Beiträge von Kathrin

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Mojoreads
    Booklooker
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Inhalt:

    Nach dem plötzlichen Tod seiner geliebten Frau will Tom Kennedy mit seinem kleinen Sohn Jake neu anfangen. Ein neuer Start, ein neues Haus, eine neue Stadt – Featherbank. Doch der beschauliche Ort hat eine düstere Vergangenheit. Vor zwanzig Jahren wurden in Featherbank fünf Kinder entführt und getötet. Der Mörder wurde unter dem Namen »Kinderflüsterer« bekannt und schließlich gefasst.

    Die alten Geschichten interessieren Tom und Jake nicht. Als jedoch ein kleiner Junge verschwindet, machen Gerüchte die Runde, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt habe. Und Jake beginnt, sich merkwürdig zu benehmen. Er sagt, er höre ein Flüstern an seinem Fenster …


    Meine Meinung:

    „Der Kinderflüsterer“ ist der Debütroman von Alex North und wurde im Vorfeld seiner Veröffentlichung bereits in den Himmel gelobt. Auch wenn es für mich sicherlich nicht der beste Roman – oder doch Thriller? – des Jahres wird, so habe ich das Buch aber doch regelrecht verschlungen und kaum aus der Hand legen können. Ob das aber was für eingefleischte Thriller-Leser ist, weiß ich nicht. Das Rad hat Alex North sicherlich nicht neu erfunden und vielleicht nehmen Thomas Harris-Fans es dem Autor auch übel, dass seine Geschichte in einer Beziehung ein wenig an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert, aber im Endeffekt sind Geschmäcker so oder so verschieden und jeder muss sich seine eigene Meinung bilden.


    Der Roman spielt in dem kleinen beschaulichen Örtchen Featherbank, der weniger beschaulich ist, als es den Anschein hat, denn vor 20 Jahren bereits ermordete „Der Kinderflüsterer“ mehrere kleine Jungen. Auch wenn der damalige Ermittler Pete Willis den Täter fassen konnte, hat er immer noch an dem Fall schwer zu knapsen, was er nur durch einen ruhigeren Job bei der Polizei und einer ganz akribischen Routine seines Alltags bewältigen kann. Als 20 Jahre später wieder der kleine Neil spurlos verschwindet, wird Pete in das Ermittlungsteam einberufen, denn es scheint Parallelen zu den alten Fällen zu geben.. Zeitgleich zum Verschwinden des kleinen Neil zielt der Witwer Tom mit seinem Sohn Jake nach Featherbank, der nach dem unerwarteten Tod seiner Frau versucht sein und Jakes Leben wieder in den Griff zu bekommen.


    Alex North erzählt seine Geschichte aus mehreren Perspektiven – aus der von Jake, Tom, Pete, der Hauptermittlerin und immer mal wieder aus der des Kinderflüsterers - und in angenehm kurzen Kapitel, die einem immer wieder dazu antreiben, das Buch weiter zu lesen. „Ein Kapitel geht noch, komm, eins geht noch“ und so merkt man gar nicht wie schnell die Seiten dahin fliegen. Besonders gut gefällt mir, wie Alex North die Gefühle seiner Protagonisten einfängt, aller seiner Protagonisten und vielleicht ist das auch der Grund, warum das Buch für mich eher ein sehr spannender Krimi als ein Thriller ist, den ich eigentlich erwartet hatte. Aber es geht in dieser Geschichte um mehr als nur die Jagd nach dem Kinderflüsterer. Es geht um die Einsamkeit eines kleinen Jungen nach dem Tod der Mutter, um Verlust, um Trauerbewältigung, um Fehler, die die Protagonisten machen, und um alte Wunden, die erneut aufbrechen. Es geht auch um die Beziehung von einem Vater zu seinem Sohn und alles in allem geht mir das Schicksal, das Leben der Protagonisten echt an die Nieren. GeradeTom hätte ich mehrfach kräftig durchschütteln mögen, weil er in meinen Augen komplett mit der Situation, der Trauer um seine Frau und die Sorge um seinen Sohn überfordert ist. Warum zum Teufel geht er mit Jake nicht zum Kinderpsychologen, warum holt er sich für sich selbst nicht Hilfe. Sie hätten es beide so sehr nötig.Und gerade weil es so tief geht und mir so an die Nieren geht, war sehr schnell für mich klar, dass ich danach unbedingt etwas für’s Herz, für die Seele brauche.


    Das Buch ist wirklich ein ungemein spannend, zum Fingernägel abknabbern spannend, ein fesselnder Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichte ist gut durchdacht, am Ende bleibt keine Frage offen, aber, und das mag vielleicht auch für den ein oder anderen ein Manko sein, es war mir verhältnismäßig schnell klar, wer der neue Kinderflüsterer ist. Ich hatte aber auch zu keiner Zeit das Gefühl, als ob Alex North seine Leser auf eine falsche Fährte hätte führen wolllen, sondern ganz bewusst Hinweise auf den neuen Täter gelegt hat, da es in dieser Geschichte eben um mehr als nur die kindermordende Bestie geht.


    Bewertung:

    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    „Das Echo der Toten“ ist der Auftakt einer historischen Krimireihe von Beate Sauer, der im Winter 1947 in Köln spielt. Es handelt sich hierbei um den ersten Fall von Richard Davies von der britischen Military Police und Frederike Matthée von der weiblichen Polizei in Köln, die ihm zur Seite gestellt wird um einen Mord aufzuklären.


    Es ist schon manchmal spannend, wie das eigene Gedächtnis einem manchmal im Stich lassen oder auch veräppeln kann. Es ist ca. 1 Jahr her, dass ich diesen Roman und auch einen weiteren hist. Krimi („Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher) gelesen habe und grundsätzlich hat mir der Roman von Beate Sauer deutlich besser gefallen, als der von Volker Kutscher. Interessanterweise habe ich aber an letzteren deutlich mehr und detailliertere Erinnerungen, was mich ein wenig zweifeln lässt, ob ich nicht doch beide Reihen weiterlesen und auch Volker Kutscher eine zweite Chance geben will. Bei Beate Sauer stellt sich mir diese Frage nicht, hier wartet der zweite Fall für Frederike Matthée bereits auf mich, aber mit Volker Kutscher hatte ich – bis ich die Rezension geschrieben hatte – voll und ganz abgeschlossen.


    Ich muss zugeben, dass ich Jahrelang einen großen Bogen um hist. Romane gemacht haben, die in der Zeit rund um den zweiten Weltkrieg spielen. Dank eines anderen Romans bin ich aber inzwischen „auf den Geschmack“ gekommen – wenn man das bei diesem Thema überhaupt sagen kann. Und auch Beate Sauer schafft es ab Seite 1 mich voll und ganz in dieses Buch und diesen bitterkalten Winter im Jahr 1947 hineinzuziehen. Das Kopfkino ist sofort angesprungen, mehr noch … ich habe gefroren, ich habe gehungert und ich habe mitgefühlt mit den Figuren – und das nicht nur mit Frederike und Richard, die beide schwer an den Grauen der Nazizeit zu tragen haben.


    Und dennoch sind es Frederike Matthée und Richard Davis, die für mich den großen Unterschied zu der Krimireihe um Volker Kutscher ausmachen. Die Protagonisten eines Romans müssen nicht immer die sympathischen Helden schlechthin sein, sie dürfen gerne ihre Ecken und Kanten haben, aber sie müssen mich immer packen können.

    Beate Sauer hat es mit dem Auftakt dieser Reihe ganz wunderbar geschafft, die schwere Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einzufangen. Die Kälte, den Hunger, die Verwüstung, die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und was diese schlimme Zeit sowohl mit den Menschen – Besiegten wie Siegern – und einem ganzen Land gemacht hat. Als ich am Ende des Romans angelangt war, konnte ich es kaum erwarten, den zweiten Teil der Reihe zu lesen und allzu lange werde ich damit auch sicherlich nicht warten


    4ratten

    Hallo zusammen,


    ich hab leider keinen Extra-Rezensions-Thread für das Buch gefunden, ist das richtig? Insofern poste ich meine Meinung zunächst einmal hier, kann aber gerne verschoben werden, wenn es woanders hingehören sollte.


    Inhalt:

    Eine junge Studentin findet in der Bibliothek ein Buch, in das ein anderer Student Hunderte von Randbemerkungen gekritzelt hat, offenbar im Bemühen, der wahren Identität des unter Pseudonym schreibenden Autors V. M. Straka auf die Spur zu kommen. Die junge Frau ist fasziniert und ergänzt die Notizen mit eigenen Mutmaßungen. Zwischen den beiden Studenten Jen und Eric entspinnt sich eine lebhafte Unterhaltung, die allein auf den Seiten des Romans »Das Schiff des Theseus« stattfindet. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem mysteriösen Autor V. M. Straka. Ein unbekannter Übersetzer hat den Roman herausgegeben und ihn mit teilweise verwirrenden Fußnoten versehen. Doch die beiden finden heraus, dass diese Fußnoten einen geheimen Code ergeben, der ihnen Informationen liefert, die der Straka-Forschung bisher völlig unbekannt waren. Was wie ein Spiel beginnt, wird im Laufe der Zeit bitterer Ernst, denn jemand scheint Interesse daran zu haben, dass die Identität des Autors nicht gelüftet wird. Jen und Eric geraten in gefährliche Verstrickungen, die sie fast das Leben kosten.


    Meine Meinung:

    Mit dem Roman „S – Das Schiff des Theseus“ ist dem amerikanischen Schriftsteller Doug Durst in Zusammenarbeit mit J.J. Abrams, einem Film- und Fernsehproduzenten und Drehbuchautor aus Hollywood, ein echtes Meisterwerk gelungen, das ich auf dem Booktube-Kanal „bookfriends4ever“ entdeckt habe und unbedingt haben musste. Leider ist die wunderbare Ausgabe des Kiepenheuer&Witsch-Verlages, die bei Auflage in 2015 schon „neu“ 50 Euro gekostet hat, heutzutage nur noch gebraucht zu bekommen und dies zu horrenden Preisen, die sicherlich die wenigsten bereit sind zu zahlen.


    Das Buch zu bewerten, fällt leider ziemlich schwer. Ich wünschte, ich könnte es als da absolute Highlight schlechthin bezeichnen, ein 5-Sterne-Buch, aber das ist es für mich leider nicht. Und dabei sind die Idee, die Konzeption und die gestalterische Umsetzung grandios, aber es ist kompiziert, kein Buch, das man einfach locker-flockig lesen und wegsuchten kann. Und leider berührt es mich nicht, lässt mich nicht mitfiebern, mitfühlen, mitleiden, was zum Großteil an den Figuren liegt, die mich eher kalt lassen – leider!


    Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um den Roman „Das Schiff des Theseus“ des fiktiven Autors V.M. Straka in einer Ausgabe von 1949. In diesem Roman spielt ein Mann, der sein Gedächtnis verloren hat und nur „S“ genannt wird, die Hauptrolle. Auf der Suche nach seiner Identität begegnet S immer wieder einer geheimnisvollen Frau namens Sola und wird Teil der Mannschaft eines alten Segelschiffs sowie einer Gruppe von Revolutionären, die sich dem Kampf gegen Vedova verschrieben hat, einer Firma, die mit Spezialwaffen handelt und Verbindungen zu Diktatoren in die ganze Welt hat. Diese Ausgabe des Buches von 1949 ist im Gegenzug zu allen anderen Werken des Autors ausgestattet mit einem Vorwort und etlichen Fußnoten des Übersetzers F.X. Caldeira, welche den Weg ebnen für die zweite Ebene dieses Gesamtkunstwerks von Dorst und Abrams. Denn die Identität des Autors V.M. Straka ist umstritten und Literaturwissenschaftler aller Welt liefern sich einen Wettlauf, wer das Rätsel um diesen Autor lösen wird. So auch Eric, der die hier vorliegende Ausgabe vor Jahren aus der Bibliothek seiner Highschool gestohlen und mit einigen Randbemerkungen versehen hat. Er erhält eines Tages unerwartet Hilfe von Jen, einer Studentin, die Erics Buch in der Bibliothek der Universität findet, in der der Eric eingeschrieben war. Zwischen Eric und Jen entwickelt sich über unzählige handschriftliche Randbemerkungen in Erics Buch eine Zusammenarbeit und Freundschaft, die jedoch lange Zeit wortwörtlich „nur auf dem Papier“ besteht, da Eric ein persönlichen Treffen mit Jen zu scheuen scheint.


    Wie bereits gesagt liebe ich die Konzeption und die gestalterische Umsetzung der Idee von Dorst und Abrams: die handschriftlichen Notizen von Eric und Jen,in verschiedenen Farben, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten in das Buch geschrieben wurden. Die vielen tollen Beilagen wie Briefe, Postkarten, Zeitungsartikel, eine Campusplan auf einer Stoffserviette … die machen das Buch wirklich zu etwas ganz, ganz Besonderem. Aber das Gesamtkonstrukt ist kompliziert, der Schreibstil von VM Straka in dem Buch im Buch, sowie von FX Caldeira in den Fußnoten mit Fremdworten gespickt, die ich mein Lebtag noch nicht gehört habe. Viele Rätsel werden angedeutet, aber nicht alle sind am Ende für mich gelöst. Bei ca. der Hälfte des Buches habe ich einen Re-Read der Randbemerkungen von Jen und Eric gestartet und bin dann erst deutlich besser hinter die Gesamtgeschichte gestiegen. Aber im Endeffekt war ich relativ lange mit dem Buch beschäftigt und am Ende regelrecht froh, als ich das Buch zuklappen und zu leichterer Lektüre greifen konnte. Mehr als einmal habe ich mich nach locker-leichter, einfach zu lesender Lektüre gesehnt. Aber ich bin leider komplett unfähig, was das Parallel-Lesen angeht, und mit diesem Buch wäre es nie und nimmer gelungen, da „S – Das Schiff des Theseus“ all meine Aufmerksamkeit für sich beanspruchte. Ich hatte permanent das Gefühl, dass ich beim Lesen etwas übersehen könnte, etwas, das wichtig ist für des Rätsels Lösung um die Identität von VM Straka. Für mich ist es ein Buch, das man nicht unbedingt alleine lesen sollte. Mir persönlich hat jemand gefehlt, mit dem ich mich zu dem Buch austauschen konnte. Ich muss aber leider auch sagen, wenn jetzt jemand das Buch lesen wollen und ich gefragt würde, ob wir das Buch zusammen lesen wollen, dann würde die Antwort „nein“ lauten. Für einen Re-Read hat es mir zu wenig gefallen und es warten zu viele andere Bücher auf mich, die mich viel mehr reizen.


    Ich glaube, das klingt es alles etwas negativer als es wirklich war. Das hier ist wirklich Meckern auf hohem Niveau. Ich wollte schon auch das Rätsel um VM Straka knacken oder wissen, was aus Jen und Eric wird. So ist es nicht, aber das alles hätte fesselnder erzählt werden müssen, damit ich näher an allem dran bin,

    Bewertung:

    4ratten

    Mein zweites Lese-Halbjahr 2018 war mehr als bescheiden. Ganze sechs Bücher habe ich zwischen Juli und Dezember gelesen, drei davon im Dezember. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie sehr das einen zermürben kann, wenn man an einer der liebsten Hobbies keinen Spaß mehr hat. Und dabei waren die Bücher jetzt gar nicht mal so schlecht, es hat mich nur nichts zu ihnen hingezogen. Dabei war der Kopf so voll mit Dingen, die mich beschäftigt hatten, dass ein wenig Ablenkung mit Reisen in die geliebten Buchwelten echt gut getan hätte. Eines der Highlight im zweiten Halbjahr 2018 war die Krähen-Dilogie von Leigh Bardugo (Das Lied der Krähen und Das Gold der Krähen), welche schon von anderen Forumsmitgliedern so gefeiert wurde und auch ich bin einfach nur begeistert gewesen. Da ich mir leider kaum Notizen zu den Büchern gemacht habe, bezieht sich diese Rezension auf beide Teile der Dilogie.


    Zu Beginn war ich mit der Welt, die Leigh Bardugo erschaffen hat, wirklich komplett überfordert. Viele Namen, kein Namensregister, Begriffe wie Grischa, Korporalki, Ätheralki, Materialki und kein Glossar. Ich habe wirklich überhaupt nicht durchgeblickt. Vermutlich lag das aber einfach daran, dass mein Gehirn tagsüber meist schon so gefordert war, dass es mir beim Lesen den Dienst versagt hat. Was dazu führte, dass ich das Buch zwischenezeitlich tagelang nicht in die Hand genommen hat.


    Doch auf einmal, ich kann nicht sagen ab welchem Zeitpunkt in der Geschichte, war ich komplett gefangen und lernte das Buch und die Figuren zu lieben. Vor allem die Figuren, unsere sechs Protagonisten, die Gruppe rund um Kaz „Dirtyhands“ Brekker sind mir dermaßen ans Herz gewachsen, wie es bislang kaum ein anderer jugendlicher Buchcharakter geschafft hat. Denn genau das sind sie, sie sind Jugendliche, und eigentlich nehme ich vor denen schreiend Reißaus, wenn sie Büchern die Hauptrollen spielen. Doch diese hier sind anders. Man vergisst ihr Alter, vielleicht liegt es an den Erfahrungen, dem teilweise wirklich bitteren Leben, dass sie von klein auf führen mussten, dass sie erwachsener wirken, als sie an Alter sind. Ich liebe sie, alle, durch die Bank weg, jede Figur genau so wie sie ist. Sei es der unglaublich schlaue Kopf der Bande Kaz, der mich an Locke Lamora erinnert, der so rafinierte Pläne schmiedet, die jedoch nicht immer funktionieren und auch mal scheitern. Oder sei es Inej, das Phantom, das man kaum bemerkt, weil sie sich lautlos und einer Spinne gleich bewegt und an Hauswänden hochklettert. Oder Nina mit ihrer Grischa-Gabe. Ich liebe sie alle, weil sie so wunderbar unterschiedlich und gleichzeitig jeder für sich so facettenreich ist und Fehler machen darf. Selbst die Gefühle einzelner Gruppenmitglieder untereinander, oftmals eine heimliche Liebe, stören mich überhaupt nicht. Denn gerade die Liebesgeschichten dieser Jugendlichen sind außergewöhnlich toll erzählt, absolut nicht aufdringlich und dadurch selbst für mich mitreißend und zum mitfühlen.


    Was mir leider aufgefallen ist, war der ein oder andere Fehler, es wurden Namen verwechselt, Rechtschreib- und Grammatikfehler gab es ebenfalls, aber es waren nicht viele und dieser wunderbaren Geschichte haben sie auch in keiner Weise geschadet.


    Ich bin traurig, dass diese Geschichte nach 2 Bücher fertig erzählt ist, aber irgendwie auch glücklich darüber, dass die Autorin die Figuren nicht überstrapaziert. Die von Leigh Bardugo erfundene Welt birgt noch viel Potential für andere Geschichten. Und ich freu mich drauf…und wer weiß, ob wir nicht dem ein oder anderen der hier vorkommenden Charaktere doch noch einmal kurz begegnen dürfen.


    5ratten:tipp:


    Ohje, klingt nach einem "Jenseits von Afrika" -Remake... ich war ja zunehmend enttäuscht von der Reihe, will aber auch wissen, wie es weiter/ausgeht

    Das ging mir genauso. Ich habe nach Band 3 aufgegeben und hab mir von meiner Kollegin erzählen lassen, was in Band 4 und 5 passiert. Bei Band 6 (diesem hier) soll sie mir nur verraten, ob was passiert (am Ende?), was mit interessieren könnte (Pa Salt, die 7. Schwester) und dann entscheide ich, ob ich mit Elektra nach Afrika reise oder nicht...

    Meine Meinung


    „Der nasse Fisch“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe von Volker Kutscher, welche Ende 2018 unter dem Titel „Babylon Berlin“ in der ARD zu sehen war und in den 20er/ 30er Jahren in Berlin spielt. Der Protagonist und Ermittler Gereon Rath wird nach einem – zunächst im Dunklen gelassenen - Vorfall von der Mordkommission Köln zur Sitte nach Berlin „straf“-versetzt und ist mit sich und seiner Lage und seiner Arbeit äußerst unzufrieden. Dies ändert sich, als er auf eigene Faust und ungefragt Nachforschungen zu einem Fall der Berliner Mordkommission anstellt und dabei Hilfe von Charly, einer aufgeweckten und cleveren Stenotypistin des Polizeireviers erhält.


    Genau wie unser Ermittler sich zu Beginn des Romans nur schwer mit seiner neuen Situation abfinden konnte, hatte auch ich Schwierigkeiten mich in dem Roman anzufreunden. Die Ermittlungen bei der Sitte sind zwar nicht uninteressant, aber der Fall „Wassermann“ der Mordkommission interessierte mich deutlich mehr. Dies änderte sich mit der Zeit, als die verschiedenen Fäden der Geschichte langsam aber sicher zu einem großem gesamtes Werk zusammenliefen, auch wenn ich im Endeffekt nicht wirklich glücklich mit dem Buch war und meine hohen Erwartungen, die vor allem meine Schwester geschürt hatte, nicht erfüllt wurden.


    Spannenderweise kann ich mich heute, beim Schreiben der Rezension, und ein Jahr nachdem ich das Buch gelesen habe, noch ziemlich gut an den Roman und Einzelheiten erinnern, womit ich jetzt nicht gerechnet hätte. Und mit diesem Abstand finde ich das Buch auch besser, als ich es die ganze Zeit in grober Erinnerung hatte. Denn Volker Kutscher mal ein äußerst vielfältiges Bild der Zwanziger Jahre in Berlin, die nicht nur golden sind sondern auch ganz eindeutig ihre Grauschattierungen haben. Und auch die Figuren sind alles andere als eindimensional und agieren mitunter in einem Graubereich des Erlaubten bzw. auch schon weit darüber hinaus. Aber – und das ist der große Kritikpunkt für mich – sie kamen bei mir nicht wirklich an. Vor allem mit unserem Hauptprotagonisten konnte ich nicht wirklich viel anfangen. Er ist mir zwar noch genauso lebendig im Gedächtnis wie sein Vorgesetzter Wolter, der nun wirklich kein Sympath ist, aber Gereon Rath ist für mich nicht wirklich besser.


    Allerdings glaube ich inzwischen auch, dass ich das Buch in einer für mich ungünstigen Zeit gelesen habe. Ich hatte im Sommer 2018 eine heftige Leseflaute zu der berufliche Veränderungen hinzukamen, die mich und meine Gedanken ziemlich in Beschlag genommen hatten, so dass ich den Kopf nicht wirklich frei hatte, um in die Welt meiner Bücher einzutauchen. Ich denke ich hätte in dieser Phase andere Bücher gebraucht, die mich aus diesen Gedanken hätten rausreißen können – auch wenn es der 100ste Re-Read meiner Lieblingsbücher gewesen wäre. Die wirklich äußerst gräuliche Atmosphäre von „Der nasse Fisch“ genau wie die wenig sympathischen Figuren, haben mich noch eher tiefer in die Leseflaute gerissen als dass sie mir und meinen eher trüben Gedanken gut getan hätten.


    Gut möglich, dass mir das Buch heute, wo ich mich im absoluten Lesefieber befinde und so gerne Krimis und Thriller lese, besser gefallen würde, aber momentan kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dem Buch eine zweite Chance zu geben oder die Reihe fortzusetzen. Dafür gibt es zu viele andere Bücher in meinem SUB und auch andere Reihen, die mich deutlich mehr reizen. Aber wer weiß denn heute schon, was morgen ist.


    3ratten

    Kai Meyer - Loreley


    Kaufen* bei

    Amazon
    Mojoreads
    Booklooker
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links

    Oh, das fand ich total toll. Viel Spaß damit.

    Ich bin ja gerade auf den letzten 30 Seiten von "Der Rattenzauber" von Kai Meyer und stelle für mich wieder einmal fest, mit Kai Meyer kann ich eigentlich nichts falsch machen. Ich weiß gar nicht, warum ich schon so lange nichts mehr von ihm gelesen habe und bin gleichzeitig froh, dass ich da noch so viel entdecken kann.

    Und hier meine Meinung:


    Für mich ist „Die Schattenschwester“, der dritte Band der Sieben-Schwestern-Reihe von Lucinda Riley leider bislang der schwächste Teil, allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich in der Reihe noch nicht weitergekommen bin, als eben bis zu diesem Band 3. Dabei liebe ich das Setting des Buches, das Anwesen in Kent, die Rosengärten des Lake District und gerade von dem Erzählstrang in der Vergangenheit habe ich mir wirklich viel versprochen. Aber leider war das Buch für mich sowohl in der Gegenwartsgeschichte, wie auch in der Vergangenheit einfach nur strunzkitschig. Gerade in der Vergangenheit hatte ich mich so auf die Begegnungen mit Beatrix Potter, der berühmten englischen Kinderbuchautorin und -illustratorin gefreut und letztlich war dies auch der einzige einigermaßen positive Punkt des Buches. Ich würde wirklich gerne wissen, wie die Reihe endet, was es mit der siebten Schwester, die ja bislang nicht aufgetaucht ist, auf sich hat und ob sich mein Verdacht, dass Pa Salt, der Adoptivvater der Schwestern, seinen Tod nur vorgetäuscht hat, bestätigen wird. Aber ich kann mich momentan nicht dazu aufraffen, die Reihe weiter zu lesen. Bei Band 4 reizt mich das Setting überhaupt nicht und von Band 5 habe ich bislang leider auch von eingefleischten Lucinda Riley-Fans nicht wirklich Positives gehört. Da gibt es wirklich genügend andere Bücher und Buchreihen, die mich mehr reizen. Vielleicht überspringe ich die Bände auch und lese nur noch den letzten Teil. Muss da bei meiner Kollegin dann mal vorfühlen, ab wann ich weiterlesen kann, denn sie meinte, in Band 4 und 5 verpasse ich nichts, was uns des Rätsels Lösung näher bringen würde.


    3ratten

    Und auch ich kann mich den positiven Meinungen so vieler Leser nur anschließen. Auch für mich war es ein echtes Highlight. Hier meine Meinung:


    „Die Vergessenen“ ist der erste Roman der erfolgreichen Krimiautorin Inge Löhnig unter dem Pseudonym Ellen Sandberg. Ich habe zugegebenermaßen etwas gezögert, dieses Buch zu lesen, auch wenn es von einer meiner Lieblingsautorinnen ist, da ich lange Zeit einen großen Bogen um Literatur über den Zweiten Weltkrieg gemacht habe. Natürlich finde auch ich es wichtig, dass das Thema nicht vergessen wird. Aber Lesen ist für mich in erster Linie Unterhaltung, Abschalten vom Alltag und über die Gräueltaten der Nazis zu lesen ist keine Unterhaltung. Da muss ich wirklich offen und belastbar genug dafür sein, das geht nicht immer. Aber „Die Vergessenen“ hat mich tief bewegt, hat mir atemlose, spannende Lesestunden beschert und ist eines der Jahreshighlights aus dem Lesejahr 2018. Und seit ich dieses Buch gelesen habe, bin ich offener für die Thematik geworden und greife öfter nach Büchern über den Zweiten Weltkrieg bzw. will mehr darüber lesen.


    Die Geschichte, die uns Ellen Sandberg hier erzählt, spielt in zwei Zeitebenen. Im Jahr 1944 arbeitet die junge Kathrin Mändler als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg bei München. Als sie den Arzt Karl Landmann trifft und sich in ihn verliebt, ahnt sie nichts von den schrecklichen Ereignissen, die sich in der Anstalt abspielen und auch Karl Landmann zeigt nicht immer sein wahres Gesicht. Als Kathrin 2013 einen schweren Schlaganfall erleidet, kümmert sich ihre Nichte Vera um Kathrins Wohnung. Sie stößt dabei auf ein dunkles Geheimnis. Doch sie ist nicht die einzige, die sich für die Vergangenheit ihrer Tante interessiert, denn auch Manolis Lefteris, ein Mann für besondere Aufträge, soll geheime Unterlagen, die sich in Kathrins Besitz befinden, aufspüren.


    Wie bereits geschrieben, war „Die Vergessenen“ für mich ein absolutes Lesehighlight in 2018, allerdings benötigte ich zunächst einige Zeit, bis ich wirklich vollends in der Geschichte angekommen bin. Die lag neben der Scheu vor diesem großen Themen, vor allem an der Vielzahl an Personen und die unterschiedlichen Erzählperspektiven bzw. Erzählstränge, die mich anfangs derart überfordert hatten, dass ich mit dem Gedanken spielte, das Buch abzubrechen. Aber der wunderbare Schreibstil von Ellen Sandberg hat mich durchhalten lassen und inzwischen ist dieses Buch wohl jenes, welches ich am häufigsten anderen Lesebegeisterten empfehle.


    Von den Verbrechen der Nazis im Zweiten Weltkrieg haben wir alle in der Schule und vielleicht auch über Reportagen im Fernsehen viel erfahren, aber für mich sind Einzelschicksale von fiktiven Romanfiguren genauso unfassbar und schrecklich wie Tatsachenberichte. Da kann ich den Roman, die fiktive Geschichte oft nicht mehr spüren, sondern ich lese Wirklichkeit, weil es . Dieses Buch kann schon allein aufgrund der Thematik kein Wohlfühlbuch sein, ich hatte permanent einen dicken Kloß im Hals und ich habe geweint, aber es ist so gut, so unglaublich spannend und wirklich ein Buch, das ich jedem empfehlen kann.


    Bewertung:

    5ratten:tipp:

    Danke, Enid . Es gibt nach so einem Buch dann immer einen Moment bei mir, wo ich denke, ich hätte vielleicht iwas nicht kapiert.. *g*

    Das kenne ich, die Überlegung hatte ich bei dem Buch auch. Vielleicht ist das so, vielleicht war das Buch aber auch einfach nichts für mich / uns. Kommt vor...


    Regina Scheer - Gott wohnt im Wedding

    Kaufen* bei

    Amazon
    Mojoreads
    Booklooker
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links

    "Gott wohnt im Wedding" lese ich auch seit Freitag. Ein ganz ganz tolles Buch!!!

    :marypipeshalbeprivatmaus:

    Meine Meinung:

    „Eine unbeliebte Frau“ ist der erste Kriminalroman um das Ermittlerteam Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff von Nele Neuhaus.


    Der Einstieg ist mir extrem leicht gefallen. Kaum 10 Seiten gelesen, und schon war ich mitten drin, im Taunus und im Fall. Der Stil der Autorin ist herrlich unkompliziert und lässt sich leicht und flüssig lesen. Sie hält sich nicht mit endlosen und unnötigen Beschreibungen auf, welche die Ermittlungen und somit auch das Weiterkommen in einem Krimi kräftig bremsen können. Über die vielen, sehr lebendig und natürlich wirkenden Dialoge blitzt auch immer wieder feiner Humor auf. Stilistisch war es eine Wohltat, zumal ich zuvor zwei Bücher gelesen habe, die teilweise bewusst altmodisch und dadurch anstrengend geschrieben waren.


    Auch die beiden Ermittler, Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein sind sofort sehr präsent, allerdings konnten sie mir nicht ans Herz wachsen, wie manch anderer Ermittler in anderen Krimiserien, aber vielleicht müsste ich sie dazu auch noch besser - über die weiteren Fälle, die sie zu lösen haben - kennenlernen. Ob es dazu aber kommen wird, wage ich zu bezweifeln, dann weder der Fall noch die Polizeiarbeit konnten mich überzeugen.

    Ich finde es etwas unrealistisch, dass sich die Autorin so extrem auf Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein fokussiert und die anderen Mitarbeiter des K11 dabei sträflich vernachlässigt werden – wenn es denn überhaupt weitere Teamkollegen gibt. Vieles von der Ermittlungsarbeit erscheint zu zufällig, zu schnell und zu einfach. Wo beispielsweise einer der Verdächtigen die Wohnung des Mordopfers akribisch nach Belastungsmaterial durchsucht und nichts findet, wirkt es bei unseren Ermittlern so, als würden die Aufnahmen und Aufzeichnungen des Opfers offen auf den Tisch liegen (auch wenn es nicht so war). Hinzu kommt, dass Bodenstein mindestens 3x im Laufe diesen einen Romans überfallen wird - irgendwie etwas peinlich für einen Hauptkommissar - und einer der Hauptverdächtigen mitten in den Ermittlungen entführt und entmannt werden kann – er hat zwar nichts anderes verdient, aber wo bitte war die Polizei, dass so etwas passieren kann? Die Suche nach dem Mörder wirkt zwischenzeitlich wie ein heiteres Mörder-Raten, weil so ziemlich jede in den Fall verwickelte Figur gründlich verdächtigt wird. Das mache ich als Leser zwar auch, aber ich bin auch nicht bei der Polizei.


    Dass es so viele Tatverdächtige gibt, liegt vor allem an der Figurenfülle, die mich zeitweise überfordert hat. Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass es bei der Klärung eines Mordfalls zu weiteren Ermittlungserfolgen in anderen Straftaten kommen kann, so sind es mir hier doch zu viele Nebenschauplätze: Selbstmord, Insolvenzverschleppung, Erpressung, Zuhälterei, Drogen- und Menschenhandel bis hin zu Betrug, eheliche Gewalt, Totschlag und Verstümmelung. Auch die Figuren, die in den Fall verwickelt sind, sind mir alle zu extrem charakterisiert, zu durchtrieben, zu böse.


    Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Mir war es irgendwann sogar egal, wer der Mörder ist. Ich habe für mich beschlossen, die Reihe bis auf den vierten Fall („Schneewittchen muss sterben“, steht schon daheim im Regal) nicht weiterzulesen, weil es einfach zu viele Bücher gibt, auf die ich mich freue und mit meiner Meinung zu „Eine unbeliebte Frau“ kann ich mich einfach nicht mehr auf weitere Romane dieser Krimireihe freuen.


    2ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    PS. Außer diesem ersten Fall habe ich auch noch "Schneewittchen muss sterben" gelesen, das war etwas besser, aber ich werde wohl leider kein Fan mehr der Reihe. Und da fällt mir ein, ich habe auch noch "Im Wald" im SUB. Anlesen werde ich das auf jeden Fall

    Ich bin in Osten Ard und zusammen mit einem Troll und seiner Wölfin auf den Weg zu Prinz Josua (wenn er denn dort ist, wo ich ihn vermute)

    Allerdings weiß ich noch nicht, ob ich da noch lange sein werde. Denn so richtig packt mich das Buch nicht. Ich will dem Buch jetzt noch ca. 50-100 Seiten lang eine Chance geben, wenn es aber dann nicht besser wird, dann werde ich mir andere Gefilde suchen, wo ich mich wohler fühle (hoffentlich).