Beiträge von HoldenCaulfield

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Von meiner DIY: Booktube 2.0-Liste:


    Helen Hoang - Kissing Lessons


    Zusatzaufgabe:

    Der Booktubekanal, auf dem ich das erste Mal von dem Buch gehört habe heißt:

    A Clockwork Reader

    Sie hat auf ihrem Kanal eigentlich eher einen Schwerpunkt auf Fantasy und Jugendromane.

    witzigerweise fand sie das Buch ja nicht so doll. Aber der Originaltitel "The Kiss Quotient"klang für ich irgendwie so eingängig, das ich immer hellhörig wurde, wenn jemand andres das Buch erwähnt hat.


    PS: Hier gilt die Zusatzaufgabe erst als erfüllt, wenn ich alle Bücher gelesen habe, weil ich zu jedem Titel, den Youtubekanal vorstellen muss. Lg Holden

    Hier nun meine Rezi und 5 Punkte auf meinem Konto für:



    7.Handlung
    c. Lies ein Buch mit einer Figur mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung oder lebensbedrohenden/ einschränkenden Krankheit (keine Altersbeschwerden, Schnupfen usw) 5 Punkte:

    Helen Hoang - Kissing Lessons

    Die Hauptfigur Stella ist Autistin und dies ist auch ein Grund, weshalb sie sich einen Escortmann engagiert. Sie möchte "besser" im Bett werden und daher ist es nur logisch für sie, sich einen Experten zu holen.

    Meine Meinung:

    Tatsächlich sticht der Roman eher heraus, weil gleich mehrere Konstellationen ungewöhnlich sind. Zumindest für einen Roman der einen Hype auslöst, wie es "The Kiss Quotient" in Amerika gelungen ist.

    1. Die weibliche Hauptfigur ist Autistin

    Es war Helen Hoang wichtig, wie sie im Nachwort schreibt, einen Blick auf eine Frau, die Autistin ist zu zeigen. Bei ihrer Recherche zum Thema, fiel ihr nämlich auf, das die gesellschaftliche Wahrnehmung diese quasi ausschließt und nur Darstellungen von Männern eine Rolle spielen.

    Einerseits ist Stella doch etwas passend zum Klischee in einem Beruf der viel mit Mathematik zu tun hat. Andererseits ist sie als Frau in einer sehr gut bezahlten Stellung. Letztendlich hat mir dieser Punkt gefallen, eben weil sie keine Arbeit hat, die ehrlich gesagt für Frauenfiguren in Liebesromanen gerne mal typisch ist.

    Ihre Eltern behandeln Stella hi und da wie ein rohes Ei, unterstützen sie aber in allem, was sie dazu bringt sich weiter zu entwickeln. Durch Stellas Blickwinkel, erfährt man viel über ihre Gefühls und Gedankenwelt, die für jemanden ohne Autismus schwierig nachzuvollziehen ist.

    Ich gebe zu, das ich fast fand, es tauchten etwas wenig Probleme auf. Die Annäherung an Michael ging mir hi und da etwas arg schnell.


    2. Ein Mann als "Escortboy"

    Auch wenn er sich nur selbst einmal abfällig so bezeichnet in einer Situation, in der er sich selbst abwertet: Michael ist ein Mann, der sich prostituiert. Das wird schnell deutlich.

    Ich fand es gelungen, das die Autorin gerade auch bei Michael, mit mehr als einem Gender-Klischee bricht.

    Seine Familie ist großartig. Fast ein bisschen schade, das man von ihnen nicht noch ein klein wenig mehr liest. Ich fand das dieser Punkt hi und da wirklich etwas zu kurz kam. Außerdem fand ich seine Ausgangssituation zum Teil etwas überzogen. Meiner Meinung nach wurde da zu tief in die Tränenkiste gegriffen. Aber so als Figur fand ich ihn toll. Vor allem weil er keine dieser Figuren ist, die wegen ihrer Vergangenheit zum absoluten "Arschloch" mutiert sind und sich Frauen gegenüber unmöglich verhalten. Ich habe dadurch wirklich gut verstanden, weshalb Stella sich in ihn verliebt. Hi und da hätte ich aber etwas weniger "Sie ist die eine Frau auf der Welt, die ganz anders ist als alle andern" gewünscht.

    Es ist auch verständlich, weshalb Michael mit Stella so gut klar kommt. Er hat schon Erfahrungen mit Autismus gemacht und kann sie daher eben aufgrund dessen gut verstehen. Das fand ich gut, weil die Autorin so drumherum kommt, das Michael sich irgendetwas anlesen muss oder eine Figur ihn belehren muss. Dadurch kann sich die Geschichte so entwickeln, wie sie es am Ende tut.

    Außerdem begegnet er Stella immer auf Augenhöhe.


    3. Dirty Talk kann Frauen einfach auch gefallen (wie es eben auch Menschen gibt, die das nicht mögen)

    Ich fand die Liebesszenen zwischen den beiden echt gut. Keine peinlichen Beschreibungen, keine Göttin-Erwache in-mir gequatsche oder bescheuerte Namen für Geschlechtsorgane. Außer in den Dirty-Talk-Sequenzen, die ich wirklich gelungen fand. Es gibt Menschen die das mögen und das darf man auch einfach mal schreiben. Für mich hat das an den Stellen, die erotische Komponente unterstützt.

    Außerdem übertreibt es Hoang auch nicht. Ich fand es war schön Ausgewogen. Es gibt genug Handlung drumherum, keine Angst. ;)


    Der Roman hat in den USA vor ein paar Jahren (er ist schon 2016 im Original erschienen) für einen ziemlichen Hype gesorgt. Sicher auch wegen der Hintergrundgeschichte. Helen Hoang fand während ihrer Recherche zu ihrer Romanidee heraus, das es starke Parallen zu ihrem eigenen Leben und dem, was sie über Autismus speziell Autistinnen las,gibt. Daraufhin lies sie sich untersuchen und dabei wurde Asberger diagnostiziert. Sie schreibt in ihrem Nachwort darüber, wie dies auch dafür gesorgt hat, sich selbst besser zu verstehen. Ihr Roman ist für sie ein Teil der Sichtbarmachung von Frauen und Autismus, da oftmals nur Männer im Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung stehen.

    Dort schreibt sie auch darüber, das sie nicht den Anspruch erhebt "den" einen Roman über Autistinnen zu schreiben. Stella und ihr Roman erheben nicht den Anspruch,

    alle Erfahrungen die Autistinnen machen, abzudecken. Es ist ein Blickwinkel, aber eben einer von vielen. Das fand ich echt gut.


    Insgesamt finde ich das der Roman wirklich eine schöne Liebesgeschichte erzählt, auch wenn ich vor allem Michaels Hintergrundgeschichte, als etwas zu überzogen empfunden habe. Zudem kam mir auch Stellas Familie etwas zu kurz. Gerne hätte ich sie auch mehr in Interaktion mit anderen Figuren erlebt, vor allem ihr Kollege Phillip wäre ein interessanter Konfliktpunkt gewesen. Außerdem fand ich auch, das sich manches zwischen Michael und Stella zu schnell entwickelt. Etwas langsamer hätte mir persönlich da besser gefallen.


    Ich persönlich fand, das man merkt, das die Autorin aus eigener Erfahrung heraus schreibt und sich zwar schon auch informiert hat. Aber die Probleme die Stella im Umgang hat, trotzdem wirklich versteht.

    Alles in allem fand ich "Kissing Lessons" aber wirklich gut:


    Von mir gibt es

    4ratten


    und ich freue mich auf die beiden weiteren Romane, die 2020 von Hoang auf deutsch veröffentlicht werden.

    Zank

    Stimmt, das ist das neueste Thema (seit Sheldon von Big Bang Theory der ja oftmals in diese Richtung interpretiert wird)... Deshalb gefiel mir Kissing Lessons auch, weil ich finde schon, das man merkt, das die Autorin aus eigenen Erfahrungen schöpfen konnte. Allerdings hat auch diese Figur einen ziemlich erfolgreichen Job (ich vermute das ist dann wieder dem Trend geschuldet. Der Roman ist schon 2016 im Original erschienen).

    Allerdings schreibt sie selbst in ihrem Nachwort darüber, das es eben ihre Erfahrung ist und das ihre Figur im Roman auch nicht den Anspruch hat, alle Erfahrungen die Autistinnen machen, abzudecken. Es ist ein Blickwinkel, aber eben einer von vielen. Das fand ich echt gut.

    - "Kissing Lessons" von Helen Hoang

    - "Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit. Michael Ende, Roman eines Lebens" von Charlotte Roth (ratet mal welche Challengekategorie das abdeckt *gg*)

    - "Die unbekannte Mitte der Welt. Golbalgeschichte aus islamischer Perspektive" von Tamim Ansary

    - Fischland-Rache von Corinna Kastner


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links

    Igela

    So unterschiedlich sind die Herangehensweisen. Danke für den kleinen Einblick in diese Gedankenwelt.

    Ich lese gerade "Kissing Lessons" von Helen Hoang und bei der Recherche für das Buch, fiel der Autorin auf, das es parallelen zu ihrem eigenen Leben gibt. Bei ihr wurde dann Asberger diagnostiziert und das hat ihr Leben für immer verändert, sie schreibt in ihrem Nachwort darüber, wie es auch dafür gesorgt hat sich selbst besser zu verstehen. Ihr Roman ist für sie ein Teil der Sichtbarmachung von Frauen und Autismus, da oftmals nur Männer im Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung stehen.