Beiträge von nirak

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Historisch spannend, mit Krimielementen


    Marie ist die Tochter eines Glasvogts aus dem Schwarzwald Anfang des 18. Jahrhunderts. Schon früh lernt sie, dass sie als Frau keine Rechte hat. Nach einem heftigen Streit mit dem Vater zieht die junge Frau zu ihrem Onkel und dieser weist sie in die Kunst des Aschenbrennens ein. Der Gedanke, diesen Beruf zu erlernen und sich so selbst versorgen zu können, treibt Marie an. Zudem hat sie ein uneheliches Kind, was ihr Leben nicht unbedingt einfacher macht, aber sie gibt nicht auf. Ein ähnliches Schicksal erleidet die Priorin Wiltrudis, sie lebt in dem Kloster Berau. Die Nonne hat über Jahre in dem Glauben gelebt, ihr Sohn wäre tot zur Welt gekommen. Jetzt hat sie Hinweise bekommen, dass das nicht der Fall ist. Sie macht sich auf die Suche und ahnt nicht, welche Wendungen das Leben für sie bereithält.


    Die Autorin Birgit Hermann war mir bisher kein Begriff, doch das Buch „die Glasmacherin“ klang für mich interessant. Also habe ich mich auf diese Geschichte eingelassen und wurde nicht enttäuscht. Erzählt wird das Leben von Marie und Wiltrudis aus dem 18. Jahrhundert. Es sind beides Frauen, die das Leben leben, welches Männer für sie ausgesucht haben, aber beide Frauen wollen ihr Schicksal selbst bestimmen.


    Mit Marie lernt man das Leben der Glasmacher im Schwarzwald kennen. Die Autorin hat dazu interessante Details zusammen getragen. Sie schildert ausführlich, wie Glas hergestellt wurde und was dafür alles notwendig war. Das Leben dieser Menschen ist nicht unbedingt einfach gewesen, aber ihre Gemeinschaft hat ihnen doch ein einigermaßen sicheres Leben möglich gemacht. Ich hab spannende Einblicke in die Kunst der Glasherstellung im 18. Jahrhundert bekommen.


    Der zweite Handlungsstrang erzählt unter anderem von Wiltrudis. Sie wurde als junge Frau dazu gezwungen, Nonne zu werden, auch der Aufstieg zur Priorin hat ihr das Leben nicht einfacher gemacht. Mit ihr erfährt man, wie mächtig Mönche gewesen sind. Das Leben von Wiltrudis wurde von Ihrem Abt bestimmt. Sie versucht aus diesem Kreis auszubrechen, was die Autorin auch glaubwürdig geschildert hat. Mit der Geschichte von Wiltrudis und ihrem Abt erfährt man aber auch gleichzeitig, in wieweit die Klöster mit dem Handel der Handwerker verwoben sind und wie groß ihr Einfluss und ihre Macht waren.


    Der Erzählstil von Birgit Hermann ist wohl als vielschichtig zu bezeichnen. Nicht nur facettenreich und bildhaft schildert sie die Ereignisse, sondern sie schweift auch immer wieder ab und erzählt von den Ereignissen des 18. Jahrhunderts und von den Zusammenhängen der Klöster und des Handwerks. Mir haben diese Ausführungen gut gefallen. Dadurch erstand ein schönes Gesamtbild dieser Epoche. Auch gibt es noch einige Handlungsstränge mehr, die von mehreren anderen Protagonisten erzählen. Diese kleinen Geschichten in der Geschichte verweben das Leben von Marie und Wiltrudis zu einem großen Gesamtbild. Mir hat dieser Erzählstil gut gefallen. Ich habe mit Marie leiden können und ihren kleinen Sohn direkt ins Herz geschlossen, aber auch einige andere Charaktere hat die Autorin gekonnt in Szene gesetzt. Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Zudem gab es auch noch spannende Szene, da jemand unterwegs war, der Rache nehmen wollte. Diese Kriminalgeschichte hat die Autorin geschickt mit dem historischen Hintergrund verwoben. Sie wurde aber nie zu vordergründig, eigentlich stand immer mehr das Leben der Menschen im Fokus dieser Geschichte.


    Fazit:


    „Die Glasmacherin“ ist eine interessante Geschichte über zwei Frauen, die ihr Leben selbst bestimmen wollen. Spannend erzählt die Autorin Birgit Hermann aus dem Leben dieser Charaktere und lässt sie lebendig werden, gleichzeitig schildert sie authentisch aus dieser Epoche und vor allem aus dem Schwarzwald. Ich habe mich nicht nur gut unterhalten gefühlt, sondern war regelrecht gefangen in dieser Geschichte.


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    Verbrecherjagd in Wien


    Fanny Goldmann hat es geschafft, sie ist Ärztin geworden, dies ist im Jahre 1908 kein einfaches Unterfangen. Aber Fanny will nicht als Ärztin mit lebenden Patienten arbeiten, sie hat sich für die noch junge Gerichtsmedizin entschieden. Sie arbeitet gerade in der Pathologie, als ein toter Obdachloser eingeliefert wird. Keiner der Ärzte interessiert, woran dieser Mann gestorben ist, nur Fanny fallen ein paar Dinge auf. Doch sie darf als Frau keine Obduktion durchführen, sondern nur assistieren. Fanny beschließt, diese Obduktion heimlich nachts vorzunehmen und sie findet ihren Verdacht bestätigt. Ihre Neugierde ist geweckt. Sie begibt sich auf Spurensuche, nichts ahnend, in welche Gefahr sie sich begibt.


    Der vorliegende Roman „Wiener Blut“ ist der erste Teil einer (hoffentlich) Reihe mit einer jungen Ärztin als Protagonistin. Mein erster Gedanke war eigentlich, „bloß nicht noch ein Ärztinenroman“, aber da ich schon das erste historische Buch von René Anour „Im Schatten des Turms“ gelungen fand, wollte ich dieses auch lesen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Mischung aus Krimi und historischem Roman ist dem Autor gelungen. Er erzählt spannend, wie Fanny Goldmann in diese Intrige und Suche um die verschwundenen Diamantsterne von Kaiserin Sisi geraten konnte.


    Fanny zur Seite stehen dann auch noch einige gelungene Charaktere. Zum einen ihre Freundin Tilde, eine junge Frau mit viel Zeit und Unternehmungsgeist und ein mysteriöser, aber durchaus liebenswerter Dieb. Sie gemeinsam kommen den Geheimnissen in Wien auf die Spur und geraten von einer brenzligen Situation in die andere. Dabei hat es der Autor geschickt verstanden, die Szenen gekonnt zu beschreiben und Bilder entstehen zu lassen. Allerdings beschreibt er auch Fanny ihren Arbeitsplatz sehr genau. René Anour schildert detailreich, was sich der jungen Frau auf dem Obduktionstisch offenbart, auch wenn er dies mit einem gewissen Humor unterlegt hat, sind es nicht unbedingt Beschreibungen, die jedem liegen dürften. Es geht teilweise eben blutig in dieser Geschichte zu. Der Titel „Wiener Blut“ spiegelt sich gut und passend wider. Die junge Frau liebt ihre Arbeit und dies ist deutlich zu spüren. Gleichzeitig erzählt der Autor von dem Stand der Gerichtsmedizin in den Anfängen des 20. Jahrhundert. Ich fand diese Einblicke spannend. Die Mischung aus Krimi und historischer Roman gepaart mit einem gewissen Wortwitz hat mir gut gefallen.


    Fazit:


    „Wiener Blut“ ist ein spannender historischer Krimi, der seinen Handlungsort im Wien zu Beginn des 20. Jahrhundert hat. Ich habe eine spannende Jagd nach Dieben und Mördern gelesen, eine tolle Frau kennengelernt und mich gut unterhalten gefühlt. Nur das Ende war nicht nur viel zu schnell erreicht, auch möchte ich hier kurz Fanny Goldmann zitieren mit den Worten: „Ernsthaft?“ Ich warte jetzt sehnsüchtig auf Teil 2.


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    Traurig, mystisch, spannend


    Ein altes Haus in Bristol ist das Zuhause von Martin Molyneaux, doch der Mann hat einige Probleme, die er durch seinen Selbstmord überwinden wollte, so denkt zu mindestens die Polizei. Seine Tochter Liv sieht dies anders. Sie sucht in der Wohnung ihres Vaters nach Antworten, dabei geht es ihr selbst nicht gut. Sie hat ihr Baby verloren und könnte Hilfe gebrauchen. Doch Liv stellt sich den Herausforderungen, aber seltsame Dinge geschehen in dem alten Haus. Nachts hört die junge Frau immer wieder ein Kind weinen und Stimmen. Bildet sie sich alles nur ein oder hat das Haus mehr Geheimnisse wie vermutet?


    Dieser Roman beginnt mit der Geschichte von Liv und spielt in der Gegenwart. Die junge Frau wird vorgestellt und man bekommt einen ersten Eindruck von ihr. Im zweiten Kapitel findet man sich dann im Jahre 1831 wieder. Hier wird die Geschichte von Bethia erzählt. Bethia ist eine Frau, die einen wohlhabenden Ehemann hat und der es gut geht, jedenfalls auf den ersten Blick. Sie leitet ein Armenhaus und setzt sich für Menschen ein, die allein nicht überleben könnten. Mit Bethia erfährt man, wie das Leben im 19. Jahrhundert war. Ihr ganzes Schicksal erschließt sich so nach und nach. Mir hat gut gefallen, wie die Geschichte sich beim Lesen entwickelt hat.


    Die Handlungsstränge wechseln sich immer wieder ab. Am Anfang scheint es sogar fast so zu sein, als hätten die zwei Zeitebenen nichts miteinander zu tun. Erst so nach und nach werden die Zusammenhänge klar. Auch die Charaktere entwickeln sich mit den Seiten. Während Liv langsam ihre Trauer verarbeiten kann, erfährt man über Bethia das ganze Ausmaß ihres Lebens. Mir persönlich hat der Part in der Vergangenheit etwas besser gefallen. Ich fand ihn vielschichtiger und auch interessanter. Die Autorin hat sogar noch einen weiteren Handlungsstrang hinzugefügt, der im letzten Drittel des Buches im ausgehenden 18. Jahrhundert spielt und einiges über das Verhalten der Charaktere erzählt. In diesem historischen Teil der Geschichte erzählt Katherine Webb anschaulich, wie das Leben in dieser Epoche sich gestaltet hat, gerade für die ärmer Bevölkerung oder Dienstboten.


    Die Handlung in der Gegenwart war mir fast zu mystisch und geisterhaft. Mit dem Charakter von Liv bin ich nicht wirklich warm geworden. Ihre Art der Trauerbewältigung und ihr Verhalten waren mir manches Mal ein wenig zu überdreht. Obwohl ich sagen muss, dass die Art, wie die Autorin hier schildert, was der Verlust eines Kindes mit einer Frau macht, durchaus glaubhaft erscheint. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob dies der Fall in der Gegenwart ist oder in der Vergangenheit.


    Fazit:


    „Besuch aus ferner Zeit“ ist ein lesenswerter Roman über Trauer und Verlust, aber auch über Liebe und Hoffnung. Mir hat das Buch im Ganzen gut gefallen. Wobei der Teil, der im 19. Jahrhundert und sogar teilweise Ende des 18. Jahrhundert gespielt hat, besser gefallen hat als die Gegenwart. Ich fand die Charaktere im historischen Teil ausgefeilter und vielschichtiger. Der angenehme Erzählstil von Katherine Webb zieht einen allerdings in die Seiten und so war dieses Buch auch schnell ausgelesen. Es war tatsächlich mein erstes Buch dieser Autorin, aber bestimmt nicht mein letztes.


    4ratten

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    Freundschaften, Liebe und Vertrauen


    Theophrastus von Hohenheim hat es endlich geschafft, er ist Arzt beider Arzneien. In Ferrara hat er sein Ziel erreicht, aber nicht als Theophrastus von Hohenheim, sondern unter dem Namen Paracelsus bekommt er seine Urkunden. Eigentlich wollte er in Ferrara bleiben und ein gutes Leben leben, doch der Zauberorden des roten Gürtels ist ihm auf den Fersen. Er verlässt die Stadt und begibt sich mit Simon auf Wanderschaft. Die Suche nach der unsterblichen Seele treibt sie an und immer weiter. In Basel ist auch Caspar inzwischen Arzt geworden, sogar Stadtarzt darf er sich nennen. Doch dann bricht die Pest aus und alles droht im Chaos zu versinken. Warum kehrt der berühmte Paracelsus ausgerechnet jetzt in die Heimat zurück? Hat er gefunden, was er suchte oder gibt es eine Verbindung zur Heimat?


    „Die Fragen der Toten“ ist der zweite Band um die Lebensgeschichte von Theophrastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus. Ich empfehle Band 1 „Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ vorher gelesen zu haben, da der zweite Band unmittelbar anschließt und die Handlung aus Teil 1 weitererzählt wird.


    Paracelsus ist weiterhin auf der Suche nach der Seele der Menschen und wird dabei von Simon begleitet. Für Caspar hat das Leben als Stadtarzt begonnen. Die Autorin schildert im Wechsel von den einzelnen Protagonisten die Handlung. Während der eine quer durch Europa zieht und sich keine Ruhe könnt, kämpft Caspar in Basel den schrecklichen Kampf gegen die Pest.


    Die Autorin hat es auch in diesem Teil verstanden, diese Zeit lebendig werden zu lassen. Sie schildert die Lebensumstände in Basel facettenreich. Das Chaos in der Stadt, einhergehend mit den Ängsten der Bewohner, hat sie anschaulich in Szene gesetzt. Die historischen Gegebenheiten dieser Zeit sind gelungen eingebettet in die fiktive Geschichte rund um Paracelsus, Caspar und die anderen Protagonisten. Ihr Erzählstil ist dabei fesselnd und abwechslungsreich.


    Ich hätte mir allerdings ein wenig mehr medizinisches Handeln gerade von dem berühmten Arzt gewünscht. Hier steht mehr der Aberglaube und die Suche nach der Seele im Vordergrund. Für meinen Geschmack war es schon fast ein bisschen viel Fantasie als historischer Roman. Wobei ich die Schilderungen in Basel wiederum sehr gelungen finde. Eva Isabel Schmid hat gerade die Situation in der Stadt wunderbar ausgearbeitet. Sie schildert glaubhaft, wie die Seuche sich ausgebreitet hat und was sie mit den Menschen gemacht hat. Die Hilflosigkeit ist spürbar.


    Leider gibt es auch in diesem Teil kein klärendes Nachwort oder Zeitangaben. Ich Persönliche finde dies sehr schade, da ich immer gern noch mal Fiktion und Wahrheit nachlese.


    Fazit:


    „Die Fragen der Toten“ ist ein facettenreicher historischer Roman über den berühmten Arzt Paracelsus. Wobei die Suche nach der menschlichen Seele im Vordergrund steht. Spannend schildert die Autorin die Ereignisse dieser Zeit und erzählt ihre Geschichte um Paracelsus und seine Freunde weiter. Ich habe mich auch in diesem Teil gut unterhalten gefühlt und konnte mit den Charakteren mitfiebern, bangen und hoffen.


    4ratten

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    Gelungene Mischung aus Roman und Krimi


    Die zwölfjährige Hella und ihre Mutter haben den Krieg überstanden, jetzt heißt es nur noch überleben. Das Jahr 1946 bringt viele Entbehrungen mit sich. Hella streift durch die Trümmer ihrer Stadt, um Holz und andere nützliche Dinge zu finden. Es ist gefährlich für ein Kind, aber die einzige Möglichkeit, etwas zum täglichen Bedarf beizutragen. Auf einem dieser Streifzüge trifft das Mädchen auf einen Sterbenden. Sie schließt ihm die Augen und faltet seine Hände zum Gebet, als Gegenleistung nimmt sie seinen Mantel mit. Er sieht teuer aus und bringt bestimmt einiges auf dem Schwarzmarkt. Hella kann nicht wissen, was diese Tat mit sich bringen wird, denn in dem Mantel befinden sich auch Bezugsscheine, die Begehrlichkeiten wecken.


    Sabine Hofmann erzählt mit ihrem Roman „Trümmerland“ eine packende Geschichte aus der Nachkriegszeit. Die Not der Menschen ist groß, der Kampf um das tägliche Überleben treibt alle an. Hella und ihre Mutter bilden da keine Ausnahme, und als sie eine Chance auf ein wenig Komfort sehen, greifen sie zu. Die Probleme, die damit verbunden sind, hat die Autorin gekonnt in Szene gesetzt. Aus einem Roman über Hunger und Not entwickelt sich ein Krimi um Bezugsscheine, Schwarzmarkthandel und einem Wettlauf mit der Polizei.


    Der Erzählstil dieser Autorin lässt sich leicht und locker lesen. Sie baut die Spannung langsam auf, um sie dann auch bis zum Schluss zu halten. Ich habe diesen Roman gern gelesen, er hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern hatte auch interessante Details dieser Zeit parat. Nicht nur der Schwarzmarkthandel wird beschrieben, auch die Lebenssituationen der Menschen im Ruhrgebiet werden geschildert.


    Die Angst der Menschen, womöglich als gefährliche Personen eingestuft zu werden, ist immer spürbar. Die Angst vor der Polizei und was passieren könnte, schwebt immer mit im Raum. Diese Angst ist es, die die Protagonisten handeln lassen. Wobei die zwölfjährige Hella mir schnell sympathisch war. Das Mädchen wächst in einer Zeit auf die ihr keine Zeit lässt, ein Kind zu sein. Die Autorin hat dies glaubhaft in Szene gesetzt, aber auch die Verzweiflung ihrer Mutter ist spürbar. Das Umfeld zudem stimmig.


    Fazit:


    „Trümmerland“ ist eine gelungene Mischung aus Nachkriegsroman und Krimi. Ich hatte spannende Lesestunden mit Hella und ihrer Familie. Es gab interessante Einblicke in diese Zeit. Die Charaktere wurden lebhaft beschrieben, mit ihren Ängsten und Hoffnungen.


    4ratten

    Thriller mit wahrem Hintergrund


    Julia Hoven ist Journalistin und berufsbedingt sehr neugierig. Ihr Vater ist erkrankt und keiner kann sagen, was zu dieser Krankheit geführt hat. Julia ist das aber nicht genug, sie will die Hintergründe dieser Krankheit kennen. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf Unglaubliches. Dann wird in ihre Wohnung eingebrochen und sie selbst gerät in den Fokus von Unbekannten. Was ist eigentlich los? Warum trachtet man ihr plötzlich nach dem Leben? Julia kämpft um ihr Leben und um die Wahrheit.


    Dieser Thriller aus der Feder von Lena Sander beruht auf wahren Hintergründen. Die Autorin hat sich hier mit einem Thema der Medizin beschäftigt, der nicht nur spannend ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Die Journalistin Julia Hoven will eigentlich nur herausfinden was mit ihrem kranken Vater los ist. Diesem wurde ein Hüftimplantat eingesetzt und eigentlich sollte es ihm danach besser gehen, aber genau das ist eben nicht der Fall. Schnell stößt Julia auf ähnliche Fälle und die Frage, ob es etwas mit den Implantaten zu tun hat, lässt sie nicht mehr los.


    Jetzt geht es schlag auf schlag. Julia gerät von einer gefährlichen Situation in die nächste. Ihre Versuche alles aufzuklären, schildert Lena Sander eindrucksvoll. Ihr Erzählstil ist dabei fesselnd zu lesen. Ich mochte das Buch jedenfalls nicht aus der Hand legen. Ich fand es spannend und nachvollziehbar. Auch finde ich es beeindruckend, wie lebensecht die Autorin mit der menschlichen Psyche spielt.


    In ihrem Nachwort geht sie noch mal auf das Thema ein. Schnell wird klar das, was sie in ihrem Thriller geschildert hat, könnte durchaus so passieren oder ist sogar schon so ähnlich geschehen. Es lässt einen doch etwas nachdenklich zurück.


    Fazit:


    „Zersetzt“ ist ein Thriller mit einem wahren Hintergrund. Dramatisch, spannend und informativ geschrieben, aber leider auch sehr schnell ausgelesen. Ich mag die Thriller von Lena Sander, auch wenn dieser schon ein bisschen älter ist, gelungen ist er allemal.


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    Historische Krimispannung


    Hanna ist jung und noch nicht lange in Konstanz. Sie hat sich mit der Hebamme der Stadt angefreundet und überlegt, ob sie in deren Fußstapfen treten soll. Doch dann geschieht ein Giftmord. Die Stadt ist heller Aufruhr, denn es hat einen bekannten Mann getroffen. Genauso schnell wie der Mord geschehen ist, ist aber auch eine Schuldige gefunden. Einer jungen Edelfrau wird das Verbrechen angelastet, von Missgunst ist die Rede und von Teufelswerk. Hanna kennt die Frau und kann nicht glauben, dass diese die Tat begangen haben soll. Sie beginnt ihre eigenen Nachforschungen anzustellen und entdeckt dabei Unglaubliches, aber sie wird auch zur Zielscheibe des wahren Mörders.


    Die historischen Romane von Doris Röckle stehen schon länger auf meiner Wunschliste. Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit, eines ihrer Bücher zu lesen, mit diesem Krimi hat sich dies nun geändert. Der Erzählstil der Autorin gefällt mir gut. Sie hat hier einen historischen Roman mit Krimielementen abgeliefert, der spannend ist und gleichzeitig davon erzählt, wie es im Konstanz des Jahres 1323 zugegangen sein könnte.


    Die junge Hanna kämpft nicht nur darum, den Mord aufzuklären, auch um ihr eigenes Leben und ihre Freiheit geht es in dieser Geschichte. Doris Röckle erzählt aus dem Leben einer jungen Frau, die für ihren Lebensunterhalt kämpfen muss. Dabei schildert sie die Möglichkeiten einer Frau im 14. Jahrhundert. Gleichzeitig schildert die Autorin ein Verbrechen, welches aufgeklärt werden muss. Geschickt hat sie diese beiden Handlungsabläufe miteinander verwoben. Entstanden ist eine spannende Geschichte rund um ein Verbrechen und das Leben in Konstanz.


    Der Erzählstil von Doris Röckle ist dabei angenehm zu lesen. Sie hat es verstanden, Spannung in die Handlung zu bringen und gleichzeitig Einblicke in das historische Leben dieser Epoche zu bringen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Hanna hat mir von Anbeginn gut gefallen. Sie wird als tatkräftige junge Frau beschrieben, die durchaus eine Vergangenheit hat. Diese kleinen Anspielungen auf ihr Leben haben mir gut gefallen. Sie erzeugen Neugier auf das Leben von Hanna. Die Vorgeschichte der jungen Frau hat Doris Röckle bereits vor ein paar Jahren erzählt, aber man kann „Die Wehmutter von Bodensee“ ohne Vorkenntnisse lesen, mir hat nicht gefehlt.


    Die anderen Protagonisten dieser Geschichte hat die Autorin ebenfalls mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ihre Schilderungen der Umstände in Konstanz sind bildhaft und ermöglichen Einblicke in das Leben dieser Epoche.

    Ein Personenregister gleich zu Beginn sorgt für den nötigen Überblick über die Charaktere und stimmt schon mal auf die Handlung ein.


    Fazit:


    „Die Wehmutter vom Bodensee“ ist ein spannender historischer Krimi, der mich gut unterhalten hat. Die Autorin hat es geschickt verstanden, Spannung aufzubauen und gleichzeitig einen historischen Roman zu erzählen. Mir hat dieses Buch gut gefallen, es beinhaltet alles, was für mich gute Unterhaltung ausmacht.


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    Haukes erster Fall


    Kapitän Hauke Sötje ist sozusagen in Glückstadt gestrandet. Eigentlich will er nur schnell etwas Persönliches erledigen und dann seinem Leben ein Ende machen. Bei einem Schiffsunglück hat der Kapitän nicht nur sein Schiff verloren, sondern auch die gesamte Mannschaft. Er hat als einziger überlebt, da scheint der Freitod für ihn die einzige Lösung zu sein. Doch dann kommt ihm das Schicksal erneut in die Quere. Er erhält den Auftrag, einen Mordfall zu klären. Nicht nur die Zukunft von Glückstadt hängt von der Aufklärung dieses Falles ab, auch das Leben der jungen Fabrikantentochter Sophie hängt von seinen Ermittlungen ab.


    Im letzten Jahr habe ich bereits drei Bände dieser Reihe über den Kapitän Hauke Sötje gelesen. Der nun vorliegende Band „Feuer in der Hafenstadt“ ist eigentlich der erste Teil und bereits 2012 unter dem Titel „Fortunas Schatten“ erschienen. Jetzt ist dieses Buch noch einmal überarbeitet worden und hat im Emons-Verlag ein neues Zuhause gefunden.


    Der unglückliche Kapitän soll nun zum Ermittler werden. Anja Marschall hat es geschickt verstanden, Sötje in diese Rolle schlüpfen zu lassen. Er stellt seine Nachforschungen an und gleichzeitig erfährt man, wie es zu dem Schiffsunglück kam. Aber nicht nur ein Mord soll aufgeklärt werden, gleichzeitig erzählt die Autorin aus dem Jahr 1894 und lässt einiges an historischem Hintergrundwissen einfließen.


    Mir hat die Mischung aus Krimi mit historischem Hintergrund gut gefallen. Ich fand es spannend zu lesen, wie der Kapitän diesen verzwickten Fall zu klären versuchte. Gleichzeitig lernt man natürlich auch Sophie kennen. Sie wird als junges Mädchen aus gutem Haus geschildert, die nun vor neuen Herausforderungen ihres Lebens steht. Auch diese Szenen sind glaubhaft. Die Gefühlswelten dieser beiden Protagonisten werden ordentlich durchgeschüttelt. Obwohl das Schicksal von Hauke schwierig ist, war er mir gleich sympathisch, auch Sophie ist ein spannender Charakter.


    Der Erzählstil von Anja Marschall ist leicht und locker zu lesen. Mir gefällt gut, dass sie immer wieder plattdeutsche Floskeln einfließen lässt, dadurch entsteht einmal mehr das Gefühl, dass man sich eben an der Küste befindet.


    Fazit:


    „Feuer in der Hafenstadt“ ist ein toller Einstieg dieser Reihe über den Kapitän Hauke Sötje. Ich habe in gern gelesen. Die Mischung aus Krimi und historischem Roman hat mir gut gefallen. Die Anfänge der Kriminalpolizei und die politischen Umbrüche dieser Zeit werden anschaulich geschildert. Ich hoffe sehr, es wird noch den einen oder anderen Fall für Hauke und Sophie zu klären geben, ich mag diese Protagonisten.


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    Doug and Mary


    Mary Pickford hat es geschafft, sie steht ganz oben als Schauspielerin des Stummfilms. Sie ist der ungekrönte Star und jeder in Amerika kennt ihr Gesicht. Alle lieben sie und eigentlich ist Mary glücklich. Doch dann kreuzt Douglas Fairbanks ihre Wege. Die beiden Schauspielerkollegen entwickeln nicht nur einfach Gefühle für einander, es wird eine leidenschaftliche Liebe daraus. Doch von dieser Liebe darf niemand etwas wissen, beide sind gefeierte Stars und stehen immer im Rampenlicht.


    Die Zeit des Stummfilms ist schon lange vorbei, aber viele der Stars sind uns im Gedächtnis geblieben. Ich selbst bin nicht so stummfilmbegeistert, weshalb mir die Schauspielerin Mary Pickford kein Begriff war. Anderes sieht es da schon mit Douglas Fairbanks oder Charlie Chaplin aus. Offenbar konnten die Männer sich besser in Szene setzten oder warum sind sie bekannter als ihre weiblichen Gegenspieler? Dabei ist das Leben von Mary Pickford mindestens genauso interessant und glamourös.


    Die Autorin Emily Walton erzählt in ihrem Roman „Miss Hollywood – Mary Pickford und das Jahr der Liebe“ aus einem kleinen Abschnitt des Lebens dieser Schauspielerin. Mary war in den 20er-Jahren ein gefeierter Star und ganz Amerika kannte sie. Sie hat die Welt des Stummfilms mit geprägt, auch wenn sie heute wohl niemand mehr wirklich kennt. Ihre Schauspielkollegen wie Charlie Chaplin sind eher im Gedächtnis geblieben. Auch bei mir war es so, dass mir der Name erst mal nichts gesagt hat. Die Autorin hat es aber gut verstanden, dass Leben dieser Frau lebendig werden zu lassen, auch wenn es nur ein kleiner Ausschnitt aus diesem Leben ist.


    Kurz erzählt Emily Walton aus dem Leben von Mary und wie sie ihre Laufbahn gestartet hat. Sie erwähnt die Familie und den Werdegang selbiger. Genauso wird auch das Leben von Douglas Fairbanks erzählt. Bevor es dann an die Schilderung dieses einen Jahres geht, der die Leben dieser beiden Menschen für immer verändert. Dieses Buch ist eine Liebesgeschichte mit allen Höhen und Tiefen. Sie erzählt aber auch, wie abhängig jemand sein konnte. Mary war zwar ein gefeierter Star, das heißt aber nicht, dass sie machen konnte, was sie wollte. Zudem war sie auch noch eine Frau und das bedeutete, sie hatte sich unterzuordnen, es waren immerhin noch die 20er Jahre. Eine Zeit in der die Männer auch oder gerade in der Filmbranche das Sagen hatten. Die Entwicklung von Mary vom Mädchen, das folgsam alles gemacht hatte, was ihr Leute wie ihre Mutter sagten, zu einer Frau, die sich durchsetzten konnte und ihren eigenen Weg ging, hat die Autorin glaubhaft in Szene gesetzt.


    Das Leben von Mary und Douglas wird in zwei Erzählsträngen geschildert. Mal ist man beim Lesen direkt bei Mary, um dann im nächsten Kapitel die Ereignisse aus Sicht von Douglas zu lesen. Auf diese Weise erschließen sich dem Leser alle Gefühle dieser beiden Stars. Ich fand diese Art für diese Geschichte gelungen, auch wenn mir tatsächlich manchmal zu viel Liebe im Spiel war. Die Hintergründe der Filmbranche wiederum hat die Autorin schlüssig erläutert. In einem kleinen Nachwort klärt Emily Walton Fiktion und Wahrheit und rundet das Buch damit ab.


    Fazit:


    „Miss Hollywood“ hat mir durchaus gut gefallen. Es ist ein Liebesroman genauso wie eine Erzählung aus der Zeit, als die Filmindustrie ihren Anfang hatte. Ich konnte abtauchen in eine Welt des Glamours und der Sehnsucht und hatte schöne Lesestunden, die aus dem Leben eines historischen Glamourpaares erzählten.


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    Bildband über die Entstehung der Erde


    Diese Bild-Enzyklopädie beginnt mit einem schönen Vorwort, geschrieben von einem Professor für Naturforschung. Er weist darauf hin, wie wichtig die Vergangenheit für die Zukunft der Menschen und unseres Planeten ist. Die Welt der Dinosaurier und andere Urzeitwesen faszinieren nicht nur Paläontologen, sondern auch Laien, egal ob groß oder klein. Ich zähle mich auch dazu. Dieser Bildband versprach interessante Einblicke in die Geschichte unseres Planeten. Ich wurde nicht enttäuscht.


    Gut gefallen hat mir, dass es eben nicht nur um die bekannten Dinosaurier geht, sondern um die gesamte Erdentstehung. Das erste Kapitel ist dann auch gleich der Erde selbst gewidmet. Die Entstehung der Erde vor 4,5 Milliarden Jahren wird erklärt. Die Entwicklung der Flora und Fauna sowie alles, was dazu gehört, wird mit Bildern und Grafiken dargestellt und erläutert. Es sind spannende Einblicke in den Beginn des Lebens. Danach geht es weiter durch die verschiedenen Zeitperioden der Erde.


    Es beginnt mit dem Archaikum über das Zeitalter der Jura bis zur Quartär. Jede einzelne Zeit wird mit seiner Tier- und Pflanzenwelt vorgestellt. Ich muss gestehen, ich habe einiges gelesen, was ich nicht gekannt habe. Wenn man an Dinosaurier denkt, denkt man vermutlich gleich an den Tyrannosaurus und seinesgleichen, dabei gibt es so viel mehr zu entdecken. Allein die Welt der Fossilien ist riesig. Vermutlich werde ich noch oft in diesem Bildband blättern und immer wieder Neues entdecken. Obwohl ich mir an mancher Stelle mehr Erläuterungen gewünscht hätte. Manches wurde nur angerissen, wobei die fachlich erstellten Computerbilder realitätsnah erscheinen.


