Beiträge von gagamaus

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Was für tolle Rezensionen. :) Kein Wunder. Der Attentäter ist mal wieder eines dieser Bücher, die Historie und Fiktion vortrefflich miteinander verbinden und den Leser in einen Strudel vergangener Geschehnisse mitreißt. Wie immer bei Romanen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, gibt es einen begrenzten Spielraum, was die Handlung betrifft, denn wenn es um ein tatsächliches Attentat geht, dann ist der Ausgang bekannt und vorgegeben und sozusagen das Ende des Buches ja bereits geschrieben. Interessant ist es aber dennoch, wie der Weg dorthin mit all seinen belegbaren Tatsachen und Details war. Dort wo sich Leerstellen auftun, durch fehlende Informationen oder namenlose Protagonisten, ist der Autor gefragt. Ulf Schiewe hat also ein paar Personen ersonnen, die es so nicht gegeben hat, die aber die Abläufe und Hintergründe dafür umso besser erklären und die nebenbei auch noch Sympathieträger sind in einer Geschichte, die zumindest für das Thronfolgerpaar kein gutes Ende nehmen kann.


    Sprachlich bleibt Ulf Schiewe sich mit seinem gut lesbaren, sehr unterhaltsamen Stil treu. Das Buch besticht durch hohes Tempo und eine dichte Handlung, bei der sich die Grenzen zwischen Realität und Phantasie schnell verwischen und man mit fiebert, völlig unsinnig mit hofft und mit bangt und ganz nebenbei einige überraschende Fakten geliefert bekommt, die diesem so geschichtsträchtigen Attentat nochmal ganz neue Aspekte entlocken.


    Fazit: Toller historischer Roman, Ulf Schiewe immer eine Empfehlung wert, tolles Cover auch noch.

    Das ist wahrscheinlich so ein bisschen das Problem, ich hab ja auch schon sehr viel High Fantasy gelesen - da kennt man halt einfach viel von dem Setting, ahnt viel voraus; man vergleicht mehr, kaum etwas ist wirklich überraschend, das "Kopfkino" ist viel stärker beeinflußt.

    Da hast Du wohl recht. In der High Fantasy gibt es thematisch ja eher wenig Varianz.

    Ich stelle mir prinzipiell die Frage, was erwarte ich denn, wenn ich zu einem bestimmten Genre greife? Erwarte ich wirklich, dass ALLES neu und überraschend ist? Geht das überhaupt noch? Wenn ich viel in einem Genre gelesen habe, habe ich doch so gut wie jede Konstellation schon mal gehabt. Den jungen Helden ebenso wie den alten Haudegen (die sind ja gerade wieder sehr in), den dummen Helden ebenso wie den makellosen, den häßlichen wie einen Lanzelot-Typ. Oder die Bösewichte. Da gab es doch auch schon alles mal, oder?

    So oder so faszinieren mich die Charaktere, die in verschiedenen Facetten schillern, die gut und böse in sich vereinen. (Josua ohne Hand ist z.B. ein Charakter, der wirklich Tiefgang hat und nicht so ohne weiteres schwarz/weiß ist, finde ich.)

    Ich breche hier mal eine Lanze für Osten-Ard.


