Beiträge von Seoman

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    Oh ja stimmt, das war wirklich arg überzogen. Aber ich glaube da muss man sich einfach drauf einlassen, wenn man ein Eschbach-Buch liest. Ich hatte da schon manchmal das Gefühl, dass er sich auf Teufel komm raus das unrealistischste Szenario ausdenkt - wahrscheinlich um den Leser auf jeden Fall überraschen zu wollen (auf sowas kommt ja sonst niemand).


    - Das Ende. Nein, es stört mich nicht, dass es zum Teil offen bleibt, aber es gibt doch einen Aspekt, der mich gestört hat. Ich werde ihn nicht nennen, weil ich nichts verraten möchte, aber ich wollte doch erwähnt haben, dass das Ende mich nicht vollständig befriedigt hat.


    Na dann verrat es doch mit Spoilerschutz. Ich habe das Buch vor längerem auch gelesen und mag jetzt schon wissen, was am Ende denn gestört hat. :winken:


    Seoman

    Dave Eggers bringt mit diesem Roman viele aktuelle Entwicklungen sehr gut auf den Punkt. Ein Bereich der weiter oben schonmal angesprochen wurde ist die Arbeitswelt. Hier werden zwei Bereiche angesprochen, die ich auch jetzt schon in meinem Job (zumindest in Ansätzen) so mitkriege.


    Da gibt es diesen schönen Trend der "Arbeit unter Freunden". Firmen bieten Freizeitaktivitäten an, organisieren Veranstaltungen für Mitarbeiter, sportliche Aktivitäten werden angeboten und so weiter. Die Idee dahinter ist klar, Mitarbeiter, die sich gut kennen und verstehen arbeiten auch besser miteinander. Problematisch wird das dann, wenn es eben Mitarbeiter gibt, die sich immer weniger leiden können, je näher sie sich kennenlernen oder wenn jemand gar kein Interesse an solchen Veranstaltungen hat. Der Druck an diesen Veranstaltungen teilzunehmen wird dann langsam erhöht.


    Ebenfalls im Buch angesprochen werden Punktesysteme zur Steigerung der Motivation und zur Bewertung der Arbeit, oft mit dem schönen Wort "Gamification" beschrieben. Hier wird Maes Arbeit in Punkten bewertet, Punkte erhält sie durch Bewertungen ihrer Kunden, je mehr sie arbeitet desto mehr Punkte kann sie auch erreichen. Solche Systeme klingen erstmal nett, erinnern an Computerspiele - nur geht es hier eben nicht um ein Spiel sondern um die Arbeit im realen Leben. Gerade die bewertbarkeit der Arbeitsleistung durch ein solches Punktesystem erhöht den Stress extrem.


    Oft wird davon gesprochen, dass Berufliches und Privates immer mehr zusammenwächst. Bei Mae Holland ist es eher so, dass der berufliche Teil den bisherigen privaten Teil komplett verdrängt und durch einen neuen ersetzt - eben einen privaten Lebensteil, der für die Interessen der Firma optimiert ist.


    Seoman


    Aber je weiter die Geschichte erzählt wurde, desto mehr hatte ich den Eindruck, als ob es sich hier um ein Geschichtsbuch handeln würde. die persönlichen Geschichten traten in den Hintergrund. Vielleicht lag es daran, dass der dritte Teil die bis jetzt längste Zeitspanne umfasst, in der auch so unglaublich viel passiert ist.


    Dem kann ich mich nur anschließen. Durch den vorgegebenen (langen) Fahrplan der geschichtlichen Ereignisse bleibt hier wohl einfach zu wenig Platz für einen Roman. Wenn dann auch noch nahezu alle Hauptfiguren hauptsächlich damit beschäftigt sind, mit jemandem zu schlafen bleibt endgültig kein Platz mehr für eine tiefer gehende Handlung. Ich habe da nichts gegen, aber hier finde ich es doch arg übertrieben. Eine kurze Auflistung spare ich mir mal, das könnte hier glatt als Spoiler durchgehen denn weitere Spannungselemente gibt es nicht.


    Je weiter man sich durch die Kapitel quält, desto deutlicher wird die Checkliste, die hier einfach abgearbeitet wird. In den beiden ersten Bänden der Trilogie war da noch deutlich mehr Platz für die Protagonisten, gerade im ersten Band hat das Einbetten der Personen in die geschichtliche Rahmenhandlung noch gut funktioniert. Vielleicht liegt es daran, dass wir die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts noch deutlich präsenter in Erinnerung haben, vielleicht ist gerade in der Zeit auch einfach viel zu viel passiert.


    Nein, das war nichts...


    Seoman


    Parallel:
    Andreas Eschbach - Herr aller Dinge
    Erik Axl Sund: Krähenmädchen


    Parallel lesen können wir Menschen gar nicht, selbst wenn wir vorgeben etwas gleichzeitig zu tun zerstückeln wir die Tätigkeiten und führen sie nacheinander aus. :belehr::zwinker:


    Herr aller Dinge hat mir gut gefallen, viel Spaß damit...


    Seoman

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    Dan Simmons scheint Gefallen an Schnee und Eis gefunden zu haben. Ging es in "Terror" um Sir John Franklins Versuch die Nordwestpassage zu finden, so handelt "Der Berg" von einer Expedition zur Besteigung des Mount Everest in den 1920er Jahren. Der Originaltitel (The Abominable) lässt wohl etwas mehr Spielraum für Interpretationen. Das Adjektiv abominable bedeutet etwa scheußlich, entsetzlich, The Abominable Snowman ist der Yeti. Dan Simmons spielt hier ein wenig mit den Erwartungen des Lesers, dazu später mehr.


    Im Epilog erzählt Dan Simmons von seinen Recherchen zu einem Buch über eine Expedition zum Südpol, während der er den amerikanischen Bergsteiger Jake Perry in einem Seniorenheim besucht. Der gealterte Abenteurer erwähnt, dass er gerne einen Teil seiner Lebensgeschichte niederschreiben möchte und eben diese Geschichte erhält Simmons Jahre später per Post. Der kurze Epilog schafft zweierlei:
    Als Idee zum eigentlichen Antarktis-Roman erwähnt Simmons einen Angriff von Monsterpinguinen - damit kann im Roman auf dem Mount Everest alles passieren, lächerlicher als ein Angriff von Monsterpinguinen kann es eigentlich nicht werden.
    Außerdem schafft die Begegnung im Seniorenheim einen realen Hintergrund für die folgende Geschichte, eben das wirkte auf mich aber etwas aufgesetzt. Der folgende Roman ist eben doch ein Dan Simmons-Roman und nicht mehr.


    Und dann geht es auch schon los, wir befinden uns auf dem Matterhorn, einer der Teilnehmer der Expedition ist der Amerikaner aus dem Epilog (in jungen Jahren, wir schreiben das Jahr 1925). Ich habe keinen Bezug zum Bergsteigen, aber in der Beschreibung der Technik, des Vorgehens und vor allem der Gefühle der Bergsteiger gegenüber dem Berg wird die Faszination und die Liebe zum Bergsteigen deutlich, man fühlt richtig mit.


    Noch auf dem Matterhorn erreicht die Nachricht von tödlich verunglückten deutschen und englischen Bergsteigern am Mount Everest die Gruppe. Die drei nutzen die Gunst der Stunde, reisen zur adligen Mutter des verunglückten Engländers und lassen sich von ihr die Expedition zum Mount Everest finanzieren. Das vornehmliche Ziel ist es, die Leiche des Engländers zu finden, natürlich denken die drei Abenteurer auch daran, als erste Menschen den Gipfel zu erreichen.


    Die Planung der Reise wird im englischen Club durchgeführt, hier erinnert die Atmosphäre sehr an einen Jules Verne-Roman. Während dieser Planungen kristallisieren sich die Eigenheiten der Charaktere heraus - der militärisch planende Richard Deacon, der technisch begabte Franzose Jean-Claude, immer auf der Suche nach neuer Ausrüstung und natürlich der amerikanische Felskletterer Jake. Nach weiteren Recherchen (unter anderem auch in Deutschland) und Kletterübungen an Fels und Eis geht das Abenteuer dann endlich los.


    Die Beschreibung der Expedition selbst, zu der noch der Arzt Dr. Pasang, die Plantagenbesitzerin Reggie und viele Sherpas hinzustoßen ist dann einfach großartig. Man fiebert mit, spürt die Kälte, empfindet die beginnende Höhenkrankheit und nimmt gedanklich an der Planung der nächsten Schritte teil. Auch hier spielt Dan Simmons immer mal wieder mit den Erwartungen des Lesers (der Vergleich zu "Terror" drängt sich ja auf), baut geschickt Fallen in die Story ein und schafft es trotzdem nie ins Lächerliche abzugleiten (keine Angst, es gibt keine Monsterpinguine).


    Auch wenn die Geschichte am Ende die ein oder andere Wendung nimmt, die ich gar nicht mehr gebraucht hätte, hat mich das Buch bis zum Schluss gefesselt. Großartig!


    5ratten


    Seoman

    Vor Jahren habe ich Dan Simmons "Terror" mitten im Sommer auf dem Balkon gelesen. Da konnte ich mich in die eisige Umgebung der Handlung nur schwer hineinfühlen. Eigentlich wollte ich aus diesem Grund noch etwas warten, das Wetter hat sich aber freundlicherweise schon jetzt im Juli dem Buchcover angeglichen:


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    Dan Simmons - Der Berg