Beiträge von nirak

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Inhalt: Zwei Schwestern machen sich auf dem Weg ihrem Leben zu entfliehen. Es ist das Jahr 1860 in England als Mildred beschließt mit ihrer jüngeren Schwester nach Australien auszuwandern. Sie stammen aus dem Armenviertel Londons. Ihr Weg führt sie an die Küste nach Portsmouth doch statt das nächste Schiff zu nehmen, bleiben die Schwestern dort. Mildred lernt den Arzt Hyperion kennen und auch Daphne verliebt sich in ihn. Doch dann verschwindet Daphne spurlos und Mildred muss mit dem Verdacht leben der Schwester etwas angetan zu haben.


    Meine Meinung: An diesen Roman bin ich etwas skeptisch rangegangen da mir die Autorin Anna Helmin so gar kein Begriff war. Aber schon nach den ersten Seiten wurde mir klar, dieses Buch würde ich lieben. Der Facettenreiche Sprachstil der Autorin schaffte es mühelos mich ins 19 Jahrhundert nach England zu ziehen und dem Leben von Mildred und Daphne zu zuschauen. Sie schildert das Leben ihrer Protagonisten traurig schön und dabei sehr lebhaft. Deutlich konnte ich sehen wie Mildred sich zunächst im unbekannten Portsmouth ihr Leben aufbaute, wie sie mit den Menschen in Streit geriet die sie doch eigentlich lieben sollte. Auch gefiel mir sehr gut, dass hier das ganze Leben von Mildred erzählt wird, wie sie sich ihren Traum von einem eigenen Hotel verwirklichte und dafür kämpfte ihn festzuhalten.
    Mildred war mir aber auch oftmals zu sehr darauf bedacht ihr Glück für sich und vor allem für die die sie liebte zu finden und dabei hat sie das Wesentliche aus den Augen verloren. Ich hätte sie gern mal geschüttelt. Aber auch Viktor, (denn sie gleich bei ihrer Ankunft kennengelernt hatte) und vor allem Hyperion hätten ab und an einen kräftigen Tritt verdient um zu sehen, was um sie herum geschieht. Mir hat hier vor allem gut gefallen, wie Fr. Helmin das Leben dieser Zeit geschildert hat. Ihre Art zu erzählen hat bei mir sofort großes Kopfkino ausgelöst. Ich fand es interessant wie die Hotels aufgebaut wurden und damit auch einiges an Wohlstand nach Portsmouth kam. Auch die medizinische Versorgung des 19 Jahrhunderts wird mit dem Arzt Hyperion gut erklärt und näher gebracht.


    Dann gibt es einen Zeitsprung und nun erfährt der Leser auch von den Kindern und Enkelkindern Mildreds und Daphnes. Überhaupt finde ich die Protagonisten sehr gut ausgearbeitet. Sie haben Ecken und Kanten und Fehler ohne Ende, die sie liebenswert und menschlich machen. Mir hat das gut gefallen. Wobei ich den zweiten Teil des Buches etwas schwächer fand als zu Beginn. Irgendwie als wenn noch etwas fehlten würde. Auch brauchte ich ein bisschen bis ich mit den Kindern vertraut wurde.


    Mein Fazit: „Die Mondrose“ ist eine tolle, ergreifende Familiensaga aus dem ausgehenden 19 Jahrhundert Englands. Sie erzählt neben der Familiengeschichte auch die Geschichte der damaligen Zeit. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, am Ende war ich traurig all die liebgewonnenen Protagonisten gehen lassen zu müssen, ich hätte gern weitergelesen. Wer historische Familiengeschichten mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.


    5ratten

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    Inhalt: Im Jahre 313 in Trier finden die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum von Kaiser Konstantin statt, an diesem Tag wird der Gladiator Niger tot aufgefunden. Der Anwalt Gaius Aurelius Varro übernimmt den Fall auf eigene Verantwortung und stößt dabei auf ein Nest von Intrigen. So wirklich scheint es keinen zu Interessieren warum der schwarze Gladiator sterben musste.


    Meine Meinung: Eigentlich hatte ich hier ein spannenden Krimi zur Zeit der Gladiatoren erwartet, leider war ich dann doch etwas enttäuscht, so richtige Spannung wollte einfach nicht aufkommen. Viel über die Gladiatoren gab es auch nicht zu lesen. Der Römer Gaius Aurelius Varro war zwar gut beschrieben, auch seine Ermittlungen waren gut ausgearbeitet aber leider war der Erzählstil hier nicht so flüssig zu lesen wie ich es mir gewünscht hätte. Nicht nur stolpert man immer wieder über lateinische Begriffe (die ein Glossar am Ende erklärt) und Namen sondern auch über seltsam anmutende Redewendungen wie z.b. „die Radischen von unten betrachten“, oder Plakate die langsam verblassen. Auf mich wirkte das einfach nicht authentisch. Wobei ich die Namen der einzelnen Protagonisten noch gut fand, aber da es für jeden einzelnen auch noch verschiedene Namen gab, war ich zeitweise doch verwirrt.
    Gut gefallen hat mir dann aber auch wieder die Kapitelaufteilung des Buches. Es gibt immer wieder Zeitangaben bei welcher Uhrzeit man sich gerade befindet. Die ganze Geschichte spielt sich zwischen 16 Uhr nachmittags und bis Mitternacht des folgenden Tages ab. Da der Anwalt durch ganz Trier streift um den Fall zu klären, gibt es zu mindestens einen kleinen Einblick in das Leben dieser Zeit, aber nur am Rande.


    Cover/Aufmachung: Das Cover finde ich passend zur Geschichte. Es wirkt geheimnisvoll und interessant auf mich. Gleich zu Beginn gibt es ein Personenregister, einen alten Stadtplan von Trier und sogar eine Tabelle der römischen Längenmaße ist vorhanden. Am Ende befindet sich ein Glossar der ganzen lateinischen Begriffe. Die Aufmachung hat mir wirklich gut gefallen, allerdings habe ich ein erklärendes Nachwort des Autors vermisst.


    Mein Fazit: „Die Stunde der Gladiatoren“ war für mich ein interessanter historischer Roman aus der Antike. Ich hätte mir allerdings sehr gewünscht der Autor wäre ein bisschen mehr auf die Umstände der Zeit eingegangen und hätte sich etwas besser den Sprachgewohnheiten angepasst. Trotz aller Kritik fühlte ich mich aber gut unterhalten, weshalb ich auch drei Sterne für dieses Buch gebe.


    3ratten

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    Inhalt: Durch Zufall gelangt der Patentanwalt Robert Weber an geheime Schriften, die davon erzählen, wie man ewige Energie erzeugen könnte. Gemeinsam mit der Buchrestauratorin Julia Wall versucht er das Rätsel zu lösen nur um dabei auf immer wieder neue Rätzel zu stoßen, denn die Schrift stammt aus dem 18 Jahrhundert. Geschrieben ist sie von einem Mann namens Orffyreus, er behauptet er habe eine Maschine entwickelt die sich ewig drehen kann und niemals still steht, ein Perpetuum mobile. Aber nicht nur Robert und Julia wollen das Geheimnis lösen auch andere Mächte sind hinter dem Wissen her. Hinter Robert und Julia aber auch 300 Jahre zuvor hinter Orffyreus her.


    Meine Meinung: Der Erzählstil von Tibor Rode ist einfach zu lesen. Er erzählt seine Geschichte in zwei Handlungssträngen. Zum einen von Robert Weber, wie er Julia kennenlernt, wie sein Leben bisher verlaufen ist und dann die spannende Jagd nach den Antworten dieser rätselhaften Schrift. Der zweite Erzählstrang spielt im 18 Jahrhundert und erzählt die Geschichte des Orffyreus oder besser bekannt unter dem Namen Johann Elias Bessler von Berufswegen Mühlenbauer. Während der Erzählstrang um Robert einem Krimi gleicht ist der zweite Erzählstrang ein toller historischer Bericht über einen Mann der versucht hat, das unmögliche Möglich zu machen. Er war überzeugt davon ein Rad erfunden zu haben das sich ewig dreht. Das Perpetuum mobile. Mir hat dieser historische Teil sehr gut gefallen, ich habe von einem Mann gelesen von dem ich so noch nie gehört hatte und sowas mag ich besonders. Die Verbindung der beiden Handlungsstränge sind dem Autor gut gelungen, er hat gekonnt nicht nur Gegenwart mit Vergangenheit gemischt sondern auch fiktives mit der Wahrheit.


    Mein Fazit: „Das Rad der Ewigkeit“ ist ein gelungener Roman über das Leben von Johann Elias Bessler. Der historische Teil ist gut recherchiert und hat Spaß gemacht zu lesen, der Gegenwartspart sorgt für spannende Krimiunterhaltung. Alles zusammen hat Tibor Rode ein tolles Debüt vorgelegt, mir hat es jeden Falls Spaß gemacht dieses Buch zu lesen.


    4ratten

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    Inhalt: Johann Bonner will meiner seiner Familie zurück auf das Eichsfeld, von wo er vor 17 Jahren geflüchtet war. Seine Frau Franziska und Tochter Magdalena sind nicht begeistert aber trotzdem machen sie sich auf den Weg. Leider treten sie ihre Reise mitten im dreißigjährigen Krieg an und so werden auch sie mit den Schrecken des Krieges Bekanntschaft machen. Als sie in eine brenzlige Situation geraten hilft ihnen Arne, ein junger schwedischer Arzt. Er sorgt dafür, dass sie mit dem Tross der Schweden weiter reisen können. Magdalena fühlt sich schnell zu ihm hingezogen.


    Meine Meinung: Der moderne Erzählstil von Deana Zinßmeister erlaubt ein schnelles und zügiges Lesen und so flogen die Seiten nur so dahin. „Der Hexenschwur“ ist bereits der dritte Band um Johann und Franziska Bonner, aber da es immer mal wieder Rückblenden gibt, muss man nicht zwangsläufig auch die Vorgänger gelesen haben (allerdings würde man dann einiges verpassen). Die Autorin hält den Leser gut auf dem laufenden und man sieht schnell die Zusammenhänge. Mir hat das gut gefallen. Gleich zu Beginn wird klar, dass es auch bei Franziska und Johann kleine Geheimnisse gibt die sich erst im Laufe der Handlung lösen. Für ausreichend Spannung ist also gesorgt. Schnell stellte ich fest, dass sich die Charaktere wie Johann und Franziska weiterentwickelt und auch ein bewegtes Leben geführt haben. Aber auch die neuen Protagonisten wie der junge schwedische Arzt Arne oder sein Freund Erik Gustavson fügen sich nahtlos in die Geschichte mit ein. Sie zeigen einmal den Blick aus der Richtung der Schweden, dieser Blickwechsel hat mir gut gefallen und gibt somit ein Gesamtbild der damaligen Situation wieder.


    Cover/Aufmachung: Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist ein bisschen geheimnisvoll und hat einen schön versteckten Hinweis auf den Inhalt des Buches. Mir hat das gut gefallen. Auch gibt es hier eine Karte, die zeigt welchen Weg Franziska und ihr Mann genommen haben, genauso wie ein Personenregister und ein ausführliches Nachwort der Autorin. Mit gefallen solche Details sehr gut.


    Mein Fazit: „Der Hexenschwur“ ist eine tolle Fortsetzung zu „Der Hexenturm“ und „Das Hexenmal“. Die Bücher zeichnen ein Bild des dreißigjährigen Krieges und ihrer Menschen. Es erzählt vom Leben der einfachen Menschen wie es gewesen sein könnte. Mir gefallen solche Bücher einfach und ich bin gespannt, ob es nochmal eine Rückkehr aufs Eichsfeld geben wird. Auch wenn mit der Hexenschwur die Reihe eigentlich abgeschlossen ist, gibt es doch den ein oder anderen Protagonisten von dem ich gern mehr lesen würde. Z.B. von Magdalena der Tochter der Eheleute Bonner.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

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    Inhalt: 1892 eine Frau wird im Hamburger Hafen ermordet aufgefunden. Der Polizist Lukas Boysen macht sich auf die Suche nach dem Täter und die Frage nach dem Warum. Gerüchte halten sich, dass es sich um einen Vampir handeln könnte und als wenn das noch nicht reicht bricht auch noch die Cholera aus. Ausgerechnet das junge Mädchen Anna Dierks, selbst einem Angriff ausgesetzt, meint mit ermitteln zu müssen.


    Meine Meinung: Der Erzählstil von Martin Barkawitz ist einfach zu lesen und so waren die Seiten auch schnell durch. Leider empfinde ich das ganze Buch als viel zu kurz. Die Geschichte und die Jagd nach dem Mörder ist schnell erzählt und beendet. Aber das was der Autor erzählt hat mir gut gefallen. Er gibt ein interessantes Bild von Hamburg aus dem ausgehenden 19 Jahrhundert wieder. Seine Schilderungen nach der Jagd des Mörders sind durchaus glaubhaft und gut aufgebaut und erklärt. Interessant fand ich auch die Arbeit der Polizei in dieser Zeit und welche Schwierigkeiten Boysen dabei hatte seinen Mörder zu finden.


    Mein Fazit: „Der Schauermann“ ist ein interessanter historischer Krimi aus Hamburg. Er enthält aber auch einige interessante Details dieser Zeit und hat mir gut gefallen. Er hätte nur gern ein wenig länger sein dürfen. Bitte mehr davon.


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    Inhalt: Durch die Adoption ihres reichen aber schwer kranken Onkels wird aus dem einfachen Mädchen Charlotte Brandon eine adlige Miss Millford. Ihre Tante sorgt von nun an dafür, dass Charlotte sich dementsprechend verhält. Leider fürchtet die Tante auch um ihr Eignens ansehen und auskommen und so werden die beiden Frauen keine Freunde. Außerdem wird nach einem passenden Ehemann für Charlotte gesucht. Denn nur so kann das Familienvermögen gesichert werden. Nur ein Schwiegersohn kann dafür sorgen, dass die Frauen versorgt sind. Dann lernt Charlotte jedoch Captain John Battingfield kennen. Er ist der ihr Nachbar und leider auch verheiratet.


    Meine Meinung: Mit bildhaften Worten schildert die Autorin aus dem Leben von Charlotte Brandon, von ihrer gesellschaftlichen Stellung und von ihrer Liebe. Mit Hilfe von Charlotte zeichnet sie aber auch ein glaubwürdiges Bild des 19 Jahrhunderts und vor allem von der Stellung die Frauen damals hatten. Mir hat das gut gefallen, auch fand ich ihren Sprachstil angenehm zu lesen, obwohl er dieser Zeit angepasst war und von daher vielleicht nicht immer einfach zu lesen ist. Die Liebesgeschichte um Charlotte und John fand ich ergreifend und mitfühlend aber nicht so überhandnehmend, dass es alles andere in den Schatten gestellt hätte. Gerade weil Charlotte ihr Charakter gut ausgearbeitet wurde und sie von Seite zu Seite intensiver wurde hat es mir gefallen. Auch die weiteren Figuren der Handlung haben ein Eigenleben und machen die Geschichte lebendig.


    Mein Fazit:“Pflicht und Verlangen“ ist ein toller historischer Roman aus dem 19 Jahrhundert Englands. Er zeigt das Leben der Zeit. Vordergründig das von Frauen der Oberschicht und hat mich mit seiner Liebesgeschichte einige Stunden lang sehr gut unterhalten.


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    Inhalt: Im Jahre 1912 kehrt die Familie Averley nach Somerton Court nach Haus zurück. Sie kommen aus Indien, wo Lord Westlake bis vor kurzem noch gearbeitet hat. Die Familie besteht zunächst aus den Töchtern Ada und Georgiana. Doch kaum in England angekommen vermählt sich Lord Westlake mit der reichen Fiona und so halten auch ihre erwachsenen Kinder Einzug auf Somerton Court. Schnell machen Gerüchte über die Entlassung des Lords und über das Leben der gesamten Familie die Runden. Jeder hat irgendwie sein kleines Geheimnis.


    Meine Meinung: In einem leichten und flüssigen Schreibstil erzählt die Autorin hier von dem Leben Anfang des 20 Jahrhunderts in der Oberschicht Englands. Sie schildert ausführlich die Probleme der Reichen und Schönen dieser Zeit. Aber auch von der Stimmung die herrschte, da der erste Weltkrieg kurz bevorstand. Sie hat diese Stimmung gut eingefangen und wiedergegeben auch wenn mir so manche Szene einfach zu vorhersehbar war, jeden falls zu Beginn des Buches. Im Laufe der Handlung konnte ich mich aber immer mehr auf die Familie einlassen, was wohl vor allem daran lag, das Fr. Rasheed auch die Dienerschaft zu Wort kommen lässt. Mit der Protagonistin der Rose hat sie einen Charakter geschaffen, der sich in dieser reichen Welt zu Recht finden muss. Sie wird vom einfachen Dienstmädchen zur Zofe ernannt und schafft sich mit diesem Sprung nicht nur Freunde sondern auch einige Feinde. Von ihren Gefühlen und von ihrem Leben erzählt die Autorin. Sie schafft mit Rose eine wunderbare Verbindung zu der Tochter Lady Ada, dessen Zofe sie ist. Die beiden Mädchen kennen sich schon von Kindesbeinen an und werden langsam zu Freundinnen. Dieses sich annähern und neu kennenlernen, mit allen Fehlern die Jugendliche so machen hat mir gut gefallen.


    Überhaupt erzählt die Autorin auch von den Dingen im Leben der Reichen, die gern nicht erwähnt werden und somit für etwas Spannung sorgen. Die einzelnen Charaktere waren mir hier eigentlich noch zu blass, aber da es sich ja um eine Serie handelt, denke ich, werden die Protagonisten wohl in sich noch wachsen und intensiver werden. Genug Potenzial ist sicher vorhanden.


    Mein Fazit: „Rückkehr nach Somerton Court“ ist der Auftakt einer wundervollen Serie über den Adel Anfang des 19 Jahrhunderts in England. Er hält alles bereit was ein historischer Roman braucht. Eine unglückliche Liebe, ein drohendes Ereignis (der erste Weltkrieg steht kurz bevor) und vor allem Protagonisten die vor keiner Intrige zurück schrecken. Auch wenn ich es an manchen Stellen zu einfach und vorhersehbar fand habe ich mich gut unterhalten gefühlt und freue mich auf den nächsten Band.


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    Inhalt: Die aus New York stammende Antiquitätenhändlerin Jane Lindsay findet in einem alten Gebetbuch einen wertvollen Ring. Es ist der Name Jane eingraviert und sie stellt sich natürlich die Frage, wem dieser Ring wohl mal gehört haben mag. Schnell entsteht durch Nachforschungen ein Zusammenhang zu Jane Grey, eine junge Adlige aus dem 16 Jahrhundert. Sie wurde zur Königin ausgerufen und nach nur 9 Tagen Regentschaft durch Mary, der Tochter Henry VIII, abgelöst.


    Meine Meinung: Der Erzählstil von Susan Meissner ist leicht und flüssig zu lesen. Sie erzählt hier in zwei Parallel laufenden Erzählsträngen zwei unterschiedliche Geschichten. Zum einen den von Jane Lindsay einer jungen Frau aus New York, die durch Zufall an diesen Ring geraten ist. Der Leser erlebt ihr Leben und vor allem ihre Ehekrise mit. Ich fand den Erzählstrang der Gegenwart zu langatmig und streckenweise sogar langweilig. Die Eheprobleme interessierten mich einfach nicht und statt der erhofften Detektivarbeit auf der Suche nach dem geheimnisvollen Ring und der Besitzerin dazu gab es einfach nur immer wieder Gespräche mit der Familie oder Freunden über ihre Ehe und wie sie ihre Probleme lösen könnte. Ich fand es passte nicht in dieses Buch.


    Der zweite Erzählstrang der Vergangenheit erzählt die Geschichte der adligen Jane Grey und ihrer Schneiderin Lucy aus dem 16 Jahrhundert. Dieser Erzählstrang ist sehr emotional und mitfühlend. Ich fand ihn toll, schnell war ich von der Atmosphäre gefangen und mitgerissen, leider war er viel zu kurz und wurde immer wieder durch die Gegenwartsjane unterbrochen. Zeitweise habe ich sogar überlegt den Gegenwartspart einfach auszulassen und hätte ich nicht in einer Leserunde dieses Buch gelesen, hätte ich es wahrscheinlich auch getan. Die junge Schneiderin Lucy erzählt hier von Jane Grey, von ihren Mädchenjahren und ihrem Weg zur Königin bis zum Schluss, dass war einfach spannend und sehr emotional. Auch das Leben der Lucy selbst wurde spannend geschildert. Die Autorin scheint hier im Vorfeld gute recherchearbeit geleistet zu haben. Das Leben der Lady Jane wie es hätte sein können und das der Schneiderin Lucy habe ich ihr jedenfalls geglaubt.


    Mein Fazit: „Neun Tage Königin“ lässt mich zweigeteilt zurück. Der Gegenwartspart hat mich nicht fesseln können, er hat mir einfach nicht gefallen. Der Teil in der Vergangenheit hingegen war klasse und richtig mitreisend. Nur weil mir der zweite Erzählstrang so gut gefallen hat, bekommt das Buch von mir noch drei Sterne. Für eine herzzerreißende Geschichte um eine Königin, die keine Königin sein sollte.


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    Inhalt: Erzählt wird die Lebensgeschichte von Amy Kennedy. Als Kind armer irischer Einwanderer wächst sie in New York der 20iger Jahre auf. Sie arbeitet als Näherin in einem Revuetheater genau wie ihre Mutter. Ihr großer Traum ist es selbst einmal auf einer Bühne zu stehen und zu tanzen. Er erfühlt sich als sie mit 16 einen Vertrag bekommt. Gleichzeitig lernt sie Jack kennen, der von einer Fliegerkarriere träumt. Ihre Wege trennen sich nur um Jahre später sich wieder zu kreuzen.


    Meine Meinung: Der Erzählstil von Julia Drosten ist einfach zu lesen und so flogen die Seiten nur so dahin. Am Anfang war ich auch begeistert. Der bildhafte Sprachstil sorgte dafür, dass man als Leser sich wie in einem Revuetheater der 20iger Jahre fühlte. Amy war mir schnell sympathisch geworden, genau wie der Rest ihrer Familie. Die Charaktere haben hier alle ihre Ecken und Kanten und vor allem große Träume. Es hat Spaß gemacht Amy zu begleiten und dabei zuzuschauen wie sie zum Star wurde.
    Allerdings fand ich dann so ab der Hälfte des Buches war etwas der Schwung raus, es zog sich ein wenig. Die Schlusskapitel waren dann aber wieder aufregend, spannend und haben mir gut gefallen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass es sich hier um den Debütroman des Autorenpaares handelt und mir die nachfolgenden Bücher (Die Seidenrose und Die Löwin von Mogador) einfach besser gefallen haben. Der Erzählstil kam mir hier einfach noch nicht so ausgefeilt vor wie bei den nachfolge Büchern. Gut gefallen hat mir wiederrum, wie die Autoren es geschafft haben hier einen geschichtlichen Querschnitt der Ereignisse um den zweiten Weltkrieg entstehen zu lassen. Die fiktiven Figuren wie Amy und Jack sind gut in den geschichtlichen Rahmen verpackt und erzählen zwei Leben die durchaus so stattgefunden haben könnten. Mit all ihren Höhen und Tiefen und den Krisen die die Zeit mit sich brachte.


    Mein Fazit: „Das Revuemädchen“ ist ein gut zu lesender historischer Roman, beginnend 1925 und endet 1945. Er erzählt von Liebe, von großen Träumen aber auch von Verlust. Mir hat er gefallen und ich hatte unterhaltsame Lesestunden.


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    Inhalt: Es ist nach Ende des Bürgerkriegs 1866. Emily lebt mit ihrem Großvater in Missouri. Ihr Vater und Bruder starben im Krieg und so führt nun Emily den Laden des Großvaters. Ihr großer Traum ist es nach Oregon auszuwandern und die schreckliche Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch dann treten gleich zwei Männer in ihr Leben, einmal der charmante, gutaussehende Royal Baxter und Curt Saxon selbst vom Krieg gezeichnet. Beide werben auf ihre Weise um Emily. Für wen wird sie sich entscheiden? Was wird aus ihrem Traum?


    Meine Meinung: Der Erzählstil von Ann Schorey ist einfach gehalten und so ließ sich das Buch schnell und flüssig lesen. Sie beschreibt die Umstände der Zeit vor allem in einer Kleinstadt in Missouri im 19 Jahrhundert. Die Beschreibungen sind auch gut und ihre Protagonisten handeln bestimmt der Zeit entsprechend aber mir fehlte einfach ein bisschen mehr Spannung. Zu vorhersehbar waren die Handlungsweisen der Protagonisten und vor allem Emilys. Die Charaktere der beiden Männer (Royal und Curt) waren da schon ausgeprägter und intensiver. Auch wenn auch hier ihr Handeln durchschaubar war. Ich hätte mir einfach ein bisschen mehr Spannung und Tiefe der Charaktere gewünscht. Viel zu schnell kam dann auch das Ende welches keine große Überraschung bereit hatte.


    Mein Fazit: „Emily Sommer der Sehnsucht“ ist ein netter Roman über das Leben eines jungen Mädchen in den USA nach dem Bürgerkrieg. Es hinter ließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Auch wenn dieses Buch einige Schwächen hatte, hat es mich trotzdem gut unterhalten.


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    Inhalt: Tom Finnek erzählt hier die Geschichte von Jack Sheppard, einem Räuberhauptmann aus dem 18 Jahrhundert in London und von Henry Ingram einem Schauspieler aus dem London der Gegenwart. Nach einem Rausch wacht dieser im London des Jahres 1724 auf. Er wird in einen Ausbruch jenes Ganoven aus dem Newgate-Gefängnis hineingezogen und somit selbst zum gejagten.


    Meine Meinung: Mit dem Roman „Gegen alle Zeit“ hat Tom Finnek einen historischen Roman ganz nach meinem Geschmack geschrieben. Sein Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen und so flogen die Seiten nur so dahin. Es fiel mir schwer das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Seine Protagonisten haben Ecken und Kanten und nicht immer ist sofort klar ob sie gut oder böse sind oder vielleicht sogar beides. Ich mag so was. Außerdem erzählt der Autor seine Geschichte in mehreren Erzählsträngen nebeneinander. So ist da der Teil von Henry Ingram, dem Schauspieler aus der Gegenwart der unfreiwillig im 18 Jahrhundert gelandet ist. Er ist ein wenig desorientiert und planlos. Manchmal auch ein bisschen zu unsicher. Aber ich denke mal, wer wäre das nicht wenn er so durch die Zeit fallen würde? Dann die Hure Edgworth Bess, ihr Charakter ist stark und selbstbewusst. Sie hat mir gut gefallen, ich hätte sie noch Seitenweise mehr begleiten können. Auch Jack Sheppard wird gut beschrieben, es war interessant von ihm zu lesen. Durch die ständigen Szenenwechsel ist man als Leser immer mitten im Geschehen und einem entgeht nichts. Außerdem liest man auch die Sicht der anderen Protagonisten und weiß wie und warum sie so handeln und nicht anders. Mir gefällt diese Erzählweise sehr gut.


    Aufmachung/Cover: Gut gefallen hat mir hier die Aufmachung des ganzen Buches. Es gibt ein Personenregister, eine Karte von London und Erklärungen der fremden Begriffe zum Schluss. Ganz besonders toll finde ich die vielen Zeichnungen die vor jedem Kapitel sind, sie machen das Buch einmal mehr zu etwas besonderem. Schade finde ich nur, dass es kein Nachwort des Autors gibt, so muss jeder selbst schauen, was Fiktion und Wahrheit ist.


    Mein Fazit: „Gegen alle Zeit“ ist ein historischer Roman ganz nach meinem Geschmack. Er hat viel Spannung, ein bisschen Liebe und eine Story die gefällt. Auch wenn er der Nachfolgeband von „Unter der Asche“ ist, kann man ihn gut für sich allein lesen. Die Beiden Romane liegen zeitlich gesehen gut 60 Jahre auseinander. Ich kann diesen Roman nur jedem empfehlen, der wie ich gut recherchierte historische Romane liebt.


    5ratten

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    Inhalt: Hier geht es um den Jesuitenpater Friedrich Spee, darum wie er gegen die Hexenverfolgung kämpfte und wie sein eigenes Leben verlief. In einem zweiten Erzählstrang wird von Till Rothmann erzählt. Er ist der Sohn eines Tuchhändlers und auf der Flucht vor dem Gesetzt.


    Meine Meinung: Der Erzählstil von Claus Peter Lieckfeld ist nicht ganz so einfach zu lesen. Er hat sich der Zeit angepasst in der dieser Roman spielt. Es ist der 30jähirge Krieg und es ist an der Tagesordnung Frauen und Männer als Hexen zu verbrennen oder im Krieg zu sterben. Der Autor erzählt zum einen wie Pater Spee versucht diesem Brennen ein Ende zu machen und selbst aufpassen muss nicht selbst zu schaden zu kommen. In dem zweiten fiktiven Erzählstrang um Till Rothmann erzählt der Autor sehr anschaulich von dem Leben dieser Zeit. Von den Problemen beim Heer genauso wie im Volk und was es bedeutet hat verfolgt zu werden. Verfolgt wurde eigentlich jeder. Es kam eben darauf an wo man gerade zu Hause war. Ob katholisch oder protestantisch, das Leben dieser Zeit ist geprägt von Verfolgung und Angst. Dieses Gefühl hat Herr Lieckfeld gut vermittelt. Vor allem hat mir gut gefallen wie er es geschafft hat die historische Person des Paters Friedrich Spee mit den fiktiven Charakteren zu verbinden und in Einklang zu bringen, so dass eine glaubwürdige Geschichte entstand. Obwohl ich fand, das Pater Spee ein bisschen zu undurchsichtig und nicht richtig greifbar war. Anders dagegen der Teil um Till Rothmann. Ihn auf seinem Weg zu begleiten hat mir gut gefallen. Ich führe das einfach darauf zurück, das der Pater eine historisch belegte Person ist und der Autor sich hier an die Vorlage gehalten hat, während Till Rothmann ein fiktiver Protagonist ist und Herr Lieckfeld so seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte.


    Am Ende meiner Ausgabe gibt es ein ausführliches Nachwort in dem der Autor auf Fiktion und Wahrheit eingeht. Dies hat mir gut gefallen, vor allem da Pater Friedrich Spee eine historisch belegte Person ist. Ich habe wieder einiges dazu gelernt.


    Mein Fazit: „Anwalt der Hexen Pater Spee“ ist ein historischer Roman vor dem Hintergrund des 30jährigen Krieges. Er erzählt von den Ängsten der Menschen und von ihrem Leben, er enthält interessante Aspekte einer düsteren Zeit. Wer ein bisschen wissen möchte wie es damals zuging wird hier gut bedient und unterhalten.


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    Inhalt: Tilmann Greverode gerät in einen Hinterhalt und wird dabei schwer verletzt. Er ist der Hauptmann der Stadtsoldaten zu Köln und der Bruder von Adelina. Bei diesem Überfall gibt es einen Toten und gleichzeitig wird ein weiterer Hauptmann der Stadtgarde tot aufgefunden. Schnell heißt es Tilmann habe ihn ermordet. Wieder begibt sich Adelina auf Spurensuche. Wer will ihrem Bruder schaden und warum?


    Meine Meinung: „Verschwörung im Zeughaus“ ist bereits der fünfte Fall um und mit der Apothekerin Adelina aus Köln. Der Erzählstil von Petra Schier ist leicht und flüssig geschrieben und so flogen die Seiten nur so dahin. In diesem fünften Fall steht aber mehr Tilmann Greverode im Mittelpunkt. Er wird des Mordes verdächtigt und braucht die Hilfe seiner Schwester um seine Unschuld zu beweisen. Ein Umstand dem den eher griesgrämigen Tilmann nicht gefällt, dafür aber für köstliche Dialoge zwischen den Geschwistern sorgt. Mir hat das gut gefallen.
    So ganz nebenbei erfährt der Leser auch so einiges wissenswertes über das Leben in Köln im 14 Jahrhundert. Nicht nur über das Apothekenhandwerk sondern auch über die Zusammenhänge im Stadtrat. Ich finde sowas immer spannend. Das tägliche Leben kommt auch nicht zu kurz und wird gut beschrieben. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet worden und sie entwickeln sich langsam weiter. Adelina und Nekals werden somit von Buch zu Buch vertrauter und fast ist es so als kehre man zu guten Bekannten nach Haus zurück. So baut ein Buch auf das andere auf und als Leser kann man zu schauen, was so alles im Hause von Adelina geschieht und wie sie leben.


    Der Krimi an sich ist gut aufgebaut und nachvollziehbar. Bis zum Schluss bleibt unklar, was hinter dem Mord steckte. Es hat Spaß gemacht mit Adelina zu raten und zu ermitteln wer und warum dahinter stand.


    Am Schluss gibt es noch ein erklärendes Nachwort der Autorin und ein Personenregister ist auch vorhanden, so dass der Leser den Überblick über die Vielzahl der Protagonisten behält. Ich mag solche Details sehr.


    Mein Fazit: „Verschwörung im Zeughaus“ ist ein weiterer gelungener, historischer Krimi aus der Feder von Petra Schier. Auch wenn die Schilderungen der Lebensumstände der Protagonisten auf einander aufbauen und man einiges verpasst, wenn man die Vorgängerbände nicht gelesen hat, kann man die Bücher auch einzeln lesen. Der Krimi in sich ist immer abgeschlossen, allerdings würde man sicherlich einiges im Leben von Adelina, Neklas und all den anderen wundervollen Protagonisten verpassen.


    1. Tod im Beginenhaus
    2. Mord im Dirnenhaus
    3. Verrat im Zunfthaus
    4. Frevel im Beinhaus
    5. Verschwörung im Zeughaus


    4ratten

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    Gleich zu Beginn möchte ich sagen „Verbrechen und Strafe“ hat mir nicht wirklich gefallen. Ich gebe für dieses Buch nur 2 Sterne, ich werde versuchen hier zu erklären warum. Ich möchte aber damit niemanden davon abhalten dieses Buch selbst zu lesen.
    Wobei geht es in dem Roman „Verbrechen und Strafe“? Es geht um den Studenten Raskolnikow der eine alte Wucherin umbringt. Warum handelt er so? Dieses Verhalten zu erklären und zu durchleuchten davon erzählt der Autor. Er gibt Einblicke in das Leben des Studenten und seine Denkweise. Er erzählt von dem Umfeld in dem Raskolnikow lebt. Dostojewski lässt jeden zu Wort kommen, der auch nur ansatzweise mit Raskolnikow kontakt hat. Sei es die Polizei, die das Verbrechen aufklären soll, oder Nachbarn oder seine Familie (er hat Mutter und Schwester) auch sein Freund darf sich ausführlich äußern. Es gibt Seitenweise Diskusionen mit Gesprächspartnern und auch die Gedankengänge der Protagonisten werden ausführlich geschildert. Die Leben aller Personen werden erzählt und sie haben nicht unbedingt was mit dem Verbrechen von Raskolnikow zu tun. Mir war das alles viel zu viel. Ich hatte Probleme überhaupt in die Geschichte hineinzufinden und mich mit den Protagonisten anzufreunden. Dann waren mir die Diskusionen zu lang und viel zu ausführlich und auch zu philosophisch. Ich fand einfach, dass das eigentliche Thema der Geschichte, (der Mord den Raskolnikow begann) zu kurz kam. Dostojewski ist mir im Laufe der Geschichte einfach zu sehr abgewichen und hat ausführlich von anderen Protagonisten erzählt. Der Autor hat wirklich jedes Detail von allen Seiten beleuchtet und der russische Erzählstil macht das Lesen nicht gerade einfacher. Es gibt für jeden Charakter etliche Kosenamen so dass es mir oben drein auch noch schwer fiel den Überblick nicht ganz zu verlieren. Hinzu kommt dann auch noch, dass russische Namen nicht immer leicht auszusprechen sind, was ich eigentlich nicht weiter tragisch finde, wenn mich denn die eigentliche Story fesselt was hier leider nicht der Fall war.


    Mein Fazit: Auch wenn „Verbrechen und Strafe“ ein Klassiker ist, ist er einfach nicht jedermanns Geschmack und für mich war das Buch einfach nichts. Ich fand ihn zu langatmig und dadurch teilweise einfach langweilig. Die zwei Sterne gibt es von mir, weil es eben ein Klassiker ist und ich die eigentliche Mordgeschichte sowie Aufklärung gut fand.


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    Inhalt: „Im Reich der Löwin“ ist der zweite Band zu der Lebensgeschichte um Richard Löwenherz von Silvia Stolzenburg. Es beginnt im März 1194, Richard ist von seinem Kreuzzug zurückgekehrt und aus der Geiselhaft entlassen. Nun gilt es das Reich zusammen zu halten. Doch sein Erzfeind Philipp II von Frankreich ist dabei seinen Machtbereich zu erweitern und hat sich einige englische Gebiete angeeignet. Richard Löwenherz lässt sich so was natürlich nicht gefallen und so kommt es zu diversen Kämpfen.


    Meine Meinung: Der Erzählstil der Autorin ist im Grunde einfach und flüssig zu lesen, allerdings hat sie sich dafür entschieden ihre Geschichte in mehreren Handlungssträngen zu erzählen, was beim Lesen ein wenig mehr Aufmerksamkeit erfordert. Ich mag so was aber und hatte dann auch meinen Lesespaß mit dieser Geschichte. Zum einen erzählt die Autorin von dem Leben Richard Löwenherz, von seinem Kampf um seine Herrschaftsgebiete, von seinem Privatleben und Vorlieben, zum anderen aber auch von fiktiven Charakteren, wie Roland Plantagenet dem Halbbruder des Königs oder Jeanne de Maine, eine adlige Jungfer. Die fiktive Handlung der Protagonisten ist gut ausgearbeitet und glaubwürdig dargestellt, sie fügt sich nahtlos in die historische Hintergrundgeschichte ein. Ich hatte meinen Spaß mit den Charakteren und ihrem Leben. Allerdings hat mich doch ein klein wenig gestört, dass es ziemlich viel Blutvergießen gab und ich beim Lesen irgendwie den Eindruck hatte, dass Leben würde sich nur in den Betten abspielen. Die Schilderungen bei Hofe und das Leben der Damen der Gesellschaft war dann aber auch wieder interessant. Vor allem die Figur der Königin Berengaria hat mir gut gefallen. Ihr Leben am Rande mit zu verfolgen fand ich gut. Ihr Erzählstrang hätte gern ausführlicher sein können, aber das gilt auch für einige andere Protagonisten. Eigentlich hätte das ganze Buch länger und ausführlicher sein dürfen, jeden Falls was die Lebensumstände der historischen und fiktiven Personen angeht. Ich lese sowas einfach immer wieder gern.


    Auch die Aufmachung dieses Hardcovers hat mir gut gefallen. Es gibt eine Karte, ein Personenregister sowie ein Nachwort der Autorin. Ein schönes Lesebändchen rundet den Gesamteindruck dann noch ab. Ich mag solche Details sehr. Auch das Cover finde ich für einen historischen Roman passend.


    Mein Fazit: „Im Reich der Löwin“ ist ein gelungener mittelalter Roman über das Leben von Richard Löwenherz oder zu mindestens könnte es so gewesen sein wie hier geschildert. Für alle Freunde historischer Romane eine unbedingte Buchempfehlung. Aber bitte vorher Teil 1 „Schwerter und Rosen“ lesen.


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    Inhalt: 1865: Es ist einige Tage nach dem der Bürgerkrieg Amerikas beendet ist. Die Frauen der Südstaaten Familie Weatherly müssen feststellen, dass ihnen nicht mehr viel zum Leben geblieben ist. Der Vater und der älteste Bruder sind tot und Eugenia trägt nun allein die Verantwortung für die Plantage und ihre verbliebenen Töchter Josephine und Mary. Der jüngere Bruder ist nicht in der Lage seine Rolle als Ernährer anzunehmen. Auch für die schwarzen Bewohner der Plantage hat sich einiges geändert. Lizzie und ihre Familie müssen ebenso lernen ihr Schicksal anzunehmen.


    Meine Meinung: „Am Anfang eines neuen Tages“ erzählt von dem Leben nach diesem Krieg. Davon wie schwer es war sich im Leben umzustellen und vor allem umzudenken. Die Sklaverei ist abgeschafft und die Familien müssen lernen selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Zunächst scheint es so, dass Fr. Austin hier die Geschichte zweier Familien erzählt zum einen eben die von den reichen Weatherlys, die im Krieg alles verloren haben und dann die von Lizzie, die als Sklavin geboren wurde und nun frei ist. Schnell wird klar, der Kampf ums überleben ist für alle gleich. Weder die weißen Herren noch die Schwarzen haben etwas zu Essen, es sei denn sie sorgen dafür, dass das Land wieder bebaut wird. Nicht nur an den einfachen Dingen des Lebens fehlt es, auch der Glaube an Gott und an die Gerechtigkeit ist vielen verloren gegangen. Die Autorin hat es einfühlsam geschafft ein Gefühl für diese Zeit und die vorhandene Not zu erzeugen. Ich war schnell gefangen und mitgerissen. Ihr Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen und es macht Spaß den Dialogen der Protagonisten zu folgen. Zu dem gefällt es mir wie die Autorin es schafft hier den christlichen Glauben mit einfließen zu lassen ohne dabei zu sehr abzuweichen. Sie zeigt wie tief der Riss in der Bevölkerung war, vor allem zwischen dem Norden und dem Süden und zwischen Schwarz und Weiß. Außerdem beschreibt sie eindrucksvoll wie schwer es den Menschen fiel sich mit der neuen Situation anzufreunden und einzulassen.


    Mein Fazit: „Am Anfang eines neuen Tages“ ist die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Familien, die aber trotz allem eine Menge gemeinsam haben. Schnell fühlt man sich in den Süden des 19 Jahrhunderts Amerikas katapultiert und mitten drin. Der Hass und die Liebe sind deutlich zu spüren. Die Handlungsweisen der Protagonisten nachvollziehbar und erklärbar. Die Charaktere gut ausgearbeitet und lebhaft gestaltet. Es war ein Lesevergnügen sie ein Stück ihres Weges zu begleitet. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Dies war zwar erst mein zweiter Roman von Lynn Austin aber ich bin von dieser Autorin begeistert und werde mit Sicherheit noch mehr von ihr lesen. Ich kann ihre Bücher wirklich nur empfehlen, vor allem wenn man, wie ich, gern gute historische Romane liest, die auf einem realen Hintergrund basieren und zudem auch den Aspekt des Glaubens berücksichtigen.


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    NeuGier ist der zweite erotische Roman von Alexa McNight. Das erste Buch „SehnSucht“ hatte mir schon gut gefallen und bei Neugier legt die Autorin noch einmal eine Schippe drauf. Sie erzählt aus dem Leben von Kate, einer jungen Schmuckdesignerin. Kate lebt in einer Beziehung mit dem Maler Henry, dieser steckt in einer Schaffenskrise, die auch ihre Beziehung belastet. Kate fühlt sich in ihrer Beziehung einfach nicht mehr wohl und dann begegnet ihr Jackson. Aus anfänglichem leichtem Telefongeplänkel wird schnell eine Affäre doch Jackson will eigentlich nur Sex. Die erotischen Abenteuer, die die zwei Protagonisten erleben sind Thema dieses Buches, sie werden ausführlich geschildert ohne dabei zu sehr zum Porno zu werden. Diese Szenen sind gut geschildert und umgesetzt. Es hat Spaß gemacht sie zu lesen, und man stellte sich schon mal die Frage, geht das?


    Die Rahmenhandlung ist auch in diesem zweiten Teil ausgefeilt. Kate in ihrem täglichen Leben zu sehen und mitzuerleben wie sie versucht ihr Leben zu meistern hat mir gut gefallen. Ihre Gefühle zu ihrem Partner und zu ihrer Freundin Jill waren nachvollziehbar und so hatte ich doch zwischendurch das Gefühl einen ganz normalen Roman zu lesen. Eben mit den täglichen auf und abs, dies hat mir aber gut gefallen. Ich mag es, wie hier das „normale Leben“ in einen erotischen Roman verpackt wurde.


    Mein Fazit: „NeuGier“ ist ein erotischer Roman für die Neugierigen Leser, die eben Spaß an Erotik haben und dabei auch einen guten Roman lesen möchten. Mir hat er wieder gut gefallen und ich freue mich schon jetzt auf den dritten Band dieser Reihe.


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    Das vorliegende Buch ist das Tagebuch des Funkers Richard Rommel aus dem zweiten Weltkrieg. Er hat versucht die Ereignisse so festzuhalten wie er sie erlebt hat. Er schildert von seinen Kriegserlebnissen, von der politischen Lage und vor allem von seinem Glauben zu Gott und wie er und seine Kameraden damit umgingen. Der Autor H.-D. Frauer hat die Tagebucheinträge zusammen gefasst, erläutert und unserer heutigen Schreibweise angepasst, außerdem gibt es noch jede Menge Fotos und auch Karten dieser Zeit.


    Ich fand es auf der einen Seite interessant zu lesen wie die Menschen die politische Lage erfassten, wie sie damit umgingen und was sie für sich daraus gemacht haben. Auf der anderen Seite war ich doch ziemlich deprimiert von den Ereignissen und wie mit den Menschen umgegangen wurde. Die Tagebucheinträge gewähren dem Leser einen wirklich guten Einblick in die Geschehnisse und man ist doch ziemlich schnell bei den Menschen. Richard Rommel schildert seinen Tagesablauf sehr genau. Er erzählt von den kleinen Dingen des Alttages, von den Kriegswirren, von der Freude wenn Heimatpost durchkam, von Menschlichkeit, als sie auf dem Rückzug auf sich allein gestellt waren und Hilfe brauchten, von der Kälte des russischen Winters und auch von den Schwierigkeiten die er und seine Kameraden wegen ihres christlichen Glaubens hatten.


    Mein Fazit: „Signale an der Front“ ist ein beeindruckendes Tagebuch über die Jahre von 1939-45. Es war interessant und deprimierend zugleich zu lesen und hat mich doch ziemlich nachdenklich zurückgelassen.


    4ratten


    EDIT: Betreff angepasst. LG, Saltanah

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    Inhalt: Ronan der 17jährige Königssohn aus Raukland soll den Thron einer kleinen Insel im Nordmeer erringen. Bedingung ist, er muss ein ganzes Jahr auf der Insel leben und dort einiges lernen und verstehen. Er wird dazu gezwungen Freundschaften einzugehen und Verbindungen zu erhalten. So muss er unter anderem, dem eher schüchternen Liam das Fechten beibringen. Schnell wird klar, dass ist nicht so einfach wie es am Anfang aussieht.


    Meine Meinung: Die Autorin Jordis Lank erzählt in einem flüssigen Erzählstil die Geschichte von Ronan, von Freundschaften und vom unerbittlichen Kampf gegen die Widersacher. Die fiktive Handlung ist dem Leben im Mittelalter nach empfunden.


    „Rauklands Sohn“ ist der Auftakt zu einer Trilogie und so lässt es die Autorin auch langsam angehen. Ronans Charakter tritt erst nach und nach zu Tage und er scheint schon jetzt mit seinen Aufgaben zu wachsen. Auch die anderen Charaktere sind gut dargestellt und einige waren mir ziemlich schnell sympathisch.


    Mir hat dieser erste Teil gut gefallen. Es hat Spaß gemacht Ronan auf seinen Weg in das Nordmeer zu begleiten. Ihm dabei zuzusehen wie er seine Aufgaben erfühlte oder eben doch scheiterte. Die Autorin baut ihren Spannungsbogen langsam auf und hält ihn dann bis zum Schluss. In dieser Geschichte ist nichts wirklich vorhersehbar. Allerdings gibt es auch einige Szenen, die nicht unbedingt etwas für zartbesaitete Leser sind. Die Autorin gibt interessante Einblicke in die Welt des Fechtens und darüber hinaus. Ich fand das spannend. So ganz nebenbei gibt es natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte, die eher am Rand des Geschehens stattfindet.


    Mein Fazit: „Rauklands Sohn“ ist ein gelungener Auftakt zu einer fiktiven Trilogie. Am Ende diesen ersten Teils stellt man sich als Leser unwillkürlich die Frage: Und? Wie geht es jetzt weiter? Band zwei erscheint ja dann in kürze. Ich bin gespannt.

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