Beiträge von nirak

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Unterhaltsamer 5. Teil


    Eine junge Frau ist gewaltsam zu Tode gekommen. Sie wird erschlagen in der Henkersgasse aufgefunden. Alles an dieser Frau ist seltsam, nicht nur, dass sie nicht in diese Straße passt, auch ist sie eigenartig geschminkt und ihre Kleidung weist darauf hin, dass sie keine arme Frau war. Serafina kann nicht widerstehen und beginnt ihre Fragen zu stellen. Es dauert auch nicht lange, bis sie Verdächtige hat. Eigentlich hat sie selbst aber auch genug zu tun, der Stadtapotheker Joans will mal wieder ihre Armenapotheke schließen lassen und dann bekommt sie auch noch Besuch von ihrem Bruder. Die Lage könnte nicht verzwickter sein.


    Dies ist bereits der fünfte Fall für Serafina und es wird nicht langweilig, im Gegenteil. Ich mag diese Reihe, sie ist nicht nur leicht und locker zu lesen, sondern auch unterhaltsam. Das Leben von Serafina hat immer wieder Überraschungen parat, so natürlich auch in diesem Fall. Nicht nur der Mord hält die junge Heilerin in Atem, auch der Besuch ihres Bruders hat einiges zu bieten. So erfährt man doch noch mal ein paar Details aus dem Leben von Serafina und ihrer Familie. Es schließen sich damit ein paar Wissenslücken.


    Auch wenn es sich um eine Reihe handelt, man könnte die Bücher durchaus einzeln lesen. Astrid Fritz streut immer wieder kleine Hinweise auf die vergangen Ereignisse ein, damit dies möglich ist, allerdings fehlt einem dann sicherlich der Lesespaß. Ich lese sehr gern, wie Serafina und ihr Ehemann Adalbert Achaz sich immer wieder Streitgefechte liefern und sich dabei liebevoll necken. Auch fehlt es Serafina nicht an Witz. Außerdem ist sie immer dazu bereit zu ihren Worten zu stehen und Taten folgen zu lassen.


    In diesem Fall ist die Aufklärung nicht unbedingt der kriminalistischen Kunst Serafinas zu verdanken. Die Tat klärt sich eigentlich mehr zufällig und nicht, weil jemand gezielte Fragen stellt und dann zum richtigen Ergebnis kommt, trotzdem hatte ich kurzweilige Lesestunden.


    Ich finde es immer wieder spannend, zu lesen, wie es in dieser Epoche (15. Jahrhundert) zugegangen ist. Der leichte und lockere Erzählstil von Fritz erlaubt zudem ein zügiges Lesen. Ein Nachwort klärt am Ende Fiktion und Wahrheit, ein Glossar hilft bei eventuellen fremden Begriffen und ein Personenregister zu Beginn sorgt für den nötigen Überblick der Protagonisten.


    Fazit:


    „Die Tote in der Henkersgasse“ ist ein unterhaltsamer Roman aus der Feder von Astrid Fritz. Der gewaltsame Tod der Kaufmannsgatte wird detailliert aufgeklärt, nicht ohne Serafina durchaus in die Irre zu führen. Sie löst ihn auf ihre eigene Art und hat mich dabei gut unterhalten.


    4ratten

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    Liebe zwischen Pest und Tod


    Adelheid lebt bei ihrer Mutter Gertrudis am Rande von Straßburg. Einst wollte sie Nonne werden, aber jetzt ist sie mit Martin verlobt. Martin ist der Sohn des Henkers. Die beiden fiebern dem Tag entgegen, an dem sie endlich heiraten dürfen. Doch dann bricht die Pest über Straßburg herein und alles scheint vergebens zu sein. Die Fähigkeiten der Heilerin Gertrudis und ihrer Tochter sind gefragt wie nie. Selbst vor dem Kloster macht das Unglück nicht halt, hier ist es nicht unbedingt die Pest, die die Nonnen bedroht, sondern eine Nonne hat sich erhängt. Die Frage warum hat sie dies getan? Stellt sich den Schwestern und auch Adelheid. Gemeinsam mit Martin lässt sie nichts unversucht, um der Pest zu entkommen und auch den Todesfall zu klären.


    Der vorliegende Roman „Die Pestheilerin von Straßburg“ ist der zweite Teil, der aus dem Leben von Adelheid und Martin, dem Henkerssohn, erzählt. Die beiden Bücher lassen sich aber problemlos einzeln lesen, es gibt genügend Hinweise darauf, was in „Der Teufel von Straßburg“ geschehen ist, um die Zusammenhänge zu verstehen. Allerdings entgeht einem schon ein wenig Lesespaß, wenn man den ersten Teil nicht liest einfach, weil er gut und kurzweilig ist.


    Heidrun Hurst erzählt von dem Leben in Straßburg im Jahre 1349. Martin soll erst noch seine Prüfung zum Henker bestehen, bevor er und Adelheid heiraten dürfen. Das Leben als Henker findet am Rande der Gesellschaft statt, und auch Adelheid wird dies zu spüren bekommen. Die junge Frau muss einen Weg finden, damit zu leben. Hurst schildert, wie sie diesen Weg findet, aber ob sie damit am Ende zurechtkommen wird, bleibt abzuwarten.


    Die junge Frau verkürzt sich die Wartezeit auf Martin, indem sie sich von ihrer Mutter Gertrudis in die Kunst des Heilens mit der Hilfe von Kräutern einweihen lässt. Aber dann bricht die Pest aus und alles scheint verloren zu sein. Der Autorin ist es gelungen diese Ereignisse glaubhaft zu schildern. Die Angst der Menschen ist förmlich greifbar. Mit allem Möglichen wird versucht, diese Krankheit zu heilen, ohne Aussicht auf Erfolg. Allerdings gibt es wohl doch etwas, dass man tun kann. Gertrudis experimentiert mit einigen Kräuter und altem Brot und scheint auch gute Ergebnisse zu erzielen. Ich war doch etwas erstaunt darüber, was sie da zustande gebracht hat. Einmal mehr zeigt sich, die Medizin im 14. Jahrhundert und früher konnte doch so einiges bewirken und ist vielleicht doch besser, als ihr Ruf vermuten lässt. Es war in jedem Fall spannend zu lesen.


    Der Erzählstil ist überhaupt leicht und locker zu lesen. Die Charaktere aus Band 1 haben sich weiterentwickelt und sind bereit, ihr Schicksal und ihr Leben anzunehmen. Gut möglich, dass es mit Adelheid und Martin ein Wiedersehen geben wird. Sie sind ja noch jung und könnten bestimmt noch so manche Untat in Straßburg aufklären.


    Allerdings habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt, für den die Autorin so nicht verantwortlich ist. Im Klappentext steht, dass Adelheid und Martin einmal mehr Verbrechen aufklären sollen. Liest man diesen Text, geht man von einem Krimi mit historischem Hintergrund aus. Die Ermittlung um die zu Tode gekommene Nonne steht aber gar nicht im Fokus der Handlung. Es geht hier vielmehr um die Pest und ihre Auswirkungen. Um den Krankheitsverlauf und was man dagegen tun kann. Die Aufklärung warum die Nonne sich selbst vom Leben zum Tode beförderte, findet nur am Rande statt und eigentlich erst richtig im letzten Drittel des Buches. Dann aber richtig und nachvollziehbar.


    Fazit:


    „Die Pestheilerin von Straßburg“ ist ein schöner historischer Roman der einmal mehr davon erzählt, wie die Pest im 14. Jahrhundert gewütet hat. Heidrun Hurst hat es gut verstanden, dass Kräuterwissen und einige Heilmethoden dieser Epoche wieder zugeben. Gleichzeitig ist er aber auch ein Liebesroman, der von Liebe und Vertrauen erzählt. Sollte es von Adelheid und Martin noch einen weiteren Band geben, ich würde ihn lesen.


    4ratten

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    Liebe findet immer einen Weg


    Fionn und Riona sind ein Liebespaar, schon seit Kindertagen. Erst müssen sie um diese Liebe kämpfen, denn eigentlich soll die junge Frau einen anderen heiraten, dann fallen Nordmänner in das Land ein und die jungen Leute sehen sich plötzlich als Sklaven wieder. „Wir ertragen alles, solange wir zusammen sind“, ist ihr Motto, aber leider ist es ihnen nicht vergönnt über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen. Sie werden getrennt. Fionn wird nach Andalusien verkauft und Riona in das eiskalte Island. Für beide beginnt ein Leben in Einsamkeit oder können sie es schaffen ihr Leben neu zu gestalten? Vielleicht sogar irgendwann zueinander zurückfinden?


    Die Geschichte von Riona und Fionn liest sich, wie ein Märchen aus längst vergangener Zeit, was es ja auch irgendwie ist. Die Handlung startet im Jahre 992 in Irland. Kiera Brennan hat ihre ganz eigene Art diese Geschichte zu erzählen. Poetisch und atmosphärisch dicht erzählt sie von Irland, von dem Glauben der Götter und von der Liebe. Ich war von den ersten Seiten an gefangen und konnte mich nur schwer von der Handlung lösen. Obwohl diese auf zwei Handlungsstränge aufgeteilt ist und es manchmal nicht so leicht war, wenn man zum Beispiel von Fionn gelesen hat und es spannend war, zu Riona zu wechseln. Beim nächsten Wechsel war es dann wieder genauso. Allerdings wurde es durch diese Wechsel auch wirklich nie langweilig. Das Leben von Fionn in Andalusien war farbenprächtig und einsam zugleich. Sein Schicksal und alles, was er erlebt hat, war schon fast atemberaubend.


    Dann Riona im kalten Norden. Auf den ersten Blick gesehen, habe ich gedacht, sie hätte das schwerere Los gezogen. Jeder Tag war für sie ein Kampf ums Überleben. Darum überhaupt gesehen und wahrgenommen zu werden. Vor allem auch ihr Kampf darum nicht aufzugeben und das eigene Schicksal anzunehmen. Ihr Leben war geprägt von Kälte und Eis und das nicht nur, weil sie auf Island leben musste. Auch Fionn hatte natürlich damit zu kämpfen, aber fast fühlte es sich so an, als wenn so ein Schicksal unter der Sonne Córdobas leichter zu ertragen ist, als unter Eis und Schnee, aber auch nur fast.


    Mir hat gut gefallen, wie die Autorin aus dem Leben dieser Menschen erzählt hat. Über einen Zeitraum von fast 30 Jahren konnte ich Fionn und Riona begleiten. Ich habe mit ihnen gelitten und an ihre Zukunft geglaubt. Dabei zugesehen, wie sie ihr Leben gemeistert haben, Freundschaften knüpften und wieder verloren, ich habe geweint, um einen Raben und von einer alten Königin gelesen, die zweimal Königin war, aber die wahre Liebe wohl nie erlebt hat. Gleichzeitig hat Kiera Brennan ihre fiktive Liebesgeschichte gekonnt mit der historischen Geschichte Irlands verbunden. Der Kampf um die Krone, um Land und Macht war allgegenwärtig und gleichzeitig nur am Rande. Mir hat die Mischung aus Historie, fiktiver Handlung und Liebe gut gefallen.


    Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit, eine Zeittafel gibt Aufschluss über die Ereignisse dieser Epoche in dem jeweiligen Handlungsorten und ein Personenregister sorgt für den nötigen Überblick über die zahlreichen Protagonisten. Allerdings sollte man gern vor dem Lesen ein Blick in diesen Anhang werfen und sich das Personenregister anschauen. Dort wird ein wenig erklärt, wie die jeweiligen nordischen Namen ausgesprochen werden. Kartenmaterial ist ebenso vorhanden und ein Lesebändchen rundet dieses schöne Buch perfekt ab.


    Fazit:


    „Der Schwur des Raben“ ist ein fantasievoller historischer Roman über das Schicksal nicht nur von zwei Menschen, sondern einer ganzen Insel. Er ist berührend, mitreisend, spannend und manchmal auch etwas düster und brutal. Ich hätte gern mehr von diesen Charakteren und ihren Leben gelesen, die 700 Seiten waren mir nicht genug, obwohl diese Geschichte zu Ende erzählt ist und mich etwas wehmütig zurückgelassen hat.


    5ratten

    Spannender Bericht über das Attentat von Sarajevo


    1914 ist das Jahr, das alles veränderte. Der 1. Weltkrieg hat begonnen und die Welt in Trümmer zurückgelassen. Im Juni dieses Jahres geschah in Sarajevo das Attentat auf den Thronfolger Österreich-Ungarn, welches der endgültige Auslöser war. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich einer Organisation angeschlossen, die beschlossen hat, es der K. und K. Monarchie zu zeigen. Sie bereiten sich auf ihren großen Auftritt vor. Gleichzeitig versucht der Major Rudolf Markovic, der beim Geheimdienst arbeitet, alles um seine Vorgesetzten und die Österreicher vor diesem Attentat zu warnen. Warnungen, die achtlos ignoriert werden.


    Ulf Schiewe schildert die Ereignisse beginnend eine Woche vor dem 14. Juni. In unterschiedlichen Handlungssträngen rekonstruiert er die Ereignisse. Er schildert von den jungen Männern, die ihren Idealen folgen, von dem Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau und lässt auch die Angehörigen der Attentäter nicht außen vor.


    Ich fand es interessant, zu lesen, wie die Tage damals abgelaufen sein könnten. Allerdings hat mir ein wenig die Spannung gefehlt, da das Ende nun mal unweigerlich bekannt ist. Damit fehlt natürlich ein wesentlicher Aspekt, um den Roman als Thriller zu bezeichnen. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gut gefallen. Es war nachvollziehbar, warum Gavrilo und seine Freunde, so gehandelt haben, wie sie es getan haben. Mein Mitgefühl für diese Männer hält sich allerdings in Grenzen.


    Die Frau von Franz Ferdinand fand ich im Besonderen interessant. Sophie hatte im Grunde nur Pech zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Als sie starb, musste ich dann doch mit den Tränen kämpfen. Wie grausam das Leben doch manchmal spielt. Das Bild, welches der Autor von ihr gezeichnet hat, hat mir gut gefallen. Ihre Gedanken und Gespräche mit Franz Ferdinand haben sich gekonnt in die Geschichte gefügt.


    Gelungen fand ich die Schilderung wie und warum es zu diesem Attentat kam und wie verzweifelt dieser Major versucht hat das schlimmste zu verhindern. Hier zeigt sich, wie machtbesessen manche Vorgesetzten einfach sind. Ob es wirklich so gewesen ist, wie der Autor es hier schildert, bleibt mal dahingestellt, ich fand die Schilderung aber durchaus glaubwürdig und nachvollziehbar.


    Der Erzählstil war dabei leicht und locker zu lesen. Am Ende befindet sich ein Personenregister, welches Aufschluss darüber gibt, wer von den Protagonisten historisch belegt und wer fiktiv war. Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit und ein Glossar der fremden Begriffe rundet das Buch ab.


