Beiträge von Sagota

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    "Ab heute seh' ich BUNT" von Antje Szillat erschien im Aufbau Verlag (tb) 2016 und sollte im Genre 'Frauenliteratur' ein durchaus lesenswertes Plätzchen in der bunten Buchwelt finden - an dieser Stelle herzlichen Dank an den atb-Verlag für das Rezensionsexemplar!


    Buchbeschreibung/Inhalt:


    "Charlotte hat es satt: den pubertären Sohn Jonas, die großen und kleinen Macken des dauergestressten Gatten, vom Schwiegervater ganz zu schweigen. Jetzt ist endlich sie dran. Seit klar ist, dass Jonas ein Jahr in England verbringen wird, plant sie mit demselben Organisationstalent, mit dem sie auch ihre Familie am Laufen hält, ihre Auszeit in der Toskana. Doch statt cucina italiano, vino und ganz viel Sonne genießen zu können, verkündet ihr Jonas, dass er zu Hause bleibt, ihr Mann nimmt eine neue Stelle an und sein dauerrenitenter Vater quartiert sich kurzerhand im Familienheim ein. Und plötzlich sieht Charlotte bunt."
    (Quelle: Buchrückentext)


    Meine Meinung:


    Bei diesem Roman handelt es sich um einen heiteren, humorvoll geschriebenen Frauenroman, der sicher für viele LeserInnen 'augenzwinkernd' einen großen Wiedererkennungswert (in Sachen häusliche Rollenverteilung) besitzt sowie einen hohen Unterhaltungswert aufweist: Der Plan Charlottes, sich nach über 20 Ehejahren eine Auszeit in der Toskana zu gönnen, wo sich Britta, ihre beste Freundin aus Studienzeiten bereits sehr auf ihre Mithilfe und ihr Können in der Küche ihres kleinen Wellnesshotels 'Olivia' freut, droht zu platzen, als Sohn Jonas plötzlich ganz andere Pläne hat und der "netteste aller Schwiegerväter" sich überdies ein Bein bricht und, alle Pflegerinnen sehr erfolgreich vergraulend, sich in der Familie von Charlotte einzunisten droht....
    Doch die sympathische Hauptprotagonistin lässt sich dieses Mal nicht aufhalten und tritt dennoch, ihre Komfortzone in Bremen verlassend, ihre Reise in die Toskana an. Schmunzelnd las ich nicht nur, wie Charlotte zu Hause alle regelte und nicht nur den 'Laden am Laufen hält', sondern zudem noch so manches "Problemchen" dem Gatten und Sohn 'von der Pelle hält'; das ideale Frauenbild also verkörpert, das noch heute durch diverse Männerhirne spuken könnten: "Stets zuverlässig und verantwortungsvoll" zu sein, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse jedoch hierbei oftmals zu übersehen oder - diese hinten anzustellen...


    Die Handlung ist stimmig und humorvoll, die Themen Romantik, Kochen, Toskana, Lebensträume kommen sehr gut zum Tragen, der Roman ist leicht und flüssig zu lesen. Die Schönheit der Toskana wird von der Autorin bildhaft der Leserschaft vor Augen geführt, was mir gut gefallen hat. Auch die Beschreibung der Frauenfreundschaft zwischen Charlotte und Britta, die charakterlich sehr verschieden sind und völlig anderen 'Lebensentwürfen' nachgehen, haben mir gut gefallen: Wahre Freundschaft zerschellt nicht so leicht, wenn Fehler offen ausgesprochen werden. Die Auszeit von Charlotte bedeutet auch, dass sie ihre Ehe mit Peter, seines Zeichens ein erfolgreicher Rechtsanwalt, dem die Karriere über alles geht, neu überdenken muss - und dies auch will: Charlottes Lebensträume rufen danach, ebenfalls erfüllt zu werden.


    Fazit:


    Humor, Romantik, italienisches Flair und toskanische Küche sowie die Verwirklichung von Lebensträumen, von Selbstverwirklichung sind die Themen dieses unterhaltsamen Frauenromans, der zuweilen am Rande des Trivialen schrammt (Klischees), jedoch die Emanzipation und Weiterentwicklung einer toughen Frau erzählt, die ihre Träume erfüllt sehen will, bevor es womöglich zu spät ist. Insgesamt hat mir der Roman gefallen und ich kann ihn besonders Frauen ans Herz legen, die 'all die ungeliebten (und oft vorgegebenen) typischen Frauenrollen einmal bei sich selbst auf den Prüfstand bringen wollen - und die gerne beim Lesen auch mal schmunzeln ;) Von mir gibt es 3,5 Sterne und 82° auf der 'Belletristik-Couch" sowie eine Leseempfehlung.


    3,5 Leseratten

    Für diesen Krimi, der in Norwegen spielt, möchte ich mich auch sehr gerne als Testleserin bewerben: Mein Vater war in Kriegszeiten dort (bzw. er musste, wurde spät noch eingezogen) und alles, was mit dem WWII zu tun hat und in Norwegen spielt, ist für mich daher von besonderem Interesse - die Geschichte von Kasja hört sich sehr spannend an!


    Rezensionen würden veröffentlicht
    - hier
    - lovelybooks
    - wasliestdu
    - amazon
    - Krimi-Couch (wenn gelistet)
    - Verlag (wenn möglich)

    o - hatte ich garnicht gesehen: Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag und die Runde der Verlosung hier! Ich freue mich auf "Saukatz" und stelle fristgerecht (baldmöglichst) die Rezensionen ein (bei mir sind's meist keine 'Limericks' - eher sehr viele mehr :breitgrins:
    Danke für die Zusendung und das Rezensionsexpl.!!!

    Zitat von tári

    Aber sind nicht alle Romane und alle Genres, und alles was eben nicht Non-Fiction ist, Kunstprodukte? :gruebel: In dem Sinne, dass sie das Produkt künstlerischen Schaffens sind?


    Für mich gibt es in meinem Verständnis einen Unterschied zu dem Wort 'Kunstprodukt' und dem Sinn, dass alle Bücher 'ein Produkt künstlerischen Schaffens'sind - bei letzterem gebe ich Dir Recht; zudem sind sie ja nicht ohne Grund auch ein Kulturgut....


    Wichtig ist bei historischen Romanen, dass der Autor Hintergrundinformationen zu den realen Personen gibt, die geschichtlich nachweisbar sind - und eben jenem Teil bzw. jenen Personen, die er hinzu erfunden hat - das ist schon künstlerisches Schaffen par excellence, finde ich :breitgrins:


    Zitat repariert. LG, Valentine

    Schon vom Titel und der kurzen Buchbesprechung dieses Krimis sowie auch dem Cover bewerbe ich mich sehr gerne für ein FE - da ich dahinter eine ziemliche Mordsgaudi (bei dem beschriebenen Personal incl. Samtpfote) vermute!


    Meine Rezension würde hier bei
    -Literaturschock,
    - lovelybooks,
    - wasliestdu,
    - amazon und
    - Krimi-Couch *wenn Krimi gelistet ist


    erscheinen. Den Gmeiner-Verlag mag ich auch sehr - er steht für Qualität, die literarische :zwinker:
    Hüpfe damit in den Lostopf :winken:

    So, hier wäre dann auch noch meine Rezension zum Buch:


    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Der Psychothriller "Wenn du mich tötest" von Karen Winter (Pseudonym einer bekannten deutschen Spannungsautorin) ist beim Droemer-Verlag (TB, 2016) erschienen und hat mir persönlich sehr gut gefallen; hierzu beigetragen hat die Handlung, deren Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite gegeben war und auf unterhaltsam hohem Niveau gehalten wurde sowie auch die atmosphärisch dichte Beschreibung des NW von Schottland, wo die Geschichte um das Ehepaar Tahn aus Deutschland verortet ist.


    Meine Meinung:


