Beiträge von Nina2401

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Auch mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich habe es leider alleine gelesen, in der Leserunde gab es bestimmt viel zu diskutieren ;)


    Tragisch!


    Tragisch ist für mich das Wort, dass diese Geschichte am besten beschreiben kann. Tragisch ist die Vergangenheit von Charlotte, die ihr ein Weiterleben in ihrer Heimatstadt Berlin unmöglich macht. Tragisch ist die Geschichte von Tom, dessen humorvoller und intelligenter Geist vom Tod seiner Frau überschattet wird und tragisch sind die Vorkommnisse in Chalk Hill.


    All das verbindet Susanne Goga zu einem historischen Roman, der sich bei all der Tragik wunderbar lesen lässt. Ich mag Geschichten, die im alten England spielen und Susanne Goga hat die etwas neblige Atmosphäre perfekt eingefangen. Alte dunkle Häuser, das stürmische Wetter, etwas verknöcherte Hausdamen, der arrogante Snobismus der Oberschicht. All das erwartet Charlotte in ihrer neuen Heimat. Und Tom, den ich vor ihr kennen lernen darf. Ausgestattet mit einem köstlichen Humor verfasst er Theaterrezensionen und ich musste mehr als einmal über seine Kreationen schmunzeln.

    Zunächst konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie die Beiden aufeinander treffen, aber dann nahm die Geschichte eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte und die mich sehr überrascht hat. Alles ist sehr geheimnisvoll, aber Charlotte ist so hartnäckig und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, je näher ich mit Tom und Charlotte der dunklen Wahrheit über Lady Ellen kam. Damit hat Susanne Goga mich überrascht und macht so ihren Roman zu einem Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde. Ich hatte die übliche Geschichte um ein Familiengeheimnis erwartet und habe so viel mehr bekommen. Denn das Thema ist sehr aktuell und hat mich sehr nachdenklich gemacht.


    Geheimnisvoll, tragisch und fesselnd bis zum Schluss!


    5ratten

    Ein wunderbares Buch, das gute Chancen hat, eins meiner Jahreshighlights zu werden!


    Magda und ihre Brüder


    Zunächst habe ich ein bisschen Zeit, Magdas Familie kennen zu lernen, bevor sie sich nach Berlin aufmachen, um dort noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Magdas Familie ist ein Sammelsurium von unterschiedlichen und skurrilen Männern, drei Brüder und der etwas knarzige Großvater. Magda hat mir von Anfang an am besten gefallen, sie ist so taff, behauptet sich in ihrer „männerlastigen“ Familie und ist auch nicht auf den Kopf gefallen. Schon ziemlich früh erfahre ich von ihren vorausschauenden Träumen, eine Gabe, die ich sehr faszinierend finde.


    Von Anfang an war ich berauscht von der wunderschönen Sprache, in der Charlotte Lyne erzählt. Sie spiegelt die Stimmung der damaligen Zeit so gut wieder, sie ist poetisch, sie ist dramatisch und auch humorvoll. Charlotte Lyne zelebriert Sprache auf eine ganz besondere Art. Und sie bringt so wunderschöne Sätze hervor, die ich leider nicht alle hier aufschreiben kann, denn das würde den Rahmen sprengen. Aber ich habe es so sehr genossen, einzutauchen und mich treiben zu lassen. Manche Stellen habe ich bewusst langsam gelesen, so wie eine Delikatesse, die man sich auf der Zunge zergehen lässt. Aber das funktionierte nur an wenigen Stellen, denn weil die Handlung so spannend war, wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie es weiter geht.