    Fazit:


    „Der Attentäter“ ist ein Roman über ein schreckliches Attentat im 20. Jahrhundert. Ulf Schiewe hat dieses historische Ereignis ausführlich geschildert und es von mehren Seiten beleuchtet. Mir haben der Roman und die Art und Weise, wie der Autor vorgegangen ist, gut gefallen. Die Handlung war spannend und vor allem glaubwürdig bis zum bitteren Ende.


    5ratten

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    Nordamerika in der Mitte des 16. Jahrhunderts: Maisblüte ist eine junge Frau, die dem Stamm der Choctaw-Indianer angehört. Ihr Volk lebt im Einklang mit der Natur. Ihr Leben ist vorherbestimmt, ihr Vater ein mächtiger Häuptling. Der Stamm lebt am Alabama-Fluss.


    Machwao ist ein Indianer vom Stamm der Menominee hoch im Norden. Er hat vor eine Handelsreise anzutreten und mit den Stämmen im Süden, Handel zu treiben. Keiner der beiden ahnt, welches Schicksal auf sie beide zukommt. Niemand sieht die Bedrohung kommen. Männer aus einem fremden Land haben den Kontinent betreten. Sie sind seltsam gekleidet, haben merkwürdige Kopfbedeckungen und reiten auf vierbeinigen Hunden durchs Land. Aber viel schlimmer noch ist, das sie mordend und brennend durch das Gebiet der Menschen ziehen. Sie töten wahllos und sie bringen Krankheiten mit. In dieses Chaos hinein gerät Maisblüte und nichts in ihrem Leben ist mehr so, wie es mal war. Jetzt muss sie als Sklavin ihr Leben fristen. Ohne eine Chance auf ein neues Leben. Sie wird mitgeschleppt Richtung Norden, einer ungewissen Zukunft entgegen.


    Dieser Roman ist nicht einfach nur ein weiterer Roman über die Ureinwohner Nordamerikas, sondern erzählt von dem Schicksal einer jungen Frau. Maisblüte erlebt am eigenen Leib, was das Betreten der Spanier Nordamerikas für ihr Volk bedeutete. Dabei lässt die Autorin Kerstin Groeper nichts aus. Sie beschönigt nichts und scheut auch nicht dafür zurück, genau zu schildern, was die Conquistadores mit der Bevölkerung gemacht haben. Nicht alle Szene lassen sich einfach lesen, manche sind brutal und schonungslos, aber trotz aller Härte hat es die Autorin verstanden, auch die Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Protagonisten nicht sterben zu lassen.


    Mir hat dieser Roman gut gefallen, er hebt sich deutlich hervor aus dem Genre der historischen Romane, und zwar nicht nur, weil er detailgetreu erzählt, wie es im 16. Jahrhundert gewesen sein könnte, sondern weil er von einem Schicksal erzählt, welches oft verherrlicht wird. Die Autorin schildert die Eroberung Nordamerikas mit bewegenden Worten und lässt dabei nichts aus. Sie hat es verstanden ihre fiktive Geschichte um Maisblüte und Machwao mit den historischen Tatsachen zu verbinden. Entstanden ist ein berührendes Schicksal von Menschen, die in ein neues Leben gezwungen wurden.


    Zunächst wird die Geschichte der beiden Protagonisten einzeln erzählt. In zwei Handlungssträngen wechselt die Autorin zwischen ihnen hin und her. Der Leser erlebt so beide Schicksale gleichzeitig. Man sieht dabei schön, wie die beiden Handlungsstränge langsam zusammen laufen und sich dann verbinden. Der Erzählstil ist dabei detailgetreu und flüssig zu lesen. Groeper erzählt aber nicht nur von den Menschen, sondern viel mehr noch von der Landschaft, von der Umgebung, durch welche ihre Protagonisten ziehen. Die Schönheit und Weite des Landes wird deutlich.


    Schon das Cover lässt erahnen, um welches Leben es hier geht. Es passt wunderbar zu der Geschichte im Buch. Die Aufmachung ist überhaupt gut gelungen. Es gibt eine Karte, mit welcher man gut den Weg nachverfolgen kann, den Maisblüte, Machwao und die Spanier genommen haben. Ein Nachwort am Ende klärt Fiktion und Wahrheit.


    „Donnergrollen im Land der grünen Wasser“ ist ein berührender historischer Roman über das Leben im 16. Jahrhundert Nordamerikas. Das Leben und Sterben dieser Protagonisten geht einem unter die Haut. Kerstin Groeper hat es verstanden fesselnd zu erzählen. Ich konnte mich nur schwer von der Geschichte um Maisblüte und ihrer Familie trennen. Für mich war es das erste Buch dieser Autorin, aber sicher nicht mein letztes.


    5ratten

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    Aus einem Leben im 30.-jährigen Krieg


    Der 30.-jährige Krieg tobt durch Europa. In dieser Zeit lebt Magdalena. Sie ist eine mutige junge Frau, die sich nicht in ihre Rolle als Frau pressen lassen will. Sie ist handwerklich sehr geschickt, hat früh ihrem Vater bei seinem Schmiedehandwerk zugesehen und so gelernt, Pferde zu beschlagen. Magdalena verhält sich nicht, wie ein junges Mädchen es tun sollte, und wird so immer wieder misstrauisch betrachtet. Auch die Eltern können und wollen ihr nicht beistehen. So muss sie die elterliche Schmiede verlassen und sich selbst versorgen. Sie gerät durch einen Zufall in den Krieg und von nun an bestimmt dieser ihr Leben. Magdalena zieht mit und verdient sich ihr Geld als Marketenderin. Sie erlebt aber nicht nur die Schrecken dieses Krieges, sondern auch Liebe und Freundschaft.


    Carmen Meyer schildert das Leben in dieser Epoche ausführlich. Magdalena lebt ein Schicksal, welches wohl viele Frauen in dieser Zeit führten. Sie ist als Frau auf sich allein gestellt, noch dazu mit Fähigkeiten ausgestattet, die man einfach nicht haben durfte. Sie sagt, was sie denkt und das ist nicht immer gut. Die Folgen bekommt sie dabei schnell zu spüren. Zum einen musste sie die Heimat verlassen, zum anderen hatte sie auch im Tross zu gehorchen. Es fiel ihr nicht immer leicht. Die Autorin hat ihr Leben aber glaubhaft in Szene gesetzt. Sie hat nicht nur das Leben in den Versorgungszügen der Armeen geschildert, sondern viel mehr von dem Leben dieser Menschen.

    Es war anstrengend und gefährlich, aber eben auch das einzige Leben, dass Frauen wie Magdalena hatten. Carmen Meyer gibt ihnen ein Gesicht, macht sie lebendig.


    Mit ihrem leichten Erzählstil hat sie mich schnell in den Bann gezogen. Allerdings hatte ich zu Beginn ein paar kleine Schwierigkeiten. Mir kam die Geschichte etwas bekannt vor, bis ich dann festgestellt habe, „Die Trossfrau“ ist eine lockere Fortsetzung zu dem Roman „Das Awaren-Amulett“. Als mir das dann bewusst war, wurde das Buch noch besser. Ich fand es interessant, zu lesen, was aus den Protagonisten geworden ist, die in dem Vorgänger nur am Rande erwähnt wurden.


    Man kann die beiden Bücher unabhängig voneinander lesen. Es sind Geschichten, die für sich allein stehen, auch wenn sie zusammen gehören. Ein Nachwort klärt kurz Fiktion und Wahrheit, ein Glossar klärt einige fremde Begriffe und ein Personenregister gibt Aufschluss über historisch belegte Protagonisten.


    Fazit:


    „Die Trossfrau“ ist ein historischer Roman über Frauen, die im 30.-jährigen Krieg leben mussten. Magdalenas Schicksal steht für diese Frauen. Ihre Geschichte ist unterhaltsam und informativ. Das Buch war in nur wenigen Stunden gelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Spannende und gute Unterhaltung.


    4ratten

    Das Leben geht manchmal seltsame Wege


    Mona Lang lebt in Berlin und ist eigentlich der Meinung, glücklich zu sein. Doch dann erreicht sie der Brief eines Anwaltes aus München. Ihre Großtante Klara ist verstorben und hat ihr ein Haus vererbt. Mona hat die Tante nur einmal kurz gesehen und das ist Jahre her. Warum sie ausgerechnet ihr so ein großes Erbe hinterlassen hat, versteht sie nicht. Einmal in München angekommen und sich mit dem Erbe befasst, kommt die junge Frau einer Intrige aus der Vergangenheit auf die Spur. Das Haus hat eine Geschichte, die nicht so ganz einfach zu entschlüsseln ist.


    Ellen Sandberg erzählt die Geschichte eines Hauses in München-Schwabing. Mona erbt dieses Haus und damit auch ein gewisses Vermögen, allerdings ist es nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Mona ist eine Frau, die es nach Möglichkeit allen recht machen möchte. Sie hat die Veranlagung, auch den ärmsten der Armen zu helfen, und so wandert schon mal schnell der eine oder andere Euro in die Dosen der Bettler. Für Mona ist es selbstverständlich anderen Menschen zu helfen. Dies ist wohl auch mit einer der Gründe, warum die Großtante ausgerechnet ihr das Haus mit seiner Vergangenheit vererbt hat. Ein Satz der Tante begleitet die junge Frau: „Mona wird das richtige tun“, was aber genau die alte Dame damit gemeint hat, bleibt lange im Unklaren.


    Die Geschichte um Mona und das Haus und vor allem um die Bewohner dieses Haus, spielt sich auf zwei Zeitebenen ab. Zum einen in der Gegenwart und erzählt von Mona und ihren Problemen im Jahre 2018. Der zweite Handlungsstrang setzt im Jahre 1938 an. Hier beginnt die Geschichte der Großtante Klara und ihrer Freundin Mirjam Roth. Die Familie Roth plant ihre Auswanderung, denn die Zeiten sind schlecht für jüdische Familien. Auch die Freundinnen müssen sich trennen.


    Ellen Sandberg schildert gelungen davon, wie das Haus den Besitzer wechselte und was alles in diesen Jahren geschehen ist. Immer wieder kehrt sie aber zu Mona Lang in die Gegenwart zurück. Nicht nur für die junge Frau ist es eine Reise in die Vergangenheit, sie lernt auch die Nachfahren der Familie Roth kennen. Die Schilderung dieser zweiten Familie, ist vielleicht ein wenig zu überspitzt. Sie werden als Menschen geschildert, die nur aufs Geld aus sind. Der Traum vom Reichtum begleitet sie, die Hoffnung, Hartz IV hinter sich lassen zu können, ist immer dabei. Diese Szenen fand ich schon etwas zu klischeehaft und überzogen. Auch die Handlungsweise von Mona war nicht immer nachvollziehbar oder glaubwürdig, obwohl ich den Gedanken gut finde, dass es Menschen gibt, die so selbstlos handeln. Mona wird als Frau geschildert, die eben alles richtig machen möchte und vor allem es anderen recht machen will. Dies bringt sie schon mal an ihre Grenzen und sie gerät schnell unter den Einfluss falscher Leute. Es dauert ein wenig, bis sie ihre Fehler erkennt und ihre Schlüsse daraus zieht. Aber im Ganzen gesehen hat mir ihre Art gut gefallen. Gemeinsam mit Mona erfährt der Leser die tragischen Ereignisse ab den Jahren um 1938. Sie entschlüsseln sich so nach und nach mithilfe von Briefen und Dokumenten, die die junge Frau bei der Durchsicht der persönlichen Hinterlassenschaft der Tante findet. So entsteht eine spannende Geschichte aus der Vergangenheit und verbindet sich gekonnt mit der Gegenwart.



    Der Erzählstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, einmal begonnen konnte ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen. Mir hat die Geschichte von Mona und Klara gut gefallen. Zwei Freundinnen, zwei Leben und Schicksale und am Ende bekommt jeder was er verdient, den das Leben geht manchmal seltsame Wege.


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    Eine Heldensaga aus dem hohen Norden


    Limgard ist ein kleiner Ort irgendwo im Norden. Hier leben Krieger, deren einziges Bestreben es ist, auf Raubzug zu gehen, um mit ihren Taten von den Skalden besungen zu werden. Truid ist die Tochter des Jarls von Dorsteinn. Die Jarls von Limgard und Dorsrstein sind befreundet und um diese Freundschaft zu festigen, soll Truid nun in Limgard leben. Zunächst ist es ihr gar nicht recht. Sie würde lieber in der Heimat bleiben, auch wenn der Ort, der Geburtsort ihrer Mutter ist. Allerdings lebt sich die junge Frau dann doch gut ein und findet nicht nur Freunde. Gleich zwei Krieger lockt sie an. Rorik und Svein sind Freunde bis in den Tod, doch die Liebe zur gleichen Frau könnte zu Problemen führen. Doch dann gehen sie auf Raubzug in ein entferntes Land und alles scheint sich zu ändern.


    „Wellensang“ ist der Debütroman von Anna Eichenbach. Sie hat ihre Geschichte über die Nordmänner im 8. Jahrhundert angesiedelt. Die Handlung beginnt mit der Jarlstochter, die einen Weg gehen soll, den sie eigentlich nicht gehen will. Zunächst fließt die Geschichte leicht dahin und scheint sich zu einem Liebesroman, vor historischer Kulisse, zu entwickeln. Nichts was einen bleibenden Eindruck hinterlassen würde, so dachte ich jedenfalls. Aber dann nahm die Geschichte eine Wendung, die mir gut gefallen hat. Rorik wurde vor eine fast unlösbare Aufgabe gestellt und Svein hat einen Weg eingeschlagen, der ihm selbst nicht gefallen hat. Mir hingegen hat gut gefallen, wie die Autorin jetzt von dem Leben dieser Männer und Frauen erzählt hat. Am Ende habe ich einen historischen Roman gelesen, der mich nicht nur gut unterhalten hat, sondern vor allem eine spannende Geschichte zu erzählen hatte.


    Der Erzählstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen. Die Autorin hat es verstanden, den Lebensstil dieser Menschen lebendig werden zu lassen und gleichzeitig die Schönheiten der Landschaft zu beschreiben. Sie hat in ihrer Erzählung immer mal wieder alte Namen und Orte einfließen lassen, diese aber auch gleich übersetzt, sodass man nicht aus dem Lesefluss gebracht wurde. Mir hat gut gefallen, wie sie von den alten Göttern erzählt hat und dann wieder von dem Leben und dem Kampf auf Raubzug.


    Fazit:


    „Wellensang“ ist ein wunderbarer Roman über die Krieger des Nordens. Über ihr Leben, ihre Liebe und ihre Götter. Auch wenn die Handlung keine historische Grundlage hat und wohl nur der Fantasie der Autorin entsprungen ist, könnte es durchaus so gewesen sein. Männer wie Rorik, Svein und ihre Kameraden oder Frauen, wie Turid wird es sicher gegeben haben.

    Ich bin gespannt, was uns diese Autorin noch zu erzählen hat, ihr Debüt ist ihr in meinen Augen jedenfalls gelungen. Vielleicht entführt sie uns ja noch mal nach Limgard und es gibt ein Wiedersehen mit Turid und ihren Freunden.

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    Liebesroman, Unterhaltungsroman und Krimi


    Verlieb dich nie in einen Norweger, dieses seltsame Versprechen nimmt Kerstin ihrer Tochter Annika ab, als diese beschließt, nach Norwegen zu reisen, um zu ergründen, wie es zu dem Tod ihres Zwillingsbruders kam. Dass sie überhaupt einen Bruder hatte, hat Annika erst bei der Beerdigung ihres Vaters erfahren. Leider verweigert ihre Mutter ihr jede Auskunft über den Bruder oder über dessen Tod. Auch erzählt sie nichts aus ihrer Vergangenheit. So beschließt die junge Frau, sich eben selbst auf die Reise zu machen. Ob sie das Versprechen allerdings halten kann, wird die Zukunft zeigen. Denn genau wie ihre Mutter vor 30 Jahren, lernt sie zwei äußerst attraktive Männer kennen. Annikas Reise nach Norwegen entwickelt sich schnell, zu einer Reise in ihre eigene Vergangenheit.


    Das Buch beginnt zunächst als netter Unterhaltungs- und Liebesroman. Der Leser lernt Annika kennen und ihre Gründe warum sie nach Norwegen fährt. In einem zweiten Handlungsstrang, der 30 Jahre früher beginnt, erfährt man dann von Kerstin und wie sie nach Norwegen kam. Das Leben der beiden Frauen scheint in ruhige Bahnen zu fließen und der Roman ein unterhaltsamer Liebesroman zu sein. Aber je weiter Annika der Suche nach ihrem Bruder kommt, umso spannender wird die Handlung. Es entwickelt sich zu einem richtigen Krimi.


    Am Anfang war mir die Geschichte ein bisschen zu seicht und zu offensichtlich. Zwei junge Frauen reisen nach Norwegen, lernen einen attraktiven Mann kennen und den Rest kennt man ja. Allerdings hatte ich nicht unbedingt mit den Wendungen gerechnet, die sich die Autorin erdacht hat. Nicht nur, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt, nein die Liebesgeschichte nimmt eben andere Wege als gedacht. Genau das hat mir aber wiederum gut gefallen. So ab der Mitte des Buches wollte ich wissen, wie es weiter geht und wie es enden wird. Somit habe ich das Buch quasi nicht mehr aus der Hand gelegt. Das letzte Drittel war dann auch wirklich spannend, als wäre es von Anfang ein Krimi.


    Die Protagonisten hat Gabriele Popma dabei wunderbar gezeichnet. Sie gibt ihnen genügend Raum, um zu wachsen. Es fällt fast schon leicht sich auf den Charme von Morton einzulassen oder Jan und Erik zu vertrauen. Annika, die selbstbewusste junge Frau lernt viel über sich selbst kennen. Kerstin macht dabei eine Entwicklung, durch die durch und durch spannend ist. Insgesamt hat mir gut gefallen, wie sich die Charaktere entwickeln durften.


    Fazit:


    „Der Fjord schweigt“ ist ein spannender Unterhaltungsroman mit Liebe zum Detail und gleichzeitig ein kleiner Krimi, der so einiges über die menschliche Psyche verrät. Ich habe dieses Buch gern gelesen und fühlte mich gut unterhalten.


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    Zwei Familien, zwei Leben und ein Schicksal


    Schwäbischwerd im Jahre 1606: Die Familien Heidfeld und Ackermann haben sich ihren Wohlstand hart erarbeitet. Sie sind seit Jahren befreundet und auch der Religionsstreit kann sie nicht auseinanderbringen. Die Heidfeldts sind katholisch, während die Ackermanns dem protestantischen Glauben angehören. Beide Familien unterstützen sich, wo immer es nötig ist. Niemand ahnt auch nur etwas von ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Allerdings kommen düstere Zeiten auf die Stadt und ihre Bewohner zu. Der große Krieg ist schon zum Greifen nah und keiner sieht das Unheil kommen. Neid und Missgunst tragen ein übriges dazu bei, um beiden Familien das Leben schwerzumachen. Werden sie es schaffen, ihre Freundschaft zu erhalten und ihr Leben zu sichern?


    Romane die in der Zeit des 30.jährigen Krieges spielen gibt es zur Genüge, aber ein Buch, welches von den Jahren davor erzählt, habe ich noch nicht so oft gelesen. Die Zeit des Religionsfriedens war mindestens genauso spannend und interessant, wie später der grausame Krieg. Die Familien Heidfeldt und Ackermann sind nur zwei Beispiele, wie ein Leben damals ausgesehen haben könnte. Mir habe diese Protagonisten gut gefallen. Das Autorenduo hat es verstanden, ihre Charaktere abwechslungsreich zu gestalten. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, nicht nur gut oder böse. Jeder hat kleine Geheimnisse die gewahrt bleiben wollen. Die Schwächen und Stärken haben die Autoren wunderbar ausgearbeitet.


    Aber nicht nur das Familienleben wurde beschrieben, gerade auch die Atmosphäre der Zeit wurde gut eingefangen. Man bekommt schöne Einblicke, wie kleine Streiterei größere Unglücke erzeugen können. Der Streit der Religionen fängt im Kleinen an, um sich dann weiter auszubreiten, genau dies wird ausführlich geschildert. Die Familien bilden sozusagen nur die Grundlage, um das Geschehen vor dem großen Krieg erzählen zu können. Mir hat gut gefallen, wie die Autoren Zach-Bauer vorgegangen sind. Es hat Spaß gemacht mit den Heidfeldts und Ackermanns Schwäbischwerd kennenzulernen. Damit man die Familien gut auseinanderhalten kann, steht gleich zu Beginn ein Personenregister, welches dabei behilflich ist. Fremde Begriffe werden schon gleich auf jeder Seite gekennzeichnet und als Fußnote geklärt.


    Fazit:


    „Tränen der Erde“ ist ein spannender, abwechslungsreicher, historischer Roman. Er hat mich wunderbar unterhalten. Die Seiten sind nur so dahin geflogen. Eins ist mal sicher, dieser Roman war zwar mein erster Roman des Autorenduos Zach-Bauer, aber sicher nicht mein letzter.


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    August 1157: Adele von Meißen ist dänische Königin, aber das Schicksal meint es nicht gut, mit dieser Krone. Adele, muss um ihr Leben fürchten. Kaiser Friedrich I ist am Ziel seiner Träume, er ist der mächtigste Mann Europas, aber wird es so bleiben? Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern sichert sein eigenes Reich und wird immer mächtiger und reicher, aber kann er auch in Zukunft seinen Feinden trotzen? Niklot, der Fürst der Abodriten versucht alles, um seinen Leuten ihr Leben in Freiheit zu erhalten, aber wie wird ihre Zukunft aussehen? Diese Fragen und noch einige mehr klärt der vorliegende 4. Band aus der „Schwert und Krone“ Reihe von Sabine Ebert.


    Genau 10 Jahre umfasst dieser Band und erzählt davon, wie es den Protagonisten ergangen ist. Friedrich strebt nicht nur nach Reichtum und Macht, sondern auch die Sorge um einen Erben treibt ihn um. Allen Fürsten geht es so, was bedeutet Machtgewinn, was Land und Reichtum, wenn keine Erben vorhanden sind? Diese große Sorge lastet vor allem auf den Frauen. Bekommen sie nicht das richtige Kind ist es ihre Schuld, da gibt es keine Ausnahmen. Beatrice als Gattin von Friedrich I betrifft es genauso, wie Hedwig, die mit Otto dem Markgrafen von Meißen verheiratet ist. Mir gefällt gut, wie Sabine Ebert von den Schicksalen dieser Menschen erzählt. Sie hat den historischen Teil wunderbar mit ihren Protagonisten gefüllt und die Charaktere lebhaft gezeichnet.


    Ich habe bereits die Vorgänger dieser Reihe gelesen und geliebt, aber ich finde, die Autorin wird immer noch besser. Sie lässt ein Bild dieser Epoche entstehen, dass man fast das Gefühl bekommt dabei zu sein, vielleicht liegt es aber auch an mir, ich liebe gute historische Romane. Sabine Ebert hat es ausgezeichnet verstanden von den Frauen dieser Zeit genauso zu erzählten, wie von den Männern, die ja eigentlich alles dominierten.

    In dieser Zeit gab es so einige Charaktere, die das Bild geprägt haben und so gibt es hier auch unterschiedliche Handlungsstränge. Mal ist man bei Friedrich I und seiner Frau, um dann wieder zum Beispiel zu Adele von Meißen zu wechseln oder von Heinrich dem Löwen zu lesen. So geht es durch die gesamte Handlung. Ich fand es spannend, all diese Geschichten zu lesen, dabei zu sein, wie quasi München entstanden ist, oder mit Barbarossa auf dem Italien-Feldzug zu sein, nur um im nächsten Abschnitt bei den Abodriten zu sein und zu hoffen das Niklot doch noch eine Lösung findet. Die Vielzahl der Protagonisten ist beeindruckend und vor allem, wie die Autorin es geschafft hat, sie alle zu vereinen und daraus einen großartigen Roman gemacht hat.


    Fazit:


    „Herz aus Stein“ ist ein weiterer gelungener Teil aus der „Schwert und Krone“ Reihe von Sabine Ebert. Ich habe ihn sehr gern gelesen, denn auch dieser Teil war in nur wenigen Tagen beendet und es ist schade, dass es nun noch etwas dauert, bis Band 5 erscheint. So wie die Autorin hier die historischen Ereignisse schildert, sollte Geschichtsunterricht sein, ich fand es spannend und faszinierend zugleich.


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    Schokolade & Musik = Lesevergnügen


    Serafina ist die Halbschwester von Victor. Nach dem Tod des Vaters zieht sie nun zu ihm in die Villa in Stuttgart. Zunächst ist die junge Frau nicht begeistert davon, dass lebenslustige Berlin zu verlassen, aber da sie auch einige Probleme in der Stadt hat, scheinen sich diese dadurch zu lösen, dass sie die Hauptstadt verlässt. Victor nimmt seine Schwester gern auf und bietet ihr ein Leben mit Schokolade. Aber auch hier läuft nicht alles wie geplant. Unerklärliche Zwischenfälle scheinen das Imperium der Schokolade zu bedrohen. Und die Zwillinge Anton und Karl machen es der jungen Frau auch nicht gerade leicht zu entscheiden, wie ihr Leben aussehen soll.


    „Goldene Jahre“ ist der zweite Band dieser Trilogie rund um die Herstellung von Schokolade mit ihrem Hauptschwerpunkt in Stuttgart. 22 Jahre sind vergangen und die nächste Generation ist herangewachsen. Judith und ihr Mann Victor haben es geschafft, aus ihrer Fabrik ein erfolgreiches Unternehmen zu machen. Jetzt galt es den Erfolg zu halten und zu mehren.


    Mit Serafina zieht eine junge eigenwillige Frau in die Villa ein und verstärkt das Team. Aber auch die Zwillinge Anton und Karl dürfen zeigen, was in ihnen steckt. Eine ganze Schar von Protagonisten sorgt dafür, dass dieser Teil eine lebhafte Geschichte wird.


    Mir hat es großen Spaß gemacht „Goldene Jahre“ zu lesen, es war nicht nur einfach unterhaltsam, sondern hatte ein bisschen was von nach-Hause-kommen. Obwohl in diesem Teil Judith und Victor gar nicht so viele Szenen hatten, haben sie mir wieder gut gefallen. Sie entwickeln sich weiter und bringen ihr Leben voran. Ich mag es dabei zuzusehen, wie sich Charaktere entwickeln und ihr Leben meistern. Der Schwerpunkt in diesem Teil liegt mehr bei Serafina. Die junge Frau muss ihren Platz im Leben erst noch finden und bringt so einige Probleme mit nach Stuttgart. Diese zu lösen ist fast schon ein kleiner Krimi.


    Gut gefallen hat mir, wie die Autorin die losen Fäden aus dem ersten Teil mit diesem verbunden hat. Es wird so einiges geklärt, aber gleichzeitig hat sie auch Fäden fallen lassen, die einen gespannt auf den dritten Teil warten lassen. Die Handlung baut sich so nach und nach auf und die Spannung steigt, sodass ich ab ca. der Hälfte des Buches nicht mehr aufhören konnte mit dem Lesen. Da es gleich zwei Handlungsstränge gab, die einiges zu erzählen hatten, war es schwer das Buch mal aus der Hand zu legen.


    Fazit:


    Der Schwerpunkt dieser Romane liegt zwar in der Herstellung von Schokolade, aber die Autorin hat es wunderbar verstanden noch einiges andere mit in die Geschichte hineinzuweben. Es ist eine Handlung rund um Schokolade und Musik entstanden. Sie hat das Flair und die Lebenslust der Zwanzigerjahre gekonnt eingefangen. Den Lebensstil der Menschen wiedergegeben und den Charakteren leben eingehaucht. Für mich war dieser Roman die perfekte Mischung aus Liebesroman und Erzählung aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts.


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    Liebe in Indien


    Perdita ist die perfekte, gehorsame Tochter. Sie ist bereit sich in ihr vorherbestimmtes Leben zu fügen. Sie steht kurz vor der Heirat mit ihrem Jugendfreund und ihre Welt scheint in Ordnung zu sein. Dann bringt ihre lebenslustige Schwester Della alles durcheinander. Schließlich muss die junge Frau für ihren Fehler gerade stehen und England verlassen. Della wird nach Indien geschickt, an einen Ort namens Shimla. Alles scheint sich zu fügen, doch dann ist die Schwester plötzlich verschwunden. Perdita macht sich auf den Weg nach Shimla, um zu ergründen, was geschehen ist. Wer ist der Mann, denn Della so sehnsuchtsvoll beschrieben hat? Was wird Perdita erwarten?


    Die Geschichte der Schwestern beginnt zunächst harmlos in kalten England des Jahres 1910. Die Familie gehört zum Adel und ist frei von jeglichen Skandalen. Aber dann begeht Della einen Fehler, für den die ganze Familie einstehen muss. Gerade für Perdita, die sich ein anderes Leben gar nicht vorstellen kann, beginnt der Kampf gegen die Konventionen. Sie liebt ihre Schwester, aber kann trotzdem nicht anders, als sich den Anweisungen des Vaters zu fügen. Die Autorin lässt ihrer Protagonistin die Zeit, um ihre Welt zu überdenken. Dadurch wird es auch für den Leser nachvollziehbar warum Perdita sich letztendlich doch auf die Suche nach ihrer Schwester macht.


    Dieser Roman lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite fand ich ihn, wunderbar zu lesen. Lydia Conradi versteht es meisterhaft, die Landschaften zu beschreiben. Ich war gefangen von der Schönheit Shimlas, überwältigt von Indien mit seinen Menschen und seiner Vielfalt. Aber leider nicht von den Protagonisten, sie waren zwar nett zu lesen, aber ich fand nicht den richtigen Weg zu ihnen.


    Der Erzählstil ist facettenreich und ausdrucksstark und lässt die Szenen lebendig werden. Allerdings hat die Autorin hier immer wieder Briefe oder Tagebuchaufzeichnungen eingestreut. Diese unterbrechen immer wieder die eigentliche Handlung und haben mich aus dem Lesefluss gerissen. Vor allem, weil sie nicht wesentlich zur Handlung beigetragen haben, so dachte ich zu mindestens beim Lesen. Erst zum Ende hin wurde klar, was es mit diesen Briefen, die zum Teil aus dem 19. Jahrhundert stammten, auf sich hatte.


    Die gesamte Handlung war mystisch angehaucht und hätte bestimmt spannend sein können, hat mich aber einfach nicht richtig erreicht. Ich bin mit den Protagonisten nicht so recht warm geworden. Auch fand ich es schon seltsam, dass eine junge Frau aus gutem Haus, die als unbedarft und korrekt beschrieben wird, plötzlich die Heimat verlässt und Dinge geschehen lässt, die vorher komplett undenkbar für sie gewesen wären. Sicherlich ist ihr Handeln nachvollziehbar beschrieben worden und eigentlich fehlte in diesem Bezug nichts, aber mich hat sie eben nicht vollständig erreicht.


    Fazit:


    „Palast der Safranblüten“ ist ein opulenter historischer Roman, der im fernen Shimla eine mystische Geschichte erzählt, aber mir leider nicht so gefallen hat, wie ich es erwartet hatte. Trotz schwächen aus meiner Sicht, habe ich ihn aber gern gelesen.


    3ratten

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    Atmosphärisch dicht und spannend



    Alfred Wagener ist Medizinstudent mit Leidenschaft, allerdings
    entstammt er nicht der gehobenen Klasse, was im Jahre 1787 noch ein
    Problem ist. Zudem ist er vor allem an dem Schicksal der Menschen
    interessiert, die im Narrenturm ihr Leben fristen müssen. In diesem
    Turm wird der Irrsinn behandelt. Für Alfred steht fest, hier muss
    sich etwas ändern, hier muss ich helfen und mein Wissen einsetzten,
    aber das Leben hat einen anderen Weg für ihn bestimmt.


    Die Komtesse Helene Amalia von Weydrich
    wächst behütet im Schloß ihres Vaters auf. Dieser hält aber
    nichts vom Leben am Wiener Hof und so kommt es, dass die junge Frau
    nicht in die Gesellschaft eingeführt wurde, sondern viel mehr ihren
    wachen Geist schulen durfte. Sie lernt viel, aber wenig vom Leben.
    Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.


    Die Geschichte beginnt mit einem
    Prolog, der direkt unter die Haut geht. Es wird das Leben in dem
    Narrenturm zu Wien geschildert. Dieser Beginn verspricht einen
    eindrucksvollen Roman und so war es letztendlich auch, wenn auch
    anders als erwartet. Ich hatte erwartet, viel über die Medizin im
    18. Jahrhundert zu lesen. Zu Beginn ist es auch so gewesen, im ersten
    Drittel des Romans erzählt René Anour einiges über diesen Bereich.
    Er schildert aber auch das Leben seiner Protagonisten. Und weil das
    Schicksal nun mal nicht immer auf geraden, direkten Weg daherkommt,
    müssen auch Alfred und Helene einiges erleben und überstehen, um
    ihren Weg im Leben zu finden.


    Ich fand es spannend, was das Leben mit
    diesen Charakteren vorhatte. Der Autor hat seine fiktive Handlung
    dabei wunderbar mit den historischen Ereignissen der Zeit verwoben.
    Er hat Einblicke in die Welt der Medizin gegeben, um dann auch die
    Seite des Krieges zu zeigen. Mir hat gut gefallen, wie hier beide
    Seiten miteinander in Einklang gebracht wurden.


    Zum einen war es eine berührende
    Liebesgeschichte und zum anderen ein spannender historischer Roman,
    der mit Intrigen, Mord und Verrat aufwarten konnte. In zwei
    Handlungssträngen hat Anour die Geschichte aufgeteilt, zum einen
    erzählt er von Alfred und seinem Leben, um dann immer wieder zu
    Helene zurückzukehren. Die junge Frau hatte nicht weniger zu
    erleben, wie Alfred und so hat sich dieser Roman zwischendurch
    spannender als so mancher Krimi entpuppt.


    Beeindruckt war ich von der Fülle der
    gesamten Handlung und der doch sehr zahlreichen Protagonisten und vor
    allem von den unerwarteten Wendungen, die der Geschichte immer wieder
    neue Richtungen aufwies. Der Autor hat es verstanden, die Spannung
    nicht nur aufzubauen, sondern bis zum Schluss zu halten.


    Der Erzählstil von Anour ist dabei
    angenehm zu lesen und lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Zudem
    verschafft ein Personenregister den nötigen Überblick über die
    Protagonisten und klärt auch gleich, wer historisch belegt ist und
    wer der Fantasie des Autors entsprungen ist. Am Ende befindet sich
    ein ausführliches Nachwort und ein Glossar klärt ungewöhnliche
    Begriffe.


    Fazit:


    Dies war mein erstes Buch von René
    Anour und ich hoffe, er schreibt noch einige historische Romane, den
    „Im Schatten des Turms“ war nicht nur gut recherchiert und hatte
    eine spannende Geschichte, sondern hat mich in seinen Bann gezogen
    und gefesselt. Es war in nur wenigen Tagen gelesen.


    5ratten

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    Der Titel trifft es genau, dies sind Tage des Schicksals


    Seit einigen Jahren leben Irene, das ehemalige Dienstmädchen, und ihr Mann Franz Gerban jetzt glücklich auf ihrem Weingut in Schweighofen. Das Leben könnte schöner nicht sein, aber da ist dieses Gefühl im Leben doch mehr zu sein, als nur Mutter und Ehefrau. Irene fühlt sich mehr und mehr nutzlos. Sie ist beseelt davon, den Kampf für die Rechte der Arbeiterfrauen wieder aufzunehmen. Franz unterstützt sie bei ihrem Vorhaben, eigentlich. Doch dann scheint sich alles zu verselbstständigen, während Franz seine eigenen politischen Ziele verfolgt, stößt Irene an ihre Grenzen, Grenzen, die ihr von der Gesetzgebung vorgegeben sind. Der Kampf für die Rechte der Frauen, gegen Unrecht und Unterdrückung hat gerade erst begonnen. Dieser Kampf bedroht aber auch ihr persönliches Glück, werden sie und Franz und ihre Familie diese Krise überstehen?


    „Das Weingut. Tage des Schicksals“ ist der dritte Band der Weingut-Reihe und setzt 5 Jahre nach Band 2 ein und zwar im Jahre 1877. Die Familie ist zusammen gewachsen und eigentlich könnte Irene ein glückliches Leben führen, aber da sie es gewohnt war, für sich selbst zu sorgen und zu arbeiten, fühlt sie sich jetzt mehr und mehr nutzlos. Sie sucht nach einer neuen Aufgabe und findet auch die nötige Unterstützung bei der Familie. Glaubhaft schildert die Autorin, von dem Kampf um die Rechte der Frauen und Arbeiter, gleichzeitig aber auch von dem politischen Geschehen in Elsass-Lothringen. Es hat mir gut gefallen, wie sie die historischen Hintergründe mit ihrer fiktiven Geschichte verwoben hat.


    Irene geht mutig ihren Weg und scheut nicht vor Streit und Unannehmlichkeiten zurück. Es hat mir gut gefallen, wie sie ihren Kampf ausgetragen hat. Sie steht zu ihren Wurzeln. Gleichzeitig nimmt sie aber auch die Herausforderung an, überhaupt in den gehobenen Kreisen der Familie Gerban aufgenommen zu werden. Für Irene ist es keine leichte Zeit, aber auch Franz muss Entscheidungen treffen, die sein weiteres Leben bestimmen.


    Aber nicht nur der Arbeiterkampf oder die politische Situation des Landes hat ihren Weg in die Geschichte gefunden, auch die losen Handlungsstränge und Andeutungen aus den vorgehenden Büchern finden ihre Klärung und machen die Trilogie komplett. Die Einblicke in das Leben der Menschen, egal ob Politiker, Adel oder einfache Arbeiter, waren gelungen. Die einzelnen Charaktere haben die Chance bekommen sich zu entwickeln bezw. weiterzuentwickeln. Sie habe die Chance dazubekommen und gut genutzt.


    Fazit:


    Die Vielschichtigkeit der gesamten Handlung hat mich fasziniert. Zu keiner Zeit war die Geschichte langweilig oder uninteressant, ganz im Gegenteil ich habe auch diesen dritten Teil in nur wenigen Tagen gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Am Ende war ich ein wenig wehmütig, da mein Aufenthalt auf dem Weingut in Schweighofen nun beendet ist. Ich hätte gern noch mehr von Irene und Franz und ihrer Familie gelesen.


    5ratten

    Gegenwart und Vergangenheit finden sich


    Der Mord an einem Kunstsachverständigen stellt Hauptkommissar Toni Sanftleben diesmal vor ein großes Problem. Ein interessantes Gemälde hatte es dem Mann zuletzt angetan. Eine Frau, ganz in Schwarz und verschleiert, ist auf dem Bild zu sehen. Weitere Informationen zu dem Gemälde gibt es nicht. Wer ist diese Frau und was hat sie mit dem Toten zu schaffen? Die Ermittlungen führen Toni diesmal in die Welt der Kunst und des Films und in die Vergangenheit.


    Dieser nunmehr vierte Band der Reihe mit dem Kommissar Toni Sanftleben ist in seiner Art etwas Besonderes, die Handlung spielt sich nämlich auf zwei Zeitebenen ab. In der Gegenwart ermittelt der Kommissar, wie gewohnt. Geht Hinweisen nach, ruft sein Team zur Ordnung und verhört ungewöhnliche Zeugen.


    Die zweite Erzählebene spielt in den Jahren ab 1938 und erzählt aus dem spannenden Leben einer Frau im Umfeld der Filmindustrie. Lydia hat einiges erlebt, was hier so nach und nach erzählt wird.

    Sie hat ein spannendes Leben geführt. Der Autor berichtet schonungslos aus der Zeit um den 2. Weltkrieg, hier wird nichts beschönigt oder weggelassen.


    Diesen Handlungsstrang fand ich gelungen. So wie sich ihr Leben gestaltet hat, könnte es gut gewesen sein. Die Schilderungen waren für mich glaubhaft und auch nachvollziehbar, wenn ihr Leben auch nicht immer einfach war. Es hat mir gefallen, wie der Autor sie in die Handlung um die Mordermittlungen von Hauptkommissar Sanftleben hat einfließen lassen. Gleichzeitig hat er eine Verbindung zur Gegenwart geschaffen, mithilfe von lebenden Verwandten der mysteriösen Lydia und einer geheimnisvollen Villa nebst Einwohnerin.


    Fazit:


    „Stille Havel“ ist ein vielschichtiger Krimi mit Vergangenheit, der mich, wie erwartet sehr gut unterhalten hat. Der Hauptkommissar Toni Sanftleben entwickelt sich weiter, er klärt nicht nur seine Fälle, sondern bekommt auch im privaten seine Chance auf ein Leben und Freundschaften. Es gefällt mir, wie er so nach und nach sein Leben verändert und weiterlebt. Ich hoffe, er darf noch einige spannende Fälle lösen.


    5ratten

    Mitten aus dem Leben


    Martha lebt in Hamburger Gängeviertel, es ist eines der ärmsten Viertel der Stadt, aber ihre Welt ist halbwegs in Ordnung. Der Vater arbeitet als Schauermann, während ihre Mutter mit Heimarbeit etwas zum Lebensunterhalt beiträgt. Es ist nicht viel, was die Familie verdient, aber es reicht. Dann bricht die Cholera aus und die Mutter stirbt. Von jetzt an ist Martha für die Familie verantwortlich, denn der Vater ist nicht mehr in der Lage dazu. Die junge Frau beschließt, einen Beruf zu erlernen. Sie kann eine der begehrten Lehrstellen zur Krankenschwester bekommen. Sie nutzt die Chance, die sich ihr bietet und gibt alles. Aber nicht nur die Cholera verändert das Leben der Menschen, auch der große Streik der Hafenarbeiter bestimmt das Leben. Die Frauenbewegung ist in vollem Gange und die Frage was ist sittsam und was gerecht stellt sich nicht nur Martha. Das ausgehende 19. Jahrhundert ist geprägt davon, die Welt zu verändern.


    Der vorliegende Roman „Die Hafenschwester“ ist der Auftakt einer Reihe über das Leben rund um den Hamburger Hafen. Dieser Teil startet im Jahre 1892 und beginnt mit der verehrenden Choleraepidemie. Aber dabei bleibt es nicht, das Leben von Martha wird geschildert. Die junge Frau muss sich ihre Ziele hart erarbeiten. Sie ist intelligent und versteht es, sich durchzusetzen. Wobei manchmal ihr Mundwerk ein wenig schneller ist als ihr Verstand, aber gerade das macht sie zu einem sympathischen Charakter.


    Mir hat dieser Auftakt gut gefallen. Das Leben von Martha hat einiges zu bieten und erzählt Hamburger Geschichte so ganz nebenbei. Nicht nur die Medizin wird erläutert, sondern das Leben im Ganzen. Vor allem wie schwer es gerade für die Ärmsten der Armen war.


    Der Streik der Hafenarbeiter wird gut und glaubwürdig geschildert. Die Ereignisse dieser Zeit hat Melanie Metzenthin glaubwürdig wiedergegeben. Mir hat gut gefallen, wie sie durch die Ereignisse dieser Zeit gegangen ist. Es war glaubwürdig und nachvollziehbar.


    Die Autorin hat die politische Situation in diesen Jahren gut in ihre fiktive Geschichte eingearbeitet. Der Kampf um mehr Gerechtigkeit für alle ist ein interessantes Thema und hier in eine unterhaltsame Geschichte eingeflochten.

    Die Protagonisten hat sie dabei gut ausgearbeitet und ihnen so einige Ecken und Kanten mitgegeben.


    Fazit:


    „Die Hafenschwester“ ist ein gelungener Auftakt einer Reihe über die Geschichte Hamburgs. Der Erzählstil war locker und flüssig zu lesen und hat Spaß gemacht. Die Charaktere sind vielschichtig gestaltet und wirken authentisch und echt. Ich bin gespannt, wie es mit Martha weiter gehen wird.


    5ratten