Beiträge von Alice

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Unserer kleinen (11.000 Medien) aber gut und aktuell sortierten Bücherei würden so heftige Ausleihzahlen (50 pro Leser..) den Hals brechen. Bei Viellesekindern, die ihre Bücher allerdings auch schnell wieder "umtauschen" sehen wir das zahlenmäßig aber nicht so eng und wir bieten auch einen günstigen "Familienausweis" an, auf den mehr ausgeliehen werden darf.

    Es ist aber eben so, dass der Weg zur Bücherei in unserem "Großdorf" für niemanden wirklich weit ist..&

    Ich musste schon mal in einer Diskussion meine Meinung verteidigen, dass Michelle Obama ihr Buch wirklich selbst geschrieben hat - wovon ich nach wie vor völlig überzeugt bin. Und das nicht nur, weil kein Zweitautor drauf steht..

    Bemerkenswert finde ich, dass mir der "frühe" Teil, in dem es um ihre Kindheit und Jugend geht, sogar noch besser gefallen hat als der hintere, in dem man zuweilen merkt, wie sie "Rücksichten" nimmt - was man ihr hoch anrechnen darf.

    Ein bemerkenswertes Buch - und nicht nur als Zeitdokument und wegen Michelle Obamas großer Menschlichkeit, sondern auch rein als "Literatur".

    Also - mir gefallen ja "Instakummer" und "Elend".

    Hoffentlich bist Du froh, Saltanah , und siehst nicht mehr überall jenes.. ^^

    Unglaublich, wieviel Deutsch im Englischen steckt, wenn man nur den richtigen Blick dafür hat!! 8)

    "Frau Einstein" las sich flott hintereinander weg und ich melde es hiermit gleichfalls als "gelesen".

    Hoffentlich (:rolleyes:) hat es wenigstens realen Background, dass eine real existente Person wie Albert Einstein in seinem Verhalten hier als so völlig undifferenziert egoistisch, hinterhältig und rücksichtslos dargestellt wird - ein bisschen hatte ich die Befürchtung, dass das doch ein bisschen sehr der "Frauengeschichte" diente.. und die Sache mit der geklauten Grundidee der Relativitätstheorie ist schon eine starke Behauptung - auch wenn die Autorin im Nachwort das Fiktive betont.

    Dass es aber eine "andere Seite der Medaille" bei Einsteins Karriere gibt, das ist wohl ganz zweifellos so.

    Fehlerhafte Grammatik (JA, gibt es tatsächlich..)

    Schlechter Stil.

    Zu durchsichtig konstruierte Handlung.

    Kitsch.

    Effekthascherei.

    Selbstbeweihräucherung (in geeigneten Genres..).

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    Karen Duves Darstellung einiger lebensbestimmender früher Jahre der Annette von Droste-Hülshoff ist ein (für mich äußerst gelungener) Balanceakt zwischen romanhafter und historisch korrekter Darstellung.

    Obwohl die Autorin großen Wert darauf legt, Handlungsweisen und Gedankenwelt der Personen "zeitgerecht" darzustellen, sind die Figuren doch in ganz hohem Maße innerlich lebendig und auch historische Persönlichkeiten erfrischend "unverstaubt" dargestellt.

    Alle außerhalb des direkten Umfelds von "Nette" beschriebenen Szenen dienen dem Verständnis der späteren titelgebenden Vorkommnisse, die Handlung wird also trotz der verwirrendenden Vielfalt der mütterlichen Verwandtschaft (der Stammbaum am Anfang des Romans ist da sehr hilfreich..) nie ausschweifend, sondern bildet ein organisches Ganzes. Der lakonische Erzählton hat mir sehr gefallen - er wird nie aufdringlich und verhilft dem Ganzen zu zahlreichen dezent humorvollen Stellen.

    Die intensive Personenrecherche von Karen Duve, einschließlich etlicher erhaltener wörtlicher Zitate einzelner "Prominenter", die organisch eingefügt sind, ergibt einen sowohl informativen als auch "gefühlten" Einblick in diese jetzt schon seit 200 Jahren vergangene Zeit und einen völlig neuen Blick auf Annette von Droste-Hülshoff. Für mich jedenfalls war sie vorher nur eine etwas melancholisch blickende steife Gestalt auf historischen Porträts oder dem 20DM-Schein. Überraschung: Sie war ein Nerd. Und sie wurde gemobbt.

    Der Gesang der Flusskrebse

    Dieser Titel verursacht ein merkwürdiges kindisches Kopfkino bei mir:

    Eine Reihe Krebse, aufrecht Schere in Schere wie Line-Dancer, bei inbrünstigem Chorgesang.. :/


    Klingt aber (ansonsten) sehr interessant - ich werde Ausschau halten, ob Du was dazu schreibst.

    Hier kommt das zweite Buch:

    Paul Murray - Skippy Dies


    - ich bin aber sehr unsicher, ob es wirklich noch mehr werden; bei Annie Proulx Kurzgeschichten habe ich mich schon bei der ersten sehr schwer getan und das vierte Buch liegt ja darum noch herum, weil ich bereits 2x (!) nach nicht-so-vielen Seiten interessemäßig gescheitert bin.. echte Leichen halt.. ?(

    Für die beiden gelesenen Bücher allerdings hat sich TAMKA schon gelohnt. <3

    Dieses Buch, das ich im englischen Original gelesen habe (was dieses Mal meine Lesegeschwindigkeit definitiv herabgesetzt hat, da der Stil so eigenwillig ist..), war dadurch noch mal eindrucksvoller für mich, dass ich - rein zufällig! - anfangs dazu einen Roman parallelgelesen habe, der sich mit diesem inhaltlich in weiten Teilen auf schon geradezu unheimliche Weise ergänzt:

    John Boyne - Die Geschichte der Einsamkeit

    ..aber vor Allem auch um den Umgang von Institutionen, die sich selbst glorifizieren, mit Schuld - und um ihr (fragwürdiges) Selbstverständnis, das in zahlreichen Szenen entlarvt wird.


    Während sich John Boynes (sehr guter!) Roman auf die Sicht des erwachsenen Protagonisten beschränkt (und damit deutlich leichter "lesbar" ist), geht Paul Murray viel weiter: In einem stilistischen Kaleidoskop versucht er nachzuempfinden und darzustellen, was so alles in einem Teenagerhirn vorgehen kann, wenn es dem Reifeprozess, einer Menge an Hormonen und auch Drogen ausgesetzt ist. Das ist zuweilen krass bis zur Schmerzgrenze.. der Stil erinnert da mitunter an ein Schlagzeugsolo.

    Je weiter man im Roman lesend fortschreitet, desto mehr kann man die kunstvolle Art würdigen, auf die Paul Murray seine Erzählfäden führt - definitiv lohnend, wenn man sich drauf einlässt.


    4ratten+:marypipeshalbeprivatmaus:

    Was braucht ein Buch, um in euren Augen bestehen zu können und für absolut gut befunden zu werden?

    Eine Frage, die ich mir auch schon lange stelle, gerade im Hinblick darauf, dass ich sehr unterschiedliche Bücher lese..

    Mein Fazit:

    Es muss echt sein und der Schreibstil passend.