    Charlotte Lyne überrascht mich mit immer neuen Wendungen. Sie geizt nicht mit Dramatik und mutet ihren Harzers einiges zu. Aber zwischendurch kann ich mich immer wieder „erholen“ und mich einlullen lassen von wunderschön beschriebenen Szenen. Die meiste Zeit steht natürlich Magda im Mittelpunkt des Geschehens. Aber in einem weiteren Strang lerne ich Thomas kennen, eine absolut faszinierende Persönlichkeit mit einer zunächst geheimnisvollen Vergangenheit. „Die Liebe war ihnen in den Schoß gefallen“ … wieder so eine wunderbare Beschreibung von Charlotte Lyne. Auch die Liebesgeschichte ist sehr dramatisch und doch auf ihre Art wunderschön. Es gibt ein Happyend, was vielleicht nicht jeder als solches erkennt. Für mich war es perfekt und absolut stimmig!


    Magda werden viele Prüfungen auferlegt, aber sie zerbricht nicht, sondern wird nur stärker. Vor dem fantastisch recherchierten Hintergrund erlebe ich, wie Magda zu einer mutigen jungen Frau heranreift und wie eine Löwin kämpft … für ihre Familie und auch für sich. Die historischen Hintergründe erzählt Charlotte Lyne genauso fesselnd und spannend wie den Rest der Geschichte. Ich habe so viel erfahren, was ich bisher nicht wusste und es wurde mir auf eine wunderbare Art vermittelt.


    Am Ende mochte ich mich gar nicht trennen von diesem wundervollen Buch … Ich bin so beeindruckt von der Erzählkunst, die auf der einen Seite eine wunderbare Leichtigkeit ausstrahlt und gleichzeitig so sehr in die Tiefe geht.


    Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die noch junge Stadt Berlin und an Magda, dieses tapfere und starke Mädchen!


    5ratten :tipp:

    Zackzerapp, die Schatten sind auf Zack!


    Die Aufmachung ist wirklich gelungen, angefangen bei dem nostalgisch anmutenden Cover mit den frechen Kindern, im Innenteil ein Stadtplan von Berlin, in dem alle Orte eingezeichnet sind, die im Roman auf tauchen und die liebevollen Illustrationen.


    Das Buch ist in 21 kurze Kapitel aufgeteilt und jedes Kapitel hat eine sehr witzige Überschrift, die mich jedes Mal sehr neugierig gemacht hat.
    Dann werden die vier Schatten zunächst einmal vorgestellt in Wort und Bild. Vier sehr unterschiedliche Charaktere und jeder ist auf seine Art sehr liebenswert. Am besten hat mir persönlich Lina gefallen, die kleine schlaue Schwester von Paule, über dessen Berliner Akzent ich die ganze Zeit schmunzeln musste. Aber auch Klara und Otto, die um den Posten des Anführers buhlen, fand ich auf Anhieb ziemlich cool. Die Vier ergänzen sich perfekt und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Wer hat in seiner Kindheit nicht von so einer tollen Bande geträumt. Die reizenden Zeichnungen begegnen mir immer wieder im Buch.


    Mit viel Witz und Sensibilität entführen Gina Mayer und Frank M.Reifenberg die jungen Leser in eine ganz andere Zeit. Im Berlin der 20er Jahre tauchen Schupos, Pferdedroschken und die Elektrische auf. Sehr passend fand ich auch die „alten“Zeitungsausschnitte, die einigen Kapiteln voran gestellt wurden. Bei Namen wie Billy Barrakuda und Rotze Rosenblut konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Der Schreibstil ist natürlich kindgerecht, aber dabei sehr atmosphärisch, frech und spannend. Da konnte selbst ich richtig mitfiebern!


    Die Schattenbande wird sich in die Herzen der jungen Leser schleichen, meins haben sie im Sturm erobert. Obwohl es ein Buch für ganz junge Leser ist (es wird ab 10 Jahren empfohlen), fand ich es spannend und sehr unterhaltsam.


    5ratten :tipp:

    Guten Abend,


    meine Rezi ist nun auch fertig. Ich habe mich damit ein bisschen schwer getan und letztendlich sind es wohlwollende 3 Ratten bzw. Sterne geworden. Aber ich weiß nicht, ob ich noch mal einen Jugendthriller von Arno Strobel lesen würde ...


    Eine Bergtour mit Hindernissen


    Meine Erwartungen an dieses Buch waren recht hoch. Die beiden Thriller von Arno Strobel, die ich bisher gelesen habe, waren solide und spannend. Bei diesem Buch fand ich das sehr gelungene Cover und vor allem den doppeldeutigen Titel sehr verheißungsvoll. Aber … dann war ich schon sehr enttäuscht vom Prolog, weil er mich nicht auf die Geschichte einstimmt, sondern mir ganz einfach das Ende verrät. Genau das mag ich an einem Thriller überhaupt nicht, weil dadurch viel zu viel vorweg genommen wird und das hat sich auch bei diesem Buch bestätigt.


    Dann werden alle Teilnehmer der Bergtour vorgestellt. Aber leider nicht interessant, sondern eher langweilig, fast schon wie eine Personen-Auflistung mit Alter und Herkunft. Das hätte man wirklich fesselnder gestalten oder in eine Liste packen können. Trotz allem waren ein paar sehr interessante und vor allem verschiedene Charaktere dabei.


    Als die jungen Leute sich dann zu einer unerlaubten Bergtour aufmachen, kommt endlich ein bisschen Fahrt in die Geschichte. Die Gruppe gerät in ein fürchterliches Unwetter und das war wirklich toll geschildert. Ich habe fast gefroren beim Lesen. Auch so kleine Andeutungen „Er irrte sich gewaltig“ am Ende eines Abschnitts waren sehr förderlich für den Spannungsbogen, der zwischendurch immer wieder durch Wiederholungen und zu breit getretenen Diskussionen gelitten hat.


    Ich hatte mich auf Abgründe wie in Goldings „Herr der Fliegen“ gefreut und sollte leider enttäuscht werden. Der Titel ließ mich auf eine psychologisch spannende Geschichte hoffen, aber das Potential, das in diesem Plot steckt, hat Arno Strobel leider verschenkt. Er lässt den Alkohol, den der Anführer gönnerhaft verteilt, zum Schuldigen werden und das hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich finde es nicht passend für ein Jugendbuch und die Geschichte war mir dadurch viel zu einfach gestrickt. Und auch das Ende, das ich ja teilweise durch den Prolog schon kannte, hat mir nicht gefallen.


    So fand ich das Buch nur mittelmäßig … ganz nett, aber es gibt viel bessere und auch spannendere Bücher in diesem Genre.


    3ratten


    Ein bisschen erinnert mich die Geschichte an ein Buch, das ich vor vielen Jahren mal gelesen habe. Da ging es auch um Jugendliche, die plötzlich in einer Extremsituation auf sich gestellt waren und überleben mussten: "Herr der Fliegen".


    Der Herr der Fliegen ist ein geniales Buch, für mich eigentlich das Buch, wenn es um solche Situtionen geht. Aber ... ich finde, Abgründig kann man nicht vergleichen, weil es es nicht die Aussage hat, die dieses fantastische Buch hat. Das war eher ein netter Versuch, der gründlich schief gegangen ist.

    Was hat dir besonders gefallen?


    Ich war auch froh, dass keiner sterben musste...


    Darüber war ich auch sehr froh und darum geht es mir auch nicht. Ein Buch wird nicht zwangsläufig spannender, je mehr Blut fließt oder je mehr Menschen sterben. Ganz im Gegenteil. Mich hat der Alkohol sehr gestört, denn so wurde alles auf den Alk geschoben und nicht auf die extreme Situation, in der sich alles befanden und in der Menschen, egal wie alt, zu extremem Verhalten neigen. Das war mir in dieser Geschichte nicht deutlich genug herausgearbeitet. Und am Ende musste dann alles ganz schnell gehen und dadurch hat die Geschichte für mich noch mehr verloren.

