Beiträge von HoldenCaulfield

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Kirsten

    Ich hatte vor einigen Jahren meinen Papa darauf angesprochen. Und da merkte man schon, das definitiv nicht darüber gesprochen wurde. Er wusste auch nur das, was mein Opa eben erzählt hat. Und das war immer nur das er als Soldat Sanitäter gewesen sei und eben in Italien eingesetzt war. Vom Alter her war er noch Teenager. Aber das heißt ja nicht, das er nicht in Verbrechen involviert war. Ich denke schon, das ich auch schon denke, das seine Erlebnisse Auswirkungen auf sein späteres Verhalten auch gegenüber seiner Familie Einfluss hatte. Das ist neben meiner Frage ob er zum Täter wurde, sicher auch eine Motivation. Ich beschäftige mich sehr oft mit der Schweigekultur nach 1945 und meine These ist ja, das diese massive Spuren auch im privaten Verhalten hatte. (Z.B. da sie so allumfassend war, das sie auch die Gefühlsebene massiv betroffen hat.). Ich finde das sieht man auch hier im Roman sehr gut. Wenn bestimmte Themen nicht benannt werden dürfen, hat das auch Auswirkungen auf das Verhalten im Alltag.

    Mungo

    Ich habe Up to Date bereits gelesen und schmökere auch schon in Book Lovers. Tatsächlich ist letzteres näher dran am fluffy Buch als erwartet, aber es gefällt mir, das die Autorin z.b. auch mitdiskutiert, das Mutter sein und Schwangerschaft nicht immer so toll sind (die Schwester der Hauptfigur ist Schwanger und hat bereits 2 Kinder und ist auf dem Trip dabei). Und es sind eben zwei Verlagsbuchmenschen, das mag ich definitiv als Hintergrund. Was Spaß macht, Henry spielt definitiv auch mit den Klischees der Kleinstadt-Romcom. Ich könnte mir vorstellen das Beach Read eher etwas für Dich sein könnte, da der Erstling der Autorin noch viel stärker als Genreübergreifender Roman angelegt ist.

    Im Vergleich hat Up to Date düsterere Themen und auch der Fokus liegt weniger stark auf der Romantik als man meinen könnte.(es ärgert mich immer wieder, das Beth O' Learys Bücher so vermarktet werden, als seien sie "witzige Frauenliteratur". Das ist einfach nicht der Fall.)

    Kirsten

    Seit dem ich "Dunkelblum" gelesen habe, merke ich auch, wie es in mir selbst rumort. Ich möchte genauer wissen, was speziell mein Opa während des Krieges gemacht hat (davor war er noch ein Kind), ich weiß nur das er in Italien war. Das war bisher ehrlicherweise ein Info, die mir nicht so viel gesagt hat. Allerdings habe ich mich per Zufall in den letzten Wochen das erste Mal auch näher mit der Rolle Italiens beschäftigt. Und da genau in den Zeitraum einige Verbrechen fallen, die durch Deutsche in Italien begangen wurden, stelle ich mir schon die Frage, ob mein Opa vielleicht deshalb nicht darüber sprechen wollte.

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    Titel: Up to Date. Drei Dates machen noch keine Liebe - oder doch?

    Autorin: Beth O'Leary


    Allgemein:

    416 S.; Diana Verlag, 2022




    Zitat

    Inhalt:

    Drei Frauen. Drei Dates. Ein Mann, der nicht auftaucht …

    8.52 Uhr: Shioban ist mit Joseph Carter zum Frühstück verabredet. Sie war überrascht, als er das Date vorschlug – sonst trifft sie ihn spät abends im Hotelzimmer. Frühstück mit Joseph am Valentinstag bedeutet sicherlich etwas. Aber wo bleibt er nur?

    14.43 Uhr: Der Valentins-Lunch mit Joseph Carter ist für Miranda das Zeichen, dass die Dinge zwischen ihnen ernster werden. Wann er wohl endlich kommt?

    18.30 Uhr: Auf einer Verlobungsparty will Joseph Carter für Jane den Fake-Boyfriend spielen. Sie kennen sich noch nicht lange, aber ihre Verbindung ist schnell der beste Teil von Janes neuem Leben in Winchester geworden. Joseph hat versprochen, ihren Abend zu retten. Aber er ist nicht hier …


    Meine Meinung:

    Ich hatte durchaus etwas Sorge, dass mir "Up to Date" nicht gefallen könnte. Vor allem da ich die letzten beiden Romane (Time to Love und auch You Drive me Crazy) von Beth O'Leary nicht so gerne mochte, wie Love to Share. Dementsprechend zögerlich habe ich angefangen zu lesen. Wenn der Inhalt nicht so spannend geklungen hätte, hätte ich das Buch vielleicht sogar erstmal ins Regal gestellt. Ich bin froh, das ich mich anders entschieden habe.


    Warum ist das Buch ein Highlight für mich geworden?


    Es gibt da diesen unglaublich gut konstruierten Plot, der einen ziemlich clever auf die falsche Fährte lockt. Das war so so gut! (Auch wenn man dafür ein bisschen am Ball bleiben muss, es lohnt sich wirklich!).

    O'Learys Spezialität ist die Beschreibung von toxischen Beziehungen und die Gründe, wie es dazu kommen kann. Über die drei Frauen, die die Handlung tragen sieht man unterschiedliche Aspekte. Und das die Personen die darin involviert sind, gar nicht zwangsläufig böswillig handeln wollen. Aber auch, welche Mechanismen man entwickelt, um die Beziehung weiter zu führen. Aber es geht auch darum, wie man zu einer Person wird, die andren Menschen nicht gut tut. Dieser Punkt hat mich aufgrund dessen, wie er erzählt wird am meisten überzeugt. Zu Mal auch mit einbezogen wird, das man dieses Verhalten auch ändern kann.


    Shioban, Miranda und Jane waren meiner Meinung nach tolle Frauenfiguren. Einmal da sie auch ihre eigenen Geschichten erzählen und nicht nur in Verbindung mit Jakob erzählt werden. Zum anderen, gab es in jeder Perspektive auch weitere tolle Nebenfiguren, die ihre Freundinnen toll unterstützt haben. Es war einfach total angenehm diese Freundschaften mit zu erleben. Zum anderen gibt es auch tolle männliche Figuren. Vor allem Mirandas Arbeitskollegen sind super^^

    Ich konnte wirklich mit allen dreien nicht nur mit fiebern, sondern mich auch sehr gut in ihr Leben einfühlen.

    Zu Jakob möchte ich nichts sagen. Das würde alles zu einem riesigen Spoiler führen. Lasst euch also einfach überraschen.


    Ich finde es lohnt sich sehr, sich einfach auf die Ausgangslage einzulassen. Ich wurde so oder so extrem schnell in die Handlung gesogen. Viele Aspekte der Geschichte haben sehr viel mehr tiefe als vor allem der deutsche Titel vermuten lässt. Es ärgert mich sehr, das es diesen Untertitel gibt, der einfach viel mehr lockere Flockigkeit suggeriert, als der Roman hat. Im Gegenteil, es gibt einige eher düstere Elemente in der Handlung. Alle drei Frauen haben in ihrer Vergangenheit traurige bis wirklich schlimmer Dinge erlebt. Sie haben ihre Strategien entwickelt, damit umzugehen. Nicht alle davon sind zu jeder Zeit gut für sie.


    Die große Unsicherheit, die alle drei Frauen gegenüber Jakob spüren, die jeweiligen Dynamiken mit ihm. Das war alles auch immer wieder sehr realistisch geschildert. Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, genau das passiert momentan genauso irgendwo in meiner Nachbarschaft.


    Und dann gibt auch noch die Romantik. Mir persönlich hat dabei sehr gefallen, das es eigentlich stärker um die Figuren ging und der Liebesgeschichten-Teil sich nicht so in den Vordergrund gedrängt hat, wie man es meinen könnte. Es ist natürlich ein zentrales Thema, aber diese klassische Schrittfolge (Verlieben, Konflikt, Happy End) wird durch die Art und Weise, wie die Autorin den Roman erzählt total erfrischend aufgebrochen. Dadurch bekommen auch die anderen Themen, die für die Figuren wichtig sind ihre Rolle und gehen nicht unter. Das hat mir sehr gut gefallen, da es auch allen drei Frauen sehr viel mehr Tiefe und ein richtiges Profil gibt.


    Es hat mich einfach total beeindruckt, wie Beth O'Leary nach und nach die 3 Handlungsstränge miteinander verbindet. Das war so klug erzählt. Und das war dann auch dieses Zünglein an der Waage. Auf einmal hab ich richtig gemerkt, wie es mir von Seite zu Seite immer besser gefiel.

    Für mich definitiv ein Highlight und ein Grund, der Autorin doch noch weiterhin Platz in meinem Buchregal zu machen.


    5ratten



    PS: Was mich total ärgert ist mal wieder der dt. Verlag und seine Covergestaltung. Das wirkt, als sei es eine Komödie. Aber das Buch ist eben keine. Der Untertitel ist meiner Meinung nach extrem unangebracht und ich kann mir gut vorstellen, das man dadurch total in die Irre geführt wird, sollte man bisher noch nie etwas von der Autorin gelesen haben.

    Nomnivor

    Stimmt. - Ich finde es natürlich auch nicht so schlimm, das es ein Szenario ist, das ich nicht so realistisch finde. Ich finde eher witzig, das ich das Ganze total mag, aber mir gleichzeitig Gedanken darüber mache, in welcher Situation ich gegenüber Freund:innen und Familie eine Beziehung vortäuschen würde. Wobei ich viel interessanter finde, wer würde mitmachen, oder wer würde vielleicht selbst auf diese Idee kommen und mich bitten zu helfen :lachen:

    Katjaja

    Ok, das ist tatsächlich ein Szenario wo ich auch sagen würde, das ist realistisch. Aber ich glaube nicht, das man der eigenen Familie über ein ganzes Wochenende so was vorspielen würde. (Gut kommt vielleicht auf den Druck an der davon ausgeht das man Single ist. Aber so grundsätzlich würde ich dann halt eher einen Kumpel fragen oder eine Freundin mitnehmen.)

    Katjaja

    Ok, online kann ich das sogar noch bis zu einem gewissen Grad nach vollziehen (auch wenn ich es wie ihr nicht gut finde), aber macht man sowas dann auch auf einer Party oder wenn man irgendwohin eingeladen wird??? (Klar, so als Freunde geht man halt mal mit. Aber spielt man dann wirklich auch jemandem eine Beziehung vor???)

    Aber so in Büchern finde ich es großartig, sicher auch weil sich daraus interessante Punkte für die Handlung ergeben können. (Alleine das Gespräch mit Verwandten wenn die andre Person nicht mit im Raum ist und man nicht weiß, was erzählt wurde und was nicht. )

    Nomnivor

    Das ist doch eines der besten Strickmuster :err:


    Ich mag ja generell wenn sich Figuren am Anfang absolut nicht leiden können. Je mehr "hass" umso besser :lachen: Und dann wird hoffentlich klug erzählt, wie es zu einer Freundschaft oder Liebesgeschichte kommen kann.

    Fake Dating: Ich weiß immer noch nicht, weshalb ich das so toll finde :lachen: dabei ist es ja eigentlich so super unrealistisch. Ich mein, wer bitte kommt denn auf die Idee, jemanden zu fragen ob er/sie so tut als hätte man eine Beziehung?? (Meistens geht es darum, das man eine Beziehung vorspielt.) Und wer bitte macht denn dabei auch noch mit? :lachen: Aber das macht einfach so viel Spaß. Ich muss dringend mehr Bücher mit diesem Strickmuster lesen *gg*



    Ich mag einfach sehr gerne einen richtig klassischen Who-done-it Mordfall. Schön in einem Dorf, einem Herrenhaus oder abgelegenem Ort irgendwo in den Bergen/auf einer Insel.


    Serienmörder: Es geht nichts über einen richtig schön brutalen, psychopathischen Serienmörder. Bei Thrillern möchte ich eigentlich am liebsten vor allem das. Klar, es gibt auch Thriller, die mir aus anderen Gründen gefallen. Aber wenn ich mich zwischen 2 entscheiden müsste, hätte der Thriller mit dem Serienmörder eine größere Chance *gg*


    Bei Fantasy überlege ich noch.

    2 Neuzugänge, brauchte eine kleine Aufmunterung nach der Therapie heute:

    Das Beste: Der Spiegelbestseller Aufkleber ging komplett und leicht ab und der Preiskleber auf dem englisch sprachigen Buch flog schon ab, wärend ich damit noch im Laden spazierte.


    Up to Date von Beth O'Leary :haken:

    Tatsächlich ist das eine letzte Chance für die Autorin. Falls dieser Roman mir auch wieder nur mäßig gefällt (wie schon bei Time to Love und auch Drive me Crazy) werde ich ihre Bücher vermutlich zwar noch lesen, aber sie wandern nicht mehr automatisch in mein Bücherregal. Da mir Love to Share so sehr gefallen hat, dachte ich mir, ok ein mal noch.


    Book Lovers von Emily Henry

    Sie entwickelt sich ja zu einer Autorin, derren Bücher ich alle lesen möchte. So ganz reichte ihr zweiter Roman People we meet on Vacation leider nicht an Beach Read heran, aber ich war trotzdem sehr angetan. Und das obwohl ich Friends to Lovers als Strickmuster nicht so gerne mag. Hier ist alleine schon der Titel ein Grund für mich gewesen :lachen: aber es geht auch um einen Buchladen. Ich freu mich!


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    Emotionen spielen sicher auch mit rein. Unsere Erinnerung funktioniert ja auch in Verbindung mit Gefühlen. Und klar, erinnere ich mich z.B. total gerne an die Zeit als mein Papa mir Jim Knopf und die wilde Dreizehn vorgelesen hat, weil es ein wohliges Gefühl war beim vorgelesen bekommen - aber auch, weil ich die Geschichte super fand.