Beiträge von buchregal123

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Mark Stetson war zuletzt als Militärpolizei im Ausland. Nun ist er zurück in den USA. Bevor er in den Polizeidienst wechselt, will er aber noch den Pacific Crest Trail erwandern. Doch es wird ein Horrortrip, denn ein Mörder lauert Frauen auf, die alleine auf dem PCT unterwegs sind, und ermordet sie bestialisch. So gerät auch Mark in die Ermittlungen und der Verdacht, dass nicht nur ein Killer unterwegs ist, verdichtet sich.


    Christian Piskulla hat einen sehr packenden und vielschichtigen Thriller geschrieben. Sein Schreibstil ist schnörkellos und gut zu lesen. Die Perspektiven wechseln häufig und kurzen Kapitel sorgen für Spannung. Auch die beeindruckende Landschaft ist schön bildhaft beschrieben, dass man sich das alles gut vorstellen kann. Aber neben der spektakulären Natur gibt es auch die weniger schönen Seiten der amerikanischen Gesellschaft. Da hausen Menschen in heruntergekommen Trailer-Parks unter menschenunwürdigen Zuständen – the american way of life. Was macht das mit den Menschen?


    Das FBI und Mark Stetson kommen dem Täter immer näher, der aber alles tut, damit man ihn nicht erwischt. Er kennt keine Gnade und geht sehr brutal vor. Nach der Tat verschwindet er vom Trail und vernichtet seine Spuren durch Feuer. Was mag im Leben solcher Menschen passiert sein, dass sie zu so einem brutalen Mörder werden.


    Stetson ist ein ungewöhnlicher Ermittler, den ich aber sympathisch fand. Auch Steve Cortez hat mir gut gefallen, denn er zeigt Gefühle und damit, dass solche Fälle auch an Ermittlern nicht spurlos vorbeigehen. Mit Rebecca, die auch auf dem Trail unterwegs ist, konnte ich allerdings wenig anfangen.


    Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven, aber er hat mir sehr gefallen, denn die Spannung ist bis zum Schluss sehr hoch.


    Empfehlenswert!


    5ratten

    Eine Joggerin wird auf ihrer Laufstrecke bestialisch getötet. Ihr Fitness-Tracker, der sie unterstützen sollte, hilft ihrem Mörder. Es bleibt nicht bei diesem einen Opfer, und der Täter hinterlässt merkwürde Nachrichten. Dieser Fall bringt Hauptkommissar Jens Kerner an seine psychischen Grenzen. Er fragt sich, ob er die junge Frau hätte retten können.


    Ich habe zuvor erst ein Buch des Autors gelesen und zwar „Höllental“. Andreas Winkelmann hat einen packenden und leicht zu lesenden Schreibstil. Allerdings sind die Grausamkeiten nicht leicht wegzustecken. Das setzt sogar den Ermittlern zu.


    Die meisten Menschen geben in Sozialen Medien viel zu viele Daten von sich preis. Ihre Freunde sollen wissen, was sie gerade tun. Doch in den seltensten Fällen bleibt es bei einem kleinen Kreis. Das eröffnet Tätern aller Art die Möglichkeit, ihre kriminellen Machenschaften auszuüben. Wenn viele dieser Informationen verknüpft werden können, wird man sehr berechenbar.


    Jens Kerner muss sich nicht nur mit diesen grausamen Fällen auseinandersetzen, ihn belastet zusätzlich auch noch der Tod seines Freundes. Seine Kollegin Rebecca Oswald unterstützt ihn, wo sie kann. Die beiden sind auch privat verbandelt. Wird Kerner mit dem Druck auf Dauer fertig?


    Zwischendurch gibt es auch Abschnitte, in denen der Täter begleitet wird.


    Die Spannung ist von Anfang an hoch, doch das Ende fand ich nicht ganz so überzeugend. Dennoch hat mich dieser Thriller gut unterhalten.


    4ratten

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    Vor über zwanzig Jahren wurde Patricia Lockwood entführt und brutal misshandelt. Sie konnte entkommen, aber die Täter nie gefasst werden. Nun tauchen neben einem Toten in New York ein Gemälde und ein Koffer auf, die bei der Entführung von vor über zwanzig Jahren eine Rolle spielten. Erst einmal gerät Win in Verdacht, dann beschließt er der Sache auf den Grund zu gehen. Windsor Horne Lockwood III, genannt Win, ist der Cousin ersten Grades von Patricia. Bei seinen Nachforschungen kommt er alten Familiengeheimnissen auf die Spur.


    Dies ist mein erstes Buch von Harlan Coben, doch sicherlich nicht mein letztes. Die Geschichte ist ziemlich komplex und die Spannung hoch. Mir hat der Schreibstil gefallen.


    Win ist ein etwas spezieller und intelligenter Mann, der mir zwar nicht unbedingt sympathisch war, den ich aber interessant finde. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht er das durch, selbst wenn er dabei Familiengeheimnisse aufdeckt. Dabei sind seine Methoden grenzwertig, aber effizient.


    Es gibt einige Handlungsstränge und immer wieder neue Wendungen, so dass die Spannung erhalten bleibt und man als Leser nicht ahnt, worauf es hinausläuft. „Nichts bleibt begraben“ und was sich am Ende herausstellt, ist überraschend.


    Mir hat dieser packende Thriller gut gefallen.


    4ratten

    Paula wollte nicht mehr nur das verwöhnte Fräulein Tochter des Zündholzfabrikanten Harry Haydorn sein, daher hatte sie Kurse belegt in Stenographie und Schreibmaschine. Doch ihr erster Job stellt sich als ziemlich öde dar. Dann bringen der Zufall und ihre forsche Art sie als Sekretärin zur WKP. Als dann eine Tote auf dem alten Friedhof beim Zoo gefunden wird, die brutal ermordet und obszön zur Schau gestellt wurde, kann Paula zeigen, was wirklich in ihr steckt. Die Männer bei der Polizei halten nicht viel von ihren weiblichen Kollegen. Doch der leitende Kommissar Martin Broder ist überrascht von Paulas logischen Schlussfolgerungen. Die Spuren führen ins Hamburger Rotlichtmilieu und nehmen dann eine Wendung, die Paula beunruhigt.


    Der Schreibstil von Helga Glaesener gefällt mir gut und die Geschichte war von Anfang an packend.


    Paula Haydorn ist eine clevere und selbstbewusste junge Frau, die mehr sein will als nur Tochter eines stinkreichen Vaters. Doch ihre Eltern sind nicht davon begeistert, dass Paula einen Job hat, schon gar nicht bei der Polizei. Doch ihr Patenonkel und seine Frau unterstützen sie. Auch bei der Polizei hält man nichts von Frauen in den eigenen Reihen und macht es ihnen nicht leicht. Aber Paula lässt sich nicht beirren und bringt die Ermittlungen sogar voran. Damit überrascht sie sogar Martin Broder, der die Ermittlungen leitet. Er ist um Paula ziemlich besorgt. Aber auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet.


    Paulas schnelle Karriere ist nicht so recht glaubhaft, besonders zu jener Zeit. Doch das wird durch die spannende und unterhaltsame Geschichte wettgemacht. Immer wieder gab es neue Verdächtige, doch am Schluss wurde ich dann wirklich überrascht.


    Dieser historische Krimi hat mich gut unterhalten.


    4ratten

    Nannerl, wie die junge Maria Anna Mozart genannt wird, ist die ältere Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch sie ist sehr musikalisch und eine Begnadete Pianistin, doch immer steht sie im Schatten ihres Bruders. Das enttäuscht sie sehr. Als sie den charmanten und klugen Franz Armand d’Ippold kennenlernt, verliebt sie sich, aber er ist keine gute Partie. Bei den Mozarts ist das Geld immer knapp, die Schulden drücken, daher kann es keine Liebesheirat geben. Doch Nannerl kämpft für ihre Interessen.


    Wieder einmal gelingt es der Autorin Beate Maly, mich in die Geschichte hineinzuziehen. Ihr Schreibstil liest sich sehr angenehm und sie lässt uns sehr gut in die vergangene Zeit eintauchen.


    Die Charaktere sind gut dargestellt. Nannerl ist eine sympathische Person, die weiß, was sie kann. Sie unterrichtet Kindern von vermögenden Eltern und trägt damit zum Familienauskommen bei. Der Vater kümmert sich immer mehr darum, dass Wolfgang Amadeus zu Ansehen und Ruhm kommt. Doch Nannerl arrangiert sich mit den Umständen und findet ihren Weg.


    Es ist eine Zeit, in der die Frauen nicht viel galten und von Männern abhängig waren. Schade, dass so eine begabte junge Frau sich so beschränken muss.


    Mir hat diese Romanbiografie gut gefallen.


    5ratten

    Kommissarin Anna Wagner muss sich dieses Mal mit einem alten Fall beschäftigen, um einen aktuellen Fall zu lösen. Carsten Witt war nach Jahren im Ausland wieder nach St. Peter-Ording zurückgekehrt, und kurz darauf ist er verschwunden. Vor mehr als 15 Jahren war er Leiter eines Sommercamps, wo der neunjährige Florian Berger aus Hamburg verschwand und nie mehr auftauchte. Es gab damals drei Verdächtige, von denen Witte angeklagt, aber freigesprochen wurde. Doch es bleibt immer etwas hängen.


    Ich habe auch den Vorgängerband „Nordwesttod“ gelesen und wollte auch dieses Mal die Soko St. Peter-Ording bei den Ermittlungen begleiten. Dieser Krimi lässt sich gut und flüssig lesen und ist spannend.


    Anna Wagner ist eine sympathische Person und eine gute Kommissarin. Aber auch ihr Kollege Hendrik Norberg gefällt mir gut, auch wenn er deutlich verschlossener ist als Anna. Er macht seine Probleme mit sich alleine aus.


    Häufige Perspektivwechsel mit Rückblicken in die Vergangenheit sorgen dafür, dass es interessant und spannend ist. So ein Cold Case ist immer eine besondere Herausforderung und die Wetterverhältnisse erschweren die Ermittlungen zusätzlich. Es gibt immer wieder Wendungen, die die Spannung hochhalten.


    Mir hat dieser Küstenkrimi wieder gut gefallen.


    5ratten

    Wenn man sich in unserer Welt umschaut und sich bewusst macht, welche politischen Gruppierungen immer mehr nach vorne drängen, dann kann einem angst und bange werden. Haben wir aus der Vergangenheit nichts gelernt?


    Die Journalistin Hanna Ahrens lebt und arbeitet in den USA. Doch als ihre Großmutter im Sterben liegt, reist sie sofort nach Deutschland. Ihre Oma Tilda legt ihr noch eine schwere, wenn gar unmögliche Bürde auf, denn Hanna soll ihre Familie zusammenhalten. Doch die Mitglieder ihrer großen Familie sind sehr unterschiedlich. Als Hannas Schwager Felix Graf von Altdorff als Kanzlerkandidat der nationalistischen Partei BürgerUnion die Wahl gewinnt, bittet er sie um Unterstützung bei seiner Arbeit. Eigentlich will Hanna gleich ablehnen, doch dann sagt sie zu, da sie glaubt, mit ihrer Einstellung etwas bewirken zu können, damit die Radikalen nicht zu stark werden. Doch sie war wohl zu blauäugig und so zieht sie sich zurück.


    Tilda musste seinerzeit aus Schlesien fliehen und hat viel Schweres erlebt. Das hat nicht nur sie geprägt, sondern auch ihre Kinder, die so unterschiedlich sind. Auch wenn ich das Handeln jedes Einzelnen aufgrund seiner Prägung nachvollziehen konnte, gutheißen konnte ich vieles natürlich nicht. Niemand aus dieser verzweigten Familie (der Stammbaum im Buch war hilfreich) war mir sympathisch


    Dieser fiktive Roman kommt einem beim Lesen sehr real vor und ist beängstigend. Die Familiengeschichte wird zunehmend zu einem Polit-Thriller. Er macht deutlich, dass wir gut bedenken sollten, wen wir wählen und wem wir damit die Macht geben. Mit einer Wahl verändert sich nicht alles schlagartig, aber die Änderungen kommen und sie werden nicht gefallen.


    Ein erschreckender, aber lesenswerter Roman.


    5ratten

    Wie kann es sein, dass das Bild einer getöteten unbekannten Frau ihrer Mutter so ähnlich ist? Als die Autorin Eva Berghoff dieses Bild in der Zeitung entdeckt, weiß sie gleich, dass sie der Sache auf den Grund gehen muss.


    Anja Jonuleit nimmt den Fall der Isdal-Frau, die 1970 gefunden wurde und deren Identität und Todesumstände bis heute nicht geklärt sind, als Grundlage für ihren Roman. Der Schreibstil ist etwas emotionslos, lässt sich aber gut und flüssig lesen. Die Geschichte wird auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. So können wir Evas Recherche mitverfolgen und gleichzeitig miterleben, wie es der kleinen Margarete ergangen ist.


    Es gibt Menschen, die haben zu Kriegszeiten so viel Schreckliches erlebt, dass sie nicht mehr zurückschauen wollen und schon gar nicht über Vergangenes reden wollen. Auch Evas Mutter blockt da ab. Doch Eva lässt sich nach dem Blick auf das Bild der unbekannten Frau nicht aufhalten. Sie will erfahren, wieso es diese frappierende Ähnlichkeit gibt. Dann erfährt sie, dass ihre Mutter eine Zwillingsschwester hatte, die im Krieg verloren ging. Eva reist nach Norwegen. Auch wenn es Menschen gibt, die ihre unrühmliche Vergangenheit vergessen wollen und Nachforschungen als Bedrohung betrachten, so kommt doch nach und das Familiengeheimnis ans Licht.


    Es ist eine spannende und bewegende Geschichte, die zeigt, dass die Vergangenheit auch Folgen für die nachkommenden Generationen hat.


    5ratten

    Die jüdische Kaufmannstochter Luise lernt Jónas, den Mitstudenten ihres Bruders, kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Doch die Nazis machen sich immer breiter und es dauert nicht lange, da wird es für Luise und ihre Familie sehr gefährlich. Sie wird schwanger und will mit Jónas nach Island flüchten. Ihre Eltern muss sie zurücklassen. Doch wird sie ihre Eltern noch retten können, bevor es zu spät ist?


    Sofie zieht sich nach einem Schicksalsschlag nach Island zurück. Sie ist Tischlerin und restauriert dort ein Haus. Dabei findet sie in einem alten Schreibtisch die Aufzeichnungen von Luise. Die Geschichte von damals hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Als sie einen Nachfahren von Luise, den verschlossenen Björgvin, kennenlernt, verliebt sie sich in ihn.


    Ich habe auch die vorigen Romane „Das Versprechen der Islandschwestern“ und „Der Sommer der Islandtöchter“ der Autorin Karin Baldvinsson gelesen. Sie beschreibt das Land und die Menschen Islands immer sehr gut und bildhaft. Auch dieses Mal verknüpft sie in ihrem Roman wieder die Vergangenheit mit der Gegenwart.


    Die Charaktere sind gut und lebensnah beschrieben. Luise ist behütet in Lüneburg aufgewachsen. Für jüdische Menschen wird das Leben immer schwieriger und man weiß nie, was der nächste Tag bringt. Sie hoffen ständig, dass alles doch nicht so schlimm wird. Eine fatale Hoffnung. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihr Heimatland zu verlassen. Sofie Berger ist gepackt von der Geschichte, in die sie durch die alten Aufzeichnungen hineingezogen wird. Sofie versucht die Menschen zu versöhnen, die sich voneinander entfernt haben.


    Was die jüdischen Menschen in Deutschland in der Zeit vor und während des Krieges ertragen mussten ist hinlänglich bekannt. Das alles geht auch nicht an Luises Familie vorbei. Es ist immer wieder furchtbar, darüber zu lesen.


    Diese Geschichte ist berührend und packend und hat mir gut gefallen.


    4ratten

    Bernried am Starnberger See, 1938: Wilhelm Lehmann geht es nach seinem Schlaganfall langsam wieder besser. Doch das verheimlicht er. Nur Paul-Friedrich von Falkenbach weiß, wie es ihm geht. Wilhelm wurde von seinem Sohn Leopold gedemütigt und hintergangen. Daher möchte er nicht, dass Leopold die Firma weiterführt. Er verkauft die Firma für fünf Reichsmark an Paul-Friedrich. Natürlich ist die Familie nicht erfreut. Besonders Leopold ist erzürnt, doch es war alles rechtens. Derweil verliebt sich Wilhelmine von Falkenbach in einen kommunistischen Widerstandskämpfer und ist dann erschüttert, weil er sang- und klanglos verschwunden ist. Alle Familienmitglieder geraten ins Visier des Gauleiters Karl Langenmüller, denn der will den Familien schaden und ihren Besitz konfiszieren. Ihm ist jedes Mittel recht, doch wird er damit Erfolg haben?

    Dies ist der dritte Band der Falkenbach-Saga. Es ist empfehlenswert alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Der Schreibstil der Autorin Ellin Carsta liest sich einfach toll und diese Geschichte hat mich gleich wieder gepackt.

    Die Nazis machen sich immer breiter und dadurch den Menschen das Leben schwer. Es herrscht Misstrauen und Intrigen und Verleumdungen sind an der Tagesordnung. Auch für die Familien von Falkenberg und Lehmann wird es gefährlicher. Da ist Zusammenhalt gefragt statt Familienzwist.

    Wilhelm weiß, was er von seinem Sohn zu halten hat und entwickelt eine Strategie, die der Familie nicht gefallen kann. Leopold sieht immer nur sich und ist nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Doch Irma hält zu ihm und wirkt immer wieder auf ihn ein. Paul Friedrich ist ein gewiefter Geschäftsmann, der seine Chancen zu nutzen weiß. Er ist nicht leicht zu durchschauen, daher ist es ihm möglich, auch schwierige Situationen zu meistern. Elisabeth hat sich auf ihr Kind gefreut, doch nun muss sie Angst haben. Aber auch die anderen Familienmitglieder spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle. Alle Charaktere sind individuell und authentisch beschrieben und nicht alle sind sympathisch. Besonders Langenmüller ist ein furchtbarer Mensch.

    In den Familien gibt es so Einiges, was nicht nach außen dringen darf. Auch gibt es immer wieder Zwistigkeiten, doch wenn es darauf ankommt, halten sie zusammen.

    Mir hat diese dramatische und spannende Geschichte wieder sehr gut gefallen. Empfehlenswert!


    5ratten

    Jedem ist wohl Winston Leonard Spencer-Churchill ein Begriff, doch über seine Frau wissen wohl die Wenigsten etwas. Die Autorin Marie Benedict hat sich in dieser Romanbiografie mit der Frau des Staatsmannes beschäftigt. Clementine Churchill


    Clementine Hozier hatte keine einfache Kindheit und sie stammte wie Winston Churchill aus einer adligen Familie. Winston hatte politische Ambitionen und benötigte daher eine Ehefrau. Doch erst als er die Clementine kennenlernt, findet er eine Frau, die ihm nicht nur Ehefrau werden will, sondern auch in die gleiche Richtung denken. Clementine wird Mutter von fünf Kindern, um die sie sich aber wenig kümmert, das überlässt sie lieber den Nannies. Sie hat großen Einfluss auf ihren Mann und seine Politik und setzt sich engagiert für die Rechte von Frauen ein. Sie ist die starke Frau an Churchills Seite, die ihr eigenes Leben zurückstellt, aber dennoch ihren Einfluss geltend macht.


    Erzählt wird diese Geschichte aus der Perspektive von Clementine. Sie lässt sich gut und flüssig lesen, hat aber meiner Meinung nach einige Längen. Wir begleiten die Churchills von der Hochzeit bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.


    Winston Churchill ist kein einfacher Mann, aber Clementine ist ihm gewachsen und sie greift auch vermittelnd ein. In einer anderen Zeit wäre sie sicherlich ihren eigenen Weg zielstrebig gegangen und ich bin sicher, dass sie erfolgreich gewesen wäre. So aber blieb sie im Hintergrund. Auch wenn ich mich in sie hineinversetzen konnte, so war sie mir doch nicht besonders sympathisch.


    Am Ende hätte ich gerne gewusst, was denn nun Realität und was Fiktion ist.


    Ein interessantes Buch über eine besondere Frau.


    4ratten

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    Nachdem uns der Vorgängerband „Der Tod ist ein Tänzer“ ins Berlin von 1926 geführt hat, begegnen wir Josephine Baker nun zwei Jahre später in Wien wieder.


    Nowak hat von einem unbekannten Absender eine Eintrittskarte für die Premiere der neuen Josephine-Baker-Revue „Blanc et Noir“ erhalten. Er kann Josephine einfach nicht vergessen und nun ist er in Wien. Doch er muss beobachten, wie bedrohlich der Empfang der Wiener für Josephine Baker ist. Und dann fällt ein Schuss. Aber es bleibt nicht bei diesem einen schrecklichen Vorfall. Ferdinand Sternberg hat zu seinem Geburtstag eingeladen und Tristan begleitet seinen Onkel, den Grafen von Seidlitz, zum Fest. Dort trifft er nicht nur Josephine wieder, es gibt auch einen Toten. Tristan ist davon überzeugt, dass die Verschwörer von Berlin nun ihr Werk vollenden wollen. Das will er verhindern. Doch damit bringt er nicht nur sich in Gefahr, sondern auch alle aus seinem Umfeld.


    Ich liebe es, mit Büchern in vergangene Zeiten einzutauchen. Auch wenn in Berlin nicht alles schillernd war, so herrschte eine ganze andere Atmosphäre. Wien ist düster und abweisend und will Josephine Baker nicht in der Stadt haben. Die Zwischenkriegszeit in Wien ist instabil und die wirtschaftliche Situation äußerst schwierig.


    Es gibt ziemlich viele Personen in diesem Roman, sie sind alle interessant und vielschichtig dargestellt. Wir begegnen alten Bekannten und einigen neuen Personen. Natürlich dreht sich alles um Josephine Baker, die eine so herzliche und wunderbare Person ist. Sie weiß genau, was sie will und treibt damit ihren Mann Pepito Abatino in den Wahnsinn. Pepito weiß, dass Josephine an Nowak hängt, und er zeigt Tristan seine Abneigung deutlich. Er ist überzeugt, dass alle die Baker lieben, doch er verkennt die Gefahr. Auch Hermann Gille hat es nach seinem Gefängnisaufenthalt nach Wien verschlagen und seine Wut auf Nowak ist noch nicht abgekühlt. Aber auch in Tristan brodelt es und er braucht Hilfe für seine Mission. Dabei aber verkennt er, worum es geht. Erst sehr spät geht ihm auf, dass ganz persönliche Gründe im Spiel sind, und dass jemand von langer Hand geplant hat. Unterstützung erhält Tristan von ganz wundervollen, wenn auch etwas skurrile Personen, wie Anton Lowatschek, Nora Salminger, Hugo Sperber und Zoltan. Aber auch Helene zieht es nach Wien, denn sie hat Probleme, die sie mit Tristan besprechen möchte. Mich hat Helene überrascht. Sie ist eine mutige Person, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt und zu ungewöhnlichen Mitteln greift.


    Dieses Buch hat mich wieder total gefesselt. Die Geschichte ist interessant und sehr spannend und verbindet auf wunderbare Weise Fiktion und Wirklichkeit. Diese Reihe um die schwarze Venus ist ein absolutes Lesehighlight, und ich bin schon sehr gespannt auf den dritten und finalen Band „Die Dunkelheit der Welt“.


    5ratten

    Es kommen schwierige Zeiten auf das Kaffeekontor und Minas Familie zu. Der Nationalsozialismus breitet sich aus und macht auch vor der Familie nicht Halt. Als Großmutter Hiltrud verstirbt, bringt das ungeahnte Überraschungen mit sich und neue Familienmitglieder. Edo ist Minas große Liebe und ihre Unterstützung im Kontor, auch wenn sie offiziell mit Frederik verheiratet ist. Für Agnes und ihren jüdischen Mann Anton wird es in Deutschland immer bedrohlicher, aber auch für Edo könnte es aufgrund seiner Vergangenheit gefährlich werden. Dann kommt der Krieg und bringt neue Herausforderungen mit sich.


    Ich habe mich sehr auf diesen Band gefreut, da ich Mina und ihre Familie und Freunde sehr mochte. Allerdings bin ich etwas zwiegespalten. Es ist natürlich schön, wenn man liebgewonnene Charaktere auf ihrem weiteren Weg begleiten kann. Aber in diesem Buch gibt es so viele Zeitsprünge, die es mir nicht leicht gemacht haben. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen.


    Wie es in Hamburg in jener zeit zuging, ist gut und authentisch beschrieben. Das Leben unter den Nazis wird immer schwieriger und für viele auch gefährlich. Auch die Bombardierungen Hamburgs sind erschreckend beschrieben. Seltsamerweise übersteht die Familie Degarde all dieses Furchtbare relativ unbeschadet, so dass sie nach dem Krieg optimistisch in die Zukunft schauen können.


    Auch in diesen Jahren zeigt Mina, dass sie eine starke und hilfsbereite Frau ist, die ein Herz für Andere hat. Sie ist aber ziemlich blauäugig in Bezug auf das, was die Nazis bringen. Es dauert, bis sie das realistisch einschätzt. Dabei muss sie auch zuschauen, wie ihre Kinder sich den Nazis zuwenden. Natürlich muss auch Mina, wie alle in jener Zeit, Verluste hinnehmen. Einige treffen sie sehr schwer. Die Charaktere entwickeln sich weiter, wenn auch nicht bei allen unbedingt nachvollziehbar. Frederiks Wendung kam mir nicht realistisch vor. Über einige Personen hätte ich gerne mehr erfahren.


    Der Epilog gibt einen schönen Ausblick, doch bleiben da auch einiges offen.


    Insgesamt hat mir5 die Speicherstadt-Sage gut gefallen, auch wenn für mich dieser Band etwas schwächer war als seine Vorgänger.


    4ratten

    Clara ist eine ambitionierte Politikerin, wollte ein Gesetz durchbringen, welches frühere Hilfe für misshandelte Kinder schaffen sollte. Ihr Mann Haavard hat von Berufs wegen mit solchen Kindern zu tun, denn er ist Kinderarzt. Ein kleiner Junge wird von seinem pakistanischen Vater bewusstlos in die Klinik gebracht. Der Junge stirbt und wenig später wird auch der Vater tot aufgefunden. Er wurde erschossen. Wenig später gibt es weinen weiteren Mord an einer iranischen Mutter. Was ist das Motiv? Rache oder Fremdenhass? Haavard gerät ins Visier der Polizei, was Clara beruflich schaden könnte. Noch während er in Gewahrsam ist, geschieht wieder ein Mord.


    Es ist eine interessante Geschichte, die aus wechselnden Perspektiven erzählt wird. Allerdings geht es bei diesem Krimi kaum um die Ermittlungsarbeit. Viel entscheidender sind die Einblicke in die Psyche der beteiligten Personen.


    Clara und Haavard leben etwas nebeneinander her. Er ist ein Arzt, der seinen kleinen Patienten helfen will und sie möchte Karriere als Politikerin machen. Aber Clara hat auch eine dunkle Vergangenheit, die sie geheim halten möchte und von der auch Haavard nichts weiß.


    Die Spannung nimmt immer mehr zu und was sich dann am Ende ergibt, war für mich eine ziemliche Überraschung.


    Dieser erste Band der Reihe hat mich überzeugt und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

    5ratten

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    Der Müllersohn Andreas hat als Soldat gekämpft, doch nun ist etwas passiert, das ihn zur Flucht zwingt. Er begegnet unterwegs dem jungen Ammanleit Daniel Hochleitner, der auch gründe hatte, sein Dorf zu verlassen. Daniel bietet Andreas an, unter seinem Namen Schutz bei den Ammanleit zu suchen. Dort wird Andreas freundlich aufgenommen und lebt als Daniel unter ihnen. Eigentlich will er irgendwann weiterziehen, doch er verliebt sich in Rebekka, die seine Gefühle erwidert. Doch dann beginnt ein Jahr, dass nur Regen bringt. Die Sonne lässt sich nicht blicken und die Ernte bleibt aus. Überall gibt es Hunger und Not. Einige Familien aus der Gemeinde der Amish wandern nach Amerika aus, darunter auch Rebekka und Daniel. Sein Geheimnis nimmt Daniel mit. Wird er es aber auf immer bewahren können?


    Es ist eine spannende Geschichte, die eine uns fremde Welt führt. Die Ammanleit sind sehr gläubig und haben strenge Regeln. Aber ihr Glaube verpflichtet sie auch, anderen zu helfen. Daher wird auch Daniel freundlich aufgenommen. Er lernt eine Gemeinschaft kennen, die zusammenhält und sich unterstützt. Daniel gefällt das zunehmend, außerdem findet er nach den Kriegsjahren hier Frieden. Rebekka ist eine junge Frau, die auch neugierig auf das Leben außerhalb ihres Dorfes ist. Sie ist bereits Josua versprochen, den sie seit Kindertagen kennt. Doch plötzlich sind da Gefühle, die ihr zuvor unbekannt waren und sie in einen Konflikt bringen. Neben diesen Protagonisten gibt es aber noch einige ganz besondere Menschen, wie Caleb, Ruben und Susanna, doch es gibt leider auch engstirnige und verbiesterte.


    Es ist schwer, sich in die Menschen hineinzuversetzen, die heute noch nach diesen strengen Regeln leben. Dann kommt man sich vor, wie aus der Zeit gefallen. Diese Geschichte bringt einem die Denkweise der Amish näher und man erkennt, dass einiges dabei ist, was unserer heutigen Welt ganz guttun würde. In der damaligen Zeit waren sie sogar ziemlich fortschrittlich. Durch ihre Reinlichkeit gab es weniger Krankheiten und ihre Art des Ackerbaus sorgte für bessere Ernten. Doch ihre Art des Lebens erweckte bei Anderen Misstrauen und sorgte dafür, dass sie verfolgt wurden.


    Dieser Roman bietet ein ungemein packendes und informatives Leseerlebnis. Ich bin ganz begeistert und freue mich schon auf die Fortsetzung.


    5ratten

    Aber es gibt so viele Aha-Geschichten zwischendurch, die mich oft zum Schmunzeln bringen. Es war ja ein paar Jahre später nicht viel anders und das war dann meine Kindheit. Zum Beispiel das viele Rauchen - heute kann man es sich gar nicht mehr vorstellen, aber ich bin noch in vielen Rauchwolken aufgewachsen.

    Das mit dem Rauchen fällt mir auch immer auf, wenn ich mal einen älteren Film anschaue. Heute sieht man ja in Filmen kaum noch mal jemanden mit Zigarette.

    Im Hotel bekommen sie zwar einige Auskünfte über den Toten, aber fast noch wichtiger erscheint mir die akute Erkrankung des Herrn Jakob. Was will er verheimlichen?

    Der Herr Jakob auf sich einfach zu auffällig verdrückt.

    Seine Vergangenheit versucht er ja bei der Arbeit immer zu verheimlichen. Ob das auf Dauer möglich sein wird?

    Bestimmt nicht. Hin und wieder verplappert er sich ja auch.

    Um was es in den Gesprächen ging, wissen wir bisher überhaupt nicht. Aber vielleicht der Jakob Gattermeyer, der zuerst keine Zeit und dann plötzlich unpässlich ist und in der Versenkung verschwindet?

    Da hätte er sich doch wohl denken muss, wie verdächtig ihn das macht.

    Dem Trafikanten ist aufgefallen, dass das Opfer krank ausgesehen hat, als er bei ihm war. Könnte er vielleicht auch eines natürlichen Todes gestorben sein?

    Er kann ja krank gewesen sein und dennoch ermordert.

    Das Picknick bzw. der Einbruch in den Garten des Gasthauses hat sich ja recht witzig entwickelt, nachdem Votruba seine unfreiwilligen Gäste überrascht

    Mutig von den beiden!

    Professor Doktor Dietrich Grönemeyer setzt sich schon lange für eine ganzheitliche Medizin ein. Mit seinen Veröffentlichungen hat er mir schon oft Anregungen gegeben. Daher wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen. Es gelingt ihm wieder einmal gut und verständlich die Thematik zu vermitteln. Ich finde es interessant, die moderne Medizin mit den uralten Heilungsmethoden zu verknüpfen. Ganz egal wie skeptisch manche Menschen darangehen, Hauptsache ist doch, dass es hilft und möglichst schonend für den Körper ist.


    Das Buch beginnt mit einem theoretischen Teil, der in das Thema einführt. Alles ist gut und verständlich erklärt. Man erfährt, wie die Nahrung Einfluss auf unseren Körper nimmt und zur Heilung beitragen kann.


    Weiter geht es dann mit einem Rezeptteil, den der Koch und Ernährungsexperte Volker Mehl beisteuert. Die Rezepte sind vielfältig, manche recht einfach, andere außergewöhnlich. Inzwischen habe ich einige ausprobiert und bin begeistert.


    Wie ich das vom Verlag Gräfe & Unzer gewohnt bin, sind die entsprechenden Fotos wieder einfach toll.


    Ich kann dieses wundervolle und informative Buch nur empfehlen.

    5ratten

    Teresa hatte einen Unfall, der ihr ganzes Leben verändert. Sie kann sich an die fünf Jahre vor ihrem Unfall nicht mehr erinnern. Doch in der Zwischenzeit ist einiges passiert. Sie hat einen neuen Job und eine neue Wohnung und sie ist nicht mehr mit Henry zusammen. Teresa versucht herauszufinden, warum sie ihr Leben so umgekrempelt hat, dass es ihr selbst fremd vorkommt. Aber wie soll das gehen. Sie will bei dem Moment anfangen, an den sie sich noch erinnern kann und das war ihre Verabredung mit Henry. Aber Henry lässt sie abblitzen. Trotzdem gibt Teresa nicht auf.


    Ich bin nicht so der große Fan von Liebesgeschichten, doch diese hat einen ernsten Hintergrund und hat mich daher angesprochen. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man plötzlich feststellt, dass man sich an einen Teil seines Lebens nicht mehr erinnern kann. Teresa resigniert nicht, sondern geht daran, das Chaos ihres Lebens zu entwirren.


    Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt und springt immer wieder zurück in die Vergangenheit.


    Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Ich konnte mich gut in Teresa hineinversetzen und ihre innere Zerrissenheit spüren. Es sind die unterschiedlichsten Gefühle, die ihr zu schaffen machen. Aber auch Henrys Gefühle und seine Verletztheit kamen gut rüber.


    Mir hat diese emotionale Geschichte, die nicht nur dramatische, sondern auch witzige Momente zeigt, gut gefallen.


    4ratten