Beiträge von Lilli33

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

    Verlag: Diogenes (24. Februar 2021)

    ISBN-13: 978-3257071467

    Preis: 22,00 €

    auch als E-Book erhältlich


    Leise und tiefgründig


    Inhalt:

    Bruder Lukas ist Ende dreißig und gehört seit sechzehn Jahren dem Benediktinerorden an. In seiner Abtei ist er bei Weitem der Jüngste, seit sein bester Freund das Kloster verlassen und geheiratet hat. Nun sinnt auch Lukas über sein Leben nach. Wie soll es weitergehen? Soll er seinem Glauben treu bleiben oder kann es für ihn eine Zukunft mit Sarah geben, die zu Gast im Kloster ist? Bei seinen täglichen Schwimmrunden im See versucht Lukas, zu einer Entscheidung zu gelangen.


    Meine Meinung:

    Ich habe einige Zeit gebraucht, um in den Genuss dieses stillen Büchleins zu kommen. Anfangs tat ich mir mit dem Schreibstil etwas schwer. Es ist praktisch ein Monolog von Bruder Lukas, der sich an ein Gegenüber richtet, das allerdings immer wieder wechselt. Mal spricht er zu seinem Freund Andreas, mal zu seinem älteren Mitbruder Alban, dann wieder zu Sarah, aber immer mit der Anrede „du“. Manchmal war mir bei den Wechseln nicht gleich klar, um wen es jetzt gerade geht. Mit der Zeit habe ich dann aber doch gut hineingefunden.


    Wie nicht anders zu erwarten, spielen religiöse Themen eine gewichtige Rolle. Obwohl ich nicht gläubig bin, fand ich dies aber nicht schlimm, denn Moritz Heger schreibt sehr unaufdringlich darüber.


    Lukas war mir sehr sympathisch und seine Überlegungen, seine Zweifel und Hoffnungen konnte ich sehr gut nachvollziehen.


    Fazit:

    Dieser kontemplative Roman ist tiefgründig und auf seine Art fesselnd.


    ★★★★☆

    Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

    Verlag: Kiepenheuer&Witsch (6. Mai 2021)

    ISBN-13 : 978-3462052817

    Preis: 20,00 €

    auch als E-Book erhältlich


    Lesenswert!


    Inhalt:

    1973 soll IHR Jahr werden. Das beschließen die beiden sechzehnjährigen Mädchen Kat und Easy. Und es wird auch tatsächlich ein besonderes Jahr, mit dem ersten Sex, viel Musik und Drogen. Und einem tragischen Ende ihrer Freundschaft. 46 Jahre später wagen die beiden eine Aufarbeitung der vergangenen Ereignisse. Sie treffen sich für eine Woche in Easys altem Haus auf Kreta.


    Meine Meinung:

    Der Roman konnte mich von Anfang an fesseln, gab mir Denkanstöße und hat mich in meine eigene Jugendzeit in den 1970ern zurück geworfen. Der Geist dieser Zeit ist sehr gut getroffen. Die Unsicherheit der Teenager in Sachen Liebe und Sex, aber auch in der Freundschaft zwischen den beiden Mädchen, konnte ich gut nachempfinden, Probleme mit den Eltern und in der Schule - das alles haben wohl viele genau so erlebt.


    Susann Pásztor erzählt in abwechselnden Kapiteln von der Vergangenheit in dem Provinzstädtchen Laustedt und von der Gegenwart auf Kreta. Dabei kamen mir Kat und Easy als Sechzehnjährige näher als ihre erwachsenen Versionen. Von Letzteren hatte ich wohl eine aktivere Aussprache erwartet, aber eigentlich reden sie nur um den heißen Brei herum. Erst ganz zum Schluss kommt die Wahrheit ans Licht. Hier hätte ich mir einfach noch mehr Klartext gewünscht - vieles muss man sich zwischen den Zeilen selbst erarbeiten. Trotzdem ein durch und durch lesenswertes Buch!


    ★★★★☆

    Broschiert: 544 Seiten

    Verlag: Blanvalet Verlag (13. April 2021)

    ISBN-13: 978-3764507459

    Preis: 15,00 €

    auch als E-Book erhältlich


    Erschütternde Handlung - spannend erzählt


    Inhalt:

    Wieder einmal kommen sich die Journalistin Milla Nova und ihr Freund, der Polizeichef Sandro Bandini in die Quere, weil sie im selben Fall recherchieren, nämlich dem eines vermissten kleinen Jungen. Was der aktuelle Fall an längst Vergangenem zutage fördert, ist erschütternd.


    Meine Meinung:

    Mir haben schon die ersten beiden Bände dieser Reihe um eine Fernsehjournalistin, einen Polizeichef und den blinden Nathaniel Brenner sehr gut gefallen, und ich werde sicherlich auch weitere Teile davon lesen.


    Christine Brands Schreibstil ist eingängig und leicht zu lesen, aber nicht trivial. Mit vielen Szenen- und Perspektivwechseln wird die bedrückende Handlung aufgelockert, sodass man als Leser*in immer wieder eine Verschnaufpause bekommt. Das schwierige Thema, das Bezug nimmt auf reale Verbrechen in der Schweiz in den 1990er Jahren, ist fesselnd und einfühlsam verarbeitet.


    Ich fand es toll, wie sich die anfänglich einfache Handlung immer mehr verzweigt und immer mehr Facetten des Verbrechens zeigt. So wurde die Geschichte zunehmend noch spannender und interessanter. Auch der zweite Handlungsstrang um die Rechtsmedizinerin Irena Jundt, deren Bruder seit dreißig Jahren als vermisst gilt, ist perfekt in den Kriminalroman eingebettet.


    Kriminalfall und Privatleben der beteiligten Personen stehen in einem guten Gleichgewicht. Man muss die Vorgängerbände nicht unbedingt kennen - alles Wichtige über die jeweiligen Beziehungen wird hier noch einmal gesagt.


    Fazit:

    Ein erschütternder und sehr spannender Kriminalroman, der die dramatische Handlung durch feine Prisen Humor erträglicher macht.


    Die Reihe:

    1. Blind

    2. Die Patientin

    3. Der Bruder


    ★★★★★


    Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):

    HCUARBSSIMSEDNIK

    Richard Osman - Der Donnerstagsmordclub


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    Broschiert: 464 Seiten

    Verlag: List Hardcover (3. Mai 2021)

    ISBN-13: 978-3471360149

    Originaltitel: The Thursday Murder Club

    Übersetzung: Sabine Roth

    Preis: 15,99 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Ein charmantes Rentnerteam


    Inhalt:

    Jeden Donnerstag treffen sich Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim im Puzzlezimmer ihrer Luxus-Seniorenresidenz Coopers Chase im englischen Kent, um über ungelöste alte Kriminalfälle zu reden und sie nach Möglichkeit auf eigene Faust zu aufzuklären. Was für ein Fest, als direkt vor ihrer Haustür ein Mord geschieht! Und die vier Oldies mittendrin! Mit viel Cleverness gelingt es den alten Herrschaften, von der Polizei in die Ermittlungen einbezogen zu werden. Und genauso clever stellen sie sich dann auch beim Lösen des Falles an. Des Falles? - Nein, der Fälle! Denn es bleibt nicht bei dem einen Verbrechen.


    Meine Meinung:

    Richard Osmans Debütroman ist ein sehr amüsanter Cosy Crime. Die Möchtegern-Ermittler Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim sind mit allen Wassern gewaschen und verstehen es, ihren Willen durchzusetzen. Ich musste immer wieder schmunzeln und habe mich köstlich über die vier liebenswerten Charaktere amüsiert. Auch die ermittelnden Polizisten Donna und Chris tragen das Ihre zur Unterhaltung der Leserschaft bei.


    Verschiedene Erzählperspektiven lockern den Roman auf und bringen Abwechslung in die Handlung. Wer die Verbrechen begangen hat, ist nicht leicht zu erraten. Hier führt der Autor die Leser*innen immer wieder auf eine falsche Fährte. Das ist sehr gut gemacht. Kaum denkt man, man hätte es jetzt raus, kommt garantiert eine neue Wendung, die sämtliche bisherigen Theorien über den Haufen wirft. So bleibt es interessant bis zum Schluss - trotz einiger kleiner Längen.


    Die Erzählsprache ist recht einfach gehalten, vielleicht so, wie man sich eben ältere Leute vorstellt, ein bisschen naiv, ein bisschen langsam im Denken. Doch was die vier auf die Beine stellen, zeigt, dass auch die Alten durchaus noch ernst zu nehmen sind.


    Fazit:

    Ein warmherziger Cosy Crime mit viel Herz und Verstand.


    ★★★★☆

    nanu?!


    Gut dass du das sagst, das hatte ich schon wieder verdrängt.


    Trotzdem wird es sehr knapp bis unmöglich werden. Durch den neuen Hund komme ich praktisch gar nicht mehr zum Lesen. Wenn ich endlich mal nicht Gassi gehen oder spielen muss, bin ich mit Aufwischen beschäftigt :D

    Staubfänger


    7. Autor/in

    a. Lies ein Buch, dessen Autor/in zum Zeitpunkt, als er/sie das Buch geschrieben hat, jünger als 45 Jahre ist

    Ich und die Menschen - Matt Haig


    Der Autor ist 1975 geboren, das Buch erschien auf Deutsch 2014,


    24. Namen

    b. Lies ein Buch mit einem Namen, den du als "noch nie gehört" einstufst.

    Traumpfade - Bruce Chatwin


    ungehörte Namen: Arkady, Azaria, Haile u.a.



    Damit habe ich die 1. Runde bei den Staubfängern geschafft :)


    Und weiter geht es mit der 2. Runde:


    29. Inhalt

    b. Lies ein Buch, indem sowohl Geburt, wie auch Tod eine Rolle spielen.

    Ich bin das Mädchen aus Aleppo - Bana Alabed


    Es wird u. A. von drei Geburten inmitten des Todes im syrischen Bürgerkrieg erzählt.

    Bana Alabed - Ich bin das Mädchen aus Aleppo


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    Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

    Verlag: Lübbe (26. Januar 2018)

    ISBN-13: 978-3785726174

    Originaltitel: Dear World

    Übersetzung: Katharina Förs, Heide Horn und Christa Prummer-Lehmair

    als E-Book lieferbar


    Bewegend und erschütternd


    Das Buch beginnt mit der Geburt von Bana, erzählt von ihrer Mutter, die sich dabei an Bana richtet. Die Freude ist groß, als es mit dem Nachwuchs endlich klappt. Die Eltern nennen das Kind Bana, was auf Arabisch Baum bedeutet, weil sie sich wünschen, dass ihre Tochter zu einem starken, aufrechten Menschen heranwächst. Und dieser Wunsch erfüllt sich. Bereits im Alter von sieben Jahren versucht Bana einiges zu bewirken. Nach endlos erscheinenden Monaten des syrischen Bürgerkriegs mit vielen Entbehrungen und Verlusten von Freunden und Verwandten wendet Bana sich auf Twitter an den Rest der Welt und bittet um Hilfe für die syrische Bevölkerung, um ein Ende des Krieges.


    In diesem Buch erzählt sie uns, wie sie den Alltag im Krieg erlebt hat, wie sie sich dabei fühlte, welche Ängste und welche Hoffnungen sie hatte. Ein Kapitel ging mir besonders an die Nieren. Darin beschreibt Bana die unterschiedlichen Pfeiftöne von verschiedenen Bomben. Was ist das für eine Welt, in der Kinder nicht unbeschwert spielen und lernen können, sondern sich damit befassen müssen, welche Art Bombe gerade im Anmarsch ist, um zu entscheiden, wohin man sich flüchten sollte, um den Angriff einigermaßen sicher überstehen zu können?


    Mögen vielleicht die exakten Formulierungen auch nicht aus der Feder einer Siebenjährigen stammen, so wirkt die Erzählung doch sehr realistisch, eben wie durch die Augen eines Kindes. Abgerundet wird das Buch durch etliche Fotos, die Bana und ihre Familie oder das vom Krieg zerstörte Aleppo zeigen.


    Ich kann nur hoffen, dass viele Menschen dieses Buch lesen und Banas Gedanken ernst nehmen. Dann können wir die Welt ein gutes Stück besser machen.


    ★★★★★

    Taschenbuch: 400 Seiten

    Verlag: FISCHER Taschenbuch (1. September 1992)

    ISBN-13: 978-3596103645

    Originaltitel: The Songlines

    Übersetzung: Anna Kamp


    Hält leider nicht, was es verspricht


    Charles Bruce Chatwin, ein britischer Schriftsteller und Reisender, widmet sich in dem Roman „Traumpfade“ den Aborigines, den australischen Ureinwohnern und ihrer Kultur. So meine Erwartung, die aber über weite Strecken enttäuscht wurde.


    Zum einen hat das Buch wenig mit einem Roman zu tun. Die Handlung ist kaum fortlaufend, sondern besteht eher aus einzelnen Episoden. Diese werden auch nur oberflächlich geschildert, weder besonders spannend, interessant oder wenigstens literarisch hochwertig. Nein, ich musste mich von Szene zu Szene hangeln, immer in der Hoffnung, dass der Funke bei mir doch noch überspringt, was aber leider nicht passierte.


    Die Schilderungen von Chatwins Reise durch Australien werden unterbrochen durch Notizen aus seinen Reise-Notizbüchern, die er sich bei seinen Unternehmungen in aller Herren Länder gemacht hat. Es stecken darin auch etliche philosophische Überlegungen. Leider ist es absolut nicht das, was ich mir anhand der Kurzbeschreibung versprochen hatte. Über die Traumpfade, die Songlines habe ich viel zu wenig erfahren.


    ★★☆☆☆