Beiträge von buchregal123

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Im französischen Aquitaine gehören Austern zum Weihnachtsessen. Am Bassin d’Arcachon herrscht daher in der Winterzeit Hochkonjunktur für die Austernfischerei. Ein gutes Geschäft für Bertrand Chevalier, der größte Produzent in der Gegend. Allerdings weckt das auch Begehrlichkeiten bei Austerndieben, die ziemlich dreist vorgehen. Deshalb beobachtet die Brigade nautique das Geschehen im Bassin genau. Auf Einladung dürfen auch Luc Verlain und sein todkranker Vater an einer solchen Tour teilnehmen. Dabei entdecken sie die Leichen von zwei jungen Männern. Es sind die Söhne von Austernfischern mit kleineren Betrieben, die gegen den großen Konkurrenten kaum noch eine Chance haben.

    Dies ist der dritte Band um Commissaire Luc Verlain, die im französischen Aquitaine ermittelt. Ich mag diese Krimireihe von Alexander Oetker. Der Schreibstil ist sehr schön zu lesen. Es gibt ganz viel Lokalkolorit, denn erfährt viel über die Gegend und die dort ansässigen Menschen. Dieses Mal liegt der Schwerpunkt also auf der Austernfischerei. Dabei kommen Themen wie Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung und andere aktuelle Probleme auch nicht zu kurz.

    Bei seinen Ermittlungen wird Luc von seiner Partnerin Anouk Filipetti unterstützt. Ich mag die beiden sympathischen Ermittler.

    Auch wenn ich kein Freund von Austern bin, hat mich dieses Thema doch interessiert. Austernfischerei ist ein Knochenjob und auch hier geht es wie in anderen Wirtschaftsbereichen zu. Die Kleinen haben gegen die gierigen Großen keine Chance.

    Obwohl es auch viel um Privates der Ermittler geht, war die Spannung doch immer da. Ich habe mich auch als Ermittler versucht, was gar nicht so einfach war. Am Ende löst sich alles schlüssig auf.

    Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen.


    5ratten

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    In einem Teich taucht nach dem Tauwetter die Leiche eines Unbekannten in einem Seesack auf. Kommissar Bergers Vorgesetzter glaubt, dass der Tote Opfer des Trümmermörders ist, der seit einiger Zeit sein Unwesen in Hamburg treibt. Doch warum sollte der Täter seine Methode geändert haben? Wilhelm Berger hat seine Zweifel. Niemand scheint den Toten zu vermissen. Als die Polizei an die Öffentlichkeit geht, gibt es einen ersten Hinweis, dass es sich um den verschwundenen Mann von Ruth Blaue handeln könnte. Aber alle Befragten scheinen zu lügen und es geht einfach nichtweiter mit den Ermittlungen. Doch der Fall lässt Wilhelm Berger nicht los. Immer wieder versucht er auf eigene Faust etwas herauszufinden und geht dabei Risiken ein, wobei er von seinem Kollegen Pagels gedeckt wird, obwohl Pagels häufig anderer Meinung ist als Berger. Jahre später scheint sich eine Wende in diesem Fall zu ergeben.

    Das Buch ist spannend und lässt sich gut und flüssig lesen. Mir gefällt es, wenn ich über die Zeit nach dem Krieg mehr erfahre, besonders wenn die Fakten so gut recherchiert sind.

    Ich kannte Wilhelm Berger schon aus einem anderen Buch der Reihe. Er ist nach dem Krieg zurück nach Hamburg gekommen und darf nun wieder als Kommissar arbeiten. Berger hat seine Bedenken gegenüber denen, die mit dem Regime sympathisiert hatten und zeigt das auch. Umso verwunderlicher ist es, dass er als er seinem Sohn helfen will und in Schwierigkeiten gerät, ausgerechnet Karl Kaufmann um Hilfe bittet, der Gauleiter war. Ihm muss bewusst sein, dass an die Hilfe Erwartungen geknüpft werden. Auch Wilfried Pagels redet offen und macht Berger deswegen Vorhaltungen. Aber die beiden arbeiten gut zusammen.

    Mich hat erschreckt, wie Kaufmann im Nachhinein seine Handlungen rechtfertigt und angeblich von vielem nichts gewusst hat. Er dreht sein Fähnchen nach dem Wind und erwartet, dass ihm ein gutes Leumundszeugnis ausgestellt wird. Berger ist ihm gegenüber ziemlich naiv, weil die Familien langjährige Beziehungen hatten. Aber Berger ist halt auch nur ein Mensch.

    Ruth Blaue ist eine Person, die wirklich nicht sympathisch rüberkommt. Was sie bei den Vernehmungen erzählt, ist oft zu unwahrscheinlich, dass man ihr nicht glaubt. Doch je mehr Fakten ans Tageslicht kommen, umso verständlicher wird ihr Verhalten und man begreift, was sie zu dem gemacht hat, was sie nun ist.

    Auch die Nebencharaktere sind interessant und authentisch gezeichnet.

    Dieser Fall beruht auf Tatsachen, die auch die Grundlage für einen Fernsehfilm „Stahlnetz“ waren.

    Auch wenn das Cover wenig ansprechend ist, so kann ich diesen interessanten und spannenden Krimi nur empfehlen.


    5ratten

    Eigentlich bin ich nicht so der Fantasy-Leser, aber mich hatte das Buch auf den ersten Blick angesprochen und die Leseprobe hat mich überzeugt, das Buch lesen zu wollen. Dieses Buch ist der Auftakt einer Fantasy-Saga von Jenn Lyons. Es ist kein leichtes Werk, weder vom Umfang her, noch vom Inhalt. Die Geschichte ist komplex und man sollte aufmerksam lesen. Mich haben die vielen Fußnoten in meinem Lesefluss etwas beeinträchtigt.


    Das Ungeheuer in Gestalt der schönen Frau Klaue bewacht Kihrin in seiner Gefängniszelle. Doch das ist langweilig und so fordert Klaue Kihrin auf, ihr Geschichten zu erzählen. Doch die gefallen ihr nicht unbedingt und so beginnt auch Klaue zu erzählen.


    Der Leser erfährt also alles aus verschiedenen Perspektiven, denn es gibt auch noch einen Berichterstatter, der eine weitere Sichtweise dazu bringt. Dabei geht es aber nicht chronologisch zu, was es nicht einfach macht, den Überblick zu behalten.


    Es treten sehr viele interessante Figuren in diesen Geschichten auf und Klaue taucht selbst in vielerlei Gestalt auf. Kihrin kommt zwar aus den Elendsvierteln von Quur, aber als er von einem Prinzen für den verloren gegangen Sohn gehalten wird, zeigt sich, dass hinter seiner Person mehr stecken muss. Doch wer ist er wirklich? Ist er dazu bestimmt, die Welt zu retten oder sie zu vernichten? Auf jeden Fall ist Kihrin zwischen die Fronten von Zauberern, Adeligen und Dämonen geraten.


    Es ist eine komplexe und spannende Geschichte, dabei geht es aber auch in den Dialogen durchaus humorvoll zu. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


    4ratten

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    »Kannst du nicht ein Mal eine Mutter sein wie alle anderen auch?«


    Das sind die letzten Worte der zehnjährigen Ivy Silvergren an ihre Mutter. Dann ist die Mutter spurlos verschwunden. Ivy und ihr Vater Richard haben es nicht leicht in der Zeit danach. Der Vater gerät erst einmal unter Verdacht und Ivy gibt sich die Schuld am Verschwinden ihrer Mutter Lila. Inzwischen sind fast dreizehn Jahre vergangen, aber Ivy ist immer noch traumatisiert und hat ihr Leben nicht wirklich im Griff. Sie sammelt Dinge auf, die andere Menschen verloren haben und gibt ihnen eine Geschichte. Auch Richard hat mit dem Verlust noch nicht ganz abgeschlossen, doch er will einen Neuanfang wagen. Er will wieder heiraten und muss dafür Lila für tot erklären lassen. Ivy bittet ihn um ein wenig Zeit. Sie will versuchen, Spuren ihrer Mutter zu finden.


    Es ist eine ganz besondere Geschichte, die Nicole C. Vosseler bildhaft und sehr einfühlsam in diesem Buch erzählt. Mich hat Ivys Geschichte sehr berührt.


    Ivys Mutter Lila ist durch einen Gedichtband sehr berühmt geworden. Lila ist mit ihren Gedanken immer weit weg und Ivy hat so manche Enttäuschung erlebt, wenn wieder einmal ein Versprechen nicht gehalten wurde. Doch dann gibt es noch etwas viel Schlimmeres. Lila ist einfach verschwunden und es gibt keinen Hinweis darauf, was geschehen ist. Natürlich gibt sich Ivy die Schuld dran, wie Kinder immer Schuldgefühle bekommen, wenn bei den Eltern etwas schiefläuft. Richard ist ebenfalls ein berühmter Schriftsteller. Erst gerät er ins Visier der Polizei und dann werden er und Ivy von den Medien verfolgt.


