Beiträge von tári

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    gagamaus Ja, deine Argumentation kann ich absolut nachvollziehen und stimme dem auch in einigen Punkten überein. Ich glaube, am Ende unterscheiden wir uns "nur" in der Beurteilung der Dinge. Und da gebe ich zu, dass ich da völlig subjektiv und emotional berurteile.


    Bezüglich des Gerichtsurteils:

    Und zu dem gewählten Leben von Kya

    Ich habe den Roman heute beendet und bin ein wenig zwiegespalten.


    Der Großteil des Buches hat mir eigentlich sehr gut gefallen, obwohl ich ein paar Kritikpunkte habe, die ich bei einem Debutroman aber immer ein wenig entspannter sehe. Die Stärke von Frau Owens als Zoologin liegt sicherlich in den Naturbeschreibungen und die bekommen in dem Roman auch viel Platz und Raum. Allerdings packt sie auch noch einige andere Elemente in ihren Roman, weswegen ich gleichzeitig das Gefühl hatte, die Erzählung wäre etwas zu durcheinander, aber auch, dass mir etwas fehlte. Wobei ich nicht genau sagen kann, was mir fehlte.

    Sehr gut gefallen haben mir zum Beispiel die Szenen im Gerichtssaal, weil man als Außenstehender einen sehr guten Eindruck davon bekommt, wie so ein Jury-Verfahren abläuft und wie sich die gesamte Kommunikation der Antwälte an die Jury richtet. Auch kann ich jetzt zum ersten Mal so richtig nachvollziehen, weshalb man sich als Angeklagter gegen eine Aussage entscheiden könnte, selbst wenn man unschuldig sein sollte.

    Gleichzeitig fand ich diesen Teil des Buches aber auch sehr losgelöst vom Rest, weil er einen ganz anderen Ton und Stil hat.


    Leider haben mir aber die letzten Kapitel nicht mehr gefallen und zumindest für mich vieles von dem Roman weggenommen, was ich daran mochte.

    Das liegt an zwei Punkten:

    Zum einen betrifft es die Charakterentwicklung, und dabei vor allem die von Kya und auch ein wenig die von Tate.

    Und der zweite Punkt ist die Auflösung am Schluss, die mir überhaupt nicht gefallen hat.

    Ich habe das Hörbuch im Februar gehört und mir ging es ganz ähnlich.

    Die Grundidee der Geschichte fand ich sehr spannend und etwas, das mir so auch noch nie untergekommen ist. Auch die Atmosphäre am Anwesen fand ich sehr lebendig beschrieben und man kann sich so richtig gut in die Szenerie hineinversetzen. Und dann waren da auch noch ein paar richtig gruselige Elemente vorhanden.


    Allerdings habe ich irgendwann völlig den Faden verloren und hatte das Gefühl, dass mich der Sprecher durch die Handlung mitschleift. (Das wäre auch nicht anders gewesen, hätte ich das Buch gelesen, liegt also nicht am Format.)

    Ganz am Schluss gab es noch mal eine für mich sehr überraschende Wendung, die mir gut gefallen hat. Allerdings war ich da einfach schon so verwirrt, von allem was davor passiert ist.

    Ich bin trotzdem gespannt auf weitere Bücher von Turton, dann vielleicht mit ein paar Twists weniger :wegrenn:

    Ich habe das Buch vor etwa zwei Monaten gelesen und fand den Roman ganz spannend und hatte auch bis zum Schluss keine Ahnung, wie die Geschichte ausgehen wird.

    Nach zwei Monaten muss ich aber auch sagen, dass viel vom Plot bereits verblasst ist und mir erst nach und nach wieder einfällt, worum es gegangen ist. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich das Genre Psychothriller manchmal als Fast Food in stressigen Zeiten "missbrauche" und das war auch bei diesem Buch der Fall. Für diesen Zweck hat es aber sehr gut funktioniert :lachen:


    Dass der Autor eigentlich Drehbücher schreibt, merkt man dem Buch an, das fand ich aber gar nicht schlecht. Tatsächlich hatte ich beim Lesen immer wieder sehr lebhafte Bilder von den Szenen im Kopf.


