Beiträge von Sagota

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich bin noch in Irland, selbst ganz aufgewühlt von diversen unglaublichen Familiengeschichten, die meine ganze Vergangenheit betreffen - und habe gerade von meinem Ex erfahren, dass mein Sohn (17) seine Mathematik-Lehrerin (sie kam zu uns nach Hause) geschwängert hat... - sie ist 35 :entsetzt::boahnee::klo::schwitz::spinnen:

    Wie schade, ich hatte garnix angemeldet (die Monatsrunden gehen meist an mir vor bei...) - dabei lese ich hauptsächlich britische, schottische und irische AutorInnen sehr gerne!


    Ich habe - however - gerade einen irischen Autor das zweite Mal "in der Mache" - Graham Norton, der mich schon mit dem "irischen Dorfpolizisten" begeistert hat. Diesmal ist es "Eine irische Familiengeschichte", die so spannend ist, dass ich es vermutlich noch heute Nacht auslesen werde ;-)

    Dieses Buch habe ich zwar (noch) nicht gelesen, aber dafür so einige andere. Und ja, auch in der BRD war die Heimerziehung (ab den 60er Jahren habe ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit stark mit dem Thema beschäftigt) oftmals ähnlich gestaltet. Ich habe sie in meinem Anerkennungsjahr sogar selbst ähnlich übel erlebt - mittlerweile 40 Jahre her, aber dennoch....

    Erschreckend, auch noch heute, wie sehr staatliche Erziehungsheime und Institutionen (kleinen) Menschen, Kindern, die sich nicht wehren können, für ihr ganzes weiteres Leben Schaden zufügen können!

    Es hat sich viel getan - aber längst nicht genug: Teilweise sitzen die falschen Leute als Erzieher oder Pädagogen in solchen Orten der "Fremdplatzierung". Ich musste mit einem Erzieher arbeiten, der zu den Kindern sagte:

    "Dumm, faul und dann auch noch dämlich!" Nur gut, dass einiges davon inzwischen an die Öffentlichkeit gelangt ist - und so manches "Heim" seine Tore schließen musste!

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    "Studentenküche" von Sandra Schumann erschien in der Reihe "Küchenratgeber" im GU-Verlag (Gräfe und Unzer; brosch., 2019). Der Aufbau des handlichen Kochbuchs lässt sich sehen, denn in den Klappen gibt es (nicht nur für Studenten) brauchbare Küchentipps und Basics von coolen Küchen-Hacks über die richtige Einschätzung von Portionen, der GU Kochen Plus-App bis hin zu perfekten Kombis und was zu tun ist, wenn (was schiefgelaufen ist)...


    Das Kochbuch gliedert sich in drei Themenbereiche und Rubriken:

    1) für morgens und zwischendurch

    2) einfach und günstig nach der Uni

    3) Essen mit Freunden


    Es gibt zu jedem Rezept, dessen Zubereitung Schritt für Schritt erklärt ist, ein ansprechendes Foto; so gibt es leckere Frühstücksideen mit Chai-Porridge, Möhrenmuffins, Wraps mit rotem Hummus etc. Das "Ei im Brötchen gebacken" und das Bananenbrot fanden wir besonders lecker!


    Die Menüvorschläge sind teils vegetarisch, aber auch Huhn und Kabanossi sind zu finden. Besonders köstlich war das von uns nachgekochte "Ofengemüse mit Tahin-Dip und Quinoa; auch die diversen Kartoffelpüree-Variationen (mit Feta und Oliven; Grünkohl, Blumenkohl) fanden Anklang. Die Autorin legt auch auf gesunde Ernährung und ausgewogene Zutaten wert, was mir auch im low-budget-Bereich positiv auffiel.


    Das letzte Kapitel "Essen mit Freunden" umfasst Herzhaftes wie auch Süßes für 4 Personen (variierbar) von Kartoffelsuppe über One-Pot-Pasta, Hähnchen-Tacos und Hawaii-Toast-Ring bis hin zu Schokokuchen mit Salzbrezeln. Bei diesen einfach nachzubereitenden Rezepten ist auch bei Partylaune lukullinarisch bestens gesorgt. Ein Register ist am Buchende vorhanden; jedoch hätte ich mir auch eine kurze Inhaltsangabe gewünscht, um nicht die einzelnen Rubriken auf der Suche nach einem bestimmten Rezept durchblättern zu müssen.


    Fazit:


    Auch für weniger talentierte KöchInnen in Studien- und Ausbildungszeiten finden sich hier einfache, leichte und preisgünstige sowie schmackhafte Gerichte, die auch in einer kleinen Küche (oder in einer großen WG-Küche ;) gut umzusetzen sind. Eine gute Kochbuch-Idee, die ich gerne weiterempfehle!


    4ratten

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    Die französische Originalausgabe dieses sehr berührenden Romans von Valérie Perrin (Fotografin und Drehbuchautorin; Lebensgefährtin des bekannten französischen Regisseurs Claude Lelouch) lautet: "Changer l'eau des fleurs" - also "Das Blumenwasser wechseln" - für mich noch passender als der deutsche Titel!

    Aus dem Französischen übersetzt wurde der Roman von Katja Hald und Elsbeth Ranke; er erschien (HC, gebunden) 2019 bei Droemer-Knaur.


    Bourgogne, Frankreich, Brancion-en-Chalon:


    Violette Toussaint, vormals Trenet, übernimmt mit ihrem Mann Philippe die Stelle als Friedhofswärterin, da Sasha, der diese Aufgabe mit viel Leidenschaft fürs Gärtnern übernommen hatte, nach Eintritt ins Rentenalter den Entschluss gefasst hat, durch die Welt zu reisen und alte Freunde zu besuchen...


    In Rückblenden lernt man die beiden Hauptprotagonisten, Violette und Philippe kennen und erfährt in verschiedenen zeitlichen Sequenzen immer mehr von ihnen: Während Violette einen schweren Start ins Leben hatte; ihre Kindheit bei Pflegeeltern verbrachte und selten das Gefühl hatte, wirklich "dazuzugehören", wächst Philippe als Einzelkind von Eltern auf, die nicht eben perfekt sind und dem Jungen eher mit auf den Weg geben, dass er niemandem trauen solle und stets an sich selbst zu denken habe; der Vater kann sich der sehr dominanten Mutter gegenüber nicht behaupten und von der Heirat mit der "sehr einfachen" Violette ist besonders die Mutter von Philippe alles andere als begeistert - schlimmer noch, sie ignoriert ihre Schwiegertochter, die fortan einfach "übersehen" wird.


    Philippe, der niemals wirklich etwas leisten musste, hatte zuvor mit Violette einen Job als Schrankenwärter inne, wobei es stets Violette ist, die die Schranken der vorüberfahrenden Züge öffnet bzw. schließt. Die Familie vergrößert sich und Violette, die nun wieder lernen will und sich John Irving's Roman "Gottes Werk und Teufels Beitrag" kauft, versucht mit Erfolg, ihre Lesekompetenz zu verbessern. Sie hat eine grundsätzlich versöhnliche Einstellung zum Leben und im Gegensatz zu Philippe fühlt sie sich weder einsam noch ist ihr langweilig: Sie hat viele Interessen - und Fantasie, während Philippe sie immer mehr alleine lässt, Touren mit seinem Motorrad unternimmt und sie betrügt. Dies berührt Violette nicht wirklich - jedoch geschieht eines Tages ein Unglück, das ihr Leben - und auch das von Philippe von grundauf ändert: Ein schwerer Verlust, dessen Schmerz der Leser nur erahnen kann, wird Violette einige Zeit lähmen, bis sie wieder zu neuer Kraft finden wird...


    In dieser Zeit lernen wir den weiteren Protagonisten kennen; Julien Seul - ein Kommissar aus Bordeaux, erscheint auf dem Friedhof (auch diesen Job meistert Violette alleine; ihr Mann Philipp fuhr immer länger weg, bis er eines Tages gar nicht mehr wiederkam), da er das Grab von Gabriel Prudent sucht. Einem Mann, der seiner Mutter einen Platz in der Ewigkeit garantierte und von dem Julien bis dato nichts wusste. Die Asche der verstorbenen Mutter, Irène Fayolle, soll im Grab von Monsieur Prudent beigesetzt werden, so wie es notariell besprochen war. In Tagebüchern, die Julien findet und die er - sich sogleich angezogen fühlend von der freundlichen und attraktiven Friedhofswärterin Violette - ihr später ausleiht, kommt eine tragische Liebesgeschichte zweier Menschen zutage, die sich wünschten, nach ihrem Tod in aller Ewigkeit vereint zu sein. Wird es Julien und Violette gelingen, zueinander zu finden?


    Die Themen dieses Romans sind sehr vielschichtig; die Lebenswege der Hauptprotagonisten sind sehr gut nachvollziehbar erzählt; es geht um Tragik, Liebe, Verlust, Schmerz, aber auch Lebensfreude und (wiedergewonnener) Lebensmut, der aus regenerierter Lebenskraft erwachsen kann. Es geht um die kleinen Dinge, die glücklich machen (können), um Pflanzen und das Gärtnern; auch vor allem darum, dass sich das Leben jeden Tag ändern kann und vor Verlust und Schmerz niemand gefeit ist. Aber vor allem geht es darum, dass man wieder aufstehen sollte, wenn das Schicksal hart an der Türe klopft. Dass Leben und Tod nahe beieinander liegen und gerade in kleinen Dingen wie Blumen, das Gärtnern, das Säen, die Pflege und das Aufkeimen von Pflanzen ein Reigen des Lebens ist, dem der Mensch viel Positives entnehmen kann: Er kann seinen eigenen Garten gestalten; so wie Violette sehr leidenschaftlich ihre Aufgaben auf "ihrem" Friedhof wahrnimmt: Ihre Zeit den Pflanzen auf dem schönen Friedhof widmet, der vier "Bezirke" hat: das Lorbeer-, Pfaffenhütchen-, Zedern- und Eibenviertel.


    So entwickelt sie auch die richtige Nähe und auch Distanz zu all den Trauernden, die ihr vertrauensvoll in ihrem "Wartezimmer" ihr Herz ausschütten; ist eine empathische Seelentrösterin, was auch Julien sofort bemerkt. Das Aussagekräftigste an diesem sehr sensibel geschriebenen, stellenweise poetischen Roman ist für mich die Tatsache, dass die Liebe letztendlich stärker ist als der Tod: Sie überlebt ihn!


    Die Figurenzeichnung ist sehr authentisch; durch die Rückblenden lernt der Leser Reaktionen der Protagonisten zu verstehen und eine sehr starke Violette Toussaint kennen, deren Charakter wirklich fesselt und beeindruckt. Während Philippe über lange Strecken wenig "punkten" kann, lernt man auch ihn am Ende von einer anderen, unbekannten Seite kennen. Einige liebenswerte Nebenfiguren wie Célia und vor allem Sasha, der Violette auf seine - fast schon therapeutische Weise - ins Leben zurückführt und sie durch ihn die Stelle als Friedhofswärterin bekommt, mochte ich auch sehr gerne. Die Gräfin, La Comtesse de Darrieux, die Violette die Geschichte ihrer großen Liebe erzählt (am Tag, als diese beigesetzt wird), bringt den Leser ebenfalls zum Schmunzeln: Auch in dieser Rolle spielt die Liebe einen ebenso wichtigen Part wie der Tod, der wiederum nur durch Liebe zu überwinden ist. Was mich an ein altes spanisches Sprichwort erinnert, das ich nie vergessen habe:


    "Jedes Mal, wenn sich in deinem Leben ein Loch auftut, fülle es mit Liebe!" Dies könnte der Tenor dieses teils melancholischen, teils tragischen, aber auch sehr poetischen und vor allem lebensbejahenden Romans von Valérie Perrin sein! Mir hat er sehr gut gefallen und ich kann diesen berührenden und zu Herzen gehenden Roman besonders jenen Menschen empfehlen, die vielleicht in letzter Zeit einen schmerzhaften Verlust - im Freundes- oder Familienkreis - durchleben mussten. Aber auch allen anderen sensiblen LeserInnen sei er sehr gerne weiterempohlen!


    4ratten

    Tja, - eigentlich ist ja schon alles gesagt: Was könnte man da noch hinzufügen??

    Ich bedanke mich auch bei Igela für die Wochenfragen! Obwohl viele mitmachen, ist es doch aufgrund der zeitlichen Begrenzung "überschaubar" - das finde ich auch sehr gut daran!


    Ich wünsch Euch allen übrigens eine schöne und angenehme, wenn auch wohl klirrend-kalte Januarwoche noch ;-)

    Ich bin gerade von New York nach Irland, West Cork, geflogen, wo ich einst aufgewachsen bin (war 20 Jahre nicht mehr hier) - um das Haus meiner Mutter, die kürzlich gestorben ist, auszuräumen und zu verkaufen. Nun sind mir alte Briefe von meinem Vater aus einem Versteck im Schrank in die Hände gefallen....

    Ich hab mir wieder mal ein Sachbuch geleistet:


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    Jenny Rolfe - Einheit durch Atmung: Wege zur harmonischen Verbindung mit dem Pferd

    Das kommt auf die Merkliste für meine beste Freundin: Sie reitet, seit sie 12 war - und ist aufgrund ihrer sehr geraden Körperhaltung oft (leider zu Unrecht) als etwas arrogant verurteilt worden - was nicht stimmte. Die Frau auf dem wunderschönen Pferd hat mich gerade daran denken lassen....

    Viel tolle Post heute, zwei Büchersendungen - und ein Magazin der "Büchergilde"!


    J. Paul Henderson - Letzter Bus nach Coffeeville

    (mindestens dreimal in der Biblio ausgeliehen; nun hab' ich's selbst - da immer noch nicht gelesen - und für mich ein TOLLER AUTOR!! ;-)


    Sofie Berg - Schicksalstage am Fjord

    (in Sachen "unbewältigte Vergangenheit" hätte mein Vater gesagt ;-)


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    Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, weniger auszuprobieren, einfach weil viel ungelesen bleibt, von dem ich ziemlich sicher bin, dass es mir gefallen würde.

    So geht es mir auch irgendwie.... und für mich habe ich die Entscheidung getroffen, dieses Jahr(zehnt) viel mehr Fokus auf die Bücher und Reihen zu setzen, die ich schon so lange lesen will - und die immer hintenanstehen, trotz des gleichen Gefühls, wie Du es hast....


    Zurück zur Frage:


    Ganz obenan ALLES von Fred Vargas, für mich eine der besten (und auch witzigsten, intelligentesten, vor Einfällen und Ideen sprudelnde Krimiautorin aller Zeiten. Allerdings waren die meisten ausgeliehen und sind "nur" in meinen virtuellen Bücherschränken (und auf meiner handgeschriebenen Leseliste, die ich gleichzeitig führe).


    Auch nicht haptisch im Regal, aber dafür in der Bibliothek: ALLE Krimis von Elly Griffiths - eine meiner Lieblingsreihen :zwinker:


    Ruth Rendell - von ihr habe ich die meisten Krimis im BR stehen.

    Die vielzitierte Gablè mit der Waringham-Saga will ich dieses Jahr AUF JEDEN FALL noch beginnen (Bd. 1 subt schon seit Jahren....) und auch

    Daniel Wolf verfolge ich weiter (Bd. 4 der Fleury-Saga wartet noch); ich erhalte newsletter dieses Autors und ich mag seinen Schreibstil, der in längst vergangene Zeiten entführt... (die nächste Reihe ist in Friesland verortet).


    Sehr gerne würde ich auch noch alle George Simenon Krimis lesen - da fehlen noch viele!


    Last but not least die Bücher von Nina George und Claudia Ziegler/Claire Winter - freu mich auf die LR hier im Mai :herz: Von beiden Autorinnen habe ich (wenn ich mich nicht irre) alle Romane gelesen.