Beiträge von buchregal123

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Der Ruheständler und ehemalige Kommissar Van Veeteren steht kurz vor seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, als ihn ein Kollege besucht und von einem alten Fall berichtet. Vier Mitglieder des „Verein der Linkshänder“ wurden ermordet vom fünften Mitglied des Vereins. Der Täter wurde aber nie gefunden. Doch nun ist seine Leiche aufgetaucht und offensichtlich wurde er zur gleichen Zeit ermordet wie die anderen. Da ist der Polizei und somit Van Veeteren damals ein Fehler unterlaufen. Als es ein weiterer Toter auftaucht, führt Inspektor Barbarotti die Ermittlungen.

    Ich habe von Håkan Nesser zuvor nur „Am Abend des Mordes“ gelesen, kannte somit Van Veeteren nicht. Aber ich mag Skandinavien-Krimis und die meist etwas düstere Atmosphäre.

    Der anspruchsvolle Schreibstil von Håkan Nesser gefällt mir sehr gut, er weiß seine Leser zu packen.

    Es ist eine interessante Konstellation, dass Barbarotti und Van Veeteren hier in einem Fall ermitteln, bei dem es zu verschiedenen Zeiten Tote gibt. Die unterschiedlichen Zeitstränge wechseln sich ab und so erfährt man ausführlich, was damals geschehen ist und wieso es zu diesem Irrtum kam.

    Die Charaktere sind gut und authentisch gezeichnet. Van Veeteren und auch Barbarotti sind menschlich dargestellt und haben auch ihre Schwächen.

    Dieser Krimi ist spannend, aber zwischendurch lässt die Spannung auch schon mal nach. Es gibt einige Verdächtige. Bei den Ermittlungen gibt es immer wieder Wendungen, die dafür sorgen, dass man nicht zu schnell auf den Täter kommt. Trotzdem hatte ich recht schnell den Eindruck, als wäre ich den beiden Ermittlern einen Schritt voraus. Dennoch hat mir dieser Krimi sehr gut gefallen.


    5ratten

    Viktoria zur Haiden wächst zusammen mit ihrem Bruder Benno in einer angesehenen Hamburger Familie auf. Ihr Vater Carl-Heinrich zur Haiden ist Professor im Neuen Krankenhaus Eppendorf. Vicky soll das Lübecker Lehrerinnenseminar besuchen, aber dort fühlt sie sich eingeengt und kehrt heimlich wieder zurück nach Hamburg. Doch in Hamburg ist eine Cholera-Epidemie ausgebrochen. Vicky begegnet dem jungen Arzt Johannes Dreyer und unterstützt ihn bei seiner Arbeit. Ihr Vater will ihr den Umgang mit Johannes verbieten. Vicky hat aber beschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie beginnt eine Schwesternausbildung bei den Erika-Schwestern im Hamburger Krankenhaus, wo sie sich aufopferungsvoll um die Patienten kümmert.

    Dies ist mein erstes Buch des Autors Wolf Serno und es hat mir gut gefallen.

    Dieser Roman spielt in einer Zeit, als es viele unserer heutigen Behandlungsmethoden noch nicht gab. Die damaligen Behandlungsmethoden waren nicht sehr angenehm. In den Krankenhäusern waren die Ärzte die „Götter in Weiß“ und das Pflegepersonal hatte ihren Anweisungen zu folgen. Doch gerade sie wussten oft viel besser, was den Kranken guttut.

    Die Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Vicky ist eine junge Frau, die ihren eigenen Weg gehen will. Das ist zu der Zeit ziemlich ungewöhnlich. Der Vater bestimmte über die Töchter, bis er die Verantwortung an den Ehemann übergab. Am liebsten hätte Vicky Medizin studiert, aber das war Frauen nicht möglich – sie sollten sich um Mann, Kinder und den Haushalt kümmern. Auch ein Ehemann ist schon ausgeguckt. Ernst-Otto Schädeba, Sohn eines angesehenen Anwalts, entspricht vollkommen den Ansprüchen von Vickys Mutter, die voller Standesdünkel ist. Dabei ist er ein schäbiger Charakter. Vicky entscheidet sich dann aber anders und geht ihren Weg, was in der Hamburger Gesellschaft gar nicht gut ankommt.

