Beiträge von Wendy

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Hallo ihr Lieben!


    Ich bin zurück mit neuen Schwärmerein zu Katherine Arden und ihrer immer noch ausgezeichneten Winternight Serie. Achtung: Ein paar Spoiler zum ersten Teil kann ich nicht vermeiden, also Weiterlesen nur auf eigene Gefahr.


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    Die Winternight Trilogie:
    [list type=decimal]
    [li]The Bear and the Nightingale[/li]
    [li]The Girl in the Tower[/li]
    [li]The Winter of the Witch (August 2018)[/li]
    [/list]


    Inhalt:
    For a young woman in medieval Russia, the choices are stark: marriage or a life in a convent. Vasya will choose a third way: magic...
    The court of the Grand Prince of Moscow is plagued by power struggles and rumours of unrest. Meanwhile bandits roam the countryside, burning the villages and kidnapping its daughters. Setting out to defeat the raiders, the Prince and his trusted companion come across a young man riding a magnificent horse.
    Only Sasha, a priest with a warrior's training, recognises this 'boy' as his younger sister, thought to be dead or a witch by her village. But when Vasya proves herself in battle, riding with remarkable skill and inexplicable power, Sasha realises he must keep her secret as she may be the only way to save the city from threats both human and fantastical...


    Meine Meinung:
    Der zweite Band dieser Trilogie geht da weiter, wo der erste aufgehört hat, allerdings nicht sofort mit unserer bisherigen Heldin, Vasya, sondern mit ihren Geschwistern, die vor vielen Jahren ausgezogen sind um ein eigenes Leben zu beginnen. Olga ist Prinzessin und Mutter, Sasha ist Priester, und beide erleben im Moskau mit, wie das politische Klima in Rus sich verschlechtert. Der Prinz schuldet Abgaben, Banditen zerstören Dörfer und stehlen Mädchen, und es gibt noch immer keinen Thronfolger - doch Olga ist hochschwanger und man hofft auf einen Jungen.


    Vasya reitet underdessen von ihrem Zuhause davon, weg von den Möglichkeiten, die ihr als junge Frau offenstehen: das Kloster oder die Heirat mit irgendeinem Lord, der sie gefangen hält. Für Vasya ist das keine Wahl und sie reitet auf ihrem treuen Pferd Solovey einfach fort. Weil sie schnell merkt, wie viel praktischer und leichter es ist, sich als Mann auszugeben, versteckt sie schon bald ihre langen Haare und trägt Männerkleidung - und schon scheint die Welt sich ihr ein Stückchen weiter zu öffnen. Als sie auf die Gruppe Banditen trifft, die schon länger ihr Unwesen treiben, trifft sie auch ihren Bruder Sasha wieder, der sie trotz Verkleidung erkennt. Auch der Prinz lernt Vasya kennen - als Vasilii Petrovich statt Vasilisa Petrovna - und weil dieser Gefallen an dem cleveren jungen "Mann" findet, muss Vasya ihre Scharade aufrecht erhalten. Was passiert, wenn die Lüge auffliegt, will sie sich gar nicht vorstellen.


    Während das erste Buch sich fast ausschließlich im Wald bzw. Vasyas Dorf abspielt, sehen wir hier mehr von der weiten Welt. Vasyas Ankunft in Moskau ist wie ein Kulturschock, nicht nur für sie, sondern auch für ihre Schwester Olga, welche die Regeln des Hofes mit jedem Atemzug lebt. Auch wenn zwischen den Geschwistern Geheimnisse bestehen, hat man beim Lesen sofort dieses Gefühl von Familie, von totalem Zusammenhalt, egal was kommt. Besonders Vasyas Freundschaft mit ihrer Nichte Marya hat mir gefallen. Die beiden finden einfach sofort zueinander und machen noch einmal deutlicher wie eingeengt ein Leben als Frau sein kann. Nicht einmal einen Fuß vors Haus setzen zu dürfen, wenn man frische Luft schnappen will, weil das den eigenen Ruf schädigt oder die Jungfräulichkeit gefährdet... Auch Vasya lernt immer mehr wie praktisch es ist ein Mann zu sein.


    Doch es geht nicht nur um Wiedersehen und Politik, auch die mythologischen Wesen und Hausgeister des ersten Buches lassen sich wieder blicken. Zwischen Morozko und Vasya herrscht bei jedem Treffen eine derartige Spannung, dass ich die beiden hin und wieder einfach schütteln und anschreien wollte. :breitgrins: Über Morozko selbst erfährt man ein kleines bisschen mehr, ebenso wie über Vasyas eigene Herkunft und ihre Fähigkeit Geister zu sehen, obwohl andere das nicht können. Wirklich erklärt wird nicht viel, aber man bekommt gerade genug Ahnung, dass man das Buch zufrieden zuschlagen kann.


    Insgesamt war dieser Band actionreicher als der Vorgänger, mit Pferderennen, Kämpfen, gefährlichen Situationen (seien es Gespräche am Hof des Prinzen oder ein Messer an der eigenen Kehle) und der Tatsache, dass Vasya ihre wahre Identität verstecken muss - langweilig wurde es jedenfalls nie. Und obwohl Katherine Arden ihre wunderschöne Sprache beibehält, besonders wenn Vasya mit Pferden zu tun hat, hat mir die ländliche Atmosphäre des ersten Bandes ein wenig gefehlt. Das ist aber mein einziges Manko und das lässt sich durch den Handlungsort erklären. Eine Hauptstadt ist nun mal nicht so romantisch wie ein Dörflein im Wald. Ich hoffe, dass der nächste Band wie versprochen im August erscheint, denn ich will unbedingt mehr Abenteuer mit Vasya!


    5ratten

    Hallo ihr Lieben!


    Ich war überzeugt, dass ich dieses Buch hier schon letztes Jahr rezensiert hatte, weil es mir so gut gefallen hat. Aber die Suchfunktion hat mich entlarvt... da gibt's tatsächlich noch keinen Thread. Das wird hiermit sofort korrigiert. :breitgrins:


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    Inhalt:
    At the edge of the Russian wilderness, winter lasts most of the year and the snowdrifts grow taller than houses. But Vasilisa doesn’t mind—she spends the winter nights huddled around the embers of a fire with her beloved siblings, listening to her nurse’s fairy tales. Above all, she loves the chilling story of Frost, the blue-eyed winter demon, who appears in the frigid night to claim unwary souls. Wise Russians fear him, her nurse says, and honor the spirits of house and yard and forest that protect their homes from evil.
    After Vasilisa’s mother dies, her father goes to Moscow and brings home a new wife. Fiercely devout, city-bred, Vasilisa’s new stepmother forbids her family from honoring the household spirits. The family acquiesces, but Vasilisa is frightened, sensing that more hinges upon their rituals than anyone knows.
    And indeed, crops begin to fail, evil creatures of the forest creep nearer, and misfortune stalks the village. All the while, Vasilisa’s stepmother grows ever harsher in her determination to groom her rebellious stepdaughter for either marriage or confinement in a convent.
    As danger circles, Vasilisa must defy even the people she loves and call on dangerous gifts she has long concealed—this, in order to protect her family from a threat that seems to have stepped from her nurse’s most frightening tales.


    Meine Meinung:
    Ich war etwas besorgt, dass mir dieses Buch nicht gefallen würde. Alles daran wirkte so perfekt auf meinen Lesegeschmack zugeschnitten, dass ich schon Monate vor Erscheinung ganz aufgeregt war - und wenn es sich als Flop herausstellen sollte, wäre die Enttäuschung nur umso größer gewesen. Glück gehabt also, dass alles was ich mir erhofft hatte, eingetroffen ist. Und mehr.


    Gleich auf den ersten Seiten entsteht eine fantastische Atmosphäre vom russischen Winter am Land, wo eine Familie sich beim Ofen zusammenkuschelt und Geschichten von Hausgeistern und Magie lauscht. Ebenso spürt man sofort, wie gefährlich der Winter hier ist, einfach weil es kalt ist, weil Menschen abhängig von ihren Vorräten waren und - wenn man zu dünn oder schwach ist, weil einen die Kälte töten kann.
    In einem dieser eisig kalten Winter findet Marina heraus, dass sie schwanger ist und rechnet nicht damit, die Geburt zu überleben. Doch in Marinas Adern fließt Magie und sie möchte das Kind unbedingt gebären, damit diese Magie weiterlebt. Dieses Kind ist Vasilisa, kurz Vasya genannt. The Bear and the Nightingale erzählt Vasyas Geschichte, aber auch die Geschichte ihrer Heimat, inklusive wunderschöner Beschreibungen der Landschaft und Jahreszeit, Volksmärchen und dem Kampf zwischen altem heidnischen Glauben und Christentum.
    Ein Gefühl von Magie, die unter allem schlummert, zieht sich durch das gesamte Buch und verleiht selbst Beschreibungen von alltäglichen Dingen einen besonderen Flair. Man fühlt sich als sei man dort, im Stall wo es nach Pferden riecht, in der Nacht alleine im Wald, gebeutelt vor Angst und Kälte. Katherine Arden schreibt unauffällig blumig, wenn das Sinn ergibt. :breitgrins: Man merkt gar nicht, wie sie die romantische Atmosphäre aufbaut, sie ist einfach da.


    Das zentrale Thema des Buches beginnt, als ein charismatischer Priester in Vasyas Dorf kommt, fest entschlossen dem ländlichen Volk gute christliche Manieren beizubringen und sie zu Gott zu führen. Doch als die Menschen aufhören, Gaben für Hausgeister zu hinterlassen, werden diese schwach und können das Dorf nicht mehr schützen. Die Ernte ist schlecht, die Winter werden härter und härter und es scheint als wäre nur Vasya furchtlos genug ihren eigenen Weg zu gehen und Drohungen von Höllenfeuer zu ignorieren. Es hilft natürlich, dass Vasya die domovoi und anderne Geister tatsächlich sehen kann, während der Rest des Dorfes lediglich an sie geglaubt hatte.
    Gleichzeitig passiert jedoch auch eine Cinderella-artige Nebenhandlung. Pyotr, Vasyas Vater, heiratet eine neue Frau, die ebenfalls Hausgeister sehen kann, aber überzeugt ist, dass es sich um Dämonen aus der Hölle handelt. Als sie sieht, mit welcher Leichtigkeit Vasya mit den Hausgeistern spricht und wie natürlich für sie alles zu sein scheint, wird die Stiefmutter wütend und mutiert langsam zur klischeehaften bösen Stiefmutter aus dem Märchen. Als ein Baby-Geschwisterchen geboren wird - wunderschön, im Gegensatz zur wilden Vasya - macht das die Situation nicht besser. Ich muss aber dazu sagen, dass Anna, die Stiefmutter, niemals wirklich böse wirkt. Ihr Charakter ist durchaus nachvollziehbar, wenn auch unsympathisch. Das trifft eigentlich auf alle Charaktere zu. Egal, wie kurz jemand erwähnt wird, alle fühlen sich wie glaubhafte Menschen an. Sie mögen nicht immer richtig handeln, aber alles was sie tun, ist in irgendeiner Form verständlich.


    Mein Herz wurde aber sofort von Vasya erobert. Heldinnen in Fantasy-Romanen haben die Angewohnheit besonders schön und perfekt zu sein, noch mehr wenn sie in ein Märchen gerutscht sind. Aber von klein an wird immer wieder erwähnt, wie hässlich Vasya ist. Ihr Körper ist zu dünn und unweiblich, ihr Gesicht störrisch, ihre Augen zu wild. Aber durch ihre Persönlichkeit, ihre freiheitsliebende Art, sehen andere sie doch als attraktiv. Jedes Mal, wenn Vasya aus der Sicht eines anderen Charakters beschrieben wird, habe ich mich gefreut, weil man richtig spürt, dass niemand sich von ihr abwenden kann, aber keiner so recht weiß warum - wo sie doch so unspektakulär aussieht.


    Zum Ende sage ich gar nicht viel. Es wird actionreich, besonders wenn man bedenkt, dass dies sonst ein eher ruhiges Buch ist, und auch hier war meine Sorge unbegründet. Katherine Arden hat eine Punktlandung hingelegt. Möchte man dieses Buch als Einzelband lesen, kann man das bedenkenlos tun, aber es ist offensichtlich noch Platz für die Fortsetzungen (es wird eine Trilogie). Ich habe am Ende jedenfalls gegrinst wie ein Idiot und die letzte Seite ungefähr 10 Mal gelesen, weil sie so wunderbar war.


    The Bear and the Nightingale ist mit Abstand mein Lieblingsbuch des Jahres 2017. Und weil es so schön war, habe ich inzwischen auch den zweiten Teil gelesen. Psst... der ist genauso gut. :zwinker:


    5ratten :buchtipp:

    Puh, bin ich froh, dass ich in meiner Abwesenheit den SLW noch nicht verpasst habe. Tolle Themen wie immer, aber so viel Essen und Mord will mein SUB nicht hergeben. Ich begnüge mich dieses Jahr (vorerst) mit 10 Büchern... vielleicht kommt nach Weihnachten ja noch etwas dazu. :breitgrins:


    Immer schön im Genre bleiben (Fantasy)
    Catherynne M. Valente - The Glass Town Game
    Kazuo Ishiguro - The Buried Giant
    Lana Popović - Wicked Like a Wildfire
    Moïra Fowley-Doyle - Spellbook of the Lost and Found
    Guadalupe Garcia McCall - Summer of the Mariposas


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    Freestyle - Girl Power (Bücher mit "Girl" im Titel)
    Katherine Arden - The Girl in the Tower
    Melissa Bashardoust - Girls Made of Snow and Glass
    M. H. Boroson - The Girl With Ghost Eyes
    Allyse Near - Fairytales for Wilde Girls
    Mercedes M. Yardley - Pretty Little Dead Girls: A Novel of Murder and Whimsy


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    Schön, dass Du dabei bist! LG, Valentine

    Hallo ihr Lieben!


    Ich bin von der Serie eigentlich sehr angetan. Wednesday, inklusive Gelabere, gefällt mir am besten. Der stiehlt jede Szene, in der er mitspielt. :breitgrins: Die Intros sind eine tolle Idee, auch wenn mir nicht alle gleich gut gefallen haben. Die Wikinger in der ersten Folge waren toll, aber mein Favorit ist mit Abstand das Intro mit Anansi auf dem Sklavenschiff. Das war keine Szene, die Spaß gemacht hat, aber sie war unglaublich gut gespielt und ich hatte die ganze Zeit über Gänsehaut.


    Dass Shadows Frau so sehr ins Zentrum rückt, hat mich auch gewundert, aber auch das finde ich gut. Die Folge mit ihrer Vorgeschichte war tatsächlich ein wenig langsamer, wobei ich generell finde, dass große Unterschiede zwischen den einzelnen Episoden bestehen. Manche sind wirklich jede Sekunde lang spannend (der Pilot etwa), andere ziehen sich schon arg dahin. Die schauspielerischen Leistungen finde ich aber beeindruckend, die Art, wie verschiedene Mythologien gezeigt werden, gefällt mir, und die Effekte sind großartig. Gestört hat mich eigentlich nur diese Liebesgöttin... an die kann ich mich aus dem Buch kaum erinnern und warum sie so viele Szenen bekommt, ist mir ein Rätsel. Die interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. :rollen:


    Dass nach einer ganzen Staffel eigentlich noch nicht viel Plot vom Buch passiert ist, war zwar verwunderlich, andererseits hätte ich es mir auch vorher denken können. Natürlich soll das meiste aus dem Buch rausgeholt werden - und Stoff ist ja genug da. Wednesday und Shadows Road Trip dauert schließlich eine ganze Weile und wenn man noch ein bisschen erweitert und Nebencharakteren mehr Zeit gönnt, gehen sich bestimmt noch ein paar Staffeln aus. Also ich bin jedenfalls gespannt und werde mit Sicherheit sehen, wie es weitergeht.

    Hallo ihr Lieben!


    Wenn ein neues Valente-Buch erscheint, muss man auch auf meine Meinung nicht lange warten. :breitgrins:


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    Inhalt:
    In Catherynne Valentes neuestem Buch geht es um die Freundinnen und Ehefrauen von Superhelden, Heldinnen, weibliche Bösewichte und alle anderen, die jemals in den Kühlschrank verfrachtet wurden. Comic-Frauen, die ermordet, vergewaltigt, in den Wahnsinn getrieben wurden, deren Superkräfte gestohlen wurden, die man einer Gehirnwäsche unterzogen hat, nur damit die Geschichte des männlichen Helden vorangetrieben wird.
    In einem neuen und originellen Superhelden-Universum entdeckt Valente die Ideen und Motive des Superhelden-Genres und geht mit ihren Heldinnen dabei mit Liebe, Verständnis und Humor um, so wie sie es sonst mit Märchen tut. Immerhin sind Superhelden die Märchenhelden unserer Zeit und diese sechs Frauen wollen ihre eigene Geschichte erzählen.


    Meine Meinung:
    Für jene, die sich nicht viel mit Comics oder Helden beschäftigen, klingt der Titel von Valentes neuestem Buch vielleicht etwas seltsam. Er setzt sich zusammen aus dem Begriff "Frauen im Kühlschrank" - das Schicksal, dass der Freundin von Green Lantern widerfährt, damit dieser sich für ihren Tod am aktuellsten Bösewicht rächen kann - und dem Buch The Vagina Monolgues. Der Titel passt perfekt zu diesem Buch, in dem sechs Frauen in der Unterwelt (oder Hölle oder Leben nach dem Tod) endlich ihre Seite der Geschichte erzählen dürfen.
    Der lockere und humorvolle Ton täuscht nicht darüber hinweg, dass Valente hier ein klares, feministisches Statement abgibt und - dadurch dass sie die bisher eher zur Zierde existierenden Frauen endlich selbst zu Wort kommen lässt - ihren Teil dazu beiträgt, dass das Comic Universum ein bisschen offener und freundlicher wirkt.


    Die sechs Protagonistinnen der Refrigerator Monologues treffen sich regelmäßig um sich auszutauschen, ihre Gruppe nennen sie den Hell Hath Club, was wieder zeigt, dass Valente auch in Büchern mit weniger blumiger Sprache immer noch die perfekten Worte für jedes Ding und jede Person findet. Nun darf jede der sechs Frauen ihre Geschichte erzählen und obwohl - teils aus urheberrechtlichen Gründen, teils weil die Autorin es so wollte - hier kein bekannter Name fällt, ist sehr schnell klar, um welchen Superhelden es gerade geht und wer die unglückliche Freundin ist, deren letzte Momente wir endlich in ihren eigenen Worten hören. Gwen Stacy, Dark Phoenix und Harley Quinn haben hier vielleicht andere Namen und ihre männlichen Pendants andere Superkräfte, aber wer sich ein bisschen in der Comic-Welt (oder auch den zahlreichen Verfilmungen) auskennt, wird keine Probleme haben, die meisten Charaktere wieder zu erkennen.


    Das Schicksal dieser Frauen ist von Anfang an klar. Sie treffen sich in der Unterwelt, also irgendwie - und meistens unter tragischen und grausamen Umständen - sind sie alle gestorben. Aber einfach nur zu zeigen, wie ungerecht es ist, bloß eine Nebenfigur im Leben eines anderen zu sein, ist nicht genug für Valente. Sie bricht hier zwar eindeutig die Tradition mit ihrem gewöhnlichen Stil (verschnörkselte Sätze, viele blumige Begriffe, Metaphern, Vergleiche und eine märchenhafte Stimmung), aber sie lässt es sich nicht nehmen, jeder Heldin eine eigene Stimme zu geben. Pauline Ketch (die Harley Quinn dieses Universums) spricht genau so wie man sie sich vorstellt - ein bisschen verrückt, sehr verliebt in ihren Joker, mädchenhaft und naiv. Blue Bayou (Mera, Aquamans Frau) hingegen erzählt ihre Geschichte voller Wut und Samantha Dane, die Kühlschrank-Frau, wirkt eher resigniert. Aber jede hat ihren eigenen Stil, ein eigenes Leben und eine wichtigere Rolle als die der hübschen Frau an der Seite eines Superhelden.


    Auch wenn dieses Buch ein kurzes Vergnügen war, finde ich, dass Valente geschafft hat was so viele Comic-Autoren vor ihr nicht konnten (oder wollten) - sie hat den Frauen im Leben unserer bekanntesten Helden Persönlichkeit gegeben. Diese Frauen, die man sonst nur als das hübsche Mädchen im engen Kostüm in Erinnerung hat, haben alle etwas zu sagen und ihre Geschichten sind mindestens so spannend wie die von Spiderman, Wolverine oder Batman!


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße,
    Wendy

    Myriel, du machst mir Hoffnung. Ich fand zwar "The Three Body Problem" gut, aber mir ging es auch so, dass mir die Charaktere fehlten, an denen ich mich festhalten konnte. Den zweiten Teil muss ich auch noch lesen, bevor ich mich an den nominierten dritten Band machen kann. Puh!


    Ich lese gerade "The Obelisk Gate" von N. K. Jemisin und obwohl die Idee dieser Welt jetzt nicht mehr neu ist, reißt mich das Buch schon wieder total mit. Der Stil fängt einen irgendwie ein und man merkt gar nicht, dass man schon wieder eines der ziemlich langen Kapitel gelesen hat. Und natürlich kann man dann nicht aufhören. :breitgrins:


    Die Wahl wird nicht leicht. Ich tendiere im Moment zu "Ninefox Gambit" als meine Nummer 1, aber da kann sich ja noch einiges ändern.


    Das dunkle Herz des Waldes von Naomi Novik

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    Das Buch war eines meiner Highlights als es erschienen ist. Ich habe damals ein Hardcover gewonnen und war mir vorher gar nicht sicher ob es mich überhaupt interessiert. Aber wenn's schon gratis ist, warum nicht? Und innerhalb weniger Kapitel war ich total verliebt in die Geschichte. Lies mal weiter, es wird immer besser. :zwinker:


    Ich habe in der Nachmittagssonne heute mit N. K. Jemisin - The Obelisk Gate begonnen und es liest sich schon wieder so bombastisch wie der erste Teil (heute ist irgendwie Tag des zweiten Bandes für mich). Und genau weil es so spannend war, habe ich jetzt - trotz super viel Sonnencreme - einen Sonnenbrand... Ich bereue nichts. :elch: Ob ich das Buch jetzt auch im Bett weiterlese, weiß ich noch nicht, weil ich dann vermutlich überhaupt nicht schlafen will.

    Oh, Erdbeertorte. Da würde ich jetzt auch nicht nein sagen.


    Ich habe Phantom Pains zu Ende gelesen und bin nach wie vor sehr angetan von dieser Serie. :herz: Und in die Sonne hab ich mich auch getraut, aber jetzt zur Mittagszeit ist es mir doch zu heiß geworden. Bei uns gibt's jetzt mal Mittagessen und dann muss ich den SUB nach meiner nächsten Lektüre durchstöbern.

    Guten Morgen ihr Lieben!


    Ich bin zwar sehr spät dran, aber die letzten Stunden des langen Wochenendes verbringe ich jetzt auch mit euch und Büchern. :breitgrins:


    Da ich vergessen hatte, dass mein Wecker nach Wochentagen klingelt und nicht weiß, dass heute ein Feiertag ist, wurde ich eher unsanft um 6 Uhr wach - und weil der Touchscreen von meinem Handy gerade einen langsamen Tod stirbt, hat das Wegwischen des Alarms auch erst nach gefühlten 200 Versuchen funktioniert. So ein bisschen Aggression gleich nach dem Aufwachen hat aber auch was für sich, ich bin nämlich hellwach und lese jetzt die letzten paar Kapitel von Mishell Baker - Phantom Pains. Das ist der zweite Band der Arcadia Reihe (Band 1 hab ich hier rezensiert und kann ich nur empfehlen). Urban Fantasy in Hollywood mit einer Heldin, die an Borderline Personlichkeitsstörung leidet, einen Selbstmordversuch hinter sich hat und (bei ebendiesem) beide Beine verloren hat. Das klingt alles sehr deprimierend, aber diese Reihe ist eine der hoffnungsvollsten, die ich kenne. Fast schon Wohlfühlbücher.


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    Katjaja : Doofe Bücher gehören ausgemistet. :breitgrins: Und spazieren mit Hörbuch ist ein großartiger Zeitvertreib. Vielleicht klaue ich dir die Ideen und mache das heute auch. Mal sehen, wie das Wetter wird, gestern war es nicht mehr ganz so schön draußen.

    Gaiman ist halt Finalist, weil er Gaiman ist. :rollen:
    Das ärgert mich bei einigen Autoren immer wieder, dass die Fans offenbar prinzipiell für sie abstimmen, egal ob das Werk gut ist oder nicht. Seanan McGuire ist jedes Jahr nominiert, unabhängig von der Qualität ihres aktuelsten Buches. Gaiman und Connie Willis ebenso, genau wie John Scalzi. Klar haben sie es sich oft verdient, weil sie tolle Bücher schreiben, aber alles was sie schreiben ist nicht preiswürdig... Und zur Klarstellung: Ich liebe Neil Gaiman! Aber auch er schreibt mal ein nur mittelprächtiges Buch.

    Ich habe The Geek Feminist Revolution jetzt auch gelesen und bin sehr froh, dass andere Leute das Buch nominiert haben. Erwartet habe ich relativ wenig, obwohl ich Kameron Hurleys Blog gerne lese, aber die Essay-Sammlung war erstaunlich persönlich und mitreißend.
    Sicher geht es um Popkultur und um Science Fiction und Fantasy, aber es geht auch ums Schreiben und um Krankheit und Geldsorgen - diese Kapitel haben mir erstens wieder gezeigt wie froh ich bin, in einem Land mit vernünftiger Sozialversicherung zu leben und andererseits mag ich Kameron Hurley jetzt noch viel mehr. Bei mir wird das Buch jedenfalls sehr hoch eingereiht werden.


    Llyren : Oh ja, Kai Ashante Wilson ist was für besondere Geschmäcker. Ich habe mich damals auch durch Sorcerer of the Wildeeps gequält, aber die Hoffnung war da, dass die Fortsetzung besser ist. Ich verstehe auch nicht, warum so viele Leute Gefallen an dieser schwülstigen Sprache finden.

    Zank : Ja, das war für mich auch der erste Grund, warum ich dran geblieben bin. Und ich gestehe, dass ich bei den ersten Folgen dachte, das dumme Mädchen hat sich wegen einem Gerücht umgebracht. :redface: Nachdem ich die ganze Serie gesehen habe, ist ihre Entscheidung wesentlich nachvollziehbarer. Aber der erste Eindruck war halt, dass die meisten Teenager diesen Blödsinn durchmachen. Also ich habe weiter geschaut um zu sehen, was Clay (der mir sofort sympathisch war) gemacht hat und was die anderen Gründe für den Selbstmord waren.
    Dass ich das Buch nicht kannte, hat bestimmt beim Spannungsaufbau geholfen. Ich hatte ja keine Ahnung, was da noch alles auf mich zukommt.


    Das Buch hat mir auch gut gefallen. Die Netflix-Serie will ich mir auch in den nächsten Wochen anschauen, der Trailer war vielversprechend :smile:


    Die Serie ist ganz gefährlich. Ich kenne das Buch nicht und wollte nur mal kurz in die Serie reinschauen. Ich glaube 9 Folgen am Stück sind es geworden und am zweiten Tag hab ich dann den Rest geguckt. :breitgrins:
    Zwar ein wirklich schlimmes Thema, aber die Serie war wirklich beeindruckend! Ich hatte mir nichts erwartet und bin voll hineingekippt. Ich wünsche dir viel Spaß damit (falls man das so sagen kann).