    Jetzt hätte ich fast geschrieben, da hast du aber etwas verpasst ;) Ne Spaß, aber ich kann auch ein Liedchen davon singen. Seit vielen Jahren trinke ich aber fast gar keinen Alkohol mehr, weil ich einfach keine Lust darauf habe. In jungen Jahren gehörte es irgendwie dazu ... aber nicht so exzessiv wie es heute betrieben wird.


    Ich finde nicht, daß Jugendbücher weniger spannend sind oder sein sollen, als Bücher für Erwachsene.
    Bei den letzten Jugendbüchern, die ich gelesen habe, habe ich durchaus Spannung empfunden, teilweise sogar enorme (Das Labyrinth..... von R. Wekwerth.)
    Natürlich hat man als Autor von Jugendbüchern nicht die selben Möglichkeiten, um Spannung zu erzeugen (Schockmomente, Psychospielchen, extremen Grusel).
    Aber es geht ja auch anders.


    Das sehe ich auch so. Das Labyrinth war klasse und auch die Jugendbücher von Gina Mayer sind toll. Ich mag es nicht so gerne so blutig und genau das gefällt mir an Jugendbüchern so gut. Da muss sich ein Autor ja schon zurück halten. Aber wenn es dann so unspannend ist ...


    Ebenfalls nicht so ganz nachvollziehbar ist für mich, dass sie dieses Steinfeld nun alle so problemlos runterkommen, sogar noch 2 Kranke/Verletzte tragen können, nachdem sie da beim Aufstieg kaum hochgekommen sind. Wer mal im Gebirge wandern war, weiß ganz genau, dass Runter unter Umständen viel schwieriger ist als Rauf!


    Darüber bin ich auch gestolpert. Das war doch die Stelle, an der sie umkehren wollten, weil das Wetter immer schlechter wurde, das aber nicht getan haben, weil Ralf meinte, runter wäre noch viel beschwerlicher als rauf. Und nun läuft das alles easy mit zwei Kranken.


    Wenn es wirklich eine beschränkung der Länge für das Buch gab, dann hätte ich an anderer Stelle an Worten gespart, nämlich an den überflüssigen Wiederholungen.




    Diese Szene, in der Tim in das verdreckte Nebenzimmer gesperrt wird, ist die interessanteste des Buchs.


    Für mich war es auch die emotionalste Szene in dem Buch ;)




    Julia offenbart sich hier als ein typischer Mobber-Charakter, der sich dann an Leute rantraut, wenn sie sich nicht wehren können. Ganz ähnlich Sebastian. Beide sind schnell bei der Hand damit, Tim vorzuverurteilen. Und wie nicigirl gefiel mir hier überhaupt nicht, dass das alles (also genau das, worauf es eigentlich ankam!) am Ende totgeschwiegen werden sollte. Schon die Bemerkung dieses Wanderers, dass die Jugend von heute ja doch zuverlässiger sei als man denkt usw., wirkte auf mich wie ein Hohn. Und dann dieses "das bleibt unter uns" - auch ich finde das eine höchst zweifelhafte Botschaft des Buches, die alles Vorangegangene in meinen Augen sehr stark abwertet! :grmpf: Zwar fällt mir jetzt auf Anhieb auch nicht ein, wie man eine Strafe oder Konsequenz für Julia und Sebastian hätte generieren können, aber dass das am Ende alles nicht so schlimm sein soll, das kann es ja wohl nicht sein. Am Tims Stelle hätte ich wohl auch Lena nicht mehr trauen können.


    Besser hätte ich es nicht formulieren können. Und es hätte nicht unbedingt eine Strafe für Julia und Sebastian sein müssen, aber sie hätten schon sehr betroffen sein müssen. So hat man das Gefühl, dass Mobbing irgendwie ok ist, dass es totgeschwiegen werden muss und Tim einfach nur froh ist, dass er nichts angestellt hat. Tim war eigentlich einer meiner Lieblingscharaktere, aber am Schluss sehe ich ihn doch anders ...

