Beiträge von Keshia

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Zum Thema Sterne gab es gerade auch wieder eine Geschichte auf facebook. Eine Leserin rezensiert ein Jugendbuch. Der ganze Text ist sehr positiv, das Buch hat ihr gefallen. Am Ende gibt sie 3 Sterne und schreibt dazu, dass sei, weil sie ja nicht in die Alterszielgruppe gehöre.

    Und das kommt immer wieder vor, wir hatten genau so einen Fall auch schon mal in einer Jugendbuch-Leserunde...

    Ja, das wundert mich auch immer wieder. Manchmal habe ich das Gefühl, Leser verstehen die Sternebewertung nicht. Bei amazon gibt es immer wieder einen Stern + Topbewertung im Text oder eben zwei bis drei Sterne + Topbewertung im Text.

    Zur Zielgruppe muss man nicht gehören, um ein Buch subjektiv zu bewerten, Man kann erklären, warum man es gut oder schlecht findet. Daraus können sich andere eine Meinung bilden. Wer sich gern gruselt und als Kritik liest "ich konnte nicht schlafen, das Buch war so unheimlich" wird ja das Buch mit Freude kaufen!


    Ich denke, dass fast jedes Buch heute seine Leser-Nischengruppe findet, es sei denn, die Idee ist uralt oder das Buch ist sehr schlecht geschrieben.


    LG von

    Keshia

    Hallo,

    ich habe in letzter Zeit drei Bücher von Müttern behinderter Kinder (an-) gelesen:

    Julia Latscha: Lauthals leben,



    Gabriele Noack: Mein Glück kennt nicht nur helle Tage (beide angelesen bis ca. Mitte des Buches) und



    Sandra Schulz: Das ganze Kind hat so viele Fehler.


    Alle drei Bücher wurden als besonders positiv und Argument im Kampf für die Akzeptanz Behinderter gelobt.


    Ich muss dazu sagen, dass ich mit einem behinderten Bruder (mit Downsyndrom) aufgewachsen bin und NIE von beiden Eltern oder anderen Verwandten ähnliche Klänge gehört habe wie in diesen drei Büchern vorkamen, und das, obwohl zu der Zeit, in der mein Bruder aufwuchs (80er) deutlich weniger Informationen und Hilfe verfügbar waren.


    Als Erstes habe ich Sandra Schulzs Buch gelesen. Mein Fehler: Ich wusste nicht, dass 70% des Buches von ihrer Schwangerschaft handelten. Hut ab, dass man so viel über die eigene Schwangerschaft schreiben kann! Aber: Sie hat zwei Kider mit Downsyndrom im Bekanntenkreis und denkt die ganze Zeit an Abtreibung, weil sonst ihr Leben vorbei wäre, wenn ihr Kind Downsyndrom hat (pränatale Diagnostik). Dann bekommt sie die Info, dass eine weitere schwere Behinderug dazu kommt und ganz langsam erwärmt sie sich für den Gedanken, das Kind doch zu bekommen. Erst im letzten Drittel, nach der Geburt des Kindes, wird das Buch sehr positiv. Vorher werden behinderte Kinder als Lebnesende der Eltern und Bürde betrachtet. Ich war beim Lesen ziemlich schockiert und teilweise angewidert und mich wunderten die vielen positiven Rezensionen.


    Dann kam das Buch "Mein Glück kennt nicht nur helle Tage". Okay, schweres Schicksal: Schwangerschaft verläuft super, Kind ist bei der Geburt schwerbehindert, Mutter erfährt, dass es evtl. "ihre Schuld" sein könnte (so legt sie das aus). Kind kann sich kaum bewegen und spricht erst mal nicht bzw. gar nicht (bin erst ca. bei einem Viertel des Buches). Mutter weint ständig, weil ihr Kind behindert ist. Eine sehr berührende Szene gab es, als der fünfjährige Bruder des Kindes (!) die Eltern fragt, wer sich denn um den Bruder kümmert, wenn sie sterben würden und anbietet, dass er das dann tun würde (Hut ab, wenn das wirklich so passiert ist! Woher hat ein Fünfjähriger solch düstere Gedanken?) Der Fünfjährige verteidigt den behinderten Bruder ständig, während die Mutter teilweise weinend ins Krankenhaus geht, weil ihr Kind behindert ist.


    "Lauthals Leben": Da bin ich auch erst im ersten Viertel und die Mutter weint ständig, weil ihr Kind behindert ist (komisch aussieht, nicht alleine laufen kann, viel schreit). Ja, ich kann die Belastung durch extremes Schreien nachvollziehen, aber nicht diese Scham "mein Kind ist behindert, alle schauen mich an, mein perfektes Leben ist vorbei" in der heutigen Zeit.

    Sind wir so auf "perfekt" getrimmt, dass ein Kind nur Erwachsenenwünsche erfüllen muss?

    Woher kommt dieses, sorry, Rumgeheule im Wortsinne?


    Mein Bruder hat die positivsten Erfahrungen außerhalb der Familie mit völlig Fremden "Nicht-Pädagogen" gemacht: Treffen auf der Straße, Verkäufern, Servicekräften. Teilweise haben die sich nach seinem Tod noch über ihn unterhalten wollen, wenn man sie zufällig traf - also keine Freunde der Familei, zufällige Bekannte. Daher kann ich nicht verstehen, dass Behinderungen von den Eltern heutzutage als Scham, Schnade, "Ende des eigenen Lebens" wahrgenommen werden. Woher kommt das?

    Und warum werden diese Bücher so positiv wahrgenommen?

    Ich habe, als Schwester, mit meinem Bruder auch schwere Zeiten durchgemacht, oft wurde ihm erlaubt, uns andere Geschwister qausi zu ärgern (treten, ansprucken etc.), "weil er ja behindert ist und Verbote nicht versteht", von daher würde ich Frust und Ärger über bestimmte Verhaltensweisen durchaus verstehen. Aber dieses Rumgeheule, weil das eigene Kind auffällt, nicht so ist, wie man erwartet hat, "Fehler" hat, finde ich teilweise wirklich ekelhaft.

    Man stelle sich vor, die Tochter von Sandra Schulz wäre nicht behindert - und würde später mal lesen, wie ihre Mutter über 200 Seiten darüber nachdenkt, sie abzutreiben. Wäre das nicht grausam? Aber weil das Kind behindert ist, kann man so etwas veröffentlichen. Ich habe gar nichts gegen die Idee, ein Buch über Schwangerschaft und Abtreibungsgedanken zu schreiben, das finde ich wichtig, aber diese ganzen Gedanken "das Kind könnte mich in meinem Leben stören" finde ich krass. Auch, dass eine werdende Mutter auf die Idee kommt, sie könnte ihr eigenes Kind wegen Ausspracheproblemen nicht verstehen (da wächst man doch rein, Babys brabbeln auch erst mal Unverständliches).


    Jedenfalls würden mich mal eure Gedanken zu Büchern dieser Art, die in den letzten ca. 10 Jahren erschienen sind, interessieren. Werden die Kinder nur negativ wahrgenommen (oder über weiter Strecken des Buches)? Findet ihr das Anspruchsdenken "mein Leben soll durch das Kind schöner werden" übertrieben? Widert es euch an, wenn Eltern sich schämen, dass ihr Kind nicht perfekt ist oder sein könnte? Könnt ihr die Gedanken solcher Eltern nachvollziehen? Ist das der allg. Tenor solcher Bücher in den letzten Jahren oder habe ich mir nur die "Rosinen rausgepickt"?


    LG von

    Keshia

    11. Ich lese Bücher nie mehr als einmal, ausgenommen beim zweiten Mal sind sie in einer anderen Sprache.

    Hattest du nie das Gefühl, etwas zu verlieren, wenn du dich nicht mehr genau an bestimmte Stellen, Zitate, Kapitel erinnern konntest, die dich besonders beeindruckt haben?

    Huhu!


    1. Ich lese nicht viele Bücher, aber wenn mich ein Buch interessiert, lese ich es eine ganze Weile mehrfach hintereinander, bis zu mehreren Monaten.

    2. Meine große Leidenschaft sind inzwischen eher Kochbücher mit schönen Foodfotos als Romane. Davon kaufe ich in den letzten Jahren mehr als von allen anderen Genres und besitze aktuell ca. 120 Stück.

    3. Ich könnte nicht leben ohne meinen Büchereiausweis. Die Bücherei sorgt dafür, dass ich mehr lesen kann, als mein Platz im Bücherregal hergibt und dafür im Jahr weniger ausgeben muss als ein Kochbuch durchschnittlich kostet.

    4. Mein erster "Erwachsenenroman" war Stephen Kings "Tommyknockers" mit ca. 10 Jahren. Habe tapfer durchgehalten und verstehe das bis heute nicht, denn eigentlich finde ich das Buch schlecht.

    5. Mein zweiter Erwachsenenroman war dann Stephen Kings "Das Spiel". Ich würde es keinem empfehlen, denn mir wurde dabei mehrfach schlecht und noch heute habe ich das Bild vor Augen von dem Sandwich mit der menschlichen Zunge drauf (was aber keinen Einfluss auf meine spätere Kochbuchleidenschaft hatte).

    6. Lieber als Romane lese ich neben Kochbüchern und Büchern über Foodfotografie Biografien und Sachbücher.

    7. Eingezogen bin ich in die aktuelle (sehr kleine) Wohnung mit genau 563 Büchern, später wurden es über 700 Bücher, dann wurde aufgrund von Platzmangel radikal minimalisiert und zur Zeit behalte ich nur meinen Kochbuchbestand im Auge.

    8. Paradoxerweise sammele ich wohl auch Bücher zum Thema Minimalismus im Alltag!

    9.Nach langer Verweigerung - "so was braucht doch kein Mensch" kaufte ich mir einen E-Book-Reader (Kindle Fire, da in Farbe) für --- Kochbücher, die günstiger als die gebundenen sind.

    10. Auf diesem E-Book-Reader las ich 8 Stunden am Stück den ersten Teil von "WOOL", dann war der Akku leer. Dies führte zum Kauf des Kindle Paperwhites, den ich heute vornehmlich nutze. Hugh Howey hat mich also zum beständigen E-Book-Nutzer gemacht!

    11. Ich schmökere gern mal in der "gekürzten Ausgabe" der Norton Anthology of American Literature, die ich extra dafür in Plastik-Klebefolie eingebunden habe.

    12. Ich schäme mich nicht wegen der Klebefolie!

    13. "Gekürzte Ausgabe" steht in Anführungszeichen, weil das Werk 2817 Seiten ohne Anhang hat.

    14. Ich mache einen großen Bogen um alle gehypten Bücher, wenn ich sie nicht vor dem Hype entdeckt habe. Ausgenommen sind Bücher, die in diesem Forum positiv besprochen wurden.

    15.Ich kaufe gern gebrauchte Bücher über amazon, weil ich dort oft für wenige Euro Bücher finde, die es ansonsten nicht mehr zu kaufen gibt.

    16. Zwei dieser Schätze sind "Diary by EBB" (Elizabeth Barrett Browning, Tagebuch von 1830-1831, das sowhl ein Lesetagebuch als auch eine Schwärmerei für einen bettlägerigen, blinden älteren Griechischprofessor darstellt) und Karen Pryors "Lads before the wind. Diary of a dolphin trainer" - die "Bibel" der Clickertrainer.

    17.Mein E-Book-Reader Kindle Paperwhite ist inzwischen immer dabei und hat eine eigene Sammlung "SUB".

    18. Ich blättere Bücher meist vor dem Lesen einmal durch und lese auch oft den letzten Satz als erstes. Es ist immer wieder interessant zu erfahren, wie sich dessen Bedeutung vor und nach dem Lesen des Buches verändert. (Bei E-Books verzichte ich darauf.)

    19. Seit ich vom amazon Self-Publishing gehört und den Blog von Jaqueline Vellgut, "Schriftsteller-werde.de" lese, denke ich ernsthaft über eine Buchveröffentlichung nach und habe auch schon mehrere Ideen.

    20. Ich hatte als Kind das Hobby, ein Wellensittichbuch zu schreiben, habe das auch getan und mit selbstgeschossenen Fotos illustriert. Das Buch wurde dann (leihweise) einer Autorin geschickt, die mir ein Feedback zurücksandte. Während andere Autogramme von Popstars sammelten, war ich begeistert, dass mir diese Autorin einen persönlichen Brief zurück schickte.

    21. Ich bin einmal ohne Zwang mit 20 Büchern, darunter über 10 Fachbücher, in den Urlaub gefahren (mit Familie). Die Bücher musste dann im Kleiderschrank Platz finden. Gelesen habe ich dann allerdings fast ausschließlich das am Urlaubsort gekaufte Buch "Die Säulen der Erde" von Ken Follett.

    22. Den Nachfolger der "Säulen der Erde" kaufte ich auch, kam aber über die ersten paar Seiten nie hinaus.

    23. Ich würde nie zur Weihnachtszeit Horrorgeschichten oder Krimis über erschütternde Mordfälle lesen, sondern immer nur seichte Wohlfühlbücher oder gar Bildbände.

    24. Mein Lieblingskurzgeschichtenband ist immer noch Stephen Kings "Nightmares and dreamscapes". Viele der Geschichten sind überhaupt nicht gruselig, aber sehr unterhaltsam geschrieben - man liest weiter, obwohl einige Geschichten nur wenig herkömmliche Spannung haben und keine keine überraschenden Wendungen zeigen ("My pretty pony", "The house on Maple Street"). Einige Geschichten faszinieren mich, obwohl nur ein Problem ohne Erklärung beschrieben wird ("Crouch End", "Umneys last case" - die letzte Geschichte sollte jeder Leser, besonders von älteren Krimis, lesen. Sie handelt von einer besonderen Beziehung einer Romanfigur mit ihrem Autor).

    25. Ich lese hier immer noch mit, obwohl ich die letzten Jahren manchmal nur 5 neue Bücher im Jahr gelesen habe. Durch den E-Book-Reader steigert sich das aber wieder etwas.

    Während ich lese , klebe ich an strategisch interessanten Stellen bunte Postits rein. Gelb ist alles was unter "Schreibstil" fällt, rosa "Handlung" und hellblau "Protas".


    Das ist ein tolles System! :daumen:
    Beim E-Book könnte man die Notizfunktion dafür nutzen.


    Was bedeutet denn Protas?


    LG von
    Keshia

    Kann man auf dem Kindle Fire (ohne Zusatz) auch Sammlungen erstellen? Übers Gerät oder wenn das Gerät an den Computer angeschlossen ist?


    Fotos und PDFs kann ich ja sammeln, also zu verschiedenen Themenbereichen zusammenfassen, wenn das Gerät an den Computer angeschlossen ist. Geht das auch mit den Büchern, die da schon drauf sind?


    LG von
    Keshia


    Ich habe echte SUB - mehrere Stapel ungelesener Bücher, die sich neben dem Eingang zu meinem Arbeits-/Bücherzimmer auf dem Boden türmen. Ich habe sie vor einiger Zeit mal chronologisch nach Zugangsdatum sortiert und schön aufgeschichtet, sieht sogar recht ordentlich aus.


    Wow!
    Sowohl tolle Idee als auch die Mühe, die du dir damit gibst.
    Ich habe insofern gar keinen echten "Sub", sondern einige Bücher lese ich halt nicht und finde sie hin und wieder, wenn ich an selten durchgesehene Regalbretter gehe.
    Da ich wenig Platz habe, sind die Bücher auch nicht wirklich für Außenstehende Systematisch sortiert.
    Beispielsweise habe ich ein Buch übers Unterrichten von Stoff, den man nicht beherrscht, ein Buch übers Foodblogging und ein Buch übers Delfintraining auf einem Stapel, weil ich die regelmäßig mal wieder durchlese.
    Der einzigen SUB, den ich als solchen erstellen könnte, wäre eine Sammlung "SUB" auf dem E-Reader.
    Hin und wieder landen SUB-Bücher auch im Bad, um endlich mal gelesen zu werden. :breitgrins: Das sind dann meist Bücher, die mich doch nicht so sehr interessiert haben. Ein Mitbewohner hatte eine Zeit lang immer seine Wirtschaftswoche-Hefte im Bad und ich habe noch nie so viel über Wirtschaft gelesen wie zu dieser Zeit!


    LG von
    Keshia

    Das ist bei mir ganz unterschiedlich. Manchmal kann ich mich tage- bis wochenlang gar nicht konzentrieren, dann lese ich nur auf dem Reader unterwegs ein paar Zeilen/ Absätze, manchmal ist das Buch spannend und ich bin nicht abgelenkt, dann entscheidet der Körper, wann Sense ist. Das erste "WOOL"-Buch habe ich, öhm, irgendwann die letzten Jahre, an einem Stück gelesen bis der Readerakku aus ging, das waren also 8 Stunden. Da meldete sich aber schon der Rücken, dass jetzt bitte erst mal etwas Sport gemacht werden sollte. :zwinker:


    Ich würde mal sagen, ohne Konzentration 5 Minuten, wenn ich abends k.o. bin oder abgelenkt maximal eine halbe Stunde, wenn ich mich gut konzentrieren kann zwischen einer und eben maximal 8 Stunden, letzteres aber nur, wenn das Buch sehr spanned ist. Das kommt aber eher selten vor. Bei guter Konzentration vielleicht ein bis zwei Stunden, wobei ich meist nicht mit den Gedanken abschweife oder müde werden, sondern schlicht Verspannungen in Schulter, Nacken oder Rücken bekomme. Daher lese ich meist nur - wenn bewusst länger gelesen werden soll - mit irgendeiner Creme auf Schultern, Armen und Nacken, z.B. Pferdesalbe. Vorbeugend, weil ich schon weiß, dass ich mich dabei verspannen werde (einseitige Position zu lange halten werde).


    LG von
    Keshia

    Danke für die Rezi! :smile:


    Ich wüsste auch genau, wem ich so ein Buch schenken würde:
    Meine Eltern waren mal im Beirat der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, in der mein Bruder als "Mitarbeiter mit Behinderung" arbeitete. Wenn man ihn mal abholte, sah man erschreckenderweise alle diese "MmB"-Mitarbeiter mit rundem Rücken und gesenktem Blick das Gebäude verlassen. Kein einziger ging aufrecht und einige konnten sich gar nicht richtig aufrichten (je älter, desto drastischer das Problem). Meine Mutter hatte dann den einfachen Vorschlag, dass die Gruppenleiter einmal in der Stunde einfache Übungen vormachen sollten wie "Aufstehen und Arme nach oben strecken", "mit den Armen rudern" (um die Schultern zu lockern) "nach vorne und hinten beugen" (um den Rücken zu lockern). Was ha'm se getan? Ein Blatt Papier mit Übungen aufgehängt! Das half natürlich gar nicht, weil die Mitarbeiter eben so eine Eigeninitiative nicht gewohnt waren - es ging da sehr streng nach Regeln zu - oder auch gar nicht aus den Schwarzweißfotos die Bewegungen hätten rekonstruieren können ohne Hilfe. Und ohnehin ja in ihrer Tagesroutine gefangen waren.
    Während sich jeder andere informieren kann, wären solche Übungen - gemeinsam ausgeführt - meines Erachtens auch für Grundschulen sinnvoll oder eben überall, wo Menschen viel sitzen, die eher nicht auf die Idee kommen oder die Möglichkeit haben, selbst zu googeln, was man denn mal gegen die Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und das krumme Gehen machen könnte.
    Auf der anderen Seite wird das wieder jemand vermarkten. Statt des Ratschlags: Gehe abends mal eine längere Runde um den Block, gehe zu Fuß zu deinen Freunden, wenn sie in der Nähe wohnen, gehe mal zu Fuß Kleinigkeiten einkaufen, wird man ein Laufband empfehlen und vermutlich gleich ein spezielles nur für langsames Gehen "erfinden". :rollen:


    LG von
    Keshia

    Unter den Essay stach für mich der erste "Lehrer und Gouvernanten" heraus, der zu beleuchten versucht, ob es denn an den Arbeitgebern lag, dass die Geschwister alle ihre Stellen als Zumutung empfunden haben, oder ob die Probleme nicht auch in deren Charakter zu suchen seien.


