Beiträge von gagamaus

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich würde erst mal kundtun, dass ich es Klasse finde, dass er oder sie ausgerechnet mich nach einem Buchtipp fragt. Ist es ein netter Mann, würde ich einen Kaffee im Hugendubel vorschlagen, denn für Buchtipps nehme ich mir gerne mehr Zeit - und für Männer die lesen auch. :D

    ...solange du die Wöeter" Briefmarkensammlung zeigen" nicht in den Mund nimmst.:elch:

    Ich schlag ja immer Kaffeetrinken vor. 8o Briefmarkensammlung glaubt doch inzwischen keiner mehr. :saint:

    Ist es ein netter Mann, würde ich einen Kaffee im Hugendubel vorschlagen, denn für Buchtipps nehme ich mir gerne mehr Zeit - und für Männer die lesen auch.

    Ich sag das ungern über meine Geschlechtsgenossen, aber: 98% aller Männer würden das falsch verstehen ... =O

    Ach, wenn er nett ist, darf er das vielleicht auch gerne falsch verstehen. :P

    Ich würde erst mal kundtun, dass ich es Klasse finde, dass er oder sie ausgerechnet mich nach einem Buchtipp fragt. Ist es ein netter Mann, würde ich einen Kaffee im Hugendubel vorschlagen, denn für Buchtipps nehme ich mir gerne mehr Zeit - und für Männer die lesen auch. :D


    Dann würde ich nach dem letzten Lieblingsbuch der Person fragen. Und je nach der Antwort mein Hirn nach etwas durchforsten, was passt. Da ich quer durch alle Genres lese, könnte es gut sein, dass ich etwas finde. U.U. passt natürlich auch das Buch, welches mir als letztes am Besten gefallen hat. Aber gerne auch ein all-time-Lieblingsbuch von mir.

    Und kann mir auch nicht vorstellen, wie so ein "Durchchecken" vonstatten geht.

    Ist eine Parallelwelt, die ich vor allem aus Büchern und Filmen kenne. Und ein klitze kleines bisschne vom neuen Freund meiner Schwägerin. Der arbeitet beim BND. Und bevor die Freundin bei ihm einziehen darf - offiziell - muss die erst mal Durchleuchtet werden. Das fand ich extrem seltsam. Also er ist kein Spion oder so. Aber jeder der da arbeitet wird durchgecheckt mitsamt allen Familienmitgliedern.

    Das ist aber auch wirklich bemerkenswert und muss doch für Deine Schwägerin etwas schräg sein? Vor allem fragt man sich doch gleich, was und wie das genau durchleuchtet wird, oder?

    Ja, das würde mich auch interessieren. Bin gespannt, ob sie was zu erzählen hat, falls es mal soweit kommen sollte. :)

    Gleichzeitig habe ich auch gedacht, dass Alice nun endgültig keine Möglichkeit mehr haben würde, die Mutter zu sehen

    Das hat mich auch berührt. Ich kann mir kaum vorstellen, wie schlimm das für sie sein muss.

    Ich verstehe davon herzlich wenig und kann mir nicht vorstellen, in so einer Welt zu leben. Furchtbar!

    Ist eine Parallelwelt, die ich vor allem aus Büchern und Filmen kenne. Und ein klitze kleines bisschne vom neuen Freund meiner Schwägerin. Der arbeitet beim BND. Und bevor die Freundin bei ihm einziehen darf - offiziell - muss die erst mal Durchleuchtet werden. Das fand ich extrem seltsam. Also er ist kein Spion oder so. Aber jeder der da arbeitet wird durchgecheckt mitsamt allen Familienmitgliedern.

    Hallo Kritty, hast Du das Buch abgebrochen? Dein letzter Beitrag aus dem ersten Abschnitt ist schon 10 Tage her und bald sind wir alle durch das Buch durch. Schade, dass wir so wenig von Dir gelesen haben in unserer Leserunde. :( Zumindest eine Rezension solltest Du für das Freiexemplar schreiben. LG Claudia


    Nein ich bin noch dran und ich schreibe demnächst noch meinen weiteren Senf? Ich hätte geschrieben wenn ich das Buch abgebrochen habe und wusste nicht, dass man nur bis zu einem bestimmten Datum seine Gedanken dazuschreiben darf? 8| Ich beeile mich ja, aber schneller als schnell lesen geht leider nicht.

    Naja, eine Leserunde startet halt an einem bestimmten Zeitpunkt und dann versucht man miteinander zu diskutieren. Natürlich liest jeder in seinem Tempo aber doch wenn möglich schon zeitnah gemeinsam. Für alle Mitleserinnen und auch die Autorin sind das ein paar intensive Wochen und dann wendet jeder sich anderen Büchern und Dingen zu. Auch wenn Du das Buch später erhalten hast, finde ich meine Frage nach 10 Tagen ohne Beitrag von Dir nicht so abwegig.

    Das stimmt - das emfinde ich bei Serien und Filmen auch immer so. Dort schaffen es gute Nebenfiguren ja manchmal sogar eine eigene Serie, ein Spin-off, zu bekommen ...

    Da kann ich Kritty nur lauthals zustimmen. Am besten gefallen mir die Bücher, bei denen auch die Nebenfiguren stark und präsent sind. Egal ob gut oder schlecht, nett oder garstig. So einer wie Max ist tatsächlich einer, über den ich sofort ein Spin-off lesen würde. Und der dem "Love-interest" problemlos den Rang abläuft. :D

    Nichts zu danken, liebe Claire. Ich denke die Runden mit Dir sind für alle Beteiligten eine Bereicherung und ich freue mich jedes Mal, wenn wir uns hier im Forum treffen. Also bitte ein schönes neues Thema aussuchen und fleißig schreiben. :*

    Ich sehne mich nach solchen Darlegungen sehr. Nicht, weil ich gerne das Bild dieser Zeit unscharf und weniger schlimm haben möchte, sondern weil ich fest daran glaube, dass es solche Einzelfälle gegeben haben muss.

    Genau das meine ich auch. Lange Zeit hat man ja nur gehört, was "wir" Deutschen alles Schlimmes getan haben. Erst im Laufe der Zeit gab es auch Berichte über Menschen, die geholfen haben und einfach ihrem Herzen und Hirn gefolgt sind und nicht den Parolen und Befehlen. Ja, ich bin auch froh, dass ich das nicht erleben musste und hoffe sehr, dass das auch so bleibt - auch für unsere Kinder und Kindeskinder. Ich finde, man sollte oft und viel über die vergangenen Zeiten lesen und versuchen, daraus etwas zu "lernen", soweit das möglich ist.

    Der Titel "Kinder ihrer Zeit" spiegelt sehr gut wieder, welches der Dreh- und Angelpunkt des neuen Buches von Claire Winter ist. Nämlich Zwillingsmädchen, die in den Wirren des Kriegsendes 1945 auseinandergerissen werden und die unterschiedlicher nicht aufwachsen könnten, bevor sie sich als junge Frauen wiedertreffen. Den Rahmen bildet die Trennung des Deutschen Reiches in die BRD und die DDR und die ersten Jahre bis zum Bau der Mauer quer durch Berlin.


    Zu den Stärken der Autorin gehört sicherlich, dass man sofort eine enge Verbindung als Leserin zu den Hauptdarstellern spürt. Schnell hat man Emma und Alice ins Herz geschlossen, ist traurig, dass die beiden sich durch die einrückenden Russen in Ostpreußen aus den Augen verlieren, ja, schlimmer noch, glauben, die jeweils andere wäre gestorben. Während Emma mit der Mutter im Westen Berlins landet und dort behütet aufwächst, wird Alice von einem russischen Soldaten gerettet und lebt in einem Waisenhaus der DDR bis sie volljährig in eine kleine Wohnung ziehen kann. Die Schwestern sind tatsächlich Kinder ihrer Zeit und vor allem Kinder ihres Umfeldes, in dem sie aufwachsen. So sind beide in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen verwurzelt und haben einen festen Glauben daran, im jeweils besseren Staat zu leben.


    Irgendwann wird Alice durch einen Zufall klar, dass ihre Schwester nicht gestorben ist, sondern tatsächlich im Westen lebt. Und da es vor dem Mauerbau einige Jahre noch möglich war, reist sie nach Westberlin und findet dort Emma. Die anfängliche Euphorie über die Wiedervereinigung weicht der Erkenntnis, dass inzwischen so einiges die beiden Zwillinge trennt und sie ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Leben entwickelt haben. Es ist also bei weitem nicht alles eitel Sonnenschein.


    Faszinierend ist, wie die politischen Gegebenheiten und der Machtkampf der Ost- und Westregierung das Leben der Schwestern beeinflussen und mit ihren Wünschen und Träumen aber auch mit dem Schicksal ihrer Freunde verstrickt sind. Dabei befinden wir uns phasenweise mitten drin im Geflecht feindlicher Spionageorganisationen, erfahren über die Pläne der DDR, sich auch Westberlin einzuverleiben oder im Ernstfall total gegen den Westen abzuriegeln, und die Wünsche der BRD, dass ein friedliches Nebeneinander auch die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung sein könnte. Und die Russen und die Amerikaner wollen unbedingt auch noch ein Wörtchen mitreden. Mit allen Mitteln. Claire Winter schafft es mühelos auf verschiedenen Ebenen die Leserinnen zu fesseln. Emma hofft auf ein Glück mit einem ostdeutschen Wissenschaftler, Alice schwankt zwischen der Liebe zu ihrer Schwester und dem Pflichtbewusstsein für die DDR-Regierung, welche sie immer mehr unter Druck setzt, ihre Treue für ihr Land auch zu beweisen. Die Lage spitzt sich mehr und mehr zu und der Leser weiß, dass der tatsächliche Mauerbau alles zunichte machen und die Schwestern für viele Jahrzehnte wieder trennen könnte.


    Ich bin rundrum begeistert von "Kinder der Zeit". Die Geschichte ist wahnsinnig spannend und dabei so voll von den kleinen und großen historischen Infos, die ich an einem guten historischen Roman so schätze. Dieses Mal bleibt die Autorin Schritt für Schritt an der Seite ihrer Protagonistinnen und führt uns ohne Rückblicke durch die ersten Jahre der DDR. Das war genau nach meinem Geschmack und ich habe am Ende ziemlich mitgefiebert, ob alles gut ausgeht.


    Mein Fazit: Ich finde, Claire Winter hat sich mal wieder selbst übertroffen. Für mich gehört sie zur Riege der deutschen Autorinnen, deren Bücher man lesen muss, wenn man sich für die Vergangenheit interssiert und dabei dennoch auch eine unterhaltsame und bewegende Geschichte lesen möchte. Als besonderes Zuckerl durfte ich das Buch in einer Leserunde mit der Autorin genießen und habe noch viel mehr Hintergrundfakten und Rechercheergebnisse erfahren. Ein Jahreshighlight für mich. Vielen Dank dafür.


    5ratten:tipp:

    Ich glaube das ist so ein Generationsding. Mein Mann und ich sind sehr kontaktfreudig und machen keine Unterschiede. Aber uns ist es auch schon so einige Male aufgefallen, wie manche immernoch Distanz zu Menschen aus den alten Bundesländern halten. Wie so eine eingeschworene Gemeinschaft. Wirklich schade.

    Wobei ich denke, dass es dieses Ost-West-Ding in irgendeiner Form schon immer gab. Früher war es vor allem das Nord-Süd-Ding. Die Preußen und die Bayern mochte sich doch ewig nicht und so etwas ist in jeder Kultur zu finden. Auch in Österreich mögen z.B. viele die Wiener nicht oder es gibt andere Landstriche, die sich nicht immer schätzen. Der Mensch ist einfach ein Rudeltier. Und jedes andere Rudel wird erst mal schräg beäugt. ^^

    Mir fällt dazu übrigens gerade ein, dass es von Hitler auch den Befehl gab, die Stadt Paris im letzten Moment noch komplett zu zerstören und dass sich der deutsche Kommandant, General von Choltitz diesem Befehl glücklicherweise widersetzt hat. Das hat mich immer beeindruckt.

    Darüber habe ich erst kürzlich gelesen.

    Ich finde, man sollte solche positiven Handlungen von deutschen Soldaten viel mehr kommunizieren. Es kann nicht schaden, auch solche Beispiele zu haben, wie man sich verhalten sollte.

    Also ich bin da nicht unbedarft, ich zähle mich zu den "jungen Leuten".

    Das sollte nicht negativ rüber kommen. Eigentlich ist es ja schön, wenn man noch keine schlimmen Dinge erlebt hat und noch an das Gute in der Welt glauben kann. Junge Menschen - ich sehe das an meinen Söhnen auch - fühlen sich unverwundbar. Ein tolles Gefühl und ich will ihnen das auch gar nicht nehmen. :)

    Also, in der BRD war es so, dass eine uneheliche Mutter keine juristischen Entscheidungen für ihr Kind fällen konnte, weil das Kind einer Amtsvormundschaft des Jugendamts unterstellt wurde. Hatte das Kind zum Beispiel ein Sparbuch, musste die Mutter diese dem Amtsvormund aushändigen etc. Hintergrund war wohl die Überzeugung, dass es einer Frau, die unehelich schwanger wurde, nicht zuzutrauen war, dass sie fähig sei, Entscheidungen für ein Kind in moralisch richtiger Weise allein zu fällen. Es war damals übrigens auch so, dass ein uneheliches Kind als nicht verwandt mit dem leiblichen Vater galt. Erst 1970 gab es eine Reform dieses Unehelichen-Rechts. Unglaublich, oder?

    Wirklich unglaublich. Aber muss man nicht heute auch die Vaterschaft anerkennen? Ich glaube, das ist aus rechtlicher Sicht immer noch so.

    Ich war total bestürzt, dass nun nahezu alle bis auf Max bei einem Geheimdienst sind

    Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass hier so viel Spionage vorkam. Aber ich fand, es passte gut. Einzig das Feuergefecht zwischen Markov und Sergej das war schon ziemlich viel Showdown-Feeling. 8) Aber immerhin hat Sergej hier wirklich Stellung bezogen und gezeigt, was in ihm steckte. Für Alice war es sicherlich dadurch noch schwerer den Verlust zu ertragen.

    Der Plot und das Romanende sind wirklich fulminant und gingen mir sehr zu Herzen: Genau zum Zeitpunkt des Mauerbaus, des Ausrollens von Stacheldraht und Grenzsperrungen tauschen die Schwestern die Rollen, um Lisa zu holen: Einen besseren Zeitpunkt hätte es nicht geben können (Sarkasmus aus)

    Das war ja wirklich auf die Spitze getrieben mit der Dramatik. :bang: Ich fand es Klasse, dass man hier nochmal lesen konnte, wie es wirklich war an diesem Tag. Mittendrin waren wir. Toll gemacht, liebe Claire.



    Julius möchte Haushofer helfen,

    Das fand ich auch sehr versöhnlich, das Haushofer wohl ausgetauscht wird. Da war Julius' Einsatz nicht umsonst.