Beiträge von nirak

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    London bei Nebel


    Inspector Ben Ross wird zu einem Leichenfund gerufen. Eine Frau wurde Tod aufgefunden, niemand weiß, wer sie ist und warum sie sterben musste. Einzig ihre Schuhe könnten aufklären, woher sie kam. Sie sehen teuer und schick aus. Inspector Ross begibt sich auf Spurensuche. Gleichzeitig erfährt seine Frau Lizzy von dem Schicksal eines ganz anderen Mädchens. Diese junge Frau sieht man nie das Haus verlassen. Warum lebt sie hinter verschlossenen Türen? Wird sie gefangen gehalten? Lizzy beschließt, Ermittlungen durchzuführen und hinter das Geheimnis dieser Frau zu kommen, dabei übersieht sie aber die Gefahr für ihr eigenes Leben. Könnten die beiden Fällen womöglich zusammenhängen?


    Schauplatz dieser Handlung ist London im Jahre 1870. Ann Granger versteht es, das London dieser Jahre lebendig werden zu lassen. Sie beschreibt den Nebel so lebendig, dass man ihn direkt spüren kann. Ein bisschen gruselig, schaurig und gespenstisch und gleichzeitig lebendig, spannend und authentisch.


    Ich mochte die Geschichte von der ersten Seite an. Die Autorin hat mich direkt abgeholt. Zumal der Fall um die tote junge Frau spannend aufgebaut war. Die Hinweise, die Ann Granger gelegt hat, waren für mich tatsächlich erst am Ende schlüssig, obwohl man auch schon vorher auf die Lösung hätte kommen können. Ich war vermutlich von dem vielen Nebel benebelt.


    Auch der Handlungsstrang rund um Lizzy fand ich gelungen. Sie klärt ihren eigenen Fall auf. Auch dieser ist interessant aufgebaut und gibt einem etwas zum Nachdenken. Die Gesellschaftsstrukturen dieser Zeit werden dargestellt und zeigen gleichzeitig, wie schwierig es manchmal für eine junge Frau werden kann.


    Geschickt wechselt die Autorin zwischen den Protagonisten hin und her und hält so die Spannung aufrecht. Ihr Erzählstil ist dabei leicht und locker zu lesen.


    Es handelt sich hier zwar um den 7. Band einer Reihe, aber man kann die Bücher unbedenklich einzeln lesen. Ich kenne nur einige aus dieser Reihe und mir hat hier nichts gefehlt. Ich konnte mich gut auf diesen Fall für Inspecktor Ross und seiner Frau einlassen.


    Fazit:


    „Mord ist eine harte Lehre“ ist ein weiter Fall für Benjamin Ross und seiner Frau Lizzy, die durchs viktorianische London der 1870er-Jahre führt. Er ist ein schöner Krimi mit Spannung und guter Unterhaltung. London wird lebendig. Ich habe ihn gern gelesen und mich gut unterhalten gefühlt.


    4ratten

    Unterhaltsamer zweiter Band


    Das Leben am Starnberger See könnte so friedlich sein, wären da nicht die Unwägbarkeiten des Lebens. Ein Kriegskamerad von Paul-Friedrich von Falkenbach ist Tod. Angeblich bei einem Unfall in seiner Schreinerei verstorben, aber ist das wirklich so? Paul-Friedrich will sich so schnell wie möglich mit seinem Freund und Geschäftspartner Wilhelm Lehmann beraten, ständig von der Angst begleitet, die Vergangenheit könnte sie einholen. Doch bevor es dazu kommt, erleidet dieser einen Schwächeanfall. Weitere Probleme tun sich vor den Freunden und ihren Familien auf.


    Die Falkenbach-Saga geht weiter. Mit dem Teil „Die Stärke der Töchter“ liegt Band zwei dieser neuen Reihe von Ellin Carsta vor. Die Handlung schließt nahtlos an den Vorgänger „Das Unrecht der Väter an“. Ich empfehle von daher, den Vorgänger zu lesen. Es werden zwar immer mal wieder kleine Rückblenden eingeflochten und man käme zurecht, aber ich denke, der Lesespaß wäre größer, liest man die Bücher nacheinander. Der dritte Band ist im übrigen auch schon in Sicht.


    Die Autorin erzählt hier aus dem Leben dreier Familien, die sich eine große Existenz aufgebaut haben. Die Familienväter haben viel vor, aber einige dunkle Geheimnisse parat. Geschickt versteht es die Autorin, diese Geheimnisse ans Licht kommen zu lassen.


    Immer wieder wechselt sie zwischen den Handlungssträngen und schildert mal die Ereignisse bei Paul-Friedrich oder Wilhelm, um dann wieder bei der jungen Generation zu sein. In diesem Roman wird das Leben der Frauen geschildert und wie sie sich ihr Leben eingerichtet haben. Gerade für die jungen Frauen ist es nicht immer einfach. Während Wilhelmine noch unverheiratet ist und sich zu fragen beginnt, wie ihr Leben verlaufen soll, bahnen sich auch bei Irma und Elisabeth neue Ereignisse an. Die Wechsel zwischen den Handlungssträngen sorgen zudem für Spannung.


    Gleichzeitig verbindet die Autorin ihre Geschichte mit den politischen Unruhen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Zusammenspiel von historischem Hintergrund und fiktive Familiengeschichte gefällt mir gut. Auch wenn es sicherlich die eine oder andere Szene gegeben hat, die man infrage stellen könnte, sind diese Romane gute Unterhaltung für entspannte Leseabende.


    Fazit:


    Band 2 der Falkenbach-Saga war für mich genauso unterhalten wie schon der Vorgänger. Einige Geheimnisse wurden gelüftet und neue kamen hinzu. Die Protagonisten entwickeln sich weiter und gehen ihre eigenen Wege. Es bleibt spannend am Starnberger See.


    4ratten

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    Leben im dreißigjährigen Krieg


    Thomas arbeitet als Schmiedegehilfe im Tross des Hauptmanns Leonhart Seitz vom Walde. Es herrscht Krieg in diesen Tagen des Jahres 1632. Für den Jungen ist es die Arbeit, die ihm gefällt. Seine zweite Leidenschaft gilt den Pferden. Dem Hauptmann bleibt dieses gute Gespür des Jungen nicht verborgen und so bietet er ihm an, in seine Dienste zu treten. Ein wichtiger Auftrag führt Thomas auf ein Gestüt nach Marbach. Hier soll er einige teure Pferde erwerben und entdeckt dabei einen unglaublich schönen Hengst. Für Thomas steht fest, er will auch einmal so leben können, dass er sich solche Pferde leisten kann. Aber der Krieg hatte ein anderes Schicksal für ihn vorgesehen. Thomas gerät in die Auseinandersetzungen um Ingolstadt. Auf den Mauern dieser Stadt sieht er den schönen Schimmel wieder und sein Reiter ist kein anderer als Gustav Adolf, der König Schwedens.


    „Der Schwedenschimmel“ ist der dritte Band dieser Trilogie, die aus dem Dreißigjährigen Krieg erzählt. In dem Mittelpunkt dieser Geschichte steht Thomas. Er ist ein junger Mann, der aus seiner Heimat vertrieben wurde und seine Zukunft darin sieht, in einem Tross zu arbeiten und so den Soldaten auf ihrem Weg durch Europa zu folgen. Allerdings hat Thomas auch Träume und Hoffnungen.


    Carmen Meyer ist es gut gelungen, aus dem Leben von Thomas zu erzählen. Sie lässt ihn lebendig werden. Seine Ängste und Sorgen und seine Ziele hat sie gut in Szene gesetzt. Gleichzeitig hat sie es verstanden, den historischen Hintergrund in ihre fiktive Geschichte zu betten. Sie erzählt davon, wie sich das Leben rund um die Soldaten zugetragen hat. Genauso schildert sie aber auch, was in einem Hauptmann vorgegangen sein könnte. Mit dem Protagonisten Hauptmann Leonhart Seitz vom Walde hat sie eine Figur erschaffen, die durch diesen Krieg führt. Mir hat gut gefallen, dass erzählt wird, wie schwierig das Leben in dieser Epoche gewesen ist und vor allem, dass es nicht immer so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Dabei erleben die Charaktere alle Schrecken des Krieges durch, aber durchaus auch schöne Dinge im Leben, wie zum Beispiel die Liebe.


    Leider lässt die Autorin aber auch Handlungsstränge aus den Vorgängerbänden auslaufen. So musste ich mich von einem lieb gewordenen Charakter verabschieden, da sie andere Wege zu gehen hatte. Auch wenn Thomas gedanklich immer mal wieder zu ihr abschweifte und an sie dachte, war sie eben nicht präsent. Ich hätte von diesem bestimmten Charakter gern mehr gelesen. Dafür sind die Bücher aber auch durchaus einzeln lesbar.


    Am Ende befindet sich ein Glossar der fremden Begriffe. Ein ausführliches Nachwort, in welchem die Autorin Fiktion und Wahrheit trennt, ist ebenso vorhanden. Ich lese immer gern am Ende, was ist historisch belegt und was entstammt der Fantasie der Autor/in.


    Fazit:


    „Der Schwedenschimmel“ ist ein gelungener Abschluss dieser Trilogie. Er erzählt anschaulich von den Ereignissen einiger Jahre im 30-jährigen Krieg. Carmen Mayer lässt ihre Protagonisten lebendig werden. Am Ende fehlte mir nur ein wenig der Bezug zu den Vorgängerbänden beziehungsweise zu den Protagonisten. Aber vielleicht gibt es ja noch mal ein wiedersehen, wer weiß?


    1. Das Awarenamulett

    2. Die Trossfrau

    3. Der Schwedenschimmel


    4ratten

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    Ein Leben geprägt von Ebbe und Flut


    Alinor lebt mit ihren Kindern nahe dem Wattenmeer in Sussex. Ihr Mann gilt als verschollen und hat sie mittellos zurückgelassen. In einer Mittsommernacht wartet sie auf dem Friedhof darauf, den Geist ihres Mannes zu sehen, um endlich frei sein zu können, stattdessen trifft sie auf den jungen Priester James. Er hat sich verlaufen und ist auf der Flucht. Alinor beschließt ihm zu helfen und ahnt nicht, auf welch gefährliches Spiel sie sich da einlässt. Der Mann ist Katholik und England steckt in einem verzweifelten Bürgerkrieg. Das Jahr 1648 ist kein ruhiges Jahr, denn selbst ein König auf der Flucht muss um sein Leben fürchten.


    Dieser Roman der Autorin Philippa Gregory beginnt damit, dass eine verzweifelte Frau auf ihr Schicksal wartet. Sie hofft darauf, den Geist ihres Mannes zu sehen, um damit die Gewissheit zu haben, dass er verstorben ist und sie somit ein neues Leben beginnen kann. Stattdessen trifft sie auf den jungen Priester James, der eine Aufgabe zu erfüllen hat. Schnell wird klar, dass die beiden Protagonisten irgendwie zueinanderfinden müssen.


    Alinor ist eine arme Frau, die sich durch ihr Kräuterwissen und den Fischfang und allerlei Arbeiten ihren Lebensunterhalt verdienen muss. Die Situation, in der sie sich befindet, hat die Autorin lebhaft geschildert. Dann trifft sie auf den Priester und lernt eine neue Seite des Lebens kennen. Irgendwie scheint es sich hier um einen Liebesroman zu handeln, jedenfalls hatte ich dieses Gefühl einige Seiten lang. Allerdings so mitfühlend geschrieben und erzählt, dass das Schicksal von Alinor mich nicht mehr losgelassen hat. Aber dann werden auch die politischen Hintergründe klar. Seit 100 Jahren leben die Menschen in Sussex als Protestanten und König Charles ist katholisch. Die Menschen lehnen sich auf, der Bürgerkrieg tobt durchs Land und alles scheint sich aufzulösen. Genau in diesen unruhigen Zeiten erlebt eine einfache Frau, wie sich alles verändert und auch für sie eine schöne Zukunft bereithalten könnte. Wäre da nur nicht die Eifersucht einiger weniger, die ihr ihr Glück nicht gönnen.


    Eindrucksvoll hat Philippa Gregory geschildert, wie sich eine Handlung nach der anderen fügt. Das Schicksal von Alinor hat mich berührt und ich konnte das Buch nicht einfach zur Seite legen, ich musste wissen, ob sich ihre Träume erfüllen. So langsam die Geschichte zu Beginn auch gestartet ist, umso schneller war sie dann auch wieder vorbei. Das Ende ist allerdings ziemlich offen. Ich bin gespannt, wie es wohl weitergehen wird.


    Gut gefallen hat mir, wie die Autorin die politischen Hintergründe mit hat einfließen lassen. Der Kampf um Freiheit für alle und darum, sein Leben selbst zu bestimmen, hat sie wunderbar mit ihrer fiktiven Geschichte um Alinor verwoben. Sie hat es verstanden, den alten Glauben der Menschen mit den neuen Zeiten zu verbinden. Aber sie hat auch davon erzählt, wie Neid und Missgunst alles zerstören kann.


    Den Titel des Buches finde ich sehr gut gewählt. Ebbe und Flut bestimmen das Leben am Rande des Wattenmeeres und genauso scheint es auch in dem Leben von Alinor zuzugehen. Auch die Unruhen in England und Europa scheinen nach diesem Prinzip zu laufen. Ich finde, die Autorin hat dieses Gefühl hier gut mit einfließen lassen. Sie hat eine Geschichte geschrieben, die berührt, die bewegt, einen hoffen und bangen lässt. Es ist wie ein Sog, der einen nicht mehr loslässt, einmal begonnen konnte ich das Buch schlecht weglegen. Für mich war es bisher der beste Roman dieser Autorin. Mir hat vor allem gut gefallen, dass sie mal nicht von dem Schicksal der Mächtigen und Reichen erzählt hat, sondern mit der armen Alinor von Menschen erzählt, die um ihre Existenz kämpfen mussten. Ihre Hoffnungen und Träume und ihr Leben hat die Autorin wunderbar in Szene gesetzt und mich damit gut unterhalten.


    Fazit:


    „Gezeitenland“ ist ein historischer Roman über die Liebe, über das Leben, gefüllt mit Hoffnungen und Träumen. Gleichzeitig erzählt er davon, was sich 1648 in England zugetragen hat. Und obwohl das Ende sehr offen ist, hat mir dieses Buch von Philippa Gregory sehr gut gefallen und ich warte nun gespannt auf Teil 2.


    5ratten:tipp:

    Familien-Saga mit Drama und Herz


    Josephine von Plesow hat für sich beschlossen, in das Hotel ihrer Mutter nach Binz zurückzukehren. Der Tod ihres Bruders Alexander ist noch nicht lange her und die Familie hat schwer an dieser Trauer zu tragen. Das Grand-Hotel steht gut da in diesen Tagen der 20er-Jahre und könnte ihre Zukunft sein. Ihr älterer Bruder Constantin in Berlin geht seinen ganz eigenen Weg. Er führt immer noch das Hotel Astor. Mit seinem dazugehörigen Varieté bewegt er sich am Rande der Legalität. Der Tod seines Bruders macht ihm schwer zu schaffen, zumal er eine Mitschuld trägt. Die Rache an dem Schuldigen lässt ihm keine Ruhe und so entsteht ein furchtbarer Plan.


    Endlich liegt der zweite Band der Grand-Hotel-Reihe von Caren Benedikt vor. Ich hatte mich schon sehr auf die Fortsetzung gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. „Die mit dem Feuer spielen“ setzt genau dort an, wo „Die nach den Sternen greifen“ endet. Es sind lediglich ein paar Wochen dazwischen. Für die Familie muss das Leben nach dem Tod von Alexander weitergehen. Dies ist natürlich nicht so ganz einfach und gerade Bernadette, die Mutter, hat schwer an der Trauer zu tragen. Allerdings ist es der Autorin gut gelungen, diese Szenen zu beschreiben. Sie erzählt von der Trauer um einen geliebten Menschen und davon, wie das Leben weitergehen muss. So nach und nach kehrt Bernadette in ihr Leben zurück.


    Ein zweiter Handlungsstrang erzählt dann den weiteren Weg, den Constantin geht. Mit ihm taucht der Leser ein in die Unterwelt Berlins und darüber hinaus. Constantin geht seinen eigenen Weg, ob sein Verhalten immer richtig ist, sei mal dahin gestellt, aber so wie schon im Vorgänger sein Leben beschrieben wurde, ist sein Handeln jetzt durchaus logisch und nachvollziehbar, wenn wohl nicht unbedingt gutzuheißen. Mir hat vor allem gefallen, dass auch seine verletzliche Seite gezeigt wurde. Caren Benedikt hat ihren Charakteren Leben eingehaucht und sie facettenreich gestaltet. Sie hat es verstanden, die Protagonisten wachsen zu lassen und sich erlaubt, sie zu verändern. Nichts scheint vorhersehbar zu sein, gerade das gefällt mir hier gut. Gleichzeitig entsteht ein Gefühl für das Leben in den 20er-Jahren. Die Autorin erzählt nämlich auch von den politischen Gegebenheiten dieser Zeit. Sie hat diesen historischen Hintergrund gut mit ihrer fiktiven Geschichte verwoben. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.


    Der Erzählstil von Caren Benedikt ist locker und flüssig zu lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Genau wie im Vorgänger konnte ich einmal begonnen, nicht mehr mit dem Lesen aufhören. Leider war ich dadurch dann viel zu schnell am Ende angekommen.


    Auch wenn es hier einige Rückblenden aus dem ersten Teil gibt, würde ich doch dazu raten, den Vorgänger zu lesen. Eben aus dem Grund, dass sich die Charaktere weiterentwickeln und man sie so besser verstehen kann. Es ist zwar nicht zwingend notwendig, aber vermutlich hat man dann mehr Freude an dieser Geschichte.


    Fazit:


    Dieser zweite Teil hat mir genauso gut gefallen wie schon der erste Band von „Das Grand-Hotel“. Mir gefällt, wie hier ein historischer Hintergrund mit einer fiktiven Geschichte um Liebe, Familienzugehörigkeit und Drama miteinander verwoben wird. Ich konnte abtauchen in die Welt der Familie von Plesow und fühlte mich gut unterhalten. Jetzt heißt es leider wieder warten, bis der 3. Band erscheint.


    5ratten

    Spannend und Interessant


    Hauptkommissar Toni Sanftleben wird zu einem neuen Fall gerufen. Eine junge Frau wurde samt ihrem Auto aus der Havel geborgen, alles sieht nach Selbstmord aus, aber ist es das auch? Toni und sein Team begeben sich auf Spurensuche. Schnell stellt sich heraus, dass die junge Frau Biologin war und an einem großen Flussprojekt mitgearbeitet hat. Hatte sie etwas zu verbergen? Warum ist sie Tod?


    Mit „Finstere Havel“ liegt jetzt schon Band 5 dieser Reihe vor und wieder gibt es einen spannenden Fall zu klären. Ich mag diese Reihe sehr gern lesen. Tim Pieper schreibt in seiner eigenen unaufgeregten Art Krimis, die zum Nachdenken anregen. In diesem vorliegenden Fall kann man die weitere Havellandschaft erkunden.


    Nicht nur der Fall in sich ist spannend aufgebaut, auch erzählt der Autor hier von dem Umweltschutz in dieser Region. Ich finde es gut, wenn man so ganz nebenbei noch etwas lernen kann. Natürlich ist die Auflösung dieses Falles im Vordergrund. Die Spuren hat Tim Pieper wie eigentlich immer, gekonnt gelegt. Sie führen so nach und nach zu dem Täter und klären das wieso und weshalb und sind dabei aber nicht zu offensichtlich, sodass es immer wieder Spaß macht, mit zurätseln und Spuren zu entschlüsseln.


    Auch das Privatleben von Toni Sanftleben wird geschildert und kommt nicht zu kurz. Mir gefällt gut, wie man beim Lesen so nach und nach mitansehen kann, wie er in seinem Leben weiter vorankommt. Natürlich entwickeln sich auch seine Kollegen weiter und verändern sich.

    Der Autor versteht es geschickt, dass Privatleben der Protagonisten mit der eigentlichen Tat zu verbinden und lässt so ein Gesamtbild der Charaktere entstehen. Ich finde es zudem gut, dass nichts im Leben des Hauptkommissars vorhersehbar ist. Weder was den Fall betrifft noch sein eigenes Leben oder das seiner Kollegen. Der Erzählstil von Tim Pieper ist dabei leicht und locker zu lesen. Mir geht es jedes Mal so, dass ich einmal begonnen nicht mehr das Buch zur Seite legen mag.


    Fazit:


    „Finstere Havel“ ist ein spannender Krimi nicht nur mit einem interessanten Fall, sondern sorgt auch mit Hintergrundwissen über das Havelland für gute Unterhaltung. Leider war auch dieser Krimi viel zu schnell ausgelesen und nun heißt es wieder warten, bis zum nächsten Fall von Toni Sanftleben.


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    Über die Kirchenreform im 15. Jahrhundert


    Werner ist Mönch aus Überzeugung, dass viele seiner Brüder die Sache mit dem Gelöbnis nicht so genau nehmen, stört ihn schon lange. Als er den Auftrag erhält, in das Benediktiner Kloster auf dem Petersberg zu gehen und dort den Mönch Günther von Nordhausen zu unterstützen, macht er sich eher widerwillig auf den Weg, denn auch wenn er der Kirchenreform wohlwollend gegenübersteht, hütet er doch ein Geheimnis, welches eigentlich nicht zu seiner Einstellung passt. Es ist die Liebe zu einer Frau, die ihn manchmal an seiner Liebe zu Gott zweifeln lässt.


    Die Autorin Alice Frontzek erzählt mit ihrer Geschichte „Der Abt vom Petersberg“ davon, wie die Kirchenreform Mitte des 15. Jahrhunderts vorangebracht werden sollte. In den Klöstern herrscht Chaos und Willkür. Die Mönche halten sich nicht an die Kirchenregeln und leben ein freies Leben. Sie trinken und vergnügen sich mit den Frauen des Ortes. Die Autorin hat hier den Ort Erfurt als Beispiel genommen. Eigentlich ist die Idee hinter dem Roman gut gewählt. Es ist der Autorin durchaus gelungen, eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen, nur leider konnte sie mich nicht wirklich begeistern. Die Handlung plätschert eigentlich nur so vor sich hin und wirklich Spannung will nicht aufkommen. Die Gewissenskonflikte des Mönchs Werner sind zwar nachvollziehbar, seine Liebe zu Frau und Kind durchaus glaubhaft, aber sie reichen nicht aus, um wirklich Spannung zu erzeugen.


    Auf dem Buchcover steht zudem, dass es sich um einen historischen Kriminalroman handeln soll. Irgendwie aber habe ich die eigentliche Krimihandlung vermisst. Nur das Versteckspiel von Werner und seiner Liebsten kann es eigentlich nicht gewesen sein. Auch die Konflikte, die die Stadt Erfurt mit den Mönchen hatte, würde ich nicht einem Krimi zuordnen, auch wenn das Thema an sich wieder interessant gewählt war.


    Gelungen ist Alice Frontzek die Schilderung der Missstände in der Kirche und die gepredigte Doppelmoral. Auch die Struktur eines Klosters und seiner Bewohner hat sie glaubhaft in Szene gesetzt, aber auch das war mir für ein spannendes Leseerlebnis zu wenig. Die Autorin hat mich mit diesem Buch einfach nicht überzeugt.


    Fazit:


    „Der Abt vom Petersberg“ ist sicher ein interessantes Buch über die Doppelmoral und die Kirchenreform im 15. Jahrhundert war mir aber alles in allem zu gleichbleibend. Mir fehlten echte Höhen und Tiefen, um mich ganz auf die Geschichte einzulassen. Die wenigen Szenen, die ich als spannend empfunden hätte, waren dann wieder zu vorhersehbar. Alles in allem ein historischer Roman, den man zwar lesen kann, der aber nicht nachhaltig überzeugt.


    3ratten

    Schöne Fortsetzung


    Tom Ashdown bekommt einen Auftrag über ein überaus spannendes Buchprojekt. Er soll die Geschichte Londons mit dem Fokus auf Magie schildern. Für ihn bedeutet es viel Arbeit, aber auch Zeit, um wieder mit seiner Frau Charlotte gemeinsam daran zu arbeiten. Seit zwei Jahren sind sie eigentlich glücklich verheiratet, wäre da nur nicht der Wunsch nach Kindern. Charlotte wird einfach nicht schwanger, dieser Umstand steht wie eine unsichtbare Wand zwischen ihnen und wirft Fragen auf. Das neue Projekt könnte sie beide wieder näher bringen, aber schnell wird es gefährlicher als gedacht, den ein mysteriöser Leichenfund kreuzt ihrer Untersuchungen.


    2014 erschien der Roman „Der verbotene Fluss“. Charlotte war aus Deutschland nach England ausgewandert und wollte hier ihr Glück finden. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass es zu diesem Buch eine Fortsetzung geben würde, aber genau diese hat Susanne Goga nun geschrieben und liegt mit „Das Geheimnis der Themse“ vor. Allerdings kann man die beiden Bücher gut unabhängig voneinander lesen. Sie sind schon in sich abgeschlossen, obwohl ich es genossen habe, davon zu lesen, wie diese zwei ihr Leben nun gemeinsam meistern.


    Überschattet wird ihr Glück davon, dass sich kein Kind einstellen will. Ich fand dieses Thema wirklich gut eingebettet in die Handlung, die ja eigentlich von etwas ganz anderem erzählen sollte. Gerade die Thematik der Kinderlosigkeit im 19. Jahrhundert hat ja vor allem die Frauen betroffen. Mir hat gut gefallen, wie die Autorin dieses schwierige Thema umgesetzt hat.


    Tom soll nicht einfach nur ein Buch über London schreiben, sondern über die übersinnlichen Ereignisse und Menschen. Natürlich führt dies dazu, dass es eben auch mal unheimlich wird und die zwei auf etwas stoßen, was sie so nicht erwartet haben. Charlotte und Tom geraten nämlich mal wieder in Schwierigkeiten. Vor allem die Neugier von Charlotte trägt mit dazu bei, dass ihr Leben unerwartete Wendungen nimmt. Als Leser hatte ich es da natürlich etwas einfacher. Es war dann doch ziemlich schnell klar, auf was für Probleme die beiden kommen würden. Aber trotzdem hat mich die Fortsetzung genauso gut unterhalten wie schon der erste Teil. Das historische London mit der Themse war fesselnd zu lesen.


    Susanne Goga versteht es mit ihrem Erzählstil mich zu fesseln. Einmal begonnen, konnte ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen und habe es ziemlich schnell beendet.


    Fazit:


    „Das Geheimnis der Themse“ ist schöne Unterhaltung im historischen London des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Mit viel Liebe zum Detail hat diese Autorin ihre Geschichte erzählt. Spannung erzeugt mit ein wenig Mystik und einer Toten und gleichzeitig ein Thema einfließen lassen, welches in dieser Epoche gerade für Frauen nicht so einfach zu handhaben war. Die Kinderlosigkeit in eine Ehe geht doch immer zulasten der Frauen. Ich fand es klasse, wie die Autorin es verstanden hat, dieses Thema hier mit einfließen zu lassen, ohne dabei den eigentlichen Fokus der Auflösung des Kriminalfalls aus den Augen zu verlieren.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Hamburg in unruhigen Zeiten


    Gemeinsam mit ihrem Vater Benno reist Florence von New York nach Hamburg. Sie wollen Bennos Schwester Vicki zur Haiden besuchen. Doch schnell stellt sich heraus, die inzwischen alte Dame kommt allein in der großen Villa nicht mehr zurecht. Florence beschließt, bei ihr zu bleiben. Gemeinsam wollen sie zunächst die Villa renovieren. Aber woher in diesen Jahren die Handwerker nehmen? Dank eines Freundes finden sie den Architekten Aron. Er übernimmt den Auftrag und unter seinen fähigen Händen wird die Villa wieder zu einem Schmuckstück. Allerdings ist Aron Jude und so ergeben sich schnell Probleme, aber das ist nicht das einzige Problem. Denn auch wenn Florence eine selbstbewusste Frau und Ärztin ist, in Aron sieht sie schnell mehr als nur den Architekten. Ob ihre Liebe eine Chance hat in diesen Jahren kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, wird die Zukunft zeigen.


    In den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts beschließt Florence in Hamburg zu bleiben, wegen ihrer Tante und wegen der Hoffnung auf eine glückliche Zukunft. Dieser zweite Teil der Reihe „Große Elbstraße 7“ setzt genau zu diesem Zeitpunkt ein. Es sind etliche Jahre vergangen, seit Benno die Heimat verlassen hat. Er und Vicki haben ihr Leben eigentlich gelebt. Sie sind in die Jahre gekommen und überlassen nun den jüngeren Protagonisten das Feld. Auch wenn „Liebe in dunkler Zeit“ eine Fortsetzung ist, kann man sie problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Nicht nur, dass es kleine Rückblenden gibt, auch ist die Handlung nicht direkt mit dem Vorgänger verknüpft. Natürlich findet der Leser sich an bekannten Schauplätzen wieder und ist mit dabei, wie sich Charaktere aus dem ersten Band weiterentwickelt haben, aber der Hauptaugenmerk liegt schon bei Florence und ihrer Arbeit als Augenärztin.


    Der Aspekt der Medizin hat mir gut gefallen. Es war interessant zu lesen, was schon alles möglich war und wie sich die Arbeit für Florence gestaltet hat. Allerdings fand ich die gesamte Handlung eher so mittelmäßig. Es fehlten mir echte Höhen und Tiefen, die Spannung erzeugt hätten. Gerade der erste Teil dieser Geschichte war recht langatmig, ohne wirklich viel Handlung zu haben. Erst in dem zweiten Teil, der davon erzählt, wie die Menschen in den Kriegsjahren in Hamburg gelebt haben, wurde es etwas besser. Die Bombennächte und das Leben immer in Angst vor der Entdeckung der SS war dann spannend erzählt. Schade, dass ausgerechnet nur die Kriegsjahre für Spannung gesorgt haben.


    Wolf Serno hat alles mit einfließen lassen, was es an Schicksalen geben kann. Er erzählt von Verfolgungen und Rettung und Unterdrückung. Die Angst der Menschen ist deutlich spürbar. Eigentlich war alles da, was es für eine gute Geschichte gebraucht hätte, aber mich hat der Autor mit dieser Handlung nicht wirklich erreicht. Ich fand es nur mäßig unterhaltsam. Es gab Szenen, da habe ich mich gefragt, warum? Weil so eine Szene immer dazu gehört oder weil sie Spannung erzeugen sollte? Sie haben bei mir leider keine Spannung erzeugt und ich fand sie unnötig.


    Gelungen ist dem Autor sicher die Beschreibung dieser Zeit. Die Ängste, die die Menschen ausgestanden haben, der Kampf um das tägliche Überleben und die Angst vor Entdeckung. Auch das Thema der Verfolgung und der Versuch von Menschen, andere zu retten, war gelungen mit der fiktiven Handlung verwoben. All das hat mir auch gefallen, aber insgesamt gesehen konnte mich dieser Teil nicht überzeugen.


    Fazit:


    Schöner historischer Schmöker, der mich aber leider nicht überzeugen konnte. Mir war er zu gleichbleibenden, was die Höhen und Tiefen der einzelnen Schicksale betraf. Der historische Hintergrund hingegen klang authentisch und hat Hamburg in den 30er und 40er-Jahren auferstehen lassen.


    3ratten

    Eine bewegende Geschichte aus bewegenden Zeiten


    Der Zweite Weltkrieg ist gerade vorbei und das Leben im Jahre 1945 in München ein einziger Kampf ums Überleben. Die Familie von Toni muss zusammenrücken. Sie leben jetzt alle bei ihrer Tante Vev. Täglich heißt es nun, woher das Essen für alle nehmen? Keine Arbeit, kein Geld und der Mut zu Leben fehlt auch. Doch schnell entsteht ein rasanter Schwarzmarkthandel. In der Möhlstraße gibt es bald alles, was das Herz begehrt, wenn auch zu Preisen, die sich keiner leisten kann, wären da nicht die Schmuckreserven von Tante Vev. Aber dann wird ihnen die Holländerin Griet in die Wohnung gesetzt und erschwert ihnen noch mehr das Leben. Auch Griet hat harte Zeiten hinter sich und nur noch den Wunsch, nach vorn zu schauen. Alle gemeinsam könnten sie es schaffen, aber werden sie auch einen Weg finden?


    Der neue Roman von Teresa Simon erzählt eine bewegende Geschichte aus der Zeit nach 1945. Handlungsschauplatz ist das von Bomben zerstörte München. Die Geschichte erzählt von dem schweren Leben der Bevölkerung, von dem täglichen Kampf um Nahrungsmittel und vor allem von der Angst, was ihnen allen die Zukunft bringt. Jeder versucht für sich, dass beste aus der Lage zu machen, aber nicht immer will das auch auf Anhieb gelingen.


    Toni ist eine junge Frau, die ihr Leben noch vor sich hat. Als sie auf Louis trifft und er ihr Komplimente macht, ist es schnell um sie geschehen. Liebe ist so wichtig in dieser Zeit. Ihre Beziehung zu diesem Mann schildert die Autorin gekonnt. Toni weiß im Grunde, dass Louis nicht zu trauen ist, fehlt irgendetwas, er kann es besorgen. Toni lässt sich ziemlich schnell auf diese Beziehung ein, fast schon naiv wären da nicht die furchtbaren Zeiten, die hinter ihnen liegen. Der Hunger nach Leben und Liebe ist deutlich zu spüren.


    Auch für Griet heißt es nach schweren und harten Jahren nach vorn sehen. Griet hat mir von Anfang an gut gefallen. Sie nimmt ihr Schicksal auf gewisse Weise selbst in die Hand und versucht sich ein neues Leben aufzubauen. Sie steckt irgendwie immer noch fest zwischen der Lagerhaft und der jetzigen Freiheit. Es hat mir gut gefallen, wie sie so nach und nach zu einem gewissen Maß an Normalität zurückfinden.


    Nicht immer ist das Handeln gerade der Frauen auch nachvollziehbar, aber dann doch auch wieder verständlich. Der Krieg hat ihnen alles aber verlangt und der Hunger nach Leben und Beständigkeit war durchaus nachvollziehbar. Dies gilt aber auch für die männlichen Protagonisten.


    Teresa Simon hat es gut verstanden, eine Geschichte zu erzählen, die sowohl berührt und von traurigen Schicksalen erzählt als auch von Hoffnung und Frieden. Gleichzeitig hat sie historische Ereignisse und Taten geschickt mit ihrer fiktiven Geschichte verwoben. Das, was die Menschen während der Nazizeit aushalten mussten, wurde genauso geschildert wie die Ereignisse in München, die zur amerikanischen Besatzungszone wurde. Gerade diese Mischung hat mir gut gefallen.


    Fazit:


    „Glückskinder“ ist ein schöner Roman, der in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg spielt. Berührend, liebevoll, mit Dramatik und immer mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ich habe die Geschichte von Toni, Griet und ihren Freunden und Familien gern gelesen. Die Autorin Teresa Simon hat es wieder wunderbar verstanden, mich zu unterhalten.


    5ratten:tipp:

    Wundervoller Roman, mit vielen Emotionen


    Miriam lebt und arbeitet in Freiburg, sie liebt ihre Großmutter Klara über alles. Dann erleidet diese plötzlich einen Schlaganfall und alles im Leben von Miriam ändert sich. Die alte Dame muss mühsam wieder das Sprechen erlernen, doch plötzlich spricht sie französisch, Worte, die Miriam von ihr noch nie gehört hat. Auf ihre Fragen gibt es keine Antworten, nur eins weiß Miriam, Klara verließ Freiburg 1949, um in Konstanz zu leben, aber warum? Miriam begibt sich auf Spurensuche und stößt auf ein lang gehütetes Familiengeheimnis. Was hat Klara als junges Mädchen erlebt?


    Die Autorin Bettina Storks hat schon einige Bücher herausgebracht und als ich gefragt wurde, ob ich ihr neuestes Buch lesen möchte, war ich neugierig, was diese Autorin zu erzählen hätte. Gleich vorweggenommen, ich wurde nicht enttäuscht.


    Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin eine Geschichte von Liebe und Leid in den Nachkriegswirren in Freiburg/Konstanz. Die Zeit ab 1948 und aus dem Leben von Klara und ihrer Familie hat sie dabei lebendig werden lassen.


    Der zweite Handlungsstrang erzählt aus dem Jahr 2018 und davon, wie Miriam sich die Familiengeschichte erarbeitet. Die Suche nach der Wahrheit fordert ihr alles ab. Sie muss sich den eigenen Gefühlen stellen und auch hinterfragen, wie war mein Leben bisher und wie soll es weitergehen?


    Erwartungsvoll habe ich das Schicksal von Klara mitverfolgen. Diese Geschichte ist eine Geschichte voller Emotionen, die einen auf eine Achterbahn der Gefühle entführt. Ich hatte sehr schnell Bilder im Kopf, denn wie Bettina Storks ihre Geschichte erzählt, ist facettenreich, poetisch und wortgewandt. Mal ist man bei Klara, die Schritt für Schritt wieder ins Leben zurückfindet und gleichzeitig wird aus deren Leben erzählt, um dann im nächsten Kapitel Miriam dabei zuzusehen, wie sie die Puzzleteile aus dem Leben von Klara zusammensetzt und dabei auch für sich selbst ihr Leben hinterfragt.


    Gerade die Nachkriegsjahre waren nicht einfach. Bettina Storks schildert davon, wie das Leben für die Menschen weitergehen musste und vor allem davon, wie sie damit umgangen sind. Sie hat perfekt historische Details dieser Zeit in ihre fiktive Geschichte einfließen lassen.


    Die einzelnen Charaktere hat die Autorin dabei lebhaft geschildert. Sie haben ihre Ecken und Kanten und müssen sich ihrem Schicksal stellen. Dies gelingt mal gut und mal weniger gut. Mir haben nicht nur Klara und Miriam gefallen, auch wie die Familie dargestellt wurde, war glaubhaft in Szene gesetzt.


    Fazit:


    Bettina Storks ist es hervorragend gelungen, aus Vergangenheit und Gegenwart einen Roman zu erschaffen, der mich eine Zeit lang wunderbar unterhalten hat. Dies war zwar erst mein erstes Buch dieser Autorin, aber bestimmt nicht mein letztes. Ich mag Geschichten, die aus der Vergangenheit erzählen und dabei eine Brücke in die Gegenwart schlagen. In „Klaras Schweigen“ ist dies für mich perfekt umgesetzt.


    5ratten:tipp:

    Unterhaltsam, wie alle Bücher dieser Reihe


    Der Oktober des Jahres 1896 beginnt für Luise und ihre Familie mit dem schönen Geburtstag ihrer kleinen Tochter. Die Welt der Familie Hansen ist so weit wieder in Ordnung, der Sommer gut überstanden. Dann wird Luise und ihr Mann auf einen Empfang der Verlegerfamilie Jensen eingeladen. Hier gibt es nur ein Gesprächsthema: die Arbeiter am Hafen drohen mit Streik. Luise schildert ihre Sicht der Dinge, leider muss sie feststellen, dass sie einmal mehr als Frau nicht ernst genommen wird. Ihre Ansicht wird mehr oder weniger belächelt. Zu allem Überfluss trifft sie auch noch auf Ida Kleinschmidt, eine ehemalige Bekannte ihres Mannes. Luise ist nicht bereit, dieser Frau das Feld zu überlassen.


    In diesem 7. Band der Hansen-Saga befinden wir uns im letzten Quartal des Jahres 1896. Luise steht vor schweren Entscheidungen.


    Ellin Carsta erzählt die Geschichte einer Frau, die versucht, ihre Familie und Arbeit in Einklang zu bringen. Ihre Familie ist ihr dabei eine wichtige Hilfe und Stütze. Die Unwägbarkeiten des Lebens hat die Autorin wunderbar in Szene gesetzt. Gleichzeitig lässt sie die historischen Ereignisse dieser Zeit mit einfließen. Der Streik der Hafenarbeiter in diesen Jahren findet genauso Raum wie die Verhältnisse in Kamerun. Vor dieser historischen Kulisse ist es Ellin Carsta wieder gelungen, eine weitere Episode aus dem Familienleben der Familie Hansen zu erzählen.


    Ich habe auch diesen Teil sehr gern gelesen und konnte mit Luise mitfühlen. Einmal mehr muss sie Entscheidungen treffen und für ihre Stärke einstehen. Es wird ihr nicht immer leicht gemacht, auch weil im ausgehenden 19. Jahrhundert die Frauen allgemein nicht so viel zu sagen hatten. Somit ist es gerade für die selbstbewusste Luise nicht einfach, diese Zeit zu überstehen.


    Der Erzählstil ist nach wie vor locker und leicht zu lesen. Mal mit rasantem Tempo, was die Handlung betrifft, mal ruhiger, weil das tägliche Leben erzählt wird. Gut gefällt mir, wie die politische Lage des Landes mit eingebunden wird, ohne dabei zu sehr in den Vordergrund zu rutschen. Immer bleibt Luise und ihr Schicksal im Fokus. Einmal mehr muss sie hier beweisen, was in ihr steckt.


    Ich rate allerdings dazu, die Bücher der Reihe nach zu lesen, da sonst zu viele Handlungsstränge so wirken, als würden sie nicht richtig erzählt werden. Auch warum und wieso die Protagonisten handeln, erschließt sich größtenteils aus den vorangegangenen Erfahrungen. Sicherlich gibt es immer wieder kleine Rückblenden, die auch Neulesern den Einstieg in die Reihe erleichtern und vielleicht Lust auf die anderen Bücher machen.


    Fazit:


    „Der leuchtende Himmel“ schließt nicht nur direkt an den Vorgänger an, sondern bereitet auch auf das große Finale vor. Wieder konnte mich Ellin Carsta mit ihrer Hansen-Saga einige Stunden fesseln. Jetzt warte ich gespannt auf Band 8 und darauf, was wohl die Zukunft für Luise und ihre Lieben bereithalten mag.


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    Auf der Suche nach Liebe und Freundschaft und einer Heimat


    Ellen ist das Kind einer Mutter, die versucht, sich im Leben zurechtzufinden. Es gelingt ihr Mal mehr und mal weniger. Eine Zeit lang sieht es so aus, als könnte die Mutter sich auf einer Hallig heimisch fühlen. Für die Mutter ist es nur ein kurzer Augenblick, für Ellen war es wie nach Hause kommen. Schon bald muss sie aber mit ihrer Mutter die Hallig wieder verlassen, sie geht aber nicht ohne das Versprechen an sich selbst, ich komme wieder. Nach langen Jahren kehrt sie dann als erwachsene Frau und Lehrerin zurück und versucht dort anzuknüpfen, wo sie als Kind begonnen hat. Vor allem die Freundschaft zu Liske, will sie unbedingt erneuern. Liske war ihr damals wie eine Schwester und so soll es wieder sein. Aber Ellen hat nicht mit den Hindernissen auf der Hallig gerechnet, jetzt muss sie versuchen, die Hürden zu überwinden, um ihre Heimat für sie heimisch werden zu lassen.


    Hinter dem Pseudonym Klara Jahn verbirgt sich eine deutsche Autorin, von der ich schon einige Bücher gelesen habe. Es ist die Autorin Julia Kröhn, die hier einen neuen Namen bekommen hat.

    Mir ist es eigentlich egal, unter welchem Namen sie schreibt, ihre Bücher gefallen mir bisher immer gut. Auch „Die Farbe des Nordwinds“ macht da keine Ausnahme.


    In zwei unterschiedlichen Handlungssträngen erzählt die Autorin ihre Geschichte auf einer Hallig in der Nordsee. Zunächst mit Ellen in der Gegenwart. Sie ist eine Frau, die auf eben dieser Hallig ihre Wunschheimat gefunden hat. Sie muss nun dafür kämpfen, anerkannt zu werden und mit einem guten Gefühl auch bleiben zu können. Es stellt sich als gar nicht so leicht heraus. Die Menschen auf der Hallig sind eigenwillige Bewohner und lassen Fremde nicht unbedingt leicht in ihre Gemeinschaft. Da hilft es auch nicht viel, dass Ellen als Kind schon mal da war.


    Der zweite Handlungsstrang erzählt von dem Leben auf der Hallig um 1825. Schnell merkt man beim Lesen, dass sich die Beweggründe der Menschen nicht wesentlich verändert haben. Auch im 19. Jahrhundert war der Kampf um ein Leben auf der Hallig täglich spürbar. Liebe und Freundschaft war zu keiner Zeit selbstverständlich.


    Klara Jahn hat es gut verstanden, die Gegenwart mit der Vergangenheit zu kombinieren. Die Parallelen der Protagonisten, was ihr Leben und ihre Liebe betrifft, war deutlich spürbar. Der schöne Erzählstil, der die Nordsee lebendig werden lässt, hat mit dazu beigetragen, dass ich das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen konnte. Ich musste einfach immer weiter lesen und wissen, was aus Ellen und ihre Zukunft wurde und natürlich, was die Charaktere aus dem 19. Jahrhundert erlebten. Zudem schildert Klara Jahn ihre Geschichte so lebendig und echt, sie zeichnet Farben in ihre Seiten, dass es wie ein Sog war, der einen nicht mehr loslässt.


    Natürlich schildert sie auch ausführlich das Leben auf den Halligen. Es gibt Einblicke in den Vogelschutz und was es gerade für die Bewohner bedeutet, im Naturschutzgebiet Wattenmeer zu leben. Der Schutz von Land und Leute ist Thema in der Gegenwart genau wie in der Vergangenheit. Für mich war es aber gerade diese Kombination, die die Geschichte so authentisch gemacht hat.


    Fazit:


    „Die Farben des Nordwinds“ ist ein einfühlsamer, wunderschöner Roman über das Leben und die Liebe auf einer Hallig mitten in der Nordsee. Ich hatte sehr schöne Lesestunden und war fast ein wenig wehmütig, als die Geschichte von Ellen und ihrer Hallig ausgelesen war.


    5ratten:tipp:

    Die Hansen-Saga geht weiter


    Luise und ihrer Familie ist es gelungen, die Diebstähle aufzuklären. Richard wurde als der Schuldige gestellt. Jetzt könnte alles wieder in ruhigeren Bahnen laufen, doch so einfach lässt Richard sich nicht davonjagen. Elisabeth macht ihm ein Angebot, welches er einfach nicht ausschlagen kann. Gemeinsam wollen sie das Kontor Hansen schädigen. Aber Luise wäre nicht Luise, würde sie es sich einfach gefallen lassen, ihr Lebenswerk in Gefahr zu sehen. Sie entwickelt einen eigenen Plan für die Zukunft des Kontors.

    Auf der Plantage in Kamerun hat inzwischen Hamza das Sagen. Robert hat ihn zum Verwalter der Plantage ernannt, solange er in Hamburg ist. Hamza ist es gelungen, die Gefahr der Spinnmilbenplage in den Griff zu bekommen, aber nicht jeder ist damit einverstanden. Er stößt auf Gegenwehr.


    Inzwischen ist mit „Der nahende Sturm“ bereits der 6. Band der Hansen-Saga erschienen und mir gefällt die Reihe von Buch zu Buch immer besser. In diesem Teil kämpft nun Luise mit ihrer Familie einmal mehr um das Überleben ihres Kontors. Die eigene Familie ist es im Grunde, die ihr keine Ruhe gönnt.


    Es geht aber nicht nur um den Handel mit Kaffee und andere Spezereien dieser Zeit, auch erzählt die Autorin davon, was in den Köpfen der Frauen in dieser Familie vor sich geht. Die Zeiten, wo die Damen des Hauses ihre Zeit nur mit Handarbeiten verbrachten, scheinen vorbei zu sein. Dieser Gedanke, da gibt es auch noch andere Dinge, die wichtig sind, bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg. Mir gefällt gut, wie hier so nach und nach gerade die Frauen ihr Leben langsam selbst bestimmen wollen. Sie lassen Revue passieren, wie sie erzogen sind und worin ihr Lebensinhalt bisher bestanden hat. Allen voran macht hier natürlich Vera die größte Entwicklung durch. Sie scheint jetzt fast zu einem Vorbild für die anderen weiblichen Mitglieder der Hansen-Familie zu werden.


    Gerade dass auch davon erzählt wird, wie die Frauen ihre Tage verbringen, gefällt mir gut. Es ist ja nicht nur Luise, die einiges zu durchleben hat, auch ihre Schwester und die Cousine müssen sehen, wie sie ihre Tage bestreiten. Jede von ihnen hat ihre eigenen täglichen Kämpfe auszustehen. So fügen sich die einzelnen Handlungsstränge langsam zu einem Ganzen zusammen und erzählen eine große Familiengeschichte. Es ist sicher auch viel Liebe und Herzschmerz dabei, aber auch die Aussicht auf eine selbstbestimmte Zukunft für alle prägt diese Reihe.


    Der zweite Handlungsstrang widmet sich dem Leben in Kamerun und erzählt von Hamza. Der junge Mann gibt alles, um die Plantage erfolgreich vor dem Ruin zu retten. Man erlebt aber auch seinen eigenen Zwiespalt mit. Er ist kein Weißer aber auch nicht mehr der Ureinwohner dieses Landes. Irgendwie gehört er nicht mehr wirklich zu jemanden. Diesen Konflikt hat Ellin Carsta gut in ihrer Geschichte verwoben. Es bleibt auch hier spannend, wie es mit ihm in Kamerun weitergehen wird.


    Der leichte Erzählstil sorgt zudem dafür, dass man auch diesen Teil wieder leicht und locker lesen kann. Allerdings sollte man die Bücher nicht einzeln lesen. Die Geschichte baut aufeinander auf und einzeln würde man die Veränderungen der Charaktere nicht so nachvollziehen können.


    Fazit:


    „Der nahende Sturm“ erzählt in seinem 6. Band der Hansen-Saga von weiteren Intrigen, Machtgefügen und Liebe seine Geschichte. Die Protagonisten verändern sich, aber bleiben sich dabei trotzdem treu. Es bleibt ab zuwarten, wie die Geschichte weitergehen wird und ob alle ihre Ziele erreichen werden. Eine Reihe, die sich leicht weglesen lässt und dabei gut unterhält.


