Beiträge von nirak

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    Ein besonderer historischer Krimi


    Ignatz ist dafür zuständig, die Straßen von Karlsruhe sauber zu halten. Er ist der Straßenfeger der Stadt. Ihm macht seine Arbeit sogar Spaß, findet er doch Anerkennung für das, was er tut. Denn Ignatz kann weder hören noch sprechen. Doch dann geschieht ein Mord in der Stadt und der Straßenfeger wird am Tatort gesehen. Sofort ist für Major von Sandberg klar, es kann nur Ignatz gewesen sein. Aber der junge Mann entwischt wieder und versucht nun auf eigene Faust seine Unschuld zu beweisen. Wird es ihm gelingen? Hat er überhaupt eine Chance?


    Die Handlung spielt im Jahre 1772 in Karlsruhe. Da der getötete Soldat Angehöriger des Leibgrenadierregiments war, ist Major von Sandberg für die Aufklärung zuständig. Gleichzeitig bekommt man dadurch einen schönen Einblick darüber, wie die Soldaten das Leben der Menschen beeinflusst hat.


    Zunächst beginnt die Geschichte mit dem Leben in Karlsruhe. Die Protagonisten werden vorgestellt und ihr Schicksal erläutert. Ignatz seine ganz spezielle Welt wird ausführlich geschildert. Sein Schicksal hat mich beim Lesen schon bewegt. Es war interessant zu lesen, wie er sich in seiner Umwelt zurechtfand. Die Darstellung von Petra Reategui fand ich gelungen. Am Anfang weiß man eigentlich gar nicht, wohin die Geschichte genau führen soll, aber dann geschieht dieser Mord und die Aufklärung nimmt seinen Lauf.


    Der Erzählstil ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, da die Autorin immer wieder alte Ausdrucksweisen einfließen lässt. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal in einem Roman die Ausdrucksweise „blümerant“ gelesen habe, und das ist nur ein Beispiel, aber ich fand es auch überraschend gut. Irgendwie passt die Ausdrucksweise zu dem Geschehen im Buch. Die Autorin hat es durchaus verstanden, die Spannung aufzubauen. Wie von selbst verbinden sich die Krimielemente mit dem Handlungsverlauf.


    Die Charaktere hat die Autorin gut dargestellt. Sie sind nicht nur unterteilt in Gut und Böse, sondern haben schon ihre Ecken und Kanten und sind vom Leben gezeichnet. Mir hat gut gefallen, wie die Geschichte erzählt wurde.


    Obwohl dieser historische Krimi nur 270 Seiten lang ist, gibt es trotzdem Platz für einen Stadtplan von Karlsruhe, ein kleines Personenregister sowie ein Glossar und ein ausführliches Nachwort. Mir gefällt solches Zusatzmaterial immer sehr gut. Schön, dass auch in so einem schmalen Buch daran gedacht wurde.


    Fazit:


    „Der Grenadier und der stille Tod“ hat mich gut unterhalten. Gefallen hat mir vor allem, dass nicht zu schnell offensichtlich war, warum überhaupt gemordet wurde. Der Krimi selbst schlägt leise Töne an und erzählt eben auch von dem Schicksal der Menschen. Gerade Ignatz hat es mir angetan. Am Ende bleibt keine Frage offen. Dieser Roman geht schon ein wenig unter die Haut. Es ist nicht nur dieser Mord, der einem beim Lesen beschäftigt, sondern das Schicksal von Ignatz im Besonderen.


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    Auftakt einer Reihe über den Kampf der Friesen um ihre Freiheit im 7. Jahrhundert.


    Das Leben in Friesland könnte so schön sein, der Handel blüht, die Ernten sind gut, die Menschen leben ein friedliches, beschauliches Leben. Doch dann kommt der Feind aus dem Süden und streckt seine gierigen Finger nach dem Land am Meer aus. Die Franken wollen den einzig wahren Glauben mit Feuer und Schwert bringen und das Land erobern. Radbod, der König der Friesen, weiß sich zu wehren. Gemeinsam mit den Dänen und Sachsen plant er den Widerstand. Ein Kampf um Freiheit und Glaube beginnt.


    Der historische Roman „Radbods Schwert“ ist der Auftakt zu einer Reihe um den Kampf der Friesen für ihre Freiheit. Es ist das späte 7. Jahrhundert, als König Pippin II. seine Hände nach Friesland ausstreckt. Der Autor Lothar Englert schildert, was sich damals zugetragen haben könnte. Er nimmt sich die Zeit, erst das Leben am Hof von Radbod zu schildern und seine Verbindung zu Dänemark, um dann in den Kampf gegen die Franken zu ziehen. Die politischen Zusammenhänge werden glaubhaft erläutert.


    Der Autor hat sich dafür entschieden, die Geschichte der Friesen von dem König selbst erzählen zu lassen. Radbod blickt nun auf sein Leben zurück und erzählt seinem Enkel, was damals geschah, als die Franken kamen. Mir hat der Erzählstil gut gefallen, auch wenn er manches mal ein wenig sperrig war. Ein bisschen gestört hat mich allerdings, dass es schon während dieses ersten Bandes ständig Rückblenden der Protagonisten gab. Ich habe doch gerade die Szene gelesen, da brauche ich nicht schon nach wenigen Seiten eine Rückblende, dies ist ein wenig mühselig. Die Handlung selbst ist aber spannend. Trotz dieser kleinen Kritik ist es Lothar Englert durchaus gelungen, diese Epoche lebendig werden zu lassen. Seine Charaktere hat er facettenreich gestaltet und noch genügend Raum gelassen, um sie sich weiter entwickeln zu lassen.


    Ein Personenregister am Ende des Buches sorgt für den Überblick der Protagonisten und ein Nachwort trennt Fiktion und Wahrheit. Es ist sogar eine kleine Karte Frieslands vorhanden. Ich mag es ja immer gern, wenn solch kleine Details vorhanden sind.


    Fazit:


    Der Auftakt dieser Reihe hat mir gut gefallen. Den Erzählstil fand ich angenehm zu lesen und mal ein bisschen anders als gewohnt. „Radbods Schwert“ erzählt aus dem 7. Jahrhundert und von einem Volk, welches sich nicht so leicht geschlagen geben will. Dort, wo die historischen Quellen nicht genug Informationen zu bieten hatten, hat die Fantasie des Autors ganze Arbeit geleistet. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und bin gespannt, was der Autor noch zu erzählen hat und wann es mit Radbod und seinen Friesen weitergeht.


    4ratten

    Ein abenteuerliches Leben im 9. Jahrhundert


    Freya wächst als Sklavin in einem dänischen Dorf auf. Ihre Mutter wurde einst aus Friesland geraubt und fristete ihr Leben als Unfreie. Dann wird das Mädchen Zeuge, wie ihre Mutter ermordet wird. Freya gelingt die Flucht. Gemeinsam mit ihrer Schwester fliehen sie in die Heimat ihrer Mutter, nur um dort festzustellen, dass der viel gerühmte Großvater Gerold die Heimat verlassen hat. Der Weg von Freya führt sie direkt nach Rom. Hier lebt Gerold und führt die Leibwache des Papstes an. Eine Prozession durch die Heilige Stadt beendet wieder einmal alle Hoffnungen der jungen Frau. Sie wird Zeugin als Gerold versucht, den Papst zu retten. Auch der Papst findet den Tod. Es stellt sich heraus, Papst Johannes ist eine Frau. Die Heilerin Johanna hatte es auf den Heiligen Stuhl geschafft und wurde nun ermordet. Wieder muss Freya fliehen. Mächte Feinde sind ihr nun auf den Fersen. Ihr Weg in eine bessere Zukunft geht weiter und scheint auswegloser den je zu sein.


    Der neue Roman von Helga Glaesener „Das Erbe der Päpstin“ wird als lose Fortsetzung des berühmten historischen Romans „Die Päpstin“ von Donna W. Cross beworben. Tatsächlich findet man Protagonisten aus diesem Roman auch hier vor. Es ist der Großvater Gerold, der als Bindeglied dient, aber das war es dann auch schon.


    Die Geschichte von Freya steht für sich allein. Das Leben der jungen Frau hat Helga Glaesener gekonnt in Szene gesetzt. Es beginnt mit dem Überfall der Dänen im Jahre 837 und der Entführung von Freyas Mutter. Solche Überfälle hat es im frühen Mittelalter immer wieder gegeben und bilden eine solide Grundlage für die vorliegende Geschichte. Freya gelingt die Flucht aus dieser Gefangenschaft.


    Sie wandert von Dänemark bis nach Rom und auch wieder nach Friesland, wo alles begann. Die Stationen ihres Lebens schildert die Autorin detailreich. Sie gibt Einblicke in diese Epoche und erschafft Bilder im Kopf. Da es vermutlich schwer sein dürfte, aus dieser Zeit verlässliche Quellen für die historische Genauigkeit zu finden, werden diese Lücken hier gekonnt mit der Fantasie der Autorin gefüllt. In ihrem Nachwort klärt die Autorin Fiktion und Wahrheit.


    Fazit:


    Ich war neugierig auf diese sogenannte Fortsetzung und eigentlich wurde ich auch nicht enttäuscht. Die Lebensgeschichte von Freya wird spannend erzählt. Ihre Ängste und Sorgen hat die Autorin gekonnt in Szene gesetzt. Der flüssige Erzählstil trägt dazu bei, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag. Allerdings hatte ich nach dem Klappentext erwartet, dass Freya sich länger in Rom aufhalten würde und es einige Hintergründe zu der Geschichte um die Ermordung des Papstes geben würde, diese Erwartung wurde nicht erfühlt. Es waren nur einige Kapitel, die in Rom spielten. Sie bilden dann die Grundlage für den weiteren Handlungsverlauf. Das weitere Geschehen hatte es dann aber schon in sich. Helga Glaesener ist es gelungen, eine mitreißende Geschichte aus dem Mittelalter zu erzählen. Man fiebert mit Freya und ihren Begleitern. Hofft und bangt um ihre Zukunft und zittert auch ein wenig vor den Nordmännern. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und kann mich der Meinung nur anschließen, Leser, die auch schon vor 20 Jahren von „Die Päpstin“ begeistert waren, werden auch dieses Buch lieben.


    4ratten

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    Spannend und Unterhaltsam


    Lana hat gerade ihre Ausstellung beendet und ist auf dem Weg nach Hause, als sie nur knapp einer Entführung entgeht. Die junge Frau ist schockiert, müde macht sie sich auf dem Heimweg, nur um vor ihrer Haustür auf einen Mann zu treffen, der sie unbedingt sprechen will. Jetzt, früh morgens, aber Connor lässt nicht locker. Einige Stunden später beschuldigt er Lana, wertvolle Gemälde gestohlen zu haben und sie weltweit zu verkaufen. Die Frau ist fassungslos und als wäre all dies noch nicht genug, muss sie ständig an ihre Freundin aus Kindertagen denken, das Mädchen verschwand damals spurlos. Was geschieht hier? Warum gerade jetzt und warum ist Connor so attraktiv?


    Der neue Roman von Noa C. Walker erzählt von Lana Wieland. Die junge Frau ist eine Kunsttherapeutin und außerdem sensibel und eher schüchtern. Sie hat in ihrer Kindheit einen Schock erlitten, der sie nie ganz losgelassen hat. Nur schwer lässt sie fremde Menschen an sich heran. Jetzt hat sie aber keine Wahl mehr und muss mit dem Amerikaner Connor zusammenarbeiten. Unterstützung findet sie aber auch bei ihrer Familie.


    Dies ist bereits der dritte Roman mit den Wieland-Geschwistern. Wer die Vorgänger kennt, weiß, dass es schon mal etwas turbulent zugehen kann. Ich wurde auch hier nicht enttäuscht. Ich mag die spritzig frechen Dialoge der Protagonisten. Von der ersten Seite an war ich von dieser Geschichte gefangen. Auch wenn Lana sensibel ist, ist sie doch auch schlagfertig und das nicht nur mit Worten. Sie wird eigentlich als tatkräftige Frau beschrieben, die eben ein paar kleine Fehler hat, die aber durchaus liebenswürdig sind. Die Charaktere sind überhaupt liebevoll gestaltet worden und haben schon einige Ecken und Kanten. Die Spannung steigert sich so nach und nach, kommt dabei aber ohne die brutalen Szenen so mancher Thriller aus.


    Der Prolog ist etwas düster gehalten und erzählt von dem Tag, an dem die Freundin von Lana verschwand. Danach geht es mit der erwachsenen Lana weiter. Jetzt beginnt die Suche nach den Hintergründen für den Überfall auf die junge Frau und was es mit dem Kunstraub auf sich hat. Die Autorin hat durchaus gelungene Krimielemente in ihrer Geschichte verwoben. Man könnte schon auf die falsche Spur kommen, vor allem wenn man sich zu intensiv auf die Charaktere einlässt, denn ganz geschickt ist hier auch eine Liebesgeschichte verpackt.


    Fazit:


    „Das Bild der Vergangenheit“ hat mir gut gefallen. Die Familie Wieland ist immer für Überraschungen gut. Hier durfte Lana aus ihrem Leben erzählen Es war nicht immer einfach, dafür aber spannend. Die Liebesgeschichte nicht zu vordergründig und die Handlung spannend und unterhaltsam. Auch wenn dies bereits der dritte Roman über die Wielands ist, lassen sich alle Bücher einzeln lesen. Jedes Buch für sich erzählt eine Geschichte. Ich liebe diese Familie und freue mich darauf, wenn es mit dem nächsten Mitglied weitergeht. Bitte mehr davon.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Aus dem Leben der wahren Königin


    Die spanische Prinzessin Katharina von Aragón wurde dazu erzogen, einst einen Prinzen zu heiraten. Königin Isabella von Spanien hat sich dafür entschieden, die junge Prinzessin mit Prinz Arthur von England zu verheiraten. Eine Verbindung, die für beide Seite nur Vorteile bietet, so die Annahme. Katharina ist 16 Jahre alt, als sie im Jahre 1501 englischen Boden betritt. Leider verstirbt Arthur kurz nach der Vermählung. Um das Bündnis mit Spanien zu erhalten, wird sie kurzerhand mit dem nächsten Prinzen verlobt. Henry VIII. wird ihr Gemahl. Zu Beginn ihrer Ehe sieht es nach einer glücklichen Verbindung aus, aber dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Für Katharina beginnt ein langer Kampf um Liebe und Anerkennung und um die Zukunft ihrer Tochter.


