Beiträge von nirak

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Stimmiger Abschluss einer wundervollen Familien-Saga


    Katharina in Berlin will endlich Ärztin werden, als das Schicksal grausam zuschlägt. Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr so, wie es mal war. Auf Gut Greifenau in Hinterpommern kommen ebenfalls schwere Zeiten zu. Die politische Lage ist alles andere als rosig zu nennen, zu Beginn der 30er-Jahre. Konstantin versucht alles, um das Gut am Laufen zu halten und schlägt dabei eine politische Richtung ein, die Rebecca so gar nicht gefällt. Auch die Dienstboten des Gutes haben so manche Hürde zu überwinden. Bertha ist plötzlich wieder da und sie kommt nicht allein und auch das Geheimnis von Albert droht entdeckt zu werden. Alle Bewohner von Gut Greifenau haben schwere Zeiten durchzustehen, werden sie ihre Wege finden? Gibt es eine Zukunft?


    Dies ist nun endgültig der Abschied von Gut Greifenau, denn dieser 6. Band „Sternenwende“ ist der Schlussakkord. Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut und war schon nach den ersten Seiten wieder auf dem Gut angekommen. Ein bisschen war es wie nach-Hause-kommen. Die Geschichte rund um die Bewohner dieses Betriebes in Hinterpommern hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren, im Gegenteil. Das Buch war in kürzester Zeit ausgelesen. Dabei sind mir alle Protagonisten ans Leseherz gewachsen, egal ob auf dem Lande oder in Berlin. Jeder einzelne Charakter hatte so viel zu erzählen, dass es schwerfiel, sie zu verlassen und sei es auch nur, um die Geschichte der jeweils anderen Protagonisten zu lesen.


    Hanna Caspian schildert zudem die politischen Ereignisse so anschaulich, dass sie leicht zu verstehen waren. Der historische Hintergrund hat sich wunderbar mit der fiktiven Geschichte verwoben. Dabei hat es die Autorin geschickt verstanden, ihren Charakteren noch mehr Leben zu geben. Die Geschichte war durchweg spannend und authentisch. Auch wenn ihre Familie von Auwitz-Aarhayn fiktiv ist, so oder ähnlich könnten sich Familienschicksale in dieser Zeit zugetragen haben. Vor allem die Rolle der Frauen hat Frau Caspian gekonnt geschildert. Man kann sich wunderbar in diese Charaktere hineinfühlen. Auch spielt es dabei keine Rolle, ob es sich jetzt um die Damen der höheren Gesellschaft handelte, oder um die Gefühle und Welt von zum Beispiel dem Stubenmädchen Wiebke. Gerade diese Vielschichtigkeit hat mir an dieser Geschichte so gut gefallen. Es war abwechslungsreich und dadurch auch spannend.


    Mir hat es Spaß gemacht, diesen Teil zu lesen, auch wenn ich etwas traurig bin, da es nun Abschied nehmen heißt von der Familie von Auwitz-Aarhayn und allen Protagonisten, die dazu gehören. In ihrem Nachwort klärt die Autorin, warum sie ihre Geschichte an diesem Punkt enden lässt und ich kann dies gut nachvollziehen.


    Fazit:


    „Sternenwende“ ist ein wundervoller Abschluss einer großen Familiensaga. Ich habe alle 6 Bände sehr gern gelesen und konnte abtauchen in die Welt des Adels, genauso wie in die Dienstbotenetage, habe von ihren Sorgen und Nöten gelesen, mit ihnen gelacht und gelitten, mitgefiebert und gebangt. Kurzum, es war ein Lesevergnügen, diese Reihe zu lesen. Etwas Wehmut bleibt, da es nun zu Ende ist.


    5ratten

    Kriminalpolizei im 19. Jahrhundert


    Als Student hat Wilhelm von der Heyden sich in Berlin eingerichtet. Er wohnt zur Untermiete bei einer Witwe, seine Tage sind erfühlt von Gleichmäßigkeit. Doch dann erschüttert eine Explosion die Straße. In der Wohnung ihm gegenüber ist dieses Unglück geschehen. Eine Frau wurde dabei aus dem Fenster geschleudert, sie hängt nun leblos am Gartenzaun. Wilhelm eilt zum Ort des Geschehens, um zu helfen. Schnell entdeckt er Dinge, die ihm seltsam vorkommen. Der zuständige Wachtmeister allerdings fällt sein eigens Urteil, ohne auf jemanden zu hören. Anders hingegen der Chef der Kriminalpolizei, dieser findet die Argumente von Wilhelm interessant und fordert ihn auf, sich an der Aufklärung zu beteiligen. Für Wilhelm beginnt eine interessante Zeit an der Seite der noch jungen Kriminalpolizei Berlins.


    Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Polizeiarbeit in Berlin noch gar nicht so einfach. Die Art und Weise, wie man seine Ermittlungen führen darf, wollen gut durchdacht sein. Wilhelm von der Heyden findet trotzdem schnell gefallen an der Sache, obwohl seine Familie eigentlich einen anderen Berufsplan für ihn vorgesehen hatte, beschließt er, diesen Fall zu lösen. Seine Ermittlungen führen ihn in die Oberschicht und gleichzeitig konfrontieren sie ihn mit seiner eigenen Vergangenheit. Mir hat gut gefallen, wie der Autor hier die Auflösung der Tat schildert und gleichzeitig Einblicke in das Leben von Wilhelm von der Heyden gewährt.


    Der junge Mann löst ja nicht nur einfach diesen Fall, sondern hat selbst noch so einiges zu bewältigen, dies alles schildert Ralph Knobelsdorf ausführlich. Ebenso wie den politischen Hintergrund dieser Jahre. Allerdings war es an manchen Stellen auch schon etwas zu ausschweifend, vor allem, wenn Wilhelm auf bekannte Protagonisten, wie zum Beispiel Otto von Bismarck traf und diese ausführlich die politische Lage schilderten. An diesen Stellen hätte es gern etwas weniger ausführlich sein dürfen, wobei das gesamte politische Bild dieser Zeit dadurch näher gebracht wurde.


    Dem Autor sind seine Charaktere wunderbar gelungen. Gerade die Menschen rund um Wilhelm machen die Geschichte zu einem Lesevergnügen. Seine Wirtin zum Beispiel ist so ein herzlicher Charakter, der mir gut gefallen hat oder sein Freund, der ihm auch hilfreich zur Seite steht, hat mir gut gefallen. Diese Mischung aus historischem Roman und Krimi fand ich gut. Nicht nur, dass sich der Fall so nach und nach klärt, auch der historische Hintergrund wird gut beleuchtet und das Privatleben der Protagonisten kommt auch nicht zu kurz.


    Ein ausführliches Nachwort, welches Fiktion und Wahrheit trennt, beendet diesen Krimi dann und war auch noch mal sehr informativ. Ich lese so ein Nachwort immer sehr gern am Ende.



    Fazit:


    Dem Autor Ralph Knobelsdorf ist mit diesem historischen Kriminalroman sein Debüt gelungen. Mir hat „Des Kummers Nacht“ gut gefallen und ich bin gespannt, wie es mit Wilhelm von der Heyden weitergeht. Nicht nur der Kriminalfall war interessant, sondern auch das Leben dieses jungen Adligen hat einiges Geheimnisvolles zu bieten.


    4ratten

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    Zwei junge Menschen in Singapur


    Journalistin möchte Franzi werden und sie ist bereit, dafür alles zu tun. Auch Finn will es in diesem Beruf zu etwas bringen. Doch dann werden beide von einer wichtigen Journalistenschule abgelehnt. Enttäuscht verlassen sie gemeinsam Europa. Finn hatte die Idee, nach Australien zu gehen und dort ihr Glück zu versuchen. Ihre Reise führt sie über Singapur. Ab jetzt läuft einfach alles schief, Finn wird wegen Drogenbesitzes zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und Franzi ist auf sich allein gestellt. Sie findet schließlich Unterschlupf in einem Missionarsheim. Hier lernt sie Sara Smit kennen. Die alte Dame verbirgt ein Geheimnis und bittet ausgerechnet Franzi, ihr zu helfen, in ihren Heimatort zurückzukehren. Vor 70 Jahren musste Sara Malaysia verlassen und sehnt sich seit dem nach diesem Ort ihrer Kindheit zurück.


