Beiträge von Vorleser

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Der Trotzkopf fand ich furchtbar. Ich kenne nur die Serie, aber das war mir viel zu sehr darauf ausgelegt das ein Mädchen mit eigenem Kopf eine brave gezähmte Hausfrau wird.

    Ich konnte mit Anne of Green Gables viel mehr anfangen, aber ich weiß nicht mehr ob ich da noch ein Kind war, als ich die Bücher angefangen habe.

    Anne of Green Gables habe ich erst gelesen als ich schon erwachsen war. Und dann alle 'Little House' Bücher von Laura Ingalls Wilder (Die Unsere kleine Farm TV Serie basierte darauf).

    Ich mag und mochte die Klassiker von Astrid Lindgren sehr gerne (Die Kinder von Büllerbü, Neues aus Bullerbü, Karlsson etc. - nur Pippi nicht, das ist immer so geblieben); außerdem viele Märchen von - allen voran - Hans Christian Andersen, Bechstein, Hauff, Die "Märchen aus 1001 Nacht" u.a.


    Ich war auch ein Otfried Preussler-Fan - Die kleine Hexe, der kleine Wassermann - mag ich auch heute noch. Dazu habe ich viele "Die drei ???" Krimis ausgeliehen (die ganze Reihe) und sie mit viel Vergnügen verschlungen - damals noch nicht wissend, dass dies die Grundsteinlegung für meine spätere Krimiliebhaberei sein würde ;-)


    Mein absolutes Traum-Kinderbuch (bzw. Jugendbuch, Auswahlliste wohl in den späten 60ern) ist Tamara Ramsey - "Die wundersamen Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott" - es ist das schönste Ki/Jugendbuch, das ich überhaupt kenne....

    Die habe ich auch alle verschlungen. Von meiner Mutter gab es noch: Pucki wird eine glückliche Braut (oder so), das habe ich natürlich auch gelesen. Und alles von Berte Bratt und Enid Blyton. Und, und, und...

    Ich habe schon als Kind wahnsinnig gern und viel gelesen, da ist es schwer, einen Liebling rauszupicken.

    Ich habe allerdings tatsächlich kürzlich eine antiquarische Ausgabe von 'Im Krähennest' gekauft.Das ist so ein typisches Jungmädchenbuch aus dem 19. JH. Meine Schwester und dich haben es geliebt, und ich wollte gerne, dass jede von uns eine Ausgabe hat. :)


    Meinen Kindern habe ich mit Begeisterung alle Otfried Preussler Bücher vorgelesen, und natürlich das Sams. Natürlich lese ich noch Kinder- und Jugendbücher -- die Kinderbücher werde ich bald meinem Enkelchen vorlesen, und die zeitgenössischen Jugendbücher sind in der Regel sehr gut.

    Ich hätte ihr ein bisserl mehr Menschenkenntnis zugetraut. Dass der Kerl verlogen ist und kein Guter, war ihr doch klar. Aber der Wein und die Todesangst haben sie wohl verwirrt.

    Das, und auch die Tatsache, dass sie plötzlich etwas besser behandelt wird und sogar etwas zu essen bekommt. Den Wein hätte sie mal lieber nicht trinken sollen, sie als Heilkundige hätte doch die Wirkung (besonders auf leeren Magen) kennen müssen.

    Ursprünglich war mein Plan, den Roman mit der Trennung von Seyfried und Elsbeth enden zu lassen. Aber wenn man im Buch einer Heiligen eine Hauptrolle gibt, muss man auch damit rechnen, dass ein Wunder geschehen kann.

    Ist auch gut so, obwohl ich die Trennung auch akzeptiert hätte. Aber ein Happy End ist natürlich schöner, zumal nach allem, was die Familie ausgestanden hat.

    Zwischendurch dachte ich eigentlich, dass Seyfried und Elsbeth irgendwo zwischen politischem Kalkül und klerikalen Vorurteilen verloren gehen.

    Das war ja auch beinahe der Fall. Friedrich sagte selbst, welche Risiken ein Freibrief für ihn bedeuten würden, deswegen muss das ja auch mit Bedingungen verknüpft werden.

    Ich war auch total begeistert, das Hildegard doch in der Lage ist selbstkritisch zu reflektieren. Hätte ich nicht von ihr gedacht.

    Sie war definitiv eine sehr intelligente und erfahrene Frau, da sollte man das eigentlich erwarten.

    Adelheyd in großes Geheimnis, ich habe es fast vermutet, da sie sich auf der Wanderung übergeben musste. Aber hat einer von euch mit so etwas gerechnet? Ich nicht.

    Ich tatsächlich nicht. :)

    Bis auf den allerletzten Brief an Seyfried sind alle Briefstücke, die im Buch vorkommen, belegt. Auch die Rezepte stammen von Hildegard. Die Forschung auch und selbst die Lieder, die im letzten Abschnitt eine Rolle spielen, gibt es wirklich. Ob Hildegard aber so war, wie ich sie beschreibe, oder ganz anders, kann ich natürlich nicht beurteilen. Letztlich ist sie eine Figur im Roman.

    Bei den Rezepten hat sich mir fast der Magen umgedreht. :-D

    Sie ist eigentlich eine kluge Frau, aber in dieser Situation ging wohl gar nichts mehr. Im Nachhinein denke ich, dass ihr die Auszeit bei Hildegard von Bingen sicherlich auch gut getan haben wird. So konnte sie die Geschehnisse und vor allem ihren "Verrat" sicherlich verarbeiten. Hätte sie direkt wieder mit ihrer Familie zusammen gelebt, weiß ich nicht, ob das so einfach für sie gewesen wäre. Ihre Schuldgefühle müssen wahnsinnig groß gewesen sein!

    Da sagst du was! Also eigentlich eine tolle Lösung, auch, wenn sie von niemandem so empfunden wird.

    Ich habe in diesem Merkwürdigem Satz den Versuch gesehen, ihm ein bisschen Menschlichkeit zu verleihen. Zu zeigen, dass auch er eine Vergangenheit hat und dass ihn die Umstände (mit) geformt haben.

    Stimmt. Aber ich habe tatsächlich nicht weiter darüber nachgedacht. Aber jetzt, wo du es sagst: er hat bestimmt eine sehr schwere Kindheit gehabt, mit den verschiedenfarbigen Augen. Ich glaube, das wurde auch als ein Zeichen des Teufels gesehen. Da fragt man sich, wie er so lange überlebt hat -- vermutlich nur durch seine extreme Brutalität und deine Fähigkeit zu lügen.

    Theobald ist irgendwo auch eine faszinierende Figur. Er ist unheimlich klug und hat eine gute Menschenkenntnis. Er weiß genau, was er tun muss, damit die Menschen ihm aus der Hand fressen. Wahrscheinlich ahnt er selbst noch nicht mal, wie düster ihn seine Taten eigentlich machen.

    Vielleicht ahnt er es, aber es ist ihm egal? Das alles könnte schon seinen Ursprung in Selbstschutz haben.

    Ich kann schon ein wenig nachvollziehen, dass sie eingeknickt ist: seit 2 Wochen hat sie nichts vernünftiges zu essen bekommen, hat einen gebrochenen Kiefer, wurde von Martin und den Anderen gedemütigt und dann kommt Theobald daher und macht einen auf Vertrauten.

    So geht es mir auch. Sie war ja wirklich nicht ganz bei sich, und sie wollte doch unbedingt ihre Kinder wiedersehen.

    So, auch ich habe das Buch jetzt zuende gelesen.


    Wir hatten ja schon spekuliert, dass Theobald der Vater von Fronikas Kind war -- das fand ich also nicht so wahnsinnig überraschend, aber wie er es darstellt, hat sie freiwillig und gerne mitgemacht. Es fällt mir echt schwer, das zu glauben, da er ja ein notorischer Lügner ist. Allerdings ist da die Sache mit dem Ring...


    Es ist schön, dass wir den Ritter wiedertreffen, den Seyfried gerettet hat. Das kommt ihm jetzt tatsächlich zugute.


    Einige von euch hatten ja gemutmaßt, dass Adelheyd schwanger ist. Ich hatte gedacht, dafür wäre sie schon zu lange im Kloster, aber anscheinend nicht.

    Ehrlich gesagt überrascht es mich, dass Hildegard ihr sagt, es sei nicht ihre Schuld. Das war überaus fortschrittlich, wo doch sogar noch heutzutage die vergewaltigten Frauen beschuldigt werden, und nicht die Vergewaltiger.

    Am Ende löst sich glücklicherweise alles in Wohlgefallen auf. Ich hatte schon um Anna gebangt.

    Karl erweist sich als sehr tapfer und rettet die Situation! Gut so.

    Auch die Köchin hat schlussendlich ein Einsehen und behält Jasper bei sich, damit er nicht der Hinrichtung seiner Mutter beiwohnen muss. Also ist da doch irgendwo ein weicher Kern in ihr.

    Ihr habt sicher alle beide recht. Ich weiß gar nicht, wie hoch die Lebenserwartung zu der Zeit war, ich hätte nur gedacht, vielleicht ca 30, 35, und wenn man dann selbst noch Kinder groß ziehen will muss man früh anfangen. :)

    Der das mit dem Leben bezahlen muss. Schade. Jetzt hoffe ich doch wieder, dass der Bienenhund zurückkommt.

    Den habe ich schon längst abgeschrieben, obwohl ja nicht explizit gesagt wird, dass er tot ist. Er wäre sicher schon längst irgendwo aufgetaucht, wäre er noch am Leben.

    Ach der gute Karl, er hat ihr etwas zu essen mitgebracht. Ich sage doch, die beiden können Freunde werden.

    Stimmt, Karl ist wirklich nett. Er hat sich allerdings auch in Anna verguckt... wer weiß, ob er ihr sonst geholfen hätte.

    aber dieses einmalige Erbrechen macht mich stutzig. Hat das etwas mit ihrem Geheimnis zu tun?

    Auf die Idee bin ich nicht gekommen. Ich kann mir da auch absolut keinen Zusammenhang vorstellen, aber vielleicht erfahren wir es ja noch.

    Allmählich habe ich auch Verständnis für Hildegard ihr Verhalten. Sie muss sich behaupten um ihre Ziele erreichen zu können.

    In der Tat! Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir auch nicht viel besser sind, als die Menschen damals: Hildegards Verhalten wird verurteilt -- vermutlich, weil es eben nicht 'weiblich' ist. Würde ein Mann das so machen, würde kaum jemand ein Wort darüber verlieren, da man sowas von einem Mann ja fast erwartet. ;-)

    Hätte sie das Seyfried nicht vorher sagen sollen?

    Vielleicht, aber dann hätte er ihr womöglich nicht geholfen, und das Risiko konnte sie nicht eingehen. Nicht nur ihr eigenes Wohl hängt davon ab, sondern auch das der anderen Nonnen.

    Bei mir hapert es noch ein wenig mit meinem Verständnis für Hildegard. Sich behaupten bedeutet ja nicht zwangsläufig andere für die eigenen Zwecke auszunützen - und ich finde halt, dass sie das macht

    Welche Wahl hat sie denn? Die Nonnen hungern, und die Arbeiter und ihre Familien auch.

    Wenn eine junge Frau sich Erbricht und über Überkeit klagt, werde ich auch immer hellhörig

    Ich nicht -- jedenfalls nicht, wenn das auf einer anstrengenden Reise passiert. Ich nehme an, Adelheyd hatte einen leichten Sonnenstich.

    Es würde mich interessieren, ob die reale Hildegard als Person auch so war. So bestimmend, andere instrumentalisierend und wegen ihrer überlegenen Intelligenz recht hochmütig.

    Als hochmütig empfinde ich sie nicht. Sie nutzt halt ihre Intelligenz und ihr hohes Ansehen so gut wie möglich aus.

    Es kommt, wie es kommen muss: Seyfried hat zwar auch seine zweite Aufgabe erfüllt, aber Hildegard erfüllt ihr Versprechen nicht.

    Ich muss aber sagen, dass sie sicherlich recht hat, dass nur der König selbst wirklich Einfluss nehmen kann.

    Die Welt wurde von Männern beherrscht, und die waren entweder adelig, oder Kirchenmänner, und hatten somit das Recht für sich gepachtet.


    Ich bin froh, dass es Anna und Jasper gelungen ist, zu entkommen, aber mir tut es um den Köhler leid. Hätten sie doch bloß noch schnell die Suppenschüsseln in irgendeine Ecke geschmissen...


    Hannes hat sich von Theobald 'umdrehen' lassen -- aber auch das ist nicht wirklich überraschend, wurden doch alle Frauen als die Sünderinnen betrachtet und verurteilt. Sie wurden ja schon mit der Erbsünde geboren.


    Ich bin gespannt, ob wir noch näheres darüber erfahren, warum Seyfrieds Vater verbrannt ist.

    Immerhin ist er der einzige, der sich kritisch gegenüber dem Kirchenglauben verhält.


    Und was ist Adelheyds Geheimnis?

    Die einzige Möglichkeit wäre tatsächlich Theobald zu töten, doch was dann? Sie müsste fliehen, was wäre mit Jasper und wo sollen sie hin, wenn Anna eine Mörderin wäre.

    Stimmt, dies ist leider keine win-win-Situation, sondern das Gegenteil -- egal, was sie macht, sie hat verloren.

    Ich hätte ihn am liebsten kastriert! Die arme Anna! Ich kann mich jetzt nicht entschieden, ob ich das mutig oder dumm finde. Ich glaube auch nicht, das Theobald aufgibt.

    Zwei Seelen....

    Besonders widerlich finde ich immer seine äußerlichen Beschreibungen und wie er stinkt.

    Ehrlich gesagt, denke ich, dass die damals alle gestunken haben. Nur, dass man seinen eigenen Geruch ja nicht so wahrnimmt.

    Weiß Gottfried eigentlich, dass seine Tochter wegen einer Abtreibung gestorben ist?

    Entweder weiß er es nicht, oder er ignoriert es, schließlich kann er dann ja keine Heilige, unschuldige Jungfrau mehr beerdigen, wenn er zugibt, was sie getan hat.

    in wenig enttäuscht bin ich auch von der Köchin. Im vorherigen Abschnitt hatte ich noch gehofft, dass sie zwar streng ist, aber immerhin das Herz am rechten Fleck hat. Mittlerweile bin ich mir da aber nicht mehr so sicher. Wie sie sich Anna und Jasper gegenüber verhält und auch ihre Aussage zu Jeans Tod waren wirklich unmöglich.

    Sie scheint recht sauer zu sein, dass Anna quasi macht, was sie will. Das untergräbt natürlich ihre Autorität, und das kann sie sich keinesfalls gefallen lassen. Außerdem glaube ich, ist sie nicht in der Position, sich einem direkten Befehl eines Oberen zu widersetzen.

    immer wenn es in einem historischen Roman zu einer Fast-Vergewaltigungsszene kommt, schwirrt irgendwo eine "pochende Männlichkeit" herum.

    :D Darüber bin ich gar nicht gestolpert. Ich kann sowas ganz gut ausblenden. ^^

    Anna wird von Theobald immer mehr bedrängt. Warum muss auch ausgerechnet er sie draußen erwischen. Ärgerlich. Aber mutig, wie sie sich wehrt. Abstechen wird sie ihn sicherlich nicht. Leider. Der wird sie noch länger bedrohen oder sie flieht. Beides doof. Dass der Ritter Jean umgebracht hat zeigt, dass er vor nichts zurückschreckt. X( Vielleicht sollte Anna mal die Hunde auf ihn hetzen. Mit denen kann sie ja ganz gut.

    Stimmt, an Jean hatte ich im Moment nicht mehr gedacht. Da hat Karl ja Glück gehabt, denn schließlich war er es, der Anna geholfen hat, nicht Jean.

    Vielleicht kastriert Anna Theobald? Das wäre doch mal was.:evil:

    Zitat

    Dazu sagt er aber auch, dass das aussichtslos sei und sie nicht die Erste wäre. Das hat mich stutzig gemacht. Ob er derjenige ist, der Gottfrieds Tochter geschwängert hat? Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob sie sich davon Vorteile erhoffte, ob sie verliebt war oder er sie einfach vergewaltigt hat. Aber bisher könnte ich ihm das am meisten zutrauen aus dem ganzen Umfeld von Gottfried.

    Meine Überlegungen gegen in dieselbe Richtung.