Beiträge von nirak

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!


    Dietrich bezeichnet diese Ketzer als Täufer, aber warum eigentlich? Um die Gruppierung, die aus Zwinglis Lehre hervorgegangen ist, handelt es sich schließlich nicht, sondern um die "böhmischen Brüder" (Unitas fratrum), die ich auch erst nachschlagen musste. Woher kommt also hier die Bezeichnung Täufer? Ist das eine falsche Übersetzung oder hat es hier der Autor mit historischen und religiösen Details nicht ganz so genau genommen? Schade, dass die historischen Anmerkungen so kurz sind und da nicht drauf eingegangen wird...


    Ich kenn mich mit dieser Geschichte der Täufer auch nicht wirklich aus, aber vielleicht ist es auch ein Fehler in der Übersetzung. Ich habe eben mal ein bisschen im Netz dazu nachgelesen und so wie ich das sehe, sind die eigentlich Täufer und die böhmischen Brüder so ziemlich zur gleichen Zeit entstanden und haben versucht ihre Lehren zu verbreiten.


    Zitat

    Man merkt schon, ich bin immer noch nicht richtig mit dem Roman warm geworden, zu viele Fragen sind bisher offen, zu viele kleine (scheinbare?) Widersprüche sammeln sich so nach und nach an. Ich hoffe doch, dass sich das auf den nächsten ca. 350 Seiten noch ändert. Auch darf gerne etwas mehr passieren, bisher plätschert die Erzählung trotz der Kriegsszenen nur so vor sich hin. Aber zumindest der Kampf verheißt etwas mehr Spannung, auch wenn eigentlich schon jetzt klar ist, dass Lud nicht sterben wird...


    Ja schade das dir das Buch nicht so gefällt. Ich finde es ganz gut.

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    In diesem Krimi erzählt Oliver Becker das Leben eines kleinen Dorfes in der Nähe von Hannover. Ein Mord ist hier geschehen. Eigentlich sollten die Menschen erschüttert sein, aber bei der Toten handelt es sich um eine fremde Frau aus Kanada, die zum dem auch noch indianischer Herkunft ist und als Hure gearbeitet hat. Also kümmern sich die Menschen auch nicht weiter um ihren Tod. Einzig Christian Falk ist zu tiefst betroffen. Er war der Freund der Toten und will nun wissen, wer sie tötete und vor allem warum. Eine interessante Suche beginnt.


    Bei dieser Suche lernt der Leser so langsam das ganze Dorf kennen und auch ihre düsteren Geheimnisse, denn nicht nur die Tote hatte ein Geheimnis, auch einige aus dem Dorf haben etwas zu verbergen. So nach und nach erschließen sich dem Leser die Zusammenhänge. Er muss sich das Ergebnis genauso erarbeiten wie Christian Falk, dieser sucht verzweifelt nach dem Täter und dem Motiv. Dabei verliert er dann auch ab und an mal die Kontrolle über sich und bringt sich damit selbst in Gefahr. Vera, eine Freundin aus Kindertagen, ist die Einzige die ihm zur Seite steht. Während Christian beruflich nicht unbedingt von Erfolg gekrönt ist, sieht das bei Vera ganz anders aus. Sie arbeitet in einem Verlag und ist damit sehr erfolgreich. Was in dieser Zeit, in der der Roman spielt, nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist. Nur am Rande wird erwähnt, dass dieser Mord an der jungen Frau in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts geschehen ist und diese Geschichte auch in dieser Zeit spielt. An der Handlungsweise der Polizei und vielleicht auch ein bisschen an den Reaktionen der Protagonisten kann man dies auch bemerken, ansonsten eher nicht. Für die Geschichte macht es aber nichts, sie ist trotzdem interessant.


    Dieser Krimi besticht durch seine Ruhe, keine dramatischen Verfolgungsjagden und keine Schießereien, dafür aber einige Geheimnisse aus der Vergangenheit, an der so einige Bürger dieses Dorfes zu knappern haben. Gerade diese ruhige Art des Erzählens macht „Das Raunen der Toten“ so interessant. Es ist jetzt nicht dramatisch spannend, dafür kann der Leser aber schon mal einen Blick in die Gedanken einiger Protagonisten werfen und vielleicht am Ende auch nachvollziehen, warum dieser Mord überhaupt geschehen ist.


    Die Kapitel sind kurz gehalten, was ein bisschen das Gefühl vermittelt, schnell und zügig lesen zu können, oder mir kam es nur so vor. Zu dem erlebt der Leser die Vorkommnisse nicht nur aus der Sicht von Christian Falk, sondern auch aus Sicht aller anderen Beteiligten aus dem Dorf. So entgeht ihm nichts und es ist nachvollziehbar, was zu dieser Tat führte und vor allem warum.Gut dargestellt sind die Charaktere aus dem Dorf. Becker zeigt ihr Leben auf und auch ein bisschen ihre Träume, die sich nicht immer erfühlt haben.
    „Das Raunen der Toten“ ist sicher kein klassischer Krimi, aber ein Lesevergnügen für alle, die sich auch mal überraschen lassen wollen und bereit sind von den üblichen Krimipfaden abzuweichen. Mir hat es jeden Falls gefallen, Christian bei der Rückkehr in sein Dorf zu begleiten.


    4ratten

    Diamantina, ein Leben auf Madeira


    Im 18. Jahrhundert auf einer kleinen Insel vor Madeira wächst Diamantina auf. Sie ist die Tochter eines niederländischen Seemanns und einer geheimnisvollen Frau, die schon lange auf der Insel lebt. Für die Menschen dieser Insel ist das Leben nicht leicht. Gerade für Diamantina und ihre Mutter sind Hunger und Armut ein ständiger Begleiter. Arie, der Seemann hat seine Familie verlassen, als die Tochter noch nicht ganz erwachsen ist. Sie träumt ständig davon dem Vater nach Brasilien zu folgen, aber das Schicksal meint es anders mit ihr und so führt sie ihr Weg zunächst nach Madeira, wo sie Arbeit und ein neues Leben findet.


    Hier wird die Lebensgeschichte einer jungen Frau erzählt, das heißt eigentlich erzählt Diamantina ihre Geschichte selbst. Die Ich-Perspektive sorgt dann auch dafür, dass der Leser direkt bei ihr ist und ihre Höhen und Tiefen miterlebt. Es fällt leicht mit dem Mädchen zu gehen und ihr dabei zuzuschauen, wie sie ihr Leben gestaltet. Sie wächst auf als Mischlinkskind zwischen einem niederländischen Seemann und einer algerischen Frau, die zudem auch noch als Heilerin arbeitet. Auf dieser kleinen Insel bringt das schnell Probleme mit sich. Die Menschen leben im katholischen Glauben, und dass die Mutter eben nicht katholisch ist und der Vater früh wieder fort ist, sorgt für Spannungen. Nicht jeder ist diesen beiden Protagonisten zugetan. Diese Spannungen zwischen den Menschen sind wunderbar eingefangen und wiedergegeben. Gerade der Dorfpfarrer sorgt dafür, dass die Frauen nicht unbedingt in die Dorfgemeinschaft aufgenommen werden.


    So wurden Diamantina viele Steine in den Weg gelegt, denn im 18. Jahrhundert war es einer Frau nicht gestattet, ihr Leben selbst zu bestimmen. Sie musste bald erkennen, dass sie sich fügen muss, wenn sie ihre Ziele erreichen will. Ganze 20 Jahre darf der Leser sie nun begleiten und erleben wie aus einem kleinen Mädchen, welches zunächst behütet aufgewachsen ist, eine starke Frau wird, die ihr Leben eben doch selbst in die Hand nimmt. Zunächst lebt sie auf der kleinen Insel und später führt ihr Weg nach Madeira. Ihr Leben nimmt Wendungen, die sie selbst nicht für möglich gehalten hätte. Dabei lernt sie Menschen kennen, die ihr ans Herz wachsen und die sie nicht enttäuschen will. Es gibt aber auch Charaktere, die sie vielleicht lieber nicht getroffen hätte. Denn auch die weniger netten Protagonisten sind gut beschrieben und sorgen für ein wenig Dramatik in der Geschichte.


    Der historische Hintergrund ist wunderbar in die Geschichte eingearbeitet, so dass der Leser das Leben dieser Zeit und auf den Inseln gut nachverfolgen und verstehen kann. Gerade was die Frauenrolle betrifft, ist es der Autorin gelungen, authentisch zu schreiben. Es macht einfach Spaß die Geschichte von Diamantina zu lesen. Zudem gibt es interessante Einblicke in das Leben dieser Zeit und einige historische Ereignisse sind auch glaubhaft mit eingearbeitet.


    „Die Tochter des Seefahrers“ ist eine einfühlsame Geschichte einer jungen Frau, mit ihren Höhen und Tiefen. Es zeigt von dem Leben der Zeit und hält eine schöne Liebesgeschichte parat.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Ruth mag ich auch sehr und bewundere sie für ihr großes Herz. Sie hat gerade erst ihren Sohn verloren, und doch ist Ruth die einzige, die sich um Kristina und Witter kümmert und ihnen hilft.


    Tja, und jetzt heißt es wohl abwarten. Ist denn eigentlich schon bekannt, wann Band 2 erscheinen soll?


    Stimmt, Ruth hat sich ihrer angenommen und überhaupt haben die Menschen ganz anderes darauf reagiert, dass ihre Jungen im Krieg geblieben sind. Sie haben nicht Lud dafür die Schuld gegeben, sondern den Menschen, die sie in diesen Krieg gezwungen haben. Sie hat ja auch das Blutgeld der Kirche, der Kirche hingeschmissen. Umso schlimmer finde ich es, dass diese Menschen nun auch noch gegen die Pocken kämpfen müssen.

    Und schon ist dieses Buch beendet. Mir hat es von Anfang an gut gefallen. Ich mag es wenn eine Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Ich finde auch, dass die Charaktere schöne langsam vorgestellt werden und sich dann gut steigern. Egal ob im positiven Sinne und negativ. Auch die Idee so nach und nach die Geschichten der einzelnen Protagonisten zu erzählen hat mir gefallen. Ich meine wie sie so erzählen wo sie herkommen und was sie sich für ihre Zukunft erträumt hatten. Auch Witter, der ja eigentlich nicht so ganz zu den Freunden gehörte, darf seine Geschichte erzählen, wenn auch etwas anders.


    Auf diesen letzten Seiten gab es dann allerdings noch einige Tote zu beklagen. Berthold musste sterben, aber sein Tod war ja eigentlich von Anfang an beschlossene Sache und nicht wirklich überraschend. Ich war eigentlich nur davon überrascht, dass er solange dabei sein durfte. Ich mochte ihn jetzt nicht wirklich. Dietrich, den mochte ich und um ihn und seine Frau tut es mir schon sehr Leid. Er hat so viel durchgestanden und muss dann doch an den Pocken sterben. Seine Frau ebenso, sehr schade. Aber nun kommt dann wohl sein Sohn Florian ins Spiel. (Ich habe ihn nun doch mal gegoogelt) Ich glaube der zweite Band mit den Bauernaufständen könnte wirklich spannend werden und ich bin neugierig welche Rolle Lud und Kristina dabei zugedacht wird. Auch ist ja nun nicht wirklich geklärt mit wem Kristina gehen wird. Sie mag ja wohl Lud genauso wie auch Witter. Auch wenn sie weiß, dass er ein Jude ist. Ich denke, sie würde es nicht weiter stören, oder? Ich jedenfalls bin neugierig auf Band 2

    Jetzt ist es soweit, Kristina und ihre Freunde müssen fliehen. In Witter finden sie einen Verbündeten der ihnen den Weg aus der Stadt zeigt und ihnen hilft. So Schweigsam und düster am Anfang Witter auch war, nun zeigt sich sein wahres Gesicht. Nicht zuletzt wohl wegen Kristina wagt er es den Freunden zu helfen. Erst rettet er sie auf dem Marktplatz und dann riskiert er nun doch sein Leben bei der Flucht. Leider kann er Werner Heck nicht mehr helfen. Diese grausame Folter die hier an ihm stattfindet mag ich mir gar nicht vorstellen. Es ist wohl verständlich, dass er die Chance genutzt hat sich von der Brücke zu stürzen. Diese ganze Flucht wird ja schön beschrieben und lässt kaum Zeit zum Luftholen, oder? Konrad kommt es ja sehr gelegen nun kann er seine eigene Druckerei ja starten. Räume und alles Zubehör hat er ja nun. Fruchtbar, wie früher so über Leichen gegangen wurde. Wenn es einem hohen Herrn in den Kram passte wurde ein anderer eben Hingerichtet oder gefoltert und dann enteignet :grmpf:


    Lud und seine Truppen erreichen Giebelstadt, aber was ist hier los? Alles ist still und niemand auf den Feldern. Ein Verdacht macht sich natürlich sofort breit und dann kommt Waldo zurück und macht das Zeichen für die Pocken. Schlimm wäre es, wenn die Jungen nun nach diesem Krieg auch noch ihre Lieben Daheim verlieren würden.

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    Auf Abenteuerreise in Ägypten


    Im Ausgehenden 19. Jahrhundert lebt das Ehepaar Larissa und Ernest Wood in London. Ernst arbeitet in dem Fotografiegeschäft seines Vaters und Larissa unterstützt ihn dabei. Sie sind noch nicht lange verheiratet als Ernest den unglaublichen Auftrag bekommt für den Reiseveranstalter Thomas Cook Fotos in Ägypten zu machen. Er soll die Sehenswürdigkeiten in Bilder festhalten. Das Ehepaar träumt schon lange von einer Reise in dieses fremde Land. So ist die Freude bei beiden groß. Kaum in Kairo angekommen lernen sie den Archäologen Max Wellink kennen. Er zeigt ihnen einige interessante Sehenswürdigkeiten der Stadt, doch vor allem ist Max an Larissa interessiert. Aber dann wendet sich ihr Schicksal, Ernest erfährt, dass das Grab von Alexander dem Großen in einer kleinen Oase Namens Siwa liegt. Nichts hält ihn mehr und so macht er sich allein auf den Weg. Larissa bleibt allein in Kairo zurück und von Ernest fehlt bald jegliches Lebenszeichen. Was ist nur los mit ihm? Was soll Larissa jetzt unternehmen? Ihm folgen oder weiter warten?


    Gemeinsam mit den Ehepaar Wood geht der Leser hier auf die Reise nach Ägypten. Anschaulich wird das Land beschrieben und vor allem seine Sehenswürdigkeiten. Deutlich sind die Pyramiden zu sehen, auch der Besuch eines Pharaonengrabes wird anschaulich beschrieben. Aber vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter ist die Technik von damals. Es wird hier von den Anfängen der Fotografie erzählt. Ernest ist ja Fotograf mit Leib und Seele und so erfährt man eben auch genau, wie dies funktioniert. Da auch Larissa fotografieren kann, steckt sie den Leser schnell mit ihrer Begeisterung an. Scheinbar nebenbei erfährt man dann, wie so eine Reisegesellschaft damals funktionierte. Das Reiseunternehmen Thomas Cook wird hier ebenso geschildert, es gibt interessante Einblicke.


    Die Protagonisten selbst sind dabei schön ausgearbeitet und zeigen einige Facetten ihres Lebens. Während Ernest am Anfang noch als der liebevolle Ehemann beschrieben wird, verändert er sich mit zunehmender Handlung. Er wird zum Glücksritter und jagt seinem Schatz hinterher. Bei Larissa geht es eher in die andere Richtung. Am Anfang ist sie die Ehefrau, die sich nach ihrem Mann richtet. Doch als sie so ganz allein in Kairo ist, entdeckt sie, dass sie auch für sich selbst sorgen kann und eine mutige Frau ist. Sie nimmt ihr Schicksal an und versucht das Beste daraus zu machen. Für eine nunmehr alleinstehende Frau in Kairo zu dieser Zeit nicht unbedingt einfach. Der Dritte im Bund, Max ist da schon ein bisschen undurchsichtiger. Er hilft Larissa wo er kann und beim Lesen stellt sich automatisch die Frage was will er eigentlich? Warum ist er so nett zu Larissa, die doch eine völlig fremde Frau für ihn ist. Diese Frage klärt sich natürlich im Laufe der Seiten.


    Die Reise in dieses Land wird lebhaft beschrieben, das Leben der Menschen und ihre Bräuche sind gut erklärt. Auch was die Europäer im 19. Jahrhundert nach Ägypten trieb, wird erzählt. Und dann ist da eben diese Dreiecksbeziehung Larissa, Ernest und Max, mit der ich so ein bisschen meine Probleme hatte. Diese Liebesgeschichte hat mich jetzt nicht so gefesselt wie erwartet. Jeder Protagonist für sich hat mir gut gefallen, aber der Funke zu dem Liebespaar der Geschichte ist dabei nicht wirklich übergesprungen. Dafür haben mich aber die Handlung und das Land fasziniert. Auch hat das Autorenduo ausreichend Raum für die eigene Fantasie gelassen, so das es einfach Spaß macht diese Geschichte und die Abenteuer von Larissa zu lesen.


    Ein schöner Zusatz bei der E-Book-Ausgabe ist, dass es vor jedem Kapitel einen Link gibt, folgt man dem kann man noch einiges über Ägypten nachlesen. Auch werden vor jedem Kapitel nette Details über Ägypten erzählt. Am Schluss gibt es dann ein Nachwort, welches kurz Fiktion und Wahrheit trennt und ein Glossar der fremden Begriffe ist ebenfalls vorhanden.
    „Die schwarze Taube von Siwa“ ist eine schöne Geschichte, die in einem fremden etwas mystischen Land spielt. Es macht Spaß in dieses Leben einzutauchen und gemeinsam mit Larissa, Ernest und Max Ägypten zu erleben.


    4ratten

    Mit Berthold weiß ich einfach nicht weiter, auf der einen Seite kümmert er sich um Kristina und dann wieder so. Er vollzieht endlich die Ehe und Kristina ist ganz hin und weg und dann kommt dieser Spruch nun habe ich wenigstens meine Pflicht als Ehemann getan. Ich habe nur noch mit dem Kopf geschüttelt. Jetzt sollen die Flugblätter verteilt werden und wieder will er über die Gruppe bestimmen, aber eine Abstimmung zeigt wie sie vorgehen werden. Ich finde es schon gut, dass sie sich nicht alles von Berthold vorschreiben lassen. Der Domplatz ist ja wirklich gefährlich für die Gruppe. Bin gespannt was geschehen wird.


    Dann erfahren wir ein bisschen mehr von Witter. Er ist Jude und auch nicht ganz freiwillig bei den Täufern. Er wirkt auf mich immer noch etwas düster und schwermütig, naja bei der Hintergrundgeschichte auch kein Wunder, oder?


    Kaspar hat sein Bein nun doch verloren, der Arme. Ich glaube was das wirklich für ihn bedeutet kann er noch gar nicht begreifen, wie auch. Mit Tanzen ist nun definitiv Schluss. Klar das er nun versucht andern die Schuld zu geben und Lud eignet sich dafür ja hervorragend.


    Zitat von Rosenprinzessin


    Auch wenn es wirklich ganz schlimm ist, aber Geschichten, in denen Pest, Pocken oder andere Seuchen vorkommen, lese ich recht gerne, weil ich das Thema einfach sehr interessant finde.


    Ich finde dieses Thema auch spannend. Vor allem die Frage wie die Menschen damit umgegangen sind und was alles getan wurde um sich zu schützen.


    Zitat von Rosenprinzessin

    Konrad ist mir auch immer unsympathischer geworden. Dafür fand ich die Szene toll, in dem Lorenz ihm in der Wanne einen Schwall Wasser ins Gesicht spritzt und ihm sagt, er solle sich nicht so ernst nehmen! Klasse!


    Ja Konrad ist auch so ein Fall für sich. Er vertritt hier wohl die Oberschicht und speziell die Kirche, aber er bekommt auch nicht immer das was er will. Die Wasserszene war gut, fand ich auch :breitgrins:

    Jetzt geht es weiter mit dem Zweikampf und Lud geht als Sieger hervor. Ich fand diesen Kampf wirklich gut beschrieben. Vielleicht schon fast zu gut, denn als Lud seinem Gegner die Ohren abgeschnitten hat, konnte ich das schon deutlich sehen :rollen:
    Kristina kann es auch hier nicht lassen und muss sich den Kampf anschauen auch später muss sie immer wieder an Lud denken. Ich bin gespannt ob die Zwei sich wieder sehen werden und ob da doch noch was geht.


    Zum Abschied hat Mahmend Kristina mit ihrer Nadel in den Arm gestochen, ich vermute mal, er wollte sie damit beschützen. Er hat ja gesagt in seiner Familie würde es Ärzte usw. geben, da das Wissen der Muslime was die Medizin angeht viel weiter war, als das der Christen, könnte ich mir vorstellen, dass er Kristina mit den Pocken infiziert hat, als eine Art von Impfung. Sein Abschiedsgeschenk für sie.


    Jetzt sind sie in Würzburg bei einem Glaubensbruder. Dieser Heck ist schon ein bisschen merkwürdig. Er ist Reich und zeigt das auch. Ich hoffe doch sehr, dass er kein Spion der Kirche ist und den Freunden wirklich hilft.


    Zitat von bookstars

    Berthold zeigt hier aber auch extrem negative Züge in seinem fanatischen Gehabe und mit dem dünkelhaften und herablassenden Auftreten ist er einfach unerträglich und unmöglich.


    Berthold wird mir auch immer unsympathischer. Ich denke aber auch, sein Verhalten zeigt nur wie viel Angst er wirklich hat. Er wird auch so nach und nach wohl die Kontrolle über Kristina verlieren und vielleicht weiß er das auch. Vielleicht verbirgt er ja auch noch viel mehr, als er bisher von sich preisgegeben hat.


    Zitat

    Auch Lud hat mich in diesem Abschnitt sehr überrascht. Obwohl - er ist Soldat; eigentlich ist es keine Überraschung. Aber als er dem Landsknecht die Ohren abgeschnitten hat - das war schon irgendwie gruselig. Ich bin mich nicht sicher, ob er sich damit einen Gefallen getan hat. Klar, hätte er ihn getötet, wäre das noch viel schlimmer, aber ich glaube, für ihn wäre es doch besser gewesen. Versteht Ihr, was ich meine? Ich glaube, der Landsknecht wird sich rächen wollen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Lud ihn noch mal wieder treffen wird, und das wird sicherlich kein schönes Treffen sein.


    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass dieser Landsknecht noch mal auftaucht oder vielleicht andere seiner Familie um Rache zu üben. Sicherer wäre es gewesen den Mann zu töten, aber so muss er eben auch mit einer Entstellung leben, genau wie Lud.

    Mir gefällt das Buch bisher sehr gut. Ich mag es wenn Geschichten auch mal aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. So erleben wir nochmal die Schlacht aus der Sicht von Kristina und wie es dazu kam, dass sie daran teilgenommen hat. Sie hat sich einfach dazu berufen gefühlt zu helfen. Dass sie dabei dann einen hohen Würdenträger der Osmanen verbunden hat, hat sie einfach nicht interessiert. Ist sie nun mutig, dass sie sich so in die Schlacht stürzen und sind sie dumm? Auf jeden Fall sind sie ziemlich fest in ihrem Glauben.


    Zitat von bookstars

    Bei der Erwähnung von Florian Geyer als Dietrichs Sohn hat es übrigens bei mir geklingelt – hatte der nicht was mit den späteren Bauernkriegen zu tun?
    Ich bin gespannt, wie der Kampf auf Leben und Tod ablaufen wird – eigentlich darf ja Lud als absoluter Sympathieträger nicht sterben.


    Bei dem Namen Geyer hat es bei mir auch geklingelt und ich muss mich extrem zusammen reisen um den Namen nicht zu googeln, ich habe aber Angst, dass ich dann was lese was hier noch kommt :breitgrins:


    Ich gehe auch nicht davon aus, dass Lud sterben wird, den brauchen wir sicher noch.


    Mit Konrad Prinz von Thüngen kommt nun ein neuer Protagonist dazu. Er zeigt sehr schön, dass die Reichen und Mächtigen nur an sich selbst denken. Nun ist dieser Kampf von Lud nicht einfach nur noch eine Sache zwischen ihm und diesem Profos sondern es geht auch um die Kriegsbeute, den Osmanen und nicht zuletzt auch um das Leben von Kristina und ihren Glaubensbüdern. Ich bin wirklich gespannt wie dieser Kampf ausgehen wird.

    Da könntest Du recht haben. Es würde mich auch gar nicht wundern, wenn aus Kristina und Lud dann irgendwann ein Paar werden würde. :zwinker:


    So ähnlich sehe ich das auch. Berthold und Kristina werden nicht zusammen bleiben.


    Zitat

    Der Roman ist bisher nicht schlecht, aber so wirklich überzeugt mich der Inhalt noch nicht. Ich könnte das Buch jederzeit weglegen und habe gar nicht den Drang dazu, direkt weiterlesen zu müssen.


    Ich finde das Buch eigentlich recht interessant und da es ja nun mal eine Trilogie ist, wird es wohl auch was dauern bis der letzte Funke überspringt. Ich habe auch erst jetzt gesehen, dass der Autor auch Drehbücher schreibt unter anderem auch das Drehbuch zu "Auf der Flucht" den Film finde ich total klasse.

    Jetzt geht es also hinaus in die Welt, nach Mainz um genau zu sein. Alles scheint ja auch irgendwie gut zu sein, aber die Wanderung stellt sich schnell als nicht so einfach raus. Die Karte wird nass und ist nicht mehr lesbar und auch Berthold kommt schnell an seine Grenzen. Dass ausgerechnet Kristina ihm Wiederworte gibt ist für ihn wohl nicht so einfach. Überhaupt finde ich die Beziehung der Beiden etwas eigenartig. Sie sind zwar verheiratet aber nach dem gescheiterten Versuch die Ehe auch zu vollziehen kommt da nichts mehr. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Berthold Kristina nur geheiratet hat, damit sie bei ihm bleiben muss und unterwegs nicht andere Wege gehen kann. Er will hier das Sagen haben und nicht nur über die Gruppe sondern wohl auch über Kristina. Dann treffen sie natürlich auf die Armee, darauf lief es ja wohl auch hinaus. Kristina ist schnell klar, sie müssen helfen und die Anderen nun mit ob sie wollen oder nicht.


    In diesem Abschnitt lernen wir die Jungen aus Giebelstadt noch ein bisschen besser kennen. Lud und sein Ritter versuchen alles um sie zu schützen, aber sie können eben nicht überall sein. Die Szene als sie in die Kirche mussten um die Toten heraus zu holen war wirklich gräßlig. Hier konnte schon wieder dieser scheußliche Profos seine Macht demonstrieren. Er hat doch genau gewusst das diese halben Kinder dem nicht gewachsen sind. Ich hoffe der Kerl bekommt auch irgendwann noch seine Strafe.
    Dann bricht der Krieg über die Jungen herein und sie müssen allesamt um ihr Leben kämpfen. Die Szenen sind gut beschrieben schon fast zu gut. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass sich welche von den Jungen versteckt haben um zu überleben und ich finde es gut von Lud und Dietrich, dass sie die Jungen trotzdem schützen. Es war auch klar, dass wir uns an dieser Stelle von einigen verabschieden müssen. Um Lud hatte ich auch kurz Angst, als sein Pferd getroffen wurde.


    Die Szene als Kristina dann dem fremden Mann verbunden hat und dafür gesorgt hat, dass Lud nicht zum Mörder wird hat mir gut gefallen. Für sie sind alle Menschen gleich schon hier zeigt sie wo für sie eigentlich los gezogen sind.

    Sergeanten (oder Sergenten oder diverse andere Schreibweisen) sind mir schon in den verschiedensten historischen Romanen begegnet, zugegebenermaßen meist in übersetzten Büchern englischsprachiger Autoren. Deshalb ist mir dieser Begriff nicht so fremd vorgekommen. Er beschreibt nichtadelige Kriegsknechte oder Berufssoldaten oder auch adelige junge Männer während der Ausbildung vor der Schwertleite.


    Ich habe den Begriff Sergeant jetzt auch noch mal gegoogelt, weil ich es genau wissen wollte, hier der Link zu dem was ich gefunden habe http://de.wikipedia.org/wiki/Sergeant

    Da muss ich mich anschließen. Noch kann ich weder mit Kristina noch mit Rud so richtig viel anfangen, aber ich denke, das kommt erst noch. Der Autor hat sich hier ja ein großes Epos vorgenommen, da kann man nicht erwarten, dass auf den ersten Seiten schon alles bekannt und klar ist :zwinker:



    Da es ja eine Reihe werden soll, wird es sicherlich noch einige Überraschungen geben und die Charaktere hoffentlich auch an Tiefe gewinnen.



    Sein Vorgesetzter (Besitzer? Wie ist das bei Leibeigenen) Dietrich scheint ein anständiger Mensch zu sein. Warum fördert er ausgerechnet Rud so? Steckt da mehr dahinter oder hat er einfach seine guten Anlagen erkannt und mag ihn darüber hinaus auch noch?


    Ich denke bei Leibeigenen heißt es schon Besitzer, leider.
    Ich habe mich auch schon gefragt was an Rud so besonderes ist. Ist er vielleicht sogar der Bastard von Dietrich und er will ihm so eine Chance auf eine Zukunft geben?

    Meine Meinung


    Myntha, die Tochter des Fährmanns lebt in dem kleinen Ort Mülheim kurz vor Köln im Jahre 1420.
    Eigentlich lebt sie ein beschauliches Leben, als sie eine kranke Pilgerin aufnimmt und Gesund pflegt. Gleichzeitig bricht im Kloster der Machabäerinnen ein Feuer aus und die Oberin kommt darin um, verdächtigt wird die Pilgerin, da sie zu diesem Zeitpunkt auch im Kloster war.
    Dann zieht auch noch ein geheimnisvoller Fremder in die unmittelbare Nachbarschaft des Fährhauses. Nicht nur der Mann selbst ist fremd, er spricht auch noch mit den Raben.


    „Die Fährmannstochter“ ist der Auftakt zu einer neuen historischen Reihe von Andrea Schacht oder aber vielleicht auch der 11. Teil einer wunderbaren Reihe. Alle Bücher spielen im Umfeld Kölns im 15. Jahrhundert und auch die Protagonisten sind miteinander verwandt oder bekannt. So trifft der Leser hier gleich auf alte Bekannte aus den Vorgängerbänden wieder. Leider muss auch gleich Abschied genommen werden, den auch lieb gewordene Protagonisten können nicht ewig Leben. Das Treffen mit diesen alten Bekannten macht Spaß, irgendwie fühlt man sich sofort wohl und vertraut mit dem Buch.
    Danach werden aber auch gleich neue Akteure vorgestellt, wie eben Myntha, die Fährmannstochter gemeinsam mit ihrer Familie oder Frederic Bowmann und seine Raben und noch einige mehr.


    Der Erzählstil der Autorin ist leicht und locker zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Die Dialoge sorgen dafür, dass man zwischendurch immer wieder was zum Schmunzeln hat. Es macht einfach Spaß den Gesprächen zu lauschen. Vor allem denen zwischen Myntha und dem Rabenmeister sorgen für Heiterkeit. So ganz nebenbei erzählt die Autorin aber auch von dem Leben dieser Zeit und lässt die Epoche des 15. Jahrhunderts lebendig werden.


    Die Geschichte selbst ist in mehrere Handlungsstränge unterteilt, so das der Leser mal bei diesem Protagonisten ist und mal bei jenem. Ihm entgeht eben nichts. Wie in allen Romanen dieser Reihe gibt es auch hier wieder jede Menge Geheimnisse, die geklärt werden wollen. Zum einen muss der Tod der Oberin des Klosters aufgeklärt werden. Dieser Fall ist schwierig und sorgt dafür, dass Myntha mit hineingezogen wird. Sie will wissen, warum die Frau sterben musste und wieso die Pilgerin verdächtigt wird und was verbirgt die Pilgerin überhaupt alles, denn sie erzählt nicht, wo sie herkommt. Auch Frederic hat Geheimnisse die er nicht preisgibt. Einige dieser Geheimnisse werden so nach und nach geklärt und erzählt aber vieles bleibt auch im Dunkeln und wird wohl erst mit den nächsten Bänden Klärung finden.


    Auch bei dieser Reihe wird es wohl insgesamt fünf Bände geben in denen Myntha und Frederic ihren Weg gehen werden. Man darf gespannt sein was für Abenteuer sie erleben werden und welche Höhen und Tiefen sie zu überwinden haben und wo sie am Ende landen werden. In jedem Fall macht es einfach Spaß diese Bücher zu lesen.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Hallo liebe Leserunde :winken:


    Ich bin so gespannt auf dieses Buch und habe heute Nachmittag schon den ersten Abschnitt gelesen. :breitgrins:


    Zunächst aber zur Aufmachung, die gefällt mir nämlich gut. Auch wenn das Cover schon wieder ähnlich ist wie bei anderen historischen Bücher, aber ich mag diese Art von Cover. Ich finde diese Schriftzeichen und Bilder passen einfach gut zu solchen Büchern, oder? Gleich zu Beginn Karten und Personenregister finde ich auch klasse. Gerade für Leserunden sind Personenregister ja immer toll. Dann beginnt die Geschichte auch schon mit Kristina. Sie ist eine Waise, die in einer Gemeinschaft lebt, die Lesen lernen und vor allem selbständig denken. Damals eine gefährliche Mischung. Ich finde es gut, dass man so nach und nach erzählt bekommt was Kristina schon alles in ihrem jungen Leben mitgemacht hat. Die Mutter verbrannt und wohl auch die Geschwister zu Tode gefoltert. Sie selbst dem allem nur knapp entkommen. Als im Kloster die Hannah erzählte was für ein Leben auf Kristina warten würde ist mir ganz anders geworden. Kein Wunder, dass die Beiden Frauen die Flucht gewagt haben. Schade, dass nicht auch Hannah dieses Dorf in Böhmen erreichen durfte. Für Kristina bedeutete es ein Leben in Freiheit. Sie hat hier Lesen gelernt und soll dieses Wissen nun weitergeben. Ich bin gespannt in wie weit das gut gehen wird. Auch wenn sie einen Mann an ihrer Seite hat, der sie liebt aber kann er sie auch schützen?


    Als zweiten Protagonisten lernen wir Lud kennen. Er ist ein Unfreier in Kriegsdiensten. Er scheint aber ein kluger Kopf zu sein auch wenn er ein loses Mundwerk hat, dass ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Mir gefällt er jetzt schon ziemlich gut. Er ist wachsam und versucht auf seine Jungs aufzupassen, aber leider ziehen sie in einen Krieg und da werden nicht alle zwölf Jungen nach Hause zurückkehren. Diese Szene mit dem Dicken war jedenfalls gut beschrieben. Überhaupt gefällt mir der Erzählstil gut. Ich kann mir die Szenen jedenfalls gut vorstellen. Schlimm finde ich, wie und wo und wofür alles gefoltert, gebrandet und gemordet wurde. Der Graf hat es auch gut erkannt, je mehr gefoltert wird um so mehr wird gestanden, wer kann diese Torturen den auch aushalten, mir wird ja beim Lesen schon fast schlecht.