Beiträge von Wendy

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Leider vermisse ich bei den besten Romanen einige, die mir besser gefallen haben als das eine Buch, das ich von den nominierten schon gelesen habe. Ich habe bisher "Ninefox Gambit" gelesen, aber "Borderline" und "Ghost Talkers" haben mir besser gefallen.


    Borderline habe ich auch nominiert und ich bin ebenfalls sehr enttäuscht, dass es nicht unter den Finalisten ist. Ich hätte wenigstens auf eine Nominierung von Mishell Baker für den Campbell Award gehofft.
    Aber insgesamt bin ich zufrieden mit den nominierten Romanen. Von einigen habe ich bisher nur den ersten Teil gelesen (Becky Chambers, Cixin Liu, N. K. Jemisin), aber ich bin bei allen überzeugt, dass die nominierten Bücher mir auch gefallen. Charlie Jane Anders und Yoon Ha Lee habe ich auch selbst nominiert, obwohl ich noch das Ende von Ninefox Gambit lesen muss :redface: - über die zwei freue mich ich sehr, auch wenn sie die schlussendliche Entscheidung wirklich schwer machen.


    Dass Seanan McGuire mit Every Heart a Doorway nominiert wurde, wundert mich zwar nicht, weil alle die Novelle toll fanden, aber ich fand sie richtig grottig! Das erleichtert wenigstens das Abstimmen ein wenig. Auf China Miéville freue ich mich, ebenso auf Kij Johnson und Victor LaValle. Die Novellen waren mir zwar bekannt, aber zum Lesen hat die Motivation bisher noch nicht gereicht.


    Unter den Kurzgeschichten kenne ich nur "Our Talons Can Crush Galaxies", was mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte kann man übrigens innerhalb von fünf Minuten lesen, sie ist wirklich sehr kurz und dafür umso beeindruckender. Jemisins "The City Born Great" fand ich auch gut, den Rest kenne ich noch nicht.


    Bei den Serien wird es wirklich schwer abzustimmen. Ich kenne den ersten Teil von einigen dieser Reihen: die Expanse, wo mich das Weiterlesen aber nicht reizt, die Peter Grant Reihe, für die ich in der richtigen Stimmung sein muss, Max Gladstones Craft Sequence, die ich ganz großartig finde und Temeraire, wo ich nach dem zweiten Teil aufgegeben habe. Naomi Novik will ich aber wirklich noch eine Chance geben. McGuires Toby Day Serie subbt noch und die Vorkosigan Bücher habe ich immer noch nicht begonnen, trotz vieler guter Vorsätze. Mehr als ein Buch pro Reihe schaffe ich vor der Abstimmung aber bestimmt nicht. Und dann müssen wir wohl anhand dessen abstimmen, was wir gelesen haben, auch wenn es noch so schwierig ist.


    Ansonsten bin ich schon gespannt auf Alyssa Wong, Ada Palmer, die Geek Feminist Revolution und Monstress bei den Graphic Novels. The Vision und Black Panther interessieren mich eigentlich gar nicht, aber ich warte mal auf das Voter Packet. Wenn gratis Ausgaben dabei sind, werde ich sie natürlich lesen, auch wenn ich nicht glaube, dass mir die Comics gefallen.
    Komplett auslassen werde ich John C. Wright. Das tu ich mir nicht nochmal an! :rollen:

    Hallo allerseits!


    Nach einem SLW-Flop, den ich immer noch nicht zu Ende gelesen habe, kann ich wieder melden, dass ich dieses Jahr doch größtenteils ein gutes Händchen in der Auswahl meiner SLW-Bücher hatte. Und ich sag euch auch warum:


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    Inhalt:
    Nix hat ihr ganzes Leben an Bord der Temptation, dem Schiff ihres Vaters, verbracht und ist über Jahrhunderte, quer durch Welt und Fantasie gefahren.
    Solange ihr Vater eine Karte davon hat, kann er jeden Ort - echt oder erfunden - besuchen. China im 19. Jahrhundert, das Land von 1001 Nacht, eine mystische Version von Afrika. Auf dem Weg durch die Zeit haben Nix und ihr Vater Crewmitglieder und Freunde gefunden, sogar einen charmanten Dieb, der für Nix viel mehr als nur ein Freund ist.


    Aber das Ende dieser Crew kommt jeden Tag näher.
    Ihr Vater ist besessen von der Suche nach einer bestimmten Landkarte. Honolulu, 1868, eine Zeit in der seine erste Liebe, Nix' Mutter, noch am Leben war. Und das obwohl die Reise dorthin für Nix schwere Konsequenzen haben könnte.


    Meine Meinung:
    The Girl From Everywhere ist ein Zeitreise-Roman mit seiner eigenen Art die Vergangenheit zu erkunden. Die Geschichte beginnt in Indien, wo Nix und Kashmir einen seltenen, mythologischen Vogel kaufen sollen und wo man als Leser gleich einen Vorgeschmack dafür bekommt, was einen erwartet. Die Streitereien/Flirtereien zwischen Nix und Kashmir, die actionreiche Handlung, und die Unruhe, die unter der Oberfläche brodelt, machen gleich neugierig auf den Rest des Buches.


    Wie sich schnell herausstellt, war der Besuch in Indien und die folgende Reise ins New York im Jahr 2016, nur ein Abstecher. Captain Slate, Nix' Vater, ist ein Navigator. Er kann also auf seinem Piratenschiff durch Raum und Zeit reisen, aber er benötigt dafür die richtige Landkarte und genau eine solche sucht er. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen, denn anders als zum Beispiel mit Doctor Whos TARDIS ist es hier gar nicht so leicht Zeitreisen zu unternehmen. Nix ist Spezialistin im Finden und Entlarven von authentischen Karten - und nur solche "funktionieren". Erwischt die Crew eine gefälschte Landkarte, kann das Schiff auch nicht zeitreisen. Die Navigation selbst, die erst später im Buch erklärt wird, fand ich zwar weniger originell, aber zu dem Zeitpunkt sind mir die Charaktere schon so ans Herz gewachsen, dass mir dieses Detail egal war.


    Die Handlung ist zwar nie langweilig und man hat beim Lesen auch das Gefühl, ein Jugendbuch zu lesen (also keine langwierigen Passagen, wo nichts passiert, immer wieder Action, schöne, aber leicht verständliche Sprache), aber die Charaktere waren erstaunlich komplex und heben sich wunderbar von den meisten Jugendbüchern ab, die man von den Bestsellerlisten so kennt. Besonders Nix' Beziehung zu ihrem Vater fand ich faszinierend. Slates Idee, seine verstorbene Liebe zu retten, klingt zuerst vielleicht romantisch. Wenn man aber 17 Jahre lang besessen von so einer Idee ist und nebenbei seine einzige Tochter vernachlässigt, wird man irgendwann zu einer tragischen, bemitleidenswerten Figur. Nix selbst hat absolut kein normales Teenagerleben, aber auch ihr macht am meisten zu schaffen, dass ihr Vater ihr Leben riskieren würde um ihre Mutter zu retten. Denn niemand weiß, was genau passiert, wenn Nix in eine Vergangenheit reist, in der sie selbst noch nicht geboren ist. Noch weniger klar ist, was passiert, wenn Slate diese Vergangenheit so verändert, dass Nix' Mutter die Geburt überlebt. Wird es einfach zwei Versionen von Nix geben? Wenn ja, wird Slate "seine" Nix zugunsten der anderen verlassen? Wird eine Nix einfach verschwinden? Ist es überhaupt möglich, oder wird das Raum-Zeit-Kontinuum sich gegen so einen Eingriff irgendwie wehren? Diese Fragen werden selten direkt angesprochen, aber sie schwingen in jedem Gespräch zwischen Vater und Tochter mit.


    Das zweite Highlight für mich war Kashmir, besonders in Kombination mit Nix. Kashmir hat die Crew in einem mythischen Persien aufgegabelt und seitdem ist der flinke, freche Dieb Teil der Familie. Dass zwischen ihm und Nix vielleicht mehr ist als nur Freundschaft wird so schön beschrieben, dass ich beim Lesen richtig zappelig wurde. :breitgrins: Einerseits zanken die zwei sehr viel (was mir persönlich sehr bei fiktiven Paaren gefällt) und zeigen ihre Zuneigung eher durch stille, kleine Gesten. Andererseits lernt Nix auch zum ersten Mal einen anderen Jungen kennen, der ihr gefällt. Wo mich Liebes-Dreiecke normal sofort abschrecken, fand ich es hier gut gemacht. Es gibt keine dämlichen Kämpfe um Nix' Zuneigung, sondern jeder Charakter verhält sich natürlich, einfach so wie sie sind, und die Romanze entwickelt sich wie selbstversändlich daraus.


    Die Handlung selbst hat auch mehr zu bieten als man zuerst denkt und man bekommt sogar einen kleinen Einblick in die politische Situation in Hawaii. Wer gerne mal ein unterhaltsames, nicht zu herausforderndes Jugendbuch liest, vor allem eines mit so einer Variation an Charakteren (Diversity, wie man auf Englisch so schön sagt), der ist hier richtig. Obwohl es der erste Teil einer Duologie ist, hat die Handlung einen schönen Abschluss und man muss nicht unbedingt weiterlesen. Ich werde mir den zweiten Teil aber auf jeden Fall gönnen. Solche Wohlfühlbücher, bei denen die Seiten fliegen ohne dass man es merkt und in die man richtig schön hineinfallen kann, braucht man immer wieder.


    4ratten


    Liebe Grüße,
    Wendy

    Huhu!


    Ich habe Caraval kurz nach Erscheinung (des englischen Originals) gelesen und wurde bitter enttäuscht.
    Ob die deutsche Ausgabe auch so ein massives Marketing-Budget hat, weiß ich nicht, aber das Buch war Ende 2016 und im Januar 2017 überall. Der Verlag hat wirklich sein bestes getan, damit das ganze Internet weiß, dass es dieses Buch gibt. :rollen:


    Die Idee ist ja an und für sich gut. Eine Art mysteriöser Jahrmarkt - ähnlich dem Nachtzirkus - der jedes Jahr an einem anderen Ort stattfindet und wo magische Dinge passieren. Wenn man das Spiel innerhalb von Caraval gewinnt, gönnt einem der ebenso mysteriöse Erfinder Legend einen Wunsch.


    Für mich gab es an dem Buch aber grobe Mängel an der Umsetzung und das Ende war einfach ein Schlag ins Gesicht. Scarlett und ihre Schwester Tella sind angeblich die besten Freunde, aber die wenigen Momente, die sie miteinander verbringen - weil Tella zu Beginn des Spiels gekidnappt wird - streiten die zwei nur und man merkt absolut nichts von Geschwisterliebe. Es ist auch kein liebevolles Zanken, sondern die beiden haben einfach gar keine Chemie. Somit steht die Prämisse, dass Scarlett alles tun würde um ihre Schwester zu retten, schon auf wackeligen Beinen.


    Das "Spiel" selbst ist ein chaotischer Vorwand für eine langweilige und ebenso gefühlsleere Romanze. Scarlett muss willkürlichen Spuren folgen um ihre Schwester zu finden, aber die sind entweder so offensichtlich, dass das Lesen wenig Spaß gemacht hat, oder so an den Haaren herbei gezogen, dass ich mich nach dem Sinn fragen musste. Scarlett, die ohnehin schon wenig Persönlichkeit hatte, bekommt also nicht einmal die Chance den Lesern zu zeigen, dass sie klug ist oder Rätsel lösen kann.
    Die Amotsphäre von Caraval wäre nett gewesen. Hier kann man Kleider kaufen und mit Geheimnissen bezahlen, es gibt allerlei zu entdecken und Magie ist ein ständiger Begleiter. Mit mehr Fokus auf das Spiel und die Attraktionen hätte mir das Buch besser gefallen. Scarlett, die ja angeblich so dringend ihre Schwester sucht, ist aber viel mehr damit beschäftigt über Julians Muskeln nachzudenken. :rollen:


    Das Ende (weil ich es so unglaublich bescheuert und ärgerlich fand):


    Ohne Spoiler: Gegen Ende hin gibt es eine "Überraschung" nach der anderen. Einige waren vorhersehbar, die schlussendliche Lösung (wenn man das so nennen kann) hätte ich nicht erwartet. Vielleicht einfach, weil ich es nicht für möglich gehalten hätte, dass die Autorin das Buch auf so billige Art und Weise endet. Noch dazu fand ich das Ende in jeder Hinsicht unbefriedigend. Was die Charaktere betrifft, sind sie am Ende genau das was sie am Anfang waren. Es gab keinerlei Entwicklung und der Teaser am Schluss - damit man das zweite Buch lesen muss - hat mich somit auch kalt gelassen.


    Der Schreibstil konnte leider auch nichts mehr retten. Scarlett hat zwar Synästhesie und verbindet viele Dinge mit Farben, aber das wird im Buch sehr inkonsistent beschrieben. Die Autorin hat sich bemüht, Caraval lebendig zu machen, aber da die Charaktere schon so schwach waren und sich eher mit Teenager-Romanzen als mit Caraval oder der Rettung von Tella beschäftigt haben, ist auch das eher kurz gekommen. Für mich ist die Serie somit abgeschlossen.


    Von mir gabs nur
    2ratten

    Ich bin inzwischen schon froh, wenn ich ein Buch schaffe. Je nachdem wie gestresst ich von der Arbeit bin, kann es schon sein, dass ich einen ganzen Monat an einem 200 Seiten Buch knabbere. Aber dieses Jahr hatte ich viel Glück bei der Auswahl meiner Bücher und die Motivation ist (noch) dementsprechend hoch. :breitgrins: Schauen wir mal.

    Bei Frühlingsgefühlen kann ich nicht nein zu einer Monatsrunde sagen. :klatschen:


    Ich schwanke noch zwischen zwei Büchern und lasse daher die Monatschefin entscheiden, welches ich anmelden soll. :breitgrins:


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    Madeline Miller - The Song of Achilles
    Hier geht es um den trojanischen Krieg, vor allem aber um die Liebesgeschichte zwischen Achilles und Patroklos. Ich habe nur Gutes über dieses Buch gehört und will es schon gefühlte Ewigkeiten lesen.


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    C. S. Pacat - Captive Prince
    Dieses Buch - auch mit einer Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, aber in einer Fantasywelt - hat als Web-Serie begonnen, ist inzwischen aber auch über Verlage erhältlich. Hier geht es um einen Prinz, der seine Identität verheimlichen muss, Hofintrigen und möglicherweise bevorstehender Krieg zwischen zwei Königreichen.

    Das hat meiner auch gemacht.
    Beim nächsten Mal Synchronisieren waren die Regale wieder da. Und bei einem Regal hat der Kobo sofort wieder die Bücher einsortiert, als ich das Regal neu erstellen wollte. Also mein Regal "SLW 2017" war dann direkt wieder mit den richtigen Büchern gefüllt.


    Probier nochmal zu synchronisieren. Vielleicht reicht das ja schon. :zwinker:


    Wendy
    Was ist denn "Nix" für ein Name? Ist das eine Abkürzung?


    Gute Frage. Bisher wurde die Protagonistin nur Nix genannt, bzw. von ihrem Vater auch Nixie... vielleicht kommt ja später noch raus, dass ihr eigentlicher Name länger ist. Auf Englisch finde ich es aber nicht so störend. Das ist ähnlich wie bei den Mistborn Büchern, wo es einen Charakter names Elend gibt. Der wurde in der Übersetzung umbenannt, soweit ich weiß. Klingt ja sonst auch wirklich blöd. :breitgrins:


    Wendy: Das Cover von Lips Touch sieht schrecklich aus, da will ich die Rezi trotz der guten Bewertung gar nicht lesen (#JudgeABookByItsCover) :breitgrins:


    Das Cover gefällt mir auch nicht. Interessanterweise sind die Zeichnung im inneren des Buches dafür wunderschön (weil anders). Weiß nicht, wieso nicht einfach eine der Comicseiten aufs Cover geklatscht wurde.


    Ich habe mich übrigens ein Buch entschieden. Der Anfang von Heidi Heilig - The Girl From Everywhere ist sehr vielversprechend.


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    Nix reist mit ihrem Vater auf einem Schiff durch die Welt und die Zeit. Das funktioniert anscheinend mit handgezeichneten Landkarten, aber nicht jede Karte kann verwendet werden. Und man muss Navigator sein, wie Nix' Vater, damit es überhaupt funktioniert. Nix' Mutter ist entweder schon tot oder irgendwie mysteriös verschollen. Die Crew dürfte gerade versuchen, irgendwie Nix' Mutter zu retten und dafür müssen sie von Indien im 18. Jahrhundert nach New York 2016.
    Nix scheint eine seltsame Beziehung zu ihrem Vater zu haben, und eine anregende mit ihrem Co-Schiffsburschen Kashmir. :breitgrins: Wenn ich nach zwei Kapiteln schon hoffe, dass sie hier eine Romanze anbahnt, hat die Autorin etwas richtig gemacht.
    Ich bin gespannt, wie diese Zeitreisemagie funktioniert, was es mit Nix' Familie auf sich hat und welche Orte und Zeiten wir noch bereisen.

    Guten Morgen!


    Gestern bin ich zwar früh eingeschlafen, aber heute Morgen habe ich mein Buch fertig gelesen. Die Rezi ist etwas länger als erwartet geworden, aber ich fand das Buch einfach so gut. :redface:
    Laini Taylor - Lips Touch: Three Times


    Jetzt stellt sich die Frage ob ich bei Marissa Meyer - Heartless weiterlese oder mir ein neues Buch suche. Ich stöbere mal in meinem SUB.


    Zank: Ich hab auch Anne Frank gelesen und mich ein bisschen gewundert. :breitgrins:

    Hallo ihr Lieben!


    Ich muss diese Rezension mit ein bisschen Vorgeschichte beginnen. Laini Taylor und ich standen nämlich nach dem einzigen anderen Buch, das ich von ihr gelesen hatte (Daughter of Smoke and Bone) auf Kriegsfuß. Es gab Elemente, die mir gefallen haben, aber leider hat die klischeebehaftete Handlung und vor allem die abartige Romanze zwischen einem 17-jährigen Mädchen und einem unsterblichen und hundert Jahre alten Wesen mich abgeschreckt (auch wenn das später im Buch erklärt wird). Laini Taylor hat sich einfach zu vieler Jugendbuch-Klischees bedient und ich wollte eigentlich einen großen Bogen um ihre Bücher machen.
    Aber diese kleine Sammlung lag schon auf dem SUB und eine zweite Chance hat jeder verdient. Nur hätte ich nie gedacht, dass ich so begeistert sein werde. Und jetzt bin ich vom Autor-Ausweichmodus in den Ich-muss-alles-von-ihr-lesen-Modus geschlittert. :redface:


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    Inhalt:
    Three tales of supernatural love, each pivoting on a kiss that is no mere kiss, but an action with profound consequences for the kissers' souls:
    Goblin Fruit: In Victorian times, goblin men had only to offer young girls sumptuous fruits to tempt them to sell their souls. But what does it take to tempt today's savvy girls?
    Spicy Little Curses: A demon and the ambassador to Hell tussle over the soul of a beautiful English girl in India. Matters become complicated when she falls in love and decides to test her curse.
    Hatchling: Six days before Esme's fourteenth birthday, her left eye turns from brown to blue. She little suspects what the change heralds, but her small safe life begins to unravel at once. What does the beautiful, fanged man want with her, and how is her fate connected to a mysterious race of demons?


    Meine Meinung:
    Die Sammlung enthält drei Geschichten, die zwar voneinander unabhängig sind, aber durch das Motif des Kusses doch irgendwie zusammen gehören. Zuerst muss ich aber erwähnen, dass jede der Geschichten mit Bildern beginnt. Wie ein Mini-Comic erzählen diese wunderschönen Prologe die Vorgeschichte zur Prosa-Geschichte, die folgt. Der Zeichenstil und die dezenten Farben haben mir ausgesprochen gefallen, weil sie einerseits die märchenhafte Stimmung der Sammlung einfangen und andererseits einfach meinen Geschmack treffen.


    Goblin Fruit ist die erste Geschichte, die Christina Rossettis fantastisches Gedicht "Goblin Market" als Quelle heranzieht. Eine der beiden Schwestern des Gedichtes ist inzwischen Großmutter und ihre Enkelin Kizzy könnte das nächste Opfer der Kobolde werden. Wo früher Kobolde Früchte angeboten haben um junge Frauen zu verführen, braucht es zu modernen Zeiten schon etwas mehr. Kizzy ist ein wenig Außenseiter, vor allem weil ihre Familie sich seltsam und ganz und gar nicht modern benimmt. Die jagen Tiere, schlachten und kochen sie dann, sie glauben an seltsame alte Götter und Geister und nicht mal ein Begräbnis kommt ohne übernatürliche Rituale aus, die weit über christliche Bräuche hinausgehen.
    Als Jack Husk an Kizzys Schule beginnt und - trotz ihres durchschnittlichen Aussehens - nur Augen für sie hat, ist als Leser sofort klar, was hier geschieht.


    Diese Geschichte war von Anfang bis Ende großartig! In einem kurzen Prolog (nach dem Comic) wird erklärt, wie Kobolde ihre Opfer aussuchen. Es sind nicht die hübschesten Mädchen oder die begabtesten, auf die sie es abgesehen haben, sondern jene Mädchen, die sich danach sehen das hübscheste Mädchen und etwas Besonderes zu sein. Mir hat vor allem die Sprache gefallen, weil Laini Taylor es schafft alles irgendwie köstlich wirken zu lassen, sei es ein Kuss oder etwas Essbares. Außerdem zieht sich ein Faden Magie durch die gesamte Handlung, die trotzdem in der heutigen Welt spielt. Geister sprechen, Dolche haben magische Kräfte, und Rituale dienen zum Schutz der Menschen. Das Ende hätte in die Hose gehen können - ist es aber nicht. Und mehr sag ich auch nicht dazu. :breitgrins:


    Die zweite Geschichte, Spicy Little Curses Such as These hat mir sogar noch besser gefallen. Wieder erzählt der Comic die Vorgeschichte einer englischen Witwe, die beim Versuch ihren verstorbenen Mann aus der Hölle zu retten, zum Botschafter wurde. Jetzt trinkt sie täglich mit einem Dämon Tee und verhandelt über die Seelen von Menschen. Während Estella versucht, vor allem Kinder zu retten, die etwa bei Naturkatastrophen sterben sollten, will der Dämon natürlich so viele Seelen wie möglich gewinnen. Ihr Hin und Her war purer Spaß zu lesen. Um 20 Kinder vor dem Tod bei einem Erdrutsch zu retten, geht Estella aber einen gefährlichen Deal ein. Sie muss einen Fluch über ein englisches Baby legen.
    Dieses Baby, Anamique, hat ab dann die schönste Stimme der Welt, aber jeder, der sie hört, fällt sofort tot um. :entsetzt: Estella trickst den Dämon aber ein wenig aus und erweitert den Fluch so, dass Anamique keinen Mucks von sich gibt bis sie alt genug ist um den Fluch zu verstehen.
    Sie wächst also völlig still auf, ist dadurch auch ausgegrenzt von anderen Engländern und versteht sich eher mit den indischen Dienern, die alle ohne Zweifel an den Fluch glauben. Kompliziert wird es aber als Anamique sich verliebt und der Mann, der nicht an Flüche und Dämonen glaubt, sie drängt etwas zu sagen.


    Zitat

    At the British parties in Jaipur, gossip swirled wild on eddies of whiskeyed breath.


    Hier hat mir einerseits das Setting gefallen. Zwar sind die Hauptpersonen alle Engänder, aber die Mythologie und Magie der Geschichte hat wirklich nichts mit englischen Feen zu tun. Andererseits war Anamique ein unglaublich spannender Charakter. Mit ihr mitzufühlen war nicht schwer, auch wenn es schmerzhaft war - das arme Mädchen, das Musik liebt, sehnt sich so sehr danach zu singen, nicht nur Klavier zu spielen. Aber was bringt die schönste Stimme, wenn niemand sie hören kann? Und Estella ist mit Abstand die coolste Witwe, die ich mir vorstellen kann. Zur Handlung will ich nicht viel verraten, aber die Welt, die Taylor hier aufbaut ist wirklich faszinierend. Nicht nur die Tatsache, dass Estella täglich kurz in der Hölle vorbei schaut um Tee zu trinken, sondern auch die Dynamik zwischen den Charakteren und die weitere Welt haben mir gefallen. Die Atmosphäre war märchenhaft und auch hier war das Ende perfekt. Nicht zu hundert Prozent ein Happy End, aber bestimmt die beste Art, diese Geschichte abzuschließen!


    Hatchling war die längste Geschichte der Sammlung und sie liest sich ein bisschen wie ein Traum. Man beginnt an einer Stelle - mit Mab und ihrer Tochter Esmé - und landet irgendwann ganz wo anders, unter Dämonen und jahrhundertealten Mythen. Als Esmés linkes Auge sich plötzlich von braun in helles, eisiges blau färbt, flieht ihre Mutter panisch mit ihr vom kleinen Leben in London, das die zwei sich aufgebaut haben. Mab erzählt ihrer Tochter dann von ihrer Kindheit, die absolut nicht normal verlaufen ist. Sie wurde als Spielzeug für die Druj, eine Dämonenart, geboren und von der Königin der Druj zuerst liebevoll, dann grauenvoll behandelt. Esmé wiederum sollte Mabs Platz einnehmen, weil die Druj-Königin von Kindern fasziniert ist, erwachsene Menschen aber uninteressant findet. So ist das wohl, wenn man unsterblich ist und selbst keine Kinder gebären kann...


    Die Handlung zusammenzufassen ist schwierig. Einerseits gibt es eine Geschichte-in-der-Geschichte, nämlich die von Mabs Kindheit, andererseits ist Esmés Veränderung (das Auge) eine Art Rahmenhandlung. Diese wiederum führt zu einer weiteren Geschichte von Mihai, einem der Druj. Die Haupthandlung, Vorgeschichte und Hintergrundinformationen sind dabei so eng und nahtlos verwoben, dass man beim Lesen gar nicht merkt, wie man von einem ins andere rutscht. Taylor spielt hier viel mit Symbolen und Farben. Die eisblauen Augen der Druj, die roten Haare von Mab und Esme, die leichenblassen Arme der Monster, die von den Druj gefangen gehalten werden... Und die Handlung selbst hält auch einige Überraschungen bereit. Wie Alice in den Kaninchenbau fällt man beim Lesen immer tiefer in diese Geschichte von uralten Dämonen, die in der Kaukasus-Region ihre Unsterblichkeit verbringen.


    Insgesamt hat mir diese Sammlung ausgezeichnet gefallen. Die Sprache war ein Genuss, die Handlung war nie vorhersehbar, die Charaktere - selbst in der kürzesten Geschichte - waren allesamt lebendig und glaubhaft. Ich habe eigentlich nichts auszusetzen und werde Laini Taylor somit noch weitere Chancen einräumen, mich mit ihren Geschichten zu überzeugen. Gut, dass demnächst ihr neuestes Buch Strange the Dreamer erscheint. :breitgrins:


    5ratten


    Liebe Grüße,
    Wendy


    Edit: Deutschen Titel und Amazon-Link ergänzt.

    Holden, du kannst Gedanken lesen! Gerade sitze ich vor dem PC, trinke eine Tasse Kaffe und denke mir, ein Lesewochenende wäre wieder mal super. Und der Thread ist schon da.
    Ich hoffe, dein Tee hilft und es geht dir bald besser. :bussi:


    Ich bin zwar auch schon sehr müde, aber heute lese ich mal mein aktuelles und überraschend tolles Buch fertig: Laini Taylor - Lips Touch: Three Times


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    Ich stecke schon mitten in der dritten Geschichte, bin aber immer noch völlig begeistert von den ersten beiden. Von Laini Taylor habe ich bisher nur Daughter of Smoke and Bone gelesen und das hat mir damals gar nicht gefallen. Umso mehr freut es mich, dass an dieser Geschichtensammlung wirklich alles gut ist. Besonders die Sprache hat es mir angetan. Sie ist nicht übertrieben poetisch, aber hin und wieder gibt es Sätze, die einen umhauen. Die Gefühle der Protagonisten werden einfach so treffend beschrieben, dass man sich sofort darin wieder erkennt. Und wenn es etwas märchenhafter wird, passt sich auch der Stil an.
    Also ich bin froh, dass ich Autoren auch mal eine zweite Chance gebe.

    Ich kämpfe gerade mit einem totale Fehlgriff unter meinen SLW-Büchern. S. Jae-Jones - Wintersong war ein Buch, auf das ich extrem gespannt gewartet hatte, aber jetzt bei der Hälfte brauche ich eine Pause. Es wurde als Fortsetzung des Films Labyrinth vermarktet, in der ein Mädchen ihre Schwester vom Koboldkönig retten muss. Vor der Veröffentlichung war auch viel von der poetischen Sprache der Autorin die Rede. Pah!
    Es ist leider auch nur der übliche Jugendbuch-Müll ohne jede Substanz, aber mit 21 (mein e-Reader hat gezählt!) Beschreibungen des Koboldkönigs als "tall and elegant". Und dazu kommen noch gefühlte 1000 Erwähnungen von "pale and elegant" oder einfach nur "elegant". :rollen:
    Nach ein paar Erholungsbüchern werde ich versuchen weiter zu lesen, aber ich befürchte, dass ich es nicht bis zum Ende schaffe und dann einen bösen Verriss schreiben muss. :breitgrins:


    Dafür ist das Buch, das ich dazwischengeschoben habe, und von dem ich dachte, dass es mir nicht so gefallen würde, richtig toll. Laini Taylor - Lips Touch: Three Times beinhaltet drei Geschichten und die erste ist eine Art Fortsetzung zu Christina Rossettis Goblin Market. In Wintersong spielt Goblin Market auch eine große Rolle, aber der Vergleich zwischen den zwei Büchern macht noch offensichtlicher, dass eine Autorin wusste, was sie mit dem Material macht und die andere wohl nicht.

    Ich habe The Bear and the Nightingale zu Ende gelesen und bin jetzt noch verliebter in das Buch als vorher. Es hat ein richtig tolles Ende, das in sich abgeschlossen ist, aber genug Spielraum für die Fortsetzungen offen lässt. Es soll eine Trilogie werden und ich kann es jetzt schon kaum erwarten, das zweite Buch zu lesen. :breitgrins:


    Zank: Oje, das klingt ja nicht so toll. Aber vielleicht kommt doch bald Handlung in die Geschichte. Zwei Stunden ohne Plot ist schon heftig.


    Wendy: Das mit der fehlenden halben Seite ist aber sehr merkwürdig.. klingt ja fast, als wäre das schon beim Kauf so gewesen.


    Ja, das denke ich auch. Ich blättere neue Bücher zwar gerne mal durch, aber hier ist es mir erst beim Lesen aufgefallen. Die Seite ist übrigens auch schmäler als der Rest - also ich vermute, dass schon beim Druck etwas schief gegangen ist. Aber, was soll's, mein neues Exemplar ist schon bestellt. Zum Glück ist es ein Taschenbuch und nicht signiert oder so. Für andere Valente Bücher hab ich schon wesentlich mehr hingeblättert als 10 Euro.


    SunshineSunny: Gemeinsam was spielen ist doch auch toll. Davon werden zwar keine Bücher gelesen, aber die Zeit ist sicher nicht verschwendet. :zwinker: