Beiträge von TochterAlice

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Ich fand es auch eher so mittelmäßig


    "Bitte bring mich zum Beben" (S.153)

    Dieser Satz fällt während eines Gesprächs bei einer Sexhotline. Es ist kein gewöhnliches Gespräch,denn beide Teilnehmer haben Namen: Yvonne und Joe nämlich. Ach nein, heißen sie doch Marie und Gottlieb?


    Was stimmt, was ist wahr, was erfunden? Diese Frage stellt sich der Leser nicht nur an diesem Punkt, nein, eigentlich ist jede Aussage der beiden Telefonpartner fragwürdig.


    Es ist zunächst ein unverbindliches Geplänkel, aus dem irgendwann mehr wird. Ein "Mehr", das man als alles Mögliche bezeichnen kann, nur nicht als Telefonsex. Oder wenn, dann nur am Rande.


    Worauf die beiden bzw. der Anrufer; nennen wir ihn nun Gottlieb, hinauswollen? Verrate ich Ihnen nicht, nur so viel, es kommt noch eine zweite Marie im Gespräch vor, ein Kind, eine Lehrerin und ein Hausmeister. Hilft Ihnen nicht viel weiter?


    Soll es ja auch nicht, denn so ein kurzer Text ist schnell gelesen, sofern Sie sich dazu entschließen. Keine Frage, es ist eine kurzweilige Lektüre, denn Bernhard Aichner schreibt gewohnt leichtfüßig und eloquent. Weswegen ich ihn ja auch sehr schätze.


    Allerdings macht es für mich einen Unterschied, ob er diese Fertigkeiten in das eher schwere, düstere Setting seiner Krimis steckt oder in eine von Beginn an federleichte Geschichte, in eine Geschichte mit Kaschmirgefühl. Das stelle ich mir vor als das ultimative Wohlfühlgefühl, eines, in das man während des Lesens einsinkt, um sich nie wieder davon lösen zu wollen.


    Dafür war mir die Geschichte zu dünn: anfangs zu belanglos, später dann zu wenig überraschend. Auch wenn ein Roman von Bernhard Aichner natürlich immer lohnenswert ist in dem Sinne, dass er keine verschwende Lebens- und Lesezeit darstellt. Wenn Sie bspw. unbedingt erfahren wollen, wer wen zum Beben bringen soll und warum. Oder auch aus einem anderen Grund. Aichner geht immer - aber sein bester ist das hier nicht. Finde ich zumindest.

    3ratten


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    Liv und die Wikinger: Oder wie man sonst die wilden nordischen Gesellen so bezeichnet, die den alten Göttern huldigen. In diesem Krimi zeigt sich Sylt überhaupt nicht als Insel der Reichen und Schönen, sondern vor allem als ein ursprüngliches Stück Land inmitten der Nordsee mit ebenso ursprünglichen, traditionsbewussten (Ur)Einwohnern, die eine eigene Sprache sprechen.. Von ihnen stammt Liv Landers, die junge Kommissarin ab, doch hat es sie aufgrund komplizierter Verwandtschaftsverhältnisse nach Flensburg verschlagen, wo sie - gerade mal um die 30 - mit Großmutter Elise und Sanna, ihrer pubertierender Tochter lebt. Und arbeitet. Außer, es verschlägt für einen Fall mal wieder nach Sylt.


    Der aktuelle hängt eng mit den regionalen Traditionen zusammen, hat sich doch am Rande des traditionsreichen Biike-Feuers ein Mord ereignet - an Gerhard, einem jungen Mann, der seinerseits eine starke Bindung zu den alten Riten hatte. Und seine Verlobte ist verschwunden. Auch als sie wieder auftaucht, völlig durcheinander, können zunächst einmal keine Zusammenhänge hergestellt werden. Ist der gesamte Freundeskreis verdächtig? Noch ratloser werden die Ermittler, als auf einmal deutlich wird, dass ein Apothekerpaar mit Sohn immer wieder im Rahmen der Ermittlungen auftaucht. Und diese Familie huldigt ganz klar nicht den Göttern, sondern dem schnöden Mammon!


    Ein Krimi, in dem das Privatleben der Ermittlerin Liv Landers stark im Vordergrund steht. Ich finde, es passt gut zu dem Setting und dadurch intensiviert sich auch ein anderer Eindruck von Sylt: nämlich das Bild als Nicht-Nur-Touristen-Insel.


    Insgesamt ein runder Fall, am Ende fehlte mir ein kleines bisschen die Spannung: nachdem alles fest stand, wurde es nochmal aufgerollt und wieder und wieder beleuchtet, das war aus meiner Sicht viel zu langatmig. Dennoch war dies nur ein geringer Störfaktor, denn dies ist definitiv eine Reihe, bei der ich am Ball bleibe, bei der sich die Protagonistin von der Masse absetzt dank verschiedener Alleinstellungsmerkmale. Ich mag Liv sehr gern, sie ist so authentisch und einfach ein Typ. Kein unkomplizierter, aber ganz klar ein liebenswerter. Ich mag besonders gern an ihr, dass sie kein bisschen zickig ist und dass sie ein ebenso guter Kumpel für Männer wie für Frauen ist - wenn man sie lässt. Auf ihren nächsten Fall freue ich mich schon jetzt!

    4ratten


    Ich kann diesem Roman - wie momentan so vielen - nicht viel abgewinnen. Im Nachhinein frage ich mich sogar, warum es drei Sterne geworden sind.


    Auf der Suche nach Erfahrungen sind die fünf Frauen, um die es in Daniela Kriens Roman "Die Liebe im Ernstfall" geht. Für mich ist es eher eine Sammlung von fünf (längeren) Kurzgeschichten, denn jede der hier vorgestellten Frauen hat ihre Geschichte - und diese haben nur bedingt miteinander zu tun. Denn es ist nicht so, dass sich alle fünf Frauen kennen - jede kennt manche davon und nur Judith kennt alle - die meisten allerdings im Rahmen ihrer Tätigkeit als niedergelassene Hausärztin.

    Und alle diese Frauen haben Wünsche und Sehnsüchte, vor allem aber Erfahrungen. Erfahrungen in einem Bereich, nämlich in der Liebe. Um sie geht es hier und zwar nicht nur im Ernstfall.

    Ich muss gestehen, ich bin nicht zum Fan dieses Romans geworden: vor allem deswegen, weil die Frauen nicht eindringlich genug charakterisiert wurden. Und ihre Liebesgeschichten - von denen durchaus viele Folgen hatten - waren aus meiner Sicht nur selten Ernstfälle. Oftmals mit unsympathischen Männern. Oder auch die Frauen wurden in der Konfrontation der bestehenden oder vergehenden Liebe zu Unsympathinnen.

    Hier rein, da raus - das ist leider mein Fazit dieser Lektüre, die - durchaus gefällig geschrieben - sich nicht allzu tief in meinem Bewusstsein eingenistet hat - ich habe fast schon während des Lesens vergessen, was es mit der vorherigen Frau eigentlich auf sich hatte.

    Für mich sind alle fünf Frauen, die ihre innere Zerrissenheit zelebrieren, jede auf ihre eigene Art und teilweise auch nur zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens. Das kann spannend sein, doch die verlorenen Chancen, die bei einer Monika Zeiner oder Vea Kaiser witzige, spritzige oder auch tiefgründige Folgen haben, verpuffen hier vielfach im Nichts.

    3ratten

    Es gibt so viele neueIdeen, die mich begeistern konnten, da sie mir so noch nicht begegnet sind.Auch das Setting fand ich einmalig und einfach phantastisch, auch wenn ich mirhier genauere Beschreibungen gewünscht hätte, um ein genaueres Bild vor meineminneren Auge haben zu können. Die Handlung war spannend und die Figuren konntenmich mit ihrer Vielschichtigkeit überzeugen

    Das kann ich nur unterstreichen!

    Ich lese ja nie Fantasy - fast nie! Hier habe ich eine Ausnahme gemacht und hatte meinen Spaß!


    Ophelia ist ein kleiner Blaustrumpf und mit ihrem Dasein auf der Arche Anima - einem der 21 Teile, "Archen" genannt, in die die Erde vor langer Zeit auseinanderbrach - sehr zufrieden. Denn sie hat ihren Traumjob als Leiterin des lokalen Museums und kann ausserdem lesen - was ganz anders gemeint ist, als das, was wir darunter verstehen: sie kann nämlich durch Berührung die Geschichte verschiedener Gegenstände "lesen", eine Gabe, über die auch in ihrer Heimat nicht gerade viele verfügen. Auf eine Ehe hatte sie bisher keine Lust, aber nun hat sie keine Wahl: an oberster Stelle wurde beschlossen, dass sie heiraten soll und zwar einen Mann von der Arche Pol - wo es wirklich so kalt ist, wie an den Polen, die wir auf der Erde kennen. Eine politische Zweckhochzeit also.

    Ophelia hat keine Wahl: sie muss bereits vor der Hochzeit nach Pol umsiedeln, an ihrer Seite, quasi als Anstandsdame ihre Patentante Roseline.

    Ihr Verlobter Thorn holt sie ab und entpuppt sich als überaus schweigsamer, nicht gerade zugänglicher Zeitgenosse. Und ein bisschen beängstigend: kein Wunder, gehört er doch zum Klan der Drachen.

    Ophelia und Roseline werden zunächst bei Thorns Tante Berenilde in der Himmelsburg untergebracht, wo höchst eigenartige Dinge vor sich gehen, aber das ist längst nicht alles...

    "Die Spiegelreisende" - das ist Fantasy auf französisch und zwar im besten Sinne: intelligent und charmant, auch vieldeutig, ohne jemals anrüchig zu werden - elegant natürlich und eloquent - auch in der Übersetzung (weswegen ich annehme, dass auch das Original die Merkmale erfüllt).

    Der vorliegende Band markiert Teil 1 eines Vierteilers und ist für nicht zu junge Jugendliche geeignet, aber mindestens genauso gut für Erwachsene - ich las es mit großer Spannung und steigender Begeisterung. Das Einzige, was mich richtig enttäuschte, war das sehr abrupte Ende. Es ist halt wirklich ein "richtiger" erster Teil, einer der nichts ist ohne die nachfolgenden.

    Denn er beinhaltet wenn überhaupt, dann ein nur sehr provisorisches Ende, ich würde es eher als Abschluss bezeichnen. Einer, den ich nur mit sehr großer Ungeduld und auch nur sehr vorübergehend akzeptieren kann. Denn schon jetzt zittert alles in mir dem nächsten Band, bzw. den folgenden dreien entgegen, um endlich zu erfahren, ob "die" wirklich gestorben sind, ob Ophelia tatsächlich Besuch aus der Heimat erhält und um noch massenweise Antworten auf andere, zentralere Fragen (die ich hier gar nicht erst aufwerfe, um nicht zu viel zu verraten) zu erhalten.

    Eine neue Welt, die ich im Herzen behalten will. Auf jeden Fall!

    5ratten

    Mein Fall war das Buch leider ganz und gar nicht:


    Ein Roman wie eine Postkartenweisheit


    Anni und Thies - ein Traumpaar? Ja, bis Thies "die" Frage stellt. Genau die, die über ein weißes Kleid und Tränen zum Ring an der Hand und damit zum gemeinsamen Lebensglück führt, bzw. führen sollte. Der Traum vieler Frauen also. Nicht so der von Anni.


    Zumal der Chef der Designerin (hauptberuflich entwirft Anni Spiele, nebenberuflich Postkartenmotive und Spruchkarten) sie gerne nach Berlin verfrachten würde - als Leiterin der dort zu eröffnenden Zweigstelle. Und dorthin will ihr Thies partout nicht folgen...


    Eindeutig too much! Genau deswegen entflieht Anni erst mal der eigentlich langen und stabilen Beziehung. Auf eine Nordseeinsel, nämlich nach Norderney. Zu Maria, der Freundin aus Jugendtagen. Und dann?


    Aus meiner Sicht folgt eine ganze Reihe von Plattitüden und Klischees, die zu allem Übel mit Annis Postkartensprüchen garniert werden. Die man - quasi im Anhang - noch einmal gebündelt erhält, jeden einzelnen fein designet auf einer Seite wie Postkarten. Solche mit warmherzig-lustigen Sprüchen. Genau die Sorte Postkarten, auf die ich allergisch reagiere. So auch auf dieses Buch. Das war so weit weg von mir und meinen Vorlieben, wie etwas nur sein kann. Also: vielleicht mögen Sie so etwas ja und können sich damit anfreunden oder gar identifizieren. Ich leider nicht!

    2ratten

    Ich fand es einfach toll!


    Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land: So beginnt das "Rennsteiglied", in dem ein ganz besonderer Wanderweg besungen wird: ein Symbol gleichwohl für das geteilte wie auch für das wiedervereinigte Deutschland. Denn der Rennsteig führt durch Thüringen und Franken, so ziemlich genau an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entlang.

    Vor dem zweiten Weltkrieg war er von Hotels gesäumt, einfachen und ziemlich eleganten. Ein besonders mondänes, in dem sich die feine Gesellschaft ein Stelldichein gab, war das "Hotel Waldeshöh" das über Jahrzehnte hinweg von Familie Dressel geführt wurde. Die Familie bewohnte das Haus auch noch, nachdem es Teil des Sperrgebiets, eines fünfhundert Meter breiten Streifens unmittelbar an der Grenze, geworden war. Ein hartes Leben, ohne eine besondere Genehmigung durfte niemand zu Besuch kommen und noch schlimmer: man selbst benötigte eine Genehmigung und musste diese ständig mit sich führen.

    Eine Familiengeschichte, die im Dunkeln liegt, bis Milla, eine Anwaltsgehilfin Anfang Dreißig, im Rahmen der Suche nach "Lost Places" auf einen Keller stößt. Einen Keller mit nix drüber. Was hat es damit auf sich? Sie findet dort neben Marmeladen und Säfte, auch hausgemachten Wein aus den 1970er Jahren auch das Tagebuch eines jungen Mädchens, einer Christine. Und in ihr erwacht der Jagdtrieb. Was wohl aus ihr geworden ist? So alt ist sie doch noch gar nicht, so Mitte fünfzig müsste sie sein!

    Milla findet nicht nur Christine, sondern so viel mehr und stößt auf ein trauriges Geheimnis. Eines, das keins sein sollte und das viel Leid gebracht hat. Dennoch ist dies längst nicht nur ein trüber und melancholischer Roman, es ist die Chronik einer Familie, möglicher Schicksale von DDR-Bürgern, die stellenweise traurig, andererseits aber auch sehr atmosphärisch und teilweise sogar idyllisch.

    Ein ausgesprochen besonderer Roman über ein ebenso unbekanntes wie leidvolles Thema. Die Autorin Kati Naumann schreibt ebenso eindringlich wie bewegend, ich habe als Leserin auf jeder Seite gespürt, dass ihr dieses Thema am Herzen liegt. Und das hat sie nicht nur auf emotionaler, sondern auch auf professioneller Ebene ausgesprochen gekonnt umgesetzt! Manchmal waren mir einige Hinweise zu vage, sie blieben quasi in der Luft hängen. Aber das Thema ist so komplex, dass man als Autor gezwungen ist, Grenzen zu setzen - bei einem Thema, in dem es ständig um Grenzen geht! Ich bin beim Lesen einfach neugierig geworden und hätte ewig so weiterlesen können!

    Eine ganz dicke Empfehlung für jeden, dem die jüngste deutsche Geschichte am Herzen liegt, der das Gefühl hat, längst nicht alles zu wissen. Ein ganz ordentlicher schwarzer Fleck kann durch die Lektüre dieses Buches definitiv mit Inhalt gefüllt werden!

    5ratten

    Ich lese ja nie Fantasy - eigentlich. Das hier schon und es hat mir gut gefallen!


    Ophelia ist ein kleiner Blaustrumpf und mit ihrem Dasein auf der Arche Anima - einem der 21 Teile, "Archen" genannt, in die die Erde vor langer Zeit auseinanderbrach - sehr zufrieden. Denn sie hat ihren Traumjob als Leiterin des lokalen Museums und kann ausserdem lesen - was ganz anders gemeint ist, als das, was wir darunter verstehen: sie kann nämlich durch Berührung die Geschichte verschiedener Gegenstände "lesen", eine Gabe, über die auch in ihrer Heimat nicht gerade viele verfügen. Auf eine Ehe hatte sie bisher keine Lust, aber nun hat sie keine Wahl: an oberster Stelle wurde beschlossen, dass sie heiraten soll und zwar einen Mann von der Arche Pol - wo es wirklich so kalt ist, wie an den Polen, die wir auf der Erde kennen. Eine politische Zweckhochzeit also.

    Ophelia hat keine Wahl: sie muss bereits vor der Hochzeit nach Pol umsiedeln, an ihrer Seite, quasi als Anstandsdame ihre Patentante Roseline.

    Ihr Verlobter Thorn holt sie ab und entpuppt sich als überaus schweigsamer, nicht gerade zugänglicher Zeitgenosse. Und ein bisschen beängstigend: kein Wunder, gehört er doch zum Klan der Drachen.

    Ophelia und Roseline werden zunächst bei Thorns Tante Berenilde in der Himmelsburg untergebracht, wo höchst eigenartige Dinge vor sich gehen, aber das ist längst nicht alles...

    "Die Spiegelreisende" - das ist Fantasy auf französisch und zwar im besten Sinne: intelligent und charmant, auch vieldeutig, ohne jemals anrüchig zu werden - elegant natürlich und eloquent - auch in der Übersetzung (weswegen ich annehme, dass auch das Original die Merkmale erfüllt).

    Der vorliegende Band markiert Teil 1 eines Vierteilers und ist für nicht zu junge Jugendliche geeignet, aber mindestens genauso gut für Erwachsene - ich las es mit großer Spannung und steigender Begeisterung. Das Einzige, was mich richtig enttäuschte, war das sehr abrupte Ende. Es ist halt wirklich ein "richtiger" erster Teil, einer der nichts ist ohne die nachfolgenden.

    Denn er beinhaltet wenn überhaupt, dann ein nur sehr provisorisches Ende, ich würde es eher als Abschluss bezeichnen. Einer, den ich nur mit sehr großer Ungeduld und auch nur sehr vorübergehend akzeptieren kann. Denn schon jetzt zittert alles in mir dem nächsten Band, bzw. den folgenden dreien entgegen, um endlich zu erfahren, ob "die" wirklich gestorben sind, ob Ophelia tatsächlich Besuch aus der Heimat erhält und um noch massenweise Antworten auf andere, zentralere Fragen (die ich hier gar nicht erst aufwerfe, um nicht zu viel zu verraten) zu erhalten.

    Eine neue Welt, die ich im Herzen behalten will. Auf jeden Fall!

    5ratten

    Ich war auch sehr enttäuscht - hier meine Rezension:


    Parallelen zu einem Comic

    finden sich aus meiner Sicht im vorliegenden Roman, in dem es im Prinzip um das Leben und Leiden der Madeleine Péricourt geht. Diese wird nach dem Tode ihres Vaters Marcel Alleinerbin einer großen, einflussreichen Bank. Doch widerfährt ihrer Familie am Tage von Marcels Beerdigung ein weiteres großes Unglück, das sie über längere Zeit dergestalt vereinnahmt, dass sie keinen Blick für die Geschicke der Bank hat.

    Was für eine Gelegenheit für diejenigen, die sich beim Erben übergangen wurden, zur Tat zu schreiten und die Dinge zu ihren Gunsten zu wenden! Als Madeleine wieder bereit ist, am Leben teilzunehmen, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen: ihr verschwenderischer Onkel Charles hat sich seinen Teil genommen, ihr ehemaliger Liebhaber, der bis dahin erfolglose Journalist André hat sich verabschiedet, nicht ohne dem Rädchen, das Madeleine zu seinen Gunsten gedreht hatte, noch einen kräftigen Schwung zu geben. Und der ehemalige Prokurist der Bank Gustave Joubert kann der inzwischen mittellosen Madeleine sogar ihr Elternhaus abkaufen. Dann gibt es noch den ein oder anderen mehr im weiteren Umfeld der Bediensteten und Mitarbeiter, der sich fleißig die Taschen gefüllt hat.

    Wer jedoch davon ausgegangen ist, dass Madeleine sich in ihr Schicksal fügt, der hat sich geschnitten. Sie startet einen Rachefeldzug, der zunächst so subtil beginnt, dass niemand etwas merkt. Und dann - nun, lesen Sie selbst.

    Oder auch nicht: denn nur, wer kein Problem hat mit langatmigen Schilderungen und einer an vielen Stellen ausgesprochen konstruierten Handlung, wird diesen Roman uneingeschränkt genießen können. Dazu kommen noch stellenweise so verdrehte Schilderungen, dass sie - nimmt man Faktoren wie Zeit und Raum in Acht - gar nicht stimmen können. Außerdem sind es stellenweise wahre Räuberpistolen, die sich der Autor so ausgedacht hat. Dazu passt auch das überdrehte Personal, das zeitweise so agiert, dass ich mich an Comic-Figuren erinnert fühlte. Es scheint Leser zu geben, die das wenig stört, mir jedoch hat es diesen Roman verleidet. Wobei er durchaus eindringlich und stellenweise süffig zu lesen ist, was mir half, am Ball zu bleiben. Zudem hatte ich bis zum Schluss die Hoffnung, dass die ein oder andere Wendung die Handlung so dreht, dass auch ich sie verstehen und mich voll und ganz hinter sie stellen kann. Leider war dies nicht der Fall, auch verlief der ein oder andere Erzählstrang, auf den ich noch gesetzt hatte. Und vor allem: das Drumherum, der historische Rahmen, die Atmosphäre fehlten komplett. Auf diese spannende Zeit - die 1920er und 30er Jahre - bezog sich der Autor nur punktuell.

    Mein Fazit: Leider kein guter Start mit Pierre Lemaitre - ich werde wohl nicht mehr zu seinen Romanen greifen.

    2ratten

    Eine Pension an der Nordsee


    führt die junge Alex und ihr altes, restauriertes Gemäuer ist ein absoluter Hort der Gemütlichkeit. Kein Wunder, dass so einige Gäste gerne immer wieder kommen. Vor allem solche, denen es zunächst gar nicht gut ging. Denn Alexandra hat ein großes Herz und beherbergt im Rahmen der Tätigkeit einer Stiftungen Trauernde. Diese werden zu einem Erholungsaufenthalt in Alex' gemütliches Haus geladen und fühlen sich dort so wohl, dass viele von ihnen gerne zurückkehren, wenn es ihnen besser geht.


    Diese Warmherzigkeit hat nicht zuletzt mit Alex' Person zu tun - sie hat ein großes Herz und viel Verständnis für ihre traurigen Gäste. Dass auch sie etwas sehr Schlimmes erlebt hat, das erfahren die meisten erst später - oder auch gar nicht. Sie hat ihren Verlobten Johann, ihre große Liebe, wenige Tage vor der Hochzeit in einem Verkehrsunfall verloren. Danach war sie lange auf der Suche nach sich selbst - bis sie sich schließlich auf Norderney (wieder)fand. Ihre Pension und die Menschen um sie herum, sowohl die Gäste als auch Nachbarin Lotti, eine auf den ersten Blick schrille, auf den zweiten sehr empathische Person mit einem riesengroßen Herzen.


    Doch Alex hat auch "normale" Gäste - gerade finden sich zwei Männer, Marc und Jens ein. Jung und sportlich. Doch obwohl nicht von der Stiftung gefördert, wird sofort klar, dass auch sie ihr Päckchen zu tragen haben: zumindest Jens, denn er geht auf Krücken. Und dass auch Marc etwas in sich trägt, wird auch bald deutlich. Er und Alex fühlen sich stark voneinander angezogen.


    Ein trauriges Buch? Eigentlich nicht, denn die Autorin hat die unbeschwerte Ferienstimmung auf Norderney auf ihre unverwechselbare Art eingefangen - die Grundstimmung ist trotz allem eine lichte, zuversichtliche, auch wenn immer mal Stürme aufkommen. Durchaus auch im wörtlichen Sinne.


    Tatsächlich hat Autorin Noa C. Walker die Handlung des Romans dem Setting - also dem Nordseeklima - meiner Ansicht nach sehr stark angepasst, es ist mal sonnig und mild, dann wieder sehr stürmisch. Aber immer finden sich ein paar Wolken am Himmel - weiße oder auch graue. Im Gegensatz zum Vorgängerband "Die Farben meines Herzens" geht es hier wesentlich lebhafter zu. Und: waren es dort die Farben, die Malerei, die eine große Rolle spielte, sind es hier die Klänge, die Musik.


    Ein schönes und kluges Buch, bei dem es wie immer bei Noa C. Walker um Menschlichkeit in ihren unterschiedlichen Facetten geht, vor allem ums Vertrauen, aber auch um das Wertschätzen dessen, was - und vor allem auch wen - man um sich hat. Außerdem steht diesmal die Vergebung im Mittelpunkt, das In-Sich-Hineinhorchen und verzeihen. Ein warmherziges, stimmiges Buch mit kraftvollen Elementen und wunderschönen, aber auch erschreckenden Naturerlebnissen. Aber auch mit einigen Enttäuschungen.


    Wer etwas für den Geist, für die Seele sucht, wer gerade Lust etwas besonders Stimmungsvolles ist und keine Angst davor hat, auch mal eine Träne zu verdrücken, der wird von diesem Buch, von seiner Warmherzigkeit und Kraft, sicher nicht enttäuscht sein! Ich jedenfalls empfehle es von ganzem Herzen!

    5ratten

    Ich fand das gar nicht so unwichtig, weil dieser Erzählstrang ja doch auch in Bezug auf Alex nicht ganz unwichtig war. Hätte mich auch interessiert!

    Hm, ich dachte, das wäre eigentlich klar, nachdem Marc überlegt hat, wie die Stiftung wohl diese Urlaube vergibt und ob die nicht besser prüfen sollten, wer sich da bei ihnen bewirbt ... (Sterbeurkunde etc.

    Ich stehe bei solchen Andeutungen häufig ziemlich auf dem Schlauch bzw. habe eventuell was überlesen. Tut mir Leid!

    Max tat mir aber am Schluss auch leid. Wahrscheinlich wäre er irgendwann zu einem Gespräch bereit gewesen, wenn Marianne ihn gelassen hätte.

    Den Eindruck hatte ich auch und es hätte ihm sicher auch geholfen! Aber er stand offenbar voll unter Mariannes Fuchtel!

    Wie Jenni in den Genuss der Stiftung gekommen ist, bleibt mir weiterhin rätselhaft, ist aber auch nicht wirklich wichtig. Es hätte mich aber schon interessiert, wie es mit ihr und Boris ausgegangen ist.

    Ich fand das gar nicht so unwichtig, weil dieser Erzählstrang ja doch auch in Bezug auf Alex nicht ganz unwichtig war. Hätte mich auch interessiert!

    Diese Marianne ist wirklich unversöhnlich. Ich kann sie gut verstehen, denn ich kann auch nicht jedes Mal uneingeschränkt vergeben, wenn der andere es erhofft, aber sie hatte ja Alex gegenüber den Tathergang falsch dargestellt! Oder zumindest einige Informationen vorenthalten und das fand ich extrem unfair. Max hat ja zumindest bei dem Aufeinandertreffen offener reagiert.


    Ich fand es sehr mutig, dass Alex mit Marc nochmal das Gespräch gesucht hat.


    Gut, dass Jens so offen mit Alex gesprochen hat, er ist wirklich ein wahrer Freund - und zwar sowohl für Marc als auch für Alex. Und Annette passt gut zu ihm, sie ist offenbar genau so eine Ränkeschmiedin wie er - zumindest, wenn es um das Glück lieber Menschen geht!


    Und was ist mit Lotti und Tip? Sie waren doch schon auf dem richtigen Weg in die Liebe. Aber wenn ich es recht verstehe, braucht Lotti noch etwas Zeit, um sich Tip ganz öffnen zu können, ob als Freundin oder als Liebende.


    Celina hat sozusagen ihre Berufung gefunden. Ich fand es ein bisschen schade, dass die Sache mit Simone offen blieb, denn sie hat ja doch einen ziemlich großen Teil im Roman eingenommen, da hätte eine Auflösung gut gepasst. Auch wenn es eine solche nicht immer im Leben gibt.


    Ich wäre aber noch neugieriger auf den Ausgang der Geschichte um Jenni gewesen! Sie wurde doch zunächst als Trauernde eingeführt (auch, wenn sie sich nicht so gab) und war Teil der Pension, da hätte mich ihr Schicksal (und das des Fieslings Boris) dann doch sehr interessiert.


    Insgesamt aber ein weiteres warmherziges und rundes Buch von Noa, diesmal sogar eines, das ich Nordsee- Urlaubern, die sturmfest und erdverbunden sind, empfehlen würde!

    Vielen Dank, liebe Noa, dass Du uns wieder so einfühlsam und informativ begleitest!

    Jenni hat sich in der Pension eingeschlichen. Ihre Trauer kammir ja schon seltsam vor, bzw. ich habe sie nicht gespürt.

    Ist es denn mittlerweile sicher, dass Jenni sich eingeschlichen hat? Es kann ja sein, dass beides stimmt - sie hatte einen schrecklichen Verlust und ein Fiesling ist hinter ihr her. Vielleicht hat ja der Grund irgendwie mit ihrer Familie zu tun?

    Ach ja, und Marianne und Max sind auch noch im Anflug

    Stimmt, das hatte ich ganz vergessen, da geht es ja sicher noch rund mit Marc. Ob sie ihn direkt als den Schuldigen an Johanns Tod erkennen werden? Oder sie ihn? Haben sie sich eigentlich jemals getroffen?

    Lotti hat kein Uniform-Problem, sie projiziert etwasVergangenes auf Tip und will ihn daher auf Abstand halten. Doch das wird bestimmt noch was mit denbeiden, aber Romantik kann ich mir da nicht so vorstellen.

    Nein, aber es muss ja auch nicht unbedingt Romantik sein, was ein Paar mit einander verbindet. Ich kann mir vorstellen, dass ihre Liebe ordentlich von Humor getragen sein wird!

    Ich bin nun wahnsinnig neugierig darauf, was es mit Jenny auf sich hat - offenbar ist sie in Wirklichkeit Jana aus Polen, aber wie ist sie dann auf Alex' Inselpension gekommen? Denn offenbar ist sie doch durch diese Stiftung dorthin gekommen, die Alex auch sonst die Trauernden vermittelt? Hat sie dort etwa auch gelogen? Oder sucht sie Schutz? Möglicherweise ist sie eine ehemalige Prostituierte? Oder aber ihre Eltern hatten irgendwelche Schulden bei Boris? (Ich mag diesen Namen, ich mag es gar nicht, dass so ein Bösewicht ihn trägt. Wobei: ich muss ja auch Boris Becker ertragen. Der ist zwar nicht böse, aber total nervig).


    Der kleine Enrico handelt genau richtig, als er zum Strand läuft und Hilfe holt. Sehr gut erzogen! Obwohl - beim späteren Nachdenken darüber wäre ich anstelle seiner Eltern doch ein wenig erschrocken gewesen, was alles auf dem Weg und vor allem vorher hätte passieren können! Aber ich glaube, dass sie mit einem gesunden Pragmatismus leben, um den ich sie beneide.


    Lotti und Tip scheinen sich gefunden zu haben! Oder?


    Celina ist ein tapferes Mädchen, wobei sie so vielleicht sogar mehr Glück hat als sonst. Ich glaube, die Zukunft mit einer so komplizierten Mutter wäre für sie auch nicht einfach geworden. Möglicherweise hätte sie erwartet, dass sie als Älteste immer für sie da ist (das hat meine Oma von meiner Mutter, ihrer ältesten Tochter erwartet und meine Mutter musste von ihrer Schwester, also meiner Tante und ihrem Freund, also meinem Vater, lange überredet werden, bis sie bereit war zu heiraten. Aber ich glaube, bereut hat sie es nie!)


    Oh, da hat sich Noa aber für den letzten Teil was vorgenommen! Aber ich bin sicher, dass sie damit problemlos klar kommt!

    Diese Soldatentruppe bringt Leben in die Pension und sie sind auch eine Hilfe. Allerdings hat Lotti, die wundervolle Person, die immer ein richtiges Wort für jeden hat, scheinbar ein Problem mit Soldaten. Tip kommt gar nicht gut bei ihr an. Aber er lässt sich auch nicht durch ihre Art beeindrucken.

    Naja, eigentlich doch nur mit Tip. Zu dem jungen Kerl ist sie durchaus freundlich.

    Die Soldaten benehmen sich wie die Elefanten im Porzellanladen. Was Lotti so vehement gegen Tip hat, verstehe ich auch nicht so ganz, vielleicht dreht sich das ja noch ins Gegenteil. Wenn ich es richtig verstanden habe, bezieht sich ihr Verhalten nur auf Tip und nicht so sehr auf die anderen Soldaten. Das spräche dann dagegen, dass sie generell ein Problem mit den Uniformierten hat.

    Ganz so sehe ich es nicht und wenn, dann sind es Elefanten mit Charme. Wenn einige Leute zusammenkommen, die sich kennen, wird es ja meist etwas lauter - und dann noch junge Männer!

    Ich bin noch nicht so ganz sicher, ob sie sich das Leben genommen hat, das ist ja noch offen, aber ich könnte es mir vorstellen. Selbstmord ist für mich sowieso eines der feigesten Dinge, die man in seinem Leben tun kann. Man entzieht sich allem durch den Tod und hinterlässt, auf ziemlich egoistische Art und Weise, ein Trümmerfeld.

    Nein, ich auch nicht. In der Regel finde ich Selbstmord auch feige, aber nicht immer, es gibt halt doch zu viele Gründe. Bei Simone allerdings stimme ich Dir zu, ihre Mädchen haben es einfach nicht verdient, dass sie sich so rauszieht!

    Hier auch meine Rezension - auch mir hat das Buch insgesamt gut gefallen.


    Jeder gegen jeden:

    So zunächst der Eindruck in diesem leider sehr zeitgemäßen Thriller. Leider, denn es geht um die Ablehnung von Asylbewerbern innerhalb der schwedischen Bevölkerung, die sich zum Hass steigert. Bis auf einmal diejenigen umgebracht werden, die als Sprachrohr dieser neuen und unerwünschten Mitbürger gelten: offene und liberale Journalisten nämlich, die in ihren Artikeln die Probleme aus ihrer Sicht ansprechen. Und diese ist eine gänzlich andere als die des Grüppchens um Carl Cederhielm, des federführenden Journalistenmörders. Sein Name ist dem Leser gleich zu Beginn der Handlung bekannt, der schwedischen Gesellschaft allerdings nicht.


    Sukzessive werden mehr und mehr Informationen ausgepackt. Und was hat August Novak, dem wir zunächst in Chile begegnen, mit der ganzen Geschichte zu tun?


    Zunächst fällt es schwer, gut und schlecht einzuordnen, falls man es überhaupt so sehen kann. Denn die rechtsextremen Killer instrumentalisieren auch andere bzw. dringen in den Alltag ihrer Feinde ein - als Experten, Kollegen, Freunde und kommen so häufig an für sie wertvolle Informationen. Aufgrund der Leichtgläubigkeit der Normalbürger - so scheint es, doch wie weit der Extremismus in den ganz normalen Alltag bereits eingedrungen ist, das kann man einfach nicht ermessen, wenn man nicht so denkt wie diese aggressiven Killer, die sich im Recht wägen. Sie führen eine Mission zur Rettung des wahren schwedischen Volkes durch.


    Auch wenn die Handlung an vielen Stellen rasant ist, empfand ich einige Passagen als etwas umständlich. Denn es kommen viele Figuren vor und man muss als Leser sehr aufmerksam sein, um allen Entwicklungen zu folgen - aus meiner Sicht hätten es gut und gerne ein paar weniger sein können, um den eigentlichen Kern der Handlung klarer auf den Punkt zu bringen.


    Aber offensichtlich waren dem Autor Pascal Engmann all diese Schritte, diese kleinen Umwege wichtig, um zu zeigen, wie schnell man ins Kreuzfeuer radikaler Kräfte gelangen kann und wie nahe sie häufig schon bei ganz alltäglichen Handlungen sind. Es gibt kaum mehr Grenzen, die sie sich setzen.


    Pascal Engmann schreibt, was er als Journalist selbst erfahren hat und es hat mich erschreckt, wie realistisch all die von ihm dargestellten Szenarien sind - nicht nur in Schweden. Nein, diese Bedrohung begleitet auch uns auf Schritt und Tritt, was die Wirkung dieses Thrillers umso eindringlicher werden lässt.

    4ratten


    Es hat mir auch wirklich sehr gut gefallen, dass Noa so deutlich beschrieben hat, wie gefährlich diese Umweltverschmutzung ist. Nicht nur wegen der Giftstoffe, sondern auch bei hohem Wellengang oder Stürmen.

    Es dauert oft Tage bis man den ganzen Müll dann vom Strand und aus den Dünen wieder eingesammelt hat.

    Ja, das ist wirklich toll beschrieben - ein so großes Problem kann nicht oft genug angesprochen werden und Noa tut es hier sehr eindringlich!

    Diese Szene im ersten Abschnitt, als sie Marc sein Fehlverhalten vorwirft, weil er mit Hanna und Celina surfen war....

    Da hat Simone Ihm vorgeworfen, dass SIE auch noch eine Tochter hätte verlieren können!

    Und was macht SIE jetzt? Sie lässt ihre Töchter im Stich.

    In der Tat, das macht sie auch in meinen Augen zu einer sehr egoistischen Person!

    Leider wird es dadurch nicht einfacher die Trauer zu überwinden. Im Gegenteil, irgendwann brechen die Gefühle aus ihr heraus und das kann ganz böse, eventuell sogar in einen körperlichen Zusammenbruch, enden.

    Ja, so ist es - einfach wegschieben, das rächt sich irgendwann aufs Übelste!