Beiträge von HoldenCaulfield

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich hab gerne einen Überblick wenn ich eine Stadt zb nicht kenne, und daher hab ich auch einen älteren Reiseführer von London, den ich nimmer brauche ^^

    Ansonsten leih ich mir aus der Bibliothek schon auch mal den ein oder andren aus. Vor Ort bin ich aber spontan in dem was ich dann wirklich machen will. Das hab ich von meinen Eltern die das genauso machen. Wobei mein Papa nie ohne Reiseführer wegfahren würde. Wärend ich da durchaus auch auf digital umsteigen, vorallem London.

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    Titel: Vater unser

    Autorin: Angela Lehner

    Allgemein:

    284 S., Hanser Berlin, 2019


    Zitat von Amazon

    Inhalt:

    Die Polizei hat sie hergebracht, in die psychiatrische Abteilung des alten Wiener Spitals. Nun erzählt sie dem Chefpsychiater Doktor Korb, warum es so kommen musste. Sie spricht vom Aufwachsen in der erzkatholischen Kärntner Dorfidylle. Vom Zusammenleben mit den Eltern und ihrem jüngeren Bruder Bernhard, den sie unbedingt retten will. Auf den Vater allerdings ist sie nicht gut zu sprechen. Töten will sie ihn am liebsten. Das behauptet sie zumindest. Denn manchmal ist die Frage nach Wahrheit oder Lüge selbst für den Leser nicht zu unterscheiden.



    Meine Meinung:

    Ich hab das Buch jetzt recht zügig beendet, da es mir schon ganz gut gefallen hat. Aber ich finde auch, das es an einigen Stellen etwas sehr gewollt verrückt ist. Zu übertrieben, damit auch ja gemerkt wird, hier handelt sich auf jeden Fall um eine Frau, die eine psychische Störung hat. Krankheitsbild würde ich normalerweise sagen, aber hier wird explizit genau darauf abgezielt, es als Störung wahrzunehmen.

    Was ich sehr spannend fand, war die Tatsache, das man der Erzählerin nicht trauen konnte. Das war manchmal auch etwas anstrengend, weil vieles doch ganz schön absurd wurde. Anderes wirkte wiederum doch auch erstmal glaubwürdig. Aber so richtig sicher kann man hier nie sein. Im Grunde weiß man die ganze Handlung über nur so grob, was eigentlich Realität ist und was sich die gute Eva Gruber nur zusammen gesponnen hat. Vor allem ihre manipulative Seite ist echt auf Dauer anstrengend. Andererseits wird auch klar, das sie große Schwierigkeiten hat, sich überhaupt den Realitäten ihres Lebens zu stellen. Sie projiziert vieles auf ihren Bruder Bernhard und auch das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Nur der Vater wird ein klein wenig klarer, aber auch hier bin ich nicht ganz sicher, was er wirklich getan hat und was Eva nur erzählt.

    Ein Punkt den ich besonders gut fand. Eva wird nicht verklärt, aber auch nicht direkt komplett unsympathisch beschrieben. Es ist, wie es ist mit ihr. Manchmal sehr anstrengend, dann aber auch durchaus unterhaltsam. Ich könnte jetzt nicht genau sagen ob ich sie eigentlich mochte. Aber ich habe gerne weiter gelesen, weil ich wissen wollte, wie die Autorin das Ganze beenden würde.

    Nun ja... der Schluss war mir dann etwas zu verworren. So richtig herausgefunden habe ich nicht, was die Autorin hier noch erzählen wollte. Ich schätze das war Absicht, weil das auch nochmal Evas Person gut zusammenfasst.

    Der Roman hat mich vor allem gut unterhalten, aber als Jahreshighlight würde ich es nicht bezeichnen, ich vergebe daher:


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Zudem ist der Thread hier (wie man unschwer erkennen kann bei den andren Beiträgen ;) ) nicht dafür gedacht, so ausführlich zu werden, schreib dazu gerne etwas im eigenen Buchthread :) Da kannst Du gerne auch solche kurzen Eindrücke posten :winken:

    Ich lese gerade Vater unser von Angela Lehner. Bisher recht amüsant zu lesen, ich gebe aber zu, das es mehr eigentlich auch nicht ist. Unterhaltend schon, aber ansonsten fehlt mir momentan noch etwas mehr Tiefe.

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    Titel: Wolf

    Autorin: Marie Brunntaler


    Allgemein:

    240 S.; Eisele, 2019


    Zitat von Amazon

    Inhalt:

    Schrötten im Südschwarzwald, 1820: Ein verwilderter Knabe wird aufgefunden, niemand weiß, woher er kommt. Man gibt den Halbwüchsigen der Bauernfamilie Steinhauer in Obhut, wo er seine Umgebung durch seine Schönheit und Anmut sogleich fasziniert. Auch besitzt er erstaunliche Kenntnisse in der Naturheilkunde und rettet damit der jungen Maria Steinhauser das Leben. Mehr und mehr Dorfbewohner scheinen dem wundersamen Charme Gabriels zu erliegen. Als sich dann auch die Bäuerin Steinhauer heimlich in Gabriel verliebt, spitzen sich die Ereignisse zu und bringen so manchem Schröttener den Tod. Und die Fragen, die alle Schwarzwälder umtreibt, werden immer drängender: Wer ist dieser Fremde, wo kommt er her, und was führt er im Schilde?


    Meine Meinung:

    Der Schreibstil gefiel mir sehr und ich fühlte mich auch schnell in die Geschichte gezogen. Gabriel steht als Person zwar im Mittelpunkt des Geschehens, ist aber eigentlich vor allem Bezugspunkt für die Wünsche und Sehnsüchte der verschiedenen anderen Figuren des Romans. Wer er eigentlich ist, kann man als Leserin nicht so wirklich erfassen. Er wird nur durch die Augen der anderen betrachtet.

    Dabei sind die meisten dieser Figuren höchst unsympathisch und selbstsüchtig dargestellt. Sie sind getrieben durch ihre eigenen Lüste, Wünsche und Träume. Diese richten sich immer mehr auf Gabriel, der als hübscher Junge beschrieben wird. Dabei kommt es sogar zu Kindesmissbrauch durch Antonia, die Bäuerin in deren Haus er Aufnahme findet. Diesen Punkt finde ich schwierig, weil er meiner Meinung nach nicht ausreichend hinterfragt wird. Außerdem wird der Teenager durch die verschiedenen Personen auch ziemlich sexualisiert. Selbst der Mönch, der sich seiner zu Beginn annahm, ist mit solchen Wünschen beschäftigt.

    Nach und nach zeigt sich , das hier mehr dahinter steckt als es im ersten Moment wirkte. Dadurch wirkt aber Gabriel zunehmend manipulativ.

    Als sich nach und nach dann auflöst, was hier wirklich vor sich geht, wird die Handlung dann schwächer. Ich finde der Autorin ist es nicht gelungen dem ganzen die nötige Tiefe zu geben, um vor allem die vorherig beschriebenen Ereignisse anders einzuordnen.

    Mich persönlich hat die psychologische Komponente hier absolut nicht überzeugt. Die eigentlichen Hintergründe sind plump und vor allem ziemlich langweilig, da sie in so vielen anderen Romanen verwendet werden. Auf mich wirkte es fast so, als seien der Autorin auf halber Strecke die Ideen ausgegangen. Mir fehlten Tiefe und Raffinesse.

    Das alles finde ich schade, da der Stil an sich und die Erzählweise mir zu Beginn wirklich gut gefallen hatten.


    3ratten

    Ich muss sagen das ich nach wie vor echt krass finde, das Harry nicht von der Schule geworfen wurde. Ich finde er ist mit Strafarbeit noch echt gut weggekommen... Das ist das einzige mal, das ich nicht gut finde, welchen Verlauf die Handlung hier nimmt. Ich finde Harry denkt viel zu wenig darüber nach, das sein Verhalten hier eindeutig nicht in Ordnung war. Und vor allem ziemlich dumm. Wie kann man einen Zauberspruch den man nicht kennt, einfach verwenden? As war ja schon bei dem anderen Spruch ziemlich unklug. Aber hier hätte das ja den Tod von Malfoy herbeiführen können.

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    Titel: Rote Ikone (Red Icon)

    Autor: Sam Eastland


    Allgemein:

    368 S.; Knaur TB; 2019


    Hier die Reihe im Überblick:


    1. Roter Zar (Eye of the Red Tsar )
    2. Der rote Sarg (The Red Coffin engl./Shadow Pass amerik.)
    3. Sibirisch Rot (Siberian Red engl./Archive 17 amerik.)
    4. Der rote Schmetterling (The Red Moth)
    Roter Zorn (The Beast in the Red Forest)
    6. Rote Ikone (The Red Icon)
    7. Berlin Red


    Inhalt:

    Der Hirte, eine alte Ikone aus den Zeiten der ersten Romanows steht auch in Zeiten des 1. Weltkrieges für die Sicherheit und den Fortbestand der Zarendynastie.,

    Zu ihrem Schutz sollt sie aber auf Wunsch der Zarin Alexandra zu ihrem Vertrauten Rasputin gebracht werden. Doch bald darauf wird sie gestohlen und selbst Pekkala, das Smaragdauge des Zaren kann nicht verhindern, das die Ikone schließlich zerrstört wird...


    Deutschland 1945: Im Grab eines Priesters wird eine Ikone gefunden, die der des eigentlich zerrstört geglaubten Hirten zum Verwechseln ähnlich sieht... Pekkala bekommt von oberster Stelle den Auftrag, heraus zu finden, was hier wirklich vorgeht...


    Meine Meinung:

    Leider wird die Reihe immer schwächer... Schon "Roter Zorn" hatte mir ja nicht ganz so gut gefallen, aber "Rote Ikone" war tatsächlich noch mal etwas schwächer...

    Zum einen braucht der Roman ewig, bis er seine Vorgeschichte erzählt hat. Fast ein Drittel der Handlung erzählt daher, was es mit dieser Ikone auf sich hat. Für mich fügten sich die Rückblenden nie so recht in die Handlung von 1945 ein. Mir kam es an einigen Stellen zu konstruiert vor. Außerdem wirkte das ganze oft fast schon belehrend, statt das die Leser*innen über die Ermittlungen von Pekkala die Wahrheit aufdecken, gibt es die Rückblenden. Ich fand das schade, für mich ging dadurch einiges an Spannung verloren.

    Gleichzeitig fand ich die Idee an sich eigentlich echt gut. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, das Rasputin wirklich die ein oder andren Schätze für die Zarenfamilie verwahrt haben könnte. Vor allem die Zarin hat ihm blind vertraut. Hier hätte ich mir wiederum ein Nachwort des Autors gewünscht das nochmal ein paar historische Fakten genauer beleuchtet hätte.

    Auf deutsch fehlt nun nur noch die Übersetzung des letzten Bandes der Reihe, auf den ich mich trotz meiner Kritikpunkte freue, da ich trotz meiner Kritik, die Reihe nach wie vor sehr mag.


    3ratten

    Als besonderes Juwel des Slug-Klub.. Darauf hat Harry ja gaaanz besonders viel Lust 8o

    Totaaal :elch:


    Zu den Sprüchen: Ich finde hier spannend, das es eben das erste Mal überhaupt thematisiert wird, das diese Sprüche eben nicht aus dem Nichts kommen. Und auch das es so eine Art Trend zu geben scheint, das also Sprüche auch in Mode kommen können, oder auch wieder aus der Mode.

    Überhaupt das Sprüche damit letztendlich von Menschen gemacht werden, so wie sie auch von Menschen benutzt werden. Das finde ich einen Aspekt der das ganze auch weniger Abstrakt macht. Auch wenn es eigentlich damit nur am Rande mitverhandelt wird.