    Ihr Bruder Benno dagegen soll Medizin studieren, er soll natürlich in die Fußstapfen seines Vaters treten. Nur schlägt er immer wieder über die Stränge und hält erstmal gar nichts von diesen Plänen, denn er möchte ein großer Maler werden.

    Historische Fakten sind gut mit dieser fiktiven Geschichte verknüpft. Thematisiert werden der Kampf der Hafenarbeiter um bessere Arbeitsbedingungen und bessere Löhne und die Entdeckung der Röntgenstrahlen.

    Eine interessante und spannende Familiengeschichte; ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.


    4ratten

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    Der Psychoanalytiker Thomas Kern muss den Freitod einer jungen Patientin mit ansehen. Die junge Frau war zwar erst einmal bei ihm, dennoch ist er geschockt, dass er ihr nicht hatte helfen können. Wenig später steht die Polizei vor seiner Tür und behauptet, dass die Tote Kern in einem Abschiedsbrief der Vergewaltigung beschuldigt hat. Dann trifft es Kern Schlag auf Schlag. Seine Frau wirft ihn hinaus, Kollegen wenden sich ab, Freunde meiden ihn und auch seine Tochter will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Ihm bleibt nicht anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er beauftragt den Privatdetektiv Walter Goldman. Als Kern erfährt, dass der neue Freund seiner Tochter Natascha ein einer gefährlichen Sekte ist, ahnt er, welch perfides Spiel mit ihm getrieben wird.

    Zunächst einmal, das Cover ist einfach genial. “Nichts wird dir bleiben“ ist ein spannender Psychothriller, der allerdings die volle Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert. Dazu trägt auch bei, dass es gleich eine ganze Reihe von Personen gibt, die am Anfang eingeführt werden. Kurze Kapitel und viele Perspektivwechsel sorgen für ein hohes Erzähltempo. Auch wenn man denkt, dass man die Lösung erkannt hat, sollte man sich nie sicher sein, denn immer wieder gibt es Wendungen, welche die Geschichte dann wieder anders aussehen lassen. Rückblenden sorgen dafür, dass man als Leser noch einen anderen Blick auf die Personen bekommt.

    Alle Charaktere sind wirklich gut und vielschichtig ausgearbeitet. Ich habe mit Thomas kern gefühlt, der seine Unschuld beteuert. Trotzdem hält niemand zu ihm. In Goldman hatte ich erst keine großen Hoffnungen gesetzt, aber er zeigt dann, dass mehr in ihm steckt, als zunächst vermutet.

    Am Schluss spitzt sich alles noch einmal zu und es kommt zu einem überzeugenden Ende. Mich erschreckt immer wieder, welche Abgründe sich in Menschen auftun können und wie viel Einfluss Gemeinschaften auf den Einzelnen haben.

    Ein spannender Psychothriller.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Im Jahr 1763 soll Isabeau heiraten und zwar ausgerechnet Emmerat Lorenz, der Mann, der ihre Freundin Anne schwanger hat sitzen lassen. Isabeau weigert sich und wird daher zu ihrer Tante nach Paris geschickt. Von ihrer Tante soll sie lernen, wie man sich in Gesellschaft damenhaft benimmt. Obwohl ihre Tante sehr streng ist, beginnt für Isabeau eine aufregende Zeit. Ihr Onkel nimmt sie mit zu Tarot-Abenden, sie besucht Gesellschaften und Opernvorstellungen. Dann lernt sie den Marquis de Sade kennen, der eine besondere Faszination auf sie ausübt. Als in der Stadt ein Mörder sein Unwesen treibt, gerät der Marquis ins Visier der Gendarmerie und Isabeau in Gefahr.

    Der Roman lässt sich sehr angenehm lesen und die Charaktere sind gut ausgearbeitet.

    In jener zeit hat man es als Tochter nicht leicht, denn die Väter bestimmten über ihre Töchter und die Mütter sorgten dafür, dass die jungen Frauen gesellschaftsfähig waren.

    Anne hat sich einem Mann hingegeben, obwohl sie nicht verheiratet war. So eine Schande für die Familie! Sie wird weggebracht. Es ist tragisch, was mit ihr geschieht, der Mann kommt natürlich unbeschadet aus der Geschichte heraus. Da die Väter die Heirat arrangiert haben, soll Isabeau ihn heiraten. Aber Isabeau hat ihren eigenen Kopf und wird daher kurzerhand abgeschoben. Paris hat Isabeau gleich gepackt und der geheimnisvolle und unangepasste Marquis de Sade zieht sie magisch an. Sie lässt sich gerne von ihm verführen, doch das darf nicht herauskommen.

    Mir hat diese Geschichte gut gefallen, auch wenn sie ein paar Längen hat. Sie ist spannend, aber man darf trotz der Mordgeschichte keinen Krimi erwarten.

    Ein unterhaltsames Buch.


    4ratten

    Der 42-jährige Björn Diemel ist Anwalt für Strafrecht und Wirtschaft und immer sehr eingespannt. Auch zu Hause ist er gedanklich nicht so recht anwesend. Daher verlang seine Frau von ihm, dass er ein Achtsamkeitsseminar besucht. Er fügt sich, weil er seine Tochter liebt und Angst hat, sie zu verlieren. Björn verinnerlicht die Ratschläge seines Coachs Joschka Breitner und wendet sie an, aber auf eine etwas unkonventionelle Art und Weise. Als erstes bekommt das sein Klient Dragan Sergowicz zu spüren. Als Dragan seinen Vater-Tochter-Nachmittag stört, ist dieser plötzlich tot – ganz achtsam ermordet.

    Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen. Als Krimi würde ich es allerdings nicht bezeichnen, auch wenn viel Kriminelles darin vorkommt. Die Geschichte ist voller schwarzem Humor, über den ich mich anfangs sehr amüsiert habe, doch zunehmend gefiel mir das immer weniger. Aber da lag wohl eher an mir. Es werden durchaus ernsthafte Themen angeschnitten, die dann aber sehr überspitzt dargestellt sind. Außerdem gab es recht drastische Szenen, die mir wirklich zu heftig waren. Da wäre doch mal Achtsamkeit angesagt gewesen.

    Die Personen sind alle sehr individuell dargestellt und nicht einer davon war mir wirklich sympathisch. Björn ist beruflich sehr eingespannt, was seiner Ehe nicht besonders bekommt. Seine Frau Katharina mag das gar nicht. Sie findet es zwar toll, gut versorgt zu sein, aber ansonsten nörgelt sie nur rum. Sie hätte sich eine Aufgabe suchen sollen. Aber auch Björn gefällt mir nicht, ich fand ihn ziemlich arrogant. Skrupel kennt er auch keine. Aber seine Tochter ist sein ein und alles. Die meisten Typen aus dem kriminellen Milieu waren ziemlich unterbelichtet, nur Sascha macht da eine Ausnahme.

    Die Kapitel werden jeweils mit einer Achtsamkeitsregel eingeleitet und man sollte sie sich ruhig mal zu Gemüte führen.

    Dieser Krimi macht Lesern Spaß, die schwarzen Humor lieben. Mich konnte das Buch nicht so packen.


    3ratten

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    Gerade war Benedikt wegen eines gewonnenen Fußballspiels noch oben auf, dann rennt ihm jemand vors Fahrrad und zu allem Übel stolpert er noch über eine Leiche. Der Tote war Paul Winterpracht, der vor einer Weile einen anderen Jugendlichen totgeschlagen hatte und mit einem sehr milden Urteil davonkam, was den Lokalreporter Gerd Nollmann fürchterlich aufgeregt hatte. Haben es Heinrich Tenbrink und Maik Bertram mit einem Fall von Selbstjustiz zu tun? Sie ermitteln in alle Richtungen und bekommen es dabei auch noch mit einer Gruppe zu tun, die sich Landwehr nennt und unter der Führung von Nollmann für Recht und Ordnung in Westerwick sorgen wollen.


    Dies ist der dritte Fall für das Münsterländer Ermittlerduo Heinrich Tenbrink und Maik Bertram.


    Nachdem beim letzten Mal Tenbrinks Dickschädel etwas abbekommen hatte, ist er wieder einigermaßen fit. Mit seiner Beförderung droht ihm aber auch der Innendienst und das ist überhaupt nicht seins, denn er braucht seine Stöbereinsätze. Er weiß die Münsterländer zu nehmen und wenn er dabei mal ein bisschen Bibelwissen oder Jägerlatein anbringen kann, na gut, Hauptsache die Leute reden. Bertram ist etwas unfreiwillig von Magdeburg ins Münsterland gekommen und die alten Geschichten verfolgen ihn immer noch. Er ist so ganz anders als Tenbrink. Aber die beiden ergänzen sich gut und Maik ist inzwischen bei Heinrich eingezogen. Dritter in dieser WG ist Flocke, ein Pudel, der erst ungewollt zu Heinrich kam, aber nun allen ans Herz gewachsen ist. Als Tenbrinks Tochter den Hund dann wieder abholen will, wächst Maik über sich hinaus. Auch Jan Bonnema aus den Niederlanden hat wieder eine wichtige Rolle, er schützt Bertram vor einer Dummheit.


    Der Fall ist wieder knifflig und es gibt eine Reihe von Wendungen, die alles recht undurchschaubar machen. Was ist denn nun passiert. Auf unterschiedlichen Wegen kommen Tenbrink und Bertram dann zur Lösung und die ist in sich schlüssig.


    Gemein ist nur, dass wir nicht bei Tenbrinks letztem Gespräch Mäuschen spielen dürfen, sondern warten müssen, bis Tom Finnek den nächsten Band dieser Reihe veröffentlicht.


    Auch dieser Krimi aus dem Münsterland war wieder spannend und unterhaltsam.


    5ratten

    Vielen Dank, liebe Nicole, dass Du diese Runde wieder mit so viel Enthusiasmus begleitet hast. Das ist das I-Tüpfelchen auf Deiner schönen Geschichte. Ich freue mich, dass es weitergeht und wir uns bald wieder lesen.

    Da kann ich nur zustimmen. Auch mir hat diese Leserunde sehr gefallen und ich danke für die vielen Ergänzungen, Erklärungen und Informationen.


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    Möchtet ihr das wirklich jetzt schon wissen oder besser abwarten?
    (Ich frag' lieber vorher. 8) )

    Ich wollte es eigentlich gar nicht wissen, aber nun weiß ich es und bin trotzdem gespannt auf Band 2.

    Übrigens wird es sogar davor noch ein Wiedersehen mit Silja geben.

    Darüber freue ich mich. Sie ist eine wunderbare Person.

    Aber wie wird sich das auf ihre Freundschaften und vor allem auf den Charakter jedes Einzelnen auswirken? Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich und Erfolg steigt so manchem zu Kopf ...

    Es ging ja nach dem Sturm schon los, da mussten sie ja auch entscheiden, wohin die Reise nun gehen soll. Auch wenn Christian nicht so recht wollte, am Ende haben sie gemeinsam eine Entscheidung getroffen. Dann haben sie nochmals gemeinsam entschieden, dass ihr Gewinn in Waren gesteckt wurde, die sie nach Hamburg bringen wollten.

    Bei Henny spüre ich die ersehnte Entwicklung. Sie wird selbstsicherer und Christian hat das Glück, dass sie großen Spaß an seiner Nähe und der körperlichen Liebe hat. Aber auch das weiß er nicht wirklich zu schätzen.

    Leider nicht. Ich mag Henny, sie ist wirklich patent.

    Wie Christian so schwach Katya anredet, ob sie überhaupt wisse, welches das richtige Eis wäre und das ein Mädchen hier ja gar nicht so wichtig wäre - ey, da hätte ich ihm gerne eine vor den Bug gepfeffert. Dösbaddel.

    Dösbaddel passt. Aber in ihm gährt etwas und das muss raus. Dabei übersieht er nur oder will es einfach nicht wahrhaben, dass er selbst schuld ist.

    Katya wirkt wie verwandelt auf dieser Reise, selbstsicher und gleichberechtigt bewegt sie sich zwischen den Männern. Das verwirrt Christian, es nagt an ihm, er fühlt sich fremd und ausgeschlossen.

    Ich fand sich schon selbstsicher in Norwegen, als sie die Matrosen in ihre Schranken verwies. Sie ist einfach stark und von sich überzeugt, aber auf eine nette Art.

    Christian wirkt wie ein Fremdkörper in dieser Gemeinschaft, er provoziert und hat seine Gefühle nicht unter Kontrolle. Es ist Neid, was ihn so aggressiv werden lässt - auf Katya, die so ganz in ihrem Element ist - und Wut auf alles und jeden, am meisten jedoch auf sich selbst, Es ist die vage Ahnung, etwas für immer verloren zu haben, das ihn ganz und vollständig hätte formen können, wie eine verborgene Hälfte seines Wesens, die er nun nicht mehr finden kann.

    Es wird für ihn nicht leicht sein, aber er macht es sich auch besonders schwer. Anstatt dem hinterher zu trauern, was er durch eigene Schuld verpasst hat, sollte er mal sehen, was er bekommen hat. Wenn er dafür offen wäre, wäre ihm auch leichter, selbst wenn da ein Schmerz bliebe.


    Und Arno wird nun bald Opa, das freut mich ganz besonders für ihn

    Arno ist wirklich ein toller Mensch. Ohne Einwände gibt er seine Unterschrift. Er traut seinen Söhnen zu, dass sie etwas schaffen können.

    Interessant finde ich schon, dass die Dorfbewohner den See nicht an eine Gesellschaft verkaufen oder auch nur verpachten wollen. Sie geben ihn an alle vier jungen Leute, dies könnte später ja noch zu Komplikationen führen.

    Mit der Übertragung an Menschen, die sie kennengelernt haben, geben sie auch Verantwortung an diese. Das ist sehr persönlich, zumal ihnen die Nutzung im Sommer zusteht. Daher ist das anders als an eine unpersönliche Gesellschaft.

    Ob Katya wirklich weiß, was da hinter verschlossenen Türen vor sich geht?

    Katya ist bestimmt nicht blind, aber sie urteilt nicht und lässt jeden leben wie er möchte.

    Es ist kein einfaches Leben, das Katya und Grischa in Russland haben. Grischa ist noch nicht abgestumpft und hat Träume. Als er eines Nachts flieht, heftet sich Katya an seine Fersen. Ihre Flucht bringt sie zunächst nach St. Petersburg, dann nach Norwegen und schließlich nach Hamburg. Katya kann das Eis lesen und das bringt sie auf eine besondere Geschäftsidee, die Grischa aufgreift. Er überzeugt die Kaufmannssöhne Thilo und Christian von der Idee. Sie wollen das Eis des Nordens dorthin bringen, wo es warm ist. Doch ohne Kapital ist das nicht einfach. Ob es ihnen gelingen wird?

    Das Buch ist wundervoll zu lesen. Ich bin eher ein „Frostbeule“ und kann dem Eis nicht so viel abgewinnen, aber Nicole C. Vosseler konnte darüber noch viel Informatives vermitteln.

    Die Charaktere sind interessant und lebendig und ich konnte sie sehr gut kennenlernen. Grischa hat Träume und will die Welt kennenlernen. Er ist ein Abenteurer mit einem einnehmenden Wesen und ist überzeugend, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Er liebt die Freiheit, auch in Sachen Liebe. Seine kleine Schwester ist ihm aber immer das Wichtigste. Katya ist noch ein Kind, als sie aus Russland fliehen und sie muss einiges ertragen. Aber sie ist eine starke Person, die sich in Norwegen zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt. Die Brüder Thilo und Christian könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Christian gerne herumschäkert, ist Thilo eher ernst und verantwortungsbewusst. Er hält sich lieber an Zahlen. Die vier jungen Leute wollen es wissen und das Eis in warme Gefilde bringen. Doch es muss ein besonderes Eis sein, das nur Katya erkennen kann. Aber so einfach ist es nicht, ein Geschäft aufzubauen. Auch bringt die Liebe doch einige Unruhe in die Freundschaft und Christian trifft eine Entscheidung, die er bald bereut. Aber als es drauf ankommt, sind sie sich einig und wagen etwas. Mir sind die vier wirklich ans Herz gewachsen, auch wenn man manchmal mit ihren Handlungen nicht so einverstanden ist. Ganz besonders aber mochte ich Katya, aber auch Silja und Henny sind interessante Persönlichkeiten.

    Das Ende sorgt dafür, dass man mit Ungeduld auf die Fortsetzung wartet.

    Es ist eine wunderschöne Geschichte voller Gefühle.


    5ratten

    Dass es doch noch eine Beziehung zwischen Katya und Johann gab, hätte ich nicht gedacht. Doch da wird gleich alles geklärt, so dass es keine Verletzungen gibt.


    Da geht es ja mit den Gefühlen schwer durcheinander. Grischa kann sich einfach nicht binden, was Thilo sehr verletzt. Seine Freundschaft zu Katya wird immer tiefer und sie entschließen sich zu heiraten.

    Bei Henny und Christian läuft es nicht gut. So viele Fehlgeburten, das belastet natürlich. Doch es freut mich, dass Henny eine Aufgabe in dem Laden hat, die ihr zusagt.


    Das Geschäft läuft nicht gut. Mehrere Jahre gibt es entweder nur Misserfolg oder so ein plus/minus-Null-Geschäft. Trotzdem ist der Traum noch nicht begraben. Erst als Grischa zufällig eine Bemerkung hört, ist er so elektrisiert, dass ihn nicht einmal mehr sein Flirt interessiert.


    Sie wollen ihr Eis nach Indien bringen. Dieser Wettlauf war eine blöde Idee, die eigentlich nicht gutgehen konnte. Zum Glück ändern sie ihre Entscheidung und laufen Madras an.


    Thilo und Grischa landen wieder zusammen in der Koje und Christian versucht es wieder bei Katya. Nun bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass der Klabautermann es gut meint und sie ihre Schätze nach Hause bringen können. Auch wünsche ich ihnen, dass sie ihr Glück finden und dabei niemanden verletzen.

    Dies ist der zweite Band der „Secret Keepers“-Reihe. Die Geschichte geht nahtlos weiter.

    Reuben ist inzwischen klar geworden, dass er nicht sicher ist, solange der Schatten es auf seine Uhr abgesehen hat, weil er beide Uhren benötigt, um unsterblich zu werden. Also wollen er und Penny die Uhr des Schattens stehlen. Doch der ist vorbereitet und hat alles gut geschützt. Überall gibt es Falltüren. Unverhofft taucht auch noch der Schatten auf und es kommt zu einer wilden Verfolgungsjagd. Reuben ist genauso unsichtbar mit seiner Uhr wie der Schatten mit seiner. Doch dann gelingt es dem Schatten, Reuben die Uhr wegzunehmen. Aber er kommt kaum dazu, sich über seinen Sieg zu freuen, denn er verschwindet selbst durch eine Falltür und begreift nicht einmal, was die Uhren wirklich für ein Geheimnis haben.

    Während der erste Band noch recht ruhig verlief, geht es dieses Mal ziemlich aufregend und actionreich zu. Dabei gab es auch noch überraschende Wendungen, so dass es immer spannend blieb.

    Die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Der Schatten war eine besonders interessante Figur, dafür haben mir Jack und Penny sehr gut gefallen. Auch Reuben wurde mir immer sympathischer.

    Das Ende ist schlüssig und wirklich spektakulär.

    Ich kann nur empfehlen, beide Bände direkt nacheinander zu lesen, denn es ist eine spannende und unterhaltsame Geschichte.


    5ratten

    Hennys Mutter hat sich aber viel Zeit gelassen, bis sie wieder Kontakt zu ihrer Tochter aufgenommen hat. Sie hatte wohl nicht damit gerechnet, dass es Henny gut geht, und muss feststellen, dass Henny glücklich und zufrieden ist.


    Der Vater redet mit Thilo und hofft, dass er auch sein Glück findet. Doch er hat sich das anders vorgestellt. Die gemeinsame Kammer war es doch und nicht erst der Aufenthalt auf dem Schiff.


    Im Eis erkennt Katya, dass Christian zu unreif ist, während sie sich weiterentwickelt hat. Sie ist stark und selbstbewusst. Der Moment ist gekommen, Christian loszulassen. Doch dann rennt der los und bringt sich in Gefahr und Katya kann gar nicht anders, als ihn retten. Dass sie selbst auch in Gefahr geraten könnte, darüber hat sie gar nicht nachgedacht. Zum Glück ist alles glimpflich abgelaufen. Unter den Fellen ist da noch einmal ein schwacher Moment, aber Katya ist die vernünftigere. Damit fällt auch eine Last von ihr ab. Aber Christian reagiert mal wieder unwirsch. Er hat immer noch nicht erkannt, dass er einen Fehler gemacht hat, für den er nun geradestehen muss. Man kann nicht alles haben.


    Das Gespräch mit Johann Silberberg hat mir gut gefallen. Es ist eine besondere Freundschaft zwischen Katya und ihm und er will das nicht zerstören. Es wäre in diesem Moment auch falsch gewesen.


    Auch zwischen Thilo und Grischa gibt es Probleme. Die beiden sind glücklich, aber Thilo will etwas, dass Grischa nicht bereit ist zu geben. Grischa braucht seine Freiheit. Mir tut Thilo ein wenig leid, doch ich denke, dass er Grischa diese Freiheit lassen muss, weil sonst gleich alles zu Ende wäre. Er wird sich wohl in diese ständige Ungewissheit fügen müssen.


    Henny ist schwanger. Christian ist nun noch mehr an Henny gebunden.

    Bei Henny bin ich noch etwas unsicher. Sie scheint ja fürchterlich naiv und ohne großen Ehrgeiz - Hauptsache es gibt lecker Essen. Aber sie ist ja noch jung.

    ... und sie wurde permanent von der Mutter gegängelt. Für sie bedeutet die Ehe erst einmal Freiheit und Christian ist dabei auch noch ein ansprechender Kerl. Ist es da verwunderlich, dass sie zugreift, als sich ihr die Gelgegenheit bietet?

    Ich wusste das mir Christian nicht gefällt. Er konnte sich nicht gedulden und hat sich nur aus Frust mit Henny abgegeben. Das ist Henny gegenüber nicht fair, und Katya gegenüber auch nicht.

    Ich kann nicht sagen, dass mir Christian nicht gefällt. Sein Leben ist auch nicht einfach gewesen, trotzdem nimmt er alles leicht. Wenn etwas klappt, na gut, aber wenn etwas schiefläuft, geht er auch nicht daran zugrunde. Natürlich fühle ich im Moment auch mehr mit Katya.

    Zwischen Christan und Katya knistert es gewaltig. Doch Grischa macht Christian klar, dass er noch zu warten hat, weil Katya zu jung ist. Das versprechen ist gegeben, doch Christian hat immer größere Probleme es zu halten. Er hat Gefühle für Katya, aber im Moment ist das Körperliche vorrangig. Dann ist da Henny, die Christians übliches Geplänkel so ernst nimmt. Es kommt, wie es kommen muss. Die beiden werden von Hennys resoluter Mutter überrascht. Das Christian dann beschließt, Henny zu heiraten, ist ein Fehler. Es ist Falsch Henny gegenüber, er verletzt Katya und sich selbst tut er auch nichts Gutes.


    Sein Schwiegervater könnte bei dem geplanten Unternehmen hilfreich sein, aber ist das ein Grund sich ins Unglück zu stürzen.

    Bei der Hochzeitsfeier ging es ja hoch her und Henny ist überglücklich. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, sie von Wolke 7 herunterzuholen.


    Nach der Hochzeit ändern sich die Wohnverhältnisse. Thilo zieht zu Grischa ins Zimmer. Ob Thilo jetzt endlich seine Gefühle eingesteht?

    Perfekt - wenn ihnen nicht die Gefühle in die Quere kommen. Thilo entbrennt ja fast genauso schnell wie sein Bruder - allerdings kann er es besser verbergen und unterdrücken.

    Ich befürchte, dass die Gefühle da noch einiges durcheinanderbringen.

    Ob Christian es ernst meint mit Katya?

    Ich glaube schon, dass er es ernst meint. Doch ob er sich zurückhalten kann, denn Katya ist ja noch so jung

    Jedenfalls lässt folgender Satz vermuten dass sie ein Kind erwartet:

    "Grischa hatte ihr mehr gegeben, als er jemals wissen würde." auf Seite 114.

    Vielleicht meint die Autorin auch etwas anderes und ich interpretiere etwas zu viel in den Satz hinein?

    Es kann aber auch sein, dass er ihr einfach nur das Gefühl gegeben hat, dass sie lebendig ist und dass das leben noch nicht vorbei ist.

    Ob wohl auch Johann Silberberg noch mal auftaucht?

    Ich glaube eigentlich, dass er seinen Part erfüllt hat. Er hat Katya ernst genommen, ihr viel beigebracht und sie dadruch mit Selbstbewusstsein versorgt.

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    Die Schriftstellerin Celia hat einen Schlaganfall erlitten und dabei ihre Erinnerungen verloren. Ihre Tochter Paula bringt sie vom Krankenhaus nach Hause. Sie ist besorgt, aber auch ziemlich bestimmend. Celia möchte die Lücken in ihrem Gedächtnis füllen, aber es gelingt ihr nicht. Doch an ihren Sohn Emilio erinnert sie sich. Immer wenn sie wissen will, wie es Emilio geht und warum er nicht zu ihr kommt, weicht Paula den Fragen aus. Celia hat auch das Gefühl, als hätte Paula ihrer Freundin Luisa, ihrer Hausangestellte Rosario und ihrem Agenten Tobias Anweisungen gegeben, über was sie mit ihr reden dürfen. Es passt Celia nicht, sie will nicht bevormundet werden. „Ich habe nur mein Gedächtnis verloren, nicht den Verstand.“, lässt sie ihre Tochter wissen. Sie nimmt Kontakt auf zu früheren Freunden und Verwandten und besucht Ort, wo sie schon einmal gelebt hat, doch die Erinnerungen lassen sich nicht zwingen.


    Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Geschichte verläuft sehr ruhig und trotzdem zieht sie einen in den Bann.


    Celia ist eine resolute Person, die vor Jahren etwas aus der Bahn geworfen hat. Die Krankheit hat sie verändert und auch ihre Vorlieben sind plötzlich anders. Sie will ihre Erinnerungen zurück und kämpft darum. Paula sorgt sich um ihre Mutter, aber sie geht oft auch zu weit. Ich finde, dass sie nicht das Recht hat, Informationen zurückzuhalten. Ihr merkwürdiges Verhalten bei bestimmten Fragen, kann Celia gar nicht entgehen. Warum reagiert Paula manchmal so geheimnisvoll?


    Ich fand es schön, wie Celia mit ihrer Enkelin Alba über eine Spiele-App kommuniziert. Manchmal kam es mir vor, als würde sie damit der Wirklichkeit entfliehen wollen, aber es gibt ihren Tagen auch Struktur. Auch ihr Hund Charlie ist sehr wichtig für ihr Wohlbefinden.


    Celia besucht ihre Verwandten und Freunden. Da wurde es für mich beim Lesen manchmal etwas unübersichtlich aufgrund der vielen Personen, die meist auch nur kurz auftauchten. Rosario unterstützt Celia, sie kocht für sie, frisiert sie und wird mit der Zeit zu einer guten Freundin.

    Zum Glück nähern sich Mutter und Tochter auch wieder an. Das Ende lässt mich ein wenig zwiespältig zurück, denn es gibt viele offene Fragen. Manche hätte ich gerne näher betrachtet. Aber es passt auch ein wenig zu Celia, die ja auch Lücken in ihrem Gedächtnis hat.


    Die Geschichte stimmt nachdenklich, denn unweigerlich überlegt man, wie man sich an Celias Stelle verhalten würde. Aber auch das bleibt wohl offen, weil man es einfach nicht vorhersagen kann.


    4ratten

    Ich bin nicht verloren gegangen, nur fürchterlich eingespannt worden.


