Beiträge von Sagota

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Geheimnisse auf der Isle of Skye


    Der Roman "Das Geheimnis der Hyazinthen" von Claudia Romes erschien (tb, 2021) im Aufbau-Verlag und hat zwei unterhaltsame Liebesgeschichten, Geheimnisse um den verwilderten Garten eines Cottages auf der schottischen Isle of Skye sowie einige andere Themen mehr zum Inhalt.


    Lilly Warren, Anfang 30, lebt in Edinburgh und pflegt ihre schwer an Krebs erkrankte Mutter, obgleich sie drei Jobs gleichzeitig hat, um über die Runden zu kommen. Sie hat ein sehr innigliches und herzliches Verhältnis zu ihrer Mutter Iris, die sehr wohl mitbekommt, wie Lilly mittlerweile am Rande ihrer Kraft ist, obgleich Iris seit Kurzem in einem Pflegeheim umsorgt wird. Iris würde sehr gerne noch einmal die Blüte einer sehr seltenen Hyazinthe sehen, die damals in ihrem Cottage in Portree, Isle of Skye in ihrem Garten stand und bittet Lilly, nach Portree zu fahren und die Pflanze mitzubringen. Nach einigem Zögern (allzu verständlich, denn wer lässt gerne einen todkranken geliebten Menschen alleine, entfernt sich von ihm) willigt die Tochter ein und begibt sich auf den Weg auf die Insel, in der sie ihre ersten Lebensjahre verbrachte: Sie findet ein recht verwildertes Cottage vor und stellt fest, dass Liam McTavish, der Sohn des Besitzers einer großen Destillerie und ihr seit Kindheitstagen eher verhasst, da er ein Schnösel war, darin wohnt. Liam bietet ihr seine Hilfe an und so machen sich beide gemeinsam auf die Suche nach der seltenen Hyazinthe:


    Wird es ihnen gelingen, sie zu finden und war es maßgeblich der einzige Wunsch von Iris - oder steckte womöglich mehr hinter der Reise nach Portree, auf die sie ihre Tochter Lilly schickte?


    Das muss der geneigte Leser selbst herausfinden und stellt dabei fest, dass es hier um ein Familiengeheimnis geht, das in der Vergangenheit liegt und von Iris zeitlebens gehütet wurde. Trotz gegensätzlicher Herkunftsgeschichten stellt Lilly fest, dass Liam sich doch positiv verändert hat und lernt Di, eine damalige Freundin ihrer Mutter kennen, die ihr einen guten und wegweisenden Rat gibt....


    Lilly, Iris und Liam sind sympathisch gezeichnete Figuren; auch Di hat mir sehr gut gefallen, da sie Iris eine gute Freundin war im "Sommer ihres Lebens", 1986. In diesem Jahr spielt eine der zwei Liebesgeschichten; in der Gegenwart die von Lilly und Liam. Manches ist zwar vorhersehbar, jedoch schmälert dies die Lesefreude nicht: Der Roman, der mit einem Epilog schließt, ist sehr flüssig geschrieben und leuchtet die einzelnen Charaktere gut aus. Die Themen sind recht vielfältig und das wunderschöne Setting auf der schottischen Insel Skye ist natürlich gut gewählt.


    Fazit:


    Ein schöner Liebesroman, atmosphärisch und nicht ins Triviale abgleitend, um Glück, die Liebe, aber auch Krankheit, um Familiengeheimnisse, um zu sich selbst finden und über Menschen, die "einen zum Blühen bringen" (was ich besonders schön fand), ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Auch die Zeit als unser kostbarstes Gut spielt eine Rolle und die Liebe zur Natur. Von mir erhält dieser lesenswerte Frauen- und Beziehungsroman 4* und eine Empfehlung an alle, die diese Themen lieben.


    4ratten

    Meine Geistergeschichten finde ich nicht. Aber mir ist ein anderes Buch in die Hände gefallen: "Das Geisterspiel" von Andrew Taylor.

    Diesen Autor fand ich mal klasse: Es gibt eine "Lydmouth-Trilogie" von ihm, die mochte ich sehr.... kennst Du die?

    Anne

    Teile dieses Briefwechsels habe ich kürzlich in einem anderen Buch gelesen... Viel Spaß bei der interessanten Lektüre!


    Ich habe mir (Pos. 1) heute einen Vorbesteller in der Biblio abgeholt und 4 weitere ausgeliehen:

    Albert Kitzler - Vom Glück des Wanderns

    Milena Agus - Magie der Leidenschaft

    Susan Wiggs - Die Buchhandlung zum Glück

    James Marrison - Das Mädchen im Fenster

    Kate Saunders - Das Geheimnis von Wishtide Manor (Bd. 2 heute bei booklooker bestellt ;))


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    War ich bereits von "Offene See" des schottischen Autors Benjamin Myers sehr begeistert; steht "Der perfekte Kreis" dem vorigen Roman in nichts nach: Hier entführt uns Myers in die Welt der sagenumwobenen Kornkreise in England und zu zwei sehr interessanten jungen Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eines gemeinsam haben: Den Mythos um die Kornkreise zu nähren und nach Schönheit zu streben (dabei jedoch nie die Wahrheit zu offenbaren). So lassen uns die beiden, die eine tiefe Freundschaft verbindet, an ihren Kornkreis-Projekten teilhaben:


    Südengland im Sommer 1989


    Redbone und Calvert, jene beiden Freunde, um die es im Roman geht (und um so vieles mehr, dass eine Rezension nicht ausreicht), die sich schon länger kennen, begeben sich wieder im Verlauf des Sommers '89 auf ihre "nächtlichen Missionen", um Großes zu erschaffen, um Kornkreise in die vollreifen (und später dürregeplagten) Felder Südenglands zu arbeiten, die sich immer auf eine Nacht erstreckt.


    Redbone, ein früherer Punker und als Relikt aus dieser Zeit momentan in seinem VW-Bus lebend, ist oft in Erinnerungen versunken, etwas "versponnen", vom Mond gebannt, geht gemächlichen Schrittes durchs Leben und ersinnt (oftmals in bewusstseinserweitertem Zustand) die unglaublich komplexen, sich steigernden, ideenreichen Muster, die in seinem Kopf entstehen, die er in Plänen entwirft (die später als potentielle Beweismittel stets entsorgt werden) und die er seinem Freund Calvert kurz vor ihrer jeweiligen nächtlichen Mission als Skizze zeigt, die er stets freihändig und ohne Hilfsmittel entwirft. Er lehnt (aus seiner Vergangenheit resultierend) Obrigkeiten stets ab und das Anlegen und Schaffen der Kornkreise ist für ihn ein Akt der Befreiung, gegen die Ordnung zu verstoßen.


    Calvert ist im Gegensatz zu Redbone eher introvertiert. Versteckt aus eigenen Gründen sein Gesicht stets hinter einer Sonnenbrille und einem Rauschebart und sucht für ihr Vorhaben stets mit militärischer Präzision (er war bei einer Spezialeinheit des SAS und wurde viele Jahre militärisch gedrillt) die geeigneten "Leinwände" (Felder) aus, die möglichst abgelegen platziert sind, so dass mit keinen unvorhergesehenen Störungen von außen zu rechnen ist.

    Er lebt in einem winzigen Haus, ist im Winter eher depressiv und teilt die Vorfreude des Freundes auf den Sommer, besonders auf ihre nächtlichen Missionen, in denen sie immer besser werden.


    Wir erleben nun die beiden in den Nächten, in denen das jeweilige Kornkreisprojekt praktisch umgesetzt wird - vom Alton-Kenneth-Pfad über ein Sonnenpendel, ein Wal und eine Schnecke bis hin zu dem Throstle-Henge-Asteroidencollier und dem opus magnum: Dem Honigwabe-Doppelhelix-Projekt; allen ist jeweils ein Kapitel gewidmet. Amüsiert liest man die Zeitungsberichte am nächsten Tag, die ein Teil des Vergnügens von Redbone und Calvert darstellen und sozusagen ein Teil des Lohns ihrer schweißtreibenden Arbeit. Wobei sie stets darauf achten, keinen Halm zu knicken und so das Korn nicht beschädigen (was ein Farmer sehr zu schätzen weiß).

    Eine gewisse Spannung ist bei jedem Projekt vorhanden, da immer die Gefahr der Entdeckung lauert und beide Freunde (einem unverhandelbaren Ehrenkodex folgend) sich dessen immer bewusst sind.


    "Der nächste Kornkreis ist immer ein Leuchtturm, ein Licht der Hoffnung in der seltsamen Geisterlandschaft ihrer einsamen Existenz". (S. 166)


    So wird auch die englische Landschaft von Myers sehr wertschätzend beschrieben; bildhaft und poetisch, wie es seine Art ist und sein unverwechselbarer Schreibstil darstellt. Sprachlich ist dieser Roman ein Lesegenuss, der jedoch sehr anspruchsvoll ist und die Konzentration des Lesers erfordert.


    Die Themen sind vielfältig: Vor allem geht es um Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen, die es dennoch schaffen, völlig symbiotisch Kornkreise anzulegen, die äußerst komplizierte Muster aufweisen und dennoch ohne viel Worte (aber in weiter Entfernung) zur Perfektion gebracht werden. Es geht um Lebenssinn, Traumata (für Calvert ist die nächtliche Mission, in der man ihn auch mitunter durchaus militärisch erleben kann ;), eine Form der Therapie; darum, etwas Sinnvolles, Magisches zu erschaffen, das die Menschen in den Bann schlägt und zum Überlegen bringt.


    Myers versteht es auf sehr berührende, sensible Weise, jeden Satz sehr bildhaft und kraftvoll sowie ausdrucksstark auf unsere "Leinwand" des Buches zu projizieren, so dass man immer wieder über das Gelesene nachsinnen und die Poesie und Schönheit des Textes, die den ersonnenen Mustern von Redbone ziemlich gleichkommt, einfach genießen kann.


    Es gibt auch literarische "Seitenhiebe" auf den Motorsport, die Aristokratie in England, die noch heute eine gewisse Macht ausübt. Die detaillierten und wunderschönen Beschreibung der Natur auf dem Lande bei Nacht, die szenarisch kaum übertroffen werden kann, zeugt von der Liebe des Autors zur Natur. Gegen Ende des Sommers bedauert man das trockene, ausgedörrte England - das symbolisch stehen könnte für die heutige Zeit der Klimakatastrophe mit Dürreperioden und Starkregen, Unwettern, die bereits begonnen hat. Mit Redbone zweifelt man daran, "dass dieser große kreisende, verschmutzte Planet es schafft, die Kolonialisierung der Menschheit zu überstehen" (Zitat S. 61).


    Man könnte diesen Roman durchaus als denkwürdigen Weck- oder Aufruf dazu verstehen, den Planeten Erde zu schützen, statt ihn weiterhin zu plündern und zu konterminieren. Demut gegenüber der Natur, Achtung und Respekt zu haben - und danach zu handeln! Im weitesten Sinne geht es somit auch um die Zukunft der Menschheit, die ohne diese Achtung vor der Natur, vor der Erde, die uns Nahrung gibt und überhaupt erst leben lässt, ihrem eigenen Untergang geweiht ist. Denn "die Zukunft hat schon begonnen"!

    Von mir eine absolute Leseempfehlung und 5* an Redbone's nächtlichem Betrachterhimmel ....


    5ratten:tipp:

    Kann man eigentlich das ganze Jahr über noch "einsteigen"? (Bin nämlich dabei, die Elizabeth George-Reihe Lynley/Havers zu komplettieren - und die auf deutsch erschienen Elly Griffiths-Kriminalromane etc.... ;-)

    Das hört sich interessant an; Ronnefeldt-Tee kennt frau ja ;-)

    und spannend finde ich auch, dass die Autorin sich wohl literarisch der Biografie von Frauen widmet. Danke für die Rezi, behalte ich mal im Auge, "Die Teehändlerin" ;)


    (und den podcast der Autorin (frauenleben-podcast.de) auch ...

    Meine beste Freundin (wohnt im hohen Norden) erzählte mir, dass sie Mitte September auf Sylt housekeeping machen wird.

    Da war für mich klar, dass ein Buch mit muss:


    Joss Morag - Des Hauses Hüterin :zwinker:


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    und darum geht's:


    Jean ist 64, Beruf: Housesitterin. Und sie sieht überhaupt nicht ein, dass sie bald nicht mehr auf die schönen Häuser reicher Leute aufpassen soll - nur weil man sie in Rente schicken will. Besonders das herrschaftliche Walden Manor, das sie gerade hütet, hat es ihr angetan. Und warum sollte sie eigentlich nicht die Witwe des Hausherrn sein? Doch zunächst müssen erst noch einige widrige Umstände und Störenfriede aus dem Weg geräumt werden


    Ich hoffe, es wird ihr so gut gefallen wie mir - und meiner Lieblingsschwester... Es ist irgendwie eins meiner Lieblingsbücher 8o

    Ich lese gerade ziemlich begeistert den 2. Roman von Benjamin Myers ("Offene See" hat mir inhaltlich und vor allem in sprachlicher Hinsticht unglaublich gut gefallen). Ein außergewöhnlicher Autor; sehr sprachpoetisch - und ausdrucksstark.


    Benjamin Myers - Der perfekte Kreis


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    P.S. Da sind m.E. auch zwei begnadete ÜbersetzerInnen am Werk gewesen: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

    Ich lege im sehr ländlichen Südengland (je abgelegener die Felder, desto besser ;-) einen Kornkreis nach dem anderen an (mein Freund Calvert ist der Finder der richtigen Felder und "Feldkoch") und ich "ersinne" die Muster, oftmals in bewusstseinerweitertem Zustand :breitgrins:; wir freuen uns immer ungemein über die Zeitungsartikel am nächsten Tag (Wissenschaftler und Experten für paranormale Phänomene) ^^

    Für September war's hier im SW ungewohnt "warm".... und ich habe, da ein Wetterwechsel prognostiziert wurde für die nächsten Tage (hoffentlich OHNE Starkregen... ) endlich mal wieder Zimtschnecken und welche mit Äpfeln drin gebacken. Sie "schlummern" jetzt in der großen Keksdose, über die ich mich dann (und andere ;-) in den nächsten 1-2 Tagen freue.... mit Tee und dieser Leckerlei sollten die Unwetter der nächsten Tage doch zu überstehen sein ;-)

    (nicht zu vergessen Benjamin Myers - Der perfekte Kreis). Die Kornkreise in Südengland gaben ja bereits oft Anlass zu hitzigen Debatten. Tolles, nein wundervolles Buch und ein außergewöhnlicher Autor! Heute bin ich mit dem Roman "ein wenig" weitergekommen (etwas anstrengend, da jeder Satz so gehaltvoll ist, dass er alle aufzubietende Konzentration einfordert).

    Ich habe gerade sehr bewegt Deine tolle Rezi gelesen, vielen Dank dafür!

    Ich war etwas (*hüstel) älter als Du und kann mich sehr gut an diese Zeit erinnern: Bei FreundInnen, die man kannte und die in WG's wohnten, musste man unbedingt die Schuhe ausziehen.... - der Schock war auch hier angekommen...

    Im Jugendhaus (in dem ich arbeitete) sprachen die Jugendlichen von "Verseuchten" - auch ihnen hatte die Katastrophe zugesetzt....


    Ich habe mal in einer Doku bei arte von Menschen gehört, die trotz der immer noch vorhandenen Strahlung in dem Gebiet leben. Wie sich die Natur die Gegend um Tschernobyl "zurückerobert".


    Hier in meiner unmittelbaren Lebensumgebung gibt es ein sehr umstrittenes französisches KKW, das schon sehr alt ist: Cattenom.

    Immer wieder mussten Teile des Reaktors abgeschaltet werden - für die Bevölkerung bestand (lt. Medien) "keine Gefahr".

    Seit 1980 gibt es Demonstrationen und viele Pannen in den letzten Jahren.... (wenn Du bei wikipedia googelst, findest Du eine lange Liste....) Trotzdem ist es immer noch am Netz...


    (ich gehöre zu der Generation, die in den frühen 80ern bereits ein rundes rotes "Bäbberle" am VW Käfer trug, auf dem stand:


    "Atomkraft? - nein danke!"

    Auch wenn Anthony Hopkins ein echt begnadeter Schauspieler ist: "Das Schweigen der Lämmer" werde ich mir kein zweites Mal angucken (die Männer in der family sind hingegen begeistert, nach wie vor...) - ist mir echt zu hart und brutal :tststs:


    Ansonsten bin ich ziemlich "baff" von dem verspäteten Hochsommerwetter hier im SW: War der Sommer gar nicht da, so wird man jetzt im September sehr sonnenverwöhnt und ein wenig "entschädigt".

    Trotzdem ungewohnt, Temperaturen bis 29°C morgen (heute auch so heiß, dass ich einigen Pflanzen auf dem sonnigen Balkon Schatten spenden musste).


    Wäre dieses Hoch vor 4 Wochen angekommen, hätten wir sicherlich wieder eine Heißzeit erlebt. Dann besser so :whistling:

    vor 5 Jahren gelesen, hier meine Meinung zu "Der Pfau"


    Eine (blaumetallic-schillernde) Slapstick-Komödie par excellence in den schottischen Highlands!



    "Der Pfau" von Isabel Bogdan erschien bei "Kiepenheuer & Witsch" (2016) und kommt in einem schillernden Gewand daher, das absolut gut zum Inhalt des Romans passt:



    "Einer der Pfauen war verrückt geworden. Dadurch bringt er das Teambuilding-Wochenende einer Bankergruppe in den Schottischen Highlands gehörig durcheinander. Eine subtile Komödie in bester britischer Manier". (Quelle: Buchrücken)


    Lady Fiona McIntosh und Lord Hamish McIntosh sind stolze Besitzer eines alten Herrenhauses mit zahlreichen angegliederten Cottages in einem Tal der schottischen Highlands gelegen: Da das Haus Unsummen verschlingt, um renoviert und instand gehalten zu werden, vermieten die beiden die Cottages an zahlungswillige und erholungs- und natursuchende Großstädter, was wiederum den Umstand nach sich zieht, dass "es ihnen auf dem Lande alles andere als langweilig wird", da sie immer wieder Gäste haben. Unterstützt wird das adlige Paar von dem "Mann fürs Grobe", Ryszard - und Aileen, die "den Laden insgesamt am Laufen hält"....



    Nun hat sich mitten im November eine Gruppe Investmentbanker einer Londoner Privatbank zwecks Teambuildung-Seminars angekündigt, deren Chefin einen blaumetallic-farbenen Wagen fährt. Zum großen Unbehagen von Lord Hamish, da einer der Pfauen "verrückt geworden", hormonverwirrt oder was auch immer war: Er ging auf alles los, was schillernd blau war... Der Hund der Chefin wiederum reist mit einem Hund an, der ausgebildeter Jagdhund ist, da die Chefin der Banker passionierte Jägerin ist und an Jagdausflügen teilnimmt....So nimmt eine skurrile Geschichte ihren humorvollen Verlauf, bei dem der Leser immer eine Nasenlänge den Protagonisten voraus ist, da diese vieles wissen - aber lieber nichts sagen....



    Stilistisch hat mich dieser witzige Roman der preisgekrönten Übersetzerin Isabel Bogdan an die Filme von Monthy Python oder Woody Allen erinnert; ein pointierter Slapstick bringt die Dinge auf den Punkt und lässt den Leser schmunzeln. Einer der Pfauen überlebt das Wochenende der Investmentbanker nicht und die Autorin versteht es auf trocken humoristische, britische Art, immer wieder Gedanken und Gefühle der Protagonisten zum besten zu geben, die diese lieber nicht zugeben, geschweige denn äußern - so dass die Lösung des Falles sich dem Leser zwar erschließt, den handelnden Personen jedoch verborgen bleibt: Einzig die Köchin Helen, die für's Wochenende gebucht wurde, reimt sich so einiges zusammen und findet, es gebe Handlungsbedarf... Aus dem Wochenende wird ein verlängertes Wochenende, da heftiger Schneefall auftritt, der eine Abreise der Investmentbanker unmöglich, gruppendynamische Prozesse hingegen sehr möglich machen....


    Der Leser möge sich selbst ein Urteil bilden, wem das letztlich erfolgreiche Teambuildings-Seminar zu verdanken ist; zum Schluss gibt es noch ein "Résumée der schlechten Gewissen", das ich einfach göttlich fand - und eine unerwartete Begegnung in Helens Küche in London. Die Besucherin wird vermutlich die wahre Geschichte um das schnöde Ende des Pfaus wiederum nach Schottland zurücktragen und über diesen Pfau (und was aus ihm geworden ist) wird noch zu sprechen sein: Womöglich wird er unwiderruflich mit der Geschichte von Lord und Lady McIntosh verbunden werden....


    Fazit:


    Eine köstliche Story voll trockenem-britischen Humors, die ein rundes Ende findet und den Leser dauerschmunzeln lässt: Schreibstil und Handlung haben mir sehr gut gefallen; eine tolle Romanidee, die sehr authentisch wirkt - und unterschwellig so manche menschliche Schwäche "auftischt" ;) Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, besonders für humorvolle Leser und Fans von John Cleese oder Woody Allen - und 4 Sterne am Lesefirmament.


    4ratten

    Ich war auch in der Biblio und diese durften mit:


    Gottfried Keller - Kleider machen Leute

    Lesley Pearse - Das Mädchen aus Somerset

    Jillian Cantor - Das Mädchen mit dem Edelweiß

    Elly Griffiths - The Stranger Diaries

    und aus dem tollen Elisabeth Sandmann Verlag:


    Antonia Meiners - Die Stunde der Frauen


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    Momentan gibt es beim Verlag ein tolles Verlosungsspiel: Da muss man 10 Zwerge suchen und landet im Lostopf (für alle Bücher der Zwergen-Reihe) - falls Du noch nicht mitgemacht hast: Viel Glück!


    Auf der Droemer-Knaur-Seite finde ich es gar nicht: Ich hatte es im newsletter entdeckt ;-)

    Ich habe heute Theresa Graw's Bd. 1 (Soweit die Störche ziehen) angelesen; bisher hat es mich aber noch nicht so richtig gepackt. Zwischendurch hab ich die George (Denn die Sünde ist scharlachrot) in der Hand gehabt >> schwere Lynley/Havers sucht ;) und weiß eigentlich momentan definitiv nicht, wohin meine neue Lesereise gehen soll: 2 Bücher, die ich bald lesen muss, reizen mich derzeit nicht so sehr und alle anderen - umso mehr ^^

    Nun ja, erstmal das letzte rezensieren und noch einiges posten. On verra - man wird sehen :)


    foenig Vom Federweißen lass ich lieber die Finger: Kann mich an Kopfschmerzen erinnern, die ich danach hatte. Dann trink' ich lieber einen ausgereiften Rouge (oder Rosé) ;) Auf jeden Fall: Santé!