Beiträge von buchregal123

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Polizeiärztin Magda Fuchs wird zu einem Verbrechen gerufen, bei dem eine junge Frau an Stichverletzungen gestorben ist. Zuvor hatte sie sich noch zu ihrem Kind geschleppt. In Berlin gab es in letzter Zeit eine Reihe von Überfällen auf junge Frauen, die sich prostituierten, um überleben zu können. Gehört auch dieser Mord in die Reihe?


    Dieses Buch schließt an der Vorgängerband „Das Leben, ein ewiger Traum“ an. Der Schreibstil der Autorin Helene Sommerfeld liest sich sehr angenehm.


    Das Berlin der zwanziger Jahre hat zwar seine schillernden Seiten, aber es herrscht auch große Not, denn die Inflation vernichtet das Geld und nimmt den Leuten ihre Lebengrundlage. Es ist erschreckend mitzuerleben, wie viel Gewalt und Armut es gibt.


    Auch Magda Fuchs muss schauen, wie sie über die Runden kommt. Ihr Job als Polizeiärztin bringt nicht genug zum Leben ein, sie eröffnet daher eine Praxis. Doch die Vermieterin der Praxisräume mischt sich in Magdas Angelegenheiten und ihre Vorstellungen decken sich so gar nicht mit denen von Magda. Die Patientinnen, die zu Magda kommen, haben ihre eigenen Probleme. Magdas versucht zu helfen, wo sie kann. Aber manchmal stehen ihr die eigenen Moralvorstellungen auch im Weg.


    Frauen haben es nicht leicht in jener Zeit. Sie sind zu sehr von Männern abhängig. Es reicht manchen Frauen einfach nicht, nur Hausfrau und Mutter zu sein. Sie wollen eigene Entscheidungen treffen, doch es ist ein fast aussichtsloser Kampf.


    Es ist ein packender, aber auch ziemlich düsterer Roman, der mir aber wieder gefallen hat. Nun bin ich auf die Fortsetzung gespannt.


    4ratten

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    Eigentlich hatte Hardy Engel nach seinem letzten Fall die Nase von der Filmbranche und der Ermittlertätigkeit voll. Inzwischen konnte er aber selbst die Miete nicht mehr zahlen. Dann hat der bekannte Regisseur William Desmond Taylor einen Auftrag für ihn. Als Hardy ihn aufsucht, liegt Taylor erschossen in seinem Wohnzimmer. Natürlich gerät Hardy ins Visier der Ermittler. Daher bleibt ihm keine Wahl, als selbst den wahren Täter zu finden.


    Mir hatte schon der Vorgängerband „Der Mann, der nicht mitspielt“ gut gefallen und Hardy Engels zweiter Fall konnte mich auch wieder überzeugen. Der Autor Christof Weigold hat auch dieses Mal wieder einen realen Mordfall aus der Vergangenheit aufgegriffen und darum eine Geschichte gesponnen. Man trifft in dem Buch auf viele bekannte Namen aus der Filmbranche in den Zwanziger Jahren. Der Schreibstil ist lebendig, ein wenig lakonisch und sehr gut zu lesen.


    Der Deutsche Reinhard Engel hat auf eine Karriere als Schauspieler gehofft, doch da das nicht so recht funktioniert, betätigt er sich nebenbei auch als Privatermittler. Doch in Hollywood wird mit harten Bandagen gekämpft. Keiner gönnt dem anderen etwas und man wird leicht zum Spielball derer, die das Sagen haben. Auch in diesem Fall weiß Hardy nie so genau, wem er trauen kann, denn es wird manipuliert und integriert. Aber Hardy zieht sein Ding durch, auch wenn er sich mit einigen mächtigen Leuten anlegen muss. Ich mag Hardy, auch wenn er nicht unbedingt ein Sympathieträger ist.


    Immer wieder gibt es neue Wendungen, welche die Spannung hochhalten.


    Mir hat auch dieser Roman wieder viel Spaß bereitet. Ich kann ihn empfehlen.

    5ratten

    Mina Campbell arbeitet in einer Testküche und Liebt das Kochen und auch das Essen, am liebsten zusammen mit Freunden. In der Liebe läuft es aber nicht so toll. Sie hat wieder einmal Liebeskummer. Kurzerhand entschließt sie sich, zu ihrer Patentante Amelie in die Schweiz zu reisen. Im Zug begegnet sie dem charmanten Luke. Aber sie will wieder zu sich selbst finden und hat kein Interesse an einem Wiedersehen. Es gefällt ihr gut in der Schweiz und auch die Schweizer Küche hat es ihr angetan. Doch dann trifft sie Luke wieder, der im Ski-Chalet ihrer Tante eingecheckt hat.


    Julia Caplin hat einen wundervollen leichten Schreibstil. Ich habe mich sehr wohl gefühlt in der Schweiz, denn sie beschreibt die Handlungsorte sehr atmosphärisch.


    Die Charaktere sind sehr toll dargestellt. Mina ist eine sympathische Person, aber ich finde sie auch ein wenig bestimmend und sprunghaft. Eigentlich hatte sie sich die Zukunft mit ihrem Freund so schön vorgestellt, doch was sie dann erfährt, setzt ihr zu. Aber auch Luke ist sympathisch. Er nimmt Rücksicht auf die Gemütslage von Mina.


    Natürlich war von Anfang an klar: Es kommt, wie es kommen muss.


    Auch wenn ich nicht so der Fan von Liebesgeschichten bin, so hat mich dieser Roman in der schönen Schweiz doch gut unterhalten.


    4ratten

    Eva Traube lebt mit ihrer Familie 1942 im besetzten Paris. Nachdem ihr Vater, ein polnischer Jude, verhaftet wurde, gelingt ihr gerade noch die Flucht. Sie kommt in dem kleinen Bergdorf Aurignon unter, welches in der unbesetzten Zone liegt. Dort lernt sie Rémy kennen, der im Widerstand aktiv ist. Auch Eva schließt sich der Résistance an. Sie fälscht Papiere für jüdische Kinder. Aber sie möchte die wirkliche Identität dokumentieren und legt ein verschlüsseltes Verzeichnis an - „Das Buch der verschollenen Namen“. Doch wenn diese Aufzeichnungen den falschen Leuten in die Finger fällt, wird es zur tödlichen Gefahr. Das passiert, als sie verraten werden.


    Es ist eine berührende Geschichte und der Schreibstil der Autorin ist sehr gut zu lesen. Die Geschichte beginnt im Jahr 2005, als der 85-jährigen Eva Abrams in der Bibliothek ein Zeitungsartikel in die Finger fällt. Das Bild bringt sie zurück in die Vergangenheit und veranlasst sie, nach Frankreich zu reisen.


    Die Charaktere sind sehr gut und authentisch ausgearbeitet. In dem kleinen Ort lernt Eva den katholischen Priester le Père Clément kennen. Er ist die Schlüsselfigur, die Eva mit der Résistance und mit Rémy in Kontakt bringt. Das gefällt ihrer Mutter gar nicht, die Eva für die Verhaftung ihres Mannes verantwortlich macht. Eva kann mir ihren Fälschungen unzählige Leben retten. Sie ist eine mutige junge Frau. Aber es ist auch eine Zeit, in der man niemandem vertrauen darf.


    Es ist in Kriegszeiten gefährlich für Juden und für die, welche ihnen helfen. Doch trotz der Gefahr für ihr eigenes Leben gibt es Menschen, dich sich für andere einsetzen.


    Ich lese gerne Romane, die auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen. Mir hat diese Geschichte gut gefallen, wobei ich den Handlungsstrand der Vergangenheit interessanter fand.


    Es ist ein spannender und berührender Roman.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Cal Hooper war lange ein Cop in Chicago. Nun ist er nach Irland gekommen und kauft sich ein heruntergekommenes Haus in einem kleinen Dorf. Eigentlich ist alles in Ordnung – bis zu dem Moment, als er sich beobachtet fühlt. Dann taucht immer wieder ein Junge bei ihm auf, der in schließlich um Hilfe bittet. Er will seinen verschwundenen Bruder finden. Im Innersten ist Cal immer noch ein Cop und so beginnt er zu recherchieren. Aber damit macht er sich keine Freunde.


    Obwohl die Autorin Tana French schon eine Reihe Bücher geschrieben hat, kannte ich bisher nur „Der Dunkle Garten“. Mir hat der bildhafte Schreibstil gut gefallen, denn ich konnte mir die Umgebung dadurch vorstellen. Allerdings wurde alles sehr ausführlich geschildert, so dass es Längen gab.


    Gut dargestellt sind allerdings die außergewöhnlichen Charaktere, auch wenn mir kaum jemand sympathisch war. Die Dörfler nehmen Cal zunächst freundlich auf, doch als er versucht herauszufinden, was geschehen ist, finden sie das nicht so gut. Zunehmend wird die Geschichte düsterer, dazu tragen auch die getöteten Schafe auf den umliegenden Höfen bei. Je mehr Cal nachforscht, umso mehr Abgründiges taucht auf, das viele am liebsten im Dunkeln gelassen hätten.


    Es ist eine düstere und etwas langatmige Geschichte, der meiner Meinung nach Spannung fehlt.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

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    Es läuft nicht so, wie sich Mara Billinsky das vorstellt. Ihr Vorgesetzter Hauptkommissar Rainer Klimmt wollte, dass Mara ihn vertritt, obwohl er wusste, dass das bei einigen Kollegen gar nicht gut ankommt. Außerdem ist sie an einer Sache dran, in der sie nicht wirklich weiterkommt. Doch als es dann Tote gibt, die brutal ermordet wurden, fliegt die „Krähe“ nach Sizilien, um sich mit ihrem italienischen Kollegen Domenico Manzoni auszutauschen. Trotzdem kommen Mara und ihr Team bei den Ermittlungen nicht wirklich von der Stelle. Erst als sie auf die Prostituierte Joy trifft, fallen die Dominosteine.


    Dies ist bereits der sechste Band mit Mara Billinsky. Auch dieses Mal konnte mich der Autor Leo Born mit seinem packenden Schreibstil überzeugen. Dieser Thriller beginnt schon düster und brutal. Zwischendurch gibt es Einschübe, die unter die Haut gehen. Sie erzählen von den Leiden junger schwarzer Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden.


    Mara Billinsky fällt mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen auf. Das hat ihr auch den Spitznamen „die Krähe“ eingebracht. Die Kollegen machen es ihr schwer, doch inzwischen hat sie sich zumindest Anerkennung verschafft, wenn auch nicht unbedingt Sympathien. Das kümmert sie jedoch nicht, denn sie ist eine Einzelgängerin. Doch mit ihrem Kollege Jan Rosen arbeitet sie gut zusammen, obwohl er so ganz anders ist. Hinter dem Schreibtisch ermittelt er erfolgreich, aber Tatorte bereiten ihm Probleme. Domenico Manzoni ist ein schwer zu durchschauender Mensch, der Mara einerseits sympathisch ist, da auch er ein Einzelkämpfer ist, andererseits ist sie ihm gegenüber misstrauisch.


    Mara zieht ihre Ermittlungen durch, auch wenn sie damit Manchem auf die Füße tritt. Sie ist beharrlich und gibt nicht auf. Es dauert eine Weile, bis sie mit den Ermittlungen vorankommt und am Ende deckt sie ungeheure Abgründe auf.


    Es ist ein Thriller, der sehr spannend, aber oft auch schwer zu ertragen ist.


    5ratten

    Nach ihrer Scheidung möchte Katharina mit ihrer Tochter Fenja einen Neuanfang. Sie ziehen ins beschauliche Hussfeld, das einer der sichersten Orte Deutschland sein soll. Doch dann verschwindet ihre Tochter spurlos und für Katharina beginnt ein Alptraum.


    Mich konnte dieser Thriller nicht ganz überzeugen, denn es geht etwas schleppend los. Auch der Schreibstil sagte mir nicht so zu, denn es wiederholte sich doch viel. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven. Es wurde erst spannend nachdem Fenja mit ihrem Freund verschwunden war. Die Düsternis in dem Ort kam allerdings gut rüber.


    Hussfeld soll zwar ein sehr sicherer Ort sein, aber es ist dennoch ein Dorf, wo es Klatsch und Tratsch gibt und wo man gerne unter sich bleibt. Es ist also nicht leicht für Zugezogene Anschluss zu finden. Als Fenja weg ist, geht die Polizei davon aus, dass sie abgehauen ist. Doch Katharina ist in Sorge und macht sich auf die Suche. Unterstützung erhält sie in dem Dorf nicht und sie muss feststellen, dass die Idylle täuscht und hinter dieser Fassade Abgründe lauern.


    Die Darstellung der Charaktere konnte mich nicht ganz überzeugen. Katharinas Besorgnis kam bei mir nicht an und die Dörfler waren etwas klischeebehaftet.


    Schade, dass am Ende doch einige Fragen unbeantwortet blieben.


    Bei diesem Thriller bleibt noch Luft nach oben, auch wenn es nach Anlaufschwierigkeiten noch ganz spannend wurde.


    3ratten

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    Es sind über 40 Jahre vergangen seit die Ammanleit aus Deutschland weggegangen sind. Sie haben sich in Pennsylvania ein neues Leben aufgebaut. Hier auf dem Mühlenhof lebt auch Esther mit ihrer Familie. Sie ist die Enkelin von Rebekka und Daniel. Es wird langsam Zeit, dass sie heiratet, aber sie hat ihre Großeltern vor Augen, die sich immer noch innig lieben, und will sich noch nicht entscheiden. Auch ihr Bruder Ben will sich den Erwartungen nicht unterordnen. Der Sezessionskrieg spaltet nicht nur das Land, sondern zunehmend auch die Amish. Die Strenggläubigen werden engstirniger und wollen verhindern, dass die jungen Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen. Der Krieg geht auch an Jacobstown nicht vorbei. Dann findet Esther eines Tages einen schwer verletzten Soldaten. Obwohl er ein Feind ist, pflegen ihn die Hochleitners. Dass sich Jack und Esther verlieben, darf nicht sein und passiert dennoch.


    Auch dieser Band hat mich wieder von Anfang an gefangen genommen. Die Welt der Amish ist uns sehr fremd. Sie sind sehr gläubig und haben strenge Regeln. Der Glaube gebietet ihnen, anderen zu helfen und sich nicht zu wehren. Als Ben von der Underground Railroad erfährt, erkennt er wie schrecklich Sklaven behandelt werden und will helfen. Doch damit sie die Ältesten nicht einverstanden und Ben gerät in einen Gewissenskonflikt. Aber auch für Esther wird es nicht leicht, als sie sich in den Soldaten Jack verliebt. Jack gefällt dieses fremde Leben der Amish immer mehr und er würde gerne mit Esther in Jacobstown leben, doch das ist nicht möglich. Zum Glück gibt es Rebekka und Daniel, die menschlich sind und ihren Glauben nicht so verbohrt sehen. Sie erinnern sich noch, wie schwer es für sie selbst war und daher steht sie zu ihren Lieben und helfen, wo es geht.


    Der Autorin Karin Seemayer gelingt es hervorragend, uns das Leben de Amish nahezubringen und die historischen Ereignisse zu schildern. Der Schreibstil liest sich flüssig und sehr angenehm.


    Der Glaube der Amish verlangt es eigentlich, menschlich zu sein und zu helfen. Aber selbst hier gibt es Menschen, die so engstirnig und verbohrt die Bibel auslegen, dass es schon wieder unmenschlich wird. Sie wollen damit ihre Gemeindemitglieder zusammenhalten und erreichen das Gegenteil, denn die Jüngeren zieht es in Gemeinden, die fortschrittlicher leben.


    Ich habe mich mit diesem Roman wieder sehr wohlgefühlt und mich gefreut, dass es noch eine Fortsetzung geben wird.


    Die Geschichte ist sowohl sehr fesselnd, als auch informativ und hat mich gut unterhalten.


    5ratten

    Texas, 1934: Elsa Martinelli hatte nie ein leichtes Leben. Obwohl sie aus gutem Hause stammt, erfährt sie in der Familie nur Herabsetzung. Sie heiratet dann einen Mann und lebt mit ihm und seinen Eltern auf einem Hof. Es ist ein hartes Leben, das die Familie hier fristet. Die Böden geben nicht viel her und Dürre und Sandstürme machen alles noch schlimmer. Das was sie ernten reicht kaum zum Überleben. Nachdem ihr Mann sie verlässt, muss Elsa eine schwere Entscheidung treffen. Soll sie mit ihren Kindern – wie so viele andere – die Gegend verlassen und im Westen neu anzufangen. Es wird eine gefahrvolle Flucht nach Kalifornien, die aber mit vielen Hoffnungen verbunden ist.


    Kristin Hannah begeistert mich immer wieder mit ihren Romanen und das ist ihr auch Mit „Die vier Winde“ gelungen. Ihr Schreibstil ist einfach unvergleichlich. Sie schildert die Verhältnisse zur Zeit der Weltwirtschaftskrise sehr gut, als die Arbeitslosigkeit ungeheuer hoch ist. Aber auch das harte Leben der Bauern und die schwierige Stellung der Frauen beschreibt sie sehr authentisch.


    Es ist eine schwere Zeit und die Menschen wissen kaum, wie sie überleben sollen. Ihnen bleibt im Grunde genommen keine Wahl. Sie machen sich auf den Weg Richtung Westen. Dieser Weg ist gefährlich, ganz besonders für allein reisende Frauen wie Elsa. Auch damals schon will niemand die Flüchtenden unterstützen und bei sich haben. Häufig wird ihre Not ausgenutzt


    Elsa ist eine starke Frau, die den Kampf aufnehmen muss, wenn sie sich und ihre Kinder durchbringen will. Dabei macht es ihr die pubertierende Tochter auch nicht leicht. Ich habe mitgehofft und mitgelitten


    Kristin Hannah erzählt diese berührende Geschichte mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Für mich war es ein absolutes Lesehighlight.


    5ratten:tipp:

    Nachdem ich zuvor bereits den ersten Band dieser Reihe „Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder“ gelesen habe, wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht.


    Es sind ein paar Jahre vergangen und die Schwestern Emma und Marlene Lindow arbeiten beide wieder an der Kinderklinik. Marlene ist inzwischen Ärztin und sie liebt ihre Arbeit. Dann kommt Maximilian aus dem Krieg zurück, doch er ist völlig verändert. Dann breitet sich auch noch die Spanische Grippe in Berlin aus und Emmas Sohn erkrankt ebenfalls. Als der Vater des Jungen Emma anbietet, zu ihm zu kommen, klingt das für Emma verlockend, weil sie nur das Beste für ihr Kind will. Aber sie liebt auch ihren Beruf als Krankenschwester und Marlene benötigt sie in der Klinik für die Pflege der Kinder. Wie wird sie sich entscheiden.


    Der Schreibstil der Autorin Antonia Blum lässt sich angenehm und flüssig lesen.


    Nachdem die Schwestern schon im vorigen Band mit Höhen und Tiefen kämpfen mussten, geht es auch jetzt nicht ohne Probleme weiter. Denn Frauen, die beruflich erfolgreich sind, wird das Leben von männlichen Kollegen schwer gemacht. Das bekommt Marlene auch zu spüren. Sie ist froh, als Maximilian zurückkommt, doch der Krieg hat seine Spuren hinterlassen und er zieht sich immer mehr zurück. Emma muss eine Entscheidung treffen, als der Vater ihres Sohnes Tomasz sie aus Berlin wegholen will. Aber auch die vielen anderen Personen sind gut und authentisch dargestellt.


    Auch wenn es einige Schwierigkeiten zu meistern gibt, so hätte es für mich ruhig noch ein wenig tiefgründiger werden dürfen. Trotzdem hat mir auch dieser Roman wieder gefallen.


    4ratten

    Walter Schmidt kennt es nicht anders, als dass seine Frau Barbara ihn umsorgt und ihm den Rücken freihält. Das findet er auch ganz richtig so. Doch dann wird Barbara krank und Walter ist ziemlich überfordert, denn niemals hat er den Herd bedient oder den Staubsauger. Zum Glück gibt es das Internet, das Hilfe in allen möglichen Lebenslagen verspricht. Doch er ist ein bärbeißiger Typ, der nicht gut mit anderen Menschen kann.


    Diese Geschichte lädt dazu ein, oft lauthals zu lachen, doch oft bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen.


    Walter Schmidt ist ein Mann, der etwas aus der heutigen Zeit gefallen zu sein scheint. Dass seine Frau sich stets um Haus und Garten gekümmert hat, ist für ihn ganz selbstverständlich. Auch dass sie immer für ihn da war und ihn betüddelt hat, war doch richtig so – oder? Nun muss er sich also selbst ans Werk machen, spürt, dass alles nicht einfach ist, aber ist dennoch der Meinung, dass Barbara manches hätte besser machen können. Der alte Grantler hat aber auch eine Menge Vorurteile und er ist stur. Dass er dann auch noch ein Geheimnis offenbaren will, das komischerweise alle aber schon kennen, macht es nicht leicht für ihn.


    Man muss Walter nicht unbedingt mögen, aber die Situation sorgt dafür, dass er sich weiterentwickelt. Man spürt, wie sehr er seine Frau braucht und dass er sich sorgt. Leider merkt er zu spät, was er an seiner Frau hatte.


    Obwohl die Geschichte humorvoll ist, hat sie doch auch Tiefgang. Mir hat sie gefallen.


    4ratten

    Am Tag vor Weihnachten taucht Esther bei ihrer Schwester Sue im Wald auf, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen. Eigentlich sollte Esther das Fest für ihre Familie vorbereiten, doch ein Schneesturm sorgt dafür, dass sie nicht zurückkann. Die Schwestern trinken den Wein und sprechen Dinge aus, die besser ungesagt geblieben wären. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.


    Erzählt wird diese Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und geht auch immer wieder in die Vergangenheit zurück. Man kann sich nicht sicher sein, ob alles so ist, wie es scheint. Doch für mich hat sich die Lösung recht früh gezeigt. Dennoch bleibt es spannend.


    Die Personen sind gut dargestellt. Sie schleppen Verletzungen der Vergangenheit mit sich herum, die nach Oben drängen. Sue lebt für sich und ist kontaktscheu. Sie benötigt Tabletten, um nicht durchzudrehen. Esther will sehen, ob Sue sie wirklich einnimmt, damit die Situation nicht wieder eskaliert. Sue möchte ihre Ruhe und will Esther möglichst loswerden. Aber Esther versucht wie immer, Sue zu bevormunden. Doch das Wetter spielt nicht mit. Vieles kommt in diesem einsamen Haus zur Sprache und Geheimnisse der Vergangenheit drängen ans Licht. Doch was ist die Wahrheit?


    Aber auch Esthers Mann Martin spielt eine Rolle in dieser problematischen Schwesterbeziehung. Mir war keiner der Protagonisten sympathisch.


    Es ist ein beklemmendes und sehr spannendes Familiendrama.


    5ratten

    Die neunjährige Ulla begreift nicht, dass ihre Mutter Helga sie verlassen hat und keinen Kontakt zu ihr wünscht. Das hat ihr ganzes Leben beeinflusst und sich sogar auf die Beziehung zu ihrer Tochter Sandra ausgewirkt. Inzwischen ist Ulla fast sechzig und es macht ihr immer noch zu schaffen. Daher versucht sie auf Moarhof in Moosleitn am Chiemsee, wo ihre Mutter in einer Kommune lebte und arbeitete, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Zufällig entdeckt sie dort alte Kassetten, die von ihrer Mutter besprochen wurden. Ulla taucht in die Vergangenheit ihrer Mutter ein und erfährt, was ihre Mutter gequält hat und warum sie Ulla nicht haben wollte.


    Diese Geschichte wurde von Ellen Sandberg auf eine ungewöhnliche Weise aufgebaut, die anfangs verwirrend ist, aber auch für Spannung sorgt.


    Die Charaktere sind sehr gut und vielschichtig ausgearbeitet. Auch wenn mir eigentlich niemand wirklich sympathisch ist, so hat mich die Tragik doch erschüttert, die das Leben der Frauen so beeinträchtigt hat. Dass Helga ihre Tochter verlassen hat, hat das Leben von Ulla geprägt. Sie wollte es bei ihrer Tochter Sandra besser machen, stößt aber bei Sandra auf Unverständnis und Abweisung. Da Helga nicht über ihre Vergangenheit redet, kann Ulla auch nach all den Jahren nicht begreifen, was ihre Mutter zu der damaligen Entscheidung getrieben hat. Aber auch Luise, die ebenfalls auf dem Moarhof lebt, hat ihre Geheimnisse.


    Es ist eine Geschichte um Mutter-Tochter-Beziehungen, Traumata und Schuld. Helga versucht das in ihren Kunstwerken zu verarbeiten. Als sie endlich reden will, passiert etwas, dass dies verhindert.


    Mich hat diese tiefgründige Geschichte von Anfang an gefesselt und ich kann sie nur empfehlen.


    5ratten

    Die junge Diana Spenzer verliebt sich in den viel älteren Thronfolger Prinz Charles. Als das bekannt wird, ist es ein gefundenes Fressen für die Presse. Alles wird genau verfolgt und in der Yellow Press ausgebreitet. Nicht einfach für so eine junge Frau. Trotzdem heiraten sie mit viel Pomp in der St. Paul's Cathedral. Wer hat nicht vor dem Fernseher gesessen und die Hochzeitsfeierlichkeiten verfolgt? Doch es wird nicht immer eitel Sonnenschein bleiben und wie es weitergegangen ist, weiß wohl jeder.


    Julie Heiland hat über Lady Di eine wundervolle und sehr emotionale Romanbiografie geschrieben, die sich angenehm lesen lässt.


    Diana hat sich verliebt und scheint das große Los gezogen zu haben. Doch die Wirklichkeit holt sie bald ein, denn ihr Mann liebt sie nicht und führt seine Affäre mit Camilla Parker-Bowles. Außerdem bestimmt das Protokoll und die Queen über Dianas Leben. Die junge Frau fühlt sich zunehmend unwohl, doch es interessiert niemanden wirklich, was in ihr vorgeht. Das hindert die Paparazzi natürlich nicht daran, sie auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Aber Lady Di findet ihren Weg und engagiert sich in wohltätigen Projekten. Sie wird von den Menschen verehrt und geliebt.


    Obwohl es nicht wirklich neues zu entdecken gibt, hat mir dieser Roman gut gefallen.


    5ratten

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    Cleopatra Vanson wächst bei ihrer Tante Tante Elsie in Cornwall auf, da die Mutter früh verstorben und ihr Vater als Archäologe ständig unterwegs ist. Elsie verdient den Lebensunterhalt für sich und Cleo mit Schneiderarbeiten. Als sie bei den Tredennicks zu tun hat, nimmt sie Cleo mit, denn sie geht davon aus, dass Cleo in ihre Fußstapfen tritt. Dort Lernt Cleo Miranda, die Tochter von Lady Tredennick, kennen. Nach einem Unglück wird Cleo dann von den Tredennicks aufgenommen. Cleo vergöttert ihren ständig abwesenden Vater und auch sie hat die Begeisterung für das alte Ägypten gepackt. Schon als Kind träumt sie davon, mit ihrem Vater zusammen zu arbeiten. Doch der 1. Weltkrieg unterbricht den Kontakt zu ihrem Vater. Nach dem Krieg reisen Miranda und ihr Bruder Angwin nach Ägypten. Cleo begleitet sie und will dort nach ihrem Vater suchen. Niemand ahnt, auf welch abenteuerliche und gefährliche Reise sie sich begeben.


    Die Geschichte spielt in der Zeit, als Howard Carter in Ägypten auf der Suche nach dem Grab von Tutanchamun ist. Nicht nur die Archäologen sind immer wieder auf der Suche nach Funden, auch in der besseren englischen Gesellschaft ist das Interesse groß. Viele Engländer zieht es nach Ägypten. Die Atmosphäre dort ist schön bildhaft beschrieben. Rebecca Michéle gelingt es sehr gut mit ihrem flüssigen und packenden Schreibstil, mich in die Geschichte hineinzuziehen.


    Auch die Charaktere sind interessant und vielschichtig dargestellt. Cleo ist eine sympathische junge Frau, die noch nicht volljährig ist, aber schon einige Schicksalsschläge einstecken musste. Alles was ihr von ihrem Vater geblieben ist, ist ein silberner Armreif mit einem Skarabäus aus Lapislazuli und einer Inschrift. Obwohl die Tredennicks sie aufnehmen und Cleo so etwas wie eine Freundschaft mit Miranda verbindet, ist der Standesunterschied immer zu spüren. Trotzdem eröffnen sich Cleo Möglichkeiten, die ihr sonst nicht möglich gewesen wären. Ägypten zieht alle in ihren Bann, auf sehr unterschiedliche Art. Aber auch hier schlägt das Schicksal wieder zu. Es ist schön mitzuerleben, wie die Charaktere sich entwickeln. Dabei erlebt man die ein oder andere Überraschung.


    Ich bin gerne mit nach Ägypten gereist, denn es war abenteuerlich, spannend und emotional. Mich hat diese Geschichte gut unterhalten und ich kann sie nur empfehlen.


    5ratten

    In dem kleinen Bergdorf Eigerstal in den Schweizer Alpen ist ein Mädchen verschwunden. Bereits zwanzig Jahre zuvor verschwanden schon einmal Mädchen. Von dreien kehrte nur eine zurück – Valeria Ravelli. Sie kann sich bis heute nicht erinnern, was damals wirklich vorgefallen ist, aber sie ist sich sicher, dass der Täter jemand aus dem Dorf sein muss. Inzwischen ist sie bei Interpol, doch sie übernimmt den Fall und kehrt dahin zurück, wohin sie eigentlich nie mehr wollte. Wenn sie das Mädchen finden will, ist Eile geboten, denn Nebel scheint alles zudecken zu wollen.


    In diesem Thriller herrscht eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Dafür sorgen nicht nur die Wetterbedingungen, sondern auch die Menschen, die verschlossen und Fremden gegenüber misstrauisch sind.


    Die Vergangenheit hat Valeria bis heute nicht losgelassen. Obwohl sie eines der Opfer war, fühlt sie sich auf eine Weise auch schuldig. Sie ist aber nicht wirklich nahbar und so funktioniert die Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei anfangs auch nicht besonders. Dann stößt auch noch Chloe Muston dazu, die damals die Ermittlung geführt hat und den Täter nicht dingfest machen konnte. Auch sie hat der Fall nie losgelassen. Eine interessante Persönlichkeit ist auch Elias, der Valeria informierte.


    Was den Täter zu seinen Taten bewogen hat, bleibt lange verborgen. Die unterschwellige Spannung ist immer zu spüren, doch erst zum Schluss hin nimmt die Spannung wirklich Fahrt auf und endet mit einem dramatischen Showdown.


    Mir hat dieser Thriller gut gefallen und ich könnte mir weitere Fällt für Valeria Ravelli vorstellen.


    4ratten

    Als sich 1634 das Handelsschiff Saardam von Batavia nach Amsterdam aufmachen will, verflucht ein Aussätziger das Schiff. Auf der Reise scheint sich die Prophezeiung dann zu bewahrheiten. Es passieren unerklärliche Morde und ein unheimliches Flüstern ist zu hören. An Bord befindet sich auch der Detektiv Samuel Pipps und sein Assistent Arent Hayes. Pipps ist auf dem Weg zu seiner eigenen Hinrichtung. Doch nun versucht er die schrecklichen Vorkommnisse aufzuklären. Unterstützt wird er dabei von Hayes und Sara Wessel, die mit dem Generalgouverneur verheiratet ist. Wird es ihnen gelingen, das Schiff vor dem Untergang zu bewahren?


    Dem Autor Stuart Turton ist es gelungen, mich von Anfang an in die Geschichte hineinzuziehen, denn er erzählt außerordentlich fesselnd. Es ist ein Kriminalroman, der manchmal ziemlich brutal und oft auch etwas gruselig ist. Gleichzeitig wird es ein wenig fantastisch und mystisch.


    Die Personen an Bord der Saardam sind sehr gut und individuell dargestellt. Macht wird ausgespielt und Intrigen angezettelt. Es zeigen sich die dunklen Seiten der Personen. Sie haben ihre Geheimnisse und wollen diese wahren. Aber auch Aberglauben treibt das teuflische Spiel. Es wird keine leichte Aufgabe für Pipps und seine Helfer.


    Die Spannung bleibt die ganze Zeit erhalten und lädt dazu ein mit zu rätseln. Immer wieder gibt es falsche Fährten, doch am Ende lässt sich alles überraschend auf.


    Ein spannender, aber ziemlich düsterer Roman.


    4ratten

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    In einer Rasthütte im Prießnitzgrund bei Dresden sind zwei Tote gefunden worden Max Heller, der es nicht mehr lange bis zur Rente hat, und seine Kollegen sollen den Fall aufklären, allerdings möglichst ohne Aufsehen zu erregen. Doch wie soll man einen Mordfall klären, wenn einem überall Steine in den Weg gelegt werden? Heller ist seit vielen Jahren Polizist und möchte seine Fälle aufklären, auch wenn er damit dem ein oder anderen auf die Füße tritt. Sein neuer Vorgesetzter Appelt hat mit Hellers Vorgehen seine Schwierigkeiten. Dann nehmen sie einen Verdächtigen fest, der die Tat gesteht, um in Ruhe gelassen zu werden. Max ist nicht überzeugt, dass sie den Richtigen haben. Er wird in den Innendienst versetzt. Zwei Jahre später meldet sich der Täter bei Max und fordert ihn zu einem perfiden Spiel heraus. Max muss noch einmal ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in Gefahr.


    Dies ist der siebte und letzte Band der Reihe um Max Heller.


    Max‘ unangepasste Art gefällt dem Regime in der DDR nicht und auch, dass er kein SED-Mitglied ist, wird ihm angekreidet. Er muss feststellen, dass er überwacht wird und dass ihm Briefe seines Sohnes Erwin aus der BRD nicht zugestellt wurden. Aber auch Max gefällt es nicht, dass ihm immer wieder Beschränkungen auferlegt werden, die seine Ermittlungen erschweren. Seine Frau Karin hat immer zu Max gehalten, auch wenn sie gerne zu Sohn nach Köln gegangen wäre, denn zu ihrem anderen Sohn Klaus, der bei der Staatssicherheit ist, haben sie kaum Kontakt. Aber Max mag seine Heimat und er mag seinen Beruf. Doch nun muss Anni, Hellers Adoptivtochter, darunter leiden; sie darf nicht studieren. Hellers Kollege Salbach soll über Heller Bericht erstatten. Aber sie sind auch gute Kollegen, die sich aufeinander verlassen können.


    In diesem Roman wird es sehr deutlich, wie eingeschränkt das Leben in der DDR war. Wer nicht für den Staat war, dem wurde es schwer gemacht – sowohl in der Ausbildung, im Beruf als auch im Privaten. Die Lage verschärft sich immer mehr. Am Ende muss Max eine Entscheidung treffen.


    Dieser Fall nimmt immer neue Wendungen und so bleibt es spannend. Auch wenn ich ziemlich sicher war, aus welcher Richtung der Täter kommt, so hatte ich die Person dennoch nicht im Visier.


    Ein schlüssiges und spannendes Ende dieser Krimi-Reihe. Lesenswert!


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    Literaturagentin Maria Hauschild kann ihre Freundin Heike Wersch nicht erreichen und macht sich Sorgen. Pia Sander findet im Haus der Vermissten nicht nur Blutspuren, sondern auch den verwirrten und dementen Vater, der angekettet ist. Später wird dann die Leiche der Frau gefunden und als ein weiterer Mord geschieht, entdecken Pia Sander und Oliver von Bodenstein ein Geheimnis, das beide Opfer kannten und welches ihr Todesurteil wurde. Gibt es weitere potentielle Opfer? Die Ermittlungen führen Pia und Oliver weit in die Vergangenheit.


    Dies ist bereits der zehnte Band um das Ermittler-Duo Pia Sander und Oliver von Bodenstein. Ich kenne die beiden hauptsächlich aus den Filmen, auch wenn ich schon das ein oder andere der Bücher gelesen habe.


    Der Schreibstil ist wirklich angenehm flüssig zu lesen. Hilfreich finde ich das Personenverzeichnis im Buch.


    Oliver und Pia sind ein sympathisches Ermittlerpaar, die schon lange zusammenarbeiten und sich gut ergänzen. Auch in diesem Buch gibt es wieder Probleme im persönlichen Umfeld, die eine Rolle spielen. Heike Wersch war langjährige Mitarbeiterin des Winterscheid Verlages, bis ihr gekündigt wurde. Sie war eine unangenehme Frau, mit der viele ihre Schwierigkeiten hatten. Zuletzt hatte sie den Bestsellerautor Severin Velten des Plagiats bezichtigt. Der Büchermarkt ist ein hart umkämpftes Feld und auch beim Winterscheidt Verlag ist man nicht zimperlich.


    Interessant sind die Tagebuch-Einträge, die auftauchen und Hinweise auf die Geheimnisse der Vergangenheit geben und wichtig für die Ermittlungen sind. Die Spannung ist von Anfang an da und wird die ganze Zeit über hochgehalten, denn es gibt eine Reihe falscher Fährten bis es dann zum schlüssigen Ende kommt.


    Mir hat auch dieser spannende und unterhaltsame Krimi wieder gut gefallen.


    4ratten

    In den Zwanziger Jahren lernt Franz Ullstein, Generaldirektor des Ullstein-Verlags, die Journalistin Dr. Rosalie Gräfenberg kennen und verliebt sich in sie. Wenig später macht er ihr einen Antrag. Doch das gefällt seiner Familie überhaupt nicht, sie integrieren gegen die junge Frau und machen nicht nur ihr, sondern auch Franz das Leben schwer. Doch die Autorin Vicky Baum, die ihr Büro im Ullstein-Verlag hat, und das Tippfräulein Lili Blume schlagen sich auf Rosalies Seite.


    Ich habe schon einige Bücher von Beate Rygiert gelesen und ihr gelingt es immer wieder, mich mit ihrem lebendigen und gut zu lesenden Schreibstil zu begeistern. Dieses Mal hat sie sich mit dem Ullstein-Verlag befasst und da im Besonderen mit den starken Frauen.


    Die meisten der beteiligten Personen sind real. Dr. Rosalie Gräfenberg ist geschieden. Sie ist intelligent, gebildet und hat sich als Journalistin einen Namen gemacht. Auch wenn es ihrerseits nicht unbedingt eine Liebesheirat mit dem viel älteren Franz ist, so stehen sie doch zusammen. Auch Vicky Baum ist eine selbstbewusste und erfolgreiche Frau und sie ist mit Rosalie befreundet. Aber auch Lili Blume, die aus einer ganz ander4en Gesellschaftsschicht stammt, hat mir gut gefallen. Die Familie von Franz hat Angst um ihr Erbe und ihnen ist jedes Mittel recht, um Rosalie zu vertreiben. Auch im Verlag bereitet man ihr Schwierigkeiten. Doch die Frauen wissen um ihre Fähigkeiten und lassen sich von den Männern nicht unterbuttern.


    Die Zwanziger Jahre sind einerseits schillernd, aber es gibt auch große Not in Berlin. Ein Nährboden, auf dem die Nazis sich breit machen können. Die Frauen erkenn die Gefahr, während die jüdische Familie Ullstein nicht sehen wollen, was da auf sie zukommt.


    Mir hat dieser interessante und unterhaltsame Roman gut gefallen.


    5ratten