Beiträge von Lärche

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Klappentext:
    „Amalea im Jahre 342 nach Gründung Fiorinde. Die Zeit der Dunkelheit ist vorüber. Die Völker Amaleas sind im Begriff, die Welt von den letzten Chaosanhängern zu befreien und den Göttern der Ordnung zu neuer Macht zu verhelfen …“ Thorn, Chara, Telos und Bargh haben Al’Jebal die Treue geschworen. Obwohl der Alte vom Berg als einstiger Drahtzieher des Chaos und Personifizierung des Bösen gehandelt wird, können sich Telos und Bargh mit ihrem neuen Auftraggeber arrangieren. Und Chara erkennt in ihm sogar ihren wahren Meister. Nur Thorn bleibt misstrauisch und verfolgt eigene Pläne. Nach einer harten Ausbildung bei den jeweils Besten unter Al’Jebals Gefolgsleuten werden die Helden auf eine erste Mission fernab Aschrans und des Valianischen Imperiums geschickt. Was die Vier nicht wissen: Die Mission ist eine von drei Prüfungen des Alten, um sie für ihr jeweiliges Schicksal zu eichen. (gekürzte Fassung)


    Information:
    Es ist nicht unbedingt notwendig den Inhalt des ersten Bandes zu kennen, da die Chroniken von Chaos und Ordnung insgesamt aber sehr komplex sind, würde ich die Kenntnis des ersten Bandes jeden empfehlen.


    Inhalt:
    Die Chroniken von Chaos und Ordnung ist ein auf acht Bände angelegter Zyklus. Der zweite Band fokussiert Telos, den Kriegspriester und Hohepriester Agramons. Nachdem dieser Al`Jebal die Treue geschworen hat, wird er zum Anführer auf eine schwierige Mission geschickt. Hierbei muss er sich die Frage stellen, inwiefern Agramons Wille und Gesetze mit denen von Al`Jebal vereinbar sind. Wie ist Chara an sein Schicksal gebunden? Und er muss sich letztendlich auch die Frage stellen, welche Kräfte ihn leiten und welche Schattenseiten seine bisherigen Erlebnisse bei ihm zum Vorschein gebracht haben.


    Meine Meinung:
    Einen zweiten Band zu lesen ist wahrscheinlich ähnlich schwierig, wie einen zweiten Band zu schreiben. Besonders, wenn man den ersten Band mit „großartig“ beschrieben hat. Ja, ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Sorge: dass die Geschichte mich nicht weiter fesselt, dass die Charaktere verblassen, dass dieser philosophisch-geschichtliche Hintergrund mit seiner Detailgenauigkeit nicht aufrecht erhalten werden kann. Eben die Ängste, die ein Leser so hat, wenn er den zweiten Teil vor sich liegen hat.
    Und was soll ich sagen – es ist weiterhin Fantasy der Spitzenklasse. Meine Ängste waren komplett überflüssig. Die eigentliche Handlung hat mich durchgängig fasziniert. Es passiert sehr viel in diesem Band, ohne dass es „überladen“ oder hektisch wirkt, sondern alles erscheint stimmig und ich bin mir sehr sicher, dass es noch viele größere Zusammenhänge geben wird, die ich jetzt aber noch nicht überblicke. Dabei macht die Handlung keinen unabgeschlossenen Eindruck, sondern wirkt in sich schlüssig, allerdings mit ein paar kleinen, losen Fäden, die bestimmt noch aufgegriffen werden.
    Spannend ist es, wie gut es den Autoren gelingt mit den Sympathien und Antipathien gegenüber den verschiedenen Charakteren zu spielen. Die Charaktere sind einfach zu komplex, um sie in Schubladen zu stecken und dennoch zeichnen sich für mich langsam Figuren ab, die ich lieber auf ihrem Weg begleite als andere. Dabei werden die Hintergründe der Personen, sowohl die persönlichen als auch die kulturellen, sehr gut beleuchtet. Dies hilft das Verständnis und sogar Sympathie für die Handlungen einer Person zu entwickeln, auch wenn man diese aus dem eigenen ethisch-moralischen Standpunkt nicht immer nachvollziehen kann.
    Den Autoren merkt man auch in diesem Band an, wie sehr sie sich auf ihre Welt eingelassen haben und welches komplexe Szenario sie geschaffen haben, um den Lesern eine in sich geschlossene Welt zu präsentieren. Ich bin jedes Mal erstaunt und begeistert mit welcher Sorgfalt und Detailgenauigkeit geplottet und geschrieben wurde.
    Ich freue mich sehr, dass ich den dritten Teil bereits in den Händen halte und direkt weiter lesen kann. Die Chroniken von Chaos und Ordnung sind einfach „großartig“ und müssen den Vergleich mit anderen „großen“ Reihen in diesem Genre nicht scheuen.
    5ratten :tipp:

    Klappentext:
    Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis.


    Inhalt:
    Im endenden 20. Jahrhundert überschlagen sich die wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnisse. Auch vor der Psyche des Menschen macht das Interesse der Wissenschaft nicht halt. Wie funktioniert das Gehirn? Wie entstehen scheinbar absonderliche Verhaltensmuster? Warum verhalten sich Frauen häufig so hysterisch?
    Vor diesem Hintergrund werden die damaligen Koryphäen der Pariser Salpetriere-Klinik lebendig. Sie und ihre Assistenzärzte, die noch nach wissenschaftliche Anerkennung streben. So wie Jori, der hofft mit Hilfe eines Doktortitels könne er seiner Geliebten Pauline helfen. Dazu muss er sein Können aber erst einmal unter Beweis stellen – dieser Beweis wird Runa sein.
    Ein eigenwilliges, wildes Kind, das keine Nahrung zu sich nimmt und auch sonst so anders ist als alle anderen Menschen, die er bisher kennen gelernt hat. Auch weil sie ihn auf eine eigentümliche Art anrührt.


    Meine Meinung:
    Mit „Runa“ ist Vera Buck ein großartiger Debütroman gelungen. Stilistisch changiert er zwischen einem Geschichtsroman und einem Thriller.
    Die Amazon-Kategorisierung „Medizingeschichte“ zeigt wie liebevoll und detailreich Vera Buck mit der historischen Vorlage umgegangen ist. Wenn man im Bereich Neurologie, Psychologie, Psychiatrie Vorkenntnisse hat, kann man diesen Roman genauso gut genießen wie Leser, die bisher keine Berührungspunkte damit hatten. Denn die Fragestellungen sind allgemein gültig: was macht den Menschen aus? Wie weit darf man für wissenschaftliche Erkenntnis gehen? Ethische Fragen, die heute genauso relevant sind, wie sie damals waren. Dabei werden einzelne Szene so gekonnt beschrieben, dass man sich direkt in die Atmosphäre einfühlen kann und die Szenen interessiert-abgestoßen beobachtet. Empfindungen, die man bestimmt mit den Beobachtern der damaligen Zeit geteilt hat.
    Die Thriller-Komponente ist Teil dieser geschichtlichen Entwicklung. Menschen sterben, es passiert ein Mord, Kinder verschwinden und es tauchen merkwürdige Zeichen an unterschiedlichen Stellen der Stadt auf. Was passiert dort? Wer ist dafür verantwortlich? Der Spannungsaufbau ist sehr gut gelungen, wobei ein sehr gutes, weil realistisches und den Charakteren entsprechendes, Ende gefunden wird.
    Die Charaktere verfügen über Ecken und Kanten, was das Herausfiltern eines wahren Sympathieträgers erschwert, aber die Figuren um so realistischer erscheinen lässt. Egal, wen ich mir vorstelle, es bereitet mit keine Schwierigkeiten alle vor mein geistiges Auge zu rufen und mit ihnen zu diskutieren.
    Ein ganz großartiges Buch, das ich unbedingt weiterempfehlen möchte!
    5ratten :tipp:

    Klappentext:
    Zu lange diente Boris, der verschlossene Außenseiter, in der Armee des Zaren. Gemeinsam mit dem Straßenkind Olga sucht er Frieden und Zuflucht in Sibirien. Während die freche Olga in dem stillen Mann ihren strahlenden Ritter sieht, glaubt Boris, das Mädchen sei eine Wahnvorstellung. Schließlich weiß er, dass er den Verstand verloren hat. Plötzlich erscheinen geheimnisvolle Zeichen , die Boris nicht deuten kann, und der Wunsch, von der Welt vergessen zu werden, rückt in unerreichbare Ferne. Als Boris den Zeichen folgt, fällt er ausgerechnet jenem Wissenschaftler in die Hände, der ihn einst als Versuchsobjekt missbrauchte. Während er seinem Peiniger hilflos ausgeliefert ist, meldet sich ein alter Bekannter zurück. Anstatt dem verzweifelten Helden zu helfen, fordert er Gehorsam ein und beauftragt Boris mit einer verhängnisvollen Mission. Sofern er es schafft, die nächsten Sekunden zu überleben.


    Informationen:
    Das Buch ist Teil der Steampunk Welt „Clockwork Cologne“, die von den drei Autorinnen Susanne Gerdom, Simone Keil und Selma J. Spieweg geschaffen wurde. Für das Verständnis des Buches muss man die Bücher der anderen Autorinnen nicht kennen. Für das Verständnis dieses Buches ist es allerdings erforderlich Band 1 über Boris & Olga („Tod dem Zaren“) gelesen zu haben.


    Inhalt:
    Die Geschichte um Olga und Boris geht rasant weiter. Obwohl die Beiden es bitter nötig hätten mal zur Ruhe zu kommen und Vertrauen zueinander und zur restlichen Welt aufzubauen, werden sie direkt wieder mit einem Auftrag konfrontiert, der sie in die Unterwelt nach Cöln führt. Dort treffen sie auf alte Bekannte und finden neue Freunde. Diese scheinen mehr über Boris & Olga zu wissen, als es zu diesem Zeitpunkt möglich sein kann – und der Riss im Zeitkontinuum bringt alles durcheinander.


    Meine Meinung:
    Eine sehr gelungene Fortsetzung des ersten Bandes. Mir persönlich gefiel er tatsächlich sogar noch besser, weil ich die Szenen in der Cölner Unterwelt großartig finde. Eine perfekte Kulisse, die man schon von Gerdom/Keil kennt, die Selma J. Spieweg aber sehr gut aufgreift und atmosphärisch lebendig werden lässt. Auch mag ich die Verbindungen zu den anderen Büchern sehr gerne – und diese Verbindungen, kleinen Details und Hinweise sind in diesem Band stärker zu finden, als im letzten Band. Auch, wenn es mich häufig verwirrt, mag ich Geschichten um Zeitrisse / Zeitreisen etc., weil es so viele Möglichkeiten für die Entwicklung der Charaktere und der Handlungsstränge bietet. Genau diese Entwicklung habe ich in diesem Band wiedergefunden und mich sehr darüber gefreut.
    Sehr gut gelungen finde ich die charakterliche Weiterentwicklung von Boris & Olga. Es ist schön ihnen bei ihrer Reise zu sich selber und zu einem mehr an Vertrauen zu anderen Menschen begleiten zu dürfen.
    Ich finde, dass es besonders bei mehrbändigen Romanen schwierig ist ein gutes Ende zu finden. Dies ist hier perfekt gelungen. Die wichtigsten Handlungen erfahren einen Abschluss / eine Auflösung, aber es beleiben noch genügend „Cliffhänger“, um mich sehr neugierig auf den nächsten Band zu machen.
    Auch hier gibt es wieder eine absolute Leseempfehlung!


