Beiträge von Nina2401

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Ein fantastisches Buch!!


    Die fremden Teufel


    Historische Romane zeichnen sich oft durch eine wunderschöne Aufmachung aus und die finde ich in diesem Buch sehr gelungen. Neben einem Verzeichnis der wichtigsten Personen gibt es auch noch einen Stadtplan des Gesandtschaftsviertels in Peking. Und nach ein paar wenigen Zeilen war ich schon fasziniert von der Geschichte, die mich in eine mir völlig fremde Welt katapultierte.

    Tereza Vaneks spannender und gefühlvoller Schreibstil ließ sofort Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Alle wichtigen Ereignisse aus dem Vorgängerbuch „Das Geheimnis der Jaderinge“ wurden kurz erwähnt. Und sie gibt mir Zeit, ihre Hauptpersonen nacheinander kennen zu lernen. Besonders angetan war ich von der Hamburgerin Elsa, die mich durch ihre pragmatische und unkonventionelle Art sofort für sich eingenommen hat. Charlotte war für mich anfangs das verzogene und verwöhnte Töchterchen, aber das sollte sich im Laufe der Geschichte ändern. Die Ereignisse bringen viele Veränderungen hervor und die schmerzhafteste Veränderung muss Charlotte durchmachen.


    Da Charlotte nach ihrer großen Enttäuschung ihr Elternhaus verlässt und sich bei der Suche nach ihren Wurzeln den Rebellen anschließt, bin auch ich mittendrin in diesem rebellischen Wahnsinn gegen die fremden Teufel – wie die Ausländer von den Aufständischen boshaft genannt werden. Die andere Seite erlebe ich durch Elsa, die sich im Gesandtschaftsviertel in Peking aufhält, als die Aufstände ihren Höhepunkt erreichen. Tereza Vanek hat die jeweilige Atmosphäre so gut eingefangen, ich konnte das Gewimmel und den Lärm in der chinesischen Hauptstadt so gut spüren. Sie ließ mich eintauchen in Situationen, die zum Greifen nah waren. Sie ließ mich Teil haben an den Emotionen ihrer Akteure … Liebe und Hoffnung, aber auch Hass und Verzweiflung. Ich wusste manchmal gar nicht, für wen ich mehr Verständnis aufbringen sollte und habe gelitten und gehofft. Ich war so gefesselt von dieser Geschichte, dass sie mir gar nicht mehr aus dem Kopf ging.


    Ich liebe schöne Sprache und auch damit hat Tereza Vanek mich verwöhnt. Das Beisammensein von Mann und Frau nennt sie Kunst von Wolken und Regen (S. 251), sie preist das schlichte Glück in dem Gefühl von Sauberkeit (S. 99) und lässt das Mitleid in einer Kloake auch Gift ersterben (S. 525). Sie schreibt enorm fesselnd und legt dabei Wert auf historische Korrektheit, was die Geschichte sehr glaubhaft macht und für mich in einem historischen Roman sehr wichtig ist.


    Nach der Ketzerin von Carcassone ist dieses nun das zweite Buch, mit dem Tereza Vanek mich überzeugt und begeistert hat. Ich freue mich schon auf die nächste Reise in die Vergangenheit mit ihr! Den Namen Tereza Vanek sollte sich jeder merken, der fesselnde und gut recherchierte historische Romane liebt.


    :tipp: 5ratten

    Hallo Ihr Lieben,


    ich bin ja mehr "nebenan" unterwegs und bekomme hier nicht so viel mit ... leider! Aber ich habe einen netten Hinweis bekommen - danke schön, du Süße!


    Ein Jugendbuch von Arno Strobel klingt spannend. Ich kenne bisher nur ein paar seiner Bücher für "Große".


    Ich würde daher sehr gerne mitlesen und mit euch diskutieren :)


    LG
    Nina

    Eine herzerwärmende Geschichte!


    Dieses Buch lebt von den Kleinigkeiten.Wunderschöne Anekdoten werden in wunderschönen Sätzen erzählt. Der Schreibstil hat mir von Anfang an gefallen. Ich liebe schöne Sprache und die wird hier auf eine ganz besondere Weise zelebriert. Denn CeeCee erzählt in der Ich-Form und der kindliche Charme ließ mich sehr oft lächeln, manchmal staunen und manchmal auch inne halten. Das kleine Mädchen hatte einen schweren Start ins Leben. Der hilflose Vater ließ sie mit einer psychisch kranken Mutter allein und das hat CeeCee sehr geprägt. Aber das füllt nur die ersten Seiten, denn die Mutter stirbt und im Haus ihrer warmherzigen Großtante beginnt für CeeCee ein aufregendes neues Leben. Die Erinnerungen an die Zeit mit ihrer kranken Mutter schwappen immer wieder hoch und werden in kurzen Rückblenden erzählt. Aber die neuen Eindrücke sind so mächtig, dass die Erinnerungen verblassen genau wie die Angst, so zu werden wie ihre Mutter. Ihre Großtante Tootie ist eine wunderbare ältere Dame und hinter der harten Schale von Köchin Oletta verbirgt sich ein puddingweicher Kern. CeeCee lernt zu vertrauen und sie lernt zu lieben. Manche Szenen sind so schön, dass ich schlucken musste.


    Ganz am Rande werden auch die Rassenprobleme angesprochen, aber da die ganze Geschichte aus der Sicht des Kindes erzählt wird, geht es nicht in die Tiefe. Für mich war das ok, denn ich habe keine kritischen Roman erwartet. Es ist ein regelrechtes Wohlfühlbuch ... über starke und manchmal ein bisschen skurrile Frauen, über bedingungslose Freundschaft. Und … es ist eine Geschichte, in der für Männer kein Platz ist.


    Das Buch hat keinen besonderen ersten Satz, aber mittendrin so vieles, was ich mir am liebsten aufgeschrieben hätte. Gibt es eine schönere Liebeserklärung als „ In der Küche scheint die Sonne gar nicht, wenn du mich nicht anguckst“ (S. 280). Die Geschichte ist wie eine leichte Sommerbrise, die die Haut streichelt. Ich konnte mich fallen lassen und habe mich einfach nur wohl gefühlt.


    Fazit: Leicht und wunderschön erzählt. Ich habe es mit einem Lächeln beendet.


    4ratten

    Meine Rezension :)


    „Flieg, flieg, fahr aus der Haut“


    Der Klappentext gibt nicht viel her und das ist auch gut so. Denn so kann ich mich ganz unvoreingenommen auf das Abenteuer Drecksspiel einlassen.
    Es geht heftig los. Das erste Kapitel ist mit „Heute Morgen“ betitelt, im Präsens verfasst und erwischt mich eiskalt. Dann gibt es einen Zeitsprung zu „Vorgestern Abend“ und Martin Krist eröffnet so viele kurze Stränge, dass mir fast schwindelig wurde. Ich liebe es, wenn ich als Leser mitdenken muss und dieses Buch erfordert meine gesamte Aufmerksamkeit. Ich konnte nicht mal ein paar Seiten nebenbei lesen. Hier ist kein Wort zu viel, aber auch keins zu wenig. Die einzelnen Abschnitte sind so kurz, dass ich mich nicht ausruhen konnte. Die schnellen Szenenwechsel und die neugierig machenden Cliffhanger erzeugten eine fast unerträgliche Spannung.


    Obwohl fast alle Personen ziemlich amüsant im Personenregister vorgestellt wurden, erlebe ich so viele Überraschungen. Wieder ist Berlin der „Tatort“, wieder sind es die dunklen Ecken, in die mich Martin Krist führt.


    Denn dort sind seine Thriller zu Hause.


    Der Schreibstil ist klar, modern, gestochen scharf und sehr direkt. Die Dialoge sind sehr authentisch und glaubwürdig. Martin Krist spricht eine deutliche und harte Sprache und schafft damit von Anfang an die richtige Atmosphäre.


    Es passieren schlimme Dinge, es passieren dreckige Dinge. Für mich persönlich gibt es eine Grenze und diese Grenze überschreitet Martin Krist auch in diesem Thriller nicht. Und darüber bin ich sehr froh. Er hat es nicht nötig, Spannung durch blutige Szenen zu erzeugen. Das kann er viel besser und das kann er sehr perfekt!


    Und es wäre kein Buch von Martin Krist, wenn es mich nicht auch wieder sprachlich begeistert hätte. Wieder einmal hat er Stilmittel eingesetzt, die das Buch zu einem sprachlichen Genuss machen. Er lässt Handlungen überlappen, er erzählt aus verschiedenen Perspektiven, er passt seine Sprache der jeweiligen Situation an und er bettet die Vergangenheit in die Gegenwart ein. Und das alles in einem Wahnsinnstempo.


    Als ich das Buch beendet habe, musste ich zunächst heftig schlucken. So emotional reagiere ich normalerweise nicht auf Thriller. Aber gerade durch die ungewöhnliche Art des Erzählens war vieles für mich so verdammt nah. Und das hat mich so bewegt … genau wie Davids Klingelton, den ich seitdem nicht mehr aus dem Kopf bekomme.


    Extrem anders, extrem rasant und extrem überraschend … Martin Krist hat sich mit seinem ungewöhnlichen Thriller selbst übertroffen … und mich mal wieder absolut überzeugt!


    5ratten:tipp:

    Die Ruhe vor dem Sturm


    Nachdem mir das erste Buch Inseln im Wind so gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Schon nach ein paar Sätzen war alles so vertraut, es war wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Sehr geschickt hat Elena Santiago – vielen besser bekannt als Eva Völler - die Geschehnisse aus der Vergangenheit in diese Geschichte eingebunden. So wurde für mich die Erinnerung auf eine schöne Weise aufgefrischt und wer das wunderbare erste Buch nicht kennt, findet ganz unproblematisch in die Geschichte hinein.


    Ich konnte aber nicht lange in der Wiedersehensfreude schwelgen, da wurden die Karten des Schicksals wieder neu gemischt. Elena Santiago hat ihren Helden auch dieses Mal wieder einiges zugemutet und ich musste erneut um meine Lieblinge zittern. Natürlich gibt es auch wunderschöne romantische Szenen, ein paar Mal stahl sich ein Schmunzeln auf mein Gesicht und ein paar Tränchen kullerten ebenfalls. Die ganze Bandbreite der Emotionen wurde bedient.


    Spannende Momente wechseln sich ab mit wildromantischen Szenen und das alles vor der atemberaubenden Kulisse der Karibik. Auch dieses Mal hat Elena Santiago wieder ausgiebig recherchiert und ich erfahre einiges über den geschichtlichen Hintergrund und kann ein bisschen Karibik Feeling ausleben.


    Es gibt einige Abenteuer zu bestehen und Duncan Haynes und seine Frau Lizzie haben sich zu meinen persönlichen Lieblingshelden gemausert. Aber auch die anderen Charaktere waren sehr interessant und vielschichtig und vor allem lebendig. Elena Santiago hat eine besondere Art, ihren Geschichten Leben einzuhauchen. Selten bin ich so nah dran am Geschehen, selten sind mir Personen so vertraut.


    Es hat mir wieder so einen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Ich war gefesselt von der dramatischen Story und mit Leib und Seele dabei!


    5ratten :tipp:

    Bewegende Familiengeschichte


    Schon lange habe ich keinen Prolog mehr gelesen, der so traurig und am Ende dann aber so tröstlich ist. Eine bessere Einleitung hätte es für diese Geschichte nicht geben können, denn diese Stimmung begleitet mich durch das ganze Buch und eine Szene aus dem Prolog kommt mir immer wieder in den Sinn.

    Die zweite Zeitebene spielt in der englischen Grafschaft Devon. Die kleine Amalia wird nach einer schweren Scharlacherkrankung taub und diese Behinderung ist ein zentrales Thema in dieser bewegenden Geschichte. Es ist schon sehr traurig, wie damals mit solchen Handicaps umgegangen wurde. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht und sehe nach dieser Lektüre einiges anders …


    Claire Winter, die als Claudia Ziegler großartige historische Romane schreibt, hat damit ein sehr interessantes Thema aufgegriffen und mich mit ihrem wunderschönen Schreibstil sofort in ihren Bann gezogen. Sehr einfühlsam beschreibt sie einzelne Szenarien, die Gefühle ihrer Charaktere sind zum Greifen nah. Man kann regelrecht eintauchen in die stimmungsvoll erzählte Geschichte.


    Manche Szenen waren zum Seufzen schön, bei anderen war ich den Tränen nah. Die Geschichte hat mit meinen Emotionen gespielt und dabei sind mir alle so nah gekommen. Die Charaktere werden sehr glaubhaft dargestellt und bis in die kleinste Nebenrolle treten sehr interessante Personen auf. Claire Winter fängt die jeweilige Atmosphäre so gut ein … von der bedrückenden Stimmung im zerbombten Berlin bis hin zu den nebelverhangenen englischen Moorlandschaften. Mein Kopfkino arbeitete die ganze Zeit auf Hochtouren.
    Auf Zeitebenen erzählt, spannt Claire Winter einen feinen Spannungsbogen, der nicht abreißt. Auch wenn mir als Leser so nach und nach einiges klar wird, schafft sie es bis zum Schluss, mich immer wieder zu überraschen. Ich war richtig traurig, als das Buch zu Ende war, ich hätte immer weiter lesen können.


    Mein absoluter Lieblingssatz in diesem Buch: „Sie kam sich vor wie auf einem Schiff, das vom Hafen abgelegt hatte und nun über den weiten Ozean segelte, ohne dass sie wusste, wo und ob sie jemals ankommen würde.“


    Fazit: Sehr dramatische Familiengeschichte, die ich „inhaliert“ und bis zum letzten Satz genossen habe.


    5ratten

    Dramatische Familiengeschichte


    Der vielversprechende Klappentext und ein sehr geheimnisvoller Prolog machten mich sehr neugierig auf das Buch. Aber dann passierte erstmal … nichts. Natalie erzählt in der Ich-Form, lässt ihre Kindheitserinnerungen in Rückblenden aufleben. Ich wusste gar nicht wo das Buch hinwollte, es plätscherte über viele Seiten einfach so dahin. Die Erinnerungen wurden häppchenweise erzählt und noch nicht einmal in chronologischer Reihenfolge. Nur die absolute Idylle, die mich ein bisschen an die Waltons erinnerte, wurde immer wieder hervorgehoben. Und dass irgendetwas passieren würde, was diese Waltons-Idylle zerstören würde.


    Ich war schon kurz davor, aufzugeben, da sich das erste Drittel sehr undramatisch in die Länge zog. Aber dann plötzlich ging es Schlag auf Schlag, es wurde richtig tragisch und da verzieh ich der Autorin auch den etwas holprigen Schreibstil. Obwohl mir Natalie im Laufe der Geschichte immer unsympathischer wurde, konnte ich mich nicht mehr losreißen von den Ereignissen, die mich kaum Luft holen ließen.


    Es gipfelte in einem Ende, das mir dann wiederum auch nicht so gut gefallen hat. Es war mir zu vollkommen und zu sehr „Happy End“. Ein paar Ungereimtheiten rundeten das unperfekte Bild dann für mich auch ab. Aber da es der Erstling von Donna Milner ist, kann ich ihr das verzeihen. Denn die Story hat es in sich. Obwohl ich einiges nicht nachvollziehen kann, geht sie unter die Haut und in den Kopf. Ich konnte dieses Buch nicht so einfach zu klappen. Ich dachte die ganze Zeit, was wäre wenn … Und damit hat Donna Milner ihr Ziel, den Leser zum Nachdenken zu bringen, erreicht.


    Fazit: Dramatische Familiengeschichte, die sehr nachdenklich macht und nicht so schnell aus dem Kopf verschwindet.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Intrigen und Leidenschaft


    Ich mag schöne Sprache, aber ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher noch nichts von Shakespeare gelesen habe. Und so bin ich auch ziemlich unvoreingenommen an die Othello-Adaption von Silvia Stolzenburg heran gegangen. Sie hat ihre Geschichte in sehr viele sehr kurze Kapitel unterteilt. So springe ich als Leser immer hin und her zwischen den Orten des Geschehens und ich reise von Venedig nach Zypern und auch nach Konstantinopel. Während Desdemona und ihr heimlich angetrauter Gemahl, der General Christoforo Moro nach Zypern aufbrechen um die Insel vor den osmanischen Angreifern zu verteidigen, verschlägt es die andere „Lagunentochter“ Elissa unfreiwillig von Venedig nach Konstantinopel, wo sie von Piraten an den Sultan Selim II verkauft wird.


    Silvia Stolzenburg zelebriert Sprache und das hat mir sehr gut gefallen. Das ging anfangs vielleicht ein wenig auf Kosten der Spannung, aber das nehme ich gerne in Kauf. Sie hat wunderschöne Sätze kreiert … manchmal musste ich inne halten und langsamer lesen, um die wundervollen Passagen zu genießen.


    Nachdem ich mich an ihre Art zu schreiben gewöhnt hatte, konnte ich eintauchen in eine Geschichte voller Intrigen und Leidenschaft. Der Strang von Elissa war von Anfang sehr tragisch und die Zustände im Harem ließen mich frösteln. Aber auch auf Zypern kam die Dramatik nicht zu kurz, denn der intrigante Major Jago schreckt vor keiner Gemeinheit zurück, um Desdemona und Moro auseinander zu bringen und Unfrieden zu stiften.


    Silvia Stolzenburg kann hervorragend erzählen und da spielt es keine Rolle, ob es sich um eine gefühlvolle Liebesszene, actionreiche Kampfsequenzen oder um eine grauenhafte Folterszene handelt. Sie findet stets die richtigen Worte um zu berühren und … was mir sehr gefallen hat … sie bleibt immer ästhetisch in ihrer Wortwahl. Gerade in Kriegsszenen oder auch bei Folterszenen passieren abscheuliche Dinge, aber diese hat sie gekonnt beschrieben. Im krassen Gegensatz dazu stehen die leidenschaftlichen Szenarien und auch hier hat Silvia Stolzenburg das richtige Fingerspitzengefühl, um solche Szenen nicht kitschig werden zu lassen. Das war für mich ein besonderer Genuss.


    Fazit: Dramatische Intrigen vor historischer Kulisse - ein Buch für Liebhaber schöner Sprache!


    5ratten

    Einfach zauberhaft!


    Der Einstieg in diese zauberhafte Geschichte fiel mir sehr leicht, obwohl ich den ersten Band leider nicht gelesen habe. Ich mag Zeitreiseromane, ist es doch eine faszinierende Vorstellung, in eine andere Zeit zu reisen.


    Eva Völler, die ich bisher aus den Genres Historisch und lustige Frauenbücher kannte, lässt die 19-jährige Anna in der Ich-Form erzählen. Dadurch erlebe ich die Zeitreisen durch ihre Augen. Ich kann mit ihr fiebern und muss so manches Mal über ihren entzückenden Humor und ihre Tollpatschigkeit grinsen. In diesem Band verschlägt es sie nach Paris in das Jahr 1625, wo sie ihrem Freund Sebastiano zur Seite stehen muss, der in der Zeit „festhängt“. Dort begegne ich Kardinal Richelieu, den Musketieren und weiteren historischen Persönlichkeiten.


    Eva Völler versteht es vorzüglich, Vergangenes mit der Gegenwart zu verbinden. Man merkt sofort, dass sie im Genre des historischen Romans zu Hause ist. Sie beschreibt die historischen Schauplätze und Personen so bildhaft und lebendig und gleichzeitig spricht sie durch Anna die Sprache der Jugend. Eine sehr faszinierende Kombination, die diesem Buch einen ganz besonderen Touch verleiht.
    Das Buch ist in 4 Teile unterteilt, die mit feinen Illustrationen verziert sind. Schon nach wenigen Kapiteln wird die Geschichte richtig spannend und ich kann das Buch kaum zur Seite legen. Der flüssige Schreibstil und die stimmige Handlung machen das Lesen zu einem Genuss.


    Spannung, Dramatik und Romantik – ein bezauberndes Buch nicht nur für junge Leser!


    5ratten

    Guten Morgen,


    ich habe seit Anfang 2012 meinen Blog: http://www.eseloehrchen.de/


    Dort findet Ihr ausschließlich Rezensionen zu meinen gelesenen Büchern und Lesungsberichte. Zunächst wollte ich auch über Filme schreiben, aber dazu fehlt mir einfach die Zeit. Ich bin kein Freund von ellenlangen Rezensionen, sondern mag es lieber kurz. Ein Bewertungssystem habe ich auch nicht, allerdings verlinke ich zu Amazon und da habe ich dann schon die entsprechenden Sternchen vergeben :zwinker:

    Ich fand es auch eher mittelmäßig ...


    Perfect world?


    Ein wunderschönes Insel-Paradies hat Rachel Cohn mit Demesne geschaffen. Gesunde Luft, gesundes Wasser, das den Badenden verjüngt, Schokolade ohne Kalorien … um nur einiges aufzuzählen. Aber dieses Paradies ist nur denen vorbehalten, die es sich leisten können. Hier leben nur die Superreichen und die Klone für die Arbeit.


    Elysia ist ein Klon, aber kein Arbeitsklon, sondern ein seltener Teenager-Klon in der Testphase … eben eine Beta-Version. Die Autorin lässt Elysia ihre Geschichte erzählen und so lerne ich alles mit ihren Augen kennen. Ihre Naivität ist zunächst "herzallerliebst". Ich musste oft grinsen, wenn sie nach unbekannten Ausdrücken in ihrer Datenbank sucht. Aber sie lernt schnell und die Schattenseiten des Paradieses bleiben ihr und damit auch mir als Leser nicht lange verborgen.


    Der Schreibstil ist zwar recht angenehm zu lesen, aber ich finde ihn ein wenig unterkühlt und sachlich. Es kommt zunächst nicht viel Atmosphäre auf und auch auf Spannung muss ich streckenweise verzichten. Die Geschichte plätschert so vor sich hin und erst nach ca. 200 Seiten geht es dann allmählich zur Sache. Dann wird es allerdings richtig spannend und fesselnd. Es gibt einige Wendungen, die mich sehr überrascht haben und die Geschichte gipfelt in einem Ende, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe. Ein bisschen Romantik darf natürlich auch nicht fehlen und ein bisschen Gesellschaftskritik peppt die Geschichte einigermaßen auf.


    Aber trotzdem finde ich das Buch eben nur ganz nett und es ist eines von vielen in der Schwemme der Jugend-Dystopien. Ich weiß nicht, ob ich die angekündigte Fortsetzung noch lesen mag. Vielleicht bin ich zu sehr verwöhnt durch die Panem-Trilogie, die für mich bisher unerreicht ist.


    3ratten

    Mitten ins Herz


    Ich bin immer noch hin und weg von dem Buch, es bleibt in meinen Gedanken und es wird einen Platz in meiner ewigen Highlight Liste bekommen.


    Gina Mayer hat ein brisantes Thema zum Mittelpunkt ihres Buches gemacht. Zwei Frauen bauen sich im Nachkriegsdeutschland eine „Existenz“ auf, in dem sie anderen Frauen helfen … sie beenden ungewollte Schwangerschaften.


    Den Schreibstil fand ich anfangs etwas eigenwillig, ein bisschen kalt und distanziert. Aber anders kann man das Elend, den Hunger, den Schutt, die Verzweiflung gar nicht beschreiben. Dachte ich … und war froh über diese Distanz, die mir gewährt wurde.


    Aber das währte nicht lange. Denn ich habe mich sehr schnell an diesen ganz speziellen Stil gewöhnt und ohne viele Worte traf mich Gina Mayer mitten ins Herz. Sie zelebriert Sprache auf eine ganz besondere Art, die sich mir im Laufe des Buches immer mehr erschlossen hat.


    Sie führt mich behutsam durch das zerbombte Düsseldorf, bringt mir ihre Personen ganz langsam nah, die Hebamme Käthe, die bei jedem Abbruch ihre Zweifel hat. Ihre lebensfrohe Freundin Lilo, die trotz ihrer schwierigen und undurchschaubaren Tochter Hilde ihren Lebensmut nicht verliert. Lilos Ehemann Hambach, der nach dem Krieg nur noch ein Wrack ist und natürlich Schimanek, der das KZ überlebt hat. Sie betreten alle nach und nach die „Bühne“ dieser Geschichte und sie alle sind mir nah gekommen.


    Die Geschichte entwickelt sich ganz langsam um Käthe herum, ganz behutsam, so als wollte mir die Autorin nicht zu viel auf einmal zumuten. Und sie ist so kompakt geworden und so rund. Am Ende war ich fast sprachlos, mit vielem hatte ich einfach nicht gerechnet. Ich finde es faszinierend, wenn man ohne viele Worte so viel erzählen kann. Das ist Gina Mayer perfekt gelungen.


    Am Ende war ich dann froh über so viel Nähe, Käthe und Lilo waren mir so vertraut, dass ich sie am liebsten umarmt hätte. Und es ist wieder so ein Buch wie schon die Bücherdiebin, aus dem man ganz viele Sätze einfach aufschreiben möchte …


    Die Geschichte geht unter die Haut, sie berührt, sie macht nachdenklich und sie ist auf ihre ganz eigene Art sehr schön. Am Ende kullerten bei mir die Tränen und ich bin einfach froh, dass ich dieses besondere Buch entdeckt habe.


    5ratten

    Religionskonflikte


    Die Verfolgung und Unterdrückung der moslemischen und jüdischen Bewohner von Granada sind das zentrale Thema in dem neuen historischen Roman von Lea Korte. Sie erzählt die Geschichte ihrer Heldin Zahra weiter. Zahra hat sich sehr verändert, sie ist reifer geworden, hat sie doch jetzt die Verantwortung für ihre große Familie. Die unbeschwerten und rebellischen Tage sind längst Vergangenheit.


    Es ist bereits mein zweites Buch von Lea Korte und ich finde es sehr faszinierend wie sie Fiktion und Wirklichkeit miteinander verbindet. Im Personenverzeichnis am Anfang des Buches kann man genau nachlesen, welche Personen aus ihrem Roman tatsächlich gelebt haben. Sie schreibt sehr lebendig, ein kurzes Vorwort und schon ist man gefesselt von der spannenden Handlung.


    Ich finde, Lea Korte ist noch besser geworden, sie schreibt noch intensiver und fesselnder. Sowohl die „actionreichen“ Szenen als auch die ruhigen Momente hat sie mir sehr nahe gebracht. Die Religionskonflikte und vor allem das Wissen, dass die Autorin tatsächlich Geschehenes beschreibt, das geht schon sehr unter die Haut und ließ mich streckenweise schaudern. Da in Zahras Haushalt neben Mauren auch Christen und Juden vertreten sind, erfahre ich die Repressalien gegen die Andersgläubigen durch die Christen hautnah.
    Besonders der Konflikt zwischen Zahra und Jaime, der für die Christen arbeitet, wird so gut dargestellt. Das Leid und die Unterdrückung verändern die Menschen und das wird am Beispiel von Zahra sehr deutlich. An ihr hat Lea Korte sehr anschaulich gezeigt, was die Veränderungen, die im Land und vor allem in Granada statt finden, aus einem Menschen machen können. Auch wenn ich mit Zahra nicht immer einer Meinung bin und ich ihr Verhalten oftmals nicht nachvollziehen kann, geht mir das Schicksal dieser einst so starken Frau und ihrer buntgemischten Familie doch sehr nah. Die historischen Ereignisse, die Lea sehr geschickt in ihren Roman eingebaut hat, machen mich streckenweise fassungslos.


    Lea Korte hat mir wieder ein Stück Geschichte nahe gebracht, das mir gar nicht so bewusst war und das auf eine sehr fesselnde und emotionale Art und Weise.


    5ratten

    Temporeicher Nervenkitzel


    Ich war so gespannt auf diesen Thriller und vor allem: Kann Jenk Saborowski meine hohen Erwartungen erfüllen, die ich nach Operation Blackmail hatte? Eindeutig ja, er hat sie sogar noch übertroffen!


    Wieder hat er sich einen sehr interessanten Plot ausgedacht, der mich frösteln ließ. Denn warum sollte nicht genau so etwas tatsächlich passieren? Er trifft den Nerv der Zeit, Atomenergie ist wieder einmal in die Kritik geraten und genau hier setzt er an. Das Biest stellt er schon im Prolog vor und ich hatte die ganze Zeit im Hinterkopf, wie brutal und skrupellos er ist.


    Sehr temporeich führt Jenk Saborowski mich quer durch Europa. Viele kurze Kapitel mit Zeitangaben – was ich persönlich sehr mag – steigern die Spannung und auch mit Cliffhangern geizt er nicht.


    Wieder brilliert er mit einem sehr dichten und temporeichen Schreibstil, der mich zwingt, genau hinzuschauen und der mich kaum Luft holen lässt … atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes und da ist kein Wort zu viel.


    Wilde Verfolgungsjagden, internationale Schauplätze, ausgefeilte und gut erklärte Technik und ein Erzählstil, der mich eins werden lässt mit dieser actionreichen Geschichte … genau so liebe ich Thriller. Und … ich liebe Solveigh Lang. Mit Slang hat Jenk Saborowski eine Figur geschaffen, die ich bewundere. Fand ich sie im ersten Teil einfach nur cool, so ist sie mir in diesem Buch sehr sehr nah gekommen. Jenk Saborowski hat in dieser Story eine andere Seite von ihr gezeigt und diese Seite rundet ihr Bild ab.


    Meine Empfehlung für schlaflose Nächte, denn die sind bei diesem atemberaubenden Thriller garantiert!


    5ratten

    Nur dadurch lebt der Mensch …


    Die scheinbare Idylle in dem kleinen Spreewalddorf Finkenwerda findet ein jähes Ende, als die 16-jährige Lisa plötzlich verschwindet. Aus dem Wochenendtrip nach Berlin wird ein Trip durch die Hölle. Bewahrheitet sich der Verdacht von Ex-Kommissar Alex Lindner? Ist die Bestie zurück?


    Der Aufkleber auf dem Cover verspricht Gänsehaut auch bei 35 Grad und dem kann ich nicht widersprechen. Schon der Prolog lässt mich frösteln und das liegt nicht nur an den gruseligen Szenen im Wald. Anfangs nimmt der Autor mich an die Hand und führt mich langsam in die Geschichte ein. Ich lerne die einzelnen Figuren kennen, die sehr authentisch dargestellt werden. Ein bisschen „Dorfidylle“, ein bisschen alltägliches Geplänkel … und die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, das ist nur die Ruhe vor dem Sturm …


    Nicht nur die Mutter von Lisa wird sehr glaubhaft gezeichnet. Ich kann als Leser ihre Ängste so gut nachempfinden und das lässt mich manchmal mehr schaudern als elkige Trash-Szenen, auf die Martin Krist erfreulicherweise verzichtet hat. Auch ihr irrationales Verhalten hat genau den Punkt getroffen. Ich fand alle Charaktere sehr glaubhaft, den etwas sonderbaren kleinen Sam, den Ex-Kommissar Alex Lindner und seine Kumpel, um nur einige zu nennen.


    Lebendige Dialoge wechseln sich ab mit geheimnisvollen Passagen. Ein Strang spielt in der Vergangenheit und spült immer weiter die Wahrheit an die Oberfläche. Die Übergänge sind teilweise so exzellent wie ich sie seit dem Film „Highlander“ liebe. Auch überschneiden sich Handlungsstränge bzw. Perspektiven. Dieses Stilmittel kannte ich bisher nur aus Filmen und finde es genial. Falsche Fährten, brillant aufgebaute kurze Kapitel und sehr viele Cliffhanger haben mich immer weiter durch das Buch gejagt. Zum Ende hin war der Nervenkitzel kaum noch auszuhalten.


    Und dann dieses Lied aus der Dreigroschenoper … „Nur dadurch lebt der Mensch, dass er so gründlich vergessen kann, dass er ein Mensch doch ist“ … zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und hat daher eine sehr besondere gruselige Hauptrolle bekommen.


    Martin Krist hat mich mit der atemberaubenden und intelligent aufgebauten Story überzeugt und mich mit seinem brillanten Schreibstil extrem gefesselt. Dieses Buch hat gute Chancen, mein Thrillerhighlight in diesem Jahr zu werden.


    5ratten

    Spannende Milieustudie


    Eine Winternacht in Schottland, ein Mord. Die Polizei tappt im Dunkeln, bis eine junge Frau ihren Ex-Freund Sean der Tat beschuldigt. Aber Sean Butler ist vor sieben Jahren spurlos verschwunden …


    Zoe Beck hat ein gutes Gespür für die zwischenmenschlichen Feinheiten, die sie mir sehr authentisch nahe bringt. Wieder gibt es zwei Stränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Sie spielen auf zwei verschiedenen Zeitebenen und der Strang in der Vergangenheit wird in Tagebuchform erzählt.


    Das passiert so authentisch, dass ich wirklich das Gefühl habe, ein Tagebuch zu lesen, ganz nah dran bin und in die Gefühlswelt von Pippa eindringe. Sie ist verzweifelt, denn ihre große Liebe verschwindet plötzlich. Sie versucht, mit ihren Tagebucheinträgen diese persönliche Tragödie zu verarbeiten. Sie schreibt so offen über ihre Gefühle und Ängste, man möchte sie in den Arm nehmen und trösten und dann wieder wach rütteln. Es ist Pippas Buch, denn ihre Tagebucheinträge dominieren dieses Buch, tragen mich immer weiter durch die Geschichte.


    Gleichzeitig kann ich in der Gegenwart die Suche nach dem Mörder von Lillian Darney verfolgen. Hier begegnen mir sehr interessante Charaktere mit Psychosen und Macken, allen voran Cedric Darney, der Stiefsohn von Lillian. Die Dialoge sind sehr authentisch, so wie ich es von Zoe Beck gewohnt bin.


    Ich weiß natürlich, dass die beiden Stränge sich irgendwann zusammenfügen werden, aber ich bin lange Zeit im Dunkeln getappt. Die Auflösung ist ziemlich unspektakulär und gerade deshalb so gut. Es macht die Geschichte rund und passt so gut zu diesem ruhigen Buch, das mit fein dosierter und hintergründiger Spannung unterhält.


    Ich mag den ganz eigenen, ja fast schon eigenwilligen Schreibstil von Zoe Beck und empfehle dieses Buch allen Liebhabern der leisen Töne und hintergründigen Spannung. Denn dieses Buch ist kein Thriller im herkömmlichen Stil, nein, es ist eher spannende Milieustudie.


    4ratten

    Alle machen Fehler …


    Zwei junge Frauen werden kurz hintereinander vergewaltigt. Sie haben eine Gemeinsamkeit: die Vorliebe für teure Designer-Schuhe, die sie kurz vorher gekauft haben. Detective Roy Grace wird stutzig … ist der „Schuh-Dieb“ zurück, der 1997 die Frauen in Brighton in Angst und Schrecken versetzte?


    Es bereits das 6. Buch, in dem Detective Roy Grace die Hauptrolle spielt, aber es ist mein erstes Buch von Peter James. Das war aber überhaupt nicht schlimm, denn Roy Grace wird mir nach und nach „vorgestellt“ und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt. Das war für mich ein großer Pluspunkt.


    Der Plot klingt wahnsinnig spannend und die ersten Kapitel haben mich auch sehr gefesselt. Nicht nur mehrere Handlungsstränge, zwei Zeitebenen und ziemlich kurze Kapitel sorgen für Spannung. Peter James erzeugt diese Spannung auf eine ganz besondere, zum Glück unblutige Art. Die ersten Sätze haben mir totale Gänsehaut gemacht … denn wir alle machen Fehler und manche können tödlich enden. Das war schon ziemlich genial.


    Peter James schreibt sehr lebendig, geizt nicht mit zeitgemäßen Dialogen. Er verwirrt mich mit mehreren möglichen Tätern, was mir anfangs gefallen hat. Der in der Vergangenheit angesiedelte Strang, der mir am besten gefallen hat, sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel. Der Autor hat mich ganz schön an der Nase herum geführt. Ich hatte lange keine Ahnung, wer von den „Verdächtigen“ der Täter sein könnte.


    Aber dann flacht die Geschichte leider etwas ab, die Spannung verliert sich in den Längen, die zwischendurch immer wieder den Lesefluss stören. Einige Dinge erscheinen mir unschlüssig, manche Ansatzpunkte werden nicht weiter geführt. Die Auflösung war für mich ziemlich überraschend. Aber das Ende hat mich nicht vollständig zufrieden gestellt. Ich persönlich mag es nicht, wenn noch einige Fragen offen bleiben.


    Alles in allem ein gut lesbarer Thriller, der leider zum Ende hin schwächelt.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Pearl und das Poet´s Cottage


    Sadie zieht mit ihrer magersüchtigen Tochter Betty von Sydney in das tasmanische Dorf Pencubitt. Dort möchte sie nach ihrer Scheidung einen Neuanfang wagen … im Poet´s Cottage, wo ihre Großmutter Pearl vor vielen Jahren ermordet wurde.


    Das Buch beginnt mit einem schönen Zitat von William Morris und einem Prolog, der mich sehr gut auf das Buch eingestimmt hat. Er handelt von Pearls Todestag und darum dreht sich auch die ganze Geschichte. Sie wird auf zwei Zeitebenen erzählt und gleichzeitig mit Sadie lüfte ich immer mehr das Geheimnis um Pearl und deren Leben. Die Übergänge von Gegenwart und Vergangenheit finde ich sehr gut gelöst, wobei die Vergangenheit etwas einseitig aus der Sicht von Birdie, Pearls Freundin und Konkurrentin, in Form eines eigenen Buches, der Netzespinnerin, erzählt wird.


    Die Hauptrollen in diesem wunderschön gestalteten Buch spielen das Poet´s Cottage mit seinen vielen Geheimnissen und natürlich Pearl, die dem Dorf mit ihrer Extravaganz einen zweifelhaften Glanz verliehen hat. Pearl konnte ich mir sehr gut vorstellen, während alle anderen „Statisten“ doch etwas blass blieben. Es waren sehr interessante Charaktere dabei, aber sie spielten leider nur Nebenrollen. Es wurden viele Konflikte angesprochen, das komplizierte Verhältnis von Pearl zu ihren Töchtern und ihrem Ehemann, ihre Stellung im Dorf. Auch in der Gegenwart hat Sadie Probleme mit ihrer Tochter und die für mich sehr interessante Thomasina (Sadies Tante) trat nur selten in Erscheinung.


    Die Idee zu dem Buch gefiel mir sehr gut, ich mag es, alte Familiengeheimnisse aufzudecken. Aber leider konnte mich diese Geschichte trotz des sehr flüssigen und angenehmen Schreibstils nicht durchgehend fesseln. Ich musste immer wieder Lesepausen einlegen. Ich fand die Geschichte zu langsam erzählt. Ich war so neugierig, was damals passiert ist, aber dann wurde viel zu viel Drumherum erzählt und ich trat als Leser sehr oft auf der Stelle. Es waren viele gute Ansätze da und dadurch baute sich immer wieder Spannung auf. Aber am Ende blieb nicht viel davon übrig. Die Auflösung gefiel mir nicht, sie war mir zu unspektakulär und ich hatte die ganze Zeit auf etwas gewartet, das dann nicht passierte.


    Fazit: Ein nettes Buch in wunderschöner Aufmachung, das seine Geschichte leider etwas zu oberflächlich erzählt.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus: