Beiträge von Sagota

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Ich komplettiere gerade meine Elly Griffiths - bzw. Ruth Galloway-Reihe und habe "Aller Heiligen Fluch" als einen der bisher Spannendsten empfunden; der Krimi-Couch Rezensentin kann ich mich in keinem Punkt anschließen, da die Autorin ihre Krimis immer sehr gut recherchiert und der Plot hier durchaus stimmig wie auch spannend ist.

    Da gerade "Allerheiligen" war, passte dies auch zeitlich zu meinem Konzept des "Nacharbeitens" zur Komplettierung der Reihe: Bei jedem weiteren Kriminalroman von Elly Griffiths werde ich zu einem größeren Fan von ihr, da sie sowohl den leitenden Ermittler Harry Nelson als auch die Forensikerin Ruth Galloway, die beruflich immer wieder mit dem Vater ihrer Tochter zu tun hat und Mutter der einjährigen Kate ist, sehr menschlich und keineswegs überzeichnet darstellt. Gerade dies finde ich im Genre Kriminalroman sehr wichtig und bei Griffiths kommt immer noch eine Portion "Mystery" hinzu, quasi als ihr Markenzeichen:

    So auch in "Aller Heiligen Fluch", in dem es zum einen um die Sargöffnung eines längst verblichenen Geistlichen geht; ein Vorfahre des Aristokraten Danford Smith , seines Zeichens passionierter Rennstallbetreiber - und einer Drogenfahndung, die langwierig ist und es Nelson und seiner Truppe schwer macht, Ergebnisse zu erzielen (wobei Judy Johnson sich hier wirklich ihre Sporen verdient hat, Clough jedoch die Lorbeeren erntet - wie im richtigen Leben ;)


    Auch die Sargöffnung des verblichenen Klerikers beginnt mit einem Toten: Neben dem Sarg liegt nämlich Neil Topham, Leiter des Museums, in dem das Event stattfinden sollte; über diese stolpert Ruth, die etwas zu früh vor Ort ist - und um die Lösung dieses Rätsels geht es hauptsächlich, wer für den Tod dieses bis dato gesunden Mannes verantwortlich ist:


    Eine wie immer sehr "versponnene", aber durchaus liebenswerte Rolle spielt hier wieder Cathbad; mit bürgerlichem Namen Michael Malone, der wie durch ein Wunder immer an der richtigen Stelle erscheint, wenn "Not am Mann" oder an der Frau ist. Diese Figur habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen.

    Befreundet ist Cathbad auch mit Bob Woonunga, dem Australier, der direkt neben Kate im abgeschiedenen Salzmoor ein Haus mietete und sich dafür einsetzt, dass die Knochen seiner Ahnen - den Aborigines - wieder in die heimatliche Erde kommen, um in die Traumzeit einzugehen. Denn nur dort finden sie ihren Frieden. Interessantes erfährt der Leser hier über die australischen Aborigines und deren Kultur, besucht mit Ruth (und Cathbad) spirituelle Seminare und findet schließlich, dass vielleicht doch nicht alles "Hokus Pokus" ist: Dies zeichnet die Kriminalromane der Autorin aus und machen sie überaus lesenswert. Auch die menschlichen Verflechtungen und Beziehungen werden immer in authentischer Weise vermittelt und die Figuren haben klare Konturen; ihr Verhalten wirkt echt.


    Ich freue mich als Nächstes auf "Grabesgrund" und hoffe, auch an den weiteren Ruth Galloway-Bänden in deutscher Übersetzung (ein Dank an die Übersetzerin Tanja Handels!) demnächst meine Freude (und schöne sowie auch spannende Lesestunden) haben zu können! Ich werte mit 4,5 * oder 94° auf der "Krimi-Couch".


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Eines vom SuB-Abbau habe ich ausgelesen:

    Elly Griffiths - Aller Heiligen Fluch


    (Allerheiligen ist ja auch schon vorbei ;-)


    Nun bin ich gespannt, ob ich das zweite schaffe, da noch einige Rezi-Bücher dazwischen kommen, aber der November ist ja noch recht jung... *hach*

    Rebecca Gablé - Das Lächeln der Fortuna


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    (Anderes, viel älteres Taschenbuchcover bei mir..)

    bei mir auch .... und schön nachgedunkelt, aber noch immer ungelesen: Dieselbe Story.... :zwinker: Die Reihe könnte ich mir als Buchprojekt 2020 vornehmen *urrgs* - ich möchte die Waringham-Serie von Gablè unbedingt lesen, aber ständig kommen.... andere Bücher dazwischen :buecherstapel::schwitz:

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    Shaun Bythell - Tagebuch eines Buchhändlers

    Wenn Du das Tagebuch ausgelesen hast, empfehle ich Dir, mal auf youtube den "Reader's Delight" (und anderes, was im Buch vorkommt) anzuschauen. Ich sehe es mir immer mal wieder an bzw. höre es gern - da kommt sofort Freude auf (und gute Laune :breitgrins: - bloß schade, dass Wigtown sooo weit weg ist *seufz* - viel Spaß!

    Stimmt, und alle aus verschiedenen Bücherschränken...... ;).Über Stan Nadolny habe ich mich z.B. sehr gefreut, das Buch war bei mir auf der Wunschliste.....

    Eins meiner Lieblingsbücher (ich habe es im Sommer 1990 gelesen; schon ganz schön lange her :-) ) - schöne Lesestunden Dir wünsch!

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    Das 160 Seiten starke "Suppenglück" von Annette Heisch erschien in reizvollem Cover und handlich, toller Aufmachung im Reader's Digest Verlag Das Beste in einer überarbeiteten Neuausgabe (2019, broschiert).

    Das Kochbuch für Suppenfans enthält nicht nur köstliche und schnell zubereitete Suppen, sondern auch sehr leckere Eintöpfe. Allen Rezepten liegen frische Zutaten zugrunde, die man meist im Haus (oder im Garten/auf dem Balkon) hat: Ein gut strukturiertes Inhaltsverzeichnis gibt einleitend wertvolle Tipps über die Basis aller Suppen und Eintöpfe sowie über Würzvorräte und Vorräte für die Suppenküche.


    Der Hauptteil des Suppenkochbuchs umfasst

    - klare Suppen und Einlagen

    - Cremige Suppen

    - Hauptgerichte aus dem Suppentopf

    - Internationale Suppen und Eintöpfe


    und schließt mit Besonderheiten zu Klößchen, süßen Suppen und pikanten und eiskalten Suppen die einzelnen Rubriken ab. Ein Register erleichtert das Finden des Rezepts, nach dem man gerade sucht und es ist wirklich für jeden etwas Passendes dabei. Besonders gut gefiel mir die jeweilige Illustration und auch die Ausgewogenheit und Vielfalt der einzelnen Suppenrezepte, besonders lecker fand ich (bzw. die ganze Familie) die Klassiker wie Kartoffelsuppe mit Schnittlauch-Schmand und Bohnentopf mit Aprikosen und Lamm (ein Gedicht!). Auch die internationelen Suppen haben es uns angetan, z.B. der Indische Currytopf mit Reis und der Provenzalische Gemüse-Rindfleisch-Topf! Die Gerichte sind leicht nachzukochen und bieten sogar Variationsmöglichkeiten, was mir ebenfalls angenehm auffiel.


    Fazit:


    Jedem Fan einer köstlichen Suppe oder eines schnellen Eintopfs (gerade jetzt in der kälteren Jahreszeit) kann ich "Suppenglück" sehr empfehlen. Wenn's mal schnell gehen muss - und trotzdem lecker und gesund sein soll, findet man das passende Rezept! Tolle Idee und Umsetzung, die ich mit 5* bewerte.


    5ratten

    Mir hat Engelskinder wie alle übrigen, die ich bisher gelesen habe (momentan gerade "Aller Heiligen Fluch") wirklich gut gefallen; ich mag die Protagonisten und den Stil von Elly Griffiths. Geht in die Richtung Cosy crime - aber besser als andere in diesem Subgenre, finde ich.

    "Grabesgrund" fehlt noch, liegt aber lesebereit hier ;-) Dann wäre DIESE Reihe wenigstens mal komplett gelesen (hoffe, die weiteren Fälle erscheinen in der jeweiligen Übersetzung noch).

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    "Der Verein der Linkshänder" von Hakan Nesser erschien (HC, gebunden) im btb-Verlag, 2019 und das Besondere dieses außergewöhnlichen Kriminalromans (obgleich Roman auf dem Cover steht) ist für viele Fans des schwedischen Bestseller-Autors mit Sicherheit, dass hier sowohl Van Veeteren (aus der gleichnamigen Reihe vielen bekannt) als auch Barbarotti (dito) gemeinsam ermitteln und recherchieren, wenn auch erst am Ende des Buches, das in drei Teile gegliedert ist und mich wie bereits zuvor "Der Fall Kallmann" zu begeistern und aufs Trefflichste zu unterhalten wusste....

    (Sowohl auf die Van Veeteren-Romane als auch die Barbarotti-Romane des Autors darf ich mich noch größtenteils freuen, da ich sie noch nicht kenne).


    Inhalt:


    "Kommisar Van Veeteren - mittlerweile im Ruhestand, aber so legendär wie eh und je - bereitet sich innerlich darauf vor, seinen 75. Geburtstag zu feiern, als ein früherer Kollege auftaucht, um ihm von einem alten Fall zu berichten. Damals waren in einer Pension in Oosterby vier Menschen ums Leben gekommen, die nur eines gemeinsam hatten: Die Mitgliedschaft in einem "Verein der Linkshänder". Da das fünfte am Treffen heimlich teilnehmende Mitglied verschwunden war, wurde der Mann schnell als Täter identifiziert, aber niemals gefunden. Nun ist überraschend nach Jahren seine Leiche aufgetaucht, offensichtlich wurde er zur selben Zeit ermordet wie die anderen. Mit anderen Worten: Van Veeteren und seine Kollegen haben damals versagt, der Mörder ist weiter auf freiem Fuß. Bald danach wird eine weitere Männerleiche gefunden - mit den Ermittlungen hier betraut: Ein gewisser Inspektor Barbarotti...."

    (Quelle: Klappentext)


    Meine Meinung:


    Dieser stilistisch ganz unaufgeregt und dennoch sehr spannende Roman entführt den Leser ins schwedische Oosterby Ende der 60er Jahre: Marten Winkelstroop und Rejmus Fiste, beide Linkshänder, die in der Schule mit einem sog. "Korrekturhandschuh" dazu gezwungen werden, mit der rechten Hand zu schreiben, gründen einen "Verein der Linkshänder", dem später noch Quintus Maasenegger und Kuno Blavasky sowie die Zwillinge Clara und Birgitte Behrens beitreten werden. Wer diese Zeit erlebte, findet sich selbst in Erinnerungen wieder - oder so wie ich, Erinnerungen an den "Clubkeller" meiner älteren Geschwister und von Jugendlichen jener Zeit, in dem Musik gehört, Feste gefeiert und auch Marihuana konsumiert wurde. Nesser gelingt es, die Protagonisten sehr lebendig darzustellen und ihre Gedankengänge offenzulegen, auch die Zweifel und Ungereimtheiten. Clara und Birgitta (äußerlich so gut wie nicht voneinander zu unterscheiden, sehr wohl jedoch von ihrer unterschiedlichen Charakteristik; während Clara stark und mutig ist, erscheint Birgitte eher zurückhaltend und ängstlich) betreuen die Kinder eines reichen Ehepaars, das in der Filmbranche arbeitet, um sich ihr Taschengeld aufzubessern. Eines Tages entwickeln einige in der Gruppe einen Plan, um endlich mehr Geld für Schallplatten und andere Träume zur Verfügung zu haben - wird er gelingen?


    Der Krimi spielt auf drei verschiedenen Zeitebenen; Ende der 60er, im Jahre 1991, als alle Mitglieder des "Vereins der Linkshänder" eingeladen werden, um sich erneut in Oosterby zu treffen, und in der Gegenwart bzw. 2012, als Van Veeteren nicht umhin kommt, sein damaliges Versagen als leitender Ermittler mit einem erfolgreichen Finden des wahren Mörders ad acta zu legen; seine Ehre als lebende Legende wäre sonst angekratzt. Nesser erzählt die Geschichte des VdL, des Treffens über 20 Jahre später und die Arbeit der Polizisten und Ermittler in der jetzigen Zeit sequenzgemäß, in den drei Zeiten immer wieder wechselnd, so dass trotz ruhiger Erzählweise (oder gerade deswegen?) immer mehr Spannung aufgebaut wird. Auf literarisch hohem Niveau versteht es der Autor, den Leser miträtseln zu lassen und die Hauptprotagonisten sehr detailliert zu zeichnen. Ich bin von diesem Stil sehr fasziniert und freue mich bereits auf weitere Werke von ihm!


    Auch trockener Humor, der Van Veeteren zu eigen ist und auch die liebevolle Beziehung zu Ulrike, die dem fast 75jährigen ermittlungstechnisch und psychologisch zur Seite steht (und selbst großen Gefallen an dieser Aufgabe hat), durchzieht den Roman auf positive Weise, besonders was die eigene Vergänglichkeit betrifft. Im letzten Teil trifft man auf Barbarotti und Backman, die ebenfalls verliebt ineinander sind und mehr als Kollegen (nach außen hin jedoch schon). Der Kriminalroman lebt durch seine, teils auch humorvollen, Dialoge, die sehr viel Lebendigkeit in die jeweilige Person transportieren. Es wird klar, dass bei einer Person die Fäden letztendlich zusammenlaufen - und den Ermittlern wenig Zeit bleibt, einen weiteren Mord noch zu verhindern... Nesser lässt schlussendlich den Mörder selbst zu Wort kommen, der emotionslos, kalt und abgebrüht ist, dessen Motivation jedoch nicht im Unklaren bleibt.

    Dank Barbarottis "Intuition" kommen sie ihm gemeinsam auf die Schliche; der Plot ist stimmig - und offene Fragen sind geklärt. Ein wahres Lesevergnügen für jeden Fan guter Kriminalromane!


    Fazit:

    "Der Verein der Linkshänder" liest sich wie das Zurückspulen eines Tonbandes (in den 60er in jedem Clubkeller vorhanden wie auch der Schallplattenspieler) oder auch einer Musikcassette, wobei immer mehr Details der Verbrechen sowohl 1969 als auch 1991 offenkundig werden, wenn auch die Lösung lange auf sich warten lässt und nicht vorhersehbar ist. Nesser zu lesen ist von tiefgründiger, subtiler Spannung erfüllte Lesewonne! Mich konnte sowohl der Autor als auch "Der VdL" vollkommen überzeugen und ich empfehle ihn absolut weiter! 5* und 100° auf der "Krimi-Couch".


    5ratten:tipp:


    Da gäbe es bei mir auch einiges abzubauen am Sub....

    Wenn es okay ist, dass ich im Oktober nicht dabei war, steige ich gerne ein bzw. komme vorbeispaziert.


    Sagota: Ziel 2 SuB Bücher

    Ich sag ja: Helvetismus. Will sagen, nur die Helvetier brauchen es. So, wie nur die Helvetier Fondue und Raclette kennen. ;)

    Erstmal danke in Sachen Weiterbildung in Helvetismus :belehr::bang: Ich sag ja immer wieder, lesen bildet. Auch das Lesen in Foren (teils ganz besonders :elch:)

    Einspruch aber, Euer Ehren in Sachen Raclette und Fondue (WasserimMundezusammenlauf) - das kennt man auch hierzulande: Das erste Raclette und auch Fondue - und weitere - habe ich an der Mosel gekostet; bei meiner "großen" Schwester, die eine ganz hervorragende Köchin war und wie es aussieht - auch ganz hervorragend helvetisch kochen konnte...

    nach meinem momentanen Krimi ist wieder die Historie dran...leider gibt es selten genug niveauvolle historische Romane und diese Reihe scheint es wert, weiter gelesen zu werden.

    witzig: Bei mir ist das auch so, dass ich gerne nach einem guten Krimi wieder einen Histo lese. Aber es gibt schon einige, die wirklich verdammt gut - und lesenswert sind. Kennst Du die Histo-Couch?

    Das war früher mein altes (und erstes) "Stamm-Forum" (für Histos und die Krimi-Couch für Krimis): Dort stimmen die Rezensionen und Bewertungen am besten überein (finde ich) und ich habe dort schon einige tolle historische Romane gefunden; kenne aber auch UserInnen, auf deren Urteil ich Wert lege - und mich auf dieses und den Wahrheitsgehalt verlassen kann.

    Ich kenne Deine Vorlieben nicht (Zeit/Thematik etc.), aber dort gibt es Rubriken, da wirst Du mit Sicherheit fündig (http://www.histo-couch.de)