    „Majulah! Gestrandet in Singapur“ erzählt zunächst die Geschichte von Franzi und Finn, wie sie sich gemeinsam auf den Weg machen. Die beiden jungen Leute kennen sich erst kurz, doch Franzi ist überzeugt davon, es wird funktionieren. Als sie dann in Singapur getrennt werden, wird es für beide schwer. Die Autorin trennt nun die Handlungsstränge der beiden und erzählt mal von Franzi und mal von Finn. Es ist ihr dabei gelungen, eine gute Geschichte zu erzählen. Auch wenn die beiden jetzt unterschiedliche Wege gehen, sind sie irgendwie doch immer zusammen. Die Gedanken des jeweils anderen wandern immer wieder zu dem verlorenen Partner und die Frage, was wohl der andere gerade macht und ob er oder sie zurechtkommen, ist immer mit dabei.


    Franzi erlebt nicht einfach nur das technisch gut organisierte Singapur, sondern sie lernt Menschen kennen, die eine Geschichte zu erzählen haben. „Majulah“ spielt zwar im Jahre 2020, aber auch ein Ereignis ,welches 70 Jahre zurückliegt und mit Sara Smit zusammenhängt, wird anschaulich erzählt. So wie sich die Ereignisse so nach und nach Franzi erschließen, erlebt auch der Leser die Geschichte von Sara. Eigentlich lese ich nicht unbedingt Jugendbücher, aber dieses Buch war wirklich interessant. Die Geschichte rund um Sara Smit fand ich fesselnd. Auch wie es der Autorin gelungen ist, Finn in diese Geschichte mit einzubinden, hat mir gut gefallen.


    Der Erzählstil von Silke Tobeler ist angenehm leicht zu lesen. Sie erzählt leicht und locker und schildert trotzdem facettenreich ihre Geschichte. Scheinbar spielend schildert sie die Protagonisten in dieser riesigen Stadt. Sie lässt die Menschen dabei lebendig werden und gleichzeitig schafft sie es zu erzählen, wo die Unterschiede zu Europa liegen. Man fiebert automatisch mit Franzi mit und fragt sich gleichzeitig, ob Finn wieder frei kommen wird.


    Fazit:


    „Majulah! Gestrandet in Singapur“ ist ein unterhaltsamer Roman der Gegenwart mit spannenden Protagonisten. Erzählt wird eine Geschichte von Liebe und Vertrauen, aber auch von Hass und Gewalt und genauso auch von Vergebung und Verzeihen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und eine interessante Geschichte gelesen.


    4ratten

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    Das Leben in Hamburg, als es schwerer nicht sein konnte


    Ella ist jung und hat ihre eigenen Pläne. Sie möchte studieren und Ärztin werden, aber erst muss der Bruder seinen beruflichen Werdegang fortsetzen. Ella muss die Familie finanziell unterstützen. Für sie heißt es nun erst mal die Ausbildung zur Krankenschwester machen und somit Geld verdienen. Schon ihre Mutter hat als Krankenschwester in Hamburg gearbeitet. Doch Ella will mehr. Aber dann ergreifen die Nazis die Macht und einem Studium ist sie entfernter den je, ihr Antrag auf einen Studienplatz wird abgelehnt. Die Familie hat aber auch noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen und der jüngste Sohn Fredi versucht alles, um die Familie vor Schaden zu bewahren. Er arbeitet bei der Mordkommission in Hamburg und ist dabei, Karriere zu machen. An der Gestapo kommt er dabei nicht vorbei. Fredi beginnt seine ganz eigenen Pläne zu schmieden und in die Tat ums zusetzten.


    Dieser dritte Teil von „Die Hafenschwester“ beginnt im Jahre 1923 und erzählt von der Inflation und der ganzen Situation in Hamburg und im Rest von Deutschland. Das Buch erzählt aber auch die Geschichte der Krankenschwester Martha und ihrer Familie weiter. Eindrucksvoll schildert die Autorin Melanie Metzenthin von den Ereignissen dieser Zeit. Das Leben der Menschen wird lebendig. Gerade für die Frauen bringen die 20er-Jahre so viel Freiheit. Die Hoffnung auf ein gleichberechtigtes Leben mit den Männern ist gegenwärtig. Für Ella ist es eine Katastrophe, dass die finanzielle Lage der Familie es ihr unmöglich macht, ihren Traum zu leben. Mir haben diese Schilderung gut gefallen. Ich konnte durchaus mit Ella mitfühlen, aber auch die andere Seite ihrer Brüder verstehen und nachvollziehen. Die Autorin hat es gut verstanden, das Leben in dieser Zeit zu schildern.


    Dann geht es im zweiten Teil weiter mit dem Dritten Reich und das Leben wird schwerer. Auch hier schildert die Autorin glaubwürdig von dem Leben in dieser Zeit. Ihre Protagonisten haben einiges zu bewältigen und das Schicksal macht auch nicht vor ihnen halt. Die Jahre des Krieges werden ebenfalls noch geschildert und wecken Emotionen. Überhaupt konnte mich Melanie Metzenthin mit diesem dritten Band von „Die Hafenschwester“ fesseln. Ich habe die 700 Seiten in nur wenigen Tagen gelesen und mochte das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen. Sie hat ihren Charakteren Leben eingehaucht und mich als Leserin an dem Leben ihrer Protagonisten teilhaben lassen.


    Zudem ist der historische Hintergrund gut in Szene gesetzt worden. Die Schilderungen der Ereignisse sind der Autorin wirklich gut gelungen. Es ist deutlich zu spüren, wie intensiv Melanie Metzenthin sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Diesen schweren Hintergrund dann mit ihrer fiktiven Geschichte der Krankenschwester Martha und ihre Familie zu verbinden, ist ihr gelungen. In ihrem Nachwort klärt sie noch einmal Fiktion und Wahrheit und erzählt davon, wie sie zu dieser Geschichte von Martha gekommen ist.


    Fazit:


    „Als wir an die Zukunft glaubten“ ist ein gelungener Abschluss dieser einfühlsamen Trilogie. Das Leben von Martha und ihrer Familie hat mich einige Zeit lang begleitet und es hat Spaß gemacht von ihrem Leben, ihren Wünschen und Träumen und von ihrer Familie zu lesen. Auch wenn die Zeiten für sie nicht immer einfach waren, waren sie doch wunderbar zu lesen.


    5ratten

    Das Ende einer Familiengeschichte


    Luise hat ihr Ziel erreicht und ist sicher in Kamerun eingetroffen.

    Sie hofft hier Ruhe zu finden, aber diese Ruhe ist ihr nicht wirklich vergönnt. Das Leben auf der Plantage erweist sich als schwieriger wie gedacht und dann erreichen sie beunruhigende Nachrichten aus Hamburg. Ihre Scheidung verläuft nicht so, wie sie und ihre Familie sich das vorgestellt haben. Hans, ihr Ehemann, hat seine ganz eigenen Pläne. Luise muss wählen zwischen der Freiheit Kameruns und dem Wohl der Familie, wie wird sie sich entscheiden und die wohl noch wichtigere Frage, wie wird ihr Leben weiter verlaufen?


    Dies ist nun der 8. Band von „Die Hansen-Saga“ und damit auch der letzte Teil. Ich war gespannt, wie das Leben von Luise weiter verlaufen würde, nachdem sie einige Schicksalsschläge zu verkraften hatte. Ellin Carsta hat es durchaus verstanden, davon zu erzählen, wie die Geschichte weitergeht. Das Leben der Hansens wird auch in diesem Teil nicht langweilig. Einige lose Fäden aus den Vorgängern werden nun beendet, einiges erklärt sich aber nicht alles wird bis ins letzte Detail erzählt. Die Familie ist groß und wächst weiter, sie wird auch in Zukunft ihr Leben in die Hand nehmen müssen. Ellin Carsta hat nicht alles, was das Leben dieser Familie betrifft, bis zum Ende erzählt, so bleibt noch ein wenig für die Fantasie der Leserschaft übrig, was mir gut gefallen hat. Die wichtigsten Details werden aber schon zu Ende gebracht.


    Wobei ich durchaus gestehen muss, dass das Ende nicht ganz mein Fall war. Ich meine damit nicht, dass es vielleicht vorhersehbar war, sondern eher wie es eben geendet hat, für meinen Geschmack war es zu sehr romantisch und auch nicht wirklich zu Ende.


    Der Erzählstil von Ellin Carsta ist auch hier locker und leicht zu lesen. Die Autorin bleibt sich in diesem Punkt treu, die Seiten blättern sich quasi von allein. Der historische Hintergrund ist nach wie vor glaubhaft und erzählt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier wird auch deutlich, dass das Leben nicht für alle gleich war. Gerade Hamza in Kamerun hat so einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Aber überwiegend wird davon geschildert, wie das Leben für Frauen sich in dieser Zeit gestaltet hat. Im Fokus steht aber immer das Leben von Luise und ihrer Familie.


    Fazit:


    Das Ende dieser Saga führt das fort, was die Autorin die gesamte Reihe über geschildert hat. Das Leben einer Frau, die weiß, was sie will und lernt, sich durchzusetzen. Zudem hat sie es verstanden, die losen Fäden der Vorgänger mit einzubinden und einiges zu klären, dabei hat sie die Weichen dafür gestellt, dass die Familie weiterleben kann und ihre eigenen Abenteuer zu bestehen hat. Das Ende war mir zwar zu seltsam, aber irgendwie musste es eben enden. Ich habe diese Saga gern gelesen und mich dabei gut Unterhalten gefühlt.


    4ratten

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    Gelungene Fortsetzung


    Marie hat sich in ihrem Dorf der Glasmacher einen Namen gemacht. Allgemein gilt sie als die Nachfolgerin ihres Onkels als Aschenbrennerin. Sie liebt ihre Arbeit und ihre Freiheit. Doch dann liegt der Onkel plötzlich im Sterben und auf dem Totenbett nimmt er der Nichte das Versprechen ab, sein Lebenswerk fortzuführen. Von einer seltsamen Rezeptur für die Glasherstellung ist die Rede. Aber wovon hat der Onkel gesprochen? Und hat diese Rezeptur etwas mit dem plötzlichen Tod des Meisters zu tun? Viele Fragen, auf die Marie eine Antwort will. Sie macht sich auf die Suche nach den Zutaten und der Rezeptur und gerät dabei selbst in Gefahr.


    Birgit Hermann erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die selbstständig arbeiten und leben will. Die Geschichte der Aschenbrennerin spielt Anfang des 18. Jahrhunderts im Schwarzwald in der Nähe von St. Gallen. Anschaulich schildert die Autorin von dem Leben der Glasmacher in dieser Zeit. Sie gibt spannende Einblicke in die Zusammenhänge und Lebensumstände der Menschen in dieser Region. Das Kloster St. Gallen hatte großen Einfluss auf die Glasherstellung im Schwarzwald. Die Belange des Klosters und die Absichten des Abtes werden beschrieben, auch die Zusammenhänge und vor allem die Abhängigkeit zum Kloster werden anschaulich erläutert und sind dabei wunderbar mit der eigentlichen Handlung verflochten.


    Das Hauptaugenmerk liegt dann aber doch bei Marie und ihrer Suche nach der Rezeptur. Es hat mir gut gefallen, wie die junge Frau sich auf die Reise begibt und versucht alles herauszufinden, was es über dieses Geheimnis zu wissen gibt. Sie hat dabei einiges durchzustehen und ist auf Hilfe angewiesen. Diese kommt dann auch von einer eher unerwarteten Seite. Ihre Suche führt sie durch einen Teil des Schwarzwaldes und dabei hat sie nicht nur mit den Menschen zu kämpfen, sondern auch mit den Naturgewalten. Die Autorin hat es gekonnt verstanden, die jeweiligen Situationen lebensecht zu beschreiben. Ich konnte intensiv mit Marie mitfühlen und habe ihre Verzweiflung so manches Mal deutlich gespürt. Wie in einem Krimi versucht die junge Frau die Rezeptur und die Zutaten zu finden und zu verstehen, was eigentlich passiert ist.


    „Die Aschenbrennerin“ ist bereits der zweite Band über Marie und ihre Mitmenschen aus dem Glasmacherdorf in Äule. Im ersten Teil mit dem Titel „Die Glasmacherin“ lernt man Marie und ihre Familie kennen und erfährt, wie sie zu dem Beruf gekommen ist. Dieser Teil setzt jetzt einige Zeit nach dem ersten Band ein und erzählt die Geschichte von Marie weiter. Eigentlich kann man die Bücher aber durchaus unabhängig voneinander lesen. In diesem Teil gibt es einige Rückblenden, die für den nötigen Überblick sorgen. Aber die Geschichte von Marie macht schon etwas mehr Spaß, wenn man sie ganz liest, so jedenfalls mein Leseeindruck.


    Fazit:


    „Die Aschenbrennerin“ ist eine gelungene Fortsetzung und erzählt eine spannende Geschichte aus dem 18. Jahrhundert aus dem Schwarzwald. Ich hatte spannende Lesestunden mit Marie und ihrer Familie. Zudem hat es interessante Einblicke in die Herstellung von Glas aus diese Epoche gegeben. Die intensive Recherchearbeit, die die Autorin im Vorfeld geleistet haben muss, ist deutlich zu spüren beim Lesen. Ich fand diesen historischen Roman nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich und spannend.


    5ratten

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    Nur wenige Tage im Jahre 1096


    Rabbi Chaim und der Domdekan Raimund stehen sich freundschaftlich gegenüber. Gemeinsam versuchen sie die Psalmen zu übersetzten. Doch die Zeiten sind schlecht, ein großes Kreuzfahrerheer nähert sich der Stadt. In Worms und Speyer waren die Kreuzfahrer schon und haben Schaden angerichtet. Angeführt werden die Menschen von einem Priester, den alle nur als Rotkutte bezeichnen. Jetzt stehen sie vor Mains und wollen die Juden vernichten. Tod oder Taufe ist ihr Motto. Der Domdekan und auch der Rabbi versuchen alles, um ein Blutvergießen zu verhindern, aber ihre Chancen stehen denkbar schlecht in diesem Jahr 1096.


    In diesem historischen Roman erzählt der Autor Jakob Matthiessen von den Ereignissen aus dem Jahr 1096 in Mainz. Zunächst schildert er das tägliche Leben der Menschen in der Stadt und auch im Umland. Alles liest sich harmlos. Die Stimmung im Buch ist positiv. Man bekommt einen schönen Eindruck dieser Zeit. Da war zum Beispiel der Bauernjunge, der sein Feld gepflügt hat und dann eine große Menschenansammlung zu sehen bekommt. Der Junge sieht diese Menschen und sieht nur die Freiheit, die sie haben. Matthiessen erzählt, wie gerade dieser Junge sozusagen eingefangen wird und sich dem Kreuzzug anschließt. Stellvertretend erlebt er nun, was es heißt, sich solch einem Heer anzuschließen. Anfänglich ist es vergnüglich, aber später bekommt er dann zu spüren, dass viel mehr dahinter steckt.


    Dann wieder schildert Matthiessen von der Gemeinde in Mainz, die offenbar gut miteinander auskommt und der Glaube scheint keine Rolle zu spielen, aber schnell wird klar, dieser Eindruck ist nur oberflächlich.


    Anschließend wechselt die Stimmung im Buch, denn unaufhaltsam kommt das Verderben näher. Anschaulich erzählt der Autor von diesen Ereignissen. Er lässt dabei nichts aus und schildert die Geschehnisse akribisch. Auch wenn dieser Teil schwer zu lesen war, weil er an Grausamkeit kaum zu überbieten ist, war er doch auch gleichzeitig informativ und vor allem wichtig.


    Auf den letzten Seiten dann macht der Autor einen kleinen Zeitsprung und erzählt rückblickend von den Geschehnissen und gleichzeitig davon, wer überlebt hat und wie diese Protagonisten mit der Katastrophe umgegangen sind. Diese Seiten lesen sich wieder wie zu Beginn positiv.


    Insgesamt gesehen lässt Jakob Matthiessen diese Zeit lebendig werden. Ich habe mich sehr schnell in diese Geschichte hineingezogen gefühlt. Am Anfang hat sie sich leicht und locker lesen lassen. Die Erzählungen sind lebendig und wirken authentisch. Dann wechselt die Stimmung und passt sich der Situation an, um zum Ende hin zu der Leichtigkeit von Beginn zurückzukehren.


    Mir hat der Erzählstil gut gefallen. Nicht nur, dass Matthiessen es schafft, immer wieder auch die Stimmung zu verändern, er hat auch Psalmen und Gebete mit einfließen lassen. Auch einige Rituale aus dem jüdischen Glauben schilder er. All dies hat er zu einem gelungenen Roman verflochten. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, es war spannend und informativ, gleichzeitig aber auch traurig und bedrückend. Schrecklich zu lesen, was im Namen des Glaubens Menschen alles anderen Menschen antun.


    Gut gefallen hat mir hier, dass es neben einem Personenregister und einem Glossar ein umfangreiches Nachwort gibt. Der Autor geht noch einmal im Detail auf einige Ereignisse im Buch ein und klärt dabei Fiktion und Wahrheit. Dieses Nachwort war sehr interessant.


    Fazit:


    „Tod und Taufe Die Kreuzfahrer am Rhein“ ist ein spannender historischer Roman über nur wenige Tage im Jahre 1096 in Mainz. Das Thema ist zwar nicht ganz leicht zu lesen, aber der Autor hat es geschickt verstanden, eine Geschichte mit Hoffnung und Glaube zu schildern. Ich habe so einiges gelesen, was mir in dieser Deutlichkeit noch nicht bewusst war.


    5ratten:tipp:

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    Toller Beginn einer Reihe über Richard Löwenherz von England


    Richard Plantagenet, der als Löwenherz bekannt wurde, wird auf seinem Rückweg aus Outremer gefangen genommen. Begleitet wird er dabei nur von seinen engsten Vertrauten. Unter ihnen befindet sich die Gräfin Joan de Saint-Pol und sein Knappe Claude. Diese beiden begleiten ihn dann auch in die Gefangenschaft. Aber wer hat den König von England verraten, denn sein Weg war geheim und niemand kannte ihn. So war jedenfalls die Annahme. Jetzt sitzt König Richard fest auf einer Burg irgendwo im Feindesland und was für den Helden dieser Zeit noch viel schlimmer ist, er ist krank und verletzlich. Nur Joan ist an seiner Seite und sein treuer Knappe.


    Als ich im Netz gelesen habe, es gibt wieder einen neuen historischen Roman über Richard Plantagenet war ich mir erst nicht so sicher, ob ich ihn auch lesen will. Die Autorin Vivian Vaught hat ihren Roman im Self-Publishing Verfahren herausgebracht. Ich habe schon einige Bücher gelesen, die die Autoren*innen selbst auf den Buchmarkt gebracht haben und dabei echte Schätzchen kennenlernen dürfen. Auch in diesem Fall bin ich sehr froh, dass ich mich für ein Lesen entschieden habe. Die Autorin hat einen tollen Erzählstil, sie hat es mühelos verstanden, mich als Leserin in das 12. Jahrhundert zu entführen. Auf den ersten Seiten bekommt man eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse, die vor der Gefangennahme stattgefunden haben. Diese Rückblenden erzählt Richard selbst. Auf diesem Wege bekommt man direkten Einblick in die ganz eigenen Gedanken des Königs. Gleichzeitig erfährt man, was sich auf dem Rückweg aus dem Heiligen Land ereignet hat.


    Dann wechseln die Handlungsstränge immer mal wieder. Zum einen ist man direkt bei Richard Löwenherz in seinem Gefängnis, aber dann wird rückwirkend aus der Jugend des Königs erzählt. Sein Leben, wie es in der Familie Plantagenet gewesen ist und wie diese Strukturen funktionierten, wird geschildert. Es gibt spannende Einblicke in die junge Seele des späteren Königs und gleichzeitig werden die familiären Streitigkeiten erzählt.


    Ein weiterer Handlungsstrang schildert das Leben der Gräfin Joan de Saint-Pol. Mit dieser Frau kehrt die sogenannte alte Religion in diese Geschichte ein. Es ist historisch nicht wirklich belegt, ob es diese Gräfin an der Seite Richard Löwenherz wirklich gegeben hat, aber es ist auch nichts Gegenteiliges bekannt. Mir hat diese Protagonistin außerordentlich gut gefallen. Allein der Gedanke, eine Frau hat an der Seite dieses Kriegerkönigs gekämpft und war auch noch gut darin, hat mir gefallen. Mit Joan kommt allerdings auch einiges an Mystik in die Geschichte. Sie glaubt an die alte Religion von Avalon und auch Richard ist von dem Gedanken an Artus fasziniert. Die Autorin hat es nun geschickt verstanden, die Legende von Richard Löwenherz und des sagenhaften Königs Artus miteinander zu verbinden. Ich hatte großen Spaß daran, diese Geschichte zu lesen und gleichzeitig irgendwie an den Gedanken dieses Königs teilhaben zu können. Auch wenn dieser erste Band an die 700 Seiten beinhaltet, war er doch viel zu schnell ausgelesen.


    Zudem hat Vivian Vaught es verstanden, in ihrem Buch alles einzubringen, was ich an historischen Romanen liebe. Der historische Hintergrund wird gut erläutert und umrahmt die Handlung. Auch wenn die Protagonisten historische Charaktere sind, die Gedanken selbiger und die Abläufe der Gefangenschaft oder die Handlungen, die geschildert werden, entstammen mehr oder weniger der Fantasie der Autorin. Sie hat es aber verstanden, dies alles glaubwürdig in die Handlung einzubringen. Mir hat es jedenfalls gefallen.


    Zudem beginnt das Buch mit einem interessanten Vorwort, welches schon einiges erklärt und in einem Nachwort noch ergänzt wird. Dann ist ein umfangreiches Glossar vorhanden, und ein Personenregister und einige schöne Karten beenden dieses Buch.


    Fazit:


    „Richard Löwenherz und die Legende von Albion“ ist ein historischer Roman mit einigen Fantasieelementen, der mir sehr gut gefallen hat. Vivian Vaught hat es verstanden, mich in die Welt und den Kerker von Richard Löwenherz zu entführen, obwohl dieser Roman an die 700 Seiten hat, war er nicht nur schnell ausgelesen, ich hätte zudem sehr gern einfach weitergelesen, denn die Geschichte von Richard und Joan ist noch nicht zu Ende. Man darf gespannt sein auf den zweiten Teil, der von der Autorin auch schon angekündigt wurde.


    5ratten

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    Die Macht des gesprochenen Wortes


    Leon versteht die Welt nicht mehr, warum schützt sein Onkel ihn nicht mehr? Der Junge weiß nur auf der Burg des Fürsten Rudolf von Habsburg ist er nicht mehr sicher. Er beschließt zu fliehen. Vorher hat sein alter Lehrer ihm ein kleines Buch anvertraut, mit der Bitte, es einem alten Freund zu überbringen. Dieser Freund befindet sich an einer Schule für Redekunst in der Nähe von St. Gallen. Leon macht sich auf den Weg, aber schnell wird ihm klar, es könnte seinen Tod bedeuten, denn er wird verfolgt und gejagt. Was hat es mit diesem Buch auf sich? Wem kann er noch trauen? Auch in der Schule, die ihn tatsächlich als Schüler aufnimmt, scheint er nicht sicher zu sein.


    Die Geschichte von Leon spielt im Jahre 1246 zunächst auf der Burg des Onkels und später dann an jener seltsamen Schule. Direkt von der ersten Seite an hatte mich der Autor Johann Seeger in den Bann gezogen. Er erzählt aus dem Leben des Jungen und schildert zunächst die Ereignisse auf der Burg, dann von der atemraubenden Flucht und schließlich von der Schule und den Lehrern und Schülern. Das Buch hat den passenden Titel „Die Schule der Redner“ bekommen und darum geht es hier auch um die Sprache, um das Reden und Zuhören und um das Verstanden werden. Eindrucksvoll schildert der Autor die Macht des gesprochenen Wortes. Die Beispiele, die er anführt, welche mächtigen Männer nur durch Reden die Massen begeistern konnten, sind glaubwürdig. Ich fand es interessant, was Sprache bewirken kann, wendet man die Worte richtig an. Er beschreibt die Körperhaltung dazu und gibt Tipps für die richtige Wortwahl und den Zeitpunkt. Diese Lektionen finden natürlich zwischen Leon und seinen Lehrer statt, aber ist auch für Leser wie mich spannend zu lesen.


