Beiträge von Friedi

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    ja, Goethes Werther mussten wir in der Schule (leider) auch lesen ^^ ich bin zwar kein großer Goethe-Fan, aber irgendwie fand ich die Geschichte damals an sich recht ansprechend und mitreißend (muss wohl daran gelegen haben, dass ich damals eine ähnliche Situation miterlebt habe...netten Jungen in einer fernen Stadt kennengelernt der eine Freundin hatte...die hat er dann verlassen, hatte ein kurzzeitiges "Verhältnis" mit mir, und ist dann wieder mit seiner Freundin zusammengekommen -.-...Werthers Welt konnte ich dementsprechend sehr gut nachvollziehen).

    Da es bisher nur einen Thread über das Hörbuch gibt, hier nun auch einer für das richtige Buch.
    Wer von euch hat es gelesen? Wer will es nochmal irgendwann lesen? :smile:


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    Hier meine kurze Rezension:


    Old Werther lässt grüßen


    Wer kennt sie nicht, “Die Leiden des jungen Werthers”? Das Werk Goethes gehört wohl zur gängigen Schulliteratur und hat seinerzeit für einige kuriose Selbstmordwellen gesorgt. Das war 1774. Das Buch um Werther beschäftigt auch heute noch und wurde bereits oft rezipiert. Eine solche Rezeption ist “Die neuen Leiden des jungen W.” von Ulrich Plenzdorf aus dem Jahr 1972, Literatur, welche selbst außerhalb der DDR Bekanntheit erlangte.


    Die Geschichte handelt von dem jungen Edgar Wibeau, der seine Ausbildung trotz guter Noten abbricht und sich in eine Laube in Ostberlin zurückzieht, welche den Eltern seines Freundes Willi gehört, um sich hier eine Karriere als Maler zu ermöglichen. In der Laube findet er auch eine Ausgabe vom Werther, welches er mit Gefallen liest. Zeitgleich lernt er eine bereits verlobte Kindergärtnerin kennen, welche er im Werther-Wahn Charlotte nennt. Edgar identifiziert sich zunehmend mit Werther, beginnt seinem Freund Tonbandaufzeichnungen zukommen zu lassen und empfindet die Originalgeschichte nach, inklusive dem bekannten Werther-Effekt.
    Der kurze Roman, der ursprünglich ein Theaterstück war, ist im Jugend-DDR-Slang der 70er geschrieben, beim Lesen dachte ich ab und an mal an den lockeren Slang aus Anthony Burgess’ Roman “Clockwork Orange”.
    Neben der eigentlichen dramatischen Dreiecksgeschichte, wenn man sie denn so nennen mag, zwischen Edgar, Charlotte (Charlie genannt) und ihrem Verlobten Dieter, merkt man bereits zu Beginn, dass diese Erzählung die Perspektivlosigkeit und Traurigkeit der ehemaligen DDR unterstreicht.


    Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven aus der Retroperspektive erzählt, zum einen aus der Sicht von Edgar, der “postmortem” von seiner Zeit in Berlin und der Bekanntschaft mit Charlotte und Dieter sowie seiner Zeit als Maler und Bauarbeiter berichtet, zum anderen aus der Sicht von Edgars Vater, welcher auf der Suche seinem verschollenen Sohn ist, der aber schon längst tot ist. Auf diese Weise klärt sich die ganze Geschichte lückenlos auf, um sowohl Edgars Aussagen als auch die einiger Zeugen zu lesen.
    “Die neuen Leiden des jungen W.” ist mit Sicherheit ein guter Einstieg in die Literatur der DDR, in der nicht nur die Jugend jener Zeit umleuchtet wird, sondern gleichzeitig die Intertextualität eines deutschen Klassikers des Sturm und Drang im Handlungsmittelpunkt steht. An der Ausgabe aus dem Suhrkamp Verlag ist leider nur eines zu bemängeln und zwar die große Schriftgröße, um das Buch wahrscheinlich nicht noch schmaler aussehen zu lassen. Ich bin wirklich auf das Buch von Plenzdorf “Die Legende von Paul und Paula” gespannt, welches ich mir ebenfalls im Rahmen des DDR Seminars gekauft habe.


    3ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:

    So, ich muss leider mal ein wenig Kritik loswerden. Das Buch war überhaupt nicht mein Fall^^


    Kennt ihr das, wenn ihr mit einem Buch überhaupt nicht warm werdet? Zur Zeit ist es bei mir mit Jane Austens “Stolz und Vorurteil”, praktisch der klassischen Liebesgeschichte schlechthin. Ich habe schon so viele Leute von diesem Buch schwärmen hören, aber irgendwie haut die Geschichte jetzt wirklich nicht vom Hocker, und ich gestehe ganz offen, dass ich noch nie ein so sterbenslangweiliges Buch gelesen habe…ich will das jetzt nicht als allgemein schlecht bezeichnen, aber es ist einfach nicht mein Fall.


    Es geht um die Familie Bennet, deren fünf Töchter nach und nach verheiratet werden sollen…eine der Töchter stellt sich jedoch als besonders wählerisch heraus – Elizabeth, die ihren eigenen Kopf durchsetzt.
    Sie lernt den ominösen Mr. Darcy kennen, der sich zum englischen Landadel zählt und auf Elizabeth den Eindruck macht als sei er ein sehr stolzer und hochnäsiger Mann, der sehr viel von sich hält, sie täuscht sich jedoch in ihm.
    Neben dieser, meiner Meinung nach, ziemlich langweiligen Geschichte gibt es natürlich noch ein paar Nebenhandlungen, in denen es um die Verlobungen von Elizabeths Schwestern geht.


    Vielleicht liegt es daran, dass ich Liebesgeschichten im Normalfall sowieso ziemlich langweilig finde, da die Autoren hier immer in die Klischeekiste greifen, jedoch kann man diesen Klischeekistenfall nicht auf “Stolz und Vorurteil” anwenden, denn immerhin trifft man hier auf eine Romanze wie sie vorher kaum Vorreiter hatte. Austens britischer Charme und Nobelesse kommt zwar ab und an durch, jedoch überwiegt in diesem Roman geschwafelte Einfältigkeit, die nicht nur das Frauenbild der damaligen Zeit in eine ziemliche Nische engt (auch wenn die Protagonistin sich immerhin etwas behaupten kann und ihre Verehrer recht schnell abwimmelt), sondern auch nicht zum Weiterlesen animiert.
    Jetzt kommen bestimmt gleich die Stimmen á la “Aber das ist doch ein Klassiker, und den muss man unbedingt gelesen haben”, aber doch, ich stehe dazu, dass dieses Buch, auch wenn ich gerne mal ältere Bücher lese, das bisweilen anstrengendste und vor allem zeitraubenste Buch war, welches ich mir je angetan habe.


    Schon vor dem Lesen dieser Geschichte habe ich viel über das Buch gelesen und gehört, und dennoch kann ich kaum jemandem beipflichten, dass dieses Werk grandios sei (trotz all des positiven Lobs, was die Autorin selbst heute noch bekommt)…die Handlung ist ein ewiges Hin&Her, bei der es wirklich lediglich um die Verheiratung der Schwestern geht, selbst “Effi Briest” war in meinen Augen spannender, und seit Umberto Eco’s “Der Name der Rose” ist es das erste Buch bei welchem ich während der Lektüre eingeschlafen bin.


    Jane Austen bekommt von mir noch eine letzte Chance, denn ich werde mir einfach mal den Film anschauen, um vielleicht auf einen Hinweis zu kommen, wie man diese Geschichte lieben lernt.


    2ratten

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    Das Buch "Wenn die Nacht am stillsten ist" von Arezu Weitholz habe ich bei vorablesen.de gewonnen. Hier meine Rezension. Mich würde außerdem interessieren was ihr über das Buch denkt :)


    Anna ist anders. Nicht etwa weil sie anders aussieht, sondern weil sie in einer Gesellschaft lebt die nicht zu ihr passt. Ihr Vater hat sich umgebracht, ihre Mutter ist in einem Pflegeheim und unsere Protagonistin ist, nachdem sie aus Südafrika wiedergekehrt ist, mit dem schnöseligen Journalisten und Arbeitskollegen Ludwig zusammengekommen, der eigentlich gar nicht zu ihr passt und der die Beziehung aber lieber geheimhalten möchte.
    Annas Leben ist nicht perfekt, und sie tut auch nicht so als wäre es auch nur annähernd perfekt.


    Der Roman “Wenn die Nacht am stillsten ist” von Arezu Weitholz erscheint am 05. September im Kunstmann Verlag und beginnt mit einem Monolog, welcher aufzeigt wie wenig Anna und Ludwig doch zusammen passen. Anna redet, Ludwig liegt bewusstlos (oder vielleicht doch schlafend) neben ihr, nachdem er versucht hat sich umzubringen.
    Sie hat schon so vieles erleben müssen, ist durch die Welt gezogen, hat Leute sterben sehen, hat immer Verantwortung tragen müssen – das passt einfach nicht in Ludwigs heile Welt, der von Annas Eskapaden am liebsten gar nichts hören würde, denn bei ihm muss alles perfekt sein.


    Der Tag vor Ludwigs Selbstmordversuch wird beschrieben – er trennt sich von Anna, woraufhin sie einfach geht, weil sie sowieso kurze Zeit später einen Anruf vom Pflegeheim bekommt…ihre Mutter habe mit einem Buch nach einem Pfleger geworfen. Anna besucht ihre Mutter und geht abends noch weg, und lässt durch einzelne Details ihr Leben retroperspektivisch an sich vorbeirauschen, sodass dem Leser hier klar wird, wieso sie mit Ludwig zusammengekommen ist, was sie alles schon für Sachen durchmachen musste, und dass sie in einer Welt arbeitet, die so von Oberflächlichkeiten regiert wird, in welche sie einfach nicht hineinpasst.


    Die Autorin Arezu Weitholz die hier ihren ersten Roman vorlegt hat bisher für einige überregionale Tageszeitungen geschrieben, ist Texterin für Musiker wie beispielsweise Herbert Grönemeyer (man merkt ihr auch an, dass sie im Beruf viel mit Musik zu tun hat) und hat bereits zwei Lyrikbände – “Mein Lieber Fisch” und “Merry Fischmas” – publiziert (in ihrem aktuellen Roman taucht übrigens auch ein Fisch auf). Sie kommt ursprünglich aus Niedersachsen, sodass der Leser in “Wenn die Nacht am stillsten ist” mit Anna auch durch einige niedersächsische Örtchen fährt.


    Wer sich mit dem anfänglichen Monolog schwertut wird nach einigen Seiten “erlöst”, dennoch lohnt es sich diesen zu lesen, denn hier erfährt man eigentlich das, was Anna wirklich über Ludwig denkt. Sie wirkt viel ernster und erwachsener als im nachfolgenden Teil des Romans, in welchem dann in dritter Person weitererzählt wird. Der Roman begeistert nicht nur durch seine Optik sondern auch durch den Schreibstil der Autorin, welcher zwar locker und gut verständlich aber dennoch anspruchsvoll ist. Die Thematik ist gleichzeitig eine, in welche sich sicher manch einer hineinversetzen kann – eine Welt in die man einfach nicht passt, und in die ein ungeregeltes, ungezwungenes Leben einfach nicht passt, anschaulich dargestellt durch Annas Alltag, der zum Ende des Tages in einem Desaster enden wird.


    5ratten


    EDIT: Amazonlink eingefügt. LG, Saltanah

    Die Thematik rund um den Nationalsozialismus ist sicher schon manch einer leid, dennoch wirkt der Roman “Der Vorleser” von Bernhard Schlink auf den ersten Blick eben nicht wie ein NS-Roman.
    Alles beginnt mit Michael, der in seiner Schulzeit die Gelbsucht hat. Eine Frau, Hanna Schmitz, kommt ihm zur Hilfe als er sich vor ihrer Haustür übergeben muss. Er will sich bei ihr bedanken, die beiden werden zu einem ungewöhnlichen Liebespaar, denn den 15-jährigen Jungen und die Bahnangestellte Hanna trennen 21 Lebensjahre.


    Die Treffen der beiden folgen immer einem Shema, sie treffen sich, er liest ihr aus seinen Büchern vor, sie nehmen ein gemeinsames Bad und schlafen dann miteinander. Michael scheint die Beziehung zu der älteren Frau nicht zu stören (und Hanna auch nicht, die Michael bereits für 17 hält), und so fahren die beiden auch in den gemeinsamen Urlaub und treffen sich auch so beinahe täglich. Er merkt nicht, dass seine Freundin weder lesen noch schreiben kann. Eines Tages verschwindet Hanna, da sie sich scheinbar von Michael hintergangen gefühlt hat. Erst Jahre später treffen sie wieder aufeinander – in einer Gerichtsverhandlung. Michael ist mittlerweile Jurastudent und nimmt an einem Seminar über NS-Gerichtsverfahren teil. In einer Gerichtsverhandlung trifft er auf Hanna, die als ehemalige Wärterin eines Außenlagers nun angeklagt wird. Hannas Aufgabe in dem Außenlager war es, Menschen auszuwählen, die später ins KZ kommen sollten, ihr blieb keine andere Wahl. Außerdem ließ sie es zu, dass einige Gefangene bei einem Kirchenbrand umkamen.
    Durch Hannas Analphabetismus kommt sie vor dem Gericht in richtige Schwierigkeiten und bekommt nach einer langen Verhandlungszeit eine lebenslängliche Haftstrafe.
    Michael (der kurze Zeit später heiratet, seine Frau aber auch wieder verlässt) ist mit seinen Gedanken immer wieder bei Hanna und kann auch bei anderen Frauen nur an sie denken und so fängt er an ihr wieder vorzulesen – dieses mal mit Kassetten und einem Aufnahmegerät. Hanna lernt selbst zu lesen, und wird nach 18 Jahren begnadigt…


    Die Geschichte, die vorerst nur mit einer Beziehung zweier Menschen aus zwei verschiedenen Generationen zu spielen scheint, wirkt bereits zu Beginn bedrückend. Die Art wie Hanna und Michael miteinander umgehen ist zwar vertraut (vor allem durch ihr Lese-Bade-Ritual), gleichzeitig aber auch sehr distanziert, weil die Beziehung der beiden doch im engeren Sinne immer geheim gehalten wird. Auch später vermag Michael es nicht über die gemeinsame Beziehung zu reden.


    Hanna hat nie das Lesen und Schreiben gelernt, und genauso wie die Beziehung zu Michael verschweigt sie auch ihren Analphabetismus. Sie gesteht lieber anderen Menschen nicht geholfen zu haben und bereitwillig in den Tod geschicht zu haben, als dass sie dieser lebensnotwendigen Fähigkeit nicht mächtig ist. Auch dadurch, dass sie sich die Gerichtsunterlagen und Textzeugen nicht durchgelesen hat, sorgt sie selbst für ihr Urteil, welches sonst sicher milder ausgefallen wäre.


    Bernhard Schlinks Erzählung wirkt bedrückend, ohne Hoffnung und ohne große Ausschmückungen. Man merkt bereits anfangs, dass diese hoffnungslose Romanze zum Scheitern verurteilt ist, und dass sich diese dennoch durch das gesamte Buch ziehen würde. Einfühlsam und dennoch schnörkellos trist zieht sich der Leidensweg Hannas durch das gesamte Buch, und mit ihr leidend der Michael, der eigentlich versucht mit Hanna abzuschließen, es aber nicht kann.
    Eine schöne, wenn auch schreckliche, Geschichte, die vielleicht auch ein anderes Auge auf die Mittäter werfen lässt (ungleich davon, dass sie dennoch schuldig sind).


    4ratten

    Bereits der Titel lässt so manch einen schmunzeln: “Abraham Lincoln – Vampirjäger”, der erst kürzlich verfilmte Roman des Autors Seth Grahame-Smith. Genauso wie der Titel wirkt auch der Inhalt auf den ersten Blick eher absurd, denn wer könnte sich vorstellen, dass der 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wirklich Jagd auf Vampire gemacht hat? Der Autor, der übrigens auch den Bestseller “Pride and Prejudice and Zombies” geschrieben hat, hat nämlich Abraham Lincolns Lebenslauf etwas verändert.


    Die Geschichte basiert auf einigen Tagebüchern, welche dem Autor von einem gewissen Henry nähergebracht werden (so steht es zumindest in der Einleitung des Buches). Die Eintragungen Lincolns beginnen zu seinem elften Lebensjahr, er erfährt, dass seine Mutter nicht an einer Krankheit gestorben ist sondern von Vampiren ermordet wurde, nachdem sein Vater einen höheren Betrag an Schulden nicht bezahlen konnte.
    Abraham macht es sich zur Aufgabe alle Vampire zu töten um seine Mutter zu rächen.
    In seiner Jugend lernt er den Vampir Henry Sturges kennen, welcher ihm freundlich gesinnt zu sein scheint. Er sorgt dafür, dass Lincoln neben einigen schlecht bezahlten Jobs – denn Abraham hat nicht länger als ein Jahr die Schule besucht – die Gelegenheit bekommt böse Vampire umzubringen, welche es darauf abgesehen haben Sklaven zu kaufen und auszusaugen. Dennoch weist Lincolns Leben hier, trotz all der eher banalen Rahmenhandlung, natürlich Bezüge zu seinem wirklichen Leben auf.


    Was den Leser neben einigen Vampirangriffen erwartet, ist die unglaublich gut recherchierte eigentliche Biographie des Präsidenten. Die Jagd auf Vampire wirkt an einigen stellen beinahe nur als Mittel zum Zweck um die Geschichte etwas spannender zu gestalten, denn in Wirklichkeit erfährt der Leser viel mehr über das eigentliche Leben Abraham Lincolns (die jenigen, die dieses Buch für reinsten Müll halten sollten also die Klappe halten).
    Da Lincoln selbst gegen die Sklavenhaltung war, waren es also die Vampire und die Vampirdulder, die sich für die Sklaverei einsetzten.


    Entsprechend ansprechend und vor allem sachlich gestaltet sich auch der Schreibstil von Seth Grahame-Smith, der hier stets zwischen den verschollenen “Tagebuchaufzeichnungen” und einigen Zusammenfassungen wechselt um weitere Hintergrundinformationen hinzuzufügen, natürlich mit einigen Rechtschreibfehlern Lincolns, der das Schreiben immerhin “nur” autodidaktisch gelernt hat.


    Das Buch spricht also, Fantasy- und Vampirliebhaber an, wirkt aber auch für Geschichtsinteressierte passend, vor allem für eben jene, die es zu langweilig finden eine richtige Biographie zur Hand zu nehmen (auch wenn hier sicherlich noch ein paar mehr Informationen zu Lincoln zu finden sein sollten).


    4ratten

    Aus der bekannten Petersberger Novelle “Die Nase” von Nikolaj Gogol aus dem Jahre 1836 wird man einfach nicht schlau. Die Handlung grotesk und scheinbar ohne Sinn, das Ende wirkt nichtsaussagend.
    Alles beginnt mit dem Barbier Iwan Jakowlewitsch, der eines schönen Morgens eine Nase in seinem Brot entdeckt. “Brot ist schließlich was Gebackenes, und eine Nase – ist doch was ganz anderes. Das verstehe wer will…!”. Aus Angst von der Polizei des Mordes bezichtigt zu werden versenkt er die Nase in der Newa.


    Etwa im selben Moment wacht der Kollegienassessor Kowaljow, welcher sich voller Zuversicht schon als Major bezeichnet, auf, um festzustellen, dass er seine Nase verloren hat. Um den Diebstahl zu melden macht er sich auf den Weg zur Polizei und begegnet auf dieser Strecke, in Uniform eines Staatrates, seiner eigenen Nase, welche ihn prompt abweist.
    Kowaljow beschließt daraufhin eine Zeitungsanzeige aufzugeben, um den Nasendieb zu finden…seine Anfrage bei der Zeitung wird jedoch abgewiesen, denn für “abhanden gekommene Nasen ist der Arzt zuständig”, und eine solche Anzeige würde wohl sowieso niemand ernst nehmen.
    Kurze Zeit später wird die Nase bei einer Grenzkontrolle festgenommen und dem Kollegienassessor überreicht, jedoch lässt sie sich nicht wieder an seinem Gesicht befestigen.
    Das Grauen nimmt ein plötzliches Ende, als Kowaljow eines Morgens aufwacht und sich seine Nase einfach wieder in seinem Gesicht befindet.


    Nach dem Lesen dieser kurzen aber doch amüsanten Novelle fragt man sich ernsthaft, ob der Autor sich mit dem Leser einen gewaltigen Scherz erlaubt hat. Die Geschichte scheint ohne Sinn konstruiert zu sein und nimmt ein unerwartetes und vor allem ernüchterndes und kurzes Ende.
    Bei genauerer Betrachtung dieser absurden und surrealistischen Novelle des russischsprachigen Autors Nikolaj Gogol fragt man sich natürlich als erstes, wieso das Abhandenkommen der Nase ausgerechnet den Kollegienassessor Kowaljow erwischt hat.
    Das Symbol der Nase kann als das Ebenbild der eigenen Person gedeutet werden, hierbei darf man auch nicht außer Acht lassen, dass hier die Doppelgängermotivik eines E.T.A. Hoffmanns, der erst in der Spätromantik in Russland bekannt wurde, persifliert wird[1]. So trifft der Leser hier nicht nur auf den Kollegienassessor sondern auch gleichzeitig auf sein eigenes Wunschbild, nämlich den höhergestellten Staatsrat, in Form seiner Nase.
    Erst als Kowaljow sein Dasein ohne Nase akzeptiert, taucht diese wieder in seinem Gesicht auf.


    Die Novelle lässt viel Interpretationsraum, dennoch kann man nicht sagen, ob Gogol nicht einfach nur eine sinnfreie und verwirrende Erzählung zu schreiben versucht hat, in welcher der Leser nach einem nicht vorhandenen Sinn sucht.
    Die Novelle ist surreal, unfassbar komisch und zeigt trotzdem das literarische Talent des Autors, welcher leider viel zu früh aufgrund eines streng religiösen Fastens starb.


    4ratten

    Mit “Der Todeskünstler” setzt Cody McFadyen die Geschichte um die FBI Agentin Smoky Barrett fort.


    Nachdem die Agentin Smoky Barrett in “Die Blutlinie” bereits gegen einen blutrünstigen Killer zu tun hatte, bekommt sie es in “Der Todeskünstler” mit einer vollkommen neuen Herausforderung zu tun.
    In einem Haus in einer ruhig gelegenen Wohngegend finden sich nicht nur drei Leichen – davon zwei ausgeweidet – sondern auch die Sechzehnjährige Sarah, die mit einer Pistole an ihrem Kopf gehalten nach Smoky verlangt. Sie berichtet ihr von einem “Künstler”, der es sich zur Aufgabe gemacht hat ihr Leben zur Hölle zu machen, um ein zerstörtes Leben zu schaffen.


    Smoky und ihr Team machen es sich zur Aufgabe den sogenannten “Künstler”, der es auf Sarah abgesehen hat und nicht nur ihre leiblichen Eltern sondern auch viele wichtige Personen in ihrem Leben ermordet hat, zu finden. Besonderer Schlüssel ist hier Sarahs “Tagebuch”, in dem sie Smoky von der Tragik ihres Lebens berichtet. Die Geschichte selbst lässt das Motiv des Künstlers als das der Rache erscheinen, nun gilt nur herauszufinden wer er ist und wieso er sich ausgerechnet Sarah als Opfer ausgesucht hat.


    Das Buch ist der zweite Teil einer vierbändigen Reihe, die stets Smoky als Protagonistin haben. Ihre Vorgeschichte, den Morden an ihrem Mann und ihrer Tochter sowie ihre Entstellung und Vergewaltigung, wurde bereits im ersten Teil beleuchtet, und so dreht sich die Geschichte in “Der Todeskünstler” deutlich mehr um den eigentlichen Fall.
    Cody McFadyen gelingt es den Leser nach einer kurzen Aufwärmphase direkt wieder ins Geschehen zu katapultieren, die Rückblenden auf Sarahs Leben verdeutlichen ihr Leid und das, was ihr angetan wurde.
    Dem Autor gelingt es hier bestens zwischen seinem eigenen Schreibstil und dem seiner fiktionalen Figur zu wechseln.


    Zwar hätte man den Stoff und somit das “Tagebuch” um einiges kürzen können, da auch hier nach einiger Zeit die Spannung einfach raus ist, dennoch wirkt die Erzählung lebendig und vor allem authentisch, da die Erzählende Sarah ihre Berichterstattung als eigene kleine Geschichte aufgebaut hat.
    Dem Buch fehlt es jedoch an eigenständiger und vor allem aktiver Handlung, leider, sodass “Die Blutlinie” mehr begeistern kann als sein Nachfolger.


    3ratten

    <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/14310.msg683674.html#msg683674">Cody McFadyen - Der Todeskünstler</a> 0
    War ganz nett, wenn auch teils etwas "inhaltslos"...der Vorgänger war einfach besser (bin in dem Fall auch froh darüber, dass es nur ausgeliehen war...es wurde mir vorher förmlich aufgedrängt)

    <A href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/2679.msg679944.html#msg679944">Anthony Burgess - Clockwork Orange</A>
    ++
    Das Buch war einfach nur grandios...ich konnte mich da trotz der Sprache sehr gut hineinversetzen, vor allem weil ich den Film zum Buch kenne. Ich würde es jedem empfehlen, der mehr auf abgedrehte und dennoch gesellschaftskritische Literatur steht :D

    <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/28095.msg683675.html#msg683675">Nikolaj Gogol - Die Nase</a>
    +
    Herrlich lustig :D Lag vorher auf dem SUB, nachdem eine Dozentin von diesem Buch geschwärmt hat.


    <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/26730.msg683676.html#msg683676">Seth-Grahame Smith - Abraham Lincoln : Vampirjäger</a> +
    Überraschend gut. Wenn man sich die Vampire wegdenkt hat man ne ganz gute Lincoln-Biographie zum lesen...ist vielleicht auch was für Leute, die Vampirbücher leid sind.

    <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/4605.msg683677.html#msg683677">Bernhard Schlink - Der Vorleser</a>
    +
    Wirklich gut :) da bereue ich es tatsächlich mir das Buch nur ausgeliehen zu haben. Die Nazi-Thematik ist man zwar mittlerweile in der Literatur doch schon leid, dennoch gefällt das Buch...es lag übrigens im Bücgerregal meines Freundes und da hatte ich mir das mal gemopst.


    <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/2614.msg683679.html#msg683679">Jane Austen - Stolz und Vorurteil</a> -
    Gar nicht mein Fall...schon lange kein so langweiliges Buch mehr gelesen. Ich habe Stolz und Vorurteil übrigens in einer Geschenkt-Kiste bei uns im Hausflur entdeckt ^^ da war noch mehr so komisches Zeug drin.


    <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/28096.msg683678.html#msg683678">Arezu Weitholz - Wenn die Nacht am stillsten ist</a> ++
    Ein wirklich gutes Buch für ein oder zwei gemütliche Abende, welches ich bei vorablesen.de gewonnen habe...der Kauf lohnt sich auf jeden Fall :) anspruchsvolle Literatur von heute.

    <a href="https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/5549.msg682438.html#msg682438">Thomas Harris - Roter Drache</a>
    +
    Nachdem mein Freund und ich den Film (mal wieder) gesehen haben, habe ich mich entschlossen das Buch zu lesen...toll, dass hier nicht etwa die Verbrecherjagd im Vordergrund steht sondern die Persönlichkeit eines Psychopathen, der eben nicht Hannibal Lecter heißt.


    Außerdem folgt noch das ein oder andere Buch für diesen Monat, da der ja noch nicht rum ist :zwinker:

    Kopf hoch, ich habe auch erst einige Leseeindrücke schreiben müssen bevor ich mein erstes (und bisher einziges) Buch gewonnen habe.


    Ich glaube bei Krimis und Thrillern ist es schwieriger ein Buch zu gewinnen, weil es einfach so viele Leute gibt die Leseeindrücke hinterlassen...wenn es dir nur um den Gewinn eines Buches geht mach das doch einfach so, dass du immer erst Sonntagabend zu vorablesen gehst, schaust welches Buch bisher am wenigsten Eindrucksschreiber hatte, und dann schreibst du da nach der Leseprobe deinen Eindruck (dann steigt immerhin die Gewinnwahrscheinlichkeit...ist zwar irgendwie auch doof, aber wenn dir die Leseprobe zu sagt, wieso nicht?)

    Na das wäre doch mal eine Leserunde für verrückte Buchfanatiker :)


    Ich halte Paul Celan und Ingeborg Bachmann keineswegs für schwierig sondern vielmehr für surreal (die Autorin des Texts anscheinend ja schon)...mein Freund und ich haben stundenrund über Celans "Todesfuge" gesprochen (ja es hat uns eindeutig sehr lange beschäftigt) und wir sind übereingekommen, dass der Paul zu viel Kaffee getrunken hat (wobei der Tod dann kein Meister aus Deutschland wäre). :breitgrins:


    Ich finde nicht, dass man immer alles verstehen muss, solange man ein Buch liest und sich ein eigenes Bild darüber machen kann...so hat man immerhin etwas worüber man sich unterhalten und diskutieren kann :)

    Okay, das klingt doch sehr interessant...Ästhetik liegt ja im Auge des Betrachters :) also mir sagt das irgendwie zu...muss bei der Beschreibung auch irgendwie an David Lynch oder Rob Zombie denken (bin übrigens ein großer Eraserhead und Blue Velvet-Fan)