Beiträge von TochterAlice

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    So richtig das Wasser im Mund zusammen laufen

    lässt der Anblick der delikaten Gerichte hier im Kochbuch! Sila Sahin, die mir eher nicht bekannt war, scheint ein Multitalent zu sein! Und eine ihrer Leidenschaften, nämlich die Kochkunst, trifft genau meinen Geschmack!


    Viel Gemüse, köstliche Häppchen, fantasievolle Suppen und Salate - da sind viele Grüße aus dem Orient drin, aber eben nicht nur! Sila Sahin versteht es, Geschmacksrichtungen, die zusammenpassen, zu kombinieren und nicht zuletzt, delikate Süßspeisen aufzutischen!


    Und nichts davon scheint allzu kompliziert zum Nachkochen zu sein, die paar Dinge, die ich bisher probierte wie Tomatensuppe und Mokkacreme, sind auch mir gelungen. Und ich werde dranbleiben! Denn wenn ich weder so jung noch so attraktiv bin wie die Autorin, kann ich doch zumindest ihre Kochkunst nachahmen und damit nicht nur meinen Mann, sondern auch meine Freundinnen und nicht zuletzt mich selbst erfreuen!


    Eine tolle Idee ist das Kochbuch auch als kleineres Hochzeitsgeschenk oder als Mitbringsel zu einer Hauswarming-Party!

    5ratten

    Mir hat es auch gefallen, wenn auch längst nicht so gut wie "Liebten wir"


    Neubeginn ganz anders als gedacht


    Aus der gemeinsamen Islandreise mit ihrem Mann Henrik wird für Swea tatsächlich wie geplant ein Neustart des Lebens, allerdings ganz anders als gedacht: gerade wieder hatten sich die beiden nach einem Jahr Auszeit bedingt durch Henriks Affären wieder zusammengerauft, da wird durch einen Zufall klar, dass der Gute immer noch mehrere Eisen im Feuer hat.


    Swea lässt ihn mitten in der Natur stehen und macht mit dem gemeinsamen Mietwagen die Biege. Und landet bei einem zurückhaltenden, fließend deutsch sprechenden alten Herrn namens Einar und dessen Mieter Jón. Der ist noch mehr als zurückhaltend, fast furchtsam. Trotz allem, Einar nimmt sie ohne viel Fragen bei sich auf und ermuntert sie, so lange wie sie möchte, da zu bleiben.


    Allmählich kommen sich Einar und Swea näher, verbal natürlich zur und es entwickelt sich eine Art zaghaftes Vertrauensverhältnis, aus dem irgendwann gemeinsame Tangotanzabende in dem stillen Haus werden.


    In der Zeit hat sich Swea - eine Bankerin mit dem Herzen einer Künstlerin - bereits einige berufliche Standbeine geschaffen, bei denen es zunächst nur um das Finanzielle geht, bald wir daraus mehr.


    Denn Island trifft sie mit seiner ganzen Wucht tief in ihrem Herzen. Auch, wenn sie immer noch um ihre Ehe trauert und sich auch sonst von Familie und Freunden betrogen fühlt, ist sie auf eine gewisse Weise angekommen.


    Ob das so bleibt? Um das zu erfahren, ist die Lektüre dieses schönen und warmherzigen Romans unerlässlich. Obwohl ich hier lobende und positive Worte finde, muss ich zugeben - ich bin ein kleines bisschen enttäuscht. Denn Blazons gegenwartsliterarischer Vorgängerroman, der auch im Norden, allerdings in Finnland spielte, hatte mich tief in meinem Inneren getroffen, mit voller Wucht und hatte sich zu einem Leib- und Magenroman entwickelt, wie es nur selten ein Buch schafft. Das ist hier nicht so, dennoch empfehle ich diesen Roman, denn die Autorin schreibt mit Herz und Verstand und bringt zudem viel Spannendes über Island hinein.

    4ratten

    Schade, ich fand das Buch leider einfach nur furchtbar!


    Das Leben ist ein Fluss

    In diesem Falle ein unruhiger, zudem einer von bedingter Länge. Zumindest für Toms Eltern, seine Mutter Mona und seinen Vater Russell, der zunächst zu Monas Mörder wird, bevor er sich selbst umbringt. Übrig bleibt der neunjährige Tom - und Monas Geschwister - die gut organisierte Sonja mit dem unerfüllten Kinderwunsch, die chaotische Rose und Will, eine Art moderner Peter Pan, der nie erwachsen werden will - oder es aus Versehen einfach nicht geworden ist.

    Eigentlich werden die drei - wie ich finde, unverdientermaßen - zu den Hauptdarstellern - sie übernehmen die Verantwortung für Tom und es geht vor allem um die Gemengelage unter ihnen, um ihre Familiengeschichte, zu der ja bis vor kurzem auch Mona gehörte. Und natürlich Tom, aber der wird irgendwie zur Nebensache, obwohl es ja eigentlich um ihn geht.

    Oder zumindest gehen sollte - denn so traurig es ist, auch in der Realität wird in solchen Situationen ja das Kind, um welches es geht, zur Nebensache. Wobei das hier aber nicht oder nur am äußersten Rande problematisiert wird.

    Zudem hat die erzählte Geschichte in meiner Wahrnehmung kein Charisma, das eigentlich Bedeutsame - so empfinde ich - wird zum Randgeschehen degradiert und außerdem fehlt ihr der Pfiff. Irgendwie nicht meins. Nein, ganz und gar nicht!2ratten

    Unterhaltsam und vielseitig

    Dazu garniert mit tollen Fotos führt Uri Jeremias aka Uri Buri in die Geheimnisse der Fischküche ein - und auch, wenn diese sich in Israel um einiges von der hiesigen unterscheidet, gibt es für europäische Leser eine Menge zu erfahren, zu lernen und vor allem: nachzukochen.


    Denn nach dem mehr als ausführlichen Einführungsteil kommt die Belohnung: tolle Rezepte mit und - für mich überraschenderweise - auch ohne Fisch. Neben Fischgerichten gibt es tolle Hauptgerichte, Beilagen und sogar Nachtische zum Nachkochen. Sogar Fleischgerichte enthält das Buch, wenngleich sie eine ausgesprochen untergeordnete Rolle spielen.


    Ich habe mich von Uris Begeisterung für Fisch bereits anstecken lassen - zumal nicht nur Israel Küche darin eine Rolle spielt, sondern auch die seiner Vorfahren, von denen einige auch aus Polen stammen, also gar nicht so weit von uns entfernt und ich generell nach einem kurzen Check der Ansicht bin, dass sich da was machen lässte, nämlich gerade auch hinsichtlich der Zutaten. Ich liebe sowieso Fisch und bin sehr gespannt auf meine nach Uris Rezepten bereiteten Gerichte, wobei ich gestehen muss , dass ich mit Sicherheit nicht die Fischrezepte als erstes nachkochen werde, sondern eine Kiwisuppe zum Nachtisch! Andere Rezepte - sowohl mit als auch ohne Fisch - sind ähnliche Mischungen zwischen innovativ und vertraut und lassen mich mehr als gespannt auf weitere Versuche werden!

    5ratten

    Kluftinger, die Elfte!

    Kluftinger hat in seinem mittlerweile elften Fall seine Aufmerksamkeit einer Altlast zugewandt: vor vielen Jahren, nämlich 1985, wurde in Altusried eine junge Lehrerin, eine Zugereiste, wie man so schön sagt, ermordet. Besonders brutal: sie wurde in einem der Feuer, die am traditionellen Funkensonntag gezündet werden, verbrannt, was aber nicht die Todesursache war.


    Die besondere Tragik: ein Unschuldiger hatte dafür gebüßt und Kluftinger hatte diesem auf dem Totenbett die Aufklärung und Bestrafung des wirklichen Schuldigen versprochen.


    Die junge Frau war offenbar ein freizügiger Typ gewesen - unter anderem auch gegenüber einigen ihrer Schüler. Ob das auflösbar ist? Kluftinger hat sich wie immer mit anstrengenden Kollegen, doch diesmal auch mit einer noch nicht einzuschätzenden neuen Kollegin herumzuschlagen und dazu steht auch die Taufe des Enkels bevor! Kluftinger sieht es als seine Pflicht, seinen Gegenpart, den japanischen Großvater in der Ferne, darüber auf dem Laufenden zu halten und ihn - sozusagen nebenher - über die Gebräuche der katholischen Kirche aufzuklären. Eine Slapstickeinlage, die aus meiner Sicht nur bedingt geglückt ist.


    Ansonsten ist aber alles beim Alten, Kluftinger so unterhaltsam wie eh und je und auch sein Lieblingsfeind Dr. Langhammer ist wieder mit von der Partie. Dazu einige Flüchtlinge, die sogar als Zeugen in den Fall mit einbezogen sind - man sieht, die Autoren gehen mit der Zeit.


    Ein weiterer sehr unterhaltsamer und zeitweise spannender Fall, den ich gerne gelesen habe!

    4ratten

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    Warum ist es am Rhein so schön?

    Den Mitgliedern des Fördervereins des Frankfurter Museums Wendevogel fällt die Antwort darauf nicht schwer: am Rhein liegt die vom Künstler KD Pratt bewohnte und als Atelier genutzte Burg, die sie besuchen möchten. Sie sind in einer wahrhaft wichtigen Mission unterwegs:


    Dieser seit Jahrzehnten bekannte Ausnahmekünstler soll mit einem eigenen Museum geehrt werden. Vor der endgültigen Entscheidung sollen Künstler und Werk einer ausgiebigen Betrachtung unterzogen werden. Doch KD Pratt, seit Jahr und Tag als öffentlichkeitscheu bekannt, macht ihnen gleich mehrere Striche durch die Rechnung.


    Wer den deutschen Förder- (von egal was) und Kunstbetrieb auch nur am Rande kennt, wird einiges wiedererkennen und sich köstlich amüsieren. Denn Autor Kristof Magnusson verfügt nicht nur über Humor, sondern bietet auch die passenden (Überraschungs)Momente an den richtigen Stellen.


    Ein paar Mal war es mir etwas zu viel des Guten, aber im Großen und Ganzen war ich begeistert. Wenn Sie einen Bücherwurm erfreuen und gleichzeitig sichergehen wollen, dass das Buchgeschenk Anspruch und Unterhaltung aufs Trefflichste vereint, greifen Sie zu diesem Roman.

    4ratten

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    Ihren Willen durchsetzen

    Das will Maria, die Anfang des 20. Jahrhunderts hochschwanger ihrem Liebsten in den Orient, nämlich nach Anatolien folgt. Und sie bleibt bei Wilhelm, dem österreichischen Ingenieur, der mit am Bau der Bagdadbahn arbeitet. Heiraten werden sie aber erst nach Jahren, dann haben sie bereits drei Kinder.


    Maria - das ist eine, die ihren Kopf durchsetzen will und zwar mit Erfolg. Dass das nicht immer klappt, das lernt sie erst Jahre später - da ist sie wieder in Wien, ihre Familie in alle Winde verstreut, teilweise auch tot. Und muss erkennen, dass es nicht immer nach ihrem Kopf geht.


    Es ist aber nicht ein Roman um Maria, nein, es ist einer um die gesamte Familie Paar (ja, sie heißt wie die Autorin, die allein weiß, warum?). Es ist eine schillernde, eine bunte Geschichte, in der aber aus meiner Sicht leider nicht immer das Wichtigste erzählt wird. Manches - wie die Ankunft Marias in Anatolien - erfährt man eher so nebenher, oft sind das die interessantesten Aspekte.


    Ein Roman um den eigenen Willen, um Individualismus und um den Lauf der Welt im allgemeinen und im besonderen. Ich habe ihn gern gelesen, auch wenn ich nicht immer dem nachspüren konnte, worauf ich am neugierigsten war - hier hatten die Autorin Tanja Paar - die übrigens eindringlich und mitreißend zu schreiben vermag - und ich unsere Prioritäten leider doch sehr unterschiedlich gesetzt.

    3ratten

    Ein Sheriff der besonderen Art

    Das ist Kalmann, der in Islands tiefster Provinz lebt - bisher bei seinem Großvater, der aber inzwischen im Heim untergebracht wurde. Nun lebt Kalmann allein und seine Mutter, die in Akureyri wohnt, einer großen Stadt - naja, jedenfalls aus Kalmanns Sicht.


    Kalmann ist Jäger. Manchmal jedenfalls. Meistens fischt er nach Haien und stellt Gammelhai nach dem unschlagbaren Rezept seines Großvaters her. Auf der Jagd findet er ein riesige Blutlache.


    Die müsste eigentlich reichsten Mann der Gemeinde sein, der seit kurzem verschwunden ist. Kalmann setzt seinen Cowboyhut, den er von seinem Vater, einem Amerikaner geerbt hat, auf und beginnt zu ermitteln. Er liebt es, wenn man ihn erkennt und Sheriff nennt.


    Trotz dieser Kriterien kein Krimi, sondern ein warmherziger Roman, verbunden mit einer sozialkritischen Note, die nicht zu knapp ist. Dass ich mit ihm nicht so ganz warm wurde, liegt an den vielen Widersprüchen - sowohl in der Figur Kalmanns als auch im Handlungsverlauf. Hier wurden tolle Ideen geboren, die leider nicht ganz so toll ausgearbeitet wurden - meiner Meinung nach jedenfalls!

    3ratten

    Der geheimnisvolle Mr. Horowitz

    Das vorliegende Werk von Anthony Horowitz ist im Stil eines True Crime Falles geschrieben und der Clou - wenn man es denn so betrachten will - besteht darin, dass sich der Autor quasi als Watson neben den eigentlichen Ermittler Hawthorne, also Holmes, in die Handlung einbezogen hat. Und zwar durchaus als Hauptfigur, zumal die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt wird.


    Hawthorne, ein ehemaliger Polizist, der auch jetzt noch von dieser gelegentlich zur Unterstützung von Ermittlungen herangezogen wird, von zahlreichen früheren Kollegen aber auch als unliebsamer Nebenbuhler gesehen wird, ist einem Mordfall auf der Spur, bei dem als Täter eigentlich nur eine begrenzte Zahl von Personen infrage kommt. Ein berühmter und extrem erfolgreicher Rechtsanwalt wird ermordet, nachdem ihm die Gegnerin und Exfrau seines letzten Mandanten, eine recht bekannte Autorin, in einem Restaurant mit Wein übergossen und gedroht hat, ihm eine Flasche über dem Kopf zu zerdeppern. Das Eigenartige: genau so wird er umgebracht, nämlich mit einer Flasche Wein, allerdings einer extrem teuren, erschlagen. Doch diese Auflösung scheint.,so plausibel sie ist, doch etwas sehr einfach.


    Hawthorne wurde von Horowitz bereits in einem früheren Fall begleitet und möchte diesen nun erneut als Autor heranziehen, der seine Ermittlungen nunmehr zum zweiten Mal schriftlich verewigen und ihn bei diesen auf Schritt und Tritt begleiten soll. Horowitz tut dies recht widerwillig, zumal er mit eigenen Projekten mehr als genug zu tun hat und wird dabei mehr und mehr zum Ermittelnden - was Hawthorne nicht gerade mit Begeisterung aufnimmt. Im Gegenteil, eigenlich bezieht er ihn kaum ein, teilt seine Erkenntnisse kaum mit ihm und lässt ihn geradezu auflaufen.


    Die Figuren sind allesamt eindringlich beschrieben, merkwürdigerweise entpuppen sich jedoch eigentlich alle bei näherer Betrachtung als ziemliche Unsympathen, allen voran Hawthorne.


    Auch der Autor selbst wirkt nicht unbedingt durchgehend als Sympathieträger. ER so mutig, sich selbst öfter mal in die Rolle des Mißverstehenden, sich fehlverhaltenden, manchmal auch vorlauten Gefährten darzustellen. Wie auch immer, Leser, die unbedingt Sympathien für Romanfiguren empfinden wollen, sollten dieses Buch nicht lesen. Sie werden umsonst nach einem Charakter suchen, dem sie diese vorbehaltlos übertragen können.


    Dennoch, das Buch ist spannend, die Auflösung überraschend und ich konnte es irgendwann nicht mehr aus der Hand legen, zumal Horowitz' Stil ausgesprochen angenehm zu lesen ist. Obwohl doch so einige Handlungsstränge, vor allem die, bei denen es vor allem um Hawthrone ging, kein bisschen aufgelöst wurden. Ich nehme mal an, dies soll den Leser dazu verleiten, sich auf den nächsten Band zu freuen und diesen unverzüglich nach Erscheinen zu kaufen. Es ist ja das Schicksal von Serienlesern, dass vieles nicht ganz abgeschlossen wird, doch hier es mir des Guten doch ein wenig zu viel.

    4ratten

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    Die Zwillingsschwestern Desiree und Stella wachsen gemeinsam in einem kleinen Ort, Mallard, im Staate Louisiana auf, wo sie nur "Die Zwillinge" genannt werden. Denn gemeinsam: das bedeutet bei den beiden Mädchen - unzertrennlich.


    Dass fast weiß dennoch schwarz ist, das lernen sie früh, als ihr Vater in ihrem Beisein zu Tode getreten wird. Einfach nur so. Denn wenn einer nur fast weiß ist, kann man es mit ihm ja machen.


    Als späte Reaktion darauf verlassen die fast weißen, nun fast erwachsenen Schwestern ihr Kaff in Richtung New Orleans, wo sie eine Unterkunft finden und auch Arbeit - natürlich gemeinsam. Doch bald zeichnet sich ein unterschiedlicher Weg ab - während die kesse Desiree in der Wäscherei, in der sie beide starteten, bleibt, findet die wesentlich stillere Stella einen Job im Schreibbüro.


    Und damit trennen sich irgendwann ihre Wege - Stella nämlich gilt im Büro nicht als fast, sondern als ganz Weiße und kehrt irgendwann einfach nicht mehr zu ihrer Schwester zurück, die eine gegensätzliche Richtung einschlägt: sie heiratet den dunkelhäutigsten Mann, dem sie begegnet und bekommt eine ebenso dunkle Tochter, mit der sie eine Dekade später zur Mutter in Mallard zurückkehrt - der Mann hat sich als Schläger entpuppt.


    Ein wirklich fesselnder Roman, der gerade durch den klaren und gelegentlich distanziert erscheinenden, dann wieder emotional rüberkommenden Stil punktet. Ja, die junge Autorin Brit Bennett hat es wirklich drauf, ich muss nur bemängeln. dass einige Gewichtungen aus meiner Sicht hätten anders gesetzt sein sollen und die Zeit, in der der Roman spielt, nicht ganz klar ersichlich ist. Also rein subjektive Aspekte, die einem anderen Leser möglicherweise gerade besonders zusagen!


    Insgesamt ist dies gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehenisse in den Vereinigten Staaten ein wichtiger und eindringlicher Roman über Abgrenzung, Anpassung und Loslösung. Und über vieles mehr. Finden Sie es heraus!

    5ratten

    Ich fand es auch eher so mittel:


    Jardin sauvage - vie sauvage


    Für Landschaftsgärtner Carlo wird das Leben auf einen Schlag zum wilden Garten, ihm fehlt ganz und gar der Überblick - verlassen von Frau und Tochter, auch wenn letztere "nur" zum Studium im Ausland weilt und ihm nicht die familiäre Zugehörigkeit aufgekündigt hat.


    Und dann büxt auch noch die demente Mutter aus der Seniorenresidenz aus - wer das wie ich selbst schon mehrfach erlebt hat, weiß wie man sich dann fühlt. Wenigstens hat er eine Spur, die in ein Grandhotel führt - und dieses hat zum Erstaunen des Sohnes so einiges mit ihrer Vergangenheit zu tun.


    Den wilden Garten hält ihm sein Assistent Agon, ein sanfter Riese, der durchaus auch mal die Fassung verlieren kann, zumindest teilweise zusammen. Im direkten wie auch im übertragenen Sinne, denn er bewirtschaftet einen Schrebergarten, der einem Fußballplatz weichen soll - auch hier wieder überraschende Parallelen zu den Ereignissen im Leben der Leserin - also dem meinigen.


    Ich war also perplex - heute würde man wohl "voll geflasht" sagen und las begeistert weiter. Und dann verlor sich für mich die Spur im wilden Garten von Carlos Leben und dem der anderen - irgendwie zerfaserte alles und ich blieb äußerst enttäuscht zurück. Aus meiner Sicht führte die Kurve eines vielversprechenden Romans leider steil nach unten. Auch die Figuren kamen mir längst nicht so nahe, wie es der Klappentext verspricht.

    3ratten

    Ich bin ganz bei Euch:


    Marie ist Afroamerikanerin, Tochter einer fast weißen Mutter aus Martinique und eines sehr, sehr dunklen Vaters. Eines Vaters, der Karriere bei der Polizei gemacht hat und beste Verbindungen zum CIA hat.


    Sie ist eine von zwei Schwestern, die immer kämpfen wollten - die jüngere. Ihre ältere Schwester Helene musste bereits ihr Leben lassen. Sie war Soldatin - ist sie im Kampf gestorben? Es ranken sich so einige Fragen um ihr Schicksal.


    Durch einen Freund ihres Vaters gerät Marie in die Kreise der CIA - und verwickelt sich dort schnell in die komplexen Machenschaften - wie sehr, das wird ihr selbst zunächst gar nicht klar.


    Während eines Auftrags lernt sie Thomas Sankara kennen, den Präsidenten von Burkina Faso (den es tatsächlich gab; er regierte von 1983 bis zu seinem Tod 1987). Obwohl klar ist, dass sie sich in einer politischen Gemengelage befinden, die - gelinde gesagt - unübersichtlich ist, ist zwischen ihnen eine starke Anziehungskraft zu spüren. Und tatsächlich verschlägt es Marie beruflich nach Burkina Faso. Was dort zwischen ihr und Sankara pasisert und wie und warum sie irgendwann auf Martinique landet und ob sie dort bleiben will ... ja, das lesen Sie bitte lieber selbst.


    Auf jeden Fall kommt die Protagonistin herum und so heißt es öfter mal (und aus unterschiedlichen Perspektiven): Bye, bye, Miss American Spy.


    Sie werden es aufgrund meiner bisherigen Darlegungen eher nicht glauben, aber in der Tat ist dies ein eher ruhiger Roman, einer, in dem es um Herkunft, Familie, Wurzeln und Bindung geht - aber eben nicht nur bzw. in diesem ganz spezifischen Spionage-Setting.


    Ein dichter und interessanter Roman, der für mich aber auch recht verwirrend war, erstens durch den permanenten Wechsel der Zeitebenen, doch auch die Entwicklung der Handlung und der Figuren empfand ich zeitweise als irritierend. Eines aber kann ich ganz sicher sagen: er ist so weit weg vom Main Stream, wie ein Roman überhaupt nur sein kann!

    3ratten

    Mir ging es ähnlich wie Dir! Ich fand den Roman nicht schlecht, aber eben auch nicht richtig gut! Hier meine Meinung:


    Immer auf der Suche

    Rastlos und getrieben: das ist Franny. Ihren Platz auf der Welt - einer Welt, die von uns aus in einer baldigen Zukunft anzusiedeln ist, wann genau, wird nicht gesagt - hat sie noch nicht gefunden. Obwohl sie mit Niall, dem Forscher, die Liebe ihres Lebens geheiratet hat; impulsiv, wie es für sie charakteristisch ist.


    Aber er hat sie verlassen und sie befindet sich auf einem Schiff Richtung Antarktis, den Zugvögeln folgend. Ein Leben unter Fischern, das ist es, was sie dort lebt, ein hartes Leben. Doch Franny ist hart zu sich selbst, ebenso wie zu (manch) anderen.


    Was genau es mit ihr und dem gesamten Setting auf sich hat, das erschließt sich dem Leser zögerlich, erst peu à peu offenbart sich das ganze Tableau der Handlung. Das Ganze? Nun, man kann es sehen, wie man will - aus meiner Sicht gibt es enorme Lücken, die das Buch aus meiner Sicht ausgesprochen unrund hinterlassen haben.


    Ein übrigens sehr angenehm zu lesendes Buch - die Autorin (wie auch die Übersetzerin) wählt eine wunderschöne Sprache, Formulierungen, in denen man als Leser schwelgen möchte. Doch verstrickt sie sich in Widersprüche, die in mir den Eindruck entstehen ließen, dieser Roman ist nicht gründlich redigiert worden. Auch die vielen, ja zahllosen Zeitsprünge tragen nicht wenig zur Verwirrung bei.


    Wie auch immer, die Autorin hat etwas: ich habe mich geärgert, gefürchtet, gefreut und hatte Mitleid: längst nicht jeder Autor schafft es, solche Emotionen in mir hervorzurufen und allein das war die Lektüre wert!

    3ratten

    Mahler reflektiert

    Gustav Mahler sitzt an Bord eines Schiffes auf dem Weg nach New York. Er, der sein Leben lang kränkelte, weiß nun, dass er nicht mehr lange Zeit hat. Was ihn nicht beschleunigt, sondern dazu bringt, zurückzublicken. Mit dem inneren Auge eines lebenserfahrenen, wenn auch nicht immer lebensbejahenden Menschen.


    Alma, seine Frau - sie ist mit ihm unterwegs, aber eigentlich schon weit weg. Der nächste (Heirats)Kandidat in Person von Walter Gropius (wird nicht namentlich erwähnt) steht schon parat. Alma, die leichtfertig scheint, es aber keineswegs einfach hatte mit dem sehr speziellen und schon zu Lebzeiten bekannten Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler. Aus Mahlers Überlegungen wird deutlich, dass sie nicht dazu gemacht war, als Frau an seiner Seite zu leben - dafür hat sie viel zu viel Potential in sich.


    Momente aus dem Leben mit Alma treten hervor, der Verlust einer der beiden Töchter, der gemeinsame Besuch in Rodins Atelier in Paris, wo der Bildhauer auf Wunsch von Alma und ihrer Familie eine Büste von Mahler modelliert. Dass dies nicht Mahlers Wunsch ist, wird schnell deutlich.


    Mahler auf dem Schiff - er pickt sich Momente heraus, wie es auch Menschen tun würden, die keine Jahrhundertkomponisten sind - Autor Robert Seethaler hat hier die ganz normalen Gedanken eines zufälligerweise sehr berühmten Mannes am Ende seines Lebens herausgearbeitet. Wohlgemerkt: die möglichen Gedanken, denn Seethaler spielt hier mit der Geschichte. Er verleiht einem Bereich Worte, die sonst verborgen bleiben, denn Gedanken sind - wie es in dem bekannten Lied heißt, um im Bereich der Musik zu bleiben - frei und ziehen wie nächtliche Schatten vorbei.


    Ein kurzes Werk, ob es knackig ist, soll jeder Leser selbst bewerten. Ich zumindest habe es sehr gerne gelesen und Sprache wie auch Stil des Autors genossen. Hier schreibt Robert Seethaler, nicht sein Landsmann Thomas Bernhard: weswegen Mahler im letzten Satz seines Lebens viele mögliche letzte Sätze denkt. Aus meiner Sicht vermag es der Autor, hier ein ebenso privates wie kraftvolles Statement zu schaffen. Eines, das ich - so kurz es ist - in guter und andauernder Erinnerung behalten werde!

    4ratten

    Mir hat das Buch leider gar nicht gefallen!


    Träume bleiben nicht immer Schäume!


    Die Endzwanzigerin Sophie sitzt am Empfang eines durchaus innovativen Unternehmens, hat aber keine Aussicht, jemals von dort wegzukommen. Stattdessen träumt sie von einem ganz anderen Leben: Als (Event)Köchin in einem mintfarbenen Foodtruck. Außerdem trauert sie um ihre Mutter und muss sich mit ihrem Freund arrangieren, der doch sehr eingefahren ist. Und dann auf einmal ändert sich so einiges: Sophie hält den Vortrag einer kranken Kollegin und gerät an einen Kunden, der das Gleiche will wie sie.


    Im Handumdrehen findet sie sich in Dänemark am Strand wieder, als Marketingfrau für einen neuen Film! Das alles geschieht in unheimlich hektischen Abläufen, versetzt mit Situationskomik - ständig kaspern haufenweise Leute um Sophie herum: einige sind ihr wohlgesonnen, andere wieder mißgünstig und/oder zickig. Als Leser muss man sich jede Menge Namen merken, was bei dieser wenig in die Tiefe gehenden Handlung besonders schwierig ist.


    Jedenfalls schafft Sophie es sozusagen nebenher und mit mehr als nur a little help from her friends, in kurzer Zeit, ihr Leben komplett umzukrempeln. Dabei trauert sie zwischendurch um ihre Mutter, findet zu ihrem Vater und ganz nebenher noch zu ihrem Lebensglück. Und auf einmal wollen alle Sophie...


    Alle außer mir. Ich habe das Buch am Ende sehr erleichtert weggelegt, denn es hat mir wenig Freude beschert. Dafür war die ganze Handlung zu wenig aussagekräftig. Und deswegen rate ich trotz des ansprechenden Covers vom Kauf ab - dieses hier ist aufgrund der darin transportierten Hektik eher anstrengend und definitiv kein Traum, sondern nur Schaum!

    1ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Same procedure as...

    Nein, es ist nicht die "same procedure as every year", aber es gibt starke Parallelen zu einem Verbrechen, das vor acht Jahren einen Mann ins Gefängnis brachte: es geht um den brutalen Mord an einer jungen Frau. Er, der von jeher seine Unschuld beteuert, behauptet, wichtige Informationen liefern zu können.


    Und zwar an den Ermittler Will Trent, der nun sozusagen posthum mit dem ersten Ehemann seiner Partnerin Sarah Linton, nämlich dem verstorbenen Jefferey Tolliver, dem damaligen Chefermittler kooperieren muss.


    Obwohl Tolliver nicht mehr lebt, ist er in der Beziehung von Sarah und Will eine stets präsente, sozusagen unsichtbare Achillesferse. Schon unter normalen Umständen belastet er deren Beziehung und macht nun auch die aktuellen Ermittlungen komplizierter - und für den Leser spannender.


    Ich empfehle dieses Buch von ganzem Herzen als süffigen Thriller mit Tiefgang. Der ein oder andere Freund hochwertiger Thriller wird vielleicht das ein oder andere Mal die Augenbrauen hochziehen (wenn auch nur ein bisschen). Doch wer solide, gut geschriebene Thriller mag, die blutig, aber alles andere als billig sind, ist hier durchaus gut bedient!

    4ratten

    Im hohen Norden lässt es sich gut leben!


    In die Kälte zieht es Hannah mit Söhnchen Max, nämlich nach Island, nachdem sich im heimatlichen Lüneburg ihr Lebenstraum zerschlagen hat. Sie spielte die erste Geige - in einem Orchester und auch im Leben des Dirigenten, mit dem sie verheiratet war. Doch eine missglückte Sehnenscheidenoperation machte ihr in Bezug auf die Karriere einen Strich durch die Rechnung, doch ohne Musik als gemeinsamen Nenner funktionierte auch die Ehe nicht mehr. Dies alles (und viel mehr) spielt sich im Jahr 2018 ab.


    Doch es gibt noch einen zweiten Erzählsträng, der im Jahr 1978 spielt und von Monika handelt, einer jungen Frau, die kurz vor ihrer Hochzeit mit ihren Eltern Urlaub in Island macht. So richtig überzeugt ist sie nicht von den Heiratsplänen, die auf dem Mist ihrer Eltern gewachsen sind und tatsächlich, es passiert etwas...


    Island in seiner vollen Pracht - das bekommt der Leser - bzw. vielmehr die Leserin, es ist nämlich ein typischer Frauenroman - hier intensiv vermittelt, vor allem das Wesen der Isländer wird den Rezipientinnen nähergebracht.


    So sehr ich Romane liebe, die auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielen - hier hat mir gerade bei dem Erzählstrang in der Vergangenheit so einiges an handlungsfüllendem Leben, an Emotionen und Hintergründen gefehlt. In der aktuellen Thematik war davon etwas mehr vorhanden, doch auf beiden Ebenen war schnell abzusehen, worauf alles hinausläuft.


    Dadurch verliert sich aus meiner Sicht ein wenig die Relevanz des Geschehens- ich merke bereits jetzt, wenige Tage nach dem Lesen, dass ich die Namen nochmal nachblättern muss, auch viele Teile der Handlung werden schnell aus meinem Gedächtnis entschwinden - ein Buch so leicht und luftig wie ein isländischer Sommertraum. Also sehr kurzlebig, wenn überhaupt greifbar.


    Dennoch eine Leseempfehlung von mir - und zwar für Zeiten, in denen man sich nicht zu sehr konzentrieren kann oder will. Passt möglicherweise gut als Urlaubslektüre - nicht nur für Island-Reisende!

    2ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Oh, ich freue mich, dass hier meine Meinung geteilt wird! Hier also meine Rezension:


    Kein Bullerbü für Erwachsene. Nein, ganz und gar nicht! Denn erstens bleibt es nicht bei munteren Spielchen und zweitens überwiegen - gefühlt - die Kabalen und Intrigen.


    Das Sujet: Stella, die aufstrebende Modezarin von Stockholm wird von ihrem Freund betrogen - und das ausgerechnet mit ihrer langweiligen, stets beigefarben gewandeten Kollegin. Anstatt ihrem Peder hinterherzurennen, macht sie die Biege und zieht sich aufs Land zurück, in das Häuschen ihrer Großeltern, das nun ihr gehört.


    Das es nicht mehr als eine Bruchbude ist, die keine Toilette und kein fließend Wasser hat, stört sie zwar, aber nicht so sehr, wie ihr attraktiver Nachbar, der Bio-Bauer Thor sie anzieht. Nach einigen Irrungen und Wirrungen landen die beiden im Bett - und dort bleiben sie gefühlt auch bis zum Ende des Romans. Wer sich dafür interessiert, wer wen wie und warum leckt (das ist - man erfährt es schnell - beider liebstes Spielchen im Bett oder auch daneben), kommt voll auf seine Kosten.


    Dass auch gesellschaftskritische Themen wie Mobbing, sexuelle Belästigung und die kindliche Trauer eine Rolle spielen - und zudem sehr gut, sowohl unterhaltsam als auch anschaulich, nur eben viel zu kurz dargestellt sind, stellt man als Leser eher nebenher fest. Und kommt - wenn man wie ich gerade an dieser Thematik besonders interessiert ist, längst nicht auf seine Kosten. Schade eigentlich, denn die Autorin hat Humor und zudem ein Händchen für die Entwicklung von Charakteren. Aber dieser viele Sex in allen Varianten hat mich so ermüdet, als hätte ich mich selbst im Bett ausgetobt anstatt zu lesen.

    2ratten

    Moderne Zeiten

    Eine ungewöhnliche Familie ist die Familie Reiner, die 1925 nach Juist zieht - gänzlich unkonventionell, wie es scheint. Die neue Schule, die dort entstehen soll, geht eigene Wege, sie folgt nämlich neuen Ansätzen. Ebenso wie das angegliederte Internat.


    Ein historischer Roman über ein Modell der Reformpädagogik - ein spannendes und interessantes Thema. Und vor allem: Es geht nicht nur darum, sondern auch um die Akzeptanz dieser neuen Schulform. Und damit können die Ureinwohner von Juist so gar nichts anfangen. Auch die zwei Welten, die hier aufeinander treffen, bilden einen wichtigen Bestandteil der Handlung: Hier trifft Modernes auf Althergebrachtes und das ist noch nie ohne Reibereien abgelaufen.


    Sorgfältig, mit Liebe zum Detail, ganz, wie man es von ihr gewohnt ist, beschreibt Autorin Sandra Lüpkes dieses Szenario - eine Thematik, die ich sehr genossen habe! Es sind nämlich nicht nur die genannten zwei, sondern es sind gleich mehrere neue Welten, die man als Leser hier betritt. Und die ich viel zu früh wieder verlassen musste - fast wünsche ich, es gäbe einen zweiten Teil!

    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Heute möchte ich mal vor einem Buch warnen - auch wenn Euch "Das Erbe der Rosenthals" gefallen hat, rate ich ausdrücklich von der Lektüre des Nachfolgeromans ab. Mehr dazu hier:

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    Eine zusammengestückelte Geschichte

    Nach dem aufwühlenden Roman "Das Erbe der Rosenthals" über die schicksalhafte und für die meisten Passagiere fatale Flucht nach Kube mit dem Schiff St. Louis, eines realen und besonders tragischen Ereignisses im Dritten Reich, war ich auch an dem Nachfolgeroman des Autors interessiert.


    Die Familie Sternberg, ebenfalls aus Berlin, hatte ein etwas anderes Schicksal: hier begab sich die Mutter Amanda Sternberg mit den beiden Töchtern Viera und Lina alleine auf die Flucht und nur Viera, die Ältere landete auf der St. Louis. Desweiteren geht es um das Leben von Amanda und Lina in Frankreich. Was ist das für ein Durcheinander, das da auf den Leser zukommt! Ständig fallen Charaktere , gerade auch Hauptfiguren, weg, kommen neue hinzu, werden weder richtig aus der Geschichte entlassen noch anständig eingeführt. Es gibt keine einzige wirklich lebendige dargestellte Figur, die die Handlung durchgehend tragen könnte.


    Es gibt auch einen Handlungsstrang in der Gegenwart, der ebenso bedeutungs- und zusammenhanglos dahindümpelt. Leider ist hier wirklich gar nichts gelungen an dem Roman!


    Ich möchte potentiellen Lesern daher nicht nur NICHT zu dem Buch raten, ich möchte ihnen sogar explizit von der Lektüre abraten, denn hier erhält man weder einen realistischen Eindruck von den Geschehenissen in Frankreich während des Krieges noch werden andere wichtige Informationen zum Zeitgeschehen im erforderlichen Umfang vermittelt und ein literarischer Genuss ist es schon gar nicht. Nur ein Satz mit X - für mich jedenfalls.

    1ratten