Beiträge von buchregal123

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

    Als die Lage in Deutschland für die jüdischen Familien immer schlimmer wurde, haben die Meyers so darauf gehofft, dass sie nach Amerika reisen dürfen. Aber Karl hatte zu lange gezögert und dann hing alles von Ruth ab. Nach einem kurzen Aufenthalt in England, sind die Meyers nun auf dem Weg nach Amerika. Die Hoffnung, dass sie dort zur Ruhe kommen können, war groß, doch schon bald stellt sich Ernüchterung ein. Auf der Überfahrt hat sich Karl übers Ohr hauen lassen und es ist auch nicht leicht, in Chicago Fuß zu fassen, obwohl die Freunde der Meyers alles vorbereitet haben. Aber Ruth und Karl finden sehr schnell eine Arbeit, trotzdem müssen sie den Gürtel enger schnallen. Außerdem machen sie sich Sorgen um die Zurückgebliebenen in Deutschland. Zudem kommt auch in Amerika der Krieg wieder näher. Ruth lernt Eddie kennen, der Soldat ist und schon bald eingezogen wird. Werden Ruth und Eddie eine gemeinsame Zukunft haben?


    Seit dem ersten Band habe ich die Familie Meyer begleitet und sie sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe mich mit ihnen gesorgt und mit ihnen gehofft. Besonders nahe geht einem diese Geschichte, da sie auf Tatsachen beruht. Im Nachwort erfahren wir, was Realität und was Fiktion ist. Der Epilog verrät zudem, wie es mit den verschiedenen Personen weitergegangen ist. Auch dieses Mal wurde ich wieder von der Geschichte gefesselt.


    Ruth hat so viele Ängste, aber immer wieder muss sie Stärke zeigen, weil ihre Familie so viele Hoffnungen in sie setzt. Ich hätte ihr gewünscht, dass sie ihren Schulabschluss machen kann und ein etwas unbeschwertes Leben in Amerika hat. Doch sie muss Geld verdienen, damit die Familie ihren Lebensunterhalt bestreiten kann, denn Karls Verdienst reicht nicht. Karl trifft zwar viele Entscheidungen, aber er ist kein starker Mann und das belastet ihn. Martha dagegen macht eine unerwartete Entwicklung durch. Von ihrer Depression ist nichts mehr zu spüren. Als Ruth Eddie trifft, ist sie gar nicht so von ihm begeistert. Doch Eddie lässt sich nicht abschütteln. Er kann ganz schön penetrant sein, da bekommen auch Karl und Martha zu spüren. Aber das ist gut, denn Ruth und Eddie sind wohl füreinander bestimmt.


    In Deutschland kümmert sich Aretz weiter um die zurückgebliebenen Familienmitglieder, obwohl es wirklich gefährlich für ihn werden könnte. Er und seine Familie sind wirklich liebe mitfühlende Menschen.


    Dieser Roman um die Familie Meyer ist spannend und sehr emotional. Man kann gar nicht anders, als mitzufühlen bei all dem Schrecklichen, dass der Familie widerfahren ist. Leider müssen wir heute miterleben, dass die Menschen aus der Vergangenheit nichts gelernt haben, denn es gibt einiges, dass ich zurzeit sehr erschreckend finde.


    Nicht nur für dieses Buch, sondern für die komplette Reihe kann ich nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen.


    5ratten

    Natürlich auch von mir ein liebes Dankeschön für dein Begleitung. Wie immer war es sehr spannend und interessant mich mit dir und unseren Leserinnen auszutauschen. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und würde mich über eine Runde mit deinem nächsten Werk freuen.

    Bis dahin wünsche ich dir eine schöne Zeit<3

    Da kann ich mich nur anschließen. :daumen:

    Wenn mir die Heldinnen und Helden ans Herz gewachsen sind, lese ich sehr gerne eine Fortsetzung. Ich lese ja prinzipiell auch sehr gerne dicke Wälzer, weil man da länger in den liebgewonnenen Welten verharren kann. Ich lese vor allem dann Fortsetzungen gerne, wenn der Weg der Protas sich fortsetzt, sie also Neues erleben/erfahren. Da gäbe es sicherlich hier noch einiges zu berichten. :)

    Danke Dir für die Antwort! :) Für mich ist das wirklich interessant zu erfahren, wie ihr das seht. Ich lese übrigens auch gerne und sogar lieber dicke "Wälzer". Es gibt ja Leser und Leserinnen, die zu umfangreiche Bücher abschrecken, aber bei mir ist es eher umgekehrt.

    Und ja, auf jeden Fall gäbe es noch einiges Spannendes in einer Fortsetzung von "Kinder ihrer Zeit" zu erzählen!! Wie gesagt, ihr bringt mich richtig in Versuchung ... :):)

    Ich mag Fortsetzungen, wenn sie mir wirklich was zu erzählen haben und ich dann auch den Protas näherkommen kann. Aber ich mag es nicht, wenn es zu viele Bände werden, weil meist die Entwicklung dann nicht mehr so da. Aber ich mag es auch Einzelbände zu lesen - auch ganz dicke!

    Wir wollten das erst alle gar nicht glauben. Zu Hause angekommen ging sofort der Fernseher an und ich saß völlig fassungslos davor.

    So ging es mir auch beim Mauerfall.

    Von beiden Ereignissen hörte ich unterwegs und bin zuhause gleich an den Fernseher. Ich konnte es nicht glauben. Auch wenn man die Bilder sah, kam es einem so unwahrscheinlich vor.

    Rosa Lichtenberg flüchtet 1945 im Winter mit ihren Zwillingen Alice und Emma. Doch dann wird Alice krank. Eine Bäuerin nahm sie auf. Während Rosa mit Emma etwas zu essen besorgen will, überfallen die Russen das Dorf. Rosa und Emma müssen mitansehen, wie alles niedergebrannt wird. Sie gehen davon aus, dass Alice nicht mehr lebt, doch Alice wird von Sergej gerettet. Während Emma mit ihrer Mutter in West-Berlin lebt, wächst Alice Ost-Berliner Heimen auf. Erst viele Jahre später sehen sie sich die Geschwister wieder. Emma lernt durch ihre Schwester den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als er erleben muss, wie ein Freund in West-Berlin entführt wird, gerät er an den Geheimdienst. Als dann die Mauer gebaut wird, von der schon eine Weile gemunkelt wurde, spitzt sich die Lage in Berlin zu.


    Claire Winter hat mit ihrem Buch einen facettenreichen und sehr interessanten Roman geschrieben, der die Umstände im geteilten Berlin während der Zeit des Kalten Krieges beschreibt. Berlin ist in der Hand der Siegermächte und ihrer Geheimdienste. Jeder bespitzelt jeden. Vorsicht und Misstrauen sind überall, da man nicht weiß, wem man wirklich vertrauen kann.


    Alice und Emma hatten als Kinder ein sehr enges Verhältnis, doch die Umstände haben dafür gesorgt, dass sie sich sehr unterschiedlich entwickelten. Alice wurde durch ihre Erziehung in Kinderheimen beeinflusst und ist vom Sozialismus überzeugt. Sie hat gelernt, dass es besser ist, seine Gefühle zu unterdrücken. Besonders bei Markow, einem Freund von Sergej ist Vorsicht geboten, denn er nutzt jede Schwäche aus. Emma wollte ihre Schwester suchen, doch Rosa war so traumatisiert, dass es ihr nicht möglich war, diesen Funken Hoffnung zuzulassen. Imponierend war es, dass sie trotz Krankheit mit aller Kraft dafür gesorgt hat, dass Emma eine gute Ausbildung bekam. Besonders mochte ich Emmas Freund Max, der empathisch und hilfsbereit war. Ihm wurden Steine in den Weg geworfen und so konnte er seinen beruflichen Traum nicht wahr werden lassen. Aber auch Julius Laakmann war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn ich sein Verhalten nicht immer verstanden habe. Es gab aber auch die ewig Gestrigen, die für die Geschichte zwar eine Bedeutung haben, die ich aber überhaupt nicht mochte.


    Die Menschen wurden stark von den politischen Verhältnissen jener Zeit geprägt. Es war ein Wechselbad der Gefühle, Emma und Alice zu begleiten. Nach allem, was sie durchmachen mussten, wünscht man ihnen nur Gutes, doch so ist das Leben nicht – es legt ihnen noch so einige Prüfungen auf.


    Für mich ist dieses Buch ein wirkliches Lese-Highlight. Der Schreibstil ist ungemein packend. Sehr gut recherchierte historische Fakten werden wunderbar mit Fiktivem verbunden. Die Geschichte ist spannend und emotional. Ich kann das Buch nur empfehlen.


    5ratten

    Eine Zukunft in der DDR oder Sowjetunion gibt es für ihn danach nicht mehr, aber ein Leben im Westen wäre für Sergej sicher trotz allem auch nicht vorstellbar gewesen ...

    Seine Einstellung für das politische System war so gefestigt, dass er im Westen nicht glücklich gewesen wäre. Es entsprach einfach nicht dem, was er sich unter einem perfekten Staat vorstellte.

    Zudem war mir vor dem Besuch des Museums nicht bewusst, dass es auf Westseite wohl Aussichtsplattformen gab, wo man in den Osten schauen konnte.

    Das habe ich in Berlin auch gedacht, als ich das sah. Da steigen die Menschen hoch, um andere Menschen wie Tiere im Zoo zu begaffen.

    Doch schon, aber ich war da ja noch ein Kind und habe vor allem wahrgenommen, dass wir in ein anderen, fremden Teil der Stadt gefahren sind. Mir sind vor allem die strengen Kontrollen an der Grenze noch in Erinnerung. Das fand ich etwas einschüchternd.

    Ich war als junge Frau einmal mit dem Bus in Berlin, musste also über die DDR-Grenze und habe auch Ost-Berlin besucht. Es war irgendwie bedrückend, da kurz hinter der Grenze man ganz offensichtlich beobachtet wurde.

    Was für eine Ende, es wird ja nochmal richtig dramatisch.


    Julius hat sich um Alice gekümmert, die es nicht ganz leicht hat, alleine mit ihrer kleinen Tochter. Seine Spionagetätigkeit kommt nun doch raus, aber im letzten Moment kann er sich der Verhaftung entziehen. Alice erkennt, was Julius tut und gerät in einen Gewissenskonflikt. Sie muss die Konsequenzen tragen und darf Lisa nur noch selten sehen. Man braucht ja ein Druckmittel und so ein Kind ist das perfekte Mittel, um Alice gefügig zu halten.


    Emma glaubt Julius, der in Wien auftaucht, als sie dort ihren Job macht. Hätte ich ihm so schnell geglaubt nach allem, was geschehen ist? Ich weiß es nicht. Aber sie liebt ihn und vertraut ihm.


    Ganz schön mutig von Emma, in die Rolle von Alice zu schlüpfen, um Lisa zu holen. Prompt gibt es Schwierigkeiten und sie kommt nicht mehr zurück. Bei mir hat Sergej mir seiner Unterstützung einige Pluspunkte geholt und es ist schade, dass es für ihn so enden musste. Aber Markow weine ich keine Träne nach.


    Es ist doch schön, wenn man Freunde hat, die sich für einen einsetzen. Dass Julius am Ende ein langweiliges Leben vorzieht, kann ich gut nachvollziehen. Max und Lisa verstehen sich ja vom ersten Moment an.


    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es sich nicht so zügig lesen lässt, weil man sich immer wieder mit der Historie beschäftigt und weil einem die Schicksale doch sehr nahegehen.

    Viele haben gar nichts von den Konsequenzen, die durch ihre Mitteilungen an die Stasi gegangen sind, mitbekommen. Sie haben getan was ihnen aufgetragen wurde, um dann ihre Ruhe zu haben.

    Ich bin "Wessi", aber mich interessiert das Thema DDR schon lange. Daher sind unsere letzten Städtereisen immer Richtung Osten und ich habe versucht, dort viele Informationen zu bekommen - über die DDR, den Mauerfall usw.


    Letztes Jahr waren wir in Leipzig und ich habe viel Zeit in der Ausstellung in der Nikolaikirche, dem Zeitgeschichtlichen Forum und in der "Runde Ecke" verbracht. Gerade die "Runde Ecke" finde ich interessant, weil es so viele Dokumente und Exponate gibt, die zeigen, wie die Einschüchterung funktioniert hat. Die Anordnungen, die an Schulen und Betriebe gingen, waren aus meiner Sicht ziemlich eindeutig. Natürlich weiß ich heute mehr. Doch vielleicht man diese Drohungen, die ich sehe, nicht so gesehen, wenn man in dem System gelebt hat.Vielleicht lag es aber auch daran, dass man es nicht anders kannte, weil man vom Hitlerstaat mit seiner Überwachung und Drohung gleich in das nächste ähnlich funktionierende System gerutscht ist.


    Ich kann mir nicht vorstellen, in so einer Atmosphäre des Misstrauens und des Sichverstellens zu leben.

    Wir dachten das Zeug muss etwas in der Milch liegen, bevor man es isst, allerdings war es dann schon richtige Matschepampe und wir fragten uns warum das lecker sein soll. Vor allem haben wir es mit warmer Milch übergossen. Aber man lernt nie aus.

    Dazu fiel mir spontan etwas ein:


    Wir machten 1989 eine Ostanatolien-Rundreise. Unser Reiseführer Murat konnte perfekt deutsch, da er mit der Familie eine Weile in Deutschland war. Sie sind am ersten Tag ihres Deutschlandaufenthaltes einkaufen gegangen und haben Fleisch aus der Dose beim Kochen verwendet. Erst sehr viel später ist ihnen bewusst geworden, dass sie da Hundefutter verwendet hatten.

    Nicht nur Emma kann den Inhalt des Briefes von Julius nicht glauben: Ich auch nicht!! Entweder wurde er dazu gezwungen - oder er will sie nicht belasten?


    Sein Verhalten ist für mich nicht nachvollziehbar, dahinter steckt etwas anderes - und Emma tut mir so entsetzlich leid!

    Für mich ist es auch nicht nachvollziehbar, dass er sich so entschieden hat. Er hat seine Wahl getroffen und sich für die Spionage entschieden. Wollte er Emma nicht in Gefahr bringen oder hat man ihn gezwungen? Da bin ich mir noch nicht sicher.

    Und nun wissen wir auch, dass Haushofer für seine frühe Rückkehr damit bezahlen musste, für den KGB zu arbeiten, aber auch mit geheimen Dokumenten in den Westen geflohen war.

    Das habe ich mir schon gedacht. Es gab kaum eine andere Möglichkeit, um vorzeitig zurückzukehren.

    Als Alice spurlos verschwindet, setzt Emma alles daran, sie wiederzufinden: Alice arbeitet jetzt mit Julius zusammen in Zeuthen und ist schwanger (Bernd?)

    Max!!! Da bin ich mir sicher. Ein Besäufnis kann dann schon mal weitergehen und Folgen haben.

    Max hingegen wurde hier immer mehr und mehr zu meiner Lieblingsfigur. Ich finde ihn wunderbar. Hin und wieder erscheint er mir fast zu "rund", aber perfekt ist er dennoch nicht. Ich bin ein Fan von ihm, muss ich somit gestehen ;) Auch Julius gefiel mir als Figur immer mehr in diesem Abschnitt, meine Neugierde war definitiv geweckt!

    Max ist nicht perfekt, aber er ist ein Mensch, den man einfach gerne haben muss. Julius ist ganz anders, er strahlt nicht diese Lebensfreude aus wie Max. Vielleicht verständlich. Aber auch ihn finde ich sehr sympathisch.

    Ich fand die ganze Sergej-Situation generell emotional sehr kompliziert. Ich war hin und wieder frustriert mit Sergej, dann wieder dankbar dafür, dass er Alice gerettet hat, dann hatte ich Mitleid mit ihm, dann habe ich ihm ganz und garnicht getraut - eine richtige Achterbahnfahrt. Sehr gut geschrieben!

    Ich habe es Sergej hoch angerechnet, dass er Alice gerettet hat und sich um sie gekümmert hat. Doch ansonsten bin ich ihm mit viel Misstrauen begegnet.

    Im finnischen Tornedal lebt die Familie Toimi. Vater Pentti und Mutter Siri haben zwölf lebende Kinder, von denen einige den Hof bereits verlassen haben. Während die sanftmütige Mutter ihre Kinder liebt und die Familie irgendwie zusammenhält, ist der Vater despotisch und angsteinflößend. Das Weihnachtsfest bringt die Familie wieder zusammen, auch wenn sie mit zwiespältigen Gefühlen anreisen. Einerseits freut man sich darauf, die Mutter und die Geschwister wiederzusehen, andererseits ist da das Unbehagen und die Angst vor dem Vater. Dann geschieht etwas, das den Geschwistern bewusst macht, dass es so nicht weitergehen kann.


    Der Schreibstil dieses Buches ist etwas ungewöhnlich, denn so nach und nach werden alle Personen ausführlich dargestellt. Jeder der Personen bekommt ein eigenes Kapitel und so erfährt man, wie jeder die Familie betrachtet, wem er nahesteht und seine Sicht auf das Geschehen. Auch wird der Leser zwischendurch auch mal persönlich angesprochen.


    Ich habe etwas länger gebraucht, um dieses Buch zu lesen. Zum einen waren da die fremden Namen, an die ich mich erst gewöhnen musste (Das Lesezeichen war dabei hilfreich) und dann hat mir die Brutalität manchmal zu schaffen gemacht. Die ganze Zeit verspürte ich eine unheilvolle und düstere Atmosphäre.


    Die Charaktere waren zwar ausführlich und individuell beschrieben, aber nahe gekommen ist mir niemand. Dass es zwischen den Kindern teilweise eine etwas distanzierte Beziehung gibt, ist bei so vielen Kindern vielleicht nicht ungewöhnlich, aber es liegen ja auch so viele Jahre zwischen dem ältesten und dem jüngsten Kind. Siri liebt ihre Kinder, aber ihre Liebe fällt sehr ungleichmäßig aus. Am innigsten fühlt sie kurz nach der Geburt eines Kindes, aber dann kommt ja auch schon bald das nächste. Pentti scheint keine Gefühle für jemanden zu hegen, er erwartet, dass alle funktionieren und ihren Teil der Arbeit übernehmen. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn die Kinder aus dem Hause streben, und doch zieht es sie auch immer wieder zurück.


    Es ist eine Geschichte voller Probleme und Traumata, also bestimmt keine behagliche Geschichte und dennoch will man weiterlesen.


    Ein außergewöhnlicher Roman - düster, bedrückend, aber lesenswert.


    4ratten


    Marie Mitchell wird in ihrem Schlafzimmer von einem bewaffneten Mann angegriffen. Sie kann entkommen, aber sie weiß auch, dass ihre Vergangenheit sie eingeholt hat, denn als ehemalige Amerikanische Spionin ist sie nun nicht mehr sicher.


    Sie sollte seinerzeit Thomas Sankara, den Präsidenten von Burkina Faso, ausspionieren. Es war eine besondere Herausforderung, die ihr Leben damals verändert hatte, denn zuvor hatte sie als einzige schwarze Frau nur Papierkram erledigen dürfen.


    Das Buch geht dramatisch los, doch danach nimmt die Spannung schnell wieder ab. Für einen Thriller gab es meiner Meinung nach jedenfalls zu wenig Thrill. Dennoch fand ich die Geschichte interessant, denn es gibt einiges Historische, dass mir so nicht bewusst war. Der Kalte Krieg sorgt für umfangreiche Agententätigkeit auf allen Seiten. Frauen haben es zu der Zeit nicht leicht, sich im Job zu behaupten und sind häufig Übergriffen ausgesetzt.


    Erzählt wird diese Geschichte aus Sicht der Protagonistin in einer Art Tagebuch. Der Schreibstil ist etwas ausschweifend.


    Marie Mitchell ist eine interessante Person, die für das FBI arbeitet und ihren Job gut macht. Sie bewegt sich beruflich in einem von weißen Männern dominierten Umfeld. Natürlich greift sie zu, als sie dem Bürojob und dem damit verbundenen Papierkram entkommen kann. Sie ahnt aber nicht, was sich damit für sie alles ändert.


    Für mich ist dieses Buch mehr Familiengeschichte und Gesellschaftsroman als Thriller - interessant aber nicht so spannend wie gedacht.


    3ratten

    Nachdem ich die Vorgängerbände „Galgenhügel“, „Totenbauer“ und „Schuldacker“ gelesen habe, musste ich natürlich wissen, wie es mit Heinrich Tenbrink und Maik Bertram weitergeht.


    Heinrich ist inzwischen pensioniert und fühlt sich so ganz wohl. Doch dann ist der Schaddebuer Friedhelm Harking im Rauchland gestorben. Man hat ihm den Schädel eingeschlagen und Zeugen haben einen Mann gesehen, der Harking aus dem Kotten gezogen hat und weggerannt ist. Schon bald hat die Polizei Schultewolter festgenommen, der aber nur mit Heinrich reden will. So ist Tenbrink wieder mittendrin in den Ermittlungen und sein Stöbereinsatz sagt ihm auch zu.


    Dieser Krimi aus dem Münsterland lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Auch die Handlungsorte sind gut beschrieben und das winterliche Venn wirkt etwas gespenstisch. Die Grenze zu den Niederlanden ist nah. So lernen wir nicht nur ein wenig Münsterländer Dialekt kennen, sondern auch gleich noch ein wenig Niederländisch.


    Die Charaktere sind wieder sehr individuell und eigenwillig dargestellt. Heinrich Tenbrink und Maik Bertram leben zusammen in einer WG, was sich gut eingespielt hat. Immer noch grübelt Heinrich über die Vergangenheit nach, die ihn sehr beschäftigt. Obwohl er seinen Ruhestand genießt, stürzt er sich auch gerne wieder in die Ermittlung, die er auf eine sehr spezielle Art führt. Maik hat andere private Sorgen, die ihn umtreiben und so muss er am Ende eine Entscheidung treffen. Es gibt eine Reihe von Verdächtigen und jeder hat mit jedem zu tun. Doch wenn auch viele einen Groll auf den Schaddebuer hatten, so ist es doch gar nicht so einfach, den Schuldigen auszumachen. Schön ist es, dass auch Jan Bonnema von der Polizei jenseits der Grenze wieder dabei ist.


    Eine ganze Reihe von Wendungen haben dafür gesorgt, dass es undurchschaubar und spannend bleibt und das Ende durchaus überraschend ist.


    Mir hat dieser unterhaltsame und spannende Münsterland-Krimi wieder sehr gut gefallen.


    5ratten

    Ich muss sagen, dass mir manche Teile wirklich nahe gehen.


    Julius macht in einem Brief mit Emma Schluss. Da wurde er sicherlich unter Druck gesetzt. Aber er hat eine Entscheidung getroffen. Emma will es nicht glauben und sucht noch einmal das Gespräch mit Julius, doch er lässt sie abblitzen. Der Brief war eindeutig und ich glaube nicht, dass ich mich so wie Emma verhalten hätte.


    Julius wird plötzlich ziemlich linientreu. Seltsam!


    Max will sich um Herrn Goldmann kümmern und er macht einen ersten Schritt, in dem er den Rechtsanwalt einschaltet. Natürlich übernimmt er das Mandat nicht einfach so, er verpflichtet Max für einige Stunden. Der kündigt bei der KgU, da ihm inzwischen die Bindung fehlt.


    Emma hat viel Vertrauen zu Alice, denn sie ist gefährlich offen. Obwohl Alice bedenkenlos spioniert, hat sie bei Emma doch Skrupel, alles so weiterzugeben. Zum Glück kann sie ihre Gefühle ziemlich wegschalten, auch wenn Markow misstrauisch ist. Im spätere Dreiergespräch mir Sergej ist Alice sehr mutig, aber das hat auch einen Preis.


    Aber dann kommt es zum Streit zwischen Emma und Alice und Alice verschwindet darauf. Wieder ist es Max, der mit Alice in der Kneipe alles im Alkohol ertränkt.


    Alice ist dann ausgerechnet in der Nähe von Julius und er unterstützt sie, als sie ihm erzählt, dass sie schwanger ist. Sie gibt den Vater nicht preis. Ich denke, dass es Max ist, der an dem Kneipenabend Alice getröstet hat.


    Emma riskiert viel, als sie versucht, ihre Schwester zu finden. Wie ernüchternd und verletzend muss es sein, als sie Julius und Alice sieht.