    Auf weitere Bücher bin ich auch schon gespannt!

    Naja, ich muss ehrlich sein und fand den Roman über weite Strecken eher fade.


    Das Problem fängt schon mit dem - englischen - Klappentext an, der schon mal extrem viel spoilert. Zwar keine tatsächlichen Handlungsstränge, aber man weiß dann trotzdem schon, was man zu erwarten hat. (Und das auch, wenn man wie ich den Klappentext nach den ersten zwei Sätzen zu lesen aufhört, weil man merkt, dass hier zu viel hergegeben wird.)


    Das hatte dann auch zur Folge, dass ich den großen Twist in der Handlung nicht so schockierend fand. Unabhängig vom Klappentext hatte ich zu dem Zeitpunkt aber auch schon das Gefühl, dass da was nicht stimmen kann.

    Das wäre eigentlich noch nicht so schlimm gewesen, das Problem ist einfach, dass alle weiteren Twists für mich ziemlich unspektakulär und langweilig waren, zum Teil rein gar nichts für die Handlung taten und gegen Ende hin auch immer konstruierter wurden.


    Zu den Twists:

    Und als würde das nicht reichen, habe ich auch noch andere Probleme mit dem Buch:

    Der Roman spielt offenbar in der heutigen Zeit und trotzdem verschwenden die Protagonistinnen scheinbar keinen einzigen Gedanken daran, dass sie nach der Hochzeit sofort kündigen und ab sofort nicht mehr am Berufsleben teilhaben, weil sie jetzt (reiche) Ehefrauen sind?

    Auch die Darstellung der Ereignise in der Kinderwunschpraxis fand ich sehr unrealistisch.


    Und zuletzt ist der Plot in sich irgendwie ein wenig unordentlich. Vanessas Tante ist zwar der einzige Lichtblick in der Geschichte, aber wirklich notwendig ist ihre Figur auch nicht. Erst recht nicht der Nebenplot, der sich um ihre Gesundheit dreht.

    Das riesige Thema von Vanessas Mutter, ihrer Erkrankung, und Vanessas eigenes Abdriften in eine Abhängigkeit wird am Ende einfach vergessen oder ignoriert.

    Und dann ist relativ am Ende auch noch eine ominöse Andeutung, was die Rolle von Richards Schwester Maureen betrifft, die einfach hängen gelassen wird, ohne dass ich mich auskannte, was ich daraus jetzt machen soll.

    Und die "Erklärung", die Maureen über Richards Vergangenheit liefert, fand ich ziemlich lahm und mit einem sehr schalen Beigeschmack.

    Anne ich bin keine Expertin, aber das Frauenbild der Nazis war das der Mutter, die möglichst viele Kinder bekommen soll und die dem Mann in allem unterstellt ist. Und damit man möglichst viele Kinder bekommen kann, sollte man besser nicht berufstätig sein.

    Erst als durch den Krieg in der Aufrechterhaltung der Kriegsindustrie immer mehr Männer fehlten, waren es - auch - die Frauen, die etwa in der Rüstungsindustrie gearbeitet haben oder als KZ-Aufseherinnen. Das war aber auch keine emanzipatorische oder gar selbstbestimmte Entwicklung, sondern eine, die schlichtweg dem Krieg galt. Die Nazis haben ihre Ideologie verändert und den Frauen erlaubt, zu arbeiten um die Männer zu vertreten. Vertretung ist ja etwas temporäres.


    Ich habe aber auch mal wo gelesen, dass die absoluten Zahlen zeigen, dass das Bild der Frau, die am Fließband Munition herstellt, nicht haltbar ist, da viel weniger Frauen tatsächlich eine Beschäftigung aufgenommen haben, als das manchmal dargestellt wird. Ähnlich dem Mythos um die Trümmerfrauen.

    Ich habe Rebecca kürzlich beendet und mir hat der Roman grundsätzlich sehr gut gefallen, gerade den Stil von Daphne du Maurier fand ich sehr zeitlos und flüssig zu lesen. Letzteres ist für mich nicht unbedingt ein Kritierium für ein gutes Buch, aber ich beschwere mich auch nicht darüber.


    Was mir aber durchaus schwer gefallen ist: die Protagonistin und ihr Verhalten. Mir ist bewusst, dass sie auch als Sinnbild für ihre Zeit steht und aufzeigt, wie Ehefrauen ihre Rolle lebten. Aber gleichzeitig ist es natürlich auch so, dass mir diese Weltsicht schon sehr fremd ist und ich mehr als einmal Schwierigkeiten mit der Passivität der Protagonistin hatte. Wobei sie am Ende dann doch etwas aus ihrer Starre erwacht und durchaus aktiv wird, das fand ich dann durchaus wieder modern. Vielleicht zeigt das auch, wie sich das damalige Frauenbild langsam verändert hat, was natürlich durch den zweiten Weltkrieg jäh gestoppt wurde, sich aber danach und in den 60ern in den bekannten Entwicklungen fortsetzte.

    Bei youtube bin ich vorsichtiger, da gibt es im deutschsprachigen Raum zu vieles, was mich nicht interessiert oder wo ich merke, da ist mein Geschmack nicht so dem Mainstream angepasst.

    Gerade bei den Buchblogs, -vlogs und was es sonst so gibt, habe ich oft das Gefühl, als ginge es mehr um die Autor*innen als die Bücher und da entstehen auch schnell mal "fandoms" um gewisse Autor*innen. Gerade im deutschsprachigen Raum ist es ja auch so, dass man sich untereinander schnell mal kennt und dann einem Buch auch deswegen mehr Sympathien entgegenbringt.

    Und das betrifft jetzt nicht nur den deutschsprachigen Raum, aber ich finde es auch immer ein wenig schwierig, wenn sich eine Gruppe sehr stark an sich selbst orientiert. Also wenn Buchblogger A immer auch im Blick hat, was denn Buchblogger B und C gerade so gefällt und umgekehrt. Das ermüdet mich oftmals auch in anderen social media-Bereichen, weil die Individualität verloren geht.


    Cover sind der Grund, weshalb ich mir ein Buch genauer ansehe, aber wenn mich dann die Kurzbeschreibung nicht abholt, dann hat das schönste Cover keine Chance. (Vor allem weil ich bevorzugt am Kindle lese und vom Cover eh nichts mitbekomme :lachen: )

    Titel, Autor und Empfehlungen/Rezensionen führen ebenfalls dazu, dass ich mir ein Buch mal näher ansehe, aber letzten Endes ist es dann doch immer die Kurzbeschreibung, die das Zünglein an der Waage ist. Selbst bei meinem langjährigen Lieblingsautoren verschmähe ich Titel, wenn sie mich inhaltlich nicht ansprechen. Die habe ich dann zwar oft auf meiner Wunschliste, dort bleiben sie aber auch ziemlich lange drauf und ich greife zu anderen Büchern.


    Ich habe mir gerade das Lyx-Programm angesehen. Vielleicht sollte ich dem in nächster Zeit auch eher aus dem Weg gehen, das ist mir so noch nicht aufgefallen :breitgrins:

    Louise Penny - Das Dorf in den roten Wäldern und Hinter den drei Kiefern (so sollten Krimis sein!)

    Ich war heuer auch schon zweimal in Three Pines mit Teil 6 und 7 der Reihe, Teil 7 habe ich gerade erst diese Woche beendet. Zu Highlights zählen die Bücher für mich nicht, da ich die Reihe dafür einfach schon zu gut kenne und sich gewisse Dinge doch wiederholen, aber jedes Buch ist für mich schon ein wenig wie Heimkommen.


    Ich habe gerade meine Bücher des ersten Halbjahres durchgesehen und mein intuitives Gefühl bestätigt sich: echte Highlights waren noch keine dabei. Stressbedingt habe ich in den letzten Monaten aber auch viele Podcasts und Hörspiele gehört.

    Es waren aber einige Bücher dabei, die mir sehr gut gefallen haben, wenn ich sie auch nicht als Highlights zähle.

    Unter anderem Die drei Sonnen von Liu Cixin, A Closed and Common Orbit von Becky Chambers und The 7 1/2 Deaths of Evelyn Hardcastle von Stuart Turton. Bei letzterem war ich aber auch sehr froh, als es fertig war, weil die Handlung extrem komplex und verwirrend war, die gute Bewertung gebe ich vor allem dem Autor, der sich nicht in seiner eigenen Handlung verlaufen hat. (Und wenn doch, dann so geschickt, dass ich ihm nicht draufgekommen bin :lachen: )


    Flops waren auch dabei.

    Abgebrochen habe ich An Absolutely Remarkable Thing von Hank Green, sorry, aber den Hype kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

    Am niedrigsten bewertet habe ich außerdem Where the Forest Meets the Stars von Vanderah Glendy. Ich weiß, dass mir das Buch anfangs gefallen hat und mich zunehmend enttäuscht und geärgert hat. Was genau mich geärgert hat, weiß ich nur mehr bruchstückhaft, für mich war es also auch irgendwie belanglos.

    Ebenfalls schlecht bewertet habe ich Die Krone der Dunkelheit von Laura Kneidl, auch hier, sorry, nicht mein Fall gewesen. Vor allem der Stil ist mir noch unangenehm in Erinnerung und eine sehr durchschnittliche Handlung mit hölzernen Figuren.

    Ich hab in letzter Zeit mehr als einmal gedacht, dass es schade ist, dass die Autorin gar nicht mehr schreibt.

    Witzig, ich habe auch gerade erst vor kurzem nach ihr gegooglet, weil ich wissen wollte, ob es wirklich keine neuen Bücher (in Planung) gibt.


    Ganz offen muss ich aber auch zugeben, dass mir ein Buch aus einer anderen Welt mehr zusagen würde. Ich mochte die Reihe sehr, zumindest bis zur Häfte des dritten Teils :D Ich bin aber immer sehr skeptisch bei Sequels, Prequels, Spinoffs...

    Ebenso kann ich mich nicht an vorehelichen Sex, Affären oder so etwas erinnern.

    In The Notebook haben die beiden Figuren miteinander Sex, obwohl sie mit einem anderen Mann verlobt ist. (Letzterer stellt sich natürlich dann als der Falsche heraus.)

    Trotzdem weicht das für mich nicht vom klassischen Sparks-Thema ab. Wenn man von den drei Phasen (heile Welt - Dämpfer - Happy End) ausgeht, dann sind diese Szenen eindeutig noch in der Dämpfer-Phase und dort sind moralische Verfehlungen vielleicht noch eher erlaubt. Danach wird ja eh geheiratet und Kinder bekommen.

    Ich kenne aber vor allem die Verfilmungen und habe nur The Notebook von ihm auch gelesen.


    Ich habe mich bisher auch nicht so sehr mit den Stereotypen und Mustern in seinen Büchern beschäftigt, weswegen mir etwa die fast ausschließlich weißen und heterosexuellen Charaktere in den Filmen nicht aufgefallen sind. Ich schau die ja auch nicht permament ^^ Und wie Valentine schreibt, ist das ja leider kein Einzelfall und nicht immer absichtlich. (Was ich übrigens nicht entschuldigen möchte, auch Absichtslosigkeit kann schaden, ich bewerte es aber persönlich anders. Nicht besser, nicht schlechter, anders eben.)

    Und auch ich achte noch nicht so lange bewusst auf solche Faktoren, da bin ich ganz ehrlich zuzugeben, dass das auch für mich eine Entwicklung war und ist.

    Aber ich muss sagen, ich habe diese Umstände sofort als Weltbild seiner Bücher akzeptiert, weil es sich recht einfach in das Bild einfügt.

    Ich habe den zweiten Teil kürzlich als Hörbuch gehört, nachdem mir angry planet (auch als Hörbuch) schon sehr gut gefallen hat. Ich habe mich auch bewusst für dieses Buch entschieden, da ich momentan eine recht stressige Phase habe und aus dem ersten Buch schon wusste, dass Becky Chambers eine Feelgood-Atmosphäre schafft, ohne dass das ganze zu kitsch oder übertrieben wird. Das (englische) Hörbuch mit seinen fast hörspielartigen Sounduntermalungen unterstreicht diesen Effekt noch mal und kann ich nur empfehlen.


    Die Geschichten um Sidra und Pepper (und Blue) haben mir sehr gut gefallen und ich mag, dass man zum Nachdenken kommt über Auswirkungen und Konsequenzen unserer technologischer Entwicklung und zwar ganz ohne, dass irgendwelche postapokalyptischen Geschütze aufgefahren werden müssen.


    Das Wordbuilding und die unterschiedlichen Spezies mochte ich ohnehin schon im ersten Teil, ich habe bei Becky Chambers das Gefühl, dass sie die Möglichkeiten des Science Fiction Genre wirklich kreativ ausnutzt.


    Ich bin schon sehr gespannt auf den dritten Teil. Die ersten beiden Teile können für mich trotz aller Gemeinsamkeiten doch jeder für sich alleine stehen und bringen jeweils eine ganz eigene Stimmung mit.

    Gegen Nicholas Sparks gibt es aktuell einige Vorwürfe und ein daraus resultierendes Gerichtsverfahren, dass er in seiner christlichen Schule in Amerika mit dem school board eine sehr diskriminierende, homophobe und rassistische Linie fährt und alle, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen (u.a. LGBT, POC...) mobbt und systematisch abwertet.

    Die Vorwürfe kommen vom mittlerweile zurückgetretenen Direktor der Schule.


    Aktuell finde ich nur englische Artikel zur Sache, zum Beispiel hier.

    Uprooted war eines meiner Jahreshighlights letztes Jahr. Umso mehr wollte ich daher auch Spinning Silver zu meinen Highlights einreihen, aber ich muss leider sagen: mich hat es nicht gepackt.


    Wie auch Uprooted ist Spinning Siver atmosphärisch und inhaltlich in alten Märchen angesiedelt und die Verflechtung von Märchen und Fantasy gelingt Novik sehr gut. Auch mag ich ihren Schreibstil, der das Märchenhafte nochmal unterstreicht.

    Und trotzdem fand ich Spinning Silver etwas überfrachtet, vor allem die zweite Hälfte des Buches verläuft sich meiner Meinung nach. Es werden immer wieder neue Perspektiven eingeführt, von denen ich nicht fand, dass sie der Geschichte immer unbedingt neues brachten.

    Mir hätte es außerdem sehr geholfen, hätten die einzelnen Kapitel eine Kennzeichnung, wessen Perspektive sie enthalten, zum Beispiel als Überschrift. Ich habe das Hörbuch gehört und die Sprecherin verändert zwar ihre Stimme, aber dennoch war mir nicht immer klar, von wem ich gerade lese. Ich weiß, dass im Printbuch Symbole für jeden Charakter am Anfang der Kapitel stehen, da muss man sich aber auch erst mal jedes Symbol merken und das finde ich bei mehr als drei Perspektiven schon etwas mühsam.


    In Uprooted fand ich die Protagonisten zuweilen etwas sperrig, das hat mir gefallen, sie entwickeln sich nicht innerhalb von kurzer Zeit zu völlig anderen. Das ist auch bei Spinning Silver so, aber der Funke ist einfach nicht über gesprungen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen und ihre Entwicklung waren für mich nicht schlüssig nachvollziehbar und das Buch hatte für mich auch seine Längen.


    Das ist Meckern auf hohem Niveau, das Buch erscheint mir technisch sehr anspruchsvoll und komplex, nur auf der Gefühlsebene hat es mich nicht abholen können.

    Ich halte Naomi Novik trotzdem für eine sehr gute Autorin und hoffe, dass ihr nächstes Buch und ich einfach wieder besser harmonieren.

    Mir ist gerade aufgefallen, dass der Autor im Threadtitel falsch geschrieben ist, Neal mit a. Könnte das bitte jemand von den Moderatoren korrigieren? Danke! :winken:

    Ich habe nämlich gerade nach dem Thread gesucht und über den Autorennamen nur das erste Buch gefunden und mir schon gedacht, dass es daran liegen könnte. Ich musste die korrekte Schreibung nämlich auch googlen :lachen:


    Aber weshalb ich den Thread überhaupt gesucht habe: Heute wurde das Cover für den dritten Teil The Toll veröffentlicht und es gibt auch schon einen kleinen (englischen) Auszug aus dem Buch.

    Auf englisch erscheint der Titel am 5.11.19.


    Shusterman selbst hat das Cover auf seinem Instagram-Account geteilt.

    Zumindest in Österreich wäre es kein so direkter Widerspruch. Hier fängt man umgangssprachlich nach den ersten vier Schuljahren in der Volksschule neu zu zählen an. Also die 5. Schulstufe ist bei uns die 1. Klasse Mittelschule/Gymnasium.

    Noch ein paar Punkte von psychologischer Seite:


    AlsBeispiel: InVerbindung mit dem Smartphone haben sich auf dem psychologischenSektor neue Ängste entwickelt: Die Fomo-Phobie und die Nomo-Phobie.


    *Fomo: Fear of missing out (die Angst davor, etwas zu verpassen)

    *Nomo: No more Phone phobia (die Angst davor, nicht erreichbar zusein)

    Das ist leider völliger Blödsinn, sorry. Fomo ist ein Internet-Gag, Nomo kannte ich bisher nicht, aber fällt in die gleiche Kategorie. Mit psychischen Störungen, Psychologie oder überhaupt Wissenschaft hat das aber überhaupt gar nichts zu tun.

    Eine Phobie ist eine Ernst zu nehmende Erkrankung, die große Beeinträchtigungen und Leidensdruck für die Betroffenen bringt. (Und ja, gefühlt 90% der Personen, die sagen, sie hätten eine Spinnenphobie, haben in Wirklichkeit "nur" eine starke Abneigung gegenüber Spinnen, eine echte Phobie aber zum Glück nicht.)


    Fomo hatte ich übrigens auch schon in Zeiten, bevor es Smartphones oder den Begriff gab: als Teenager nicht auf eine Party zu dürfen, auf die alle meine Freunde gingen, war die schlimmste vorstellbare Bestrafung.


    Ebensonehmen Aufmerksamkeitsstörungen, Angst, Sucht, Depressionen undDemenz rapide zu, wohingegen Bildung, Empathie und Sozialverhaltenrapide abnehmen. Je größer die Smartphone-Sucht (5 oder mehrOnline-Stunden pro Tag), desto weniger Kontakt zu realen Personen wieFreunden und Familie.

    Ich kann nicht auf dieses Thema eingehen, ohne dass das hier den Rahmen sprengen würde und ohne, dass ich selbst an meine fachliche Grenze käme, aber auch hier muss ich sagen, dass diese Aussage so einfach nicht stimmt. Das sind hochkomplexe Thematiken und alleine die Aussage "psychische Störungen nehmen immer mehr zu" ist schon eine Vereinfachung, die dem Ganzen nicht gerecht wird.

    Kurzum: so ist das einfach falsch, und zwar vor allem durch - bewusstes? - Weglassen von weiteren Fakten und Komponenten, die für diese Frage nicht einfach weggelassen werden dürfen. Auch nicht in einem populärwissenschaftlichen Buch.


    Und zum Thema Sucht: was eine Smartphone-Sucht ist, wie sie ausschaut und ob es sie überhaupt gibt und vor allem, wie sie behandelt werden soll, auch das sind offene Fragen und die wissenschaftliche Community hat hier noch keinen Konsens gefunden. Dazu wird aber intensiv geforscht.

    Das gilt auch für alle anderen substanzungebundenen Abhängigkeiten, wie Kaufsucht, Fernsehsucht, usw.

    Die einzige - aktuell - diagnostizierbare Abhängigkeit aus diesem Bereich, zu der es Leitlinien und Konsens gibt, ist das pathologische Spielen. Gemeint ist damit die Glückspielsucht.