Beiträge von MacOss

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Denis Scheck in seiner "Druckfrisch"-Sendung vom vergangenen Sonntag:


    Zitat

    (...) Auch wenn sich nichts grundstürzend Neues aus "Die Manns" erfahren lässt und der literarische Deutungshorizont konsequent ausgespart bleibt, wird doch kein Leser dieses Buch über die erste literarische Familie Deutschlands ohne Gewinn verlassen.


    (Vollständig nachzulesen bzw. zu -schauen hier: klick.)

    Vielen, vielen Dank, lieber Thomas, für Deinen ausführlichen Bericht! :klatschen: Ich habe ihn mit großem Interesse gelesen. Einiges muss ich noch mal vertiefen und ein paar Links und Bücher- und Autorenhinweisen folgen. Und auf den neuen Asterix-Band bin ich ebenfalls gespannt.


    Denis Scheck und sein "Best of Druckfrisch" habe ich mir heute in der Mediathek des Hessischen Rundfunks angesehen: klick.


    Das was er über Judith Holofernes' Buch sagt und daraus vorliest, fand ich sehr amüsant. Ebenso seine Äußerungen über das neue Buch seines "Lieblingsfeindes" Paulo Coelho. :breitgrins: Oder den Verriss von Sebastian Fitzeks letztem Buch, an dem er kein gutes Haar lässt. Bestätigt meinen negativen Eindruck, den ich kürzlich von Sebastian Fitzek beim Lesen eines Interviews mit ihm in der Galore erhalten habe.


    Die Gespräche am 3sat-Stand gibt's hier: klick.


    Und das Blaue Sofa hier: klick.


    Innerhalb der Buchvorstellungen auf Literaturschock werden die ÜbersetzerInnen immer mit angegeben und es erstaunt mich immer wieder, wenn da mal ein ganz neuer Name auftaucht, der noch nicht in meiner Datenbank ist.


    Oje, schon wieder muss ich nörgeln. Auf der Suche nach Infos zu Fuminori Nakamuras "Der Dieb" bin ich natürlich auch auf die LitSchock-Hauptseite gegangen, und was sehen meine entzündeten Augen da ... bzw. was sehen sie nicht? Den Namen des Übersetzers. :grmpf: :zwinker:


    Er heißt übrigens Thomas Eggenberg, übersetzt u.a. Banana Yoshimoto ins Deutsche und wurde im Jahr 2011 für seine Übersetzung von Yoshimotos „Federkleid“ mit dem Übersetzerpreis der „Japan Foundation“ ausgezeichnet. :smile:


    Danke für den Hinweis! Die Biographie werde ich mir wohl zulegen. Manfred Mittermayer hat auch schon die Thomas-Bernhard-Kurzbiografie aus der Reihe "Suhrkamp-BasisBiographie" (vergleichbar mit den Rowohlt-Bildmonographien) verfasst, ein schmales Bändchen aus dem Jahr 2006, das ich sehr aufschlussreich fand und das mir den Einsteig in Bernhards Leben und Werk erleichtert hat.


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    Manfred Mittermayer - Thomas Bernhard (Suhrkamp-BasisBiographie)


    Bei der Frage, ob Herr Moers seine Leser ernst nimmt, scheiden sich ja die Geister - da hat jeder seine eigene Theorie :elch:
    Ich persönlich fühle mich ziemlich verarscht von diesem hin und her, aber das ist egal, weil ich nicht auf seine Bücher verzichten möchte... Wenn sie denn mal rauskommen :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:


    Sei mir bitte nicht böse, aber ich verstehe so eine Haltung nicht. Walter Moers ist seinen Lesern gegenüber keinerlei Rechenschaft schuldig oder hat irgendeine Verpflichtung, Bücher abzuliefern. Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer beinharten "Game-of-Thrones"-Anhängerin, die sich unheimlich darüber aufgeregt hat, dass George R.R. Martin seine Fans nun schon so lange auf ein neues Werk warten lasse, schließlich sei er doch auch nicht mehr der Jüngste, wer weiß, wie lange er noch lebt, und außerdem soll er bitteschön nicht immer so viele wichtige Personen sterben lassen und unerwartete Wendungen in der Handlung bringen... Ähm, hallo? Der Autor kann machen was er will, schreiben was er will, oder auch gar nicht schreiben, ob mir das gefällt oder nicht.


    Und wenn Walter Moers oder George R.R. Martin momentan keinen Bock aufs Bücherschreiben haben - so what? Es weiß doch keiner von uns, woran's liegt. Über Blockaden jeglicher Art wird doch hier auch gern und ausführlich diskutiert...

    Wenn ich in der Presse von guten Neuübersetzungen lese, horche ich immer auf. Ich erinnere mich an das begeisterte Presseecho anlässlich der Neuausgabe von Salingers "Fänger im Roggen" in der Übersetzung von Eike Schönfeld, die vor ein paar Jahren erschienen ist. So macht es offenbar einen großen Unterschied, ob ich den "Fänger" in der alten, angestaubten Übersetzung von Heinrich Böll aus den Sechzigern lese oder in derjenigen von Eike Schönfeld, die sprachlich wesentlich dichter am Original sein soll und wohl auch den jugendlichen Slang des Protagonisten besser rüberbringt als Böll, der ihn allzu glattgebügelt hat.



    Na gut, dem Übersetzer (oder der Übersetzerin) zuliebe. ;) Ich werde versuchen, sie hier künftig mitaufzuführen, wenn es für einige scheinbar so wichtig ist. Ich hoffe mal, ich vergesse es bei meiner nächsten Rezi nicht.


    So funktioniert das nicht. :breitgrins: Du musst das schon für Dich selbst tun. :zwinker:
    Aber es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich ein paar Namen der Übersetzer, die immer wieder genannt werden, zu merken. :smile:


    Ich entscheide mich dafür von nun an die Übersetzung zu nennen. Vielleicht sensibilisiert es mich ja sogar.


    Ja, mach das mal. Achte mal eine Zeit lang darauf, wer die Bücher übersetzt hat, die Du liest. Das steht in der Regel auf dem Titelblatt im Buch. Das Tolle daran ist, welche Verbindungen sich da plötzlich auftun, wenn man z.B. entdeckt, welche Bücher der- oder diejenige Übersetzer/in denn noch so übersetzt hat. In der Excel-Übersicht über meinen Bücherbestand erfasse ich immer auch den Übersetzer. Gelegentlich schaue ich mit der Filterfunktion, was er denn noch so übersetzt hat. So habe ich z.B. entdeckt, dass Ulrich Blumenbach nicht nur David Foster Wallace, sondern auch Stephen Fry und kürzlich Jack Kerouacs "On the Road" neu übersetzt hat. Fand ich interessant und lässt diese Bücher gleich nach oben auf meinem SUB rutschen, denn ich habe oft gelesen, welchen guten Ruf Blumenbachs Übersetzungen genießen.


    Ich bin auch überzeugt, dass der Erfolg so manch eines Buches auf dem deutschen Buchmarkt maßgeblich auf seiner hervorragenden Übersetzung beruht. Wie wäre es wohl um den Ruf Haruki Murakamis in Deutschland ohne Ursula Gräfe bestellt...? :zwinker:


    Gerade die Übersetzungen von Harry Rowohlt haben einen ganz eigenen Sound. Ich habe mal einen Artikel bzw. ein Interview mit ihm gelesen, in dem er beschrieb, welch große Mühe er sich für seine Übersetzungen gibt, wie sehr er manchmal an kleinsten Formulierungen feilt, damit sie rund klingen und im Sinne des Werkes und seines Autors übersetzt werden. Dazu führt er oftmals mehr oder weniger umfangreiche Korrespondenzen mit den Autoren, um sie zu fragen, wie einzelne Phrasen, ja, selbst kleinste Wörter am sinnvollsten (dabei nicht immer unbedingt wörtlich!) zu übersetzen sind, wenn er unsicher ist.


    Zwar nicht den gesuchten, aber einen ähnlichen Artikel über die Zusammenarbeit Harry Rowohlts mit dem irischen Autor Roger Boylan habe ich in den Tiefen des Internets, nämlich im Online-Archiv der ZEIT, gefunden:


    Harry Rowohlt: Lost in Translation (DIE ZEIT v. 23.04.1998)

    Ich glaube, vielen Lesern ist gar nicht bewusst, dass sie beim Lesen von Übersetzungen nie die Stimme des Autors hören, sondern immer nur die Interpretation des Übersetzers, der mit seinen eigenen Worten die Intention und die sprachlichen Mittel des Autors wiederzugeben versucht. Insofern halte ich Übersetzer für elementar für die Qualität eines Buches. Ein guter Übersetzer muss gleichfalls ein guter Autor sein und mit Sprache umgehen können. Ein schlechter oder nachlässiger Übersetzer kann ein hervorragendes Original zerstören. Umgekehrt kann ein guter Übersetzer aus einem mittelmäßigen Original noch eine gute Übersetzung herausholen.

    Einen schönen Kommentar über die Bedeutung von Übersetzern habe ich gerade auf dem Blog von Isabel Bogdan gelesen, ihrerseits ebenfalls Übersetzerin (u.a. Nick Hornby, Jasper Fforde, Sophie Kinsella):


    Warum es so wichtig ist, die Übersetzer zu nennen


    Ihr Fazit:


    Zitat

    Jeder Käufer eines Hörbuchs möchte wissen, wessen Stimme er hören wird. Ein Käufer klassischer Musik wählt nach Interpret aus. Genauso möchte die Leserin eines Buchs wissen, wessen Stimme sie lesen wird.

