Beiträge von tári

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
    1. Bist du zufrieden mit deinem Lesejahr 2019?
      Für mich ist der Vergleich zwischen 2018 und 2019 sehr spannend. 2018 war ich überwiegend arbeitslos und hatte viel Zeit, stand aber ziemlich unter Druck und es hat sich sonst einiges getan. In diesem Jahr habe ich 52 Bücher gelesen, 2019 waren es 41, also ziemlich genau ein Buch pro Monat weniger.

      Gleichzeitig hatte ich 2019 eigentlich keine echten Ausreißer, weder nach unten noch nach oben, was meine Bewertung angeht und auch nur zwei Bücher abgebrochen.

      In Summe bin ich so halb zufrieden, ein paar Highlights wären nett gewesen.
    2. Die besten Bücher 2019?

      Tara Westover - Educated
      Liu Cixin - Die drei Sonnen
      Ray Bradbury - The October Country
    3. Die eher schlechteren Bücher 2019?

      Laura Kneidl - Die Krone der Dunkelheit
      Glendy Vanderah - Where the Forest Meets the Stars
      Greer Hendricks - The Wife Between Us
    4. Welches Buch hat dich emotional am meisten mitgenommen?

      Tara Westover - Educated, weil es keine Fiction ist.
    5. Welches Buch hat dich überrascht?
      Da fällt mir gerade auch kein Buch ein. Vielleicht auch ein Grund, weshalb ich nur so halb zufrieden bin.
    6. Welches Buch hat dich enttäuscht?

      Zwei Bücher habe ich abgebrochen:
      Hank Green - An Absolutely Remarkable Thing, remarkable war für mich nur der Hype um ein für mich sehr durchschnittliches Buch
      Justin Cronin - The Passage, das Buch wollte ich wirklich mögen, aber es war einfach zu lange und ich bin nicht in die Geschichte so reingekommen, dass ich über 1000 Seiten davon lesen wollte. (Bei Stephen King habe ich das schon geschaft, hier fehlte etwas.)

      Und von meinen Leseflops: Laura Kneidl - Die Krone der Dunkelheit, weil ich hier auch das Gefühl hatte, dass ein sehr durchschnittliches High Fantasy Buch, das man schon 1000x gelesen hat, durch die Bloggerszene recht unreflektiert hochgehypet wurde.
    7. Welches Genre hast du am meisten gelesen?
      Krimi und Thriller, Fantasy
    8. Welches Genre hast du eventuell für dich neu entdeckt?
      Sofern man die Podcasts mitzählt, dann definitiv True Crime. Ansonsten habe ich sehr in meinen bekannten Gewässern gefischt. Eventuell noch Biographien (Educated), die lese ich nur äußerst selten.
    9. Von welchem Genre hättest du gerne mehr gelesen?
      Science Fiction, das habe ich nämlich erst in den letzten Jahren für mich entdeckt. Und dann noch "gute" Liebesromane, ich mag manchmal für ein paar Stunden im Kitsch versinken, aber gleichzeitig langweilen oder nerven mich die meisten Exemplare dieser Sorte mittlerweile.
    10. Die beste Buchverfilmung, die du 2019 gesehen hast?
      Birdbox, kenne aber das Buch nicht. In diesem Jahr habe ich generell wenig Buchverfilmungen geschaut.
    11. Eine Buchverfilmung in 2019, die eher nicht so gelungen war?
      Da fällt mir keine ein, siehe vorige Frage.
    12. Hast du neue Autoren für dich entdeckt?
      Die meisten Autoren kannte ich bereits.
    13. Das schönste Cover 2019?
      Ich lese eBooks und höre Hörbücher, also Cover sind bei mir eher zweitrangig oder unsichtbar. Ich mag aber die englischen Cover der Inspector Gamache Reihe von Louise Penny meist sehr gern, da habe ich 2019 mehrere gelesen.
    14. Auf welche Neuerscheinungen im neuen Jahr freust du dich?
      Der dritte Teil von der Kingkiller-Trilogie von Patrick Rothfuss? Der sechste Teil von A Song of Ice and Fire von Martin? :ohnmacht:
      Ehrlich gesagt habe ich aktuell überhaupt keine Ahnung, welche Neuerscheinungen kommen sollen.
    15. Welche Bücher willst du 2020 unbedingt lesen?
      Bücher, die mich auch mal wieder von den Socken hauen und in die ich richtig eintauchen kann.

    Von mir auch verspätet schöne Feiertage an alle und einen guten Start ins neue Jahrzehnt!

    Und auch danke für die Arbeit, die schon so lange und konsequent von vielen Seiten in dieses Forum fließt!

    Ich war in letzter Zeit nicht so viel hier, habe auch weniger gelesen. Mein erstes Jahr im neuen Job hat mich im positiven Sinne vereinnahmt. Aber jedes Mal, wenn ich online komme, ist das auch ein zur Ruhe kommen, das ich sehr schätze.

    Meine ungelesenen Bücher befinden sich tatsächlich überwiegend auf Wunschlisten und Merkzettel. Als Jugendliche konnte ich nicht mal eben zehn Bücher kaufen und irgendwie habe ich mir das beibehalten, nur ein Buch nach dem anderen zu kaufen. Seit ich überwiegend auf dem Reader lese, sowieso, da ich ja nicht gebunden bin, wann und wo ich ein Buch kaufe.


    Also was das angeblangt bin ich sehr Konmari-konform. In anderen Bereichen leider nicht :verlegen:


    Meinen Kleiderschrank entrümple ich immer noch alle paar Monate nach der Methode, allerdings nicht haargenau so wie im Buch. Zum Beispiel behalte ich sehr wohl Kleidungsstücke, die nicht unbedingt Freude bereiten, aber eine wichtige Funktion haben. Außerdem habe ich nach wie vor eine Trennung in Berufsoutfits und Freizeitkleidung. Ich erinnere mich daran, dass sie im Buch beschreibt, dass man die Kleidung so gerne haben soll, dass man sie da wie dort gerne anzieht. Aber das funktioniert für mich so nicht und ich habe auch kein Interesse daran, da was zu ändern, weil es mich gar nicht stört.

    Ich hab gerade mal gegoogelt und mich köstlich amüsiert, dass das Buch bei Goodreads schon 23 Bewertungen hat, obwohl es noch gar nicht existiert :vogelzeigen:

    Das stört mich auch immer sehr. Bei Rottentomatoes - ein Film- und Serienbewertungsportal - wurde das vor einigen Monaten geändert, sodass keine Filme und Serien mehr vor Veröffentlichung bewertet werden dürfen. Das wäre für Goodreads sicherlich auch möglich und sinnvoll.



    Gibt es eigentlich schon Infos, wann Cormoran und Robin wieder ermitteln?

    Ich warte schon sehr auf den nächsten Fall!

    Ich habe gerade nachgeschaut, für Lethal White hat Rowling/Galbraith ungefähr drei Jahre gebraucht, nachdem Career of Evil erschienen war. Der letzte Teil ist auch um einiges länger, als die anderen Teile davor. Ich vermute also, dass wir noch etwas warten müssen.

    An den Teil kann ich mich auch noch gut erinnern, nur die Auflösung ist mir nicht mehr ganz präsent, da müsste ich nachlesen. Die Figur der CC de Poitiers war für mich sehr greifbar und lebendig beschrieben, obwohl man sie ja eigentlich nicht mehr lebend antrifft.


    Ich weiß auch noch, dass ich anfangs skeptisch war, ob das jetzt eine Krimireihe wird über ein winziges Dorf, das offenbar im Alleingang die Mordrate Kanadas verdoppelt und verdreifacht. Und das ist ja auch nicht ganz von der Hand zu weisen - es spielen aber auch nicht alle Teile in Three Pines - aber irgendwie ist mir die Reihe trotzdem ans Herz gewachsen.

    (Und dieses Problem, dass alle Bösewichte nur in einer Stadt/einem Dorf anzutreffen sind, findet man ja auch in vielen Serien. Bei Buffy hat es mich auch nicht gestört :D)

    Der Preis wurde für sein literarisches Werk verliehen,nicht für seine politische Meinung.

    Naja, ehrlich gesagt fällt es mir auch schwer, von einer "politischen Meinung" zu sprechen, wenn es um Aussagen geht, die den Völkermord in Srebrenica betreffen. Der wurde ja auch vom UN-Kriegsverbrechertribunal ganz klar als Genozid klassifiziert und diesen Umstand verleugnet Handke mitunter. Und zwar auch in seinem literarischen Werk.
    Man würde dem Preis ja hoffentlich auch keinem expliziten Holocaust-Leugner übergeben.

    Die Empfehlung von Seiten des Verlages, dass man es ohne Vorkenntnisse ohne Probleme lesen kann, würde ich definitiv nicht unterstützen.

    Genau auf diese Aussage bin ich auch reingefallen und habe das Hörbuch jetzt nach etwa der Hälfte des Hörens abgebrochen. :rollen:

    Diese Aussage kann ich auch nicht ganz unterschreiben. Man würde wahrscheinlich schon irgendwie mit der Handlung mitkommen, aber es geht doch sehr viel dabei verloren. Vor allem Ninas Hintergrundgeschichte aus der Six of Crows Duologie ist ja doch sehr wichtig, und auch ein paar Figuren aus den Grisha-Büchern nehmen ganz zentrale Rollen ein.


    Ich habe alle Bücher aus diesem Universum gelesen, wobei mir Six of Crows besser gefallen hat als die Grisha-Reihe. (Ich bin auch erst durch Six of Crows auf Leigh Bardugo aufmerksam geworden und habe die Grisha-Bücher anschließend gelesen.)

    King of Scars hat für mich eigentlich noch sehr gut angefangen, die Handlung hat mich aber relativ schnell nicht mehr packen können. Ich muss ehrlich zugeben, dass mir Nikolais Schicksal irgendwann egal wurde; mir fehlte Tiefgang in den Charakteren und einiges wirkte etwas eindimensional und formenhaft.
    Die Handlung plätscherte so vor sich hin, zeitweise hatte ich auch das Gefühl, dass da nicht mal mehr viel plätschert, an anderer Stelle fehlte mir ein roter Faden.


    Und auch das Ende hat bei mir für Augenrollen gesorgt.

    Insgesamt konnte ich mich des Eindrucks einfach nicht erwehren, dass hier ein Buch nicht in der Fantasie eines Autores sondern mehr in der Marketingabteilung eines Verlegers entstanden ist.

    Leigh Bardugo schätze ich als Autorin trotzdem sehr, ich habe mich mittlerweile mit ihrem neuen Buch wieder etwas versöhnt :zwinker:

    Ich habe gerade nachgesehen, wann ich das Buch gelesen habe, und dachte mir, das kann doch höchstens ein Jahr her sein. Tatsächlich sind es aber schon zwei Jahre. Vom Inhalt habe ich auch schon einiges vergessen, emotional fühlt es sich aber an, als wäre es gestern gewesen. Eleanor ist mir immer noch sehr präsent und sie ist mir definitiv hängen geblieben.


    Ich weiß noch, dass mich das Buch aber auch sehr traurig gestimmt hat. Trotz der lockeren Erzählweise und der lustigen Beschreibungen, ist der Roman eigentlich sehr tiefgründig. Definitiv zu empfehlen!

    Danglard ich hätte mich gefreut, wenn der Literaturnobelpreis mal eine andere Richtung einschlägt und nicht wieder in den eh bekannten Tümpeln fischt. Österreich und die Schriftsteller, die hier leben oder arbeiten, gehören als Teil von West- und Nordeuropa und auch als Teil der deutschsprachigen Literatur zu den ohnehin Begünstigten bei der Vergabe des Preises und ich mag auch diese Beinote nicht, dass erstklassige Leistungen offenbar vorwiegend in den wohlhabensten Gebieten der Welt entstehen.

    Ich bin Österreicherin, aber ehrlich gesagt bin ich nicht der Meinung, dass Österreich überhaupt einen Literaturnobelpreisträger nötig hat, und erst recht nicht einen Autor, der in den letzten Jahren (Jahrzehnten?) stets mehr mediale Aufmerksamkeit durch seine problematischen Äußerungen generiert hat als durch sein literarisches Werk.

    HoldenCaulfield das Thema von deinem Spoiler wird in King of Scars, der neuen Duologie rund um Nikolai Lantsov aus der Shadow und Bone Trilogie recht ausführlich behandelt.


    Allerdings hat mich dieses Buch insgesamt nicht sehr vom Hocker gerissen.


    Ich bin aber schon gespannt auf die Serie, wo ja sowohl die Shadow and Bone Trilogie als auch die Six of Crows Duologie miteinander verschränkt werden sollen.

    Ich habe den ersten Teil auf Englisch gelesen und das ist auch schon etwas her. Ich weiß daher leider nicht, wo in der Handlung der deutsche erste Teil aufhört.

    Es könnte aber gut sein, dass diese Aufteilung ungefähr meinen gespaltenen Eindruck von dem Buch widergibt. Ich mochte die Geschichte anfangs sehr und fand, dass Laini Taylor neue und interessante Elemente einbaut.

    Mit fortschreitender Handlung ist das ganze für mich aber zunehmend ins Kitschige und Melodramatische abgedriftet und damit konnte ich leider wenig anfangen. Das ist auch der Grund, weshalb ich den zweiten Teil nicht mehr gelesen habe.

    Kaz geht mir allerdings immer noch auf den Keks. Warum manche ihn so Verehren kann ich absolut nicht nachvollziehen.

    Naja, ich glaube der coole, waghalsige Typ, der auch ein bisschen A***** sein kann, übt schon auf viele eine Faszination aus.

    Ich mochte Kaz auch, deswegen weil seine Figur für mich so gut zeigte, wie aus einstigen Überlebensstrategien irgendwann starre und dysfunktionale Verhaltensmuster werden, die bei den Betroffenen wie bei ihrem Umfeld Leidensdruck erzeugen. Und der Leidensdruck war meiner Meinung nach schon da und ich zumindest habe da auch - hinter der Fassade - Einsamkeit gespürt. Die Art Einsamkeit, die davon unberührt bleibt, dass man physisch gar nicht alleine ist.


    Wenn ich im Nachhinein die Kritiken lese, dass Kaz Pläne alle viel zu leicht aufgehen, und so weiter, dann kann ich das nachvollziehen und denke mir "ja, eigentlich stimmt das". Beim Lesen selbst ist mir das aber ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen. Für mich war die Duologie deswegen so speziell, weil die Handlung für mich sowohl plot- als auch character-driven war.


    Ich hatte dafür wiederum Schwierigkeiten mit Matthias, weil ich mit religiösen Dogmen und Moral oft nur wenig Geduld habe und solche Menschen dann Aggressionen bei mir auslösen. Aber das liegt an mir:schulterzuck:

    gagamaus Ja, deine Argumentation kann ich absolut nachvollziehen und stimme dem auch in einigen Punkten überein. Ich glaube, am Ende unterscheiden wir uns "nur" in der Beurteilung der Dinge. Und da gebe ich zu, dass ich da völlig subjektiv und emotional berurteile.


    Bezüglich des Gerichtsurteils:

    Und zu dem gewählten Leben von Kya

    Ich habe den Roman heute beendet und bin ein wenig zwiegespalten.


    Der Großteil des Buches hat mir eigentlich sehr gut gefallen, obwohl ich ein paar Kritikpunkte habe, die ich bei einem Debutroman aber immer ein wenig entspannter sehe. Die Stärke von Frau Owens als Zoologin liegt sicherlich in den Naturbeschreibungen und die bekommen in dem Roman auch viel Platz und Raum. Allerdings packt sie auch noch einige andere Elemente in ihren Roman, weswegen ich gleichzeitig das Gefühl hatte, die Erzählung wäre etwas zu durcheinander, aber auch, dass mir etwas fehlte. Wobei ich nicht genau sagen kann, was mir fehlte.

    Sehr gut gefallen haben mir zum Beispiel die Szenen im Gerichtssaal, weil man als Außenstehender einen sehr guten Eindruck davon bekommt, wie so ein Jury-Verfahren abläuft und wie sich die gesamte Kommunikation der Antwälte an die Jury richtet. Auch kann ich jetzt zum ersten Mal so richtig nachvollziehen, weshalb man sich als Angeklagter gegen eine Aussage entscheiden könnte, selbst wenn man unschuldig sein sollte.

    Gleichzeitig fand ich diesen Teil des Buches aber auch sehr losgelöst vom Rest, weil er einen ganz anderen Ton und Stil hat.


    Leider haben mir aber die letzten Kapitel nicht mehr gefallen und zumindest für mich vieles von dem Roman weggenommen, was ich daran mochte.

    Das liegt an zwei Punkten:

    Zum einen betrifft es die Charakterentwicklung, und dabei vor allem die von Kya und auch ein wenig die von Tate.

    Und der zweite Punkt ist die Auflösung am Schluss, die mir überhaupt nicht gefallen hat.

    Ich habe das Hörbuch im Februar gehört und mir ging es ganz ähnlich.

    Die Grundidee der Geschichte fand ich sehr spannend und etwas, das mir so auch noch nie untergekommen ist. Auch die Atmosphäre am Anwesen fand ich sehr lebendig beschrieben und man kann sich so richtig gut in die Szenerie hineinversetzen. Und dann waren da auch noch ein paar richtig gruselige Elemente vorhanden.


    Allerdings habe ich irgendwann völlig den Faden verloren und hatte das Gefühl, dass mich der Sprecher durch die Handlung mitschleift. (Das wäre auch nicht anders gewesen, hätte ich das Buch gelesen, liegt also nicht am Format.)

    Ganz am Schluss gab es noch mal eine für mich sehr überraschende Wendung, die mir gut gefallen hat. Allerdings war ich da einfach schon so verwirrt, von allem was davor passiert ist.

    Ich bin trotzdem gespannt auf weitere Bücher von Turton, dann vielleicht mit ein paar Twists weniger :wegrenn:

    Ich habe das Buch vor etwa zwei Monaten gelesen und fand den Roman ganz spannend und hatte auch bis zum Schluss keine Ahnung, wie die Geschichte ausgehen wird.

    Nach zwei Monaten muss ich aber auch sagen, dass viel vom Plot bereits verblasst ist und mir erst nach und nach wieder einfällt, worum es gegangen ist. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich das Genre Psychothriller manchmal als Fast Food in stressigen Zeiten "missbrauche" und das war auch bei diesem Buch der Fall. Für diesen Zweck hat es aber sehr gut funktioniert :lachen:


    Dass der Autor eigentlich Drehbücher schreibt, merkt man dem Buch an, das fand ich aber gar nicht schlecht. Tatsächlich hatte ich beim Lesen immer wieder sehr lebhafte Bilder von den Szenen im Kopf.


    Auf weitere Bücher bin ich auch schon gespannt!

    Naja, ich muss ehrlich sein und fand den Roman über weite Strecken eher fade.


    Das Problem fängt schon mit dem - englischen - Klappentext an, der schon mal extrem viel spoilert. Zwar keine tatsächlichen Handlungsstränge, aber man weiß dann trotzdem schon, was man zu erwarten hat. (Und das auch, wenn man wie ich den Klappentext nach den ersten zwei Sätzen zu lesen aufhört, weil man merkt, dass hier zu viel hergegeben wird.)


    Das hatte dann auch zur Folge, dass ich den großen Twist in der Handlung nicht so schockierend fand. Unabhängig vom Klappentext hatte ich zu dem Zeitpunkt aber auch schon das Gefühl, dass da was nicht stimmen kann.

    Das wäre eigentlich noch nicht so schlimm gewesen, das Problem ist einfach, dass alle weiteren Twists für mich ziemlich unspektakulär und langweilig waren, zum Teil rein gar nichts für die Handlung taten und gegen Ende hin auch immer konstruierter wurden.


    Zu den Twists:

    Und als würde das nicht reichen, habe ich auch noch andere Probleme mit dem Buch:

    Der Roman spielt offenbar in der heutigen Zeit und trotzdem verschwenden die Protagonistinnen scheinbar keinen einzigen Gedanken daran, dass sie nach der Hochzeit sofort kündigen und ab sofort nicht mehr am Berufsleben teilhaben, weil sie jetzt (reiche) Ehefrauen sind?

    Auch die Darstellung der Ereignise in der Kinderwunschpraxis fand ich sehr unrealistisch.


    Und zuletzt ist der Plot in sich irgendwie ein wenig unordentlich. Vanessas Tante ist zwar der einzige Lichtblick in der Geschichte, aber wirklich notwendig ist ihre Figur auch nicht. Erst recht nicht der Nebenplot, der sich um ihre Gesundheit dreht.

    Das riesige Thema von Vanessas Mutter, ihrer Erkrankung, und Vanessas eigenes Abdriften in eine Abhängigkeit wird am Ende einfach vergessen oder ignoriert.

    Und dann ist relativ am Ende auch noch eine ominöse Andeutung, was die Rolle von Richards Schwester Maureen betrifft, die einfach hängen gelassen wird, ohne dass ich mich auskannte, was ich daraus jetzt machen soll.

    Und die "Erklärung", die Maureen über Richards Vergangenheit liefert, fand ich ziemlich lahm und mit einem sehr schalen Beigeschmack.