Beiträge von Tiara

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Zunächst war ich etwas skeptisch, ob das Buch was für mich ist, da ich Dystopien eigentlich nicht so gerne mag.
    Aber Bienen und das Bienensterben, was bei uns ja auch schon zu beobachten ist, interessieren mich doch sehr und so hat es das Buch dann doch geschafft, mich von der ersten Seite an zu packen.
    Es gibt drei Erzählstränge:
    England im Jahr 1852: Der Samenhändler William ist depressiv und verläßt seit Wochen nicht mehr sein Bett. Grund dafür war, dass er sich als Forscher gescheitert sieht und sich auch sein Mentor Rahm von ihm abgewendet hat. Doch irgendwann hat er doch die zündende Idee einen ganz neuartigen Bienenstock zu konstruieren.


    Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker Georg will seinen Hof vergrößern damit sein Sohn Tom eines Tages alles übernehmen kann. Doch Tom interessiert sich leider nicht für die Bienen sondern für den Journalismus. Aber dann passiert die Katastrophe und die Bienen sind eines Tages verschwunden.


    China, im Jahr 2098: Die Bäume müsen von Menschenhand bestäubt werden, da es schon lange keine Bienen mehr gibt. Tao wünscht sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Doch eines Tages hat Wei-Wen einen mysteriösen Unfall und das Leben des Kindes und die Zukunft der Menschheit ist bedroht.


    Die drei Personen erzählen ihre Geschichte in der Ich-Form, zum Schluß hin führen die Stränge zusammen und dem Leser wird klar, wie alles zusammenhängt.
    Ich fand alle drei Geschichten sehr ergreifend, doch am meisten konnte mich Tao in der Zukunft berühren, denn so könnte es wirklich eines Tages enden.
    Bei uns werden die Bienen auch schon mit jedem Jahr weniger, somit ist diese Zunkunftsvision gar nicht mal so sehr aus der Luft gegriffen.
    Die Autorin hat einen sehr schönen und flüssig zu lesenden Schreibstil und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil jede Person abwechselnd erzählt hat und die Geschichten immer an spannenden Stellen aufgehört haben.
    Mich hat die Geschichte jedenfalls sehr berührt, nachdenklich gemacht und mir bewiesen dass wir noch viel bewußter mit unserer Umwelt und den Tieren umgehen müssen.


    5ratten


    LG Karin


    Auch wenn Robbie eher ruhig ist, die Fragen nach Nia und seiner besten Freundin wären gekommen, ohne das Tess damit hätte anfangen müssen. Er hat gerade seinen Vater verloren, warum sollte er freiwillig gleich noch auf zwei so wichtige Menschen verzichten. Das macht keinen Sinn.


    Das finde ich eben auch. Er ist ja auch wegen allem gleich zu Kip gerannt. Mich hat echt gewundert, dass er seiner Mutter nicht an den Kopf geworfen hat, dass er zu Nia und Suzie möchte.


    LG Karin


    Ich denke mir einfach, das Mutter und Kind auf jeden Fall darüber reden müssten und im richtigen Leben wäre es auch so geschehen. Ob man dann in diesem Gespräch die richtigen Worte findet, das ist zwar auch nicht sicher, aber man hätte darüber geredet. Hier hat uns nur die Autorin diese Gespräche vorenthalten, wie einiges andere ja leider auch.


    Ich habe Dich auch falsch verstanden. Die Mutter Kind Gespräche waren auf alle Fälle zu wenig. Und dass er nie nach Suzie gefragt hat, fand ich auch sonderbar. Oder auch Nia, die ihm ja viel mehr eine Mutter war wie Tess.


    LG Karin

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    Inhaltsangabe:
    Nach dem Tod ihrer Mutter reist Mariannes Vater nach Frankreich, schickt ihre Schwester Cecily nach England und Marianne muß zur ihrer Großmutter nach Bath.
    Der quirligen Marianne ist es in Bath aber viel zu langweilig, zudem wird sie von Mr. Whittles umschwärmt, der leider doppelt so alt ist wie sie und von dessen Äußerem sie auch nicht gerade erbaut ist.
    Da kommt ihr das Angebot ihrer Schwester gerade recht, mit ihr nach Edenbrooke zu reisen denn Cecily hofft auf einen Heiratsantrag des Erben von Edenbrooke.
    Marianne freut sich sehr ein paar Wochen auf dem wunderschönen Anwesen verbringen zu dürfen, doch die Reise dorthin gestaltet sich schon sehr turbulent.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte spielt 1816 in England, zur Regency Zeit. Gerade das hat mir sehr gut gefallen, denn somit ist es ein wirklich sehr gefühlvoller Liebesroman geworden, der ohne jeglichen Kitsch auskommt.
    Genauso wunderschön wie das Cover fand ich auch die Geschichte.
    Marianne ist so eine liebenswürdige Person, die man sofort ins Herz schließt. Eigentlich bekam sie von ihrer Großmutter den Auftrag, sich an ihrer Schwester zu orientieren, damit eine Dame aus ihr wird.
    Doch Marianne tritt von einem Fettnäpfchen ins andere und ist weit davon entfernt, eine Dame zu werden. Aber gerade das macht sie so anziehend, ich konnte auch oftmals herzhaft mit ihr Lachen und somit ist es kein Wunder, dass sie sehr schnell das Herz von Philip erobert.
    Doch nicht nur Philip ist angetan von Marianne, es taucht auch noch der Neffe von Mr. Whittles auf und macht ihr den Hof.


    Ich fühlte mich bestens unterhalten, die Geschichte ist romantisch, humorvoll und weist auch etwas Spannung auf.


    Ich werde die Autorin auf alle Fälle im Auge behalten und hoffe sehr, bald wieder eine so gefühlvolle Geschichte lesen zu können.


    5ratten


    LG Karin

    Darüber habe ich in meinem Fall auch nachgedacht, was auch der Grund ist, warum ich noch keine Rezension verfasst habe. Bei mir bin ich zu folgendem Resultat gekommen: Abgebrochen hätte ich es nicht und wahrscheinlich wären wir manche Ungereimtheiten wirklich nicht so massiv ins Auge gesprungen. Das unbefriedigende Endurteil wäre aber das Gleiche geblieben, dafür wurden mir einfach zu viele Handlungsstränge angerissen, die in der Luft hängen geblieben sind. Der einzige Unterschied für mich besteht darin, dass ich ohne die Runde in ein paar Monaten vom Inhalt so gut wie keine Ahnung mehr gehabt hätte. Erstens weil ich mich natürlich nicht so intensiv damit beschäftigt hätte und zweitens weil es aufgrund der Oberflächlichkeit des Romans keinen Grund für mich gebe, ihn im Gedächtnis zu behalten.


    Da hast Du recht, wenn ich es alleine gelesen hätte, wären mir nicht soviele Fehler aufgefallen.


    Abgebrochen hätte ich es auf keinen Fall, aber beim Schluß wäre ich bestimmt zum gleichen Urteil gekommen, denn der hat mir leider überhaupt nicht gefallen.


    LG Karin


    Ich fand gar nicht, dass so wenig geredet wurde. Es muss für mich auch nicht immer alles in Dialoge verpackt sein (ist halt Geschmackssache). Auch die Zeitsprünge haben mich im Gegensatz zu den Logiklöchlein oder Unglaubwürdigkeiten nicht gestört.


    Die Zeitsprünge haben mich eigentlich auch nicht gestört. Und dass zuwenig geredet wurde, kann ich auch nicht sagen. Ich finde nur, sie hatten die falschen Personen zum reden. Gerade für Robbie wäre psychologische Hilfe auf alle Fälle wichtig gewesen.
    Für Tess eigentlich auch, denn es ist schon sehr schwer mit dem eigenen Kummer fertig zuwerden und dann auch noch keinen Zugang zu Robbie zu haben. Es hätte ihnen bestimmt gut getan, gemeinsam zum Psychologen zu gehen.


    LG Karin


    Ach, ihr Lieben, wie schade, dass das Buch insgesamt nicht so supergut bei euch weg kam :knuddel:


    Suse, ich bin aber trotzdem froh, dass ich es gelesen habe.
    Wie Valentine schon schreibt, ich fand die Meeresszenen auch wunderschön.


    Ganz herzlichen Dank nochmal. :bussi:


    LG Karin

    Inhaltsangabe:
    Tess Mann wird am helllichten Tag ermordet. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, findet sie auch noch heraus, dass ihr Mann sie betrogen hat und die Familie verlassen wollte.
    Das alles ist zuviel für Tess, daher fährt sie mit ihrem gehörlosen Sohn Robbie zu ihrem Onkel nach Montauk um sich eine Auszeit zu nehmen.
    Doch Robbie findet sich dort gar nicht zurecht, beginnt seine Mutter zu hassen und gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters.


    Meine Meinung:
    Mir hat die Geschichte gut gefallen, die Autorin hat einen flüssigen und einfühlsamen Schreibstil.
    Sie schreibt auch sehr bildhaft und ich hatte die schönsten Bilder vom traumhaften Montauk vor Augen. Die Protagonisten sind sehr authentisch und ich konnte mich teilweise in sie hineinversetzen.
    Tess ist eine sehr erfolgreiche Schuhdesignerin und hatte kaum Zeit für ihren Sohn. Robbie hatte somit eine viel tiefere Bindung zu seinem Vater und macht nach dessen Tod Tess das Leben nicht wirklich leicht.
    Sie weiß zunächst gar nicht, wie sie mit Robbie umgehen soll, doch dann treffen sie den Meeresbiologen Kip, der auf der Suche nach einem bestimmen Wal ist.
    Kip findet sofort Zugang zu Robbie, bringt ihm die Welt der Wale nahe und ist für ihn bald ein Vaterersatz.


    Obwohl die Walgeschichte eigentlich das Hauptthema des Buches sein soll, wurde diese leider nur so nebenbei abgehandelt, was ich sehr schade fand, denn die Autorin beschreibt die Szenen auf dem Meer so wunderschön, dass ich hiervon gerne noch viel mehr gelesen hätte.
    In der Hauptsache geht es aber um Tess, wie sie mit ihrem Kummer fertig wird.


    Obwohl mir die Geschichte an sich gut gefallen hat, muß ich aber zwei Sterne abziehen, vieles wird in der Geschichte viel zu schnell abgehandelt, was sich zunächst als schwierig herausstellt, ist dann doch innerhalb kürzester Zeit erledigt und wird zum großen Erfolg. Auf einmal gelingt Tess alles mühelos, was für mich dann doch etwas unglaubwürdig wirkte.
    Zudem gab es viele Logikfehler und der Schluß hat mir auch nicht wirklich gefallen. Hier verhält Tess sich so, dass ich mit dem Kopf geschüttelt habe.


    Trotz dieser Kritikpunkte habe ich die Geschichte dennoch gerne gelesen und kann sich auch weiterempfehlen, wenn einen die Logikfehler nicht stören.


    3ratten


    LG Karin


    Auch wenn ich die Dame, über die Ihr schreibt nicht kenne, stimme ich Valentine zu - manches hat mir doch gefallen. Ich fand es auch gar nicht so schlecht, dass ich mit Tess bis zum Schluss nicht warm geworden bin, diese Charaktere, die so ein paar Stacheln haben, finde ich gar nicht so schlecht. Dennoch hätte sowohl sie wie auch die meisten anderen eindringlicher dargestellt sein sollen, um mich mehr zu berühren.
    Der Vergleich mit einem Filmplot, den hier einige gezogen haben, finde ich ausgesprochen passend!


    Ich mag das auch total gerne, wenn die Charaktere so wandelbar sind, man kann sich dann so richtig schön reinsteigern. Gerade das hin und her bei Tess hat mir auch gut gefallen.


    LG Karin


    Mir waren allerdings Robbies Worte an Kip beim Abschied viel zu weise für einen Neunjährigen.


    Mir auch. Denn wenn er wirklich so weise wäre, wäre es mit seiner Mutter nicht zu so einem Bruch gekommen. Dann hätte er hier auch anders reagieren müssen.



    Natürlich erklärt ihr Tod die Abwesenheit, aber soviel Melodrama war doch nicht notwendig. Wenn die Autorin ein Abdriften in eine viel zu offensichtliche Liebesschnulze verhindern will, kann sie Kip entweder eine glückliche Familie verpassen, die bei ihm in Montauk lebt, oder sie kreiiert Kip homosexuell, um den vielleicht vorhandenen Druck nach einer Liebesbeziehung zwischen Tess und Kip zu entgehen.


    Genau, so hätte es mir auch viel besser gefallen.


    LG Karin

    Mit dem Schluß geht es mir wie Euch auch, ich bin ganz enttäuscht.


    Dass Robbie wieder ausrastet, wenn er das von seinem Vater erfährt war ja klar. Aber Tess hat es schon richtig gemacht, dass sie es ihm nicht verheimlicht.
    Nur wie sie es ihm beibringt hat sich ja dann selbst erledigt.
    Das sie aber tatenlos zusieht, wie er seine Koffer packt und zu Kip ziehen will, kann ich gar nicht verstehen. Der einzige Kommentar, ob die beiden das schon besprochen haben. Und sie geht dann gleich mit Robbie zu Kip. Hallo??? Das Kind will zu einem quasi Fremden (für Tess war er meiner Meinung nach noch nicht vertraut) ziehen und sie hätte das tatsächlich zugelassen.