    Das Leben von Katharina von Aragón, die als erste Gemahlin von Henry VIII. in die Geschichtsbücher einging, dürfte wohl jedem bekannt sein. Ich hatte schon einiges von ihr im TV gesehen und kannte sie aus den Geschichtsbüchern, also hatte ich hier keine großartigen neuen Erkenntnisse erwartet. Umso erstaunter war ich, als ich diesen Roman gelesen hatte. Alison Weir beginnt ihre Handlung mit dem Tag, als Katharina englischen Boden betritt und erzählt ihr gesamtes Leben in England. Aus Sicht der Königin wird die Handlung geschildert. Somit ist man hautnah an ihrem Leben beteiligt. Man erlebt, wie aus dem jungen Mädchen langsam eine erwachsene Frau wird. Sie hat Träume und Hoffnungen und Wünsche für ihre Zukunft und die Zukunft Englands. Man ist dabei, wie diese Träume zerplatzen, wie sie erst zur Königin gemacht wird und dann fallen gelassen wird. Aber was ganz besonders anrührt, sind die vielen kleinen Szenen dazwischen. Die Verzweiflung, weil der Thronerbe sich nicht einstellen will. Die Zerrüttung zwischen ihr und Henry. Aber auch die Treue ihrer Dienerschaft oder Ehrendamen. Fremde Frauen und Männer, die ihr zur Seite stehen und ihr nicht nur das Leben erleichtern, sondern zu Freunden werden. Die Gespräche mit den spanischen Abgesandten Chapuys zum Beispiel, die ihre Verzweiflung wiedergeben. So viele kleine Szene, die ein ganz neues Licht auf die Frau werfen, die auszog, um Königin in einem fremden Land zu werden, und dabei so viel zu Erdulden hatte.


    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ich habe Katharina ganz neu kennengelernt. Mit Details aus ihrem Leben, die mir so nicht geläufig waren. Der Erzählstil von Alison Weir ist dabei angenehm zu lesen. Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war, dass in der deutschen Übersetzung auch die Namen übersetzt wurden. Aus Henry wurde Heinrich und aus Mary Maria, um nur die wichtigsten Beispiele zu nennen. Ich finde es besser und authentischer, wenn die Protagonisten ihre ursprünglichen Namen behalten dürfen, aber dies ist nur ein kleiner Mangel, für den die Autorin ja auch nicht verantwortlich ist. Die gelungene Aufmachung macht dieses aber locker wieder gut. Es sind nämlich Personenregister, Zeittafel und ein Nachwort am Ende vorhanden. So kann man gut nachverfolgen, in welcher Reihenfolge welche Ereignisse in dem Leben der Königin stattgefunden haben.


    Fazit:


    „Katharina von Aragón“ ist ein exzellent recherchierter Roman über die erste Königin von Henry VIII. . Ihr Leben wird glaubhaft geschildert. Mir hat gut gefallen, wie hier von und mit ihr erzählt wurde. Gleichzeitig bekommt man die Ereignisse dieser Jahre in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Dies ist erst der erste Band von Alison Weir über die Frauen von King Henry VIII. , es werden wohl noch 5 weitere Bände folgen, ich bin gespannt.


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    Wenn die Freundschaft alles am Leben erhält


    Mimi und Anton sind endgültig auf der schwäbischen Alb in Münsingen angekommen. Sie sind Geschäftspartner geworden und wollen gemeinsam die Druckerei zum Laufen bringen. Aber dann geschieht das Unfassbare, der 1 Weltkrieg bricht aus und für alle ist nichts mehr so, wie es war. Die Männer müssen in diesen Krieg. Den Frauen übernehmen die Aufgabe, in der Heimat alles am Laufen zu halten. Für Mimi, Bernadette und Corinne ist es nicht nur eine Herausforderung, die sie gemeinsam meistern müssen, sondern auch eine Zerreißprobe ihrer Freundschaft.


    Zunächst beginnt die Geschichte sacht dort, wo der Vorgänger „Die Welt von Morgen“ geendet hat. Denn dies ist bereits der 4. Band der Fotografinnen-Reihe von Petra Durst-Benning. Das Leben auf der schwäbischen Alb scheint nicht mehr viel bereitzuhalten, alles geht seinen gewohnten Gang, aber dann bricht der Erste Weltkrieg aus und Mimi und Anton finden sich im Jahre 1914 im größten Chaos wieder. Der Krieg bestimmt das Leben und die Zeit.


    Alle müssen Opfer bringen, es ist nicht einfach, die Gemeinschaft zusammen halten. Dies gilt für die Männer an der Front genauso wie für die Frauen zu Hause. Durst-Benning ist es gelungen, ein stimmiges Bild dieser Tage zu zeichnen. Sie erzählt von dieser Zeit, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Trotzdem hat man Bilder im Kopf. Das Leben von Anton und Mimi läuft jetzt in unterschiedlichen Bahnen und so wechseln die Handlungsstränge sich ab. Mal ist man beim Lesen bei Anton an der Front, um dann wieder zu Mimi auf die schwäbische Alb zu wechseln. In beiden Erzählsträngen wird deutlich, wie schwer dieses entbehrungsreiche Leben für die Menschen gewesen ist.


    Die Bewohner von Münsingen haben nicht nur damit zu kämpfen, dass sie sich um ihre Männer sorgen müssen, sondern auch darum, für das tägliche Überleben genug zu haben. Für alle ist es ein sehr schweres Leben. Die Charaktere wachsen dabei mit den Herausforderungen, die an sie gestellt werden. Die Autorin schafft es aber auch immer wieder, Hoffnung zu vermitteln. Mit ihrem leichten Erzählstil saugt sie einen sozusagen in die Geschichte. Es fiel mir leicht, mit diesen Protagonisten mitzugehen und sie auf ihrem schweren Weg zu begleiten. Auch, wenn es an mancher Stelle nicht immer einfach war und das eine oder andere Tränchen fließen wollte.


    Fazit:


    „Die Stunde der Sehnsucht“ hat mir gut gefallen, dieser Teil der Fotografinnen-Reihe ist sogar noch besser als die Vorgängerbücher. Ich war von der ersten Seite an mit dabei und konnte das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen. Petra Durst-Benning gelingt es immer wieder, historische Details einer Zeit gekonnt mit ihrer fiktiven Geschichte zu verweben. In diesem Teil wird besonders die Freundschaft der Frauen hervorgehoben. Bernadette, Mimi und Corinne wachsen zusammen und entwickeln sich weiter. Wie wichtig es ist, zusammenzuhalten hat die Autorin gut dargestellt. Es gibt aber nicht nur heitere, freundliche Szenen, auch die grausame Seite des Krieges wird dargestellt. Ein kleiner Ausblick auf Band 5 ist am Ende auch vorhanden und man darf gespannt sein, was das Leben noch für Mimi bereithalten wird.


    5ratten

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    Band 6 und kein bisschen friedlicher


    Thomas Blackstone befindet sich immer noch in Frankreich. Es ist das Jahr 1362 und sein Kampf für die Krone Englands ist noch nicht beendet. Allerdings wird er nun von einer Gruppe Ritter des Deutschen Ordens gejagt. Diese sind eigentlich auf der Suche nach dem Waliser Gruffydd ap Madoc. Sie vermuten ihn in Begleitung von Thomas. Da sie Rache für ein Verbrechen wollen, soll auch Blackstone über die Klinge springen. Er ahnt nicht, dass diese Intrige von einem alten Feind inszeniert wurde. Der Ritter hat aber nicht nur mit diesen Verfolgern zu kämpfen, auch sein Sohn gerät wieder in den Fokus seiner Feinde. Es gilt diesen zu schützen und die eigentliche Aufgabe nicht aus den Augen zu verlieren.


    Dies ist nun schon der 6. Band um den narbengesichtigen Ritter Thomas Blackstone. Es geht direkt mit der Handlung weiter und schließt somit nahtlos an den Vorgänger an. Es empfiehlt sich in diesem Fall, auch die Vorgänger gelesen zu haben, da die Geschichte schon aufeinander aufbaut und man die Handlungsweise der Männer so auch nachvollziehen kann. Natürlich gibt es immer wieder kleine Rückblenden, die als Orientierungshilfe dienen.


    Mir hat dieser Teil, trotz kleiner Schwächen, gut gefallen. Die Handlung scheint in diesem Teil nicht wirklich voranzukommen. Es werden wieder Schlachten geschlagen, die detailreich erzählt werden, sich im Wesentlichen aber nicht von den Vorangegangenen unterscheiden. Auch scheint es so, als sei der Ritter unsterblich. Seine Glücksgöttin steht ihm immer zur Seite und leistet gute Dienste. Es wirkt schon fast ein bisschen unglaubwürdig. Er ist eben ein richtiger Held und steht für das schwere Leben, welches diese Männer geführt haben. Ein Ritter, in den Diensten eines Königs zu sein, der ein Land erobern will, ist nie leicht. Gilman erzählt genau davon und dies in allen Einzelheiten. Nicht immer ist die Geschichte leicht zu lesen, gerade wenn die Kampfszenen beschrieben werden. Der Autor versteht es hervorragend, solche Szenen zu beschreiben. Er lässt Bilder im Kopf erstehen. Wobei die Dialoge dann schon von leichten Sarkasmus geprägt sind und durchaus Spaß machen. Sie lockern die Atmosphäre immer wieder ein wenig auf.


    Trotz dieser Szenen kommt das Leben der Charaktere nicht zu kurz. Das Verhältnis von Thomas zu seinem Sohn wird ausführlich geschildert. Henry Blackstone wird langsam zu Mann und steht seinem Vater in nichts nach, auch wenn er nicht so handeln darf, wie er es gerne würde. Die Szenen, die von Henry erzählen, sind zwar nur kurz, aber nicht weniger unterhaltend und vor allem spannend. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann der junge Mann den Platz des Ritters einnehmen wird. Er gehört in diesem Teil für mich zu den Protagonisten, die mir ans Leseherz gewachsen sind. Ich hoffe darauf, noch mehr von dem jungen Mann lesen zu dürfen.


    Fazit:


    Auch der 6. Band „Der eiserne Schwur“ ist spannend geschrieben, gründlich recherchiert und hat mich gut unterhalten. Ich mag diese Reihe, auch wenn dieser Teil vielleicht ein wenig schwächer war, wie die Vorgänger, ich freue mich trotzdem darauf, wenn es mit den Blackstones weitergeht und warte gespannt.


    4ratten

    Goldsuche im 16. Jahrhundert


    Jacob hat den langen Weg nach Augsburg angetreten, um sein Recht bei einem Kaufmann durchzusetzen. Er trifft aber nur die Gattin Adelia in ihrem Heim an, von ihrem Mann ist weit und breit nichts zu sehen. Schließlich entdecken sie ihn gemeinsam, ermordet in einer Gasse. Nur die Flucht aus der Stadt kann das Leben von Adelia noch retten. Die Frage, in welche Geschäfte war ihr Mann involviert, drängt sich auf. Jakob ist Bergknappe und erzählt von einem Bergwerk in den Hohen Tauern. Adelias Mann wollte ihm helfen. Jetzt scheint alles, woran der junge Mann geglaubt hat, in Gefahr zu sein. Für Adelia beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, um ihr eigenes Leben und ihre Zukunft zu retten. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg, um Antworten zu finden, aber die Flucht ist nicht einfach. Die Alpen sind verschneit und ihre Verfolger sind ihnen dicht auf den Versen.


    Tauerngold ist der erste Band, der von einer Geschichte um Reichtum, Liebe und Gold erzählt. Die Geschichte beginnt im Jahre 1524 und erzählt von der jungen Witwe Adelia, die um ihr Erbe kämpfen muss. Ihr zur Seite steht Jacob, er ist ein Bergmannsknappe und hat eigentlich nur seine eigenen Ziele im Sinn. Ihre gemeinsame Reise und Suche zwingt die beiden Protagonisten dazu zusammen zuhalten und gemeinsam ihre Situation zu meistern.


    Wird Adelia zunächst als verwöhnte Kaufmannsgattin beschrieben, zwingt ihre Reise sie dazu, ihr Leben zu hinterfragen. Sie macht während der Handlung eine Wandlung durch, die durchaus glaubwürdig daher kommt. Auch Jacob verändert diese Reise. Spannend wird die Handlung dadurch, dass es natürlich Widersacher gibt. Das Erbe regt Begehrlichkeiten bei anderen an. Den beiden Reisenden werden Steine in den Weg gelegt, denn es gibt noch einen Unbekannten, der ebenfalls hinter dem Gold her ist. Auch die Frage vom Beginn, wer tötete den Gatten, muss geklärt werden.


    Geschickt hat die Autorin die Legende des Goldes in ihre fiktive Handlung verstrickt. Die Kaufmannsfrau und Jacob haben einiges zu bewältigen, um ihre Ziele zu erreichen. Gerade für Adelia ist es eine gewagte Reise, immer mit der Hoffnung verbunden, doch noch ihr Erbe antreten zu können. Stefanie Margret ist es gelungen, ihre Charaktere glaubhaft zu zeichnen. Beide Protagonisten verändern sich im Laufe der Handlung und gewinnen an Tiefe. Allerdings ist dieser Teil nur der Auftakt, eventuell zu einer Reihe, von daher ist auch hier noch Luft nach oben.


    Das Leben zu Beginn des 16. Jahrhunderts schildert die Autorin zudem facettenreich und bildhaft. Die beschwerliche Reise über die Alpen lässt einen schon mal erschauern. So anschaulich schildert sie diese Reise. Gut gefallen hat mir, wie hier historische Details mit einer fiktiven Geschichte verwoben wurde. Wobei die Autorin sich bei den Legendensagen dieser Region bedient hat und daraus eine spannende Geschichte gemacht hat. Zudem war es interessant zu erfahren, wie der Abbau von Gold vonstattenging. Man erfährt durchaus Neues, wenn man, wie ich, in diesem Bereich noch nicht viel gelesen hat.


    Fazit:


    Der Auftakt dieser neuen historischen Saga ist der Autorin gelungen. Spannend und unterhaltsam schildert sie aus dem Leben der jungen Witwe. Historische Details hat sie gekonnt mit eingeflochten und so ein schönes Bild dieser Epoche entstehen lassen. Eine Karte, zu Beginn, zeigt den Weg, den die Protagonisten zurückgelegt haben. Das Glossar am Ende, klärt die fremden Begriffe rund um den Bergbau und ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit. Und ganz zum Schluss ist sogar noch eine kleine Leseprobe von Band 2 vorhanden. Man darf gespannt sein, wie es mit Adelia und Jacob weitergeht.


    5ratten

    Schwieriger Fall


    Kommissar Tino Dühnfort hat die Abteilung gewechselt. Jetzt ermittelt er in der Abteilung für Operative Fallanalyse. Allerdings braucht er noch ein wenig, um mit den neuen Kollegen warm zu werden. Dann wird das Team an verschiedene Tatorte gerufen. Tino sieht Zusammenhänge, wo eigentlich keine sein sollten. Als er seinen Vorgesetzten davon in Kenntnis setzt, glaubt ihm dieser nicht. So ermittelt jede Abteilung für sich und als der Fehler bemerkt wird, ist es schon fast zu spät.


    Dies ist bereits der 9. Krimi, in dem der Kommissar Tino Dühnfort seine Fälle lösen darf. Als angenehm empfinde ich es, dass man alle Bücher durchaus auch einzeln lesen kann. Jeder Fall in sich ist abgeschlossen, nur das Privatleben des Kommissars baut natürlich aufeinander auf, allerdings sorgen kleine Rückblenden dafür, dass man nicht das Gefühl hat, es fehle Wissen. Auch lese ich die Bücher dieser Autorin sehr gern, habe aber trotzdem nicht alle Bücher mit Kommissar Dühnfort gelesen. Allerdings konnte ich mich hier nicht dem Sog entziehen, den dieser Kommissar mit sich bringt. Einmal mit dem Lesen begonnen, war ein Innehalten fast nicht möglich. Es war spannend, dabei zu sein, wie Tino auch diese neue Herausforderung in seinem Leben meistern konnte.


    Zudem hat mir gut gefallen, dass es immer mal wieder kleine Einblicke in sein Familienleben gegeben hat. Gina, seine Frau, ist für mich ein lieb gewordener Charakter, genau wie seine kleine Tochter. Wobei diese Passagen nicht zu viel Seiten in Anspruch nehmen, aber auch zeigen, wie sich die Charaktere im Laufe der Zeit weiter entwickeln.


    Die Handlung, um diesen verzwickten Fall, hat Inge Löhnig spannend und glaubhaft aufgebaut. Die Motive des Täters werden so nach und nach klar. Fast könnte man sich auf die Seite des Täters stellen, so plausibel sind seine Beweggründe. Die Verbrechen an sich und die Taten selber schildert die Autorin detailreich, aber trotz allem nicht zu ausführlich. Auch hat sie es mal wieder geschickt verstanden, falsche Spuren zu legen und Polizei sowie Leser zu verwirren. Ich mag es, wenn so ein Fall etwas verzwickt ist und nicht gleich durchschaut werden kann.


    Fazit:


    „Ich bin dein Tod“ ist wieder ein gelungener Krimi aus der Feder von Inge Löhnig. Er ist angenehm zu lesen, ist spannend und dabei nicht zu vorhersehbar. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.


    5ratten

    Verrat und Liebe, Sehnsucht und Hoffnungen


    Die Restaurateurin Pia lebt gemeinsam mit ihrem Mann auf einem schönen Weingut. Sie hat alles erreicht, was das Leben zu bieten hat. Pia ist glücklich mit ihrem Mann und ihrer Tochter. Was macht es schon, dass es ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit gibt, welches nach etlichen Jahren mit Macht ans Licht kommen will?


    Nane ist die Schwester von Pia und endlich, nach 20 Jahren Gefängnis, wieder frei. Jetzt muss sie versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, aber ihre Schuld ist immer noch nicht abgetragen, dies jedenfalls glaubt Nane. Werden die Schwestern wieder zueinanderfinden oder ist der Graben, der sie trennt, zu groß? Und was ist damals vor 20 Jahren geschehen, als Nane ins Gefängnis musste? Auf welcher Seite steht die dritte im Bunde?


    Ellen Sandberg erzählt hier eine Familiengeschichte aus verschiedenen Perspektiven. Es ist die Geschichte der drei Schwestern Pia, Nane und Birgit. Sie alle verbindet eine Kindheit, die jede für sich auf ihre eigene Art, empfunden hat. Erst so nach und nach kommt zutage, wie sie ihre Kindheit verlebt haben und wie ihre Verhältnisse zu den Eltern und untereinander sind. Von Lügen und Verrat ist die Rede. Von Verletzen Gefühlen und Enttäuschungen. Jede für sich hat sich ein Leben aufgebaut oder je nach Sichtweise auch verbaut. Wie das einzelne Verhalten der Schwestern auch das Leben der anderen beeinflusst hat, kommt so nach und nach hervor. Dieses Verwirrspiel hat mir gut gefallen. Geheimnisse werden nur angedeutet und klären sich so nach und nach.


    Mir hat gefallen, dass durch das Hin und Her wechseln der Zeiten, so nach und nach die Vergangenheit herauskommt. Die Autorin hat es gut verstanden, immer im richtigen Zeitpunkt zu wechseln und so die Spannung zu halten. Auch gibt sie immer nur häppchenweise die Einzelheiten heraus, sodass man beim Lesen durchaus noch mitraten kann, was wirklich geschehen ist. Allerdings gab es auch einige Szenen, die ich so nicht gebraucht hätte und wo ich mir andere Lösungen gewünscht hätte. Dadurch wurde für mich die Handlung teilweise unglaubwürdig.


    Fazit:


    „Der Verrat“ ist ein interessanter Roman über Familienbande. Er erzählt davon, wie gerade das Leben der anderen das eigene Leben verändern kann, aber auch von Einsamkeit und Verlustängsten, von Liebe und Verrat und den Wunsch nach Rache und Vergebung.


    4ratten

    Ein Thriller der unter die Haut geht


    Ella hat in ihrem Leben schon so einiges hinter sich. Sie ist Journalistin, aber im Moment hat sie Erinnerungslücken. Sie liegt in einem Bett in der forensischen Psychiatrie, aber sie ist an Armen und Beinen gefesselt. Warum? Was ist geschehen? Hinzu kommt die Angst um ihre Freunde Alex und Isa. Warum sind sie nicht bei ihr oder melden sich? Was ist bloß los? Bilder aus ihrer Vergangenheit tauchen auf und ein Mord ist geschehen, in dem sie verwickelt ist. Dr. Steinhardt soll ein Gutachten erstellen und dafür benötigt er Antworten. Für Ella heißt es nun, die Realität von den Albträumen zu unterscheiden. Kein einfaches Unterfangen für die Journalistin.


    Ella scheint auf den ersten Blick eine ganz normale Frau zu sein, erst bei weiterer Betrachtung kommt zutage, dass sie schon so einiges erlebt hat. Sie leidet nicht nur an ihrem Übergewicht, sondern vor allem an den seelischen Verletzungen aus ihrer Kindheit. Eine Freundin will ihr zu mindestens bei dem Übergewicht helfen und empfiehlt ihr Diätpillen. Ella schluckt diese, ohne wirklich zu wissen, was das für Pillen sind. Ich fand das schon relativ naiv, zumal sie Journalistin ist, und man eigentlich davon ausgehen kann, dass sie alles hinterfragen würde. Macht sie in diesem Fall aber nicht. Auch in der weiteren Handlung gibt es einige Szenen, die Ella in Situationen zeigen, wo man sich wünschen würde, sie würde mal ihren Verstand einschalten. Erst später klärt sich, warum sie dies eben nicht macht oder kann.


    Der Erzählstil von Lena Sander ist angenehm zu lesen. Perspektivenwechsel sorgen für Spannung. Nicht nur das die Autorin in der Zeit immer mal wieder ein bisschen springt, auch gibt es Rückblenden, die aus der Kindheit von Ella erzählen. Die Beschreibungen des Waisenhauses, indem sie zeitweise gelebt hat, gehen unter die Haut. Zwischendurch ist man dann wieder in der Psychiatrie in der Gegenwart. Ich mag solche Wechsel gern lesen, es ist dann immer abwechslungsreich, auch wenn man sich immer wieder neu auf die Situationen einstellen muss, aber wie gesagt ich finde das gut. Es steigert die Spannung und gibt die Chance, sich selbst Gedanken über die Tathergänge zu machen.


    Die Autorin hat es gut verstanden, Spuren zu legen und die Auflösung des Ganzen nicht zu früh zu verraten. Sicherlich hatte ich zwischendurch dann schon den richtigen Verdacht, wer dann wirklich für die Morde verantwortlich war, aber das Warum und die Aufklärung der gesamten Tathergänge kam dann erst mit den letzten Seiten.


    Fazit:


    „Phase 8.2“ ist ein schöner Thriller für zwischendurch und mit seinen gerade mal 250 Seiten auch schnell gelesen. Er hat aber alles, was ein Thriller für mich ausmacht. Er war spannend, unterhaltsam, manchmal auch leicht verwirrend aber angenehm zu lesen.


    Wenn eine Krankheit dein Leben verändert


    Das Leben geht oft seltsame Wege, nicht immer sind wir damit einverstanden und hadern dann schnell mit unserm Schicksal. Alexander bekommt dies deutlich zu spüren, als er Krank wird. Sein Leben auf der Sonnenseite des Lebens, scheint vorbei zu sein. Seine Familie und seine Ehe stehen harte Zeiten bevor. Bisher war Alexander Erfolgsverwöhnt. Mit seiner Frau Claudia hat er drei wunderbare Kinder, ein großes Haus gehört ihnen und beruflich könnte es gar nicht besser laufen, als das Schicksal zuschlägt. Aber nicht nur die Krankheit setzt ihm zu, auch ein paar Geheimnisse, die besser unentdeckt geblieben wären, machen ihm nun zu schaffen und dann lernt er Nina kennen. Eine ungekannte Freundschaft entsteht, eine Verbundenheit durch gemeinsames Leid führt sie zusammen. Was wird die Zukunft bringen? Große Träume die nicht in Erfüllung gehen oder doch eine Zukunft mit glücklichen Tagen?


    Der neue Roman von Julia Drosten ist ein Schicksalsroman, den das Leben geschrieben hat. Sie erzählen das Leben von Alexander Hartwig, der den beiden Autoren als Co-Autor zur Seite stand. „Meine Seele schreit so laut“ erzählt, wie sich das Leben dieses Mannes verändert hat, ausgelöst durch eine Krankheit, die nicht unbedingt beeinflussbar ist. Schonungslos und offen erzählt Herr Hartwig aus seinem Leben. Nicht nur von seiner Karriere und der Sonnenseite seines Lebens, sondern auch von den Fehlern, die er gemacht hat, von seinen Ängsten und Sorgen und auch wie sein Umfeld reagiert hat, als sie erfahren, dass er krank ist. Ich war beeindruckt davon, wie offen und ehrlich der Co-Autor erzählt hat. Es gab so manche Szene, wo ich ihn hätte schütteln können, aber auch wie seine Frau Claudia auf die Krankheit reagiert hat, war schwer zu lesen und zu verdauen.


    Dieses Buch ist nicht einfach nur ein Unterhaltungsroman, sondern erzählt das Schicksal eines Menschen. Das wirklich tragische darin ist, es kann jeden jederzeit treffen und einen so aus dem gewohnten Leben reißen. Gerade die Sonnenseite des Lebens sollte man nie als selbstverständlich ansehen. Herr Hartwig hat dies deutlich zu spüren bekommen und ist ziemlich hart aufgeschlagen, aber „Meine Seele schreit so laut“ zeigt auch, es gibt immer auch einen Weg heraus aus der Hoffnungslosigkeit, und wie heißt es so schön, schlägt eine Tür zu, öffnet sich eine neue. Man muss das Leben nur annehmen, so wie es ist und seinen Weg gehen. Julia und Horst Drosten haben die richtigen Worte für diese Geschichte gefunden und gemeinsam haben sie eindrucksvoll von den Schicksalsschlägen Alexanders erzählt. Herr Hartwig hat am Ende seinen Weg gefunden und ich hoffe für ihn, dass er seine Krankheit zwar nicht besiegen aber damit Leben und umgehen kann.


    5ratten

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    Kirchenbau auf die spannende Art


    Im Jahr 1270 soll endlich mit dem Weiterbau des Freiburger Münsters begonnen werden. Eigens aus Straßburg ist dafür der Baumeister Gerhard angereist. So einfach, wie die Bauherren es sich dann vorgestellt haben, wird die Sache allerdings nicht. Immer wieder gibt es Rückschläge, die vor allem damit zusammenhängen, dass der Graf von Freiburg andere Pläne und Ziele hat. Gerade die Finanzen spielen da eine große Rolle. Der Traum von einem Turm, der schöner und höher werden soll, wie alles, was es zurzeit gibt, steht im Vordergrund, aber nicht jeder träumt diesen Traum.


    „Der Turm aus Licht“ erzählt die Geschichte der Entstehung des Freiburger Münsters. Über 60 Jahre haben die Menschen an dieser Kirche gebaut. Mehr als ein Menschenleben damals lang war. Vollendet wurde er dann erst ca. 1330. Astrid Fritz schildert die Ereignisse rund um diesen Kirchenbau lebendig und authentisch. Sie lässt Bilder lebendig werden, die von den Steinmetzen in Stein eingemeißelt wurden.


    Ihre Protagonisten, wie der Baumeister Gerhard oder einfache Handwerker geben ihr Leben für diesen großen Traum. In diesem Roman steht der Bau dieser Kirche im Vordergrund. Da dies über viele Jahre ging, wechseln dementsprechend auch die Protagonisten. Mir hat die Schilderung des Kirchenbaus gut gefallen. Die vielen Hindernisse und Ereignisse rund um das Münster waren spannend zu lesen, obwohl die Charaktere zwischendurch wechselten und sich die Generationen ablösten, blieb es gleichbleibend spannend.


    Es ist deutlich zu spüren, dass die Autorin sich intensiv mit dieser Kirche und seine Geschichte befasst hat. Sie schildert den Bau ausführlich und vergisst dabei nicht, dass er von Menschen erbaut wurde, die für diesen Kirchenbau lebten und starben. Ihren Protagonisten, wie Handwerker, Kirchenherren und einfachen Leuten hat sie Leben eingehaucht. Das Leben dieser Menschen und wie der Bau sie beeinflusste, wird deutlich. Am Anfang hatte ich bedenken, da von Anfang an klar war, die Geschichte würde über einen langen Zeitraum erzählt werden, aber die Autorin hat es geschickt verstanden, den Wechsel der Protagonisten so in ihre Geschichte einzufügen, dass es nachvollziehbar war. Mir hat gut gefallen, dass man immer wusste, was mit wem geschah und warum. Auch die politische Seite dieser Zeit kommt nicht zu kurz. Der Graf und seine Familie beeinflussen die Geschichte und sorgen aber auch für Spannung.


    Der Erzählstil ist leicht und locker zu lesen, obwohl viele alte Begriffe verwendet wurden. Diese werden in einem ausführlichen Glossar am Ende des Buches erklärt. Ein Personenregister zu Beginn sorgt für den Überblick über die zahlreichen Protagonisten. Zudem ist dieses 800 Seiten starke Buch in drei Bücher unterteilt und erzählt das Werden des Münsters ausführlich.


    Fazit:


    „Der Turm aus Licht“ ist ein empfehlenswerter historischer Roman über den Bau des Freiburger Münsters. Man spürt die gute Recherchearbeit, die die Autorin hier geleistet hat, in jedem Satz. Genauso intensiv ist aber auch die Geschichte der Menschen, die von und für diesen Bau gelebt haben. Ihre Lieben, ihre Leben und ihre Handlungen prägen diesen großartigen Roman.


    5ratten

    Zwei Frauen, zwei Leben, eine Stadt


    Nelli Voss ist eine junge Frau mit einer feinen Nase. Sie lebt und arbeitet in Köln in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nelli arbeitet als Schreibkraft bei 4711, aber sie kann wesentlich mehr, als nur schreiben. Die feinen Düfte haben es ihr angetan, als sie die Chance bekommt, mehr über Düfte zu lernen, ergreift Nelli sie. Dabei vergisst sie fast den Krieg. Auch tröstet diese Arbeit sie über ihre Liebe hinweg, denn sie ist verliebt, aber diese Liebe darf so nicht sein und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.


    2019 eröffnet Liv in Köln einen Laden für spezielle Parfüms und Seifen. Liv ist frisch getrennt und mit ihrem kleinen Sohn nach Köln gezogen, um neu anzufangen. Eine kleine Erbschaft hilft ihr bei diesem Neustart. Allerdings begegnen ihr nicht alle Menschen freundlich in dieser neuen Stadt. Eine alte Dame ist bei ihrem Anblick so erschüttert, dass sie Liv beschimpft und diese nicht weiß, was sie davon halten soll. Wer ist diese Frau und was verbinden sie und Liv?


    „Die Lilienbraut“ ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Zum einen in der Kriegszeit, von 1940 bis Kriegsende und der zweite Teil dann im Jahre 2019. Der Handlungsort ist jeweils der gleiche, und zwar der Stadtteil Ehrenfeld in Köln. Nelli ist die junge Frau, die den Leser durch die Kriegszeit begleitet. Ihr Leben schildert sie zum Teil selbst durch Tagebucheinträge. Diese Passagen sind auch im Buch gut zu erkennen, da sie Kursiv gedruckt wurden. Der Erzählstil von Teresa Simon ist, wie gewohnt, angenehm zu lesen. Erst mal begonnen, konnte ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen, obwohl ich es doch etwas schwächer fand, als ihre Vorgänger.

    Vor allem lag dies an der Protagonisten der Gegenwart. Zu Liv konnte ich nicht wirklich eine Verbindung aufbauen. Sie war mir dann doch zu oberflächlich und wenig greifbar. Vermutlich liegt es aber eher daran, dass ich selten Romane der Gegenwart mit Beziehungsproblemen lese und davon hatte Liv eben jede Menge.


    Der Part in der Vergangenheit hat mir deutlich besser gefallen. Nelli wird als junge Frau geschildert, die ihr Leben noch vor sich hat und doch schon so viel erdulden muss. Die Zeit, in der sie lebt, ist dramatisch und ihre Liebe kommt dann auch noch dazu. Entstanden ist hier eine bittersüße Liebesgeschichte, die ans Herz geht. Gleichzeitig erzählt die Autorin aber auch von den Schwierigkeiten dieser Zeit. Davon was die Menschen alles durchmachen mussten und wie hilflos sie oft waren. Dieser Teil hat mich berührt. Ich habe mit den Charakteren gelitten, gehofft und gebangt. Gleichzeitig habe ich aber auch wieder über Dinge gelesen, die mir so nicht geläufig waren. Frau Simon hat das Köln dieser Kriegsjahre lebendig werden lassen. Auch wenn sie offen ins Detail gegangen ist, war es gut dosiert. Im rechten Moment hat sie dann die Szenen gewechselt und man war wieder bei Liv in der Gegenwart. Zudem hat sie es gut verstanden den Part der Gegenwart mit der Vergangenheit zu verbinden. Ein fester Bestandteil dieser Verbindung waren die Düfte der Parfüms und Seifen. Manchmal war es sogar fast so, dass ich einen bestimmten Geruch in der Nase hatte, nur vom Lesen und der Vorstellung, wie der Duft gewesen sein könnte.


    Ein Nachwort zum Schluss klärt Fiktion und Wahrheit und dies recht informativ. Außerdem gibt es noch eine kleine kulinarische Nachspeise in diesem Buch. Wer Freude am Kochen und Backen hat, wird hier sicherlich fündig.


    Fazit:


    „Die Lilienbraut“ ist ein berührender Liebesroman auf zwei Zeitebenen. Er erzählt von den Menschen aus Köln-Ehrenfeld, von ihren Ängsten, Sorgen und Nöten und eben auch von der Liebe. Auch wenn es ein paar kleine Kritikpunkte gegeben hat, habe ich diesen Roman von Teresa Simon wieder sehr gern gelesen und empfehle ihn gern weiter.


    4ratten

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    Kurzweilige Unterhaltun


    Franziska Hochperger könnte es nicht besser gehen, sie ist verliebt und hofft auf eine baldige Heirat. Ihr Vater ist ein wohlhabender Weinhändler und kann ihr somit ein angenehmes Leben bereiten und auch ihrem Verlobten steht eine gute Zukunft bevor. Doch dann wird diese heile Welt jäh zerstört. Eine, von Feinden, angezettelte Intrige lässt das Mädchen nicht nur vaterlos, sondern auch mittellos zurück. Selbst der Obrigkeit kann sie nicht trauen. Allein macht sich Franziska auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei muss sie bald erkennen, dass es für sie nicht mehr nur um Ehre und Wohlstand geht, sondern um das nackte Überleben. Einzig Jacob, ein Freund aus Kindertagen, steht ihr bei. Gemeinsam setzten sie sich nicht nur gegen den Herzog von Württemberg zur Wehr, sondern auch gegen die Widersacher Franzis. Wird die junge Frau die Schuldigen an ihrem Elend finden und vernichten können?


    Vorweg möchte ich sagen, ich mag die Bücher von Silvia Stolzenburg sehr gern lesen. Sie sorgen immer für kurzweilige Unterhaltung und sind dabei gut recherchiert und erzählen interessante Begebenheiten aus den jeweiligen Epochen oder Städten. Auf „Tribut der Sünde“ hatte ich mich wirklich gefreut, aber leider konnte die Autorin diesmal meinen Erwartungen nicht gänzlich erfüllen. Das Buch war mir zu vorhersehbar geschrieben und einige Szenen hätte ich so nicht gebraucht.


    Franzi macht sich mutig auf den Weg, ihre Feinde zu stellen. Ihre Handlungsweise könnte man schon fast als naiv bezeichnen. Sie begibt sich in Situationen, von denen sie eigentlich weiß, sie sind nicht gut für sie, aber trotzdem lässt sie sich darauf ein. (Da ich nicht spoilern möchte, gehe ich nicht näher auf die eigentliche Handlung ein.) Franzi gerät immer wieder in Schwierigkeiten, die eben doch vorhersehbar waren. Sie bekommt allerdings immer schnelle Hilfe. Jacob steht ihr treu zur Seite. Ich habe mich doch öfters gefragt, warum er immer wieder zu ihr hält. Klar, er hat tiefe Gefühle für die junge Frau, aber er riskiert auch viel für sie. Obwohl die Handlung spannend erzählt wird, war es mir stellenweise doch zu klischeehaft oder vorhersehbar. Wirkliche Überraschungen gab es eher nicht. Auf der anderen Seite ist „Tribute der Sünde“ ein kurzweiliger Roman, der sich angenehm lesen lässt. Gekonnt hat die Autorin zudem historische Details, um den Herzog und seine Frau, in ihre fiktive Geschichte einfließen lassen.


    Fazit:


    Die Geschichte lässt sich locker und leicht lesen und kommt mit einem modernen Erzählstil daher. Das Stuttgart des Jahres 1513 wird anschaulich geschildert. Der historische Teil klang für mich authentisch. Auch wenn mir nicht alle Passagen gefallen haben, hab ich am Ende „Tribut der Sünde“ trotzdem gern gelesen. Allerdings ist das Ende ziemlich offen gehalten und lässt mich doch auch wieder neugierig zurück, sodass ich schon wissen möchte, wie es mit Franzi und Jacob weitergeht.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Neue Wege für Mimi


    Mimi Reventlow und Anton haben beschlossen, gemeinsam Laichingen zu verlassen und auf Wanderschaft zu gehen. Das Leben der beiden ist nicht gerade einfach und die Aufträge für Mimi werden weniger, als sie schließlich im lebhaften Berlin landen. Anton kann hier schnell Arbeit finden und fühlt sich wohl, doch für Mimi wird es nicht leichter. Sie muss erkennen, dass sie ihr Leben ändern muss, will sie selbstständig bleiben. Eine erneute Reise und die Begegnung mit alten Bekannten bringen die Fotografin schließlich ihrer Zukunft näher und neue Wege tun sich auf.


    „Die Welt von Morgen“ ist bereits der dritte Band der Reihe um die Fotografin Mimi Reventlow. Man sollte die Bücher auch der Reihe nach lesen, da die Handlungen aufeinander aufbauen und sich fortsetzten. Es gibt zwar immer mal wieder kleine Rückblenden, die durchaus dafür sorgen, dass man die Bücher auch einzeln lesen kann, aber im Zusammenhang sind sie dann doch schöner zu lesen.


    In diesem Teil nun findet Mimi ihre Welt von Morgen. Sie muss erkennen, dass ihre Zeit als Wanderfotografin vorbei ist. Die Konkurrenz wird einfach zu groß. Die Technik macht rasende Fortschritte und schon jetzt können viele Menschen selbst fotografieren und brauchen keinen Fotografen dazu. Für Mimi bedeutet das natürlich kein Einkommen mehr. Da sie aber keine Frau ist, die so leicht aufgibt, findet sie andere Wege. Sie ergreift ihre Chancen gemeinsam mit Anton und suchen sich ein neues Betätigungsfeld. Eigentlich ist der Weg sogar logisch, denn sie gehen.


    Petra Durst-Benning erzählt aber nicht nur aus dem Leben von Mimi, sondern auch von den Menschen die den Weg der Fotografin kreuzen. Im zweiten Band war es die Leinenweberei in Laichingen, die man kennenlernen durfte. In diesem Teil ist es die Schafzucht, die einen großen Teil der Handlung einnimmt. Wieder ist es die Schwäbische Alb, die als Handlungsort dient. Mir hat dieser Erzählstrang um die Schafzüchterin Bernadette gut gefallen, auch wenn die Geschichte selbst schon vorhersehbar war. Aber die Charaktere sind so liebevoll gestaltet worden, dass es einfach Spaß macht von ihnen zu lesen.


    Auch erfährt man immer wieder, wie es anderen Protagonisten ergangen ist, die Mimi und Anton wichtig sind. In diesem Teil ist es aber hauptsächlich Bernadette, von der erzählt wird. Die junge Frau führt einen Schäferreibetrieb und träumt von der großen Liebe. Sie und Mimi haben sich vor Jahren kennengelernt und sind nun Freundinnen geworden. Mir gefällt gerade gut, dass es immer wieder diese Rückblenden aus dem Leben von Mimi gibt, und sie Menschen aus ihrer Vergangenheit trifft. Bernadette ihr Leben wird hier weiter vertieft und mit dem Leben von Mimi verstrickt.


    Fazit:


    Mit ihrem leichten Erzählstil entführt Petra Durst-Benning ihre Leser wieder in die Anfänge des 20. Jahrhunderts. Erzählt davon, wie das Leben einer Wanderfotografin gewesen sein könnte. Gibt Einblicke in das Leben der Menschen vor allem auf der Schwäbischen Alb und erzählt ganz nebenbei eine entzückende Liebesgeschichte. Allerdings endet dieser Teil dann ziemlich abrupt mit einem Cliffhanger und lässt so einige Fragen offen. Gut, dass es nicht mehr lange dauert, bis Band 4 erscheint und die offen Fragen klären wird. Ich bin gespannt ob Mimi und Anton ihre Ziele erreichen werden und wie es mit ihnen und all den anderen weitergeht.


    4ratten

    Die Familiensaga geht weiter


    Der Krieg ist vorbei und das Leben muss weitergehen, irgendwie. Aber nichts ist mehr so, wie es vorher war. Der Adel wird abgeschafft und Konstantin weiß nicht, wie es wirklich mit Gut Greifenau weitergehen soll. Er und seine Geschwister müssen gemeinsam eine Lösung finden, jedenfalls, solange Konstantin noch keinen Erben vorweisen kann. Die Kluft zwischen den Geschwistern könnte nicht größer sein. Seine Frau Rebecca wird immer noch nicht anerkannt, dabei gibt sie alles, um das Gut und seine Menschen am Leben zu halten. Besser hat es da die jüngere Schwester Katharina getroffen. Sie ist verheiratet und die Familie ihres Mannes lebt im Luxus und Überfluss. Verliert die ehemalige Komtess ihre früheren Ziele jetzt aus den Augen? Macht der Reichtum sie gleichgültig und abgestumpft? Auch die Dienstboten des Gutes haben ihr Schicksal zu meistern. Ida und Albert könnten glücklich sein, wären da nicht noch ein paar Geheimnisse, die ungesagt geblieben sind. Und auch die anderen Menschen auf dem Gut haben ihre Probleme zu bewältigen.


    „Goldsturm“ ist der vierte Teil über das fiktive Gut Greifenau, welches in Pommern angesiedelt ist. Dieser Teil schließt zwar nahtlos an die Vorgänger an, könnte aber durchaus auch einzeln gelesen werden. Einige Rückblenden sorgen dafür, dass man alles Wichtige erfährt. Erzählt werden die Jahre 1919-1923. Natürlich ist der Lesespaß größer, liest man zunächst die Vorgänger und hält sich an die Reihenfolge.


    Hanna Caspian schildert jetzt die Ereignisse der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Mit Katharina und der Familie ihres Mannes schildert sie den Luxus, der die Menschen dieser Klasse umgab. Die Familie Urban setzt alles daran, ihren Reichtum zu erhalten und zu mehren. Eindrucksvoll erzählt Caspian was dazu nötig war. Gleichzeitig erzählt sie aber auch die andere Seite. Den Kampf, den Konstantin ausfechten muss, um den Familienbesitz zu erhalten.


    Die Armut und den Hunger der Menschen. Davon wie problematisch es war Essen zu bekommen oder überhaupt Leben zu können. Die politische Situation hat sie gekonnt in ihre fiktive Handlung um Konstantin, Rebecca und ihre Familien gewoben. Sie gibt dabei gleichzeitig einen eindrucksvollen Eindruck davon wieder, wie das Leben in diesen Jahren gewesen sein könnte. Der Geldverlust dieser Jahre bestimmt das Leben der Menschen. Die Politik sucht nach Lösungen und neuen Zielen und gleichzeitig sind die Menschen traumatisiert von dem langen Krieg, der hinter ihnen liegt. All das hat die Autorin eingefangen und zu einer Geschichte verwoben, die sich angenehm lesen lässt.


    4ratten


    Fazit:


    Ich gebe zu, am Anfang fand ich die Handlung etwas langatmig. Es waren irgendwie nur aneinander gereihte Episoden aus dem Leben gegriffen und nicht wirklich zusammenhängend. Aber je weiter ich im Buch vorankam, umso mehr war ich dann doch wieder gefangen in der Geschichte rund um das Gut in Pommern. Am Ende hätte ich dann doch einfach gern weitergelesen. Auch wenn die Handlung nicht die spannendste Geschichte ist, ist sie trotzdem schön zu lesen. Ich habe mich dann doch wieder wohlgefühlt, bei den Charakteren auf Gut Greifenau. Jetzt warte ich auf den nächsten Teil und bin gespannt, wie die Geschichte von Konstantin und Rebecca, wie die von Ida und Albert und ja auch, wie Katharina ihr Leben weitergeht. Was werden sie noch durchzustehen haben und finden sie ein wenig Glück und Zufriedenheit?


    Band 1 Gut Greifenau - Abendglanz

    Band 2 Gut Greifenau - Nachtfeuer

    Band 3 Gut Greifenau - Morgenröte

    Band 4 Gut Greifenau - Goldsturm