    Dann geht es natürlich auch um die Charaktere selbst. Leon wird nicht nur wegen des Buches verfolgt. Es geht auch um die Macht im Allgemeinen und nicht zuletzt auch ein wenig um Liebe. Mir hat gut gefallen, wie der Autor davon erzählt, was in einer geheimen Schrift stehen soll, die es zu finden galt und welche Macht derjenige bekommen kann, sollte man sie finden und entschlüsseln können. Die einzelnen Charaktere hat er dabei gut ausgearbeitet, egal ob auf der Seite des Bösen oder aufseiten der Guten. Die Übergänge der einzelnen Charaktere sind dabei schön miteinander verflochten, sodass nicht immer klar zu erkennen ist, wer ist wer und was geschieht als Nächstes.


    Der Erzählstil ist zwar leicht und locker zu lesen, aber Johann Seeger lässt seine Protagonisten in Gedanken auch mal zurückwandern. An andere Orte in andere Zeiten, was dann natürlich ein etwas aufmerksameres Lesen erforderlich macht. Ich mag solche Bücher sehr gern. Auf diese Weise konnte ich in dieser Geschichte noch so einige Charaktere entdecken, die nur kleine Szenen hatten und vielleicht später noch einmal von dem Autor aufgegriffen werden. Ich hoffe es.


    Ein Nachwort zum Schluss klärt Fiktion und Wahrheit und gibt einige eigene Gedanken des Autors wieder. Eine Übersicht der Protagonisten ist gleich zu Beginn ebenfalls vorhanden und sorgt für den Überblick über selbige.


    Fazit:


    „Die Schule der Redner“ ist ein wunderbarer historischer Roman über die Kunst des Redens. Sprache ist hier der Schwerpunkt der Geschichte und zeigt dabei, was Worte alles bewirken können. Mir hat diese Geschichte gut gefallen und auch wenn sie eigentlich aus erzählt ist, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es mit Leon und seinen Freunden ein Wiedersehen geben könnte.


    5ratten:tipp:

    Familiensaga aus dem 14. Jahrhundert


    Reinhild und ihr Mann Konrad befinden sich auf dem Heimweg, als sie von Wegelagerern überfallen werden. Reinhild glaubt sich schon Tod, als sie unerwartet Hilfe von Palmiro und Conlin bekommt. Die beiden waren auf Pilgerreise und sind nun ebenfalls auf dem Heimweg. Die Grafentochter können sie retten, doch für ihren Mann kommt jede Hilfe zu spät. Für Reinhild ist es nur schwer zu verkraften, dass ihr Mann nun nicht mehr an ihrer Seite ist, doch sie findet eine Schulter zum Anlehnen. Die zarten Gefühle, die sie entwickelt, bleiben zunächst ohne Beachtung. Reinhild weiß genau, ihr Vater würde dieser Verbindung nicht zustimmen. Außerdem hat Palmiro einen Schatz mitgebracht, den hier eigentlich keiner der Familien je wiedersehen wollte.


    Die historischen Romane der Autorin Petra Schier lese ich immer wieder gern. Sie schafft es mit jeder neuen Geschichte mich in den Bann zu ziehen, auch in ihrem neuen Buch „Das Kreuz des Pilgers“ war dies so. Diese Geschichte ist der Auftakt einer neuen Trilogie über die Macht von Reliquien und den Glauben der Menschen daran. Gleichzeitig lässt die Autorin das 14. Jahrhundert in Koblenz lebendig werden.


    Gleich drei Familien wissen um das Geheimnis dieser Reliquie, dabei sind die Familienmitglieder doch recht unterschiedlich und scheinen nicht recht zusammenzupassen. Und doch verbindet die Familien mehr als nur Freundschaft. Durch den Tod des Mannes von Reinhild wächst diese Gemeinschaft noch einmal mehr zusammen.


    Mir hat es Spaß gemacht zu lesen, wie Reinhild mit ihrem neuen Leben zurechtkommt und wie Conlin und sie sich langsam näher kommen. Durch humorvolle Dialoge wird die Handlung aufgelockert, denn auch ernstere Themen lässt die Autorin nicht außen vor. Zum Beispiel ist einer ihrer Protagonisten homosexuell und dies könnte im Jahre 1379 den Tod bedeuten, würde es erkannt werden. Petra Schier schildert durchaus glaubhaft, wie die Menschen in dieser Zeit mit dem Thema umgegangen sind. Das Leben in dieser Epoche war für Menschen, die nicht so handelten wie die Kirche oder die Obrigkeit es vorsah, nicht einfach, dabei spielte es auch keine Rolle ob als Mann oder als Frau. Die Gefahr, in die die Protagonisten damit schwebten, hat die Autorin gekonnt in Szene gesetzt.


    Ich mag, dass die Charaktere sehr detailgetreu dargestellt wurden und einige Szenen ausführlich geschildert wurden. Die Autorin hat es verstanden, sowohl die als „Guten“ bezeichneten Protagonisten sowie auch die mit schlechten Eigenschaften lebendig werden zu lassen. So wie sie ihre Figuren agieren lässt, sind sie glaubhaft und wirken auf mich authentisch. Allerdings endet diese Geschichte mit einem Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man sehnsüchtig auf die Fortsetzung wartet.


    Der Erzählstil von Petra Schier ist leicht und locker zu lesen. Sie zieht einem beim Lesen förmlich in die Geschichte. Einmal begonnen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Hintergrundgeschichte ist spürbar gut recherchiert und verbindet sich glaubhaft mit der fiktiven Geschichte rund um die Protagonisten. Eine kleine Karte von Koblenz und ein Personenregister sorgen für den nötigen Überblick über die Protagonisten und über die Stadt. In ihrem Nachwort am Schluss klärt die Autorin noch kurz Fiktion und Wahrheit.


    Fazit:


    „Das Kreuz des Pilgers“ ist ein historischer Roman, der sich nicht nur mit dem Leben im Mittelalter beschäftigt, sondern auch davon erzählt, wie wichtig der Glaube gewesen ist. Reliquien waren wichtig und hatten Macht, daran haben die Menschen geglaubt und auch die Protagonisten dieser Geschichte glauben daran. So wie Petra Schier es hier schildert, könnte man selbst es eben auch glauben. Mir hat diese Geschichte rund um die Grafentochter Reinhild und Conlin, Palmiro und deren Familien und Freunden gut gefallen. Jetzt bin ich gespannt auf die Fortsetzung und darauf, was aus ihnen werden wird.


    5ratten:tipp:

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    Eine Geschichte aus dem Reich Juda


    Jeruscha wird bei einem Überfall der Assyrer verschleppt, doch irgendwann gelingt ihr die Flucht. Als sie die Heimat erreicht, muss sie feststellen, dass es sie so nicht mehr gibt. Ihre Flucht führt sie schließlich weiter nach Jerusalem. Hier ist der Baumeister Eljakim dabei, die Stadtmauern zu verstärken. Denn auch das Königreich Juda wird von den Assyrern bedroht. König Hiskia hat sich dazu entschlossen, keinen Tribut mehr an die Feinde zu zahlen. Er vertraut dabei auf den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Doch König Hiskia hat Feinde und nicht jeder will nach den Lehren Jahwes leben.


    Die Autorin Lynn Austin schildert in ihrer Buchreihe „Die Chroniken der Könige“ Ereignisse aus der Bibel. Diese Reihe soll fünf Romane umfassen. „Bleib du meine Hoffnung“ ist dabei Teil 2 und schildert die Ereignisse der Jahre 716 – 687 v. Chr. Dies umfasst die Regierungszeit von König Hiskia. Da ich mit der Geschichte der Bibel jetzt nicht unbedingt so vertraut bin, war diese Geschichte für mich neu. Die Autorin schildert die Bräuche und Ritten dieser Zeit ausführlich, aber auch, wie schwer es für die Menschen war, zu diesem Glauben zurückzukehren.


    Der Erzählst der Autorin ist durchaus leicht und locker zu lesen, allerdings darf man hier nicht vergessen, es geht um die Bibel und somit sind auch Bibelverse zu lesen und die Glaubensfrage steht immer mal wieder im Mittelpunkt. Trotzdem ist es der Autorin gelungen, diese Geschichte aus der Bibel als Roman wiederzugeben. Entstanden ist ein spannender historischer Roman mit Charakteren, die lebendig und authentisch wirken. Auch wenn dies der zweite Band dieser Reihe ist, kann man ihn problemlos einzeln lesen. Man könnte die Geschichte sogar in der Bibel nachlesen und hätte damit das fehlende Hintergrundwissen.


    Mir hat die Mischung aus fiktiver Geschichte mit historischem Hintergrund unter der Einbindung der Bibel gut gefallen. Lynn Austin hat es verstanden, ihre Protagonisten wie Jeruscha oder Eljakim lebendig werden zu lassen. Gerade das Schicksal von Jeruscha ist berührend, aber auch nicht immer leicht zu lesen. Der Autorin ist es gelungen, eine glaubwürdige Handlung dieser Ereignisse entstehen zu lassen. Dabei hat sie ihren Protagonisten Leben eingehaucht. Das Schicksal von Jeruscha hat sie dabei einfühlsam geschildert, aber auch den Baumeister hat sie mit Ecken und Kanten lebendig werden lassen. Seine Ängste und Sorgen, aber auch seine Sehnsüchte hat sie gekonnt in Szene gesetzt.


    Fazit:


    „Bleib du meine Hoffnung“ ist ein historischer Roman der besonderen Art. Berührend, einfühlsam, aber manchmal auch brutal und schwer zu lesen. Lynn Austin ist es gelungen, einen Teil der Bibel als Roman zu erzählen. Sie hat ein farbenprächtiges Bild dieser Zeit gezeichnet und glaubwürdige Einblicke in die Geschichte um König Hiskia gewährt. Mir hat dieser Teil gut gefallen.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    Kein gewöhnlicher historischer Roman


    Das Schiff die Saardam hat den Hafen von Batavia kaum verlassen, als es zu merkwürdigen Ereignissen kommt. Noch im Hafen wurde das Schiff verflucht. Der Einzige an Bord, der vielleicht Licht ins Dunkel bringen könnte, ist Samuel Pipps, doch er reist nicht als Passagiere, sondern als Gefangener und soll in Amsterdam vor Gericht gestellt werden. Samuel muss diese Überfahrt in einer sehr dunklen kleinen Zelle weit im Bauch des Schiffes verbringen. Einzig sein Freund Arent Hayes darf in besuchen. Arent glaubt fest an die Unschuld seines Freundes. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was es mit dem Fluch auf sich hat und wer der Saardam und den Menschen auf ihr Schaden will. Der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel sind ebenfalls an Bord. Auch sie wollen nach Amsterdam, aber was verbindet die Eheleute mit dem Fluch?


    Die Seereise der Saardam beginnt 1634 und zunächst schildert Stuart Turton auch, wie sich so eine Seereise im 17. Jahrhundert gestaltet hat. Doch dann, als die Ereignisse auf hoher See sich überschlagen und der Aberglaube von den Matrosen und Passagieren immer mehr Besitz ergreift, ist es mit der historischen Genauigkeit auch vorbei. Allerdings schildert der Autor die Ereignisse so spannend und fesselnd, dass es mich nicht gestört hat. Die Jagd quer über das ganze Schiff nach dem Teufel oder nach dem, was dafür gehalten wurde, war einfach zu spannend.


    Stuart Turton hat einen fesselnden Erzählstil und schildert zudem facettenreich von den Ereignissen auf See, aber auch von den Charakteren selbst. Von ihren Wünschen und Hoffnungen. Vor allem Sara Wessel, die als Frau des Generalgouverneurs nicht wirklich ein schönes Leben hatte, wird eindrucksvoll in Szene gesetzt. Überhaupt hat der Autor es verstanden, seine Charaktere zu schildern und lebendig werden zu lassen.


    Mir hat gut gefallen, dass dieser Roman nicht zu vorhersehbar war. Immer wieder gab es Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Der Autor hat es geschickt verstanden, Krimielemente mit einer historischen Geschichte zu vermischen. Entstanden ist ein spannender Roman über eine unfreiwillige Gemeinschaft auf hoher See. Die Menschen an Bord mussten sich den Gegebenheiten anpassen und ihr Schicksal annehmen. Stuart Turton hat die Ereignisse nicht einfach nur geschildert, sondern sie regelrecht lebendig werden lassen. Er hat Bilder in meinem Kopf erzeugt und diese Tage auf See anschaulich geschildert. Mir hat diese Geschichte großen Spaß gemacht, viel zu schnell waren die Seiten zu Ende gelesen.


    In seinem Nachwort klärt der Autor noch über Fiktion und Wahrheit auf. Er erzählt auch, wie er zu dieser Idee mit dem Buch gekommen ist. Dabei lässt er auch nicht unerwähnt, dass die historische Genauigkeit nicht unbedingt im Fokus dieser Geschichte steht.


    Fazit:


    „Der Tod und das dunkle Meer“ ist kein historischer Roman, wie ich ihn erwartet hatte, aber er ist spannende Unterhaltung mit einem hohen Krimianteil. Ich habe ihn gern gelesen und hatte nicht nur spannende Lesestunden, sondern zwischendurch auch mal berührende Lesestunden. Eigentlich war alles dabei von Spannung über Unterhaltung und Liebe bis hin zu überraschenden Wendungen.


    5ratten

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    Auf dem Weg in ein neues Leben


    Im Jahre 1841 macht sich die „Rajah“von London aus auf den Weg nach Van-Diemens-Land. An Bord befinden sich 200 Frauen, die zur Verbannung verurteilt wurden. Unter ihnen ist auch eine Frau, die zum Tode verurteilt wurde, sowie etliche Diebinnen und Huren. Die Frauen stehen unter der Aufsicht von Kezia, die sich ihre Überfahrt als Aufseherin über die Verurteilten erarbeitet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, eine Patchwork-Decke mit einigen ausgewählten Frauen zu erarbeiten. Die Reise verläuft zunächst ereignislos und das Leben an Bord nimmt eine gewisse Routine an. Doch dann wird eine von ihnen brutal niedergestochen und plötzlich steht eine unter Mordverdacht. Warum musste diese Verurteilte jetzt sterben? Wird Kezia gemeinsam mit dem Kapitän, dem Schiffsarzt und dem Reverend die Wahrheit ans Licht bringen können?


    Die Geschichte dieser Schiffsreise aus dem 19. Jahrhundert ist historisch belegt, genauso wie es diesen Patchwork-Quilt tatsächlich gibt. Heute wird er als Rajah-Quilt bezeichnet und kann im Museum bestaunt werden. Allerdings sind die Ereignisse an Bord der Rajah, so wie Hope Adams sie hier schildert, ihrer Fantasie entsprungen.


    Mir hat gut gefallen, wie die Autorin von diesen Frauen und ihren Schicksalen erzählt hat. Das Leben auf der Rajah hat sie eindrucksvoll in Szene gesetzt und dabei vereinzelte Frauen selbst zu Wort kommen lassen. Einige dieser 200 Frauen durften stellvertretend von ihrem Schicksal erzählen und wie sie an Bord dieses Schiffes gelangten. Gut gelungen ist Hope Adams die Verbindung zu jener Protagonistin, die sich unter falschen Namen an Bord begeben hat. Erst im Laufe der Handlung wird so nach und nach ihr Schicksal klar.


    Warum eine dieser Frauen den Tod fand, hat Hope Adams gekonnt mit ihrer Handlung verwoben. Sie hat einen spannenden Krimi daraus gemacht und gleichzeitig einen eindrucksvollen historischen Roman erschaffen. Die Schicksale dieser Frauen waren bewegend. Die Arbeit an diesem Quilt hat sie einander näher gebracht, auch wenn er eigentlich nur dazu diente, die Frauen auf der langen Reise zu beschäftigen. Stück für Stück haben sie ihn zusammengenäht und Stück für Stück haben die Frauen sich mit ihrem Schicksal versöhnt.


    Der Erzählstil ist zwar leicht zu lesen, aber die Autorin hat ihn auch hin und wieder gewechselt, je nachdem, von welcher Gefangenen sie erzählte, war der Ton angepasst. Kezia zum Beispiel ist eine gebildete Frau, und das spürt man in ihrer Art und Weise der Aussprache eben auch. Während andere Frauen in der Heimat um ihr Überleben kämpfen mussten und sich dann auch dementsprechend ausdrückten, dies hat die Autorin auch hier mit einfließen lassen. Dieses Wechseln machen die Ereignisse auf dem Schiff authentisch und glaubwürdig.


    Etwas Liebe gab es dann ebenfalls noch auf dieser Reise. Aber auch diese Szenen fand ich gelungen, sie passten zu der Handlung und fügten sich wunderbar ein. Ein klärendes Nachwort zum Schluss gibt Auskunft über Fiktion und Wahrheit und beschließt dieses schöne Buch.


    Fazit:


    „Niemandsmeer“ ist ein historischer Roman über die Entstehung eines großen Patchwork-Quilts und erzählt gleichzeitig die Geschichte von Frauen, die dazu verdammt wurden, in der Fremde ein neues Leben zu beginnen. Im Original heißt der Roman „Dangerous Women“ was so viel wie „Gefährliche Frauen“ bedeutet. Ich finde, der Titel passt wunderbar zu dieser Geschichte. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, der Erzählstil von Hope Adams sagt mir sehr zu und ich werde gern wieder nach einem Buch dieser Autorin greifen.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Spannender historischer Krimi in Hamburg


    Paula ist eine junge Frau, die mehr vom Leben will, als nur heiraten und Ehefrau und Mutter zu sein. Im Jahre 1928 scheint für Frauen auch vieles möglich zu sein. Durch Zufall bekommt sie eine Stelle in der neuen Abteilung der weiblichen Kriminalpolizei des Hamburger Stadthauses. Eigentlich soll sie nur Protokolle tippen und im Büro arbeiten, doch dann wird eine Tänzerin ermordet aufgefunden und Paula wird in die Ermittlungen eingebunden. Martin Broder, der die Ermittlungsgruppe leitet, ist gar nicht davon begeistert, dass er weibliche Unterstützung hat. Nicht nur Paula ist ihm zugeteilt, auch noch andere Ermittlerinnen sollen bei der Jagd nach dem Täter helfen. Zum Ärgernis der Männer machen die Frauen ihre Sache gut. Doch dann wird ein weiteres Opfer gefunden und die Sache immer undurchsichtiger.


    Historischen Krimis kann ich fast nicht mehr widerstehen. „Die stumme Tänzerin“ erzählt aus dem Rotlichtmilieu Hamburgs in den 20er-Jahren. Es geht hier aber nicht nur einfach um Morde, die aufgeklärt werden müssen, sondern auch darum, wie die Frauen zur Kriminalpolizei gekommen sind. Helga Glaesener schildert anschaulich, wie Frauen behandelt wurden und mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen hatten. Dann erzählt sie, wie eben jene Frauen die Ermittlungen geführt haben und Ergebnisse vorweisen konnten. Den Konflikt mit den männlichen Kollegen hat sie dabei glaubhaft in Szene gesetzt.


    Mir hat dieser Krimi gut gefallen, vor allem weil nicht nur auf den Mord geschaut wurde, sondern auch viel von den Ereignissen um die Menschen herum geschildert wurde. Paula ihr Leben wird genauso zum Bestandteil wie das Leben ihrer Kollegien und Kollegen. Es war durchaus spannend zu lesen, wie die Frauen sich behaupten mussten oder mit welchen Dämonen die männlichen Protagonisten zu kämpfen hatten.


    Den Kriminalfall fand ich jetzt auch nicht zu leicht zu durchschauen, obwohl Hinweise vorhanden waren, die hätten auf den Täter schließen können. Für mich blieb es spannend bis zum Schluss.


    Fazit:


    „Die stumme Tänzerin“ hat mir gut gefallen. In diesem historischen Krimi mit Handlungsort Hamburg war alles drin, was ich von einem guten Krimi erwarte. Die Protagonisten haben ihre Ecken und Kanten, die Handlung war logisch und nachvollziehbar, der Erzählstil angenehm zu lesen und somit gute Unterhaltung. Die Entwicklung der weiblichen Kriminalpolizei fand ich zudem spannend geschildert. Ich bin gespannt, ob Paula und ihre Kolleginnen noch weiter ermitteln dürfen und es ein Wiedersehen mit ihnen geben wird.


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    Teufelsaustreibung im Jahre 1412


    Im Jahre 1412 haben die Salbenmacherin und ihre Familie endlich die Schrecken der Vergangenheit hinter sich gelassen, so denkt sie jedenfalls. Doch dann wird Olivera von einem Ratsherrn zu seiner kranken Tochter gerufen. Das Mädchen leidet schwer an einer rätselhaften Krankheit, auch der Medicus weiß sich keinen Rat. Die Arzneien von Olivera schlagen nicht an. Der Ratsherr weiß sich nicht mehr zu helfen und sucht Hilfe im Glauben. Schnell ist von Teufelswerk die Rede, ja der Teufel selbst hätte seine Hand im Spiel. Was kann jetzt noch helfen? Wieder gerät Olivera in Verdacht, mit den Vorkommnissen in Verbindung zu stehen, auch vor dem Medicus machen die Vorwürfe nicht halt und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.


    „Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels“ ist der 6. Band dieser Reihe und setzt zwei Jahre nach Band 5 ein. Die Geschichte aus dem vorherigen Teil wird hier aber weitergeführt und die Handlung baut auf die Geschehnisse auf. Auf die Frage kann man die Bücher auch einzeln lesen, ja man könnte, da es einige Rückblenden gibt, aber der Lesegenuss ist doch intensiver liest man die Bücher der Reihe nach. Gerade die Geschehnisse hier in Band 6 stehen in unmittelbarer Verbindung zu dem Vorgänger „Die Salbenmacherin und der Stein der Weisen“. Außerdem entwickeln die Protagonisten sich doch im Laufe der Handlung weiter und werden zum Teil ja auch erwachsen. Im Fokus dieser Geschichte steht aber die Suche nach dem Teufel und den Glauben der Menschen an diesen.


    Mir hat dieser Teil gut gefallen. Olivera und ihr Mann müssen gemeinsam gegen die Intrigen ankämpfen und bestehen. Aber auch die anderen Charaktere habe ihre Kämpfe auszutragen. Die Handlung wechselt immer wieder zwischen den Protagonisten hin und her, womit Spannung erzeugt wird. Zudem erzählt Silvia Stolzenburg angenehm davon, wie der Aberglaube die Menschen im 15. Jahrhundert fest im Griff hatte. Dinge, die nicht so einfach zu erklären sind, werden mit Teufelswerk erklärt und dafür muss eben jemand büßen. Diese Szenen hat sie wie gewohnt in Szene gesetzt und spannend erzählt. Die Autorin gibt interessante Einblicke in die Art und Weise, wie der Teufel ausgetrieben und vertrieben wurde. Olivera und Götz habe alle Hände voll damit zu tun, um sich von dem Verdacht zu befreien, mit dem Teufel im Bunde zu stehen.


    Fazit:


    Dieser 6. Band der Salbenmacherin ist Silvia Stolzenburg wieder gut gelungen. Irgendwo habe ich gelesen, dass es sich um den Abschluss dieser Reihe handeln soll. Olivera und ihre Familie haben es sicherlich mehr als verdient, nun ein ruhiges, beschauliches Leben zu führen, auch wenn ich es schade fände, würde es von der Salbenmacherin keine weiteren Erlebnisse mehr geben. Die Autorin hat ein Händchen dafür, ihre Charaktere immer wieder neue ereignisreiche Tage erleben zu lassen. Mir gefällt diese historische Reihe sehr gut.


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    Wenn der Gedanke an Rache dich nicht mehr loslässt


    Jolande fristet ihr Leben auf Burg Hohnstein, ihr Leben ist langweilig bis zu dem Tag, als ihr Vater mit ihrem Halbbruder auf der Burg einzieht. Wilfried ist von der schönen Schwester fasziniert, weit über die Grenzen zu einer Schwester hinaus. Jolande hat nur noch einen Gedanken, wie dem brutalen Bruder entfliehen. Als der Vater ein Turnier ausrichtet und auch Feinde der Familie daran teilnehmen, beschließt die junge Frau um Hilfe zu bitten. Auf Walter von Westereck ist ihre Wahl gefallen, aber der junge Krieger schenkt ihr keinen Glauben. Er zieht weiter und ahnt nicht, wie groß der Hass der Hohnsteins auf seine Familie ist. Wilfried brennt Burg Westereck nieder und tötet alle. Walter schwört Rache, aber das stellt sich als nicht so einfach heraus, denn Wilfried ist nach Palästina verbannt. Er musste mit seiner Schwester eine Bußfahrt antreten, um für seine Taten zu büßen. Jolande wird dazu verdammt, ihn zu begleiten. Auch Walter macht sich auf den Weg. Wird er seine Rache bekommen? Wird Jolande ihre Freiheit zurückbekommen? Und wie wird ihre Zukunft aussehen?


    Historische Romane, die im Mittelalter spielen, kann ich kaum widerstehen. Ich liebe es, in diese Zeit entführt zu werden. Tom Melley hat mit seinem Roman „Der Krieger des Herrn“ genau meinen Lesegeschmack getroffen. Erzählt wird die Geschichte von Jolande, die sich als Frau in ihr Schicksal zu ergeben hat, aber verzweifelt nach einer Lösung sucht und von Walter von Westereck, der als junger Krieger sein Leben gestalten will und feststellen muss, dass andere sein Schicksal lenken.


    Die erste Hälfte des Buches schildert die Ereignisse, die dazu führen, dass sich die Leben der Protagonisten verändern und andere Wege eingeschlagen werden, wie vorher gedacht. Ein großes Turnier wird beschrieben. Der Autor schildert dies sehr ausführlich und bildhaft. Das Getümmel vor der Burg, die vielen Menschen, die Tiere und die Aufregung ist deutlich zu spüren. Gerade auch die Aufregung, die dieses Turnier für Walter bedeutet, ist greifbar.


    Dann nimmt die Handlung eine kleine Wendung und die Welt für Walter stellt sich auf den Kopf. Auch wenn es für den jungen Mann schwer wird, hat der Autor es doch verstanden, die Handlung glaubhaft zu schildern.


    Der zweite Teil des Buches führt dann nach Palästina und erzählt von der Eroberung Akkons. Hier kommen historische Persönlichkeiten wie König Richard Löwenherz ins Spiel. Auch wenn es nur kurze Auftritte dieser Herrscher der Zeit sind, fügen sie sich doch geschickt in die fiktive Geschichte rund um Walter und Jolande ein.


    Der Erzählstil von Tom Melley ist allerdings nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Er beschreibt deutlich die Taten der Krieger, was Krieg und Mord betrifft. Auch die Übergriffe auf Jolande werden beschrieben.


    Er versteht es aber auch, Bilder lebendig werden zu lassen. Das große Turnier zum Beispiel wird so detailliert beschrieben, dass man deutlich Bilder vor Augen hat. Oder die Strapazen der Reise sowie das Leben in dieser Epoche hat er geschickt in Szene gesetzt.


    Auch wenn ich mit der Art und Weise, wie einige Charaktere gehandelt haben, nicht einverstanden war, war die Geschichte spannende Unterhaltung. Der Autor versteht es historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte zu verknüpfen und eine spannende Handlung zu schildern. Seine Charaktere hat er dabei detailliert ausgearbeitet und es geschickt verstanden, sie lebendig werden zu lassen.


    Fazit:


    „Der Krieger des Herrn“ ist ein facettenreicher historischer Roman mit Ecken und Kanten. Seine Protagonisten sind vielschichtig und nicht immer leicht zu durchschauen. Auch wenn der Erzählstil manchmal etwas deftig ist, hat mir das Buch gut gefallen. Der historische Hintergrund fließt geschickt in die fiktive Handlung mit ein und erlaubt einen lebhaften Blick in diese Epoche.


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    historischer Roman, mit Schwerpunkt Würzburg im 16. Jahrhundert


    Simon leidet unter der harten Hand seines Stiefvaters. Unter dessen Führung soll der Junge das Bäckerhandwerk erlernen, doch der Stiefvater ist brutal und sein eigener Sohn Wulf steht ihm in nichts nach. Dann, nach einem furchtbaren Streit, muss Simon die Stadt verlassen, doch das Schicksal meint es gut mit ihm. Im entfernten Venedig darf er weiter lernen und wird einer der besten Zuckerbäcker seiner Zeit. Aber Simon zieht es wieder in die Heimat und so kehrt er nach Jahren zurück nach Würzburg. Julius Echter ist inzwischen der Fürstbischof dieser Stadt. Der Fürstbischof liebt süße Backwaren und schnell kann Simon ihn überzeugen und die Spitalsbäckerei übernehmen. Zwischen dem Kirchenmann und Simon entwickelt sich so etwas wie vorsichtige Freundschaft, aber auch sein Stiefbruder Wulf ist noch in der Stadt und so nimmt das Schicksal seinen Lauf, denn Wulf ist neidisch und missgünstig,


    Die Autorin Johanna von Wild beginnt ihre Geschichte mit einer kleinen Geschichte aus dem Leben des Fürstbischofs Julius Echter aus dessen Kinderzeit. Diesen kleinen Einblick fand ich gelungen und hat mir als einstig in das Buch gefallen. Danach geht es dann weiter in Würzburg im Jahre 1572. Die gesamte Handlung verläuft über mehrere Jahre und erzählt immer im Wechsel aus dem Leben des Zuckerbäckers Simon und aus dem Leben des Fürstbischofs Julius Echter. Die Autorin hat es geschickt verstanden, das fiktive Leben von Simon mit dem Fürstbischof zu verbinden und eine glaubhafte Geschichte erzählt.


    Mit Simon lernt man das Handwerk der Bäcker kennen und erfährt viel über die Strukturen innerhalb dieser Zunft. Simon als Charakter hat mir gut gefallen, auch wenn er sicherlich nicht immer so gehandelt hat, wie man es eigentlich erwartet hätte. Zunächst ist man bei ihm in Würzburg und muss erleben, wie er von seinem Stiefvater und dessen Sohn behandelt wird. Interessant sind dabei schon die Einblicke, die man in die Zunft bekommt und wie Lehrlinge sich zu wehr setzten konnten, wurden sie schlecht behandelt. Dann geht das Leben von Simon weiter nach Venedig, wo weitere Charaktere dazu kommen. Gleichzeitig erzählt Johanna von Wild, wie Julius Echter an die Macht kam und was diesen Fürstbischof antrieb.


    Am Ende laufen die Handlungsstränge dann in Würzburg wieder zusammen und erzählen, wie die Leben von Simon und dem Fürstbischof weitergehen. Mir hat gut gefallen, wie die Autorin hier im Wechsel mal von Simon erzählt hat und dann wieder von Julius Echter. Ich fand es spannend zu lesen, wie dieser Mann seine Macht ausgebaut hat und versucht hat, selbige zu halten und zu mehren. Auch die Schilderung, wie das Leben im 16. Jahrhundert gewesen ist, ist der Autorin gelungen. Den Kampf der Glaubensrichtungen hat sie dabei geschickt mit verknüpft.


    Natürlich erzählt sie auch eine Liebesgeschichte und von dem Drama, das damit einherging, aber dieser Teil der Handlung fügt sich nahtlos in das Gesamtbild ein. Die Wendungen des Lebens, wie die Autorin sie hier schildert, sind durchaus glaubhaft und auch nachvollziehbar. Wobei es doch die eine oder andere kleine Überraschung gibt. Mir hat vor allem gefallen, dass sich die einzelnen Protagonisten während der Geschichte entwickelt haben und dabei nicht farblos geblieben sind.


    Fazit:


    „Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ ist ein schöner historischer Roman mit Charakteren, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen mussten. Mir hat die Mischung aus fiktiver Geschichte um das Leben von Simon und historischem Hintergrund rund um den Fürstbischof Julius Echter gut gefallen. Es war unterhaltend und gleichzeitig informativ.


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