    Tad Williams Osten Ard wird von vielen namhaften Autoren als Initialzündung bzw. als Ideengeber angeführt. George R. Martin ist nur einer von Ihnen. Also ist das Vergleichen (auch bei Autoren wie Sanderson u.a.) eigentlich das Pferd von hinten aufzäumen. Denn die haben ja oft von Tad Williams abgekupfert und nicht umgekehrt. ;) Parallelen zu HdR? Naja, es ist natürlich High Fantasy und gewisse Strukturen sind in diesen Geschichten, vor allem bei so großem Personalaufwand, ja immer vorhanden. Z.B. Junge Helden/Heldinnen wie Simon kommen ja relativ häufig in diesem Genre vor. Und auch Schwerter sind wichtig (ich lese gerade eine Arthur-Reihe und sage nur Excalibur). Ja, und Bösewichte wie Pyrates und Schlachten vor Burgen, das ist ja doch immer so, dass man da Ähnlichkeiten finden kann, wenn man es möchte. So eine Burgbelagerung läuft ja auch in den Histos ähnlich ab. Da sind der Fabulierkunst ja durchaus Grenzen gesetzt. Und ich suche auch nicht explizit nach Ähnlichkeiten, weil ich weiß, wenn ich High Fantasy zur Hand nehme, werde ich solche finden. Aber ich mag es ja gerade, so etwas zu lesen. Wichtig ist, dass die Figuren für mich glaubwürdig und irgendwie eigen rüber kommen und das die Geschehnisse spannend, überraschend und nachvollziehbar dargestellt werden. Und dass es richtig fiese Bösewichte gibt, gebrochene Könige, unfreiwillige Helden usw. ja, auch das erwarte ich bis zu einem gewissen Grad. Alten mit neuen zu verquicken, so dass es mich begeistert, das hat Tad Williams für mich in Osten Ard vortrefflich geschafft. (Wie gesagt, er hat sich auch aus so alten Sagen wie der von König Arthus sicher bedient, aber muss es deshalb negativ sein?)


    Am ersten Band haben mich beim ersten Lesen (vor über 20 Jahren) die ersten 200 Seiten gestört, weil sie ein etwas langatmiger Einstieg waren. (Beim wiederholten Lesen hat sich das gegeben.) Aber dann hatte es für mich keine Längen mehr (im letzten Buch gibt es vielleicht nochmal eine kleine Sequence von ein paar Seiten ;)). Mich hat die Komplexität der Handlungsstränge fasziniert und wie Williams ein dichtes Netz webt, in dem am Ende alle Fäden logisch und dramatisch zusammenlaufen. Und seine Liebe zum Völkerbuilding und zur Charakterbildung seiner Darsteller hat mich umgehauen - und tut es jedes Mal wieder, wenn ich die Reihe lese oder höre. Es gibt so viele Figuren, die ich in mein Herz geschlossen habe - Binabik und seine Wölfin ebenso wie Isgrimnur und noch zwei Hände voll anderer. :love:


    Ja, es ist meine absolute Lieblingsreihe, was High Fantasy anbelangt. Ob die Fortsetzung der ersten vier Teile da rankommt, darüber kann man sich sicher streiten. Ich als Fan liebe aber auch die mit ihren kleineren Schwächen. Und freue mich, dass im März und Mai die nächsten zwei Bände auf Deutsch erscheinen.


    Leider konnte mich keine andere Reihe von Tad Williams so fesseln. Weder Shadowmarch, welches ich nach zwei Bänden abgebrochen habe, noch Otherland - das war mal wirklich ausufernd, verwirrend und langatmig. :(


    Ich freue mich immer wieder für die, die Osten Ard ganz neu entdecken dürfen. 8o

    Liebe NinaB bist Du denn auf der Leipziger Buchmesse auch persönlich anwesend?

    Ja, ich werde dieses Jahr auf jeden Fall der Leipziger Buchmesse sein. Auch, um die ganzen Fantasy-Kollegen auf der Preisverleihung mal wiederzusehen. Und so oder so - es wird gefeiert.8)

    Bin gerade etwas frustriert. Ich bin zwar auf der Buchmesse. Aber erst ab Freitag. Und habe gerade entdeckt, dass der Seraph schon am Donnerstag verliehen wird. Schade. Da wäre ich zu gerne mit dabei gewesen. :(

    Ich hab diesen Vorsatz letztes Jahr schon getroffen und auch umgesetzt, mit dem Ergebnis, dass ich ein ganz tolles Lesejahr hatte! Ich habe ganze Fantasyreihen von vorn bis hinten gelesen, die schon jahrelang subben. Da fragt man sich schon, warum nicht früher? Ich werde das auf alle Fälle 2020 ebenfalls so praktizieren, und wenn ich mal Lust auf eine Leserunde oder eine Neuerscheinung habe, ist das auch drin.

    Genau so schaut auch mein Plan aus. Bei mir sind es allerdings nicht nur Fantasyreihen, die subben. ||

    Das habe ich tatsächlich noch nie verstanden - mir wäre die Gefahr viel zu groß, dass ich die Serie nicht mag und dann zig Bände irgendwie loswerden muss.

    Naja, es ist ja nicht so, dass ich die Fortsetzungen teuer im Laden erwerbe. In der Regel werden sie bei Tauschticket angeboten oder ich hole sie mir von einem der Bücherflohmärkte, die ich zum Teil selber organisiere. Da kann ich dann nicht widerstehen und ich habe mir ja in der Regel den ersten Teil zugelegt, weil ich glaube, das ist was für mich - oder ich kenne den Autor schon von anderen Büchern. In der Regel wird man Serien auch ganz gut als Buchpaket los. Da habe ich tatsächlich manchmal sogar Gewinn gemacht. :D Oder ich spende sie meinen Bücherflohmärkten für den guten Zweck. Mein Problem ist tatsächlich vor allem der Platz, den diese Serien einnehmen, ohne dass ich weiß, ob es sich lohnt. Genau das will ich ja dieses Jahr ändern.

    Das kenne ich auch :D

    Ich habe mir damals die komplette Darkover Reihe von MZB zugelegt. Begonnen zu lesen habe ich diese erst als der letzte Band der Sammlerreihe von Weltbild eingetroffen ist.

    Nur hier bei Euch bin ich so ehrlich. Bei Verwandten und Familie versuche ich immer etwas zu verschleiern, wie viele ungelesene Bücher ich wirklich im Schrank habe. :saint: Ehrlich gesagt stresst mich das auch nur, wenn mal wieder der Maximal-Füllstand meiner Regale naht. Weil es dann aussortieren heißt. Ansonsten lebe ich ganz gerne in meiner Bibliothek.

    So oder hilft mir das auch manchmal Bücher dann auszusortieren, wenn ich sie nach einem Jahr auf so einer Liste Immernoch nicht gelesen habe.

    Meine stille Hoffnung ist ja, das die ein oder andere angesammelte und noch immer nicht angefangene Buchreihe, dadurch meine Wohnung verlässt - weil ich feststelle, dass sie doch nichts für mich ist. Eine Unart von mir, dass ich mir Fortsetzungen zulege, ohne den ersten Band schon gelesen zu haben. Die Unart habe ich zwar inzwischen weitgehend im Griff, aber ich habe noch diverse Altlasten im Schrank stehen. Wobei auch hier sicher Perlen dabei sind, da bin ich mir sicher. Die "gemeine" Büchersammlerin (also ich) ist schon ein seltsames Wesen mit einigen Verhaltensauffälligkeiten, die so mancher "normale" Mensch nicht ganz nachvollziehen kann. :D Vielleicht kann ich das ja mit einer Liste in Griff bekommen. Einen Versuch ist es Wert.

    Ich grüble, ob ich mit einer Liste in das Lesejahr 2020 starten sollte. Hab ich eigentlich noch nie getan. Hab auch noch bei keiner Lesechallenge mitgemacht, da ich fürchte, zu sehr in meiner Spontanität beschränkt zu werden. Aber einen Plan für dieses Jahr habe ich tatsächlich schon.

    Weniger Leserunden, weniger jagen nach neuen Autoren, mehr zu meinen Lieblingsautoren greifen, endlich mehr von meinem SUB weglesen, einige offene Reihen endlich beenden.


    Wenn ich so höre, wie viele gute Erfahrungen ihr teilweise mit Nach-Listen-lesen gemacht habt, werde ich dieses Wochenende mal durch meine Bibliothek tigern und zumindest eine KLEINE Liste machen, welche Bücher ich AUF JEDEN FALL dieses Jahr lesen möchte. Also eine private Challenge. :/

    So geht es mir auch irgendwie.... und für mich habe ich die Entscheidung getroffen, dieses Jahr(zehnt) viel mehr Fokus auf die Bücher und Reihen zu setzen, die ich schon so lange lesen will - und die immer hintenanstehen, trotz des gleichen Gefühls, wie Du es hast....

    :five: Habe deshalb das Jahr mit "Der Winterkönig" von Bernard Cornwell begonnen. Und habe es sowas von nicht bereut. :bang:

    Ich hatte so eine Aversion immer gegen Zombie-Bücher. Bis ich zwei gefunden habe, die mich bekehrt haben. (Der Übergang und "The Girl with all the gifts".) Seitdem behaupte ich, es gibt in jedem Genre Perlen, die einem gefallen könnten.

    Nachdem ich den Übergang ebenfalls sehr gut fand und normalerweise keine Zombie-Bücher oder -Filme konsumiere, notiere ich mir das talentierte Mädchen mal eben auf die Vielleicht-Liste... ;)

    Das Buch wurde sogar schon verfilmt. ;) Und nicht mal schlecht.

    Ich gehe da eher planlos vor, probiere viel Unbekanntes aus und habe entsprechend viel Schrott dabei. Selbst bei wärmsten Empfehlungen trifft man ja oft nur auf etwas, was man selbst als halbgar einstufen würde.

    Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, weniger auszuprobieren, einfach weil viel ungelesen bleibt, von dem ich ziemlich sicher bin, dass es mir gefallen würde. Bei meinem Jahrescheck für 2019 habe ich festgestellt, dass ich selten so wenige Bücher ausgelesen habe, wie letztes Jahr. Ich habe zwar keine Liste der abgebrochenen Bücher, aber daran lag es definitiv hauptsächlich, dass mein Schnitt so dürftig war. Obwohl unter meinen Jahreshightlights mehr als die Hälfte Bücher waren, die ich nur durch Zufall entdeckt habe. Ich suche noch nach der richtigen Mischung. :/

    Seitdem behaupte ich, es gibt in jedem Genre Perlen, die einem gefallen könnten

    Genau das ist der Punkt! Es ist nur so mühsam, sie zu finden.

    Aber es macht auch Spaß, finde ich. Vor allem, wenn man so ein Sahnehäubchen dann findet. Ich habe meine Suchmethoden auch im Laufe der Jahre verfeinert. Mögliche Kandidaten aus "gefährlichen" Genres werden, wenn möglich, mit diversen Hilfsmitteln durchgecheckt. Leseprobe lesen, Rezensionen anschauen, Meinung bekannter Forenmitglieder beachten u.ä. Und manchmal auch mutig ins kalte Wasser springen. (Wobei ich Bücher auch ziemlich zügig abbreche, wenn sie mir nicht gefallen.)

    zu langatmig und langweilig

    Zwei Begriffe, die auf Gablés Bücher überhaupt nicht anzuwenden sind. Bin immer heilfroh, dass ihre Bücher 800 Seiten und mehr haben. Jede Seite eine Wonne. Das zweite Königreich habe ich bereits zweimal gelesen. Gehört mit zum Besten, was über William den Eroberer in Romanform geschrieben wurde, finde ich. ;) Eine Seite ist natürlich schon ziemlich wenig für einen wirklichen ersten Eindruck. Es sei denn, der Schreibstil ist dir unangenehm oder deine Aversion gegen Histos zu tief verwurzelt. :/


    Ich hatte so eine Aversion immer gegen Zombie-Bücher. Bis ich zwei gefunden habe, die mich bekehrt haben. (Der Übergang und "The Girl with all the gifts".) Seitdem behaupte ich, es gibt in jedem Genre Perlen, die einem gefallen könnten.

    Rebecca Gablé

    Diese Autorin scheint ja hier im Forum sehr beliebt zu sein.... kenne sie gar nicht. Da muss ich mal schauen.

    Edit: Oh nein, gerade gesehen. Historisch ist nicht meines...

    Das ist DIE deutsche Histo-Autorin. Seit ihrem ersten Buch vor über 20 Jahren. Sie hat schon so manchen zum Histo-Fan gemacht. :) Sie ist für mich eine der führenden Autorinnen in diesem Genre. Herausragend.