Beiträge von dodo

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Nach dem ersten Roman brauche ich definitiv eine Pause von den Cynsters. Am tolino laufen sie mir ja auch nicht weg. Nach dem der obligatorische Kutschen-Infight eingebaut wurde, stecke ich nun in der großen Lebensgefahr. Der Mörder wurde ausgeforscht und in die Ecke gedrängt. Nun steht für Honoria, Devil und ihr ungeborenes Kind alles auf der Klippe - ob die drei das überleben werden?! 8|

    Zank, ich bin auch noch nicht durch. Seit Honoria endlich seinen Antrag angenommen hat, geht es zur Sache. Seitenlang, immer und immer wieder. Wie die Hasen rammeln fallen die beiden übereinander her.


    Hoffentlich konzentriert sich Laurens langsam auf den noch nicht geklärten Mord. Auch wenn die Leserschaft schon lange weiß, wer der Täter ist, wäre es doch eine Abwechslung zu ihrer "softness" und seinem "tighten muscels". Dabei bin ich erst beim ersten meiner insgesamt 3 in einem Romanen...

    Honoria Prudence hat beschlossen, seinen Antrag anzunehmen. Immerhin hat er einen weichen Kern hinter seiner harten, männlichen Schale beziehungsweise in seiner breiten, mit schwarzem Kraushaar bedeckten Brust. Devil weiß noch nichts von seinem Glück, sie hat es ihm noch nicht verraten. Endlich haben seinen dauernden Kopfschmerzen ein Ende. Yep, er kriegt immer Kopfschmerzen, weil er seine lustvollen Angriffe auf Honoria noch nicht zu Ende bringen konnte/wollte/durfte. ^^

    Immerhin, es gibt ein paar emanzipatorische Ansätze. Sie ist mehr als nur sauer, dass er ungefragt die Rechnung von ihrer neuen Garderobe übernommen hat und sich nun weigert, dass sie ihm das Geld zurück zahlt. Sie hat ihm mehr als deutlich gemacht, dass sie ihre eigenen Rechnungen begleichen kann und ihn dafür nicht braucht.


    Er hat sich immerhin dazu durchgerungen, sich zu dafür zu entschuldigen (auch wenn er sich weiterhin weigert, ihr die Rechnung zu geben) und versprochen, es nie wieder zu tun. Außerdem hat er sie endlich einmal gefragt, ob sie ihn nicht heiraten wolle - zwar erst nachdem sie ihn mehr als deutlich darauf hingewiesen hat, dass er das bis jetzt verabsäumt hatte. Nun wartet er auf eine Antwort.


    Ach ja und er hat es immerhin bis zur First Base geschafft und durfte mit ihren Brüsten spielen. Nun muss er sich aber wieder in Zurückhaltung üben - der Skandal um die Rechnung war doch ein herber Rückschlag.

    Sicher kein gutes Zeichen das er keinen Spitznamen hat :err:

    Eben. Immerhin war Lord of the Flies noch nicht vergeben.



    Nach diesem Wochenende brauch ich aber erstmal mindestens einen blutigen Mord :lachen:

    Dito.


    Mittlerweile bin ich ein bisschen weiter und bei DER großen Enttäuschung des Romans angelangt. Nein, nicht DIE Szene (soweit sind Honoria und Devil noch nicht, obwohl er sich alle Mühe gibt) und auch nicht das obligatorische Missverständnis, sonder der Grund, warum sich Honoria so gegen die Ehe wehrt, wurde im Gespräch zwischen Devil und Honorias Bruder Michael enthüllt: sie hat ein Trauma. Es geht hier nicht um den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben oder das Auflehnen gegen aufgezwungene gesellschaftliche Normen. Die Arme musste mit 16 beobachten, wie ihre Eltern und ihre zwei jüngeren Geschwister bei einem tragischen Kutschenunfall ums Leben kamen. Das hat sie geprägt und deswegen will sie weder heiraten noch eigenen Kinder bekommen.


    Das Buch ist, wie schon erwähnt, aus den 90ern, also habe ich auch nichts anderes erwartet. Aber gehofft habe ich trotzdem, dass nicht das gängige Klischee benutzt wird, warum die Protagonistin gegen eine Ehe eingestellt ist. Offensichtlich bin ich viel kritischer geworden, denn früher hätte ich mir darüber keine Gedanken gemacht, sondern einfach darüber hinweg gelesen. Denn die hier transportierte Message ist so eindeutig wie furchtbar: eine normale Frau hat sich nichts anderes vom Leben zu wünschen, als sich einen reichen Tyrannen zu angeln. Wenn sie bei der Aussicht darauf nicht sofort in Begeisterungsstürme ausbricht und ihn zum Dank dafür bespringt, bevor er drei sagen kann, dann muss ein psychisches Trauma dafür der Grund sein.

    Bei mir geht es um einiges keuscher zu als bei HoldenCaulfield. Weiter als zu Küssen sind sie noch nicht gekommen - Devil ist sich der Unschuld seiner Auserkorenen bewusst und geht es langsam an. Er will sie nicht erschrecken, sondern langsam erobern. Auf die Idee, sie einfach zu fragen, ob sie ihn vielleicht heiraten möchte, kommt der Dolm aber nicht. Er hat ihr und der Welt seine Entscheidung mitgeteilt, dass muss doch reichen.


    Derweil hat ihr ein anderer Cynster einen Antrag gemacht. Charles - der einzige ohne Spitzname - möchte sie aus den Klauen des Teufels retten und hat Honoria Prudence die Hand angetragen. Er hat sich dafür einen Moment relativ kurz nach dem Begräbnis ausgesucht. Pikanterweise ist der Verstorbene sein jüngerer Bruder. Außerdem ist er der älteste der Bande, um die vierzig, und als einziger nicht so gut aussehend wie der Rest. Ein perfekter Kandidat also, um am Ende der große Schurke in diesem Band zu sein.

    HoldenCaulfield: Deine Maddie klingt wirklich, als ob sie das Herz am rechten Fleck hat. Die gefällt mir.


    Meine Honoria versucht ja auch ihre Frau zu stehen und sich nicht alles vorschreiben zu lassen. Sie hat ja auch nicht lange gefackelt und einem völlig Fremden erste Hilfe zukommen lassen und zwar ohne, dass sie kurz vor einer Ohnmacht war. Außerdem versucht sie aus den herrschenden Konventionen auszubrechen und nicht sofort erleichtert in die Arme des Alpha-Männchens zu sinken, das in reiner Selbstsucht ihren guten Namen retten will. Ihm ist nämlich durchaus bewusst, dass er als 32jähriges Oberhaupt der Familie endlich heiraten und einen Erben zeugen sollte. Da kommt ihm die hübsche und intelligente Honoria, die nicht vor lauter Ehrfurcht ob seines Titels und Namens in den Boden sinkt, nur recht und billig.

    Meine Theorie zu seinem fehlenden Hemd: Es ist im Stall geblieben voller Blut und allem. :err:

    Ja, damit wurde versucht die Blutung des verstorbenen Cousin zu stoppen. Was aber nicht erklärt, warum er seine Jacke nicht mehr anzieht. Oder sich vom abwesenden Holzfäller, in dessen Hütte sie übernachtet haben, keines geliehen hat...


    Mittlerweile hat Devil in seinem riesigen Haus ein Hemd gefunden. Er ist jetzt wieder ordentlich angezogen. Vielleicht liegt das aber auch nur an der massenhaft eingeströmten Verwandtschaft - die wegen des anstehenden Begräbnisses angereist ist. Honoria muss sich nun viele Namen merken - unter anderem auch einen Lucifer. :D


    Übrigens hat sie beschlossen ihrem (oder noch nicht ihrem, aber das wird sie schon noch lernen) Sylvester Sebastian* erstmal seinen Willen und damit den Glauben zu lassen, sie seien verlobt. Sie schiebt sein irrationales Verhalten auf seine Trauer und hofft, dass er nach dem Begräbnis wieder klarer sieht. Jo eh ah jo eh - sie wird zwar nicht den Worten nach, aber trotzdem der ganzen Verwandtschaft als seine Verlobte präsentiert und sie glaubt, sie kann noch irgendwie den Kopf aus der Schlinge ziehen. Da kann sie noch so viel davon träumen, auf Kamelen durch Ägypten zu reisen, daraus wird nichts mehr!


    *Devils Taufname

    Herr im Himmel, Devil ist ein Duke! Kann der sich kein Hemd leisten?! Ich bin im vierten Kapitel und er rennt noch immer ohne eines durch die Gegend.


    Sonst ist es das übliche Alpha-Männchen-will-Weibchen-in-seine-Höhle-schleppen-Blabla. Aber die gute Honoria Prudence heizt ihm ordentlich ein und lässt das nicht widerspruchslos mit sich machen. Ich ignoriere einmal die Tatsache, dass sein Cousin noch nicht einmal vor 24h erschossen wurde und bereits an seinen Wunden erlegen ist. Leider gibt es auch die üblichen Szenen, wo er versucht ihr mit schierer Körpergröße seinen Willen aufzuzwingen - immerhin sie gibt nicht nach. Auch wenn ihr heiß und kalt wird, wenn er sie gegen die Stallwand drückt, bleibt sie eisern bei ihrer Meinung, nämlich dass die gemeinsam in einer Hütte bei einem Sterbenden verbrachten Nacht kein zwingender Grund zum Heiraten ist und basta.


    Außerdem hat er noch nicht versucht, sie mit einem Kuss zu strafen. Hoffentlich kommt derartiges nicht vor. Da das Buch aus den 90ern ist, steht es aber irgendwie zu befürchten. Na mal schauen.

    Und tada da ist er schon:


    Zitat von Stephanie Laurens - Devils Bride, Kapitel 1

    A massive black stallion screamed und reared over her, irontipped hooves flailing within inches of her head. On the beast´s back sat a man to match the horse, black-clad shoulders blocking out the twilight, dark mane wild, features harsh - satanic.


    Damit auch wirklich kein Zweifel herrscht, dass es sich hierbei um den Auftritt des Helden handelt, wird noch einmal so richtig in die vollen gegriffen:


    Zitat von Stephanie Laurens - Devils Bride, Kapitel 1

    Muscles bunched in the rider´s arms, in the long thighs pressed to the stallion´s flanks. For one eternal minute, man and beast did battle. Then all went still, the stallion acknowledging defeat in a long, shuddering, horsy sigh.

    Na, wenn das mal nicht ein Prachtkerl ist, dann weiß ich es auch nicht. Ein paar Seiten später erfährt man, dass er schwarze Locken und grüne Augen hat - so ein Zufall aber auch. :D


    Wie Honoria aussieht, kann ich leider noch nicht berichten. Sie ist anscheinend groß, eine "long Meg", aber mehr wurde noch nicht verraten. Dafür ist nun ihr voller Name bekannt: Honoria Prudence Anstruther-Wetherby.


    Erst einmal kümmern sich die beiden um den schwerverletzten jungen Mann. Honorias Verband reicht nicht - also muss der Druck mit seinem Hemd und ihrem Unterrock verstärkt werden. Danach schaffen sie ihn in eine Holzfällerhütte. Einen Arzt holen sie aber nicht mehr - unser Held hat, durch Waterloo reich an Erfahrung, erkannt, dass der Verletzte eine tödliche Wunde hat. Entweder ist das Herz oder eines der großen Gefäße betroffen, auf alle Fälle ist der Arme jenseits jeder ärztlichen Hilfe.


    Ab hier wird es so richtig abstrus. Honoria plaudert freimütig mit einem ihr völlig Fremden, von dem sie nur weiß, dass er Devil genannt wird und lässt sich von ihm nach Strich und Faden ausfragen. Noch dazu hat er sich noch nicht einmal vorgestellt. Neben ihnen liegt ein 20jähriger junger Mann im Sterben - zufällig Devils Cousin, aber sie haben nichts besseres zu tun, als ihre Familiengeschichte auszubreiten. Ab gesehen davon macht Devils nackte Brust sie völlig kirre. Angesichts der doch dramatischen Situation ziemlich :krank:, wie ich finde.

    Kapitel 1: Honoria hat einen neuen Posten angetreten. Sie soll die älteste Tochter ihrer Arbeitgeberin fit für die Hochzeit mit einem Duke machen. Wer dieser Duke ist, weiß Honoria (noch) nicht. Sie versucht Erkundigungen einzuziehen, denn wenn man ihrer Lady glauben dürfte, handelt es sich bei diesem Duke um einen Ausbund der Tugend, der nun bereit für den Hafen der Ehe ist.


    Honoria versucht beim hiesigen Pfarrer unauffällig Erkundigungen einzuziehen, scheitert aber. Sie erfährt keinen interessanten Tratsch und Klatsch und schon gar nicht einen Namen. Dabei wäre das alles, was sie bräuchte. Immerhin ist sie selbst Mitglied des englischen Hochadels und hätte es gar nicht notwendig zu arbeiten. Sie könnte bequem von ihren Einkünften leben, aber ihrem exzentrischen Geist ist das nicht genug. Deswegen ist sie in der dankenswerten Position, sich ihre Arbeitgeber selbst aussuchen zu können und nicht jeden Posten annehmen zu müssen.


    Am Heimweg vom Pfarrer gerät sie a) in einen Sturm und b) trifft auf einen angeschossenen, schwer verwundeten Mann. Die patente Honoria kümmert sich sofort um seine Versorgung und legt mithilfe ihres Halstuchs und seiner Krawatte einen perfekten Druckverband an. Aufgeschreckt vom Gewitter ist ihr nur blöderweise das Pferd mit dem Anhänger durchgegangen. Was also tun, in ihrer Not. Ganz alleine in einem Wäldchen, bei einem Sturm und mit einem möglicherweise sterbenden jungen Mann? Da ist guter Rat teuer und es schreit förmlich nach einem weißen Ritter oder um es mit Bonnie Tyler zu sagen: Holding Out For a Hero!

    Angespornt von euren literarischen Höhenflügen habe ich mir von Stephanie Laurens - Cynsters: The Beginning heruntergeladen. Darin sind die ersten drei Romane der ellenlangen Reihe enthalten: Devil´s Bride, A Rake´s Vow und Scandal´s Bride enthalten.


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    In Buch Nummer eins wird Devil, Mitglied des berüchtigten Cynsterclans, in einer kompromittierenden Situation mit der Gouvernante Honoria Wetherby erwischt wird, verwundert er den gesamten englischen Ton, weil er ihr wie ein echter Gentleman einen Heiratseintrag macht. So weit die Inhaltsangabe, ich habe noch nicht begonnen. Allein die Namen Devil und Honoria lassen auf alle Fälle hoffen. Devil - wer sieht da nicht einen dunkelkhaarigen Lockenkopf mit samtgrünen Augen und gefährlichem Lächeln. Und Honoria - hoffentlich mit strengem Dutt, eventuell einer Brille, die ihre strahlend blauen Augen verdeckt, ein Mauerblümchen also, das nur darauf wartet, dass Devil ihre innere Schönheit hervorlockt.

    "Ein springender Brunnen" von Martin Walser kann ich nur wärmstens empfehlen. Das Dorf Wasserburg vor und während des zweiten Weltkriegs zu erleben war fesselnd zu lesen. Walser versteht es die Menschen lebensecht zu porträtieren, sowohl die überzeugten Nazis wie auch die Mitläufer und die Auswirkungen des Regimes auf ihr Leben. Ich bin wirklich froh, dass Buch anlässlich der Monatsrunde endlich in Angriff genommen zu haben.