    Später unternimmt Ivy Streifzüge durch New York, bei denen sie die verlorenen Dinge aufsammelt und mit nach Hause nimmt. Sie selbst fühlt sich auch etwas verloren. Eines Tages sieht sie den Pflastermaler Jack. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen und kann sich dennoch nicht auf ihn einlassen. Jack ist ein wundervoller Mensch, der sehr einfühlsam mit Ivy umgeht. Aber auch der Straßenkehrer Moe ist ein liebenswerter Mensch.


    Ivy hat mir leidgetan, aber ich habe ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen können. Trotzdem habe ich sie gerne begleitet auf der Spurensuche nach ihrer Mutter, die für sie auch eine Suche nach sich selbst ist. Sie begegnet alten Freunden ihrer Eltern, ihrer Verwandtschaft und Stan. Alle diese Personen sind auf ihre Art besonders.


    Es passiert gar nicht einmal so viel in dieser Geschichte, aber die Spannung ist trotzdem da, denn man möchte natürlich wissen, was Ivy über Lila herausfindet.


    Es ist eine melancholische Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.


    5ratten

    Mir ist aufgefalle, dass Ivy auf ihrem Roadtrip in keinster Weise zurückhaltend ist, ich hätte nicht bei einem völlig fremden Mann übernachtet !

    Ich hätte das wahrscheinlich auch nicht gemacht, aber meine Tochter hat da auch keine Probleme mit. Sie ist schon viel rumgekommen und hat manchmal bei wildfremden Leute auf dem Sofa übernachtet. Zum Glück hat sie nie schlechte Erfahrungen damit gemacht.

    Wieso wußte Richard nichts von dem Mann in Lilas Leben, von dem was er in ihr bewirkt hat?

    Er hat es bestimmt gewusst und wollte nicht daran rühren, weil ja auch er eine Beziehung gehabt hatte.

    Aber es ist doch oft so, dass Partner nicht mitbekommen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Der Alltag läuft wie immer und so fällt es nicht wirklich auf. Erst wenn man dann mit der Nase drauf gestoßen wird, fällt einem auf, dass da was war, was man nicht beachtet hat.

    Mir ist auch in dem letzten Abschnitt nicht klar geworden, warum Richard seine Tochter solange von der Familie der Mutter ferngehalten hat.

    Er hat sie wahrscheinlich gar nicht bewusst ferngehalten. Es war einfach nicht seine Familie. Auch war er nach Lilas Verschwinden neben der Spur. Dann ist so viel Zeit vergangen, dass er keinen Anlass gesehen hat, die Beziehung aufleben zu lassen.

    Vielleicht ist sie so geworden, weil sie alles allein schaffen mußte. Sie hätte aber nicht allein sein müssen. Auch hier verstehe ich nicht, wie man von so einer lebendigen lieben Familie einfach wegbleiben kann.

    In der Familie war nur die Arbeit wichtig und die Kinder mussten auch ran. Daher war der Kontakt zu der Verwandschaft wahrscheinlich gar nicht einmal sooo eng. Ihren Eltern macht sie Vorwürfe und die anderen sind nicht so wichtig für sie. Da schlägt sie sich lieber alleine durch. So entgeht sie weiteren Enttäuschungen.

    Zwei Autoren, die mit Worten umzugehen wissen und dennoch nicht miteinander reden können. Lila hat alles mit sich ausgemacht und Richard hat nicht bemerkt, wie labil Lila eigentlich ist.


    Stan hat Lila gutgetan, wie er auch jetzt Ivy guttut. Aber auf Dauer wäre Lila wahrscheinlich auch bei ihm nicht glücklich gewesen. Sie geht zu Richard zurück, wahrscheinlich wegen Ivy und hat eine glückliche Zeit. Jedenfalls teilt sie das Stan mit. Doch dann verschwindet sie einfach. War es ihr egal, was Richard und Ivy mitmachen müssen? Ich denke, ihr fehlte einfach die Kraft, sich auch noch um andere zu kümmern.


