Beiträge von dodo

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich finde er ist ein gigantisch guter Geschichtenerzähler und ich liebe sein Talent, Menschen im Kern zu erfassen und realistisch zu zeichnen. Viele seiner Geschichten berühren mich weit mehr, als dass ich mich nur grusle

    Da kann ich dir nur recht geben. "Das Mädchen" von ihm hat mich lange nicht losgelassen. Man konnte dem Kind die Einsamkeit, Verlassenheit und den Horror, den das Umherirren im Wald in ihm auslöst, absolut abnehmen.

    Die bekomme ich leider noch nicht mal im ganzen Jahr gelesen, weil mir einfach die Zeit fehlt. Aber abbauen muss ich auf jeden Fall auch.

    Das Ziel ist sehr ambitioniert, aber man wächst mit seinen Aufgaben. :buecherstapel:


    Und ich bin froh, dass ich nicht die Einzige mit so einer hohen SuB-Zahl bin.

    Da gibt es noch ein paar mit noch höheren Zahlen. Lass dich von deinem SuB nicht stressen. Das führt nur zu Frust und schlimmstenfalls in eine Leseblockade. Ich kaufe seit einiger Zeit kaum noch neue Bücher und habe trotzdem immer genug Lesestoff, egal nach was es mich gelüstet. Das ist die positive Seite von einem großen SuB.

    Manchmal lese ich sandhofers, Bettinas oder Wendys Blog, aber nicht regelmäßig (weil ich die meiste Zeit nicht daran denke). Ansonsten nicht. Rezensionen lese ich vor allem hier im Forum, das reicht mir.

    Äh, wo genau wurde sie gestochen? Ist für die Geschichte (und das Aussaugen) ja eventuell nicht unwichtig ^^

    Das hatte ich glatt vergessen zu erwähnen. Sie wurde knapp unter dem Schlüsselbein gestochen. Meilenweit von ihren Brüsten entfernt. Alles ist bedeckt, was bedeckt sein muss. Aber trotzdem - Mrs. Feathrington ist begeistert. Was für ein Skandal. Sie hat Anthony Bridgerton erwischt, wie er mit Kate Sheffields Brüsten spielt. Auch wenn die gar nicht beteiligt waren, völlig wurscht. Seine Lippen waren auf ihrer nackten Haut, wie schon erwähnt knapp unter dem Schlüsselbein, und da haben sie nichts verloren. Er ist ein stadtbekannter Wüstling, das weiß jeder, also kann man sich genüßlich ausmalen, wohin seine lebensrettende Maßnahmen geführt hätten. Am helllichten Tag mitten im Garten seiner Mutter und in direkter Nähe zum Haus, wo der ganze Ton sie dann bei ihrem munteren Treiben beobachten kann. Zumindest in Mrs. Feathrington Augen ist Kate mit der Bienenstich-Aussage-Aktion defakto defloriert worden.


    Anthony nimmt die Angelegenheit erstaunlich gelassen und wehrt sich kein bisschen gegen eine Hochzeit mit Kate. Hat er doch eh schon heimlich mit den Gedanken gespielt, den aber jedesmal weit von sich gewiesen, weil Edwina für sein Seelenheil einfach besser gewesen wäre. Bei ihr besteht trotz ihrer umwerfenden Schönheit nicht die Gefahr, dass er sich in sie verlieben könnte. Bei Kate ist das anders, so ehrlich ist er zu sich selbst. Da er keineswegs in unsterblicher Liebe zu seiner Gattin entbrennen möchte, wäre Edwina einfach die bessere Wahl gewesen. An der Habenseite kann er endlich mit Kate ungestraft fummeln, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Damit er nicht allzulang auf die Hochzeitsnacht warten muss, wird der Termin gleich auf die nächste Woche festgesetzt.


    Kate ist nicht ganz so glücklich. Wer ist schon gerne zweite Wahl? Ab gesehen davon fürchtet sie, dass er an Edwina denkt, wenn er sie küsst, bis ihr Hören und Sehen vergeht. Noch ist es nicht zu ihr durchgedrungen, dass er keineswegs nach ihrer Schwester lüstet, sondern nur nach ihr.


    Was geht es Edwina damit? Die ist froh, dass der Kelch an ihr vorüber gegangen ist. Bis auf ein paar Blumensträuße hat sich Anthony nicht um sie bemüht, war er doch viel zu sehr mit Kate beschäftigt. Sie freut sich im Gegenteil sehr für ihre Schwester, denn trotz ihrer 17 Lenze, hat sie als erste und wohl noch als einzige erkannt, dass er bis über beide Ohren in Kate verknallt ist. Nur dass sei beim Aufklärungsgespräch zwischen Mary und Kate nicht dabei sein darf, findet sie mehr als unfair. Dabei würde sie auch gern wissen, was zwischen Mann und Frau im Ehebett abläuft. Ihre Enttäuschung hätte sie sich sparen können, Mary geht da nicht ins Detail.

    Mich wundert es, dass Honoria nicht schon längst einen Schwächeanfall hatte.

    Meine Kate ist da ein ganz anderes Kaliber. Die nimmt sich kein Blatt vor dem Mund und macht dem guten Anthony regelmäßig die Hölle heiß. In Kapitel 7 haben sie sich nach einem mittelstarken Disput geküsst, um danach zum ersten Mal wirklich böse aufeinander zu werden. Bis jetzt haben ihnen ihre Wortgefechte klammheimlich auch Spaß gemacht.


    Auch wenn man es kaum glauben will, danach beginnen sie sich langsam aneinander anzunähern und das ernsthaft. Beide sind ja nicht mit der Nudelsuppe daher geschwommen, also kriegen sie auch langsam aber sicher ihre Gefühle füreinander mit. Kate gesteht sich an einem Wochenendausflug (seine Mutter gibt eine Hausparty am Land) sogar ein, dass sie sich verliebt hat. Er hat ein bisschen früher gecheckt, dass er eigentlich Kate will und nicht ihre Schwester, dafür ist er ganz Nackenbeißerheld hinsichtlich seiner Gefühle nicht ganz ehrlich. Immerhin gibt er vor sich selber zu, dass er Kate lieben könnte, wenn er sich das erlauben würde. Da er aber keineswegs vorhat, seine Ehefrau zu lieben, bleibt er bei seinem Plan, die kleine Schwester zu ehelichen. Auf dem verlängerten Wochenende möchte er Edwina einen Antrag machen.


    Wer sich fragt, wie Edwina zu dem ganzen steht, dem sei nun geholfen. Edwina ist nicht nur schön, sondern auch klug. Sie liebt Bücher und würde am liebsten einen Gelehrten ehelichen, wenn sie eine Wahl hätte. Anthony ist ihr ganz sympathisch, aber in Wirklichkeit herzlich Wurscht. Da sie weiß, dass man als Frau in dieser Zeit sowieso in solchen Dingen kaum etwas zu melden hat und auch das Auslangen ihrer Familie davon abhängt, dass sie sich gut vermählt, ist sie aber nicht abgeneigt.


    Frau Quinn bleibt dabei auf ihrem keuschen Kurs. Bis auf den Kuss ist zwischen Anthony und Kate bis zum dreizehnten Kapitel nichts passiert. Dafür ist Anthony zu sehr Ehrenmann, als dass er die eine Schwester verführt, werden er die andere zu ehelichen gedenkt. Obwohl er schon einige unruhige Nächte hinter sich bringen musste, weil er auf Kate scharf wie Nachbars Lumpi ist.


    Im dreizehnten Kapitel hat die Autorin aber nun ein Einsehen mit ihrem verhinderten Liebespaar. Noch länger kann sie die beiden nicht mehr leiden sehen, also kommt erst mal der Deckel drauf. Mittel zum Zweck ist eine kleine Biene 🐝. Seit Anthonys Vater an einem Bienenstich gestorben ist, hat er verständlicherweise einen Heidenrespekt vor den fleißigen Summsis, um nicht zu sagen eine Heidenangst. Kurz nachdem Kate zu seiner großen Enttäuschung ihre Einwilligung in sein halbherziges Werben um Edwina gegeben hat, wird sie von einer Biene gestochen. Anthony bricht in Panik aus, glaubt er doch die arme Kate muss nun jeden Moment sterben. Also versucht er sie zu retten, was Kate doch ein wenig entsetzt, bis sie merkt, warum er so seltsam reagiert. Als er nun glaubt, er könne die Stichwunde nicht ausreichend auspressen, will er ihr das Gift aus der Wunde saugen. :totlach:Genau in dem Moment werden die beiden von seiner Mutter, ihrer Stiefmutter und Mrs. Feathrington, der ärgsten Klatschtante des Ton, erwischt.

    Das Mittagessen köchelt in der Pfanne vor sich hin, also habe ich etwas Zeit zu berichten, wie es meinem Viscount auf Freiersfüßen so geht.


    Hereingelegt durch seinen jüngeren Bruder Colin glaubt er bei der guten Kate ein leichtes Spiel zu haben. Er hält sie für eine leicht einfältige knapp vor der Reservebank stehende Jungfer, die schon in ihn verknallt ist, bevor sie ihn zum ersten Mal gesehen hat. Man muss ihm seine Arroganz verzeihen - die weibliche Welt Londons, sofern es sich nicht um seine Mutter oder seine Schwestern handelt, ist in ihn verknallt. 🥰 Keine kann seinem Aussehen gepaart mit unglaublichen Charme widerstehen. So beleidigt er beim ersten Kennenlernen sofort ihre Intelligenz, indem er ihr sie als ebenso schön wie die Schwester preist. Mehr hat es nicht gebraucht, um ihr Temperament zu wecken und von nun an beginnen beide wie Hund und Katz zu streiten. Ein Schlagabtausch folgt dem anderen, keine Begegnung läuft ohne Reibereien ab. Man muss der Autorin lassen, dass sie es versteht, die Dialoge spritzig zu gestalten und sie in amüsante (wenn auch manchmal etwas stark konstruierte) Situationen zu verfrachten.


    Langsam beginnt es den beiden zu dämmern, dass sie bei aller gegenseitiger Abneigung doch nicht voneinander lassen können. Er ist ihr Lieblings-Aufregungsthema und sie geisterte bereits in einem (nicht näher beschriebenen) erotischen Traum von ihm herum. Begeistert sind beide nicht davon und noch wehren sie sich mit Händen und Füßen gegen das am Horizont dräuende schreckliche Schicksal, das ihrer da harren möge.


    Anders als bei Zank geht es bis jetzt noch sehr schicklich zu - ich bin 6ten Kapitel und es gab noch nicht einmal einen Kuss. Das stört mich überhaupt nicht, denn ich amüsiere mich königlich über Anthonys und Kates unfreiwilliges Balzverhalten. Julia Quinn erfindet das Rad mit diesem Thema keineswegs neu - aber sie setzt es in meinen Augen sehr gut um.

    Letztendlich habe ich mich für Julia Quinn - The Viscount who loved me/ Wie bezaubert man einen Lord? entschieden.


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    Vom Cover her kein echter Nackenbeißer, präsentiert Mrs Quinn einen historischen Liebesroman im modernem Kleid. Held und Heldin haben beide genug am eigenen Binkerl zu tragen, um zwar nahezu, aber doch nicht 100% perfekt zu sein. Er sieht umwerfend aus, sie ist zum Unterschied keine(!) atemberaubende Schönheit, allerdings auch keine graue Maus. Die beiden müssen keiner lebensbedrohenden Gefahr begegnen, sofern man den britischen ton, heiratswütige Mütter und schadenfrohe Brüder nicht als solche bezeichnen möchte. Statt dessen erwartet die Leserin eine heitere Liebesgeschichte, die screwballartige Elemente aufweist und zum Schmunzeln einlädt.


    Aber nun zum Inhalt. Anthony Bridgerton, der älteste von Lady Bridgertons Kindern, gilt als echter Draufgänger. Er lässt nichts anbrennen und frönt Wein, Weib und Gesang. Das sei ihm auch vergönnt, immerhin musste er im zarten Alter von 18 die Rolle als Familienhaupt übernehmen, als sein von ihm grenzenlos bewunderter Vater plötzlich an einem Bienenstich verstarb und ihn, seine hochschwangere Mutter und sechs weitere Geschwister zurück ließ. Während der gute Anthony einerseits sein Leben in vollen Zügen genoß, hat er andererseits großes Verantwortungsgefühl und ein Talent für Finanzen bewiesen und das ohnehin schon beträchtliche Familienvermögen weiter ausgebaut, sodass alle seine Geschwister ordentlich versorgt sein werden. Nun im fortgeschrittenem Alter von über dreißig hat er zur Überraschung aller plötzlich beschlossen, zu heiraten und für einen Erben zu sorgen. Viel Zeit hat er dafür nicht mehr, ist er doch von der fixen Idee überzeugt, wie sein Vater, der es immerhin nur auf 38 Lenze brachte, jung zu sterben. Als Braut hat er sich die junge Schönheit Edwina Sheffield ausgesucht. Sie ist zwar nahezu mittellos, aber der Star der diesjährigen Saison. Obwohl diese kaum begonnen hat, wird ihr schon jetzt eine glänzende Partie prophezeit.


    Die Sache hat nur einen Haken (oder derer eigentlich mehrere, aber dazu später). Die entzückende gerade mal 17jährige Edwina hat geschworen, nur den Mann zu ehelichen, der den Segen ihrer älteren Schwester Kate bekommt. Kate, mit 21 Jahren fast eine alte Jungfrau, hatte gleichzeitig mit Edwina ihr Debüt, mehr gab das Familienvermögen nunmal nicht her. Der guten Kate ist bewusst, dass sie sich keinen Ehemann wird angeln können - verglichen mit Edwina ist sie ein Ladenhüter. Deswegen hat sie geschworen, die Verehrer ihrer kleinen Schwester auf Herz und Nieren zu prüfen. Nur ein anständiger Mann, der ihre Edwina aufrichtig liebt und sie glücklich machen kann, kommt in Frage. Damit ist Viscount Bridgerton aus dem Spiel - bestens informiert durch Lady Whistledowns Tratsch und Klatsch-Blatt kommt er für Kate einfach nicht in Frage.

    Leider habe ich nichts über "Eulen" geschrieben, dafür Valentine . Von mir gibt es nur einen Beitrag über Krähen aus derselben Reihe. Generell kann ich die Reihe von Naturkunden weiter empfehlen - manche Bände gefallen mir mehr, manche weniger, aber im gesamten betrachtet bekommt man hier intelligentes Infotainment in hochwertiger, ansprechender Aufmachung. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, wie faszinierend Federn in Wirklichkeit sind, bevor ich das Buch darüber gelesen habe.