings hat die Geschichte neben Rhys und Feyre einfach zu viele weitere wichtige Figuren, um allen auf gerade mal 350 Seiten wirklich ausreichend psychologischen Raum zu geben - so kommen sie mir letztlich alle irgendwie zu kurz.


    Im Nachwort schreibt die Autorin von einem schweren Krankheitsfall in ihrem engsten Familienumfeld und dann von der Nachricht, dass sie schwanger war - beides möglicherweise Erklärungsansätze, dass das Buch nicht die von der Reihe bisher gewohnte Tiefe aufweist? Da hätte ich es dann aber vielleicht besser gefunden, den ET konsequent zu verschieben, anstatt so etwas "Halbes" herauszubringen.


    Aus Liebe zur Gesamtreihe von mir daher noch 3ratten und ganz viel Hoffnung auf den nächsten Band!