    (Obwohl der Beitrag schon älter ist...)


    Kann es nicht eher am System gelegen haben? Gouvernanten sollten zwar den Höheren Töchtern die Grundlagen für ihr späteres privilegiertes Leben beibringen, waren aber doch selbst eher gering angesehen - sie hatten halt meist keinen Mann gefunden oder andere Makel wie geringe soziale Stellung/ kein Geld, die sie zum Arbeiten zwangen etc. Was hat die Gouvernante denn getan? Überspitzt gesagt, in einem meist doch recht kleinen, schäbigen Zimmer geschlafen, den ganzen Tag auf irgendwelche Gören aufgepasst und versucht, sie zu bilden, die meist wenige Achtung für die Gouvernante und überhaupt eigentlich etwas Besseres zu tun hatten. Dabei noch Distanz zur Familie waren - Standesunterschiede/ -angemessenheit - und ständig darauf achten, "Vorbild" zu sein, aber in dem Bewusstsein, dass all ihre Bildung, die sie weitergaben, nichts daran ändern würde, dass sie selbst relativ tief in Bodennähe des sozialen Fasses saßen, während die Schützlinge doch stetig zur Oberfläche schwammen (Hochzeit, "gutes Leben", verglichen mit Möglichkeiten und Ansehen der Gouvernanten sicherlich sehr gutes Leben, verglichen mit späteren Frauen vielleicht nicht aufgrund mangelnder Selbstverwirklungsmöglichkeiten etc.).


    Egal, wie gut die Arbeitgeber waren und wie engagiert die Gouvernanten, wenn diese einigermaßen kritisch auf die gesellschaftlichen Normen blickten, mussten sie doch frustriert werden, oder nicht? Und evlt. konnten sich die Brontes da nicht so beherrschen und ihnen entgleiste mal die Mimik oder auch mehr? Man musste sich ja doch SEHR arg zurück halten, selbst als angesehene Ehefrau!


    LG von
    Keshia

    [quote author=sandhofer link=topic=1317.msg973972#msg973972


    Das musste ich jetzt zweimal lesen. Zuerst habe ich mich nämlich gefragt, was eine Doppel-Lunge sein könnte und warum man sie vermeiden möchte...
    [/quote]


    Upps! :redface: :redface: :redface:

    War es nicht eigentlich im 19. Jahrhundert modern, sehr beschreibende Titel und Untertitel in ganzen Sätzen zu finden? Wie bei Dickens, wo jedes Kapitel als Überschrift einen Satz hat ("Kapitel, in dem es um A, B und C geht und ein Hund vorkommt" - so in etwa).
    Insofern finde ich solche Titel etwas altbacken.
    Aber: Kann es sein, dass es soooo viele kurze Titel gibt, dass die Auswahl inzwischen schwer fällt, wenn man Doppellungen vermeiden will?
    Auch so gibt es bestimmt sehr viele Bücher mit Titeln wie "Das Auto", "Das Haus", "Urlaub" etc.



    LG von
    Keshia


    Den Schinken-Titel finde ich auch richtig eklig. Mir macht er keinerlei Lust auf das Buch.


    Kommt drauf an, was man erwartet. Den Kurztitel "Frauen, die nach Schinken stinken" finde ich aufgrund des Reimes schon mal interessant. Vermutlich würde ich persönlich das Buch nicht lesen wollen, halte das aber trotzdem für einen Titel, der zum Kauf verführen könnte.
    Diese Tendenz zum ausufernden Untertitel finde ich nicht toll.
    Oft sieht man das Buch im Vorbeigehen oder hört davon, macht sich keine Notizen oder Fotos und findet es später gar nicht wieder.


    Ich habe kürzlich das Buch "Arthur, der Hund, der den Dschungel durchquerte, um ein Zuhause zu finden" verschenkt. In der Buchhandlung habe ich es noch nicht mal geschafft, mit an den Namen des Hundes zu erinnern. Ich hatte damals Teile der Originalsendung gesehen und wusste nur, dass es um Sportler ging, denen ein Hund auf ein Salzfeld folge, und die ihn daraufhin mitnahmen, weil er sich dabei verletzte. Ich vermute mal, dass ich den Namen Arthur behalten hätte, wenn der Untertitel bzw. gesamte Titel etwas kürzer ausgefallen wäre.


    Übrigens zeigte diese Situation wieder mal meine Naivität. In der Annahme, es handele sich um ein Buch auf aktuellen Bestsellerlisten, frage ich einen Verkäufer nach dem Buch mit der von mir beschriebenen Handlung. Und er googelte den Titel. Ich selbst hatte ein Smartphone mit, war aber auf diese Idee nicht gekommen (und war davon ausgegangen, dass das Buch so bekannt sei, dass er den Titel auswendig kenne). :redface:


    LG von
    Keshia


    Die Protagonistin heißt Lila, daher passt der Titel.


    Okay, solche Titel-Wiederholungen kann man aber wohl nicht verhindern. Es handelt sich um eine Farbe und einen normalen Namen in mehr als einer Sprache - vor allem, wenn man ihn Englisch ausspricht - man wird kaum verhindern können, dass mehrere Bücher mit diesem Titel auftauchen. :zwinker:



    Liebe Grüße von
    Keshia

    Ich habe komplett das Gegenteil einer Leseroutine. Geplant kann ich nur schwer lesen, weil ich dann rumhibbel und alles Mögliche andere mache oder durchdenke. Meist komme ich deshalb nur sehr spät abends zum Lesen, wenn nichts anderes mehr zu tun ist. Seit ich den Kindle-Paperwhite habe, den ich überall mithinnehmen kann und nur selten (einmal alle zwei Wochen ca.) aufladen muss, komme ich viel mehr zum Lesen, weil ich diese ganzen Wartemomente nutze. Da wird dann an der Haltestelle, im Café, im Wartezimmer, im Bus etc. gelesen.
    Mein Traum wäre es ja, mir mal Tee und Gebäck, alternativ Schorle und Obst hinzustellen und richtig zu schmökern - aber das klappt meist geplant nicht. Da kommt dann etwas dazwischen, oder ich könnte alternativ etwas anderes machen etc.
    Ich lese gerade ein kleines Buch mit Essays übers Clickertraining/ Verhalten von Tier und Mensch (Karen Pryor "On my mind") und habe das zu 90% beim Warten in einem Möbelhaus (in zwei Sitzungen) gelesen.


    LG von
    Keshia


    Keshia
    Soll immer noch Leute geben die kein Smartphone haben. Ich bin eine davon. ^^


    Na, herzlichen Glückwunsch! Nimmt größtenteils nur Zeit weg (am schlimmsten ist die verbreitete Haltung "antworte mir SOFORT auf meine Nachricht! Ich habe dir vor 5 min geschrieben, warum antwortest du nicht?! :grmpf::zwinker:).
    Was ich allerdings immens schätze am Smartphone: Google Maps und DB-Fahrplanauskunft unterwegs! ("Wo muss ich jetzt eignentlich genau hin? Und wenn ich da bin, schaffe ich dann noch den nächsten Bus/ Zug?" sowie Echtzeitangaben von ÖPVN-Abfahrtzeiten ("Habe ich den Bus jetzt verpasst oder kommt der noch?") an Haltestellen ohne Abfahrtszeit-Monitor.


    LG von
    Keshia

    An dieser Stelle möchte ich mal sagen, dass ich die lockere und freundliche Atmosphäre hier sehr schätze!


    Ich bin seit einiger Zeit in einem Forum (nicht übers Lesen) unterwegs, in dem so streng moderiert wird, dass man sich mehrfach überlegt, was man schreibt, weil z.B. jeder flapsige Zusatz, Gruß, Witz, Anekdote etc. rauseditiert werden kann und die Mods ständig "Drohungen" aussprechen. Da fängt man an, sich selbst zu zensieren und immer mehr zu überlegen, was man wo wie schreiben "darf", statt sich auszutauschen. :sauer:


    Insofern finde ich es hier total nett, weil auch mal "übers Backen und über Tee" usw. gequatscht werden darf! :smile:


    LG von
    Keshia