    Auch Ivy kann bei Stan wieder zu sich finden. Sie erfährt dabei so viel über ihre Mutter. Am Ende weiß sie zwar immer noch nicht, was wirklich geschehen ist, aber sie kann nun einschätzen, wie es gelaufen ist und findet einen Abschluss. Das kann zwar nicht alle Wunden heilen, aber Ivy ist auf einem guten Weg. Dafür muss Stan wieder Abschied nehmen. Irgendwie tut er mir leid.


    Als sie in New York zurück ist, braucht sie noch Zeit, bis sie Jack aufsucht. Der liebe, gute Jack versteht es und macht es ihr leicht. Endlich erfährt er ihre Geschichte.


    Auch wenn mit dem Verstreuen der Asche ein schöner symbolischer Abschluss erfolgt, bleibt man doch etwas traurig zurück.

    Ich liebe die Bücher aus der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" vom Aufbau-Verlag.

    Frida Kahlo war eine charismatische Frau, die genau wusste, was sie wollte. Das Schicksal hat es nicht immer gut mit ihr gemeint und so wurde es auch nichts mit ihrem Wunsch, Ärztin zu werden. Sie verliebt sich in den wesentlich älteren Maler Diego Rivera, der sein ungezwungenes Leben genießt. Doch Frida will seine Frau werden und schafft es auch. Allerdings muss sie immer wieder beide Augen zudrücken, denn ihr Mann kann nicht treu sein. Aber nicht nur für Rivera ist die Malerei wichtig, auch Frida hat sich der Kunst verschrieben und zeigt auch Talent. Sie weiß auf sich aufmerksam zu machen und ihr Leben zu genießen.

    Caroline Bernard hat mich auch mit dieser Künstlergeschichte wieder gepackt. Ihr ist es gut gelungen, die Geschichte von Frida Kahlo lebendig und emotional zu erzählen.

    Die Charaktere sind gut und vielschichtig dargestellt. Frida hatte es nicht leicht. Sie erkrankte als Kind an Kinderlähmung, ein Unfall verhinderte, dass sie Ärztin werden konnte und auch später musste sie noch einiges wegstecken und das hinterließ Spuren. Die Ehe mit Diego war sicherlich nicht unbedingt das, was sie sich gewünscht hätte, aber sie liebte den Mann und hat sich mit ihm arrangiert. Schnell löst sie sich künstlerisch aus dem Schatten ihres Mannes und sie ist äußerlich eine auffallende Erscheinung.

    Ein lesenswerter Roman über eine außergewöhnliche Künstlerin.


    5ratten

    Ich denke nicht, dass man das erraten muss. Kinder sollten die Wahrheit wissen. Vielleicht nicht unbedingt schon ewig vor dem Tod, aber doch so, dass sie vorbereitet sind und keinen "Schock" bekommen, wenn plötzlich das Unerwartete eintritt. Man muss ihnen etwas die Angst nehmen, sonst bekommen sie so ein Trauma wie Ivy.

    Ich finde auch, dass man die Wahrheit sagen sollte, denn dass etwas nicht stimmt, spüren die Kinder sowieso. Außerdem tut eine Zeit des Abschiednehmens auch ganz gut, so schmerzlich das ist.

    Ehrlich gesagt, habe ich beides nicht verstanden - das Ivy aus Maine wegwollte, um mehr aus ihrem Leben zu machen, alles gut, aber das sie nicht mehr kommen wollte, weil Sam ihr peinlich war, deshalb muss man doch nicht gleich den Kontakt zur ganzen Familie abbrechen.

    Dass die beiden weg wollten, kann ich schon verstehen, aber nicht, dass sie so rigoros alles hinter sich gelassen haben.

    Wahrscheinlich wollte er immer nur das Beste für sie alle, aber als er dann spürte, dass sie sich zu ganz eigenen, komplexen Persönlichkeiten entwickeln, fühlte er sich hilflos und überfordert und hat deshalb mürrisch und abweisend reagiert.

    ES ist nicht nur wahrscheinlich, für mich ist es sicher, dass er das beste wollte. Doch er war selbst verletzt und fand einfach nicht den richtigen Weg.

    Hat sich Lila wirklich für ihren Vater geschämt? Vielleicht ist das nur seine Sicht, vielleicht gab es andere Gründe, aber sicher haben sie nicht miteinander geredet, nicht als Erwachsene in Ruhe. So wie Ivy es schafft.

    Wenn sich über Jahre so ein Schweigen aufgebaut hat, dann ist es sehr schwer, wieder zu reden. Ein Vermittler wäre gut gewesen, der sie gezwungen hätte, sich an einen Tisch zu setzen und zu reden.

    Aber ich empfand Viola trotzdem als kalt, kälter als Richard und kälter als Sam.

    So empfinde ich das auch, aber sie hat sich wohl eine Schutzschicht aufgebaut und kann nun nicht aus dieser Rolle heraus.

    Die ganze Familie ist wohl etwas verkorkst mit Worten, bzw fehlenden Worten. Umso interessanter, dass Lila Schriftstellerin geworden ist

    Vielleicht konnte sie so ausdrücken, was ihr mit gesprochenen Worten nicht möglich war.

    Ivy bleibt bei ihren Verwandten in Maine und fühlt sich dort recht wohl. Ihr Großvater gewöhnt sich auch immer mehr an ihre Anwesenheit. Er ist zwar immer noch nicht die Freundlichkeit in Person, aber er tut, was er kann. Er bringt Ivy sogar das Autofahren bei und macht das wirklich toll. Ich finde die Dialoge der beiden manchmal wirklich schön, z. B. wenn es um das Erbe geht. Ein Thema, wo es leicht zu Missverständnissen und Problemen kommt, doch die beiden nehmen einander nichts übel.


    Langsam wird klarer, warum Lila und Violet förmlich von zu Hause geflüchtet sind. Für ihre Eltern war es immer wichtiger zu arbeiten, als sich um die Kinder zu kümmern. Es ist schon hart, wenn man zusehen muss, wie die Mutter andere Kinder, die Kunden sind, freundlicher behandelt als die eigenen. Violet rebelliert und Lila will ihr Leben besser gestalten.


    Louise wollte Ivy nach Lilas Verschwinden zu sich nehmen. Ich danke aber, dass es zwar gut gemeint war, aber Ivy nicht gutgetan hätte. Vieles wäre Ivy zwar erspart geblieben, doch ihr Vater und sie haben sich gebraucht.

    Der Prophezeiung nach soll es einen Auserwählten geben. Krigk möchte dieser besondere Nachtzähmer werden. Doch die Prüfung ist schwieriger als gedacht und er benötigt die Hilfe seiner Schwester. Sie müssen verschwinden, um sich und die Menschheit zu schützen.

    Dunkelheit ist bedrohlich, aber es gibt eine Dunkelheit, die noch weitaus gefährlicher ist. Das Vielnachtamulett schützt seinen Träger vor der Magie der Finsternis. Ayumi und David bekamen nach dem Verschwinden von Krigk und R’hee dieses Amulett von Ayumis Großvater. Aber bei dem, was sich da zusammenbraut, kann auch das Amulett nichts ausrichten.

    Das Buch liest sich sehr schön flüssig und die Geschichte, die aus zwei Handlungssträngen besteht, ist spannend. Die Perspektiven wechseln und es ist nicht immer auf Anhieb zu erkennen, als welcher Perspektive berichtet wird.

    Auch die Charaktere gefallen mir gut. Ayumi ist blind und David hat Angst vor der Dunkelheit. Ausgerechnet sie sollen gegen diese Gefahr vorgehen und die Menschheit schützen. Aber nicht nur in der Dunkelheit lauert die Gefahr, auch in ihrem Umkreis können sie nicht allen vertrauen, denn auch hier wird falschgespielt. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben, so ist es auch hier.

    Das Buch richtet sich an Kinder ab 12 Jahre, ist aber so düster und gruselig, dass es wohl auch Ältere anspricht.

    Die spannende, düstere Geschichte hat mir gut gefallen.


    4ratten

    In der Stockholmer U-Bahn kann Zack Herry gerade noch ein Selbstmordattentat verhindern. Er erschießt das Mädchen erschießt, damit nicht noch mehr passiert. Doch ihm bleibt keine Zeit, sich länger mit der Angelegenheit zu beschäftigen, denn ein Kollege von ihm wird brutal ermordet. Er war undercover im Drogenmilieu tätig und Zack Herry soll nun an seiner Stelle den Drogenring ausheben. Dabei braucht der die Unterstützung seines langjährigen Freundes Abdula, der selbst im Milieu tätig ist. Natürlich ist auch Zacks Kollegin Deniz dabei.

    Ich habe bereits auch die Vorgängerbände dieser Reihe um den Kommissar Zack Herry gelesen. Der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen und alles ist sehr detailliert beschrieben. Es geht meist ziemlich grausam zu.

    Die Charaktere sind gut und vielschichtig gezeichnet. Zack Herry isst ein Typ, den man nicht unbedingt sympathisch finden muss. Er hat sich aus schwierigen Verhältnissen hochgearbeitet, aber gefährdet das immer auch mal wieder durch sein Verhalten. Aber er versucht sich in den Griff zu kriegen. Auch seine Kollegin hat es nicht einfach gehabt. Die beiden ergänzen sich gut und ignorieren gerne auch mal Regeln, um ihre Fälle aufzuklären.

    Auch dieses Mal ist es wieder sehr spannend und actionreich. Manchmal finde ich es nicht so glaubwürdig, wenn Zack Herry Übermenschliches leistet.

    Die Handlung ist komplex und die Lösung bis zum schlüssigen Ende nicht absehbar.

    Ein interessanter, spannender und etwas düsterer Thriller.


    4ratten

    Da bin ich anderer Meinung. Ich glaube nicht, dass man sie gezwungen hat zu verschwinden. Sie hat sich immer neu erfunden, war immer auf der Suche, vielleicht hat sie etwas gefunden, dass ihr Ruhe und Zufriedenheit gegeben hat. Vielleicht ist aber auch nur ein Unglück geschehen.

    Beim neu Erfinden einfach die halbwüchsige Tochter hintenrunter fallen lassen - das wäre schon extrem hefig für eine Mutter.

    Naturlich wäre das sehr heftig, dennoch glaube ich, dass sie absichtlich verschwunden ist. Vielleicht wollte sie wieder zurück und konnte nicht.

    Ivy und Jack kommen sich immer näher Und ich habe mich schon sehr über Ivy gewundert - bis es dann zum erwarteten großen Knall kommt, sie angst vor der Nähe bekommt und reißaus nimmt.

    So ähnlich habe ich das erwartet. Aber Jack tut mir leid. Er ist so nett, nimmt so viel Rücksicht und kann nicht wissen, was genau los ist. Für ihn muss das unendlich viele Fragen aufwerfen und dann hat er nicht einmal die Möglichkeit, mit Ivy in Kontakt zu treten.

    Bis sie dann auf ihren Großvater trifft, der ein richtiger Griegram ist !!!! Ich bin jetzt schon gespannt, was wir durch ihn erfahren werden.

    Mir kommt es vor, als würde er Ivy etwas vorwerfen, für das sie nichts kann. Sonst hätte er sie zumindest begrüßen können.

    Irgendwie komme ich nicht richtig voran, da bei uns so viel los ist. Es ist schön zu sehen, wenn die handwerklichen Tätigkeiten im Haus voran gehen, aber es ist halt auch Chaos und eins ergibt das andere. Dann hat mich auch noch eine Erkältung gepackt, was aber gar nichts ist, wenn ich daran denke, was meine Schwester zur Zeit wegstecken muss und was uns alle mitnimmt.


    Moe hat nur noch kurze Zeit bis zu seiner Rente. Ich glaube, dass er Ivy sehr fehlen wird, denn mit ihm konnte sie über so vieles reden. Plötzlich verspürt sie so etwas wie Fernweh, dabei war ihr Umfeld bisher so klein.


    Sie besucht alte Freunde ihrer Eltern - Rick und Sergio. Die beiden gefallen mir gut. Sie sind so gefühlvoll. Ihre Gründe, wie es zum Abbruch der Beziehung kam, ist realistisch und nachvollziehbar.


    Richard und Ivy machen einen Spaziergang und reden so offen, wie sie es wohl lange nicht oder sogar noch nie getan haben. Richard liebt Ivy sehr und hier zeigt sich, dass er wirklich nicht kühl ist.


    Mir gefällt es, wie sich Ivy und Jack näherkommen. Ivy ist glücklich dabei und dann von einem Moment zum nächsten ist sie der Meinung, das nicht verdient zu haben. Sie lässt Jack ohne Erklärung zurück.


    Sie fährt mach Maine und wird dort freundlich aufgenommen, jedenfalls von Annie und Louise. Ivys Großvater ist da ganz anders. Er begrüßt sie nicht einmal. Was ist da geschehen, dass er so brüsk ist? Aber hart arbeiten darf Ivy für ihn. Wenigstens Ed ist freundlich.