    Guten Morgen,


    ich bin auch enttäuscht. Vom Ende und eigentlich von der ganzen Geschichte.
    Zwischendurch wurde es richtig aufwühlend, als die Gruppe so übel mit Tim umgesprungen ist und er die Nacht in dem stinkenden Raum verbringen musste. Ich war so sauer, dass keiner wirklich hinter ihm stand, selbst Lena nicht. Am coolsten war letztendlich Denis, auch wenn mir sein ständiges Freak auch irgendwann auf den Keks ging.


    Das Verhalten von Ralf fand ich unglaubwürdig. So wie dieses Unwetter geschildert wurde, wäre niemand freiwillig alleine los gezogen, egal wie viel Alkohol er vorher konsumiert hat. Und dann findet er ganz zufällig „seine“ Hütte, die ja dann irgendwo in der Nähe war. Und wieso kannte er dann die andere Hütte nicht, wenn er schon so oft da war. Ich weiß nicht, wie oft ich den Kopf geschüttelt habe beim Lesen.


    Und dann war plötzlich alles wieder gut und alle hatten sich lieb. Das fand ich am allerschlimmsten, weil es so unpassend war. Was sollte uns denn der Prolog vorgaukeln? Es reichte nicht, dass er ja schon teilweise die Spannung raus genommen hatte, ich fand, er passte auch nicht zum Ende. Als Prolog hätte ich mir hier die Szene mit Tim und seiner Mutter gewünscht. Das wäre viel geheimnisvoller gewesen.


    Wieso stand Tim in dieser besagten Nacht an der Tür und konnte sich nicht mehr erinnern? War der Alkohol Schuld? Ich finde, auch das wurde nicht genügend aufgeklärt.


    Arno Strobel hat so viel verschenkt. Wo waren denn die Abgründe, die durch das Eingesperrtsein und die besondere Situation entstehen können? So war alles der Alkohol Schuld und ich finde, diese Message geht gar nicht.


    Vielleicht bin ich ja zu verwöhnt vom "Herr der Fliegen" und auch "Apfeldiebe", zwei Bücher, die sich wirklich hervorragend mit der Thematik beschäftigen.


    Und was hat Sebastian draußen geholt? Ich nehme an, Tims Messer. Was ich ziemlich blöd von ihm fände, denn in meinen Augen macht er sich dadurch nur umso verdächtiger. Denn woher sollte er wissen, wo das Messer in dem Augenblick gerade ist, wenn er es nicht selbst dahin getan hat?


    Da hast du Recht, aber ob die anderen das auch so sehen? Einige haben sich ja schon auf Tim als Schuldigen eingeschossen ...




    Zum Besäufnis und zur Alkohlerfahrung: wow, wie gut Tim da schon Bescheid weiß, "wie" der Alkohol auf seinen Körper wirkt. Also in dem Alter war ich noch nicht besoffen, geschweige denn, dass ich hätte sagen können, dass der Alkohol ein Gefühlsverstärker ist... Also, wenn man mit Mitte Zwanzig solche "Schlüsse" ziehen kann, akzeptiert, aber hier...


    Das finde ich auch total unglaubwürdig. Wie oft mag der arme Junge wohl schon betrunken gewesen sein? Gerade in einem Jugendbuch finde ich so eine Darstellung sehr unpassend.


    Aber bislang: es ist immer noch spannend. Ich will wirklich wissen, wo Ralf und ob Tim der Täter ist und wie lang die noch dort oben bleiben müssen... Schon spannend geschrieben, für mich eher ein Abenteuerroman als ein Thriller, auch wenn es ein Jugendbuch ist und man da vielleicht schon durch die "kriminellen" Momente von einem Thriller reden könnte. Für mich ist die Bezeichnung Thriller zu weit hergeholt, aber ich lass mit mir reden...


    Auch da stimme ich dir zu. Manchmal habe ich den Eindruck, die Verlage denken, wenn Thriller auf dem Buch steht, verkauft es sich besser ...
    Und ... ich finde, die Abgründe, die man ja vor allem bei dem doppeldeutigen Titel erwartet, wurden einfach nicht genügend herausgearbeitet. Ich erwarte keinen zweiten "Herr der Fliegen", aber bin dennoch etwas enttäuscht über die Umsetzung.



    Ansonsten erfahren wir wieder etwas über unsere Protagonisten, auch wenn es hier eher unspektakulär ist. Jennys Geheimnis wird aufgedeckt. Sie war mal mit einem deutlich älteren Typen zusammen, der extrem eifersüchtig war und sie deshalb dauernd kontrolliert hat, weshalb sie sich jetzt nichts mehr von irgendjemand sagen lässt.


    Das fand ich fast schon überflüssig, denn es hat mit unserer Geschichte nichts zu tun und bringt uns auch nicht weiter ...




    Ich frage mich warum Tim so sehr an sich zweifelt, denn es könnte auch Lucas gewesen sein, der hat sich schließlich in der Nacht auch mit Ralf gebalgt oder aber Sebastian, der a) wütend auf Ralf war wegen der Angeberei und der falschen Fährte sowie b) es Tim in die Schuhe zu schieben schön einfach ist, um bei Lena gut da zu stehen. Zudem haben sich alle bereits einmal an Tims Rucksack vergangen wegen dem Essen, warum sollte nicht auch nochmal jemand nach dem Messer greifen?


    Ich denke, Tims Zweifel rühren daher, dass er weiß, was passieren kann und davor hat er Angst. Und er kann sich an rein gar nichts erinnern ...

    Der „Held“ in diesem Abschnitt war für mich Denis (ich bin immer versucht, den Namen mit 2n zu schreiben). Ich mag seinen Sarkasmus und er hat wohl als einziger die Situation perfekt erfasst.


    Auch mir war die ganze Nacht in der Hütte zu alkohollastig, aber in solchen extremen Situationen neigen auch junge Leute zu extremem Verhalten.


    Sebastian wird immer aggressiver und ich schreibe das nicht mehr seinen Schmerzen zu. So schlimm können die auch nicht sein, wenn er knutschend mit Julia in der Ecke sitzt. Ich verwechsele die Namen Julia und Jenny immer und hätte als Autor vielleicht nicht zwei Namen gewählt, die mit identischen Buchstaben beginnen.


    Ich glaube nicht, dass Tim Ralf etwas angetan hat. Das wäre zu offensichtlich. Vielleicht hat Ralf nun doch ein schlechtes Gewissen bekommen und versucht auf eigene Faust Hilfe zu holen. Oder er ist die Anschuldigungen Leid und ist einfach abgehauen. Hat Tim nach dem Abendessen sein Messer wieder in seinen Rucksack gepackt? Und würde ein Schlafwandler das wieder aus dem Rucksack heraus holen? Oder sich nur nehmen, wenn es irgendwo rumliegt.


    Ich habe noch keine Erklärung dafür, wie das Blut in Tims Gesicht und an seine Hände gekommen ist …

    Ich kenne das von früher aus dem Schwimmbad. Wir mussten immer die nassen Badesachen ausziehen, damit wir uns nicht erkälten. Aber ich habe auch keine Ahnung, wann die Sachen schneller wieder trocken werden. Es ist nur sehr unangenehm, die nassen Sachen am Körper zu tragen.



    Tim schlafwandelt als tatsächlich. Ob das dann letztendlich zu der Situation aus dem Prolog führt oder ob jemand sein Schlafwandeln einach nur für eigene Zwecke missbraucht? Ich habe da ein ungutes Gefühl.


    Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.Das kann natürlich gut sein, wenn sich jemand damit auskennt.


    Sebastian zeigt immer mehr Aggressivität, das hatte ich von ihm gar nicht erwartet.


    Ich finde es verständlich. Er ist verletzt, hat Schmerzen. Da würde ich auch sehr ungehalten reagieren. Und Hilfe ist ja nicht in Sicht, da Ralf falsche Infos auf dem Zettel hinterlassen hat.


    Interessant, dass man ihn allein dahin lässt. Gibt's nicht meisten solche Angebote eben gerade auch von Jugendämtern oder Fürsorgeeinrichtungen? Wo der Betreuer dann gerade mitkommt? So ist's komisch. Aber mal sehen. Denis bleibt immer noch ein Schlüssel zur Katastrophe, die ich immer mehr kommen sehe.


    Ich habe das so verstanden, dass es eine Belohnung ist, weil er sich so gut in die Einrichtung eingefügt hat. Was meinst du mit Schlüssel? Momentan reagiert ja eher Sebastian aggressiv auf Ralf.

    In diesem Abschnitt ist nun endlich wirkliche Spannung eingezogen. Ich fand das Unwetter toll geschildert und mir wurde richtig kalt beim Lesen. Durch so kleine Andeutungen wie am Ende von Kapitel 9 und 10 wird die Spannung noch etwas gesteigert.


    Tim ist tatsächlich Schlafwandler, auf die Idee wäre ich ohne euch gar nicht gekommen. Schläft man dann wirklich so fest, dass man gar nichts mehr mitbekommt? Und wenn alle essen, warum hat Lena ihn dann nicht energischer geweckt? Das fand ich nicht so fair. Und … auf Seite 41 steht, dass sie sich Brote belegten und sie in den Hosentaschen versteckten. Nun liegen auf einmal Margarine- und Marmeladendöschen und Aufschnitt in der Mitte??? Diese Sachen hat Ralf ja bestimmt nicht eingekauft, er denkt ja nur an Alkohol.


    Denis ist mir nach seinem „Geständnis“ sehr sympathisch geworden und ich denke, er wird noch eine wichtige Rolle spielen.


    Dann kam der Traum … oder die Erinnerung von Tim. Auf welche Fährte will Arno uns da locken. Mit dem Prolog im Hinterkopf dachte ich sofort daran, dass Tim während er schläft, jemanden stark verletzt und vielleicht sogar tötet. Aber so einfach wird die Geschichte wohl nicht konstruiert sein.


    Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie sich das Zusammensein auf engem Raum und in dieser extremen Situation auf alle auswirken wird. Lucas ist ja schon mutig geworden und setzt sich gegen Ralf zur Wehr. Und Sebastian wird vielleicht auch noch mehr ausrasten, er muss ja höllische Schmerzen haben ...


    Tim ist natürlich ganz sympathisch, aber für meinen Geschmack etwas zu bieder. Höflich, nett, brav, Regeln befolgend, vernünftig —> eigentlich ein recht langweiliger Typ. Ich musste nur grinsen, weil er es hasst, Timmi genannt zu werden. Mein Sohn hasst das auch :breitgrins:
    Ach ja, Tim scheint Probleme mit hochprozentigem Alkohol zu haben. Was passiert, wenn er trinkt? Wird er gewalttätig, bekommt er einen epileptischen Anfall, muss er sich einfach übergeben?


    Ich finde Tim nicht langweilig sondern eher besonnen. Er geht ja nur mit wegen Lena und auch nicht zurück auch wegen Lena. Sonst hätte er vielleicht einige andere von dieser Tour abhalten können. Er ist eben kein Mitläufer. Und was den Alkohol betrifft: Warum sollte er Probleme damit haben? Vielleicht hat er nur einfach keine Lust darauf? Ich habe momentan einen 16-jährigen Azubi in meinem Büro, er findet Alkohol blöd (wir hatten darüber geredet, weil im hiesigen Karnval Alkohol und Jugendliche mitterlweile ein großes Problem darstellen) Außerdem gibt es doch genügend Alkohol-Anti-WErbung, die sich speziell an junge Leute richtet. Deshalb finde ich Tims Verhalten überhaupt nicht ungewöhnlich. Seine Füße ... da bin ich natprlich auch gespannt, ob das noch aufgelöst wird.




    Die ersten Kapitel waren für mich aus zwei Gründen gruslig. Erstens würde ich niemals in solch ein Camp fahren, wo ich niemanden kenne und nicht weiß, mit wem ich die nächsten Tage/Wochen im Sechserzimmer zusammengepfercht werde. Auch meiner jugendlichen Tochter würde ich das niemals zumuten, insbesondere, wenn ich die Betreuer nicht kenne!!! :entsetzt: (Aber vielleicht bin ich da überempfindlich. Ich musste zum Glück als Kind nie ins Ferienlager und begebe mich auch jetzt nicht gern viele Tage in unbekannte Gruppen.)


    Ich finde es auch etwas ungewöhnlich, dass sich niemand dort kennt. Hier werden solche Freizeiten von der Kirche oder CVJM veranstaltet und die meisten kennen sich dann schon. Es sind ja auch jüngere Kinder in dem Camp und das kann ich mir wirklich überhaupt nicht vorstellen.



    Ich finde eigentlich schon, dass der Klappentext in Ordnung ist. Auf der Rückseite des Buches steht ja "Freunde" in Anführungszeichen, also keine echten Freunde. Und im Klappentext ist von einer Gruppe die Rede, nicht von Freunden. Und alles andere stimmt auch.


    So sehe ich das auch. Und das macht ja auch gerade den Reiz aus, dass sie sich eben nicht so gut kennen. Und junge Leute sehen solche Dinge eh nicht so eng wie wir. Und durch die Anführungszeichen wird klar, dass es keine echten Freunde sind.

    Guten Abend,


    nun bin ich auch mit dabei :)


    Und … nach dem Prolog war ich erst mal enttäuscht. Er nimmt ziemlich viel vorweg, ich weiß, dass Tim überlebt und beschuldigt wird, Lena wird es wohl nicht geschafft haben, wenn ich den Blick des Sanitäters richtig deute. Ich finde das richtig schade. Ein guter Prolog sollte mich auf eine Geschichte einstimmen und mir nicht das offensichtliche Ende erzählen.


    Auch die Einführung der einzelnen Camp-Besucher fand ich ziemlich langweilig. Warum musste jeder mit seinem Alter vorgestellt werden. Das fand ich irgendwie überflüssig, denn ist es doch klar, in welchem Alter sich alle ungefähr befinden.


    Die jungen Leute, die Arno dann auf die verbotene Bergtour schickt, finde ich interessant. In so einer Gruppe müssen unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen und die Mischung ist ihm ganz gut gelungen.


    Ich mag Tim und ich mag Fabian, letzteren ganz besonders. Bei Lena bin ich mir noch nicht sicher (erst schleimt sie sich bei Ralf ein und dann knutscht sie mit Tim) und Ralf ist ein unsympathischer Großkotz. Ich frage mich jedes mal aufs Neue, warum so einer es schafft, dass ihm alle hinterher laufen. Und ich frage mich, was er im Schilde führt. Will er einfach nur ein bisschen Spaß haben und mit seiner Bergerfahrung angeben. Oder steckt noch mehr dahinter? Ist in dem schweren Rucksack wirklich nur Verpflegung und Alkohol?


    Aus Denis werde ich noch nicht schlau. Er ist der absolute Außenseiter, aber warum nimmt er an der Tour teil?


    Und was ich mich noch frage … kann es sein, dass für die älteren in dem Camp nichts interessanteres angeboten wird. Ich habe als 10-Jährige mal bei einer Ferienfreizeit auf Texel teil genommen und kann mich daran erinnern, dass die Älteren richtig spannende Sachen gemacht haben.


    Der Schreibstil ist recht einfach, aber für ein Jugendbuch ist das schon ok. Aber so richtig gefesselt bin ich noch nicht ...