    5ratten

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    Klappentext:
    Amalea im Jahre 340 nGF, fünfhundert und sechzig Jahre nach dem Höhepunkt der Chaosherrschaft: „Die Zeit der Dunkelheit ist vorüber. Die Völker Amaleas sind im Begriff, die Welt von den letzten Chaosanhängern zu befreien und den Göttern der Ordnung zu neuer Macht zu verhelfen …“
    Thorn Gandir, Waldläufer und Krieger, verliert während der Sklavenaufstände im Einsatz für den Senatsvorsitzenden Antonius Virgil Testaceus alles, was je Bedeutung für ihn hatte. Trotzdem lässt er sich dazu hinreißen, für seinen machthungrigen Mäzen Valians Zepter zu finden, das Gerüchten zufolge von einem mächtigen Feind des Imperiums entwendet wurde.
    Begleitet von der Söldnerin Chara Viola Lukullus, dem Kriegspriester Telos Malakin und dem Barbaren Bargh Barrowsøn macht er sich auf die gefährliche Reise durch die aschranische Wüste. Doch Thorn kann sich nicht sicher sein, wer Freund oder Feind ist … und welche Rolle er selbst dabei spielt, denn das Chaos ist gerade erst dabei, aus dem Verborgenen ans Licht zu treten. Zwerge und Elfen, Orks, Kentauren, Thanatanen, Menschen. Götter und Dämonen beleben die fantastische Welt Amalea. Ausgehend vom römisch-antik anmutenden Valianischen Imperium decken Thorn und seine Mitstreiter nach und nach das verlorene Wissen um die Alte Welt auf. Während die Mächte des Chaos und der Ordnung um die Vorherrschaft ringen, stehen die Helden dieser Geschichte einer uralten finsteren Macht gegenüber. Um Amalea vor dem Untergang zu bewahren, müssen sie die Grenzen der bekannten Welt überschreiten. Dabei wandeln sie auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse. Die Zukunft Amaleas hängt von ihrer Entscheidung ab – Chaos oder Ordnung?


    Inhalt:
    Die Chroniken von Chaos und Ordnung ist ein auf acht Bände angelegter Zyklus. Im ersten Band wird der Waldläufer und Krieger Thorn Gandir in den Vordergrund gestellt. Nach dem schmerzhaften Verlust seiner Geliebten bei einem Sklavenaufstand wird er von Selbstzweifeln und Rachegefühlen gleichermaßen getrieben. Er nimmt den Auftrag des Senatsvorsitzenden Testaceus an, ein Zepter zu finden, das hohen symbolischen Wert hat. Begleitet wird er von drei Gefährten, die ihn unterstützen, aber auch ihre eigenen Ziele und Interessen verfolgen.


    Meine Meinung:
    Seit ich das Buch beendet habe, frage ich mich wie ich es bewerten soll – dabei ist die Frage „hat es dir gefallen oder nicht“ sehr schnell beantwortet: ich fand es großartig!
    Aber wie kann ich so ein gelungenes Buch in Worte fassen ohne ihm seine Tiefe und seine Begründungszusammenhänge zu nehmen. Ich habe keine Ahnung. Wie man schon erahnen kann, ist es ein Buch, das zwar oberflächlich betrachtet eine einfache (aus einem Rollenspiel erwachsene) Handlung beinhaltet, aber eigentlich ist es viel mehr. Es stellt sich die Frage: was ist eigentlich Gut und was ist Böse. Was ist Chaos und was ist Ordnung und wie gehören diese Begriffe zusammen. Dabei spielen Fragen nach Zufall, Schicksal, Religion und Liebe eine nicht unerhebliche Rolle.
    Auf diesen 1.Band – und ich gehe davon aus, dass die anderen Bände ähnlich werden – habe ich mich mit unglaublich viel Freude eingelassen. Freude an der Handlung, an der Entdeckung der unterschiedlichen Charaktere, des kulturellen und historischen Hintergrundes und auch auf den philosophisch-religiösen Aspekt.
    Wer ein Fantasy-Buch mit einem Helden und seinen Gefährten erwartet, der wird nicht unbedingt enttäuscht werden, aber sollte sich bewusst sein, dass es gar nicht so einfach ist ein Held zu sein. Wie sieht es aus mit der Handlungsmotivation eines jeden Helden? Liebe? Rache? Der Wunsch nach einer „besseren“ Welt? Wie weit darf man dafür gehen?
    Die Charaktere werden sehr differenziert und menschlich dargestellt. Sie bleiben nicht an der Oberfläche, sondern laden dazu ein sich mit sich selber und seinen Idealen und Werten auseinander zu setzen. Wenn auch nicht jeder Charakter gleich intensiv betrachtet wird – es ist der erste von insgesamt acht Bänden und ich bin mir sicher, dass der ein oder andere Charakter noch eine entsprechende Würdigung enthält.
    Bei jeder Seite merkt man den Autoren an, dass sie sich sehr intensiv mit „ihrer“ Welt und den Hintergründen beschäftigt gesetzt haben. Es macht mir als Leser Spaß die kleinen Details in den Beschreibungen der Welt zu entdecken und mich dann doch immer wieder überraschen zu lassen.
    So könnte ich noch lange weiterschreiben. Eines ist mir wichtig zu sagen: Vielen Dank für diese Buch. Es ist ein Kleinod unter den Fantasy-Reihen und ich freue mich riesig auf die Fortsetzung!


    5ratten

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    Zum Inhalt (von der Verlagsseite):


    Wer den Mut zum Ungehorsam hat, der entzieht sich nicht nur vermeintlichen Autoritäten, sondern nimmt die Menschen lebendig und mitfühlend wahr. Wie sehr die Kultur des Gehorsams entmenschlichen kann und welche Wege aus dem Kreislauf der Unterordnung führen, zeigt Arno Gruen: ein befreiendes Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit.


    Über den Autor und weitere Mitwirkende
    Arno Gruen, am 26. Mai 1923 in Berlin geboren, emigrierte er 1936 in die USA, wo er 1961 als Psychoanalytiker bei Theodor Reik promovierte. Er war als Professor und Therapeut an verschiedenen Universitäten, Kliniken und in seiner Praxis tätig, bis er 1979 in die Schweiz übersiedelte. Er lebt und praktiziert heute in Zürich.


    Vielleicht hat ja jemand Lust mit mir das Buch zu lesen? Beim Start wäre ich flexibel, könnte nur in der Woche ab dem 09.10.15 nicht so gut.


    Ich würde mich sehr freuen! [emoji4]


    EDIT: Amazonlink repariert. LG, Saltanah
    Tippfehler im Titel korrigiert. LG, Valentine

    Klappentext:
    Die humorvolle und rührende Geschichte über die Freundschaft zweier Außenseiter in einer kalten Welt. Russland 1897: Boris Sergejewitsch ist Soldat, ein treuer Untertan des Zaren. Seit 44 Jahren kämpft er jede Schlacht für Nikolaus II., und es käme ihm nie in den Sinn, einen Befehl zu verweigern. Selbst dann nicht, als er einem geheimen Experiment zugeteilt wird, bei dem eine unbesiegbare Armee aus Blauen Kriegern erschaffen werden soll, Soldaten, die halb Mensch, halb Maschine sind. Das Projekt entpuppt sich als totaler Fehlschlag. Boris verliert seinen rechten Arm, seine Gesundheit und einen Teil seiner Menschlichkeit. Man schickt ihn zurück zu seiner Einheit. Eines Tages kann Boris seiner Kompanie nicht mehr folgen und wird zurückgelassen. Die quantenmagische Energiequelle, die den mechanischen Teil seines Körpers antreibt, erweckt das Interesse von Olga, einer 12-jährigen Diebin. Zur Bewegungsunfähigkeit verdammt muss er mit ansehen, wie Olga versucht, ihn auseinanderzubauen. Der zu Tode erschöpfte und desillusionierte Boris hätte vielleicht noch akzeptieren können, auf diese Art zu sterben, nicht jedoch, dass die wertvolle Energiequelle ausgerechnet in die Hände von verräterischen Aufständischen fällt, denn Olga macht aus ihrer Gesinnung keinen Hehl. Aber „Tod dem Zaren!“ ist eine Parole, die man niemals in Boris’ Gegenwart aussprechen sollte. Mit anderen Worten: Ihre erste Begegnung stand unter keinem guten Stern. Ebenso wenig die zweite …


    Informationen:
    Das Buch ist Teil der Steampunkt Welt „Clockwork Cologne“, die von den drei Autorinnen Susanne Gerdom, Simone Keil und Selma J. Spieweg geschaffen wurde. Für das Verständnis des Buches muss man die Bücher der anderen Autorinnen nicht kennen. Allerdings ist es spannend und interessant zu sehen, was die jeweilige Autorin aus der Welt „gemacht“ hat und welche Überschneidungspunkte die Bücher bieten.


    Inhalt:
    Dies ist der erste von insgesamt drei geplanten Bänden über Boris & Olga. Boris ist ein Soldat, der seit seinem 6. Lebensjahr nichts anderes gemacht hat, als für Russland und den Zaren zu kämpfen. In einem geheimen Experiment werden ihm verschiedene Körperteile entfernt und diese durch Maschinen ersetzte, um aus ihm (und seinesgleichen) eine unbesiegbare Armee zu machen. Aber etwas geht schief und so ist Boris der einzig Überlebende. Er trifft auf das 8jährige Waisenkind Olga, eine gewitzte Diebin, die versucht in der harten Welt über die Runden zu kommen und obwohl die beiden viele Ansichten und Erfahrungen trennen, vereint sie doch der Wunsch nach einem zu Hause und einer Person, der sie vertrauen können.
    Aber erst mal müssen sie jede Menge Abenteuer überstehen: Gefangenschaften, Trennungen, falsche Verbündete und solche, die sich als solche ausgeben. Eine kleine Gruppe findet sich zusammen, die eine gefahrenvolle Reise durch das eiskalte Russland begeht.


    Meine Meinung:
    Ich habe bereits die anderen Bücher aus der Clockwork Cologne Reihe gelesen und muss sagen, dass dieses Buch perfekt in die Welt passt. Auch wenn die klassischen Steampunk-Elemente „nur“ durch Boris in Szene gesetzt werden, passt die Geschichte einfach sehr gut zu den bisherigen Romanen. Durch einen häufigen Wechsel der Erzählperspektive gelingt es Selma J. Spieweg den beiden Hauptpersonen eine Tiefe zu verleihen und ihren Charakter besonders gut darzustellen. Auch die anderen Personen werden durch diesen Perspektivwechsel sehr gut ausgeleuchtet und bleiben nicht oberflächlich. Mir gefällt besonders gut, dass der Soldat Boris auch als gebrochene Person dargestellt wird, der stark mit seinen eigenen psychischen Belastungen kämpfen muss. Eine m.E. sehr realistische Einschätzung des Soldatentums. Aber auch ein sehr feiner Humor kommt zum Vorschein, so dass das Buch nicht nur schwere Kost ist, sondern man das ein oder andere Mal lachend die Seiten umblättern kann.
    Das Buch erhält eine absolute Leseempfehlung – auch und gerade für „Einsteiger“ in den Steampunk bestens geeignet!
    5ratten

    Klappentext:
    In 13 skurrilen Kurzgeschichten schlüpfen Monster in die unterschiedlichsten Verkleidungen, um so lange wie möglich unerkannt zu bleiben. Im Schutze der Anonymität pirschen sie sich an ihre ahnungslosen Opfer heran, um sie in einer dunklen Ecke zu stellen und zu vernichten. Und hätte das Böse nicht selbst gelegentlich einen Makel, würde es ihm wahrscheinlich fast immer gelingen.


    Inhalt:
    Die 13 Kurzgeschichten zeigen verschiedene Facetten von menschlichen Abgründen. Dabei ist die Themenvielfalt breit gefächert und enthält sowohl fantastische Elemente, aber auch Verhaltensweise und Beziehungsmuster, die den scheinbar ganz alltäglichen Wahnsinn sehr pointiert wiedergeben.
    Der Auftakt wird von der Kurzgeschichte „Jack“ gemacht, was auch gleichzeitig der Prolog zu dem Buch „Ein dunkel Licht“ bildet.


    Meine Meinung:
    Mir haben die Kurzgeschichten ausnahmslos sehr gut gefallen. Bei einigen stockte mir regelrecht der Atem, einige waren so symbolisch, dass ich längere Zeit brauchte um sie zu verstehen (was aber ihrem Reiz keinen Abbruch trug) und bei einigen habe ich mich dabei erwischt wie mein kleines inneres Monster sehr zu lachen anfing oder zumindest eine gute Portion Verständnis für die Protagonisten hatte.


    Sehr gut gefallen hat mir, dass die erste Geschichte gleichzeitig den Einstieg in einen bereits erschienen Roman von matì bildet und ich hoffe so sehr, dass dieselbe Ehre noch ein oder zwei andere Kurzgeschichten erfahren werden.


    5ratten

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    Kurt Tucholsky: Berlin - Paris (Geschichten aus zwei Städten)


    Zum Buch:
    Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2003 des Rowohlt Verlags. Die Texte wurden zusammengestellt aus den Bänden 3-7 sowie Band 13 der „Gesamtausgabe Texte und Briefe“ und dem zweiten Band der „Gesammelten Werke“.
    Zusammengestellt wurden je Stadt acht verschiedene Essays, Glossen und Dialoge, die Tucholsky teilweise unter dem Pseudonym Peter Panter geschrieben hat.


    Der Klappentext zitiert Marcel Reich-Ranicki mit folgenden Worten: „Wo gibt es einen Feuilletonisten von auch nur vergleichbarer Unterhaltsamkeit und Leichtigkeit, wo einen Satiriker von ähnlicher Ausdrucksskala? Sein Witz und Spott reichen vom Subtilen bis zum Derben, vom Beschaulichen und Gemütlichen bis zum Frivolen und Gehässigen…“


    Meine Meinung:
    Diese kleine Zusammenstellung hat mich auch einem Lesetief geholt. Ich habe mich sehr gut amüsiert, geschmunzelt und gelacht. Tucholskys pointierte Betrachtung auf die Unterschiedlichkeit der beiden Städte fand ich in seiner Knappheit dennoch sehr detailliert und zutreffend. „Die Katz“ ist eines meiner Lieblingstexte: eine Katze und Peter Panter unterhalten sich im fernen Paris und die Katze berichtet von ihrem Heimweh – nicht nur inhaltlich zu empfehlen, sondern auch wegen des Dialekts der Katze.


    Ich wollte jetzt wirklich niemand konkret ansprechen, und ich bin wie gesagt sicher, dass ich den Satz auch schon verwendet habe :winken:


    Ich fühle mich ja nicht ohne Grund angesprochen :grins:
    Du schreibst ja, dass es dir häufiger aufgefallen ist und ich bin definitiv jemand, der den Satz nutzt und sich hinter die Ohren schreibt mal ein bißchen besser aufzupassen, was Floskeln betrifft. [emoji6]
    Aber vor allen Dingen finde ich es super, dass ich dadurch diesen Thread kennen gelernt habe...ich hoffe ich traue mich mal [emoji6]

    Ich muss ja gestehen, dass es eine Floskel ist, die ich (wahrscheinlich nicht nur) in meiner letzten Rezension auch genutzt habe.
    Und ja, ihr habt recht, wenn ihr schreibt, dass es etwas nichts sagend wirkt, wenn man es so aus dem Zusammenhang gerissen liest.
    In meiner letzten Rezension (ich mache es jetzt mal beispielhaft daran fest) war es auf das Layout bezogen, da viel mit Kursivdruck oder ganzen Sätzen gearbeitet wurde, die groß geschrieben wurden, was ich eher als anstrengend empfunden habe. Ich habe es auch kurz erwähnt, hätte es aber noch besser ausformulieren können.


    Jetzt lese ich mir diesen Thread mal in Ruhe durch, da ich meine Rezensionen auch nicht immer so gelungen finde...

    Klappentext:
    Jeff ist ein ganz normaler Junge. Denkt er. Doch an seinem sechzehnten Geburtstag findet er heraus, dass er die exakte Kopie des brutalen Serienkillers Jeffrey Dahmer ist. Und es kommt noch schlimmer: Es gibt weitere wie ihn. Manche sind so wohlbehütet aufgewachsen wie er selbst. Andere jedoch mussten genau die Kindheit durchleben, nach deren Vorbildern sie erschaffen wurden. Und sie wurden bösartig. Extrem bösartig. Als einige von ihnen ausbrechen, beschließt Jeff, sie zu jagen. Denn er will beweisen, dass er nicht so ist, wie sie…


    Zum Buch:
    „Mein böses Blut“ ist die Jugendbuchausgabe (Altersempfehlung laut Amazon ab 16 Jahre) zu dem Roman „Verdorbenes Blut“ von Geoffrey Girard. In der Jugendbuchausgabe wird aus der Ich-Perspektive des Jugendlichen Jeffrey Dahmer berichtet, während in der Erwachsenen Ausgabe der Ex-Militär Shawn Castillo die Geschehnisse aus seiner Perspektive beschreibt. Ich habe „Verdorbenes Blut“ nicht gelesen.


    Zum Inhalt:
    Dem Halbwaisen Jeffrey wird an seinem Geburtstag von seinem Vater eröffnet, dass er Teil eines Experimentes sei. Mit Hilfe der Gene verschiedener Serienkiller habe man Klone erzeugt und diese in unterschiedliche Milieus aufwachsen lassen. Sein Vater sei dabei einer der führenden Wissenschaftler. Nach dieser Offenbarung verschwindet sein Vater und lässt den verwirrten Jeff mit der Warnung niemanden zu vertrauen zurück. Durch eine Reihe von Zufällen schließt sich Jeff dem Ex-Militär Castillo an und begibt sich auf die Suche nach den anderen Klonen und damit auch auf die Suche nach seiner eigenen Identität. Wie viel des Serienkillers Jeffrey Dahmer steckt in ihm?


    Meine Meinung:
    Das Cover passt sehr gut zu dem Inhalt des Buches. Es ist ansprechend gestaltet und macht neugierig auf den Inhalt. Sprachlich ist es in einem jugendlichen Stil gehalten. Es liest sich flüssig und angenehm. Einzig die häufig kursiv oder in Großbuchstaben geschriebene Sätze oder Wörter fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Das Buch war spannend aufgebaut, besonders durch die Ich-Perspektive konnte man Jeffs Entwicklung und seine Entdeckungen gut miterleben. An einigen Stellen hätte es durchaus etwas spannender sein können. Manche Entwicklungen dagegen kamen etwas überraschend und ich hätte mir mehr Erklärungen gewünscht. Insgesamt aber ein sehr solides und spannendes Jugendbuch.


    3ratten

    Bisher habe ich es mit den Rezensionen ganz gut hinbekommen...aber nun hänge ich auch :grmpf:


    Ich muss noch schreiben:
    Kuhn, Krystyna - Das Tal (Die Jagd)
    Tucholsky, Kurt - Berlin - Paris
    Capote, Truman - Frühstück bei Tiffany
    Girard, Geoffrey - Mein böses Blut (Testlesebuch)


    Wenigstens ganz abwechselungsreich.... :zwinker: