Beiträge von nirak

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Westwärts


    1865: Briana Magees Wurzeln liegen in Irland, aber sie lebt schon lange in Baltimore. Sie ist die Vertraute und Freundin von Phoebe Ann Harrington. Eine junge Frau, die wohlbehütet aufgewachsen ist. Aber Phoebe ist nicht glücklich, sie will unbedingt in den Westen und einen Cowboy heiraten. Erst das Ende des amerikanischen Bürgerkriegs ermöglicht es ihr, sich diesen Traum zu erfühlen. Eine Heiratsannonce lockt sie nach Westen. Briana begleitet sie, immer mit der Hoffnung, bald selber frei zu sein und das Glück zu finden. Der zukünftige Ehemann von Phoebe hält leider nicht, was er versprochen hat. Er ist ein gesuchter Bandit. Aber dieses Wissen hält die Frauen nicht davon ab, sich auf die Reise immer weiter nach Westen einzulassen.


    Eigentlich lese ich recht wenige Bücher die im 19. Jahrhundert in Amerika spielen. Es ist nicht so meine Epoche und auch nicht mein Land. Für „Das wilde Herz des Westens“ habe ich eine Ausnahme gemacht. Ich lese die Bücher von Alexandra Fischer gern. Auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Detailreich erzählt sie von dem Land, von den Menschen und ihren Erlebnissen. Sie weist mit historischem Wissen dieser Zeit auf und vermittelt das Gefühl, genau so könnte diese Geschichte irgendwann einmal geschehen sein.


    Eigentlich war es sogar so, dass ich, als ich einmal zu lesen begonnen hatte, nicht mehr aufhören konnte. Die Handlung hatte mich ziemlich schnell gepackt.


    Briana und Phoebe sind zwei sehr unterschiedliche Frauen, die aber ein gemeinsames Ziel haben. Ihre Reise nach Westen hat mich gut unterhalten. Die Geschichte beginnt langsam, mit dem Leben der beiden in Baltimore. Erzählt von den Beweggründen, warum sie die Stadt verlassen wollen. Die Zeit des Bürgerkriegs wird kurz angerissen.


    Dann wird detailreich die Reise geschildert, und zwar so anschaulich, dass man förmlich das Steppengras rauschen hören konnte. Die Planwagen und die Prärie tauchten vor mir auf. Um es kurz zu sagen, Kopfkino pur.


    Gleichzeitig gibt es einen weiteren Handlungsstrang, der von dem Leben der Kennedy-Brüder erzählt. Einer der beiden ist der Heiratskandidat für Phoebe. Die beiden Handlungsstränge treffen sich dann später, um gemeinsam ihr Ziel zu erreichen. Zusammen lassen sie ein lebhaftes Bild dieser Reise und Epoche entstehen.


    Fazit:


    „Das wilde Herz des Westens“ hat mich in das 19. Jahrhundert nach Nordamerika entführt. Die Reise von Briana und Phoebe war spannend, dramatisch, abenteuerlich und gewürzt mit einer ordentlichen Portion Humor. Kurzum es hat mir gut gefallen.


    5ratten

    Gestern per Post und signiert für die Leserunde eingetroffen:


    Nicole C. Vosseler - Die Eisbaronin

    und heute auf dem Flohmarkt mitgenommen:


    Anja Marschall - Tod am Nord-Ostesee Kanal

    Daniel Wolf - Das Gold des Meeres

    Bernard Cornwell - Galgendieb

    Ellis Peters - Der Hochzeitsmord/Die Jungfrau im Eis


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    Schöne Fortsetzung


    Der Erste Weltkrieg hat begonnen. Seinen Schrecken bekommen auch die Ärztin Ricarda Thomasius und ihre Familie zu spüren. Ihre Praxis muss sie schließen, da ihre Patienten nicht mehr das Geld aufbringen können, sie zu bezahlen. Ricarda beschließt, an der Charité zu arbeiten. Hier wird ihre Hilfe dringend gebraucht. Ihre Familie droht zu zerbrechen. Georg, ihr Sohn wird vermisst. Mit Henny hat sie sich fürchterlich gestritten. Ein Bruch, der wohl nicht mehr zu heilen ist und Antonia, die jüngste geht ihre eigenen Wege. Wird die Familie wieder zueinanderfinden oder werden sie sich verlieren?


    Der vorliegende Band „Die Wege der Liebe“ ist der dritte Teil der Reihe um die Ärztin Ricarda Thomasius. Es empfiehlt sich, die Trilogie der Reihe nachzulesen, da sich die Handlung aufeinander aufbaut. Es gibt zwar immer mal wieder kleine Rückblenden, man könnte diesen Teil vermutlich auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber richtig verstehen und nachvollziehen kann man die Handlung nur, wenn man eben die Vorgängerbände kennt.


    Mir gefällt diese Buchreihe eigentlich richtig gut, allerdings konnte mich dieser dritte Teil nicht vollends überzeugen. Die Geschichte beginnt sich nun zu wiederholen. Ereignisse, die schon Ricarda in jungen Jahren erlebt hat, erleben nun irgendwie auch ihre Töchter oder zu mindestens ähnliches.


    Aber trotz allem hat es Spaß gemacht mitzuerleben, wie das Leben der Familie Thomasius weitergeht. Die Welt bleibt nicht stehen und so auch hier. Anschaulich werden die Kriegszeiten geschildert. Ricardas Kinder werden erwachsen und gehen ihrer Wege, aber die Verbundenheit und Liebe füreinander werden glaubhaft in Szene gesetzt. Kurz um, beim Lesen merkt man nicht, wie die 576 Seiten so dahin fliegen.


    „Die Ärztin. Die Wege der Liebe“ ist ein weiterer Teil dieser Reihe und beschreibt anschaulich das Leben in den Kriegsjahren des 1.WK und die erste Zeit danach. Ob es wohl wirklich das Ende dieser Reihe ist oder ob das Autorenpaar Helene Sommerfeld noch mehr zu Ricarda und ihre Familie zu sagen hat, wird die Zeit zeigen. Die nächsten Jahre, haben sicher noch einiges zu bieten.


    4ratten

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    Spannende Unterhaltung


    Tonya arbeitet als IT-Spezialistin beim BKA. Sie liebt ihren Beruf und sie ist gut darin. Allerdings trägt sie eine große Last aus der Vergangenheit mit sich herum. Vor 7 Jahren starb ihre große Liebe. Der junge Mann hatte Tonya schützen wollen und dies mit seinem Leben bezahlt. Seitdem quälen die junge Frau Selbstvorwürfe. Dann geschehen plötzlich und unerwartet seltsame Dinge in ihrem Umfeld. Erneut scheint sie in Gefahr zu sein. Dieses Geschehen ruft den äußerst attraktiven Jake Sturm auf die Bühne. Er ist ebenfalls Ermittler beim BKA und bekommt die Aufgabe die junge, eigenwillige Frau zu schützen. Er nimmt seinen Job sehr ernst und es dauert nicht lange, da kommen die beiden sich näher, aber auch die Gefahr lässt nicht lange auf sich warten.


    Ich lese die Bücher von Noa C. Walker ausgesprochen gern. Sie versprechen immer gute Unterhaltung gepaart mit Spannung, Hoffnung und Liebe. Ich wurde auch hier nicht enttäuscht. „Der Schatten eines Sommertages“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich nicht unterkriegen lassen will. Sie kämpft sich in ihr Leben zurück und beweist Stärke. Als sie nun erneut bedroht wird, gibt sie alles, um hinter das Geheimnis zu kommen und vor allem, um den Täter zu finden. Tatkräftig stehen ihr Jack und seine Kollegen zur Seite.


    Tonya wird als Frau beschrieben, die sich selbst zu schützen weiß. Ihr fällt es schwer, Nähe zuzulassen, aber Jake schafft es, ihren Panzer zu durchbrechen. Sie lernt an seiner Seite, wie es ist eben doch anderen zu vertrauen und es zuzulassen beschützt zu werden.


