Beiträge von Lilli33

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Eine besondere Geschichte


    Inhalt:
    Ein kleines Dorf im Allgäuer Voralpenland. Die Höfe liegen weit auseinander. Man kennt sich, hat aber nicht viel miteinander zu tun. Doch dies ändert sich, als eines Tages eine Nachbarin vor Franziskas Tür steht. Die alleinstehende Franzi, Mitte 70, ist nicht begeistert, ausgerechnet zur Mittagessenszeit Besuch zu bekommen. Doch dann lädt sie Johanna kurzerhand zum Essen ein und merkt, zu zweit schmeckt es viel besser. Für eine allein kochen lohnt sich ja eigentlich sowieso nicht. Und schon nimmt eine großartige Bewegung ihren Lauf. Erst schließen sich noch mehr alleinstehende Frauen zusammen und kochen reihum für die ganze Gruppe. Dann entsteht der Plan, die Küche des alten Gasthauses, in dessen oberem Stockwerk Flüchtlinge untergebracht sind, wieder in Betrieb zu nehmen und für Dörfler und Flüchtlinge zusammen zu kochen. Und es gibt noch viel mehr Ideen …

    Meine Meinung:
    Schon von der ersten Seite an konnte Karin Kalisa mich begeistern mit ihrem ganz wundervollen, zum Teil poetischen Schreibstil. Die Sprache ist bildhaft, Vergleiche sehr ungewöhnlich, aber absolut treffend. Die Autorin beobachtet sehr genau und beschreibt detailliert. So kommt das Kopfkino sofort in Gang und die Figuren erwachen zum Leben. Diese wirken sehr authentisch - genau solche Menschen kenne ich auch aus unserem Dorf.


    In Zeitraffer werden etliche Einzelschicksale erzählt. Dabei gibt es auch vieles zwischen den Zeilen zu lesen.

    Die Erzählung in der Gegenwart wird mehrmals durch Einschübe aus der Vergangenheit (um 1550) unterbrochen. Hierbei geht es um dasselbe Dorf, Bauern, die der Bundschuh-Bewegung angehörten. Diese kurzen Kapitel unterbrechen den Lesefluss etwas. Ich empfand es aber nicht als wirklich störend.

    Passend zum Setting sind die Dialoge zwischen den Dorfbewohnern in gemäßigtem Dialekt gehalten, der aber für alle Leser*innen gut verständlich sein sollte. Auch der übrige Text ist dem ein bisschen angepasst, zwar in Hochdeutsch, aber mit Eigenheiten wie zum Beispiel Artikel vor den Namen: „die Franzi“ oder „der Josef“.

    Ich habe das Lesen dieser Mut machenden und meistens für Wohlgefühl sorgenden Geschichte sehr genossen. Nur der Schluss hat mir leider gar nicht gefallen. Trotzdem wünsche ich dem Buch viele, die es lesen, denn die Idee hinter dieser Geschichte ist einfach toll.


    4ratten

    Ach so, ganz vergessen: Ich finde das Konzept eigentlich toll, so wie es ist, und würde daran nichts ändern.


    Wenn wirklich weniger Leute jetzt mitmachen als vor ein paar Jahren, liegt das sicher nicht an Igelas Challenge, sondern an anderen Umständen bei den Einzelnen.

    Ich habe diesen Thread natürlich mal wieder erst spät gesehen ;)


    Auf jeden Fall wäre ich im nächsten Jahr wieder dabei. Mein SuB ist noch riesig und notfalls kann man ja DIY-Listen basteln. Das Listenbasteln macht mir immer viel Spaß, auch das Lesen nach Plan. Ohne könnte ich mich wahrscheinlich nie für das nächste Buch entscheiden ^^


    Was die Themen angeht: Da ich erst zwei Mal mitgemacht habe, weiß ich nicht, was an Themen schon alles da war, aber Katastrophen wie oben schon erwähnt, finde ich super (natürlich nur als Thema).


    Oder wie wäre es mit dem Thema Zeit? Z.B. Zeitreisen, Uhr auf dem Cover, Zeitangabe im Titel (Jahr, Stunde, Minuten, Monatsnamen usw.)


    Oder Farbe? (Cover überwiegend in der gewählten Farbe, Autorenname oder Titel enthält die Farbe)

    Marc-Uwe Kling - Qualityland 2.0


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

    Verlag: Ullstein Hardcover (12. Oktober 2020)

    ISBN-13: 978-3550201028

    Preis: 19,00 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Etwas schwächer als Band 1, aber trotzdem klasse


    Inhalt:

    Peter Arbeitsloser darf nun offiziell als Maschinentherapeut arbeiten und ist levelmäßig auf dem aufsteigenden Ast. Sogar seine Ex-Freundin Sandra Admin interessiert sich wieder für ihn. Dagegen hat Martyn Vorstand das Glück verlassen. Sein Absturz ist atemberaubend. Kiki Unbekannt ist auf der Suche nach ihrer Herkunft, und Peter auf der Suche nach Kiki.


    Meine Meinung:

    Qualityland 2.0 knüpft an den 1. Band an. Man sollte diesen unbedingt kennen, um die Handlung nachvollziehen zu können.


    Was anfangs ein wenig wirr und zusammenhanglos wirkt, verknüpft sich später zu einer verflochtenen Handlung, die nur - wie schon im 1. Band - von Werbesendungen unterbrochen wird. Mit viel Wortwitz und Situationskomik übt der Autor Kritik an unserer Gesellschaft, auch wenn die Geschichte eigentlich in der Zukunft spielt, und hält uns allen herrlich überspitzt den Spiegel vor. Dies ist nicht ganz so genial wie im 1. Band, da man die Figuren und deren Handeln nun schon kennt und daher wenig von ihren speziellen Eigenheiten überrascht wird. Es kommen zwar auch neue Figuren hinzu, die sich aber relativ unspektakulär in das bewährte Muster ihrer Mitprotagonist*innen einfügen.


    Trotzdem gibt es sehr viel zu lachen. Die meisten Dialoge sind einfach urkomisch und aberwitzig.


    Diesem Band geht es ein klein wenig wie vielen Mittelbänden von Trilogien: Es fehlt ihm der Reiz des absolut Neuen, er kann aber auch noch nicht mit einem spektakulären Showdown aufwarten. Nichtsdestotrotz ist es ein riesengroßes Vergnügen, die altbekannten Figuren wieder in Action zu erleben.


    Deshalb freue ich mich auch schon unbändig auf den 3. Teil, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.


    ★★★★☆

    Wolfgang Burger - Der sanfte Hauch des Todes


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Broschiert: 400 Seiten

    Verlag: Piper Paperback (5. Oktober 2020)

    ISBN-13: 978-3492061544

    Preis: 16,00 €

    auch als E-Book erhältlich


    Ein nervenaufreibender Fall für Alexander Gerlach


    Inhalt:

    Im Wald in der Nähe des Heidelberger Stadtteils Rohrbach wird die Leiche eines jungen Mannes aufgefunden. Wie die Leiche drapiert und mit Grablichtern umstellt wurde, deutet auf einen Ritualmord hin. Kurz darauf verschwindet ein junger Mann, ein weiterer wird ermordet. Hat die Heidelberger Kripo es mit einem Serienkiller zu tun? Kripochef Alexander Gerlach und seine Leute greifen nach jedem Strohhalm. Und dann ist plötzlich auch noch Gerlachs Tochter Sarah weg …


    Meine Meinung:

    Dies ist bereits der 17. Band der Reihe und hoffentlich noch lange nicht der letzte, denn mir hat er wieder richtig gut gefallen. Ich persönlich kenne zwar alle Bände, wage aber zu behaupten, dass man dem Geschehen hier auch ohne Vorkenntnisse folgen kann. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Was im Berufs- und Privatleben Gerlachs wichtig ist, wird noch einmal kurz erwähnt, sodass auch Quereinsteiger Nebenpersonen und Nebenereignisse gut einordnen können.


    Ich empfand diesen Fall als äußert spannend und komplex. Die Ermittlungen gehen in viele Richtungen und kommen nur mühsam voran. Dies erscheint sehr realistisch. Auch der Kommissar, aus dessen Ich-Perspektive erzählt wird, macht einen authentischen Eindruck. Wie üblich hat er an mehreren Fronten zu kämpfen, einmal gegen den unbekannten Täter, und dann gibt es da noch diverse „Baustellen“ im Privatleben, wobei sich letztere in diesem Buch eher angenehm im Hintergrund halten.


    Nach einem schaurigen Anfang geht es zunächst etwas ruhiger, aber nicht weniger fesselnd weiter. Immer wieder gibt es neue Hinweise und Fährten, teilweise echte, teilweise in die Irre führende. Die Leserschaft hat hier die Möglichkeit, mitzukombinieren und mitzurätseln. Dabei weiß der Autor auch immer wieder zu überraschen. Im letzten Viertel bleibt dann kaum noch Zeit zum Atemholen. Es gibt eine aufregende Verfolgungsjagd, an deren Ende der Fall restlos geklärt wird.


    Die Reihe:

    1. Heidelberger Requiem

    2. Heidelberger Lügen

    3. Heidelberger Wut

    4. Schwarzes Fieber

    5. Echo einer Nacht

    6. Eiskaltes Schweigen

    7. Der fünfte Mörder

    8. Die falsche Frau

    9. Das vergessene Mädchen

    10. Die dunkle Villa

    11. Tödliche Geliebte

    12. Drei Tage im Mai

    13. Schlaf, Engelchen, schlaf

    14. Die linke Hand des Bösen

    15. Wen der Tod betrügt

    16. Wenn Rache nicht genügt

    17. Der sanfte Hauch des Todes


    ★★★★★

    Wolfgang Schorlau - Kreuzberg Blues


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

    Verlag: Kiepenheuer&Witsch (5. November 2020)

    ISBN-13: 978-3462000795

    Preis: 22,00 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Spannende Ermittlungen in Berlin


    Inhalt:

    Olga, die Freundin des Stuttgarter Privatermittlers Georg Dengler, wird von einer Freundin aus Berlin um Hilfe gebeten. Ihre Vermieterin, die Kröger Immobiliengesellschaft, versucht mit allen Mitteln, die Mieter aus zwei Kreuzberger Wohnblocks herauszuekeln. Dabei schreckt man offenbar auch vor illegalen Machenschaften nicht zurück. Dengler begleitet Olga nach Berlin und ermittelt in dem Fall.


    Meine Meinung:

    Wolfgang Schorlau hat mit „Kreuzberg Blues“ wieder mal einen empfindlichen Nerv der Leserschaft getroffen. Wohnen muss schließlich jeder, und das zu einem akzeptablen Preis. Gerade in den großen Städten, allen voran Berlin, wird das aber für viele Leute immer unerschwinglicher, weil die Mieten durch dubiose Preistreibereien in den Himmel schießen. Die Hintergründe dafür hat Schorlau verständlich dargestellt und eine spannende Geschichte drumherum gewoben, wie gewohnt mit Blick auf reale Menschen bzw. Ereignisse.


    Vielleicht hätte man es dabei belassen sollen. Doch Schorlau meinte, das Thema Corona noch ad hoc mit einbeziehen zu müssen. Mit dem Fall in Berlin hat dies jedoch nichts zu tun und wirkt daher ein bisschen aufgesetzt.


    Häufige Szenen- und Ortswechsel, zum Teil mit Parallelhandlungen, sorgen für Tempo in der Erzählung. Die einzelnen Abschnitte enden oft mit einem Cliffhanger, der zum Weiterlesen zwingt.


    Leider hat der Autor nicht korrekt recherchiert, was manche medizinische Details angeht. So dient das Tragen einer Mund-Nasen-Maske nicht dem Selbstschutz, sondern dem Schutz des Gegenübers. Und gegen Borreliose gibt es leider keine Impfung.


    Nichtsdestotrotz ist dieser Kriminalroman sehr lesenswert und bietet neben diversen Informationen auch gute Unterhaltung, die man auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände genießen kann.


    Die Reihenfolge von Denglers bisherigen Fällen:

    1. Die blaue Liste

    2. Das dunkle Schweigen

    3. Fremde Wasser

    4. Brennende Kälte

    5. Das München-Komplott

    6. Die letzte Flucht

    7. Am zwölften Tag

    8. Die schützende Hand

    9. Der große Plan

    10. Kreuzberg Blues


    ★★★★☆

    Marc Raabe - Die Hornisse


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Broschiert: 544 Seiten

    Verlag: Ullstein Paperback (2. November 2020)

    ISBN-13: 978-3864931512

    Preis: 14,99 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    So spannend wie die Vorgänger


    Inhalt:

    In Berlin wird der berühmte Rockstar Brad Galloway ermordet. Seine ausgeblutete Leiche wird ausgerechnet im Gästehaus der Polizei gefunden. Tom Babylon und die Polizeipsychologin Sita Johanns machen sich auf die Suche nach dem Mörder. Doch bald wird klar, dass Tom von dem Fall weitaus mehr betroffen ist, als ihm und seiner Familie lieb sein kann.


    Meine Meinung:

    Dies ist bereits der 3. Fall für Tom Babylon, und auch wenn es eine Art Rahmenhandlung gibt, braucht man nicht unbedingt Vorkenntnisse. Der aktuelle Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, und zur Rahmenhandlung gibt es hier genügend Informationen, um folgen zu können. Aber natürlich ist dies schöner und einfacher, wenn man die vorherigen Bände auch gelesen hat und die auftauchenden Personen bzw. Hinweise auf zuvor Geschehenes dadurch besser einordnen kann.


    Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. Verwirrung kann dabei eigentlich nicht entstehen, denn es wird vor jedem Kapitel angegeben, wann es spielt, sogar mit Wochentag, Datum und Uhrzeit. Die Handlung in der Gegenwart (2019) wird dabei im Präsens erzählt, die in der Vergangenheit (1989) im Imperfekt. Zudem sind die Kapitel der Vergangenheit kursiv gedruckt.


    Es ist insgesamt ein sehr bedrückender Thriller, gibt er doch Einblick in düstere Machenschaften in der Ex-DDR, erzählt aber auch, wie schnell man unter falschen Verdacht geraten kann, von dem man sich kaum mehr befreien kann.


    Die Handlung verläuft in hohem Tempo. Sie ist klasse konstruiert, sodass man nicht gleich errät, wie alles zusammenhängt und es von Anfang bis Ende super spannend bleibt.


    Die Hauptfigur Tom Babylon erhält eine ungeahnte Tiefe mit vielen verschiedenen Schichten. Hier kommt nicht nur der Polizist Tom zum Vorschein, sondern auch der Ehemann Tom, der Vater Tom und der Sohn Tom. Dabei kommt er größtenteils sehr sympathisch rüber, erweist sich, wenn notwendig, aber auch als knallhart - ein Mann mit Rückgrat, aber auch mit Gefühlen. Das hat mir sehr gut gefallen.


    „Die Hornisse“ endet mit einem Cliffhanger bezüglich der Rahmenhandlung, der mich neugierig auf die Fortsetzung macht, aber nicht so schlimm ist, dass er mir schlaflose Nächte bereiten wird. ;-)


    Die Reihe:

    1. Schlüssel 17

    2. Zimmer 19

    3. Die Hornisse


    ★★★★★