    Auch wenn 'Psychothriller' m.E. nicht ganz zutreffend ist, da es sich hier eher um einen Kriminalroman mit psychologischer Spannung handelt, ist die Geschichte um die spurlos verschwundene Ehefrau des Julian Tahn doch überaus lesenswert: Wir lernen einen sympathischen Ermittler kennen, John Gills, seines Zeichens Detective Sergeant bei der Scottish Police, der mit feinen Antennen und gesundem Misstrauen sowie kriminalistischem Spürsinn den Fall des Ehepaars Tahn im Norden Schottlands aufklären will und die zahlreichen offenen Fragen um den Fall der entschwundenen Ehefrau Julia und den Verhören des angeklagten Ehemanns Julian beantwortet wissen will. Hilfe hat er hierbei von Ian Mackay, einem älteren und erfahrenen Kollegen. DC Brown, ein eher unfähiger Dezernatsleiter, der wie die meisten seiner Kollegen in Krimis eher schlecht wegkommen und zu Fehlentscheidungen (aus Budgetgründen z.B.) neigen....
    Peter Dunn ist als Skipper, der die Tahn's auf seinem Boot mitnahm, der letzte Augenzeuge, der das Ehepaar und deren Streit auf dem Boot zur Insel erlebte, bevor Julia Tahn spurlos verschwand. Dieser Skipper, ein Hafenarbeiter, dessen Gedanken ich unter Anbetracht seiner eigenen Geschichte mehr als sympathisch fand, könnte als Figur und Nebenprotagonist für die spröde und (nach außen hin) distanziert wirkende Art und Mentalität der Schotten stehen. Ebenso auch Emma, die Frau von McCullen, die eine eigene kleine Pension führt, und Menschen tatkräftig, empathisch und ohne viele Worte Menschen in Notsituationen unterstützt.
    So ermittelt John Gills und verhört den verdächtigen Ehemann, dem eine Pflichtverteidigerin in persona von Miss Merrywheather zur Seite gestellt wird, die ihm ihrerseits zu helfen versucht und die Vergangenheit von Julian schließlich zutage fördert. Der Leser erhält einen Einblick in die Psyche des Julian Tahns, der, traumatisiert, zuweilen Probleme hat, keinen Kontrollverlust zu erleiden und gewalttätig zu werden - er wirkt etwas unberechenbar. Seine Ehefrau Laura hingegen, seit Tagen vermisst, wird als impulsiv und sehr wissbegierig wie auch 'gut vernetzt' beschrieben, so dass sie nicht davon lassen kann, in Julian's Vergangenheit herumzustochern - damit wird der Stein (dieser Geschichte) ins Rollen gebracht und es ereignen sich Rätsel in der Sandwood Bay, die John Gills nicht lockerlässt, sie aufzuklären (selbst wenn er den letzten Kieselstein am Strand umdrehen muss).


    Dieser sehr flüssig und gut geschriebene Krimi mit psychologischem Tiefgang und vielen sehr schönen Landschaftsbeschreibungen des schottischen Nordwestens ist absolut lesenswert. Die Charaktere sind sehr gut ausgeleuchtet und die Spannung ist gleichbleibend hoch, was mir sehr gefallen hat. Auch die Handlungsverläufe im Vermisstenfall sowie die Verhöre und Dialoge der Hauptprotagonisten waren überzeugend und nachvollziehbar; etwas zu vorhersehbar (nach vielen ungeahnten Wendungen) war der Schluss. Ein kleines "Manko" hatte für mich das letzte Drittel des Krimis, in dem ein wichtiges Indiz des Falles lange Zeit unbeachtet bleibt, was einem versierten Krimileser natürlich nicht entgehen kann (Stichwort Zelt/DNA)... Für mich einen Punkt Abzug zu einem ansonsten von psychologischer Spannung gut durchtränkten Kriminalroman, der mir auf aufgrund des Falles, der Personen und der Örtlichkeit des Geschehens, die atmosphärisch dicht dargestellt wird, sehr gut gefallen und mich überzeugt hat.


    Fazit:


    Erster Roman einer bekannten Spannungsautorin, deren Pseudonym Karen Winter lautet, der spannend und flüssig zu lesen ist und mit einem sympathischen Ermittler aufwartet sowie interessanten Verdächtigen, die durch John Gills unter das Seziermesser eines Psychogramms geraten, dessen Folgen unabsehbar sind...
    Von John Gills, der die schottische Sturheit seines Vaters erbte, aber trotz menschlicher Schwächen ein durchaus sympathischer Ermittler mit dem richtigen Gespür ist, möchte ich sehr gerne noch weitere Fälle (wiederum sehr gerne in Schottland verortet) lesen!! Ich vergebe 4 Sterne und 90° auf der Krimi-Couch.


    4ratten

    Für mich sind historische Romane keine Kunstprodukte (dann schon eher Romane im Genre Fantasy, die oftmals jedoch sehr kreativ sind und toll geschrieben....)
    Historische Romane sind für mich (vorausgesetzt, inhaltlich ist abgeklärt, inwiefern die erzählte Geschichte fiktiv bzw. historisch recherchiert ist bzw. sich an reale historische Personen und Ereignisse anlehnt) eine Möglichkeit, in die Vergangenheit abzutauchen - und aus ihr zu lernen. Es gibt großartige Autoren, die somit ein Stück Geschichte "wiederauferstehen lassen können" - und dem Leser durchaus klarmachen, dass einige Personen erfunden - andere hingegen real existiert haben.
    Besonders spannend und interessant sind sie für mich dann, wenn nicht nur die Handlung, sondern auch die Epoche mit dem Lesen 'nachfühlbar' wird. In der Realität ist dies (im 21. Jhd.) wohl kaum möglich.
    Zudem sind sie natürlich (da immer exemplarisch bzw. sehr oft) einfach schöner zu lesen als ein reines Geschichtsbuch (das aber auch sehr spannend sein kann, ich weiß).
    Ich bin sehr oft durch weitergehende eigene Recherchen auf interessante Informationen gestoßen, die mir zuvor nicht bekannt waren (z.B. historische Romane, die im WW II oder WW I spielen: Dadurch ist es möglich, eigenes Wissen zu erweitern, zu ergänzen, neu zu schaffen. Dies reizt mich ganz besonders an historischen Romanen.
    Sie zählen daher zu meinen Lieblingsgenren - und das wird, denke ich, für immer so bleiben (ich sag' mal nur: Histo-Couch - für mich ein tolles Forum, wenn es speziell um dieses Genre geht!).
    In diesem Genre zählen auch eher weniger bekannte Autoren zu meinen LieblingsschriftstellerInnen (Elisabeth Büchle, Titus Müller, Daniela Ohms, Agnes Imhof ganz besonders oder Lothar Englert) - Ken Follett hingegen habe ich gesehen, aber (noch) immer nicht gelesen! Authentisch ist für mich, wenn ein/e Historikerin historische Romane schreibt - bei Agnes Imhof ist dies z.B. so: Sie weiß, wovon sie schreibt!

    Ich hörte es auch gestern: Benoite Groult habe ich vor mehr als ca. 30 Jahren gelesen (Salz auf unsrer Haut und noch eines....) Ersteres gefiel mir wirklich sehr gut: Sie wurde jedoch 96 Jahre alt - das ist schon ein biblisches Alter! Möge sie in Frieden ruhen.

    dubh :


    Ich habe diesen klasse Schottland-Krimi ebenfalls vor einiger Zeit gelesen: Frage an dubh als Moderatorin:
    Sollte man seine Rezension (auch wenn man hier nicht mitgelesen hat) noch einstellen - oder ist das für Literaturschock ohne Bedeutung? Bin noch nicht so lange aktiv dabei, daher weiß ich es nicht :redface:
    Danke vorab für Deine Info und viele Grüße!

    @Holden:
    O- das ist schön, dann schaue ich, wann's passt und lese gerne mal mit :smile:


    Ich habe eine (Stofftasche), die es mal vor ca. 3 Jahren gab, inzwischen sind sie schwarz, die ich habe ich weiß oder fast - kann sie klasse immer mal mitwaschen und hab sie immer im Rucksack :)


    In Darmstadt bin ich immer mit dem Rad durch den Park in die Biblio gefahren; da ich zu dieser Zeit ca. 7 - 12 Bücher auslieh bei jeder 'Fuhre', war der große Rucksack (im Radkorb) vonnöten - mittlerweile bin ich da etwas bescheidener geworden (wie als Kind so ca. 4-6 maximal :breitgrins: Dort gab es auch schöne Taschen (fast so schön wie die ziemlich neue Bibliothek), aber die ist leider nicht mehr einsatzfähig ....
    Schönen Abend!

    Wenn ich dauernd über Schreibfehler 'stolpere', stört mich das sehr - und mein Lesefluss (und -genuss) ist gleich reduziert irgendwie... - ich wollte, das würde mich nicht stören, ist aber unabänderlich....
    Positiv fällt mir allerdings auf, dass Autoren froh sind, wenn sie auf inhaltliche Ungereimtheiten oder orthografische Fehler aufmerksam gemacht werden (z.B. in Leserunden), da sie dann die Möglichkeit haben, dies an ihr Lektorat rückzumelden und bei der 2. Auflage des Buches z.B. diese Fehlerteufelchen 'auszumerzen' :zwinker:

    Habe eben erst gesehen, dass hier ein Lesewochenende stattfand: Ich war lange ziemlich krank (gripp. Infekt übelster Sorte) und musste erstmal einiges, was liegengeblieben war (und nicht delegiert werden konnte :) aufarbeiten :(
    Hat zwar geklappt, aber an diesem WE hätte ich schwerlich teilnehmen können. Dennoch die Frage: Ist bereits ein anderes Lesewochenende ausgeguckt? Dann überlege ich mir gerne, mal dabei zu sein!
    Liebe Grüße


    P.S.: Holden: Ich bin auch "die große Büchertasche rausschlepp", wenn's um Bibliotheken geht: Ich liebe sie auch und könnte gar nicht ohne (wie bei Dir, stammt dieser Hang bereits aus meiner Kindheit....) :)
    Dienstag muss aber einiges zurück - ich freue mich jedes Mal darauf!