Beiträge von louzilla

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Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Vielleicht liegt dein Unbehagen daran, dass Frau Oesterreicher, die die Gespräche ja wiedergibt, keine naturwissenschaftliche Vorbildung hat und sich sehr allgemeinverständlich ausdrückt?


    Nein, ich finde unseriös, was ich kursiv als Beispiel genannt habe, nämlich dass Fachbegriffe verwischt und trivialisiert werden. Es wird nur von Unschärfe gesprochen. Ich denke, auch wenn man das Kind beim Namen nennt, würde es die Leser nicht abschrecken (und wenn doch, dann ist es die falsche Zielgruppe) oder sie würden es deshalb nicht weniger verstehen.


    Wie habt ihr das gemessen?
    Zwischen psychedelischen Tendenzen (denen ich Dürr nicht zurechne) und Spiritualität besteht ja auch noch ein Unterschied.


    :lachen: Gemessen haben wir das nicht, aber eine solche Untersuchung wäre interessant und aufschlussreich :elch:.
    Ich beziehe mich darauf, dass man entdeckt hat, dass Glaube und Spiritualität in einem bestimmten Bereich des Gehirns entsteht. Und ich beziehe es deshalb darauf, weil eben bei diesen Diskussionen deutlich wurde, dass tendenziell mehr Physiker (und weniger Chemiker) Wissenschaft und Glauben vereinbar fanden. Und auch Einstein hat beispielsweise in seinen Aussagen mehrfach Gott thematisiert... Das soll jetzt nicht heißen, dass Chemiker (ich spreche nicht im Allgemeinen, sondern von den Leuten meines damaligen Umfeldes) alle Atheisten sind. Diejenigen, die das nicht sind, trennen Wissenschaft und Religion nur eher in zwei unabhängige Bereiche.


    Der Punkt ist, dass ich gerne wüsste, warum das so ist. Mein Verdacht ist, das liegt vielleicht schon an quantenphysischen Erkenntnissen...? Und an diesen Erkenntnissen würde ich gern ohne Physikstudium teilhaben. Leider wird mir in diesem Büchlein nur Geschwafel präsentiert. Es werden sehr interessante Themen aufgeworfen und Fragen gestellt, aber dabei bleibt es leider.

    So, hab jetzt einige Seiten gelesen und weiß noch nicht ganz, was ich von diesem Büchlein halten soll.


    Dürr und Oesterreicher sitzen am Strand und unterhalten sich über Quantenphysik - so ist das Ganze aufgezogen. Dabei wird zunächst ein kurzer Abriss der Entwicklung der Atommodelle gegeben, um schließlich beim Wellencharakter des Elektrons zu landen. Soweit war ich als Chemikerin auch schon. Was mich stört, ist, dass einiges nicht beim Namen genannt wird, zum Beispiel die Heisenbergsche Unschärferelation. Das finde ich unseriös.
    Außerdem wird, wenn's nämlich ans Eingemachte geht, nur vage rumgeschwafelt, was Dürr absurderweise abstreitet und es dann doch tut: "Die moderne Physik ist nicht so, dass sie nur verschwommen schwafelt und nicht imstande ist, feste Aussagen zu machen. Wir können sehr genau rechnen." Bravo!


    Was ich ganz allgemein bemerkenswert finde, ist, dass es nur bei Physikern (von den Naturwissenschaftlern) zu solch psychedelischen Tendenzen kommt. Wir (Chemiker und Physiker) haben damals im Studium oft über das Verhältnis Wissenschaft - Glauben "philosophiert" und da wurde deutlich, dass Physiker in dem Gehirnareal, das Glauben und Spiritualität erzeugt, erhöhte Aktivität aufzuweisen scheinen. Möglicherweise wird mir durch die Lektüre noch klar, woran das liegen könnte.

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    Beschreibung
    Schönheit, so meinte man lange zu wissen, habe in der Evolution nichts zu suchen, sei bestenfalls schmückende Zutat oder Handicap beim Kampf ums Überleben. Heute wissen wir: Schönheit ist nicht nur „Äußerlichkeit“, sondern verweist auf ein inneres Potential. Weit davon entfernt, lediglich Anpassung zu sein, ist sie ein echter Ausdruck von Individualität.
    In seinem neuen Buch zeigt der bekannte Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf, wie eng die natürliche mit der sexuellen Auslese zusammenhängt, bei der Attraktivität die entscheidende Rolle spielt. Seine Schlussfolgerung: Schönheit und Schönheitsempfinden haben klare biologische Funktionen. Schon Tieren müssen wir Ästhetik zubilligen. Und auch die Rolle, die sie in der Evolution des Menschen spielt, bedarf einer radikalen Neubewertung. Die Kunst, so hat der französische Filmemacher François Truffaut einmal gesagt, bestehe darin, mit schönen Frauen schöne Dinge zu tun. Sollte er damit auch die Grundlagen des Ästhetischen beim Menschen beschrieben haben?


    Meine Meinung
    Nach seitenlanger Lektüre über Beschreibungen von Pfauen, Enten und Hirschen und über das Verhältnis der Menschen untereinander und zu den Affen, musste ich dieses Buch leider weglegen. Es werden zahlreiche (interessante) Fragen aufgeworfen, leider wird keine einzige wirklich beantwortet. Die Antworten reduzieren sich auf:


    [li]...weil das Weibchen wählt.[/li]
    [li]Die erfolgreichsten Merkmale setzen sich durch.[/li]
    [li]Konkurrenz[/li]


    Ich habe mehr erwartet (unter anderem Erkenntnisse aus der neuesten Forschung) als irgendwelche Binsenweisheiten und Allgemeinplätze. Aber vielleicht habe ich ja gerade diese Stellen nicht gelesen...


    Fazit: Zeitverschwendung.


    1ratten


    Was mich sehr erstaunte war das Wiederauftauchen von Le Bas. Man hatte fast den Eindruck, er wolle etwas von Jenkins, sein Zögern und die teilweise Umkehr, nachdem er Jenkins bereits verlassen hatte.


    Ja, finsburys Vergleich dazu ist wirklich treffend! Ich hab die ganze Zeit erwartet, dass er noch irgendetwas ultra Wichtiges sagt, weil er die ganze Zeit während seines Besuches so unentschlossen und deplatziert wirkt. Aber es kommt nichts - das fand ich befremdlich. Die ganze Szene trägt zumindest zu dem Eindruck bei, dass die Schulzeit endgültig vorbei ist.




    Sehr amüsant fand ich die Verwechslung mit Madame Dubuisson. Jenkins wirkte durch dieses Verhalten sehr unreif und unerfahren. Und dadurch, dass er sich nachher auch noch fast einredete, dass vielleicht Madame Dubuisson das Objekt seiner Begierde gewesen sein könnte, zeigte für mich, wie sehr er noch sehr unreif ist und sich Gefühle fast einredet.


    Wir lachen ja alle über Jenkins' Aktion, aber was hat er für andere Möglichkeiten? Die Verwechslung zugeben? - Peinlich für ihn, verletzend für Madame Debuisson. Abbrechen und stiften gehen? - Noch peinlicher. So gesehen hat er eigentlich kaum eine Wahl, um sein Gesicht zu wahren und ihre Gefühle nicht zu verletzen.


    Mich hat diese Szene an Horace Slughorn erinnert, der im fünften Harry Potter vielversprechende Schüler und solche mit interessanten Verbindungen zu Teekränzchen bei sich versammelt. Es wäre interessant zu erfahren, ob Rowling hier Anleihen bei Powell genommen hat, oder ob dieser Lehrer - Typus an englischen Internaten/Colleges öfter vorkommt.


    Ich denke, solche Zirkel gibt es überall, sowohl an Universitäten wie auch in Firmen oder anderen Institutionen, in denen man aufsteigen kann. Es ist von daher wenig verwunderlich, dass so etwas öfter in der Literatur vorkommt. Beim Lesen hatte ich auch ein Deja-vu, aber ich konnte es nicht einordnen. Harry Potter kann es in meinem Fall nicht sein...


    Es stimmt natürlich, dass Jenkins mangels eigenem Wissen nichts von der Streitursache der Skandinavier erzählen konnte, aber da zeigt sich für mich wieder der grundlegende Fehler in der Wahl der Erzählperspektive - ich finde ihm hätte ein allwissender Erzähler besser getan.


    Die Erzählperspektive finde ich passend, sie wird aber nicht richtig genutzt. Zum Beispiel der Streit zwischen den Skandinaviern: Es wäre gar nicht schlimm, dass wir den Anlass nicht erfahren, wenn Jenkins beispielsweise durchblicken lassen würde, dass er Debuisson nicht glaubt und den tatsächlichen Grund des Streits einfach nicht herausfinden konnte. Das würde ihn näher ans Geschehen rücken, ihn selbst greifbarer, menschlicher machen.


    Das Problem ist, dass der Erzähler die Distanz eines auktorialen Erzählers hat, aber der Leser eben nicht alles erfährt, wie es bei dieser Perspektive der Fall wäre. Gleichzeitig ist diese Distanz für eine Ich-Perspektive unpassend und irgendwo auch unglaubwürdig.

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    Beschreibung


    Der zwölfbändige Zyklus „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ ― aufgrund seiner inhaltlichen wie formalen Gestaltung immer wieder mit Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ verglichen ― gilt als das Hauptwerk des britischen Schriftstellers Anthony Powell und gehört zu den bedeutendsten Romanwerken des 20. Jahrhunderts. Inspiriert von dem gleichnamigen Bild des französischen Barockmalers Nicolas Poussin, zeichnet der Zyklus ein facettenreiches Bild der englischen Upperclass vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die späten sechziger Jahre. Aus der Perspektive des mit typisch britischem Humor und Understatement ausgestatteten Ich-Erzählers Jenkins ― der durch so manche biografische Parallele wie Powells Alter Ego anmutet ― bietet der „Tanz“ eine Fülle von Figuren, Ereignissen, Beobachtungen und Erinnerungen, die einen einzigartigen und aufschlussreichen Einblick geben in die Gedankenwelt der in England nach wie vor tonangebenden Gesellschaftsschicht mit ihren durchaus merkwürdigen Lebensgewohnheiten. So eröffnet Powell seinen „Tanz“ in dem Band „Eine Frage der Erziehung“ mit Szenen der Jugend: Jenkins in der Abschlussklasse des College, während eines Sprachaufenthalts in Frankreich sowie beim Five O’ Clock Tea seines Universitätsprofessors.


    Meine Meinung


    Im ersten Band der zwölfteiligen Reihe begleiten wir den Ich-Erzähler Jenkins auf seinem Weg vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen.
    Der Roman ist in vier Kapitel unterteilt. Im ersten Kapitel erleben wir das Ende von Jenkins Internatszeit, das zweite Kapitel befasst sich mit diversen gesellschaftlichen Besuchen von Jenkins bei Internatskameraden, im dritten Kapitel begleiten wir ihn bei einem Frankreichaufenthalt und im vierten Kapitel schließlich erleben wir ihn zu Beginn seiner Studienzeit an der Universität.


    Der Roman setzt sich hauptsächlich aus den Beobachtungen des unmittelbaren gesellschaftlichen Umfelds von Jenkins zusammen. Dabei werden Verhaltensweisen Einzelner, gesellschaftliche Interaktionen, Gewohnheiten und Mechanismen und Charaktere auf amüsant-ironische Art betrachtet, ja kritisiert.


    Die Sprache ist blumig und komplex, aber nicht übertrieben oder gewollt kompliziert. Man muss sich zunächst ein wenig einlesen und insgesamt erfordert die Lektüre Konzentration, trotzdem ist sie ein Vergnügen! Es gibt zahlreiche witzige Episoden, die über das schwer verdauliche zweite Kapitel, das ein wenig von der Erheiterung auslösenden Erzählweise der anderen Kapitel einbüßt, hinwegsehen lassen.


    Kritikpunkte: Der Ich-Erzähler, obwohl der beschriebenen Gesellschaftsschicht zugehörig und mitten im Geschehen, wirkt merkwürdig distanziert oder sogar unbeteiligt. Wir erfahren so gut wie nichts über ihn, Informationen bezüglich seines Familienhintergrundes werden bewusst ausgespart. Auch scheint er keine eigene Haltung zu vertreten und man hat manchmal das Gefühl, dass er seinem eigenen Leben nur beiwohnt.
    Des Weiteren bleiben einige Geschehnisse unaufgeklärt, da auch hier der Ich-Erzähler unbeteiligt und ohne Neugier bleibt. Schließlich hätte ich mir etwas mehr Atmosphäre gewünscht, Landschafts-, Natur-, Wetter- oder Umgebungsbeschreibungen kommen etwas zu kurz.


    Trotz der Kritik überwiegt jedoch das Lesevergnügen!


    4ratten


    Es heißt ja sogar am Anfang des 3. Kapitels "Jean Templer, with whom I decided to be in love with". Vielleicht wollte er einfach auch einmal eine Liebesgeschichte haben und hat sich dafür eben Jean ausgesucht, weil das die einfachste und greifbarste Kandidatin war. :smile:


    Das ist interessant und viel eindeutiger! In der deutschen Ausgabe steht: "[...] in die ich mich, wie ich fest überzeugt war, verliebt hatte, [...]".
    Das ergibt ja einen ganz anderen Sinn!