    Aber in dem Abschnitt habe ich sie sowieso nicht verstanden. Wie ausgehungert muß sie sein, dass sie es vor ihrem Sohn treibt?


    Überhaupt geht mir wieder alles zu schnell. Der Sturm soll dann auf einmal alle Zwistigkeiten erledigt haben und die beiden verstehen sich wieder?


    Und für Kip hätte ich mir auch ein schöneres Ende gewünscht. Dass die beiden nicht zusammenkommen war irgendwie klar, dazu blieb das Verhältnis zu kühl. Aber muß Kip jetzt wirklich noch so ein Trauma verarbeiten?


    Schade um die schöne Geschichte. Aber trotz allem habe ich das Buch doch sehr gerne gelesen, die Autorin hat einen tollen Schreibstil und in die Protagonisten konnte ich mich auch reinversetzen.
    Die Szenen mit dem Wal, wenn auch zu kurz, waren wunderschön geschrieben.


    LG Karin


    Ach, und noch etwas zu Robbies Fahrrad: wie doof ist das denn, das Fahrrad einfach aufs Zimmer zu stellen? Wieder mal typisch Tess, keine Ahnung wie man sowas angeht. Wo sie doch eh so schlecht an ihn heran kommt, da wäre doch das die Gelegenheit gewesen, ihn in den Arm zu nehmen, zu sagen dass sie ihn liebhat und dass sie ihm eine Freude machen möchte. Wetten, dass das funktioniert hätte? Und das Band zwischen ihr und ihrem Sohn wieder gestärkt hätte? So hat es wirklich etwas von "käuflich" an sich, und auch ein Neunjähriger versteht das sehr gut, wie man sieht.


    Da hast Du recht, vielleicht hätte Robbie dann wirklich nicht so ablehnend reagiert.


    LG Karin


    Da habe ich mir aber auch schon meine Gedanken gemacht, warum Robbie nie mit seiner einzigen besten Freundin telefoniert hat oder sie anrufen wollte? Die beiden Kinder waren unzertrennlich und für mich wäre genau das jetzt der Punkt um mit meiner Mutter zu streiten. Denn hier ist er so weit weg, von dem einzigen Menschen der ihn versteht und es wäre doch normal das er in ihrer nähe sein wollte. Aber kein Brief, kein Telefonat...............................Nix. Aber wahrscheinlich steht das alles zwischen den Zeilen während der Zeitsprünge.


    Genau, das ist mir auch aufgefallen. Er hat eigentlich nie nach Suzie gefragt. Und jetzt hätte er die Gelegenheit gehabt, mit seiner Mutter heimzufahren, da wollte er gar nicht.


    Zitat

    Ob ich Robbie die Wahrheit sagen würde? Im Moment auf keinen Fall, denn der Vater steht auf einem heiligen Podest und den würde ich jetzt nicht zerstören. Die dumme wäre dann am Ende wieder Tess und wenn sie das erst mal los tritt und Robbie Kontakt zu seiner Schwester will, wie ist das dann zu bewerkstelligen. So würde Tess nie einen Schlussstrich ziehen können.


    Das ist eine gute Frage und daher bin ich auch gespannt, wie er reagiert. Es kann wirklich sein, dass Tess damit erst recht unten durch ist. Oder dies ist der Knackpunkt, an dem er erkennt, dass sein Vater doch nicht der Übermensch war, für den er ihn gehalten hat.


    LG Karin

    Ich frage mich (mal wieder), ob der Klappentext hier nicht falsche Erwartungen geweckt hat. Ich hatte auch erwartet, dass die Wal-Geschichte noch mehr Raum einnimmt, aber eigentlich dreht sich das Buch hauptsächlich um Tess, eine Frau, die nach einem harten Schicksalsschlag wieder auf die Beine zu kommen versucht. Kip, Robbie und der Wal sind für mich eher eine - wenn auch sehr interessante - Beigabe :gruebel:


    Bei mir hat er wirklich falsche Erwartungen gesetzt. Ich habe da an eine viel dramatischere Geschichte gedacht, schon alleine wegen Robbies Gehörlosigkeit. Aber ich habe fast die ganze Geschichte über nichts davon gemerkt.
    Delphine werden ja auch oft zur Therapie eingesetzt, in so eine Richtung habe ich gedacht.
    Aber Du hast es sehr treffend formuliert, worum es hier wirklich geht. :smile:


    LG Karin