    Insgesamt wurden hier über 2200 Fotos und Grafiken auf hochwertigem Fotopapier gedruckt. Etliche Autoren und ihre Berater haben jede Menge Informationen zusammengetragen. Entstanden ist eine faszinierende Enzyklopädie, die mir die Entstehung unseres blauen Planeten näher gebracht hat. Ich bin nur ein Laie, aber mich hat dieser Bildband in seinen Bann gezogen.


    Fazit:


    Die Bild-Enzyklopädie über die Dinosaurier und andere Lebewesen der Urzeit ist ein gelungenes Werk für alle, die sich für die Entstehung des Lebens auf der Erde interessieren, vor allem für Laien oder Einsteiger in diese Welt. Die Fotos lassen die Zeit lebendig werden und die schönen Grafiken vermitteln großes Wissen. Mir hat dieser Bildband ausgesprochen gut gefallen. Ich kann in nur empfehlen. Es gibt so viel zu entdecken und hier wird Wissen über einen spannenden Teil der Erde erläutert.


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    Gelungener Abschluss


    Endlich ist es überstanden und der Erste Weltkrieg ist aus. Anton und Mimi sind sich näher gekommen und haben ihre Liebe zueinander entdeckt. Doch dann erhält Mimi ein einmaliges Angebot, welches sie nicht ablehnen kann und will. Statt sich ihren Gefühlen für Anton zu stellen, bricht sie auf nach Amerika. Die Vorstellung, einen weiblichen Stummfilmstar fotografieren zu dürfen, ist einfach zu verlockend. Mimi ahnt hingegen nicht, dass sie diese Schauspielerin bereits kennt und auch schon vor der Kamera hatte. Für die Fotografin beginnt ein spannendes Abenteuer und diesmal ist es Anton, der allein zurückbleibt. Wird ihre Liebe auch dieses Abenteuer überstehen?


    Die Autorin Petra Durst-Benning hat mit ihrer Reihe über ihre Wanderfotografin Mimi Reventlow eine herzerwärmende Geschichte geschrieben. Ich durfte Mimi von Anfang an begleiten. Der nun vorliegende fünfte Band „Das Ende der Stille“ ist der letzte Teil dieser Reihe. Auf der einen Seite finde ich es sehr schade, dass die Autorin sich dafür entschieden hat, die Reihe zu beenden, auf der anderen Seite heißt es ja nicht umsonst „wenn es am schönsten ist, soll man aufhören“, denn eigentlich ist dieser Band ein wunderbarer Abschluss der Reihe.


    Mimi entdeckt die Welt des Films. Sie taucht ein in eine völlig fremde Welt und lernt neue Menschen kennen. Ihre Kamera ist immer dabei. Dieses Abenteuer hat mich wunderbar unterhalten.

    Genau wie in den Vorgängerbänden gibt es aber auch die Handlungsstränge von Anton und Alexander. Ihr Leben ist vielleicht nicht so spektakulär, wie das der Fotografin, aber dennoch schön zu lesen.


    Petra Durst-Benning hat es verstanden, die Zeit nach dem 1. WK anschaulich zu schildern, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Mit Mimi erlebt man, wie es in Amerika ausgesehen hat und entdeckt eine völlig neue Welt. Die Bücher dieser Autorin haben immer einen eher positiven Aspekt, auch wenn ihre Protagonisten einiges durchzustehen haben. Der Erzählstil ist dabei leicht und locker zu lesen. Facettenreich schildert Durst-Benning die Erlebnisse der Charaktere und verbindet ihre Handlungsstränge schließlich zu einem großen Gesamtbild. Ich habe diese Reihe sehr gern gelesen, es war eine Zeit des Abtauchens in eine Geschichte voller Gefühle, Liebe und Abenteuer.


    Fazit:


    „Das Ende der Stille“ ist nicht nur ein schöner und passender Titel für dieses Buch, sondern leider auch das Ende der Reihe über die Wanderfotografin Mimi Reventlow. Die Autorin hat sich dafür entschieden, Mimi und ihre Freunde gehen zu lassen, auch wenn ich es auf der einen Seite schade finde, kann ich es doch auch verstehen. Die Zeit einer Fotografin auf Wanderschaft ist vorbei. Für alle beginnt ein völlig neues Leben. Ich habe auch diesen letzten Teil sehr gern gelesen und habe mich dabei gut unterhalten gefühlt, Einblicke in die Welt des Films genießen dürfen und dabei zugesehen, wie Mimi und Anton sich näher kamen und wie sie doch jeder ihre eigenen Wege gehen mussten. Es hat mir auch gefallen, dass die Autorin sich die Zeit genommen hat, die anderen Protagonisten nicht zu kurz kommen zu lassen. Es gab Einblicke in die Leben von Alexander und seiner Familie, genauso wie auch das Schicksal von Bernadette und Corinne kurz erzählt wurde. Auch wenn mir der Abschied dieser Reihe schwerfällt, es waren wundervolle Bücher, die ich alle sehr gern gelesen habe.


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    Eine berührende Geschichte


    Hermine Voßberg ist schon über neunzig Jahre alt, als sie beschließt, ihrem Sohn ihr größtes Geheimnis anzuvertrauen. Auslöser ist eine Sendung bei Bares für Rares. Hier wurde ein antiker Silberbecher gefunden, er enthält eine Gravur aus dem Jahr 1944. Sofort stellt sich ihrem Sohn Artur die Frage, was plötzlich mit seiner Mutter los ist. Schließlich beginnt Hermine zu erzählen, es ist eine Geschichte aus dem Krieg aus Warschau, sie erzählt von verschwundenen Kindern und einer Widerstandskämpferin, die verzweifelt nach ihrer Nichte sucht. Hermine und Paulina treffen in Pommern aufeinander. Die Frauen stehen auf unterschiedlichen Seiten, aber die Sorge um ihre Kinder schweißt sie zusammen.


    Im ersten Kapitel lernt man Hermine Voßberg kennen, sie ist eine alte Dame von über 90 Jahren. Die Geschichte beginnt 2020 mit Hermine. Sie beginnt ihre Geschichte zu erzählen, und zwar eine Geschichte aus dem Jahr 1944. Gleich im 2 Kapitel geht es weiter, aber nicht mit Hermine wie gedacht, sondern in Warschau mit Paulina. Eigentlich wird nämlich die Geschichte dieser Widerstandskämpferin erzählt. Die Ereignisse überschlagen sich ziemlich schnell und werden zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Das, was die Autorin hier schildert, geht unter die Haut. Es ist nicht nur der Kampf in diesem schrecklichen Krieg, sondern die Taten, die sich weit hinter der Front ereignet haben. Kinder wurden entführt und verschleppt. Menschen dafür ermordet oder grausam gefoltert. Paulina ist eine Frau, die sich diesem Regime nicht unterordnen will. Gemeinsam mit ihren Landsleuten haben sie den Kampf im Untergrund aufgenommen. Doch für Paulina wird es auch ein Kampf um ihre Familie. Julia Drosten hat die Suche nach der kleinen Nichte von Paulina bildhaft in Szene gesetzt. Ihre Erlebnisse waren bewegend und traurig. Die Hilfen, die sie unterwegs bekommen hat, haben dafür immer wieder Mut gemacht.


    Mir hat diese berührende Geschichte von Liebe und Hoffnung, von Freundschaft und auch Verlust gut gefallen. Es war zwar zwischendurch immer mal wieder bedrückend zu lesen, die Autorin hat nichts ausgelassen, denn diese Zeit war grausam, dafür ist die Geschichte von Paulina und Hermine glaubwürdig und erinnert an furchtbare Taten, die nicht vergessen werden sollten. Die Autorin hat sich dafür entschieden, ihren Roman in zwei Zeitebenen zu erzählen. Dadurch wird die aufregende Geschichte von Paulina immer mal wieder unterbrochen und man ist bei Hermine im Jahre 2020, dies ist aber auch gut so, es gibt einem die Zeit, mal Luft zu holen und das Gelesene sacken zu lassen.


    Ein Nachwort am Ende klärt über Fiktion und Wahrheit auf und ist noch mal interessant zu lesen. Zeigt aber auch die ganze Grausamkeit dieses Krieges und seine Verbrechen.


    Das Cover dieser Ausgabe gefällt mir ausgesprochen gut. Es passt wunderbar zu der Geschichte, die erzählt wird. Es ist nicht zu überfrachtet und von den Farben eher gedämpft, dafür fallen die Schuhe sofort ins Auge. Der Zusammenhang erschließt sich dann beim Lesen.


    Fazit:


    „Denn die Hoffnung endet nie“ ist ein berührender Roman aus dem Jahr 1944. Er erzählt von Frauen, die um ihre Kinder gekämpft haben, aber auch von Liebe und Hoffnung, von Freundschaft und Vertrauen, wo keine Hoffnung und Vertrauen mehr vorhanden waren. Ich kann diesen neuen Roman von Julia Drosten nur empfehlen, auch wenn er stellenweise traurig und bedrückend ist, so erzählt er doch eine Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten sollte.


    5ratten:tipp:

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    Eine Geschichte aus dem antiken Rom


    Der Orden der Vestalinnen ist eine wichtige Institution Roms im ersten Jahrhundert vor Chr. Schon als Mädchen von 7 Jahren wird Pomponia dazu ausersehen, eine Priesterin dieses Ordens zu werden. 30 Jahre muss sie dem Orden dienen und ein Gelübde von Keuschheit und Gehorsam abgeben. Dafür genießt sie aber auch Privilegien wie Reichtum und Macht. Die junge Frau steigt schnell an die Spitze des Ordens auf und findet sich wieder in den Intrigenspielen der Mächtigen und Reichen. Julius Caesar wurde ermordet und Caesar Augustus reist die Macht an sich. Cleopatra muss Rom verlassen und ihren Sohn nach Ägypten in Sicherheit bringen. Er ist der uneheliche Sohn von Julius Caesar und in höchster Gefahr. Um ihre Macht zu demonstrieren, hält die Königin Ägyptens wichtige Getreidelieferungen zurück und Marcus Antonius folgt ihr, um dafür zu sorgen, dass die Königin vom Nil ihre Aufgaben erfüllt. Für Pomponia beginnt eine Zeit, in der sie sich entscheiden muss, für die Liebe oder für den Orden. Für die Politiker Roms heißt es, wer wird Siegen.


    Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der im Jahre 113 v. Chr. spielt und zunächst hat es denn Anschein, als hätten diese Seite nicht wirklich etwas mit der Geschichte zu tun. Er zeigt aber dafür, wie der Orden der Vestalinnen funktioniert und was geschehen kann, hält sich eine Priesterin nicht an die Ordnung. Dann erst setzt die eigentliche Geschichte ein. Sie beginnt nun im Jahre 45 v. Chr. und startet direkt mit Pomponia. Die Autorin erzählt ausführlich aus dem Leben der jungen Priesterin. Die Rituale des Ordens werden detailliert geschildert und auch die Verbindungen zu Julius Caesar oder seinem Nachfolger werden erläutert.


    Pomponia ihre Geschichte fand ich durchaus anregend zu lesen, aber mir waren zu viele Ereignisse im Buch, die bekannt waren. Der Ermordung von Julius wurde geschildert, Cleopatras Bad in Milch und Honig war genauso Gegenstand wie die Umstände ihres Todes. Die vielen Rituale des Ordens und ihre ausführlichen Beschreibungen waren mir auch zu viel. Sie sind sicher wichtig, um die Geschichte dahinter zu verstehen, aber ich fand sie zu überlagernd. Pomponia und ihr Leben beziehungsweise ihre Liebe war mir zu wenig Gegenstand der Geschichte.


    Es kann natürlich sein, dass es bei mir daran lag, dass ich die Geschichte der Rahmenhandlung schon zu genau kenne. Es gab da für mich nichts Überraschendes. Liest natürlich jemand zum ersten Mal aus dem Rom dieser Epoche und von diesen Protagonisten sieht es schon ganz anders aus. Der Erzählstil von Bebra May Macleod lässt sich nämlich leicht und locker lesen. Sie hat zudem immer wieder alte Begriffe dieser Epoche eingeflochten, welche in einem Glossar am Ende des Buches erläutert werden. Die vielen Götter dieser Zeit sind ebenfalls aufgelistet und gleich zu Beginn steht ein umfangreiches Personenregister, sodass man weiß, um welche historischen Charaktere es hier geht. Ein paar Fotos antiker Gegenstände runden das Buch zum Schluss ab.


    Fazit:


    Der Auftakt dieser neuen Reihe über das alte Rom und seine Götter ist durchaus gelungen, auch wenn mir „Flammentempel“ nicht zu 100 % gefallen hat. Die Charaktere sind bildhaft beschrieben, ihr Handeln durchaus nachvollziehbar, aber für mich gab es zu viele Einzelheiten, die durch viele Filme schon erzählt wurden.


    3ratten

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    Ein ganzes langes Leben im Kampf für Glaube und Freiheit


    Lissabon am Anfang des 16. Jahrhunderts, hier ist es nicht möglich, dem jüdischen Glauben anzugehören. Die Menschen müssen sich als Christen ausgeben, sich taufen lassen und nach dem katholischen Glauben leben. Nur im Verborgenen kann die jüdische Gemeine ihre eigenen Rituale und Gebete leben. Gracia Mendes fällt es schwer, sich diesen Verboten anzupassen. Sie wird mit einem Mann verheiratet, der nach außen hin ein gläubiger Katholik zu sein scheint. Zunächst hasst Gracia ihren Mann, sie glaubt ihn dabei gesehen zu haben, wie er in Not geratene Glaubensbrüder um ihr letztes Geld bringt. Doch dann entdeckt sie die Wahrheit und die Liebe zu ihrem Mann. Gemeinsam nehmen sie den Kampf auf, um möglichst viele Leben zu retten. Letztendlich müssen sie aus Lissabon fliehen und fern der Heimat weiter kämpfen. Für Gracia beginnt eine Flucht quer durch Europa über viele Jahre.


    Der Roman „Die Götter der Dona Gracia“ wurde bereits 2009 unter dem Titel „Die Gottessucherin“ veröffentlicht. Ich lese die Bücher von Peter Prange ganz gern, dieses Buch kannte ich jedoch noch nicht. Hier schildert der Autor ausführlich das Leben der Juden im 16. Jahrhundert. Tod und Verfolgung, Folter und Mord waren an der Tagesordnung. Die Frau Dona Gracia Mendes ist historisch belegt. Sie ist bekannt dafür, ihren Glaubensbrüdern vor Verfolgung und Folter bewahrt zu haben. Das Handelshaus Mendes hatte die nötigen finanziellen Mittel dazu, um die Männer und Frauen außer Landes zu bringen und ihnen zu einer neuen Zukunft zu verhelfen.


    Peter Prange ist es gelungen, ein anschauliches Bild dieser Epoche aufzuzeigen. Seine Protagonisten hat er eindrucksvoll beschrieben. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht der jüdische Glaube. Der Autor erzählt ausführlich vom Schicksal dieser Menschen. Es werden nicht nur die Fluchten erzählt, sondern auch von den Ritten und Gebräuchen, von den Gebeten und dem Glauben im Allgemeinen. Durch das Handelshaus Mendes erfährt man viel darüber, wie weitverzweigt die Handelswege dieser Epoche waren.


    Gracia Mendes ist eine starke Protagonistin, sie dominiert die gesamte Handlung. Während sie am Anfang noch nicht wirklich greifbar ist, entwickelt sie sich im Laufe der Handlung weiter. Sie ist eine Kämpferin, die für ihre Ziele alles opfert. War sie mir zu Beginn fast unsympathisch, ändert sich das im Laufe der Zeit. Ihr Schicksal ist bewegend und faszinierend zu gleich. Die Liebe zu ihrer Familie und ihrem Glauben schildert der Autor genauso eindrucksvoll wie den Kampf ums Überleben.


    Allerdings gibt es noch einige Protagonisten mehr, die die Handlung vorwärtstreiben. Es sind so gar recht viele Charaktere in dieser Handlung. Dem Autor ist es mithilfe dieser Menschen gelungen, eine authentische Geschichte zu erzählen.


    Am Ende des Buches steht eine ausführliche Zeittafel, die noch einmal alle wichtigen Ereignisse zusammenfasst und gleichzeitig Fiktion und Wahrheit trennt. Ich fand es informativ und auch wichtig, dass es da ist, da hier noch mal einige Details erzählt werden.


    Fazit:


    „Die Götter der Dona Gracia“ erzählt eine eindrucksvolle Geschichte über eine Frau und ihre Familie. Die Flucht und die Suche nach Freiheit und Liebe werden anschaulich geschildert. Das Leben im 16. Jahrhundert in Europa wird facettenreich erzählt. Auch wenn das Leben von Gracia Mendes nicht immer einfach zu lesen war, habe ich es gern gelesen. Es gab interessante Einblicke in die jüdischen Traditionen, einige spannende Details über das Machtgefüge von Kirche und Staat in Europa und ein paar schaurige Einzelheiten der Inquisition. Auch wenn es weniger schöne Momente in dieser Handlung gab, hat mir die Mischung gut gefallen. Gracia Mendes war eine beeindruckende Frau dieser Epoche und ihr Leben interessant zu lesen.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Gemeinsame Spurensuche in der Sommerfrische


    Viktoria Berg verbringt auch den Sommer 1913 wieder auf Norderney. Die Sommerfrische in diesem schönen Seebad bietet ihr Erholung und gleichzeitig die Möglichkeit, eine ihrer Schülerinnen zu besuchen, die sich hier erholen soll. Auch der Journalist Christian Hinrichs befindet sich auf der Insel. Dann jedoch wird die Idylle unterbrochen, ein toter Rittmeister wird am Strand gefunden. Und die Schülerin von Viktoria vermisst ihre Freundin, dass kleine Mädchen scheint spurlos verschwunden zu sein. Was ist hier nur geschehen? Diese Frage stellt sich nicht nur Viktoria, sondern auch Christian, gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit.



    Ein Jahr ist vergangen, seit Viktoria und Christian gemeinsam ihren ersten Fall auf Norderney gelöst haben. Die beiden jungen Leute waren sich näher gekommen, aber nun stellt sich heraus, dass sie in ihrer Zeit nicht so leben können, wie sie eigentlich wollen. Viktoria ist Lehrerin und als solche darf sie keine Beziehung eingehen. Für Christian ist dies nur schwer zu begreifen. Ihr vergangenes Jahr war nicht einfach. Nun möchte Viktoria sich ein wenig erholen und Christian geht seiner Arbeit als Journalist nach, als die beiden unverhofft auf der Insel wieder zusammentreffen.


    Elsa Dix hat es gut verstanden, die Umstände dieser Zeit zu beschreiben. Ihre Protagonisten müssen sich in ihr Schicksal fügen und dies hat die Autorin auch glaubwürdig in Szene gesetzt. Für eine Frau gab es in dieser Zeit nicht viele Möglichkeiten, entweder heiraten oder arbeiten, beides war nicht möglich. Elsa Dix hat dieses Problem für Viktoria gut dargestellt. Die Gefühle von Viktoria und Christian fließen mit in die Handlung ein und ermöglichen einen Einblick in ihre Gefühlslage.


    Gleichzeitig erzählt die Autorin eine interessante Kriminalgeschichte. Sie legt Spuren und lenkt ihre Leser ab. Die Suche nach dem Mörder des Rittmeisters und die Suche nach dem vermissten Kind wechseln sich ab. Mir hat diese Mischung wieder gut gefallen. Ich konnte nicht nur mit den Charakteren mitfiebern, sondern habe auch mit Spannung verfolgt, wie gerade diese so unterschiedlichen Protagonisten zueinanderfinden oder wie wohl ihre Weichen für ihr weiteres Leben gestellt werden.


    Fazit:


    „Der tote Rittmeister“ ist ein unterhaltsamer Krimi in der Sommerfrische von Norderney im Jahre 1913. Er erzählt eine interessante Krimihandlung und gleichzeitig einige spannende Details aus diesem Jahr. Die Geschichte lässt sich leicht und locker lesen, sie ist auch durchaus einzeln lesbar, nicht nur gibt es einige kleine Rückblende, sondern die Handlung ist in sich abgeschlossen.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Starke Frauen gehen ihre eigenen Wege


    Magda Fuchs hat schwere Zeiten hinter sich. Im Berlin der 20er-Jahre will sie sich eine neue Existenz aufbauen. Sie nimmt die Stelle einer Polizeiärztin an. Doch Berlin ist so ganz anders als ihre Heimatstadt. Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt ihr nicht, schon der erste Fall fordert ihr Einiges ab. Berlin ist Licht und Schatten zugleich. Hier muss sie beweisen, dass sie als Ärztin leben kann. Magda lernt weitere Frauen kennen, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Ina arbeitet als Fürsorgerin und Ruth ist sogar Rechtsanwältin. Die beiden Frauen haben ihren Platz im Leben schon gefunden. Und dann ist da noch Celia, die in einer erzwungenen Ehe lebt und sich nichts sehnlicher wünscht als die Freiheit. Für Magda sind es ungewöhnliche Begegnungen, die aber auch dafür sorgen, dass sie ihr eigenes Leben hinterfragt. Berlin ist so viel mehr als nur eine große Stadt. Kann sie für die junge Frau eine neue Heimat werden? Kann sie hier ihre Träume verwirklichen?


    Der neue Roman von Helene Sommerfeld spielt in den Anfängen der 20er-Jahre in Berlin. Hauptsächlich liegt der Fokus auf Frauen, die sich in einer neuen Welt zurechtfinden wollen. Sie wollen nicht mehr nur am Herd stehen und Kinder betreuen, sondern hinaus in die Welt. Der Erste Weltkrieg ist gerade erst vorbei und viele Frauen haben gelernt, sie können so viel mehr als nur den Haushalt schmeißen. Magda durfte Medizin studieren, Ruth ist Anwältin geworden und Ina arbeitet als Fürsorgerin und versucht das Leben von Kindern zu verbessern. Celia ist zwangsverheiratet worden und kämpft jetzt dafür, ihre Freiheit zu erlangen. Dieser Kampf um die eigene Selbstbestimmung verbindet die Frauen. Sie begegnen sich und verändern dadurch das eigene Schicksal. Das Berlin dieser Zeit ist genau der richtige Schauplatz dafür. Berlin ist wild und aufregend. Voller Hoffnung und Zuversicht und gleichzeitig auch abgrundtief schlecht. Magda als Polizeiärztin bekommt dies deutlich vor Augen geführt.


    In dieser Zeit steckt die Polizeiarbeit noch in ihren Anfängen. Morde aufzuklären war noch schwierig und Spurensicherung fast unmöglich. Von daher war ich etwas überrascht in dem Zusammenhang von einer Polizeiärztin zu lesen. Im Laufe der Handlung wird aber schnell klar, dass Magda nicht als Polizistin in dem Sinne arbeitet, sondern eine Ärztin ist, die für die Polizei arbeiten soll und aufgegriffene Kinder und Prostituierte untersuchen und betreuen soll. Eine Arbeit, die sonst eben keiner machen wollte. Der Autorin ist es gelungen, diesen Teil der Polizeiarbeit glaubhaft in Szene zu setzen, gleichzeitig erfährt man durch Magda, wie in dieser Zeit mit Kindern umgegangen wurde. Es war nicht immer leicht zu lesen und stellenweise sehr traurig. Aber gerade das Helene Sommerfeld nicht nur das glitzernde, schillernde Berlin der 20-Jahre gezeigt hat, hat mir gut gefallen. Sie geht in die Tiefe und erzählt von Schicksalen, die sich so keiner wünscht und vorstellen kann.


    Der Erzählstil ist dabei zwar locker und leicht zu lesen, aber stellenweise eben auch ziemlich traurig und düster. Gleichzeitig gelingt es der Autorin aber auch, die Stadt lebendig werden zu lassen. Sie lässt einige ihrer Charaktere so reden, wie sie es gewohnt sind und so findet auch die Berliner Schnauze seinen Weg in die Handlung. Mordermittlungen und der tägliche Kampf um die Kinder wechseln sich ab. Die Spannung steigt und wird auch über einige Zeit gehalten. Erst im letzten Drittel des Buches wird es etwas ruhiger und einige private Szenen der Protagonisten treten in den Vordergrund. Die Geschichte klingt dann langsam aus, aber nicht ohne einige lose Fäden zu hinterlassen, die einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, dass es bald einen weiteren Teil mit Magda Fuchs geben wird.


    Fazit:


    „Das Leben ist ein ewiger Traum“ ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Helene Sommerfeld. Erzählt wird die Geschichte einiger junger Frauen, die ihr Leben selbst bestimmen wollen. Der Kampf um die eigene Freiheit und um Liebe und Anerkennung nimmt seinen Lauf. Ich habe diesen ersten Teil gern gelesen, auch wenn er nicht immer einfach zu lesen war. Die Gewalt und die Traurigkeit, die das Leben so kurz nach dem Ersten Weltkrieg schrieb, machen die Handlung nicht unbedingt einfach, dafür aber vielschichtig und interessant.


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    Liebe und Leid liegen so nah beieinander


    Andrada und Nelu sind in ihrem Heimatort das Liebespärchen schlechthin. Nelu verspricht ihr die Ehe, doch erst muss er in den Krieg. 1941 nimmt das nationalsozialistische Rumänien an dem Feldzug gegen die Russen teil und Ion Nicolescu, genannt Nelu marschiert als junger Offizier mit. Er ist stolz darauf, der deutschen Einheit unter Oberfeldwebel Schmidt dienen zu dürfen. Auf die Schikanen, die ihn erwarten würden, war er nicht vorbereitet. Aus den 6 Monaten, den dieser Feldzug dauern sollte, wurden für Nelu Jahre. Er gerät in Gefangenschaft und sein Leben ändert sich schlagartig. Andrada bleibt in der Heimat zurück. Die Einsamkeit macht ihr zu schaffen. Wie von selbst entdeckt sie ihre Liebe zu dem Bauern Cristian. Freunde waren sie schon lange.


    Die Autorin Silvia Hildebrandt habe ich schon einige Zeit im Netz gesehen, ihre Bücher weisen schöne Cover auf. Als ich dann gefragt wurde, ob ich gern mal eines ihrer Bücher lesen möchte, konnte ich nicht widerstehen. Ich entschied mich für ihr neuestes Buch „Trümmerland“ und ich wurde nicht enttäuscht.


    Die Geschichte von Nelu, Cristian und Andrada ist nicht nur spannend, sondern erzählt auch die Geschichte Rumäniens erst im 2. WK und dann die politische Entwicklung danach. Über Rumänien aus dem 20. Jahrhundert habe ich tatsächlich noch nichts gelesen. Umso interessanter fand ich dann die Handlung hier. Die politischen Unruhen in dieser Zeit sind anschaulich beschrieben. Im Vordergrund steht natürlich das Verhältnis von den drei Protagonisten. Nelu, der beim Militär seinen Dienst tut und später zur Staatssicherheit wechselt, während Andrada in ihrem Heimatdorf verzweifelt um ihre Liebe kämpft und Cristian zwischen allem steht.


    Die Beziehung dieser drei Charaktere hat die Autorin wunderbar in Szene gesetzt. Es ist ihr gelungen, eine facettenreiche Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte von Liebe und Leid, von Verständnis und Hoffnungen, geprägt von dem Glauben an eine bessere Zukunft. Mir fiel es tatsächlich leicht, mich auf diese Charaktere einzulassen, mit ihnen zu Lieben und zu Leiden zu hoffen und zu bangen. Auch wenn es nicht immer leicht zu lesen war, einige Szenen doch recht bedrückend beschrieben wurden, hat mir die Gesamtheit der Geschichte gut gefallen.


    Der Erzählstil von Silvia Hildebrandt ist dabei vielleicht nicht immer einfach zu lesen, sie beschreibt nicht nur ihre Protagonisten in allen Einzelheiten, sondern auch die Ereignisse bildhaft. Von daher sind sie nicht immer etwas für schwache Nerven. Die Liebesgeschichte ist von bittersüßer Schwere und sicher nichts für Romantiker, aber mir hat sie vermutlich gerade deswegen gut gefallen. Die Autorin hat es verstanden, die Zerrissenheit der Menschen, ihre Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung in dieser fiktiven Handlung zum Leben zu erwecken.


    Fazit:


    „Trümmerland“ ist zwar der dritte Roman von Silvia Hildebrandt, aber eigentlich der erste Band ihrer Trilogie über ihr Rumänen im 20. Jahrhundert. Mich hat er nicht nur gut unterhalten, ich habe auch über ein Land und seine Menschen gelesen, von denen ich so noch nichts gelesen habe. Vielen Dank für diese wunderschöne und gleichzeitig traurige Geschichte.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Gelungener Krimi mit historischem Hintergrund


    Emil Graf ist dem grauen des Krieges entkommen. Er bekommt jetzt seine Chance bei der Münchner Polizei. Diese wird von den Amerikanern angeleitet und überwacht, aber Emil will alles dafür geben, um erfolgreich zu sein. Es ist August des Jahres 1945 als Emil zu einem Mordfall gerufen wird. Die aus dem amerikanischen Exil kommende Journalistin Billa Löwenfeld hat den Mann, den sie eigentlich interviewen sollte, Tod aufgefunden. Warum musste Viktor von Dietlitz sterben? Er ist gerade erst aus dem Krieg heimgekehrt und offenbar ein unschuldiger Mann. Alles sieht nach einem einfachen Fall aus, doch dann tauchen zwei weitere Tote auf, beide auf die gleiche Weise gestorben. Was ist hier los?


    Der Krimi „Das doppelte Gesicht“ hat seinen Handlungsort in München. Es ist Sommer 1945 und der Krieg gerade so zu Ende. Die Menschen leben zwischen Hoffen und Bangen, immer auf der Suche nach Lebensmitteln und mit der Frage beschäftigt, wie soll es weitergehen? Heidi Rehn hat diese dramatische Zeit zum Hintergrund für ihren Krimi gewählt. Sie hat es verstanden, diese Zeit anschaulich zu schildern. Emil Graf, der Ermittler stellt sich hier die Frage, warum musste Viktor von Dietlitz sterben? Was hat er getan, um diese Strafe zu verdienen? Auf der Suche nach Antworten stellt sich aber auch automatisch die weitere Frage, was gehört dazu, um schuldig zu sein?


    Ihm zur Seite steht Billa Löwenfeld, sie ist eine junge jüdische Frau, die mit ihrer Mutter nach Amerika geflohen war, um am Leben zu bleiben. Jetzt will sie ihre Heimatstadt wiedersehen und herausfinden, ob sie noch hier leben kann. Es ist bedrückend zu lesen, wie diese beiden jungen Menschen mit ihrer Vergangenheit umzugehen lernen.


    Man sieht Emil deutlich das schlechte Gewissen ihr gegenüber an, aber auch wie er nach und nach Gefühle für Billa entwickelt und diese eigentlich nicht zulassen will. Beide müssen sich ihrer Vergangenheit und ihren Ängsten stellen.


    Mir hat diese Mischung aus Krimi und Roman gut gefallen. Heidi Rehn hat es glaubhaft verstanden, diese schwierige Zeit in Worte zu fassen und authentisch zu schildern. Die Zusammenhänge sind auch nicht zu offensichtlich, sodass nicht zu schnell klar war, wer eigentlich hinter der Tat steckte. Die Spannung konnte die Autorin von Seite zu Seite steigern und auch halten. Deutlich spürt man beim Lesen, dass der historische Hintergrund gut recherchiert wurde. Es ist ihr gelungen, diesen Hintergrund mit ihrer fiktiven Handlung zu verbinden. Ich fand diese Mischung gelungen.


    Fazit:


    „Das doppelte Gesicht“ ist ein spannender Kriminalroman mit nicht leicht zu durchschauenden Wendungen, gleichzeitig ist er ein packender historischer Roman über die Zeit nach dem 2. WK. Mir hat die Geschichte von Emil und Billa gut gefallen und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird. Ich mag historische Krimis, die eine Gute fiktive Handlung erzählen und gleichzeitig einen interessanten historischen Hintergrund aufweisen.


    4ratten