Beiträge von dodo

    Man muss aber auch fairerweise sagen, dass der zu übersetzende Text schon ziemlich übel war. Konversations-Französisch und Amts-Französisch sind ja zwei Paar Stiefel.

    Da hast du sicher recht. Jenkins ist aber bereits vor dem Test von seinem Scheitern überzeugt (wenn mich meine Erinnerung nicht trügt), ich hatte somit den Eindruck, dass sein Übersetzungsversuch nur ein halbherziger war.


    Vielleicht war ihm das Ganze im Grunde seines Herzens auch zu heiß? Da hätte er ja Verantwortung übernehmen müssen.

    Das trifft es in meinen Augen schon eher. Es passt auch zu seiner kaltherzigen Überlegung, ob sich nun die Großeltern um die verwaiste kleine Caroline kümmern werden. Immerhin ist die Kleine seine Nichte. Ich hatte nicht den Eindruck, dass ihr Schicksal Jenkins irgendwie betroffen hätte. Vielleicht tue ich ihm auch unrecht und seine Überlegung war der Ausdruck höchsten Gefühls. :boahnee:

    Das letzte Kapitel führt uns zurück ins Hauptquartier, es geht um die Intrigen, die Widmerpool gestartet hat und für die er nun die Retourkutsche bekommt

    Gerade diese Sequenz erinnert mich an eine Theaterszene, kurz bevor sich alles auflöst. Laufend tritt eine neue Person mit einer Hiobsbotschaft für den (Anti)helden auf beziehungsweise ab, bis alles ins Chaos zu versinken droht. Widmerpool hat das erste Mal seit langem für den Leser fühlbar die Kontrolle über die Situation verloren - für ihn sicher eine neue Erfahrung.



    Tja, das war wohl nix mit der Sonderaufgabe bei Finn. Französisch zu schlecht :lachen: (aber das war ja auch ein gemeiner Text). Jenkins ist halt einfach zu durchschnittlich für alles. Höhere Weihen wird er wohl nie in irgendetwas erreichen. Er bleibt der geborene am Rand stehende Beobachter.

    Das hat mich zugegeben sehr überrascht. Bei seiner Bildung inklusive Frankreichaufenthalt direkt nach der Schule hätte ich ihm ein besseres Französisch zugetraut. Manchmal denke ich ja, dass es bei Jenkins weniger an seinem Können, sondern an seinem Einsatz mangelt. Er ist nie ganz bei der Sache, zieht sich immerauf das Beobachten zurück.

    Endlich bin ich auch zu euch gestoßen. Zu meiner Schande musste ich gestehen, dass mir die Pointe der Eröffnungsszene entgangen ist. Mir war zwar bewusst, dass Jenkins seinen Mantel bei einem Theaterausstatter kaufte und der Verkäufer ihn für einen Schauspieler hielt, aber mir war nicht klar, dass er dachte, Jenkins spiele in einem Stück mit dem Namen "Der Krieg" eine Rolle. Warum auch immer, denn als ich jetzt die Szene noch einmal gelesen habe, ist es eigentlich eindeutig. :schulterzuck: Wahrscheinlich war ich schon zu müde, denn ich habe nach einem 12h Arbeitstag mit dem Lesen begonnen.


    Die Armee gleicht einer Schauspielertruppe und ihre wechselnden Einsatzorte sind die Wanderbühnen, auf denen sie spielt. Das Publikum sind die Beteiligten selbst, jedenfalls die, welche gut beobachten können und nicht zu sehr persönlich involviert sind sowie wir, die Leser.


    Deine Interpretation trifft es hervorragend, besonders mit Hinblick auf die Eröffnungsszene. Mir kam es bis jetzt vor, dass Jenkins Schilderung seiner Militärzeit ein klein wenig wie ein Internat für Jungs gleicht - mit all den kleinlichen Intrigen und Machtkämpfen, die sich vor der Kulisse des Krieges abspielen. Wahrscheinlich auch deswegen, weil Widmerpool großen Raum einnimmt, Stringham wieder aufgetaucht ist und auch von Temple schon die Rede war.

    Mrdodo und ich waren noch nicht lang ein Paar, da habe ich aus "Mit zwei linken Kochlöffeln" ihre Variante des Erdäpfelgulaschs nachgekocht. Mit dem Würzen hatte ich es da noch nicht so, also wurde das Gulasch immer mehr. Ich musste drei Töpfe austauschen, bis ich Mamas Riesen-Reindl bretteleben voll gemacht hatte. Es hat Stunden gedauert, bis das Gulasch fertig war, aber die Warterei hatte sich echt gelohnt. Sogar meinem Papa hat es geschmeckt und der war war zum diesem Zeitpunkt meinen Kochkünsten gegenüber wohlweislich noch skeptisch eingestellt.


    Ich muss das Kochbuch echt wieder einmal hervorholen und etwas daraus nachkochen.

    Ich habe sie auch mit ungefähr 11-12 Jahren in der Schulbücherei entdeckt, besonders "Stundenplan" hatte ich sehr gerne. Außerdem war sie mir wegen ihrer Zeitungskolumnen und dem Dschi-Dsche-i-Dschunior ein Begriff.


    "Mit zwei linken Kochlöffeln" war ein Geschenk meiner Schwester, als ich ungefähr zwanzig Jahre alt war. Christine Nöstlinger hat mir mit diesem Buch das Kochen näher gebracht. Kleindodo habe ich relativ früh begonnen, die "Franz"-Bücher vorzulesen.


    In Willkommen Österreich hat sie geduldig jede noch so dämliche Frage der Moderatoren Grissemann und Sterman beantwortet


    RIP

    Sagota : Ich bin zwar nicht Valentine, aber ich kann dir das Buch aus tiefster Überzeugung empfehlen. Desmond Morris gibt einen kulturgeschichtlichen Überblick über das Thema Eule und das Verhältnis des Menschen zum Vogel. Abgerundet wird das schmale Büchlein mit einigen Porträts von verschiedenen Eulenarten.