    Die Autorin hat die Spannung gekonnt aufgebaut. Sie erzählt nicht nur von den Protagonisten, sondern gleichzeitig einen spannenden Krimi. Ich fand es gar nicht so einfach, zu durchschauen, wer hinter den mysteriösen Anschlägen steckte. Frau Walker hat gekonnt falsche Spuren gelegt. Es war zugleich unterhaltend mitzuerleben, wie Tonya und Jack mit ihrer Situation zurechtkamen. Mir haben die Protagonisten gut gefallen. Sie sind ausgearbeitet und haben ihre Ecken und Kanten. Die Dialoge waren mal berührend und dann auch wieder humorvoll.

    Aber am Ende war gar nicht wichtig wer Tonya so in Angst und Schrecken versetzt hat. Viel wichtiger ist das Vergeben und Verzeihen.


    5ratten

    Spannend, actionsgeladen und sexy


    Wir schreiben das Jahr 2056. Die Menschheit ist dazu übergegangen, ihre Kriege von Kriegsrobotern ausfechten zu lassen.

    Marci ist eine junge Frau in Chicago die ihren Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn als Haushaltshilfe bestreiten muss. Ihr Ehemann ist seit Monaten verschwunden und Marci völlig frustriert. Jack ist einer dieser Kampfroboter, aber er hat vom Kämpfen und Töten die Nase voll und desertiert. Eine Gruppe Rebellen hat sich gebildet und verspricht eine bessere Zukunft. Marci und Jack nehmen gemeinsam den Kampf gegen skrupellose Geschäftemacher auf. Aber haben sie auch eine Chance?


    „RoboLove Operation Iron Heart“ ist der erste Teil einer Trilogie über die Zukunft in der Roboter einen wesentlichen Teil der Arbeit der Menschen leisten. Er ist in sich abgeschlossen und vermutlich auch einzeln lesbar.


    Die Autorin Martina André begibt sich mit diesem Buch in ein anderes Genre, wie sonst von ihr gewohnt. Ich kenne und liebe die Bücher von Martina, ich mag ihren Erzählstil, ihre Charaktere und die teilweise humorvollen Dialoge. Auch in diesem Fall wurde ich nicht enttäuscht. Es handelt sich hier zwar um einen Science-Fiction-Roman gepaart mit einer ordentlichen Portion Sex, der aber unterhaltend daherkommt. Es hat mir Spaß gemacht hier zu lesen, auch wenn mich die Protagonisten diesmal nicht ganz so in den Bann gezogen haben. Es fehlten einfach die nötigen Seiten, um in die Tiefe zu gehen. Dieser erste Teil hat gerade 245 Seiten vollgepackt mit Action, Spannung und Sex. Da blieb nicht die Zeit, um in die Tiefe zu gehen, oder den Charakteren die Zeit zu lassen, über ihr Handeln nachzudenken. Dementsprechend waren vor allem die Taten von Marci nicht immer glaubhaft oder mir manchmal zu schnell.


    Die Autorin hat es dafür gekonnt geschafft, technische Details einfließen zu lassen. Gerade diese Techniksachen haben bei mir ein leichtes Unbehagen ausgelöst im Hinblick darauf, was alles möglich sein könnte. Die Vorstellung, dass Roboter alles übernehmen, ist schon beklemmend, hier aber gut und passend beschrieben.


    „Operation Iron Heart“ ist ein Kurzroman über eine Zukunft in der Hand von Robotern. Er erzählt von Liebe und Hoffnung. Kommt dabei aber spannend, actionreich und sexy daher.


    4ratten

    ich sichere meine eBook such auf einer externen Festplatte. Es reicht mir schon, dass man beim Kindle automatisch eine Cloud hat, da brauch ich nicht noch eine

    Eine berührende Familiengeschichte


    Elisa ist in einer Welt aufgewachsen, in der es für sie nichts gab, was man nicht mit Geld kaufen konnte. Ihre Familie ist reich, ihr Vater besitzt eine Zuckerplantage auf Kuba. Dann beginnt das Jahr 1958 und für Elisa und ihre Familie ist nichts mehr so, wie es war. Von der Krise bekommen die junge Frau und ihre Schwestern zunächst nicht viel mit. Dafür lernt Elisa einen jungen Mann kennen, der ihr Leben auf den Kopf stellt. Gerade als sie beginnt sich zu verlieben, muss sie feststellen, dass ihr Freund in die Unruhen verstrickt ist, die immer mehr das Leben in Havanna bestimmen. Für Elisa beginnt eine Zeit des Wartens und Bangens.


    2017 macht Marisol sich auf den Weg nach Havanna. Sie hat die Asche ihrer Großmutter dabei. Der letzte Wunsch der alten Dame war es, in ihrer Heimat bestattet zu werden. Für Marisol ist es eine Reise in die Vergangenheit. Sie kennt das Land nur aus den Erzählungen der Großmutter und freut sich darauf, ihre Wurzeln zu finden.


    Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie, die Havanna verlassen musste und nach Amerika ins Exil ging. Auf zwei Handlungsebenen berichtet die Autorin Chanel Cleeton von den Ereignissen vor allem des Jahres 1958. Die Autorin war mir bis jetzt unbekannt und auch über die Ereignisse auf Kuba habe ich noch nie ein Buch gelesen. Es hat mich schon betroffen gemacht, wie damals und bis heute mit den Menschen verfahren wurde. Die Geschichte von Elisa geht ans Herz. Die Autorin schildert anschaulich, wie sich das Leben gerade in der Oberschicht abgespielt hat. Sie gibt Einblicke in das politische Geschehen, ohne zur sehr ins Detail zu gehen.


    Die junge Elisa, die im Jahre 1958 erst 16 Jahre alt ist, und ihre Schwestern leben ein behütetes Leben. Dementsprechend naiv wirkt Elisa auch. Davon wie die heile Welt dieser Menschen dann zusammenbrach, erzählt Chanel Cleeton glaubhaft.


    Zwischendurch wechselt die Autorin in das Jahr 2017 und mit Marisol tritt die Enkelin auf die Bühne. Sie ist in Amerika aufgewachsen und kennt das Land nur von den Erzählungen der Großmutter. Jetzt macht sie sich auf die Reise nach Havanna, ohne zu ahnen, was sie erwarten wird. Marisol ist mindestens genauso naiv, wie Elisa. Unbedarft und neugierig lässt sie sich auf die Stadt und die Menschen ein. Allerdings ist dies nicht ein Urlaub, wie jeder andere. Schnell merkt die junge Frau, hier ist das Leben nicht so einfach wie in der Wahlheimat ihrer Eltern.


    Mir haben die Wechsel gut gefallen, vor allem weil sie ein wenig Geschwindigkeit aus der Geschichte genommen haben. Den die Handlung liest sich nicht so eben einmal weg. Es war bedrückend, zu lesen, wie auf Kuba mit den Menschen umgegangen wurde. Damals genauso wie heute. In einem kleinen Nachwort erzählt Frau Cleeton davon, dass ihre Familie dieses Schicksal mit Elisa teilt. Und man spürt eben auch beim Lesen, wie viel Herzblut der Autorin in den Worten steckt.


    „Nächstes Jahr in Havanna“ ist ein berührender Roman über die Liebe und die Freiheit. Es wird das Schicksal einer Familie erzählt, die ihre Heimat verlassen musste. Er war berührend, aufwühlend und wunderbar zu lesen. Ich freue mich darauf, bald zu erfahren, wie es mit den Schwestern weitergeht, denn ein zweiter Teil ist in englischer Sprache bereits erschienen und wird auch bald hier zu lesen sein.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Leider komme ich gar nicht mehr dazu, meine Liste hier weiterzuführen :( Irgendwie ist meine PC Zeit in letzter Zeit sehr gegrenzt, aber ich hoffe es wird jetzt langsam wieder besser

    So schnell kann man mich eigentlich nicht vergraulen. Bis ich ein Buch wirklich abbreche dauert er sehr lang. Aber was ich überhaupt nicht mag, ist, wenn man über ein bestimmtes Thema schreibt und der oder die Autor/in sich in endlosen Beschreibungen eines Nebenschauplatzes verliert. Ich lese ja fast nur historisch und da ist es schon nervig, wenn man am Thema des Buches vorbeischreibt. Oder wenn sich ein Roman, der als historisch beworben wird, als totaler Fantasie-Roman herausstelt. Meistens lese ich diese Büche zwar trotzdem zu Ende, aber der oder die Auto/rin kommt auf meine Liste, die ich nicht lesen will :)

    Ich benutze einen Kindle-Fire, allerdings nur wenn es nicht anders geht. Der Akku ist inzwischen so schwach, dass ich nicht mal ein Buch komplett lesen kann, ohne laden zu müssen. Dafür ist die Bildbrilianz sehr gut. Ich habe noch einen zweiten Kindle, so einen alten Touch ohne Beleuchtung usw. aber der läuft und läuft und läuft.

    Ganz nett zu lesen


    Katharina die Große herrscht über Russland. Sie regiert mit harter Hand und hat gleichzeitig das Bedürfnis, ihr Land nach Westen zu öffnen. Die Zarin will Wissen und Recht nach Russland bringen und umgibt sich deshalb mit klugen Leuten aus Europa. Sie steht in Verbindung mit den Königshäusern Europas. Aber kann man ihr trauen? Will sie ihr Land wirklich neu ordnen? König Friedrich II. von Preußen entsendet einen Philosophen nach St. Petersburg. Er soll das Vertrauen der Zarin gewinnen und sein Spitzel sein. Für Stephan Mervier beginnt eine Reise ins Ungewisse. Er lernt eine Fürstin kennen, die klug ist, geschickt ihr Land regiert, aber auch vor Grausamkeiten nicht zurückschreckt.

    Stephan entdeckt aber auch an sich selbst Seiten, die er so nicht gekannt hat.


    Dieser Roman von Martina Sahler, ist mein erster Roman von ihr und leider habe ich übersehen, dass „Die Zarin und der Philosoph“ der zweite Band einer Reihe über St. Petersburg ist. Allerdings scheint er ein paar Jahre nach dem ersten Teil „Die Stadt des Zaren“ zu spielen und da mir beim Lesen eigentlich nichts fehlte, kann man die Bände unabhängig voneinander lesen.


    Der Erzählstil der Autorin ist leicht und locker zu lesen. Sie versteht es, im richtigen Moment den Handlungsstrang zu wechseln, um so Spannung zu halten oder aufzubauen. Allerdings fand ich die eigentliche Handlung um den Philosophen Stephan Mervier jetzt nicht so fesselnd, wie ich zu Beginn gehofft hatte. Die Handlung plätschert ein bisschen vor sich hin.

    Die Autorin erzählt ein wenig von den Zuständen in Russland, von der Armut und der Willkür der Mächtigen. Ein bisschen davon, wie es Menschen gab, die sich ein freies Russland ohne Leibeigenschaft und Adel wünschen. Menschen, die für ihre Sache eintreten und im Untergrund versuchen, die Bevölkerung für die Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren. Aber eben immer nur von allem etwas und nichts wirklich überzeugend.


    Ein weiterer Handlungsstrang befasst sich mit der Liebe, denn auch die gibt es reichlich in dieser Geschichte. Stephan ist mit seiner Frau in St. Petersburg angekommen, aber schon bald merken beide, dass ihre eigentlichen Ziele nicht mehr die sind, wie sie noch zu Anfang waren. So ist es wohl nur natürlich, dass er und seine Frau sich auch nach anderen Freunden umsehen. Aber auch hier war ich nicht wirklich überzeugt von ihrem Handeln. Obwohl ich nicht mal mit Bestimmtheit sagen könnte, was mir gefehlt hat. Der Funke ist einfach nicht recht übergesprungen.


    Dabei ist eigentlich alles vorhanden, ein interessanter historischer Hintergrund, Liebesbeziehungen, wie man sie in einem Russlandroman wohl erwartet, politische Aspekte und eine Zarin, die alles bestimmt. Aber irgendwie konnte mich die Geschichte nicht wirklich überzeugen. Für mich plätscherte sie so vor sich hin. Mir waren die Protagonisten zu blass und unscheinbar. Ich konnte nicht wirklich mit ihnen Mitfühlen und fand nicht den Weg zu ihnen. Gern hätte ich mehr über die Zustände Russlands in dieser Zeit gelesen und nicht eine Liebesgeschichte, die nicht so recht weiß, wo sie hin will. Einzig der historische Hintergrund hat für mich die Geschichte gerettet.


    3ratten