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    Ein ganz besonderes Schicksal


    Gregor wächst gemeinsam mit seinem Bruder in Zwickau auf, er soll einmal die Schneiderwerkstatt des Vaters übernehmen. Doch das Schicksal hat einen anderen Weg für ihn vorgesehen. Der plötzliche Tod des Vaters zwingt ihn, die Heimat zu verlassen und nach Prag zu gehen. Hier will er arbeiten und lernen, um so den Grundstein für seine eigene Zukunft zu legen. Sein geliebtes Mädchen muss er dabei in der Heimat zurücklassen. In Prag lernt er ein anderes Leben kennen und ein anderes Mädchen. Gregor ist hin-und hergerissen zwischen seiner Liebe zu Marta und fasziniert von der schönen Elisabeth. Erschwerend kommt für den jungen Mann hinzu, dass er mit der Ordnung der Welt, so wie die Obrigkeit sie ihnen aufzwingt, nicht einverstanden ist. Die politischen Unruhen in der Mitte des 19. Jahrhunderts sorgen auch bei Gregor für ein Umdenken. Er will ein freies, selbstbestimmtes Leben für sich und seine Familie.


    Dieses Buch „Seelentanz“ ist der zweite Roman aus der Reihe „Zwischenwelten“ des Autors Stefan Schwarz. Es ist eigentlich der zweite Teil zu „Die weiße Krähe“. Während im ersten Buch das Leben einer Auswanderin aus Böhmen, die in Amerika ihre neue Heimat findet, erzählt wird, erfährt der Leser nun, wie es überhaupt zu dieser Idee, Böhmen zu verlassen gekommen ist. Es handelt sich also eigentlich um die Vorgeschichte, aber das Schöne an diesen Büchern ist tatsächlich, dass man sie unabhängig voneinander lesen kann. Ich konnte mich ganz und gar auf das Leben von Gregor und seiner Familie einlassen.


    Der Autor hat es gut verstanden, das Schicksal dieses jungen Mannes zu erzählen. Er hat mich mitgenommen in die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Zwickau und Prag. Das Leben von Gregor war geprägt von seinem Wunsch, auf eigenen Beinen zu stehen und für seine Familie etwas zu schaffen. Dabei wird ihm aber schnell klar, es gibt Hindernisse, die überwunden werden wollen. Das Leben von Gregor ist nicht unbedingt als einfach zu bezeichnen, er hat einen langen und schwierigen Weg vor sich, als er die Heimat verlässt und sich nach Prag aufmacht.


    Stefan Schwarz erzählt diese Geschichte spannend bis ins letzte Detail. Dabei schildert er Ereignisse, die mal zum Schmunzeln sind, aber auch oft von Traurigkeit getragen werden. Er schreckt nicht davor zurück Einzelheiten zu erzählen und auch so manch pikantes Detail hat seinen Weg zwischen die Seiten gefunden. Mir hat diese Mischung gut gefallen. Es fiel mir leicht, mich auf die Lebensgeschichte von Gregor und seiner Familie einzulassen.


    Der Erzählstil von Stefan Schwarz ist angenehm zu lesen. Er schafft es auf seine ganz eigene Weiser, dass man das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen mag. Ich fühlte mich von dieser Geschichte in den Bann gezogen.


    Es wird aber nicht nur das Schicksal dieser Familie erzählt, der Autor hat es außerdem verstanden, die politischen Ereignisse in Böhmen zu schildern. Die Aufstände der einfachen Leute in Prag, der Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit und vielleicht die Unabhängigkeit von dem österreichischen Königshaus zu erreichen, sind ein wichtiger Teil dieser Geschichte. Ich habe hier so einiges gelesen, was mir so nicht bekannt war. In seinem Nachwort erzählt Stefan Schwarz noch kurz davon, wie es zum Entstehen dieser Geschichte von Gregor gekommen ist.


    Fazit:


    „Seelentanz“ ist ein historischer Roman, der mich von der ersten Seite an abgeholt hat. Ich habe eine Geschichte gelesen, die voller Hoffnung und Leid gewesen ist. Eine Geschichte, die spannend und unterhaltsam war und mich dabei wunderbar unterhalten hat. Ich liebe solche Bücher, die mich nicht mehr loslassen und in eine fremde Welt entführen. Vielen Dank, dass ich dieses Buch lesen durfte.


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    Krieg und Verderben über Kiel


    Der Dreißigjährige Krieg tobt durchs Land, auch das hoch im Norden liegende Kiel bleibt davon nicht verschont. Allerdings verfolgt der Protestant Petrus Witte ganz andere Ziele, er hat sich zum Hexenkommissar ernannt und will alle Hexen brennen sehen. So reist er im Jahre 1644 nach Kiel auf der Suche nach neuen Opfern. Die Magd Maiken Harder gerät in seine Fänge. Sie weigert sich, den Bauern Nissen Voss zu heiraten und beschimpft ihn. Dieser will sich das Verhalten von Maiken nicht gefallen lassen und zeigt die junge Frau an.


    Der Autor Manfred Lafrentz lebt und arbeitet in Kiel und war mir bis jetzt unbekannt, obwohl er schon einige Bücher und Geschichten veröffentlicht hat. Mit „In den Falten des Himmels“ erzählt er eine Geschichte aus dem Dreißigjährigen Krieg und zugleich Stadtgeschichte rund um Kiel.

    Die Epoche war geprägt von Tod und Verderben. Auch Kiel blieb davon nicht verschont. Soldaten bestimmen das Stadtbild dieser Zeit. Die Menschen sind verängstigt und leiden Hunger. Dann kommt die Angst vor Hexen dazu und die Geschichte nimmt seinen Lauf.


    Mir hat gut gefallen, wie Manfred Lafrentz diese Geschichte erzählt, auch wenn der Erzählstil vielleicht ein wenig spröde ist. Das Leben der Soldaten wird durch die Augen von Hannes Becker erzählt. Seine Welt ist so ganz anders als die von Maiken Harder, aber dennoch finden sie zueinander. Das Schicksal meint es aber eben nicht gut mit ihnen und Maiken gerät an den Hexenkommissar. Wobei die Schilderungen, wie es dazu kam und welche Folgen es für die junge Frau hatte, glaubwürdig waren.


    Die Charaktere hat der Autor anschaulich geschildert, ihre Beweggründe glaubhaft in Szene gesetzt. Obwohl er von einem furchtbaren Krieg erzählt, von Folter und Tod durch Verbrennen, lässt er grausige Details aus. Allerdings kann man sich das Geschehen durchaus vorstellen und hofft und bangt um das Leben von Maiken Harder. Gelungen fand ich seine Einblicke grade in die Psyche des einfachen Soldaten. Die Gedanken und Träume von Hannes Becker, seine aufkeimende Hoffnung und Sehnsucht hat der Autor gut in Szene gesetzt. Auch wenn die eigentliche Handlung etwas trocken daher kommt, ist die gute Recherchearbeit, die im Vorfeld geleistet wurde, deutlich spürbar.


    Fazit:


    „In den Falten des Himmels“ ist ein historischer Roman über eine Zeit voller Leid und Entbehrungen. Manfred Lafrentz erzählt anschaulich, wie die Magd Maiken Harder als Hexe vor Gericht kam und wie so ein Verfahren im hohen Norden gehalten wurde. Ich habe diese Geschichte gern gelesen, auch wenn der Erzählstil etwas gewöhnungsbedürftig war. Es war interessant und unterhaltsam zu lesen, auch wenn die Protagonisten an einigen Stellen recht emotionslos erscheinen mögen, wird doch ein deutliches Bild dieser Epoche wiedergegeben.


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    Große Familiensaga mit vielen Geheimnissen


    Die Reedersfamilie Karsten aus Hamburg ist erfolgreich und geachtet. Ihre Tochter Lily wächst behütet in der Villa an der Bellevue auf. Die junge Frau hat große Träume, weiß aber wenig von dem, was im Leben wirklich vor sich geht. Sie ist verlobt und eigentlich liebt sie ihren Henry. Aber irgendetwas treibt sie immer um. Etwas um sich nicht an die auferlegten Regeln zu halten. Im Sommer 1886 soll sie einer Schiffstaufe beiwohnen und die Rede halten, als ein Unglück geschieht. Lily fühlt sich schuldig, denn ein Hafenarbeiter wurde durch ihre Schuld schwer verletzt. Jo Bolten ist ein Freund des Arbeiters und will um Hilfe bitten, doch er wird abgewiesen. Jo lebt in dem Gängeviertel Hamburgs. Lily will unbedingt helfen, ihr schlechtes Gewissen treibt sie an. So macht sie sich mit Jo auf den Weg in die Elendsviertel der Stadt. Es bleibt nicht bei dieser einen Begegnung, aber haben Jo und Lily überhaupt eine Chance? Unterschiedlicher könnten sie kaum aufgewachsen sein, ihrer beider Leben geht in so unterschiedliche Richtungen.


    Miriam Georg nimmt ihre Leser mit in das ausgehende 19. Jahrhunderts in Hamburg. Das Leben der reichen Familie Karsten schildert sie bunt schillernd. Lily ist jung und unschuldig, weiß vom Leben und seinen Problemen nichts. Sie hat Träume und Hoffnungen. Bisher hat sie in einer Welt ohne Armut und Elend gelebt. An der Seite von Jo lernt sie nun ein anderes Hamburg kennen, bald erkennt sie aber auch, dass auch in ihrer Familie nicht alles so ist, wie es nach außen scheint.


    Die Geschichte von Lily und Jo hat mich schnell in seinen Bann gezogen und die 600 Seiten waren dementsprechend schnell gelesen, allerdings habe ich so meine Probleme damit, wie naiv die junge Frau zu Werke ging. So manche Szene konnte ich ihr einfach nicht abnehmen. Auch das Verhalten einiger anderer Protagonisten fand ich nicht unbedingt nachvollziehbar. Vor allem Franz, ihr Bruder, hatte so seine seltsamen Anwandlungen. Mir fehlen hier die Ecken und Kanten. Irgendwie kommt mir gerade der Bruder zu blass daher, obwohl er Potenzial zu haben scheint. Auch Sylta, ihre Mutter, kam mir doch sehr naiv vor. Erst bemerkt man sie kaum und dann handelt sie auf eine Weise, die ich so nicht wirklich glauben mag. Die Geheimnisse der Familie und der Versuch, diese zu schützen, waren hingegen wieder interessant.


    An der Seite von Jo erlebt Lily ein Hamburg, welches sie so nicht kannte. Ich hatte das Gefühl, dort im Gängeviertel gab es nur Schmutz und Dreck, Diebe und Mörder. Mir war das irgendwie zu einseitig. Auf der anderen Seite schritt die Handlung auch rasend schnell voran. Kaum war ein Problem gelöst, kam das nächste daher.


    Der Erzählstil ist zudem leicht und flüssig zu lesen. Die Autorin erzählt in mehreren Handlungssträngen ihre Geschichte. Man erfährt also von so einigen Charakteren, was sie umtreibt und wieso. Dadurch ist die eigentliche Handlung gelungen vielfältig. Interessant fand ich die gesellschaftlichen Strukturen dieser Zeit. Die Frauen beginnen gerade erst selbstbewusst und selbstbestimmt aufzutreten. Sie haben noch einen langen Weg bis zur Emanzipation vor sich, aber die Anfänge in diesen Jahren werden gut dargestellt. Lily und alle Frauen in ihrem Haushalt haben sich dem zu fügen, was die Männer bestimmen. Eine Tatsache, die gerade die temperamentvolle Lily nur schwer ertragen kann. Aber schnell wird auch klar, nicht nur die Frauen haben sich an strenge Regeln zu halten, auch von den Männern gerade in der oberen Gesellschaftsschicht wird einiges verlangt.



    Fazit:


    „Elbleuchten“ ist der erste Teil einer neuen Reihe über eine hanseatische Familie. Hier wurde alles bedacht vom naiven jungen Töchterchen über großer Bruder, der alles an sich reißt, um sein eigenes Geheimnis um jeden Preis zu wahren und Eltern, die mit ihrer Situation überfordert sind. Es gibt große Geheimnisse, viel Gefühl, die große Liebe und noch größere Sorgen und Verstrickungen der Umstände. Und auch wenn ich nicht zu 100 % überzeugt bin von dem Buch habe ich mich trotzdem gut Unterhalten gefühlt und bin gespannt, was die Autorin Miriam Georg uns in dem zweiten Teil, der bald erscheinen wird, erzählt.


    4ratten

    Von Piper krieg ich eigentlich alles, was ich anfordere.


    Das mit der Quote ist saudämlich. Wenn ich ein Buch abbreche und ich schreibe trotzdem 3 Sätze dazu, wird es gezählt, wenn ich offen zugebe, dass ich es abgebrochen habe und nicht bewerten möchte, wirkt es sich negativ auf die Quote aus.

    Seit mir das bewusst ist, schreibe ich eben auch zu abgebrochenen Büchern ein kurzes Statement.

    Vielen Dank für deinen Tipp hier, jetzt habe ich nämlich zu beiden von mir abgebrochenen Büchern etwas geschrieben und schon stimmt die Quote wieder. Ich war auch so naiv zu glauben, wenn man begründet warum es keine Rezension geben wird, sollte es nicht gezählt werden, aber wenn sie lieber einige wenige Sätze und nur einen Stern wollen, dann geben wir ihnen das doch einfach, oder?

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    Ulm im Nebel


    Nachdem der Siechenmeister Lazarus und die Begine Anna Ehinger einen Mörder entlarvt hatten und sich dabei näher gekommen sind, als es ihr Stand erlaubt, wurde Lazarus nach Rom befohlen. Vier Monate sind seit dem vergangen. Anna arbeitet wieder im Spital, aber ihre Gedanken kreisen immer noch um den jungen Mönch. Dann ist er plötzlich wieder da, aber Lazarus ist wie verwandelt, kalt und abweisend der jungen Frau gegenüber. Zur selben Zeit sucht eine fremde Frau den Schutz der Beginen auf, sie ist krank und schnell wird klar, sie muss ins Spital, doch es ist bereits zu spät, die fremde verstirbt. Dann geschehen seltsame Dinge gleichzeitig. Zum einen verschwindet der Leichnam und dafür tauchen Kinderleichen auf, einiges Unheimliches scheint seinen Anfang zu nehmen. Anna kann es nicht lassen und versucht den Geschehnissen auf den Grund zu gehen.


    Der neue Roman von Silvia Stolzenburg ist der zweite Teil ihre Reihe über die Begine Anna Ehinger und dem Siechenmeister Lazarus. Die Handlung spielt in Ulm im Jahre 1412. Bei dieser Reihe handelt es sich um eine historische Krimireihe. Die einzelnen Teile empfinde ich als durchaus einzeln lesbar, da das eigentliche Verbrechen aufgeklärt wird. Natürlich entwickeln sich die Protagonisten im Laufe der Handlung weiter und ihr Verhalten zueinander verändert sich. Gerade das Verhältnis zwischen der Begine und Lazarus bietet einiges an liebenswerten Szenen. Wie sich ihre Beziehung entwickelt und verändert, geschieht von Roman zu Roman.


    Der Erzählstil von Silvia Stolzenburg ist leicht und flüssig zu lesen, in diesem Fall aber auch etwas düster. Ihre Beschreibungen der Geschehnisse rund um Ulm sind leicht nebulös, was vielleicht auch daran liegt, das das Geschehen sich im Herbst/Winter abspielt und Ulm im Nebel versunken zu sein scheint. Hinzu kommen die doch grausigen Funde der Kinderleichen. Diese Funde erzählt die Autorin schon ziemlich genau.


    Silvia Stolzenburg versteht es geschickt die Tat und das Motiv zu verschleiern und dabei gleichzeitig aus dem Leben dieser Epoche zu erzählen. Da Anna in einem Spital arbeitet, gibt sie Einblicke in die Medizin dieser Zeit. Manche Szenen sind schon ziemlich heftig, wie als sie zum Beispiel beschreibt, wie ein Bein amputiert wird oder wie der Wundarzt die Patienten behandelt. Hier zeigt sich, wie brutal Medizin sein kann. Auch für Anna ist es nicht immer leicht, dem Wundarzt zur Hand zu gehen. Den eigentlichen Kriminalfall hat die Autorin zudem wunderbar mit eingeflochten. Wie die Kinder zu Tode kamen und was es mit der verschwundenen Leiche auf sich hatte, klärt sich so nach und nach.


    Fazit:


    „Die Begine und der Siechenmeister“ ist ein spannender zweiter Teil einer historischen Krimireihe. Es ist alles vorhanden, was einen spannenden Krimi ausmacht. Ein sympathisches Ermittlerteam, gruselige Effekte und ein spannendes Ende. Mir hat die Mischung aus Krimi und historischer Roman gut gefallen. Ich bin gespannt, wie es gerade mit der Begine und Lazarus weitergehen wird und warte nun auf Band 3 dieser schönen Reihe.


    4ratten