    Aber sie hat sich doch (zumindest in dem zitierten Beitrag) nicht geringschätzig geäußert. Sie hat "werden nicht wahrgenommen" geschrieben, als Feststellung einer Tatsache oder zumindest Annahme ihrerseits. Aber sie hat nicht gesagt "Übersetzer sind unwichtig", im Gegenteil. "Das mindert nicht im Geringsten ihre Leistung."


    1. Sie erwähnt in ihrer betreffenden Buchbesprechung mit keinem Wort den oder die Übersetzer/in.
    2. Aufmerksam gemacht auf ihren Lapsus, zeigt sie keine Einsicht oder korrigiert gar ihre Nachlässigkeit, sondern relativiert sie auch noch, indem sie schreibt, dass Übersetzer für die meisten Leser doch "kaum wahrgenommene Geburtshelfer von Büchern" seien.
    3. Und auch weiterhin: keine Erwähnung des Übersetzers, weder im Artikel, noch in der Kommentarspalte.


    Was, bitteschön, könnte geringschätziger sein? :gruebel:


    "Krimimimi" liest Krimis und schreibt ihre Rezensionen für ein Klientel, für das die Übersetzerfrage großteils nicht existent ist.


    Das spricht nicht gerade für Krimimimi und ihre Klientel. Ich finde, konsequenterweise sollte sie dann auch den Namen des Autors weglassen. Ist doch bestimmt völlig uninteressant für die Leser. Hauptsache, das Buch hat ein schönes Cover.

    Tja. Dem ist leider so...


    Tja. Und wegen dieser Abhängigkeiten, in die sich viele Blogger begeben, meide ich die meisten Literaturblogs, obwohl mir dadurch bestimmt der eine oder andere interessante durch die Lappen geht. Und wenn ich ehrlich bin, meide ich inzwischen auch viele andere Literaturplattformen (und -foren) im Internet, weil ich mir oft nicht mehr sicher sein kann, noch eine ehrliche Meinung zu lesen über ein Buch, das dem Rezensenten möglicherweise kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Wer beißt schon die Hand, die einen füttert? Schließlich möchte man ja gerne auch weiterhin kostenlose Reziexemplare erhalten...


    Aber zum Thema:


    Na, welcher der zahlreichen Haruki-Murakami-Fans hier hat zwar jedes seiner Bücher gelesen, aber kennt auch den Namen der Übersetzerin seiner Werke? :zwinker: (... die auch schon für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert war ...) Wer weiß schon, wieviel Blut, Schweiß und Tränen und Jahre seines Lebens Ulrich Blumenbach in die hochgelobte Übersetzung von David Foster Wallace' "Unendlicher Spaß" gesteckt hat? Und welch' lächerlich geringe Entlohnung er letztlich dafür ehalten hat? Und wer registriert, was für ein fleißiger und produktiver Übersetzer Harry Rowohlt ist? Schaut mal in Euer Bücherregal - ich bin mir sicher, dass fast jeder von uns mindestens ein Buch im Schrank hat, das von ihm übersetzt wurde. :zwinker:


    Gerade die Übersetzungen von Harry Rowohlt haben einen ganz eigenen Sound. Ich habe mal einen Artikel bzw. ein Interview mit ihm gelesen, in dem er beschrieb, welch große Mühe er sich für seine Übersetzungen gibt, wie sehr er manchmal an kleinsten Formulierungen feilt, damit sie rund klingen und im Sinne des Werkes und seines Autors übersetzt werden. Dazu führt er oftmals mehr oder weniger umfangreiche Korrespondenzen mit den Autoren, um sie zu fragen, wie einzelne Phrasen, ja, selbst kleinste Wörter am sinnvollsten (dabei nicht immer unbedingt wörtlich!) zu übersetzen sind, wenn er unsicher ist. Und dabei wird klar: Ein Buch zu übersetzen ist mindestens so anstrengend und anspruchsvoll, wie eines zu schreiben. Und wer selbst nicht schreiben und mit Sprache umgehen kann, sollte die Finger von Übersetzungen lassen...


    Insofern stimmt mich so eine geringschätzige Krimimimimeinung über die Bedeutung von Übersetzern schon sehr, sehr traurig. Aber leider ist sie offenbar gar nicht so selten. :sauer:

    Dafür werde ich mich wahrscheinlich aus der Runde ausklinken. Ich habe erst ein paar Seiten gelesen, und es ist abzusehen, dass ich es auf keinen Fall in den nächsten Tagen schaffen werde. Ich habe den Kopf momentan voll mit anderen Dingen und kann mich nicht so auf das Buch einlassen, wie ich möchte und wie es fürs Diskutieren notwendig wäre. :sauer:


    Als Trilogie sollte es bei drei Bänden bleiben. Selbst bei der berühmtesten vierbändigen Trilogie, ist der sechste, von keinem unbekannten Autor geschriebene Fortsetzungsband nur zweite Wahl geworden.


    Du meinst den Anhalter, nicht? :zwinker: