Beiträge von nirak

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Verrat und Liebe, Sehnsucht und Hoffnungen


    Die Restaurateurin Pia lebt gemeinsam mit ihrem Mann auf einem schönen Weingut. Sie hat alles erreicht, was das Leben zu bieten hat. Pia ist glücklich mit ihrem Mann und ihrer Tochter. Was macht es schon, dass es ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit gibt, welches nach etlichen Jahren mit Macht ans Licht kommen will?


    Nane ist die Schwester von Pia und endlich, nach 20 Jahren Gefängnis, wieder frei. Jetzt muss sie versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, aber ihre Schuld ist immer noch nicht abgetragen, dies jedenfalls glaubt Nane. Werden die Schwestern wieder zueinanderfinden oder ist der Graben, der sie trennt, zu groß? Und was ist damals vor 20 Jahren geschehen, als Nane ins Gefängnis musste? Auf welcher Seite steht die dritte im Bunde?


    Ellen Sandberg erzählt hier eine Familiengeschichte aus verschiedenen Perspektiven. Es ist die Geschichte der drei Schwestern Pia, Nane und Birgit. Sie alle verbindet eine Kindheit, die jede für sich auf ihre eigene Art, empfunden hat. Erst so nach und nach kommt zutage, wie sie ihre Kindheit verlebt haben und wie ihre Verhältnisse zu den Eltern und untereinander sind. Von Lügen und Verrat ist die Rede. Von Verletzen Gefühlen und Enttäuschungen. Jede für sich hat sich ein Leben aufgebaut oder je nach Sichtweise auch verbaut. Wie das einzelne Verhalten der Schwestern auch das Leben der anderen beeinflusst hat, kommt so nach und nach hervor. Dieses Verwirrspiel hat mir gut gefallen. Geheimnisse werden nur angedeutet und klären sich so nach und nach.


    Mir hat gefallen, dass durch das Hin und Her wechseln der Zeiten, so nach und nach die Vergangenheit herauskommt. Die Autorin hat es gut verstanden, immer im richtigen Zeitpunkt zu wechseln und so die Spannung zu halten. Auch gibt sie immer nur häppchenweise die Einzelheiten heraus, sodass man beim Lesen durchaus noch mitraten kann, was wirklich geschehen ist. Allerdings gab es auch einige Szenen, die ich so nicht gebraucht hätte und wo ich mir andere Lösungen gewünscht hätte. Dadurch wurde für mich die Handlung teilweise unglaubwürdig.


    Fazit:


    „Der Verrat“ ist ein interessanter Roman über Familienbande. Er erzählt davon, wie gerade das Leben der anderen das eigene Leben verändern kann, aber auch von Einsamkeit und Verlustängsten, von Liebe und Verrat und den Wunsch nach Rache und Vergebung.


    4ratten

    Ein Thriller der unter die Haut geht


    Ella hat in ihrem Leben schon so einiges hinter sich. Sie ist Journalistin, aber im Moment hat sie Erinnerungslücken. Sie liegt in einem Bett in der forensischen Psychiatrie, aber sie ist an Armen und Beinen gefesselt. Warum? Was ist geschehen? Hinzu kommt die Angst um ihre Freunde Alex und Isa. Warum sind sie nicht bei ihr oder melden sich? Was ist bloß los? Bilder aus ihrer Vergangenheit tauchen auf und ein Mord ist geschehen, in dem sie verwickelt ist. Dr. Steinhardt soll ein Gutachten erstellen und dafür benötigt er Antworten. Für Ella heißt es nun, die Realität von den Albträumen zu unterscheiden. Kein einfaches Unterfangen für die Journalistin.


    Ella scheint auf den ersten Blick eine ganz normale Frau zu sein, erst bei weiterer Betrachtung kommt zutage, dass sie schon so einiges erlebt hat. Sie leidet nicht nur an ihrem Übergewicht, sondern vor allem an den seelischen Verletzungen aus ihrer Kindheit. Eine Freundin will ihr zu mindestens bei dem Übergewicht helfen und empfiehlt ihr Diätpillen. Ella schluckt diese, ohne wirklich zu wissen, was das für Pillen sind. Ich fand das schon relativ naiv, zumal sie Journalistin ist, und man eigentlich davon ausgehen kann, dass sie alles hinterfragen würde. Macht sie in diesem Fall aber nicht. Auch in der weiteren Handlung gibt es einige Szenen, die Ella in Situationen zeigen, wo man sich wünschen würde, sie würde mal ihren Verstand einschalten. Erst später klärt sich, warum sie dies eben nicht macht oder kann.


    Der Erzählstil von Lena Sander ist angenehm zu lesen. Perspektivenwechsel sorgen für Spannung. Nicht nur das die Autorin in der Zeit immer mal wieder ein bisschen springt, auch gibt es Rückblenden, die aus der Kindheit von Ella erzählen. Die Beschreibungen des Waisenhauses, indem sie zeitweise gelebt hat, gehen unter die Haut. Zwischendurch ist man dann wieder in der Psychiatrie in der Gegenwart. Ich mag solche Wechsel gern lesen, es ist dann immer abwechslungsreich, auch wenn man sich immer wieder neu auf die Situationen einstellen muss, aber wie gesagt ich finde das gut. Es steigert die Spannung und gibt die Chance, sich selbst Gedanken über die Tathergänge zu machen.


    Die Autorin hat es gut verstanden, Spuren zu legen und die Auflösung des Ganzen nicht zu früh zu verraten. Sicherlich hatte ich zwischendurch dann schon den richtigen Verdacht, wer dann wirklich für die Morde verantwortlich war, aber das Warum und die Aufklärung der gesamten Tathergänge kam dann erst mit den letzten Seiten.


    Fazit:


    „Phase 8.2“ ist ein schöner Thriller für zwischendurch und mit seinen gerade mal 250 Seiten auch schnell gelesen. Er hat aber alles, was ein Thriller für mich ausmacht. Er war spannend, unterhaltsam, manchmal auch leicht verwirrend aber angenehm zu lesen.


    Wenn eine Krankheit dein Leben verändert


    Das Leben geht oft seltsame Wege, nicht immer sind wir damit einverstanden und hadern dann schnell mit unserm Schicksal. Alexander bekommt dies deutlich zu spüren, als er Krank wird. Sein Leben auf der Sonnenseite des Lebens, scheint vorbei zu sein. Seine Familie und seine Ehe stehen harte Zeiten bevor. Bisher war Alexander Erfolgsverwöhnt. Mit seiner Frau Claudia hat er drei wunderbare Kinder, ein großes Haus gehört ihnen und beruflich könnte es gar nicht besser laufen, als das Schicksal zuschlägt. Aber nicht nur die Krankheit setzt ihm zu, auch ein paar Geheimnisse, die besser unentdeckt geblieben wären, machen ihm nun zu schaffen und dann lernt er Nina kennen. Eine ungekannte Freundschaft entsteht, eine Verbundenheit durch gemeinsames Leid führt sie zusammen. Was wird die Zukunft bringen? Große Träume die nicht in Erfüllung gehen oder doch eine Zukunft mit glücklichen Tagen?


    Der neue Roman von Julia Drosten ist ein Schicksalsroman, den das Leben geschrieben hat. Sie erzählen das Leben von Alexander Hartwig, der den beiden Autoren als Co-Autor zur Seite stand. „Meine Seele schreit so laut“ erzählt, wie sich das Leben dieses Mannes verändert hat, ausgelöst durch eine Krankheit, die nicht unbedingt beeinflussbar ist. Schonungslos und offen erzählt Herr Hartwig aus seinem Leben. Nicht nur von seiner Karriere und der Sonnenseite seines Lebens, sondern auch von den Fehlern, die er gemacht hat, von seinen Ängsten und Sorgen und auch wie sein Umfeld reagiert hat, als sie erfahren, dass er krank ist. Ich war beeindruckt davon, wie offen und ehrlich der Co-Autor erzählt hat. Es gab so manche Szene, wo ich ihn hätte schütteln können, aber auch wie seine Frau Claudia auf die Krankheit reagiert hat, war schwer zu lesen und zu verdauen.


    Dieses Buch ist nicht einfach nur ein Unterhaltungsroman, sondern erzählt das Schicksal eines Menschen. Das wirklich tragische darin ist, es kann jeden jederzeit treffen und einen so aus dem gewohnten Leben reißen. Gerade die Sonnenseite des Lebens sollte man nie als selbstverständlich ansehen. Herr Hartwig hat dies deutlich zu spüren bekommen und ist ziemlich hart aufgeschlagen, aber „Meine Seele schreit so laut“ zeigt auch, es gibt immer auch einen Weg heraus aus der Hoffnungslosigkeit, und wie heißt es so schön, schlägt eine Tür zu, öffnet sich eine neue. Man muss das Leben nur annehmen, so wie es ist und seinen Weg gehen. Julia und Horst Drosten haben die richtigen Worte für diese Geschichte gefunden und gemeinsam haben sie eindrucksvoll von den Schicksalsschlägen Alexanders erzählt. Herr Hartwig hat am Ende seinen Weg gefunden und ich hoffe für ihn, dass er seine Krankheit zwar nicht besiegen aber damit Leben und umgehen kann.


    5ratten

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    Kirchenbau auf die spannende Art


    Im Jahr 1270 soll endlich mit dem Weiterbau des Freiburger Münsters begonnen werden. Eigens aus Straßburg ist dafür der Baumeister Gerhard angereist. So einfach, wie die Bauherren es sich dann vorgestellt haben, wird die Sache allerdings nicht. Immer wieder gibt es Rückschläge, die vor allem damit zusammenhängen, dass der Graf von Freiburg andere Pläne und Ziele hat. Gerade die Finanzen spielen da eine große Rolle. Der Traum von einem Turm, der schöner und höher werden soll, wie alles, was es zurzeit gibt, steht im Vordergrund, aber nicht jeder träumt diesen Traum.


    „Der Turm aus Licht“ erzählt die Geschichte der Entstehung des Freiburger Münsters. Über 60 Jahre haben die Menschen an dieser Kirche gebaut. Mehr als ein Menschenleben damals lang war. Vollendet wurde er dann erst ca. 1330. Astrid Fritz schildert die Ereignisse rund um diesen Kirchenbau lebendig und authentisch. Sie lässt Bilder lebendig werden, die von den Steinmetzen in Stein eingemeißelt wurden.


    Ihre Protagonisten, wie der Baumeister Gerhard oder einfache Handwerker geben ihr Leben für diesen großen Traum. In diesem Roman steht der Bau dieser Kirche im Vordergrund. Da dies über viele Jahre ging, wechseln dementsprechend auch die Protagonisten. Mir hat die Schilderung des Kirchenbaus gut gefallen. Die vielen Hindernisse und Ereignisse rund um das Münster waren spannend zu lesen, obwohl die Charaktere zwischendurch wechselten und sich die Generationen ablösten, blieb es gleichbleibend spannend.


    Es ist deutlich zu spüren, dass die Autorin sich intensiv mit dieser Kirche und seine Geschichte befasst hat. Sie schildert den Bau ausführlich und vergisst dabei nicht, dass er von Menschen erbaut wurde, die für diesen Kirchenbau lebten und starben. Ihren Protagonisten, wie Handwerker, Kirchenherren und einfachen Leuten hat sie Leben eingehaucht. Das Leben dieser Menschen und wie der Bau sie beeinflusste, wird deutlich. Am Anfang hatte ich bedenken, da von Anfang an klar war, die Geschichte würde über einen langen Zeitraum erzählt werden, aber die Autorin hat es geschickt verstanden, den Wechsel der Protagonisten so in ihre Geschichte einzufügen, dass es nachvollziehbar war. Mir hat gut gefallen, dass man immer wusste, was mit wem geschah und warum. Auch die politische Seite dieser Zeit kommt nicht zu kurz. Der Graf und seine Familie beeinflussen die Geschichte und sorgen aber auch für Spannung.


    Der Erzählstil ist leicht und locker zu lesen, obwohl viele alte Begriffe verwendet wurden. Diese werden in einem ausführlichen Glossar am Ende des Buches erklärt. Ein Personenregister zu Beginn sorgt für den Überblick über die zahlreichen Protagonisten. Zudem ist dieses 800 Seiten starke Buch in drei Bücher unterteilt und erzählt das Werden des Münsters ausführlich.


    Fazit:


    „Der Turm aus Licht“ ist ein empfehlenswerter historischer Roman über den Bau des Freiburger Münsters. Man spürt die gute Recherchearbeit, die die Autorin hier geleistet hat, in jedem Satz. Genauso intensiv ist aber auch die Geschichte der Menschen, die von und für diesen Bau gelebt haben. Ihre Lieben, ihre Leben und ihre Handlungen prägen diesen großartigen Roman.


    5ratten

    Zwei Frauen, zwei Leben, eine Stadt


    Nelli Voss ist eine junge Frau mit einer feinen Nase. Sie lebt und arbeitet in Köln in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nelli arbeitet als Schreibkraft bei 4711, aber sie kann wesentlich mehr, als nur schreiben. Die feinen Düfte haben es ihr angetan, als sie die Chance bekommt, mehr über Düfte zu lernen, ergreift Nelli sie. Dabei vergisst sie fast den Krieg. Auch tröstet diese Arbeit sie über ihre Liebe hinweg, denn sie ist verliebt, aber diese Liebe darf so nicht sein und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.


    2019 eröffnet Liv in Köln einen Laden für spezielle Parfüms und Seifen. Liv ist frisch getrennt und mit ihrem kleinen Sohn nach Köln gezogen, um neu anzufangen. Eine kleine Erbschaft hilft ihr bei diesem Neustart. Allerdings begegnen ihr nicht alle Menschen freundlich in dieser neuen Stadt. Eine alte Dame ist bei ihrem Anblick so erschüttert, dass sie Liv beschimpft und diese nicht weiß, was sie davon halten soll. Wer ist diese Frau und was verbinden sie und Liv?


    „Die Lilienbraut“ ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Zum einen in der Kriegszeit, von 1940 bis Kriegsende und der zweite Teil dann im Jahre 2019. Der Handlungsort ist jeweils der gleiche, und zwar der Stadtteil Ehrenfeld in Köln. Nelli ist die junge Frau, die den Leser durch die Kriegszeit begleitet. Ihr Leben schildert sie zum Teil selbst durch Tagebucheinträge. Diese Passagen sind auch im Buch gut zu erkennen, da sie Kursiv gedruckt wurden. Der Erzählstil von Teresa Simon ist, wie gewohnt, angenehm zu lesen. Erst mal begonnen, konnte ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen, obwohl ich es doch etwas schwächer fand, als ihre Vorgänger.

    Vor allem lag dies an der Protagonisten der Gegenwart. Zu Liv konnte ich nicht wirklich eine Verbindung aufbauen. Sie war mir dann doch zu oberflächlich und wenig greifbar. Vermutlich liegt es aber eher daran, dass ich selten Romane der Gegenwart mit Beziehungsproblemen lese und davon hatte Liv eben jede Menge.


    Der Part in der Vergangenheit hat mir deutlich besser gefallen. Nelli wird als junge Frau geschildert, die ihr Leben noch vor sich hat und doch schon so viel erdulden muss. Die Zeit, in der sie lebt, ist dramatisch und ihre Liebe kommt dann auch noch dazu. Entstanden ist hier eine bittersüße Liebesgeschichte, die ans Herz geht. Gleichzeitig erzählt die Autorin aber auch von den Schwierigkeiten dieser Zeit. Davon was die Menschen alles durchmachen mussten und wie hilflos sie oft waren. Dieser Teil hat mich berührt. Ich habe mit den Charakteren gelitten, gehofft und gebangt. Gleichzeitig habe ich aber auch wieder über Dinge gelesen, die mir so nicht geläufig waren. Frau Simon hat das Köln dieser Kriegsjahre lebendig werden lassen. Auch wenn sie offen ins Detail gegangen ist, war es gut dosiert. Im rechten Moment hat sie dann die Szenen gewechselt und man war wieder bei Liv in der Gegenwart. Zudem hat sie es gut verstanden den Part der Gegenwart mit der Vergangenheit zu verbinden. Ein fester Bestandteil dieser Verbindung waren die Düfte der Parfüms und Seifen. Manchmal war es sogar fast so, dass ich einen bestimmten Geruch in der Nase hatte, nur vom Lesen und der Vorstellung, wie der Duft gewesen sein könnte.


    Ein Nachwort zum Schluss klärt Fiktion und Wahrheit und dies recht informativ. Außerdem gibt es noch eine kleine kulinarische Nachspeise in diesem Buch. Wer Freude am Kochen und Backen hat, wird hier sicherlich fündig.


    Fazit:


    „Die Lilienbraut“ ist ein berührender Liebesroman auf zwei Zeitebenen. Er erzählt von den Menschen aus Köln-Ehrenfeld, von ihren Ängsten, Sorgen und Nöten und eben auch von der Liebe. Auch wenn es ein paar kleine Kritikpunkte gegeben hat, habe ich diesen Roman von Teresa Simon wieder sehr gern gelesen und empfehle ihn gern weiter.


    4ratten

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    Kurzweilige Unterhaltun


    Franziska Hochperger könnte es nicht besser gehen, sie ist verliebt und hofft auf eine baldige Heirat. Ihr Vater ist ein wohlhabender Weinhändler und kann ihr somit ein angenehmes Leben bereiten und auch ihrem Verlobten steht eine gute Zukunft bevor. Doch dann wird diese heile Welt jäh zerstört. Eine, von Feinden, angezettelte Intrige lässt das Mädchen nicht nur vaterlos, sondern auch mittellos zurück. Selbst der Obrigkeit kann sie nicht trauen. Allein macht sich Franziska auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei muss sie bald erkennen, dass es für sie nicht mehr nur um Ehre und Wohlstand geht, sondern um das nackte Überleben. Einzig Jacob, ein Freund aus Kindertagen, steht ihr bei. Gemeinsam setzten sie sich nicht nur gegen den Herzog von Württemberg zur Wehr, sondern auch gegen die Widersacher Franzis. Wird die junge Frau die Schuldigen an ihrem Elend finden und vernichten können?


    Vorweg möchte ich sagen, ich mag die Bücher von Silvia Stolzenburg sehr gern lesen. Sie sorgen immer für kurzweilige Unterhaltung und sind dabei gut recherchiert und erzählen interessante Begebenheiten aus den jeweiligen Epochen oder Städten. Auf „Tribut der Sünde“ hatte ich mich wirklich gefreut, aber leider konnte die Autorin diesmal meinen Erwartungen nicht gänzlich erfüllen. Das Buch war mir zu vorhersehbar geschrieben und einige Szenen hätte ich so nicht gebraucht.


    Franzi macht sich mutig auf den Weg, ihre Feinde zu stellen. Ihre Handlungsweise könnte man schon fast als naiv bezeichnen. Sie begibt sich in Situationen, von denen sie eigentlich weiß, sie sind nicht gut für sie, aber trotzdem lässt sie sich darauf ein. (Da ich nicht spoilern möchte, gehe ich nicht näher auf die eigentliche Handlung ein.) Franzi gerät immer wieder in Schwierigkeiten, die eben doch vorhersehbar waren. Sie bekommt allerdings immer schnelle Hilfe. Jacob steht ihr treu zur Seite. Ich habe mich doch öfters gefragt, warum er immer wieder zu ihr hält. Klar, er hat tiefe Gefühle für die junge Frau, aber er riskiert auch viel für sie. Obwohl die Handlung spannend erzählt wird, war es mir stellenweise doch zu klischeehaft oder vorhersehbar. Wirkliche Überraschungen gab es eher nicht. Auf der anderen Seite ist „Tribute der Sünde“ ein kurzweiliger Roman, der sich angenehm lesen lässt. Gekonnt hat die Autorin zudem historische Details, um den Herzog und seine Frau, in ihre fiktive Geschichte einfließen lassen.


    Fazit:


    Die Geschichte lässt sich locker und leicht lesen und kommt mit einem modernen Erzählstil daher. Das Stuttgart des Jahres 1513 wird anschaulich geschildert. Der historische Teil klang für mich authentisch. Auch wenn mir nicht alle Passagen gefallen haben, hab ich am Ende „Tribut der Sünde“ trotzdem gern gelesen. Allerdings ist das Ende ziemlich offen gehalten und lässt mich doch auch wieder neugierig zurück, sodass ich schon wissen möchte, wie es mit Franzi und Jacob weitergeht.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Neue Wege für Mimi


    Mimi Reventlow und Anton haben beschlossen, gemeinsam Laichingen zu verlassen und auf Wanderschaft zu gehen. Das Leben der beiden ist nicht gerade einfach und die Aufträge für Mimi werden weniger, als sie schließlich im lebhaften Berlin landen. Anton kann hier schnell Arbeit finden und fühlt sich wohl, doch für Mimi wird es nicht leichter. Sie muss erkennen, dass sie ihr Leben ändern muss, will sie selbstständig bleiben. Eine erneute Reise und die Begegnung mit alten Bekannten bringen die Fotografin schließlich ihrer Zukunft näher und neue Wege tun sich auf.


    „Die Welt von Morgen“ ist bereits der dritte Band der Reihe um die Fotografin Mimi Reventlow. Man sollte die Bücher auch der Reihe nach lesen, da die Handlungen aufeinander aufbauen und sich fortsetzten. Es gibt zwar immer mal wieder kleine Rückblenden, die durchaus dafür sorgen, dass man die Bücher auch einzeln lesen kann, aber im Zusammenhang sind sie dann doch schöner zu lesen.


    In diesem Teil nun findet Mimi ihre Welt von Morgen. Sie muss erkennen, dass ihre Zeit als Wanderfotografin vorbei ist. Die Konkurrenz wird einfach zu groß. Die Technik macht rasende Fortschritte und schon jetzt können viele Menschen selbst fotografieren und brauchen keinen Fotografen dazu. Für Mimi bedeutet das natürlich kein Einkommen mehr. Da sie aber keine Frau ist, die so leicht aufgibt, findet sie andere Wege. Sie ergreift ihre Chancen gemeinsam mit Anton und suchen sich ein neues Betätigungsfeld. Eigentlich ist der Weg sogar logisch, denn sie gehen.


    Petra Durst-Benning erzählt aber nicht nur aus dem Leben von Mimi, sondern auch von den Menschen die den Weg der Fotografin kreuzen. Im zweiten Band war es die Leinenweberei in Laichingen, die man kennenlernen durfte. In diesem Teil ist es die Schafzucht, die einen großen Teil der Handlung einnimmt. Wieder ist es die Schwäbische Alb, die als Handlungsort dient. Mir hat dieser Erzählstrang um die Schafzüchterin Bernadette gut gefallen, auch wenn die Geschichte selbst schon vorhersehbar war. Aber die Charaktere sind so liebevoll gestaltet worden, dass es einfach Spaß macht von ihnen zu lesen.


    Auch erfährt man immer wieder, wie es anderen Protagonisten ergangen ist, die Mimi und Anton wichtig sind. In diesem Teil ist es aber hauptsächlich Bernadette, von der erzählt wird. Die junge Frau führt einen Schäferreibetrieb und träumt von der großen Liebe. Sie und Mimi haben sich vor Jahren kennengelernt und sind nun Freundinnen geworden. Mir gefällt gerade gut, dass es immer wieder diese Rückblenden aus dem Leben von Mimi gibt, und sie Menschen aus ihrer Vergangenheit trifft. Bernadette ihr Leben wird hier weiter vertieft und mit dem Leben von Mimi verstrickt.


    Fazit:


    Mit ihrem leichten Erzählstil entführt Petra Durst-Benning ihre Leser wieder in die Anfänge des 20. Jahrhunderts. Erzählt davon, wie das Leben einer Wanderfotografin gewesen sein könnte. Gibt Einblicke in das Leben der Menschen vor allem auf der Schwäbischen Alb und erzählt ganz nebenbei eine entzückende Liebesgeschichte. Allerdings endet dieser Teil dann ziemlich abrupt mit einem Cliffhanger und lässt so einige Fragen offen. Gut, dass es nicht mehr lange dauert, bis Band 4 erscheint und die offen Fragen klären wird. Ich bin gespannt ob Mimi und Anton ihre Ziele erreichen werden und wie es mit ihnen und all den anderen weitergeht.


    4ratten

    Die Familiensaga geht weiter


    Der Krieg ist vorbei und das Leben muss weitergehen, irgendwie. Aber nichts ist mehr so, wie es vorher war. Der Adel wird abgeschafft und Konstantin weiß nicht, wie es wirklich mit Gut Greifenau weitergehen soll. Er und seine Geschwister müssen gemeinsam eine Lösung finden, jedenfalls, solange Konstantin noch keinen Erben vorweisen kann. Die Kluft zwischen den Geschwistern könnte nicht größer sein. Seine Frau Rebecca wird immer noch nicht anerkannt, dabei gibt sie alles, um das Gut und seine Menschen am Leben zu halten. Besser hat es da die jüngere Schwester Katharina getroffen. Sie ist verheiratet und die Familie ihres Mannes lebt im Luxus und Überfluss. Verliert die ehemalige Komtess ihre früheren Ziele jetzt aus den Augen? Macht der Reichtum sie gleichgültig und abgestumpft? Auch die Dienstboten des Gutes haben ihr Schicksal zu meistern. Ida und Albert könnten glücklich sein, wären da nicht noch ein paar Geheimnisse, die ungesagt geblieben sind. Und auch die anderen Menschen auf dem Gut haben ihre Probleme zu bewältigen.


    „Goldsturm“ ist der vierte Teil über das fiktive Gut Greifenau, welches in Pommern angesiedelt ist. Dieser Teil schließt zwar nahtlos an die Vorgänger an, könnte aber durchaus auch einzeln gelesen werden. Einige Rückblenden sorgen dafür, dass man alles Wichtige erfährt. Erzählt werden die Jahre 1919-1923. Natürlich ist der Lesespaß größer, liest man zunächst die Vorgänger und hält sich an die Reihenfolge.


    Hanna Caspian schildert jetzt die Ereignisse der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Mit Katharina und der Familie ihres Mannes schildert sie den Luxus, der die Menschen dieser Klasse umgab. Die Familie Urban setzt alles daran, ihren Reichtum zu erhalten und zu mehren. Eindrucksvoll erzählt Caspian was dazu nötig war. Gleichzeitig erzählt sie aber auch die andere Seite. Den Kampf, den Konstantin ausfechten muss, um den Familienbesitz zu erhalten.


    Die Armut und den Hunger der Menschen. Davon wie problematisch es war Essen zu bekommen oder überhaupt Leben zu können. Die politische Situation hat sie gekonnt in ihre fiktive Handlung um Konstantin, Rebecca und ihre Familien gewoben. Sie gibt dabei gleichzeitig einen eindrucksvollen Eindruck davon wieder, wie das Leben in diesen Jahren gewesen sein könnte. Der Geldverlust dieser Jahre bestimmt das Leben der Menschen. Die Politik sucht nach Lösungen und neuen Zielen und gleichzeitig sind die Menschen traumatisiert von dem langen Krieg, der hinter ihnen liegt. All das hat die Autorin eingefangen und zu einer Geschichte verwoben, die sich angenehm lesen lässt.


    4ratten


    Fazit:


    Ich gebe zu, am Anfang fand ich die Handlung etwas langatmig. Es waren irgendwie nur aneinander gereihte Episoden aus dem Leben gegriffen und nicht wirklich zusammenhängend. Aber je weiter ich im Buch vorankam, umso mehr war ich dann doch wieder gefangen in der Geschichte rund um das Gut in Pommern. Am Ende hätte ich dann doch einfach gern weitergelesen. Auch wenn die Handlung nicht die spannendste Geschichte ist, ist sie trotzdem schön zu lesen. Ich habe mich dann doch wieder wohlgefühlt, bei den Charakteren auf Gut Greifenau. Jetzt warte ich auf den nächsten Teil und bin gespannt, wie die Geschichte von Konstantin und Rebecca, wie die von Ida und Albert und ja auch, wie Katharina ihr Leben weitergeht. Was werden sie noch durchzustehen haben und finden sie ein wenig Glück und Zufriedenheit?


    Band 1 Gut Greifenau - Abendglanz

    Band 2 Gut Greifenau - Nachtfeuer

    Band 3 Gut Greifenau - Morgenröte

    Band 4 Gut Greifenau - Goldsturm

    Reise in die Bronzezeit


    Rana wächst als Tochter einer Priesterin auf. Sie wird früh darauf vorbereitet, einmal das Amt ihrer Mutter zu übernehmen. Eigentlich keine große Sache, wäre da nicht Orkon, der Fürst ihres Volkes. Orkon regiert sein Reich mit Angst und Schrecken. Während Rana die Göttin des Lichts anbetet die für Liebe und Frieden steht, hat sich Orkon dem Gott der Unterwelt geweiht. Er regiert in seinem Sinne mit Gewalt und Brutalität. Rana kann und will dem nicht länger zusehen. Sie widersetzt sich, und fordert die Menschen zum Widerstand auf. Gleichzeitig hat ihr Vater eine Scheibe aus Bronze erschaffen. Sie enthält eine geheime Botschaft der Götter, die nur die junge Priesterin entschlüsseln kann. Mit diesem Wissen und der Himmelsscheibe macht sich Rana mit einigen Gefährten auf, den Willen der Götter zu erfühlen. Ihr Weg ist gefährlich und keiner weiß, wer am Ende noch da sein wird. Wer wird den Weg zu den Göttern beschreiten und wer hat noch ein langes Leben vor sich?


    Die Bronzezeit liegt etwa 4000 Jahre zurück. Dementsprechend schwierig ist es sicher, etwas verlässliches über diese Zeit zu erfahren. Erst in den 1990er-Jahren wurde auf diesem Gebiet etwas entdeckt, was fast unglaublich schien. Die Himmelsscheibe von Nebra war ein unglaublicher Fund und hat mich von Anfang an fasziniert. So war für mich klar, dass ich das neue Buch von Ulf Schiewe einfach lesen musste. „Die Kinder von Nebra“ erzählt davon, wie diese Scheibe entstanden sein könnte und was sie für die Menschen bedeutet haben könnte. Dem Autor ist es gelungen eine glaubwürdige Darstellung abzuliefern. So wie er die Ereignisse geschildert hat, könnte es durchaus gewesen sein, natürlich wird man nie genau wissen, wie die Scheibe wirklich entstanden ist oder für was sie genau steht, aber in diesem Roman wird eine Variante erzählt, die dem schon sehr nahekommt, finde ich jedenfalls.


    Mit dem Erzählstil hatte ich zunächst allerdings ein paar kleine Probleme. Ich habe einige Seiten gebraucht, um mich ganz auf die Handlung und die Protagonisten einlassen zu können. Mir war der Sprachstil am Anfang zu spröde, aber irgendwann ist der Funke übergesprungen und ich mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.


    Die Charaktere hat Ulf Schiewe detailliert beschrieben. Auch wenn sehr schnell klar war, wer auf welcher Seite steht. Rana, als die Priesterin des Lichts auf der Seite der Guten. Sie hatte durchweg positive Eigenschaften, auch wenn sie selbst immer wider an sich gezweifelt hat. Sie hat ihr Handeln immer wieder durchdacht und nach Wegen gesucht, um ihre Lage zu verbessern und anderen zu helfen. Diese Eigenschaften machen sie sympathisch. Eigentlich ist man schnell bei ihr, man kann mit ihr hoffen und bangen.


    Auf der Seite der Unterwelt stand der Fürst Orkon mit seinem Sohn Arrak. Diese beiden wurden nur von ihrer negativen Seite gezeigt. Hier gab es von Anfang ein kein Zweifeln, auf welcher Seite sie stehen. Vielleicht hätte es hier gern ein wenig mehr Farbe geben dürfen. Auch wenn Arrak als fieser Charakter dargestellt wurde, niemand ist doch nur böse, oder? Ich hätte mir bei den Charakteren ein wenig mehr Eigenschaften gewünscht, die sie ein bisschen undurchsichtiger gemacht hätten. Aber dann wäre das Buch vermutlich 1000 Seiten lang geworden und hätte alles gesprengt.


    Gut gefallen hat mir, dass vor jedem Kapitel die Götter beschrieben wurden. Dadurch bekommt man einen schönen Einblick, für was diese Götter stehen und gleichzeitig auch eine Ahnung davon, was einem beim Lesen in jeweiligen Kapitel erwartet. Ein Nachwort klärt zum Schluss Fiktion und Wahrheit, ein Personenregister hilft bei den schwierigen Namen und sogar eine Karte der Lebensräume der Menschen ist vorhanden.


    Fazit:


    „Die Kinder von Nebra“ ist ein gelungener historischer Roman, der aus dem Leben der Menschen in der Bronzezeit erzählt. Ihr Leben und Handeln wird spannend wiedergegeben und lässt eine längst vergangene Epoche lebendig werden. Ich habe die Geschichte von der Priesterin Rana und ihren Gefährten gern gelesen und kann sie nur empfehlen.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus::tipp:

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    Eine Frau, auf einer weiten Reise


    Eva wächst unbedarft in Amsterdam auf. Ihr Vater gesteht ihr mehr Freiheiten zu, als üblich für ein junges Mädchen im 17. Jahrhundert sind. Doch dann ändert sich alles, die Geschäfte von Claes Corneliszoon Ment gehen schlecht. Eine Heirat mit einem reichen Mann kämen ihm gerade recht und so stimmt er zu, als der Generalgouverneur der Vereinigten Ostindischen Compagnie Jan Pieterszoon Coen ihn um die Hand seiner Tochter bittet. Der Mann ist 20 Jahre älter als Eva und sie will ihn nicht, aber sie fügt sich dem Willen des Vaters. Schnell wird klar, Jan ist nicht so integrer, wie gedacht. Nicht nur, dass er ein dunkles Geheimnis hat, auch beschließt er, wieder nach Ostindien zu gehen. Eva, als seine Frau, hat ihn zu begleiten und so machen sie sich auf die Reise nach Batavia. Eine achtmonatige Seereise unter furchtbaren Bedingungen bringen sie ans Ziel. In Batavia lernt die junge Frau eine völlige neue Welt kennen. Sie wird als Prinzessin behandelt und lernt Menschen mit einem ganz anderen Lebensstil kennen. Die Begegnung mit Antonio van Diemen prägt sie besonders. Der junge Mann ist ihr sehr zugetan und ihrem alter viel näher als ihr brutaler Ehemann.


    Das Leben von Eva Ment beginnt eher ruhig und friedlich. Sie lebt und wächst in Amsterdam auf. Die Freiheiten, die ihr Vater ihr zugesteht, wirken etwas fehl am Platz. Es ist doch eher unwahrscheinlich, dass eine junge Frau aus gutem Haus noch dazu im 17. Jahrhundert allein durch eine Stadt streifen durfte, dies beschreibt der Autor aber ausführlich. Auch die Verbindung zu ihrem Bruder Gerrit wird geschildert. Bruder und Schwester stehen sich sehr nahe. Der Bruder wirkt sehr modern, er spielt Golf und Tennis und amüsiert sich. Sicher nichts Ungewöhnliches und diese Sportarten gab es auch damals schon, aber sie wirken so fehl am Platz, da sie doch wohl eher selten waren und mehr dem Adel vorbehalten waren.


    Christop Driessen hat sich die Zeit genommen, seine Charaktere ausführlich zu beschreiben und auch ihre Jugendjahre zu erzählen. Dann erst kommt der Umbruch und Eva macht sich mit ihrem Ehemann auf die Reise. Der Bruder und ihr Kater begleiten sie. Die Überfahrt wird ausführlich beschrieben. So eine Seereise über vielen Monate war keine Kleinigkeit. Aber wie brutal und strapaziös sie wirklich war, wird hier klar.


    Erst im letzten Drittel des Buches sind die Protagonisten in Batavia und erleben ein ganz anderes Leben, wie sie es gewohnt waren. Für Eva könnte es ein Leben in Luxus sein, aber sie will mehr sein, als nur eine Frau am Rande. Sie will Leben und frei sein, was nicht mit dem Willen ihres Mannes übereinstimmt. So wundert es nicht, dass sie von einem Unglück ins nächste stolpert. So unwahrscheinlich es auch klingen mag, aber die Szenen sind so gut beschrieben, dass sie durchaus glaubwürdig sind. Auch ist es dem Autor gelungen ein anschauliches Bild Batavias zu zeichnen. Die politische Lage kommt dabei nicht zu kurz. Insgesamt gesehen ist es kein Buch für schwache Nerven, denn einige Szenen werden schon in ihrer ganzen Brutalität ausführlich geschildert. Wobei der Erzählstil eigentlich leicht und locker zu lesen ist, vielleicht ein wenig zu modern, aber durchaus dazu angetan sich gut zu unterhalten. Mir ging es jedenfalls so.


    Ein ausführliches Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit. Es handelt sich bei Eva Ment und ihrem Mann um Charaktere, die historisch belegt sind, auch wenn von ihnen nicht so viel bekannt ist. Die Lücken musste der Autor mit seiner eignen Fantasie füllen. Er hat das gut gemacht und einen wunderbaren historischen Roman abgeliefert, auch wenn ich mir gewünscht hätte, er hätte sich ein wenig mehr an die Vorgaben gehalten. Von der Person Eva Ment ist in dieser Geschichte eigentlich nur der Name geblieben, alles andere stammt aus der Feder von Christoph Driessen.


    Fazit:


    „Die Muskatprinzessin“ ist ein schöner historischer Roman, der reale historische Protagonisten zum Vorbild hat. Er erzählt von einer Frau, die versucht ihren Weg zu gehen. Leider ist es ihr nicht immer vergönnt ihr Leben so zu leben, wie sie es wollte, aber am Ende hat auch sie den Weg zur Liebe gefunden. Denn diese Geschichte ist auch ein Liebesroman und erzählt aus dem Leben einer Frau und den Menschen, die ihren Lebensweg kreuzten. Ihre Lieben werden ausführlich geschildert. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn es durchaus ein paar Schwachpunkte gab.


    4ratten

    Wenn in der Schule über die Bronzezeit die Rede war, dann nur über Griechenland und Mittleren Osten. Denn das, was es hinsichtlich bei uns gab, sind alles neue Entdeckungen der Forschung.

    Genau, in der Schule gab es zu Europa dieser Zeit keine Informationen. Es war ja schon schwer über die Menschen im Mittelalter etwas zu erfahren.

    Dass Orkon ausgerechnet Arrak die Führung des Heeres überlassen hat, hat mich überrascht. Er wusste doch genau, dass sein Sohn viel zu unkontrolliert agiert. Ich erwartete eine überlegtere Handlungsweise von Orkon.

    Arraks Brutalität hat mich auch entsetzt und traurig gemacht. Außerdem ist Ulfs Stil so brutal lebendig.... ;(

    Vermutlich wollte er einfach sehen, wie weit sein Sohn ist und er hat ihm ja auch einen Berater zur Seite gestellt an den er sich halten soll.

    Ich bin mit dem Buch schon seit einigen Tagen fertig, aber leider fehlte die Zeit um hier etwas zu posten, das ändere ich jetzt.


    Zu Beginn hatte ich ja ein wenig Probleme mit dem Erzählstil und auch mit den Protagonisten, aber im Laufe der Geschichte hat sich dies vollständig gelegt und ich war gefangen von den Kinder von Nebra. Die letzten Seiten waren dann durchweg spannend.


    Rana schafft es tatsächlich die Menschen zu einen und zu einem Aufstand anzustacheln. Genauso könnte es ich doch durchaus zugetragen haben. Ihre Bronzescheibe muss beeindruckend gewesen sein und die Menschen haben schnell akzeptiert, dass sie nur von den Göttern stammen könnte. Vermutlich wollten sie auch einfach etwas haben, an dass die ihre Hoffnungen knüpfen konnten. Wer will schon nur unterdrückt werden. Arrak wäre nie und nimmer ein guter Herrscher geworden. Urdo an seiner Seite war ja sogar fast noch schlimmer. Sie wollten tatsächlich die Kinder, die als Geiseln gehalten wurden, opfern. Was für ein furchtbarer Gedanke.


    Spannend war die Befreiung von Arni. Fast hätten sie es nicht geschafft, auch hier ist die Hilfe der Alben viel wert. Die zwei zeigen wirklich wie viel ihnen Freundschaft wert ist. Sie helfen wo sie können und haben wertvolle Ideen. Aber sie wollen natürlich auch ihre eigene Rache und die bekommen sie ja auch.


    Am Ende fällt Hador und die Menschen können anfangen in Frieden zu leben. Es war ein waghalsiges Unternehmen, einfach so als Bauern verkleidet an dem Fest teilzunehmen, aber es hat funktioniert und Arrak und Urdo sind besiegt. Am Ende wird alles gut. Hakun wird neuer Fürst und Rana an seiner Seite die Priesterin des Lichts. Vielleicht ist das Ende ein wenig zu nett und freundlich. Auch wenn Arni erneut verletzt wurde, so hat er doch überlebt. Viele hatte einiges zu erdulden, um dann am Ende endlich wieder Hoffnung zu haben. Eigentlich war schnell klar, dass nur Hakun der neue Fürst sein konnte und auch das er und Rana ein Paar werden würde, aber das macht nichts. Die gesamte Geschichte ist stimmig in sich und hat mir gut gefallen.


    Jetzt habe ich auch das Nachwort gelesen und einiges interessantes erfahren. Es war für mich eine spannende Reise in eine sehr entfernte Vergangenheit, vielen Dank dafür. Meine Rezi folgt dann in den nächsten Tagen.

    Morgana ist ja ganz angetan von dem Fest der Destarte - sie scheint auch gar nicht so übel zu sein. Umso mehr ärgert es mich, dass Arrak von ihr und Urdo weiß. Dieser Typ ist wie ein ekliges Geschwür

    Ich war auch entsetzt, dass ausgerechnet Arrak hinter ihr Geheimnis gekommen ist, da ist Ärger vorprogammiert

    Die Vorstellung von Destarte als Göttin der Liebe und der Sonne hat aber auch was, ich kann mir schon gut vorstellen, dass man damit die Leute begeistern kann.

    Ja, finde ich auch. Wer will nicht Licht, Liebe und Leben

    Was das Wagenrennen angeht, hatte ich schon die ganze Zeit ein ganz blödes Gefühl, dass einer der Zwillinge - oder womöglich auch beide - ums Leben kommen könnten und Arrak dabei seine Finger im Spiel hat. Leider kommt es genauso, aber dass er so frech ist und ihn mit einem Pfeil erschießt, ist schon kack-dreist; und zeigt, wie sicher er sich in seiner Stellung fühlt :cursing::cursing:

    Und es gibt keinerlei Gründe, Hakuns Aussage nicht zu vertrauen, denn Hakun und die Zwillinge sind wie Brüder.

    Das Ende des Wagenrennes war nicht wirklich überraschend. Ich hatte mit dem Tod eines der Zwillinge gerechnet, aber auch nicht mit so einem offensichtlichen Mord. Er etwas hinterhältiger, aber es zeigt auch, dass Arrak sich nicht verstecken braucht, er glaubt vermutlich er kommt mit allem durch.

    Eine weitere echte Überraschung ist die Identität der Sklavin, mit der sich Tura angefreundet hat: es handelt sich um Gisla, die vermisste Tochter von Utrik und Herdis!

    Wo habe ich den überlesen, dass es tatsächlich die Tochter von Herdis ist, die als Sklavin bei Orkon lebt. Vermutet habe ich es auch, es passt zuviel zusammen, aber direkt gelesen habe ich es nicht.

    Arrak hat sich aber echt sehr schlecht unter Kontrolle, seine Gepöbel Drengi gegenüber und sein Angriff gegenüber seinem Vater offenbaren seine Unbeherrschtheit. Mit wundert es, dass Orkon sich hier so langmütig zeigt und seinen Sohn nicht ganz anders bestraft. Es würde wahrscheinlich anders aussehen, wenn er einen zweiten Sohn hätte, könnte ich mir vorstellen.

    Darüber habe ich mich auch gewundert. Aber es könnte wohl tatsächlich daran liegen, dass er ja sonst keinen Erben hat

    Überrascht hat mich, dass Orkon Morgana zu Destartes Fest schickt, in der Hoffnung, dass sie in der Folge einen Sohn empfängt. Dass Arrak und Brunn das allerdings mitbekommen, könnte sich noch als ein großer Nachteil herausstellen.

    Ja, das passt eigentlich nicht zu Orkon, aber die Göttin ist ja heilig und dafür da die Frauen fruchtbar zu machen, auch ein Orkon kann sich dem nicht entziehen und vermutich ist er einfach verzweifelt

    Das Volk der Alben interessiert mich immer mehr...

    Ich finde die Alben auch spannend und hoffe, noch ein wenig mehr zu erfahren. Ich vermute mal, dass sie doch irgendwann mal ein Volk gewesen sind.

    Das Gespräch mit Urdo ist für mich eine wirklich gelungene Charakterdarstellung Arraks - machtgierig, grausam, gewissenlos und in seinem Denken eher begrenzt. Urdo weiß das und nützt es aus. Ein tolles Duo! Ich hoffe, dass die beiden auf den nächsten 150 Seiten Hador persönlich kennenlernen. X(

    Die beiden passen gut zusammen, finde ich auch

    Rana kehrt von Drengi nach Hause zurück und ist voller Gefühle, die sie nicht so recht einordnen kann. Der Gedanke, die Alben zu suchen und eine Zeit im Wald zu verbringen, scheint ihr gut zu sein. Sie macht sich auf den Weg, nicht ohne ständig nach einer Lösung zu suchen. Den Krieg hat sie ja eigentlich gar nicht gewollt. Dann trifft sie auf Hargim. Die Szene im Wald als sie aufeinander treffen, war für beide zunächst wohl etwas peinlich, aber schnell kehrt ihre Vertrautheit aus Kindertagen zurück. Eigentlich ist Hargim ein feiner Kerl. Die Zeit bei den Alben ist für beide gut. Schnell wird ihnen klar, diese Menschen sind ihnen gar nicht so unähnlich und vor allem nicht so grausam, wie immer behauptet wird. Auch sie trauern um liebe Menschen.


    Auf der Kuffaburg geschieht so einiges. Eigentlich war klar, dass Orkon dahinter kommt, dass seine Frau ihn betrügt. Ich hatte mich nur gewundert, dass es so lang gedauert hat. Dann eskaliert die Situation und am Ende ist Orkon tot. Trauer empfinde ich jetzt nicht gerade für ihn. Morgana wird tatsächlich verdächtigt ihren Mann erstochen zu haben. Über Urdos doppelten Verrat bin ich doch fassungslos. Von Liebe kann hier wohl nicht mehr die Rede sein. Urdo versucht nur noch sein eigenes Leben zu retten und Opfert Morgana. Vermutlich war sie sowieso nur ein Zeitvertreib für ihn. Später in diesem Abschnitt kann er sich sogar bei Arrak einschmeicheln. Obwohl dieser ihm die Geschichte vom Tod des Vaters nicht glaubt. Aber auch Arrak braucht einen fähigen Priester. Was für eine Schlangengruppe.


    Mit Hilfe von Odda gelingt Morgana dann die Flucht. Über Odda bin ich jetzt doch erstaunt, er war offenbar gar nicht freiwillig der Leibwächter von Orkon und scheint froh darüber zu sein, die Burg verlassen zu können. Auf seine Lebensgeschichte bin neugierig und hoffe, wir erfahren noch etwas mehr von ihm. Offenbar scheint er ja Bekannte bei Drengi zu haben.


    Dann kommt diese unselige Schlacht und fordert so viele Opfer. Auch wenn Arrak ein Tyran ist, es gelingt ihm doch Drengi und seine Verbündeten in einen Hinterhalt zu locken und zu vernichten. Jetzt ist auch der zweite Sohn Tod und Drengi am Ende. Ich bin wirklich neugierig, wie es weitergeht und ob Rana noch irgendetwas bewirken kann. Bei ihrer Rückkehr aus dem Wald hat sie ein Dorf vorgefunden, welches nicht mehr ihr Dorf ist und auch der Bruder ist fort. Hoffentlich wird er nicht wirklich geopfert. Rana hat bestimmt das Zeug dazu, die Menschen zu einen und zu einem richtigen Aufstand anzustacheln und so Arrak der gerechten Strafe zuzuführen, ich bin gespannt auf die letzten Seiten.


    Inzwischen gefällt mir das Buch richtig gut und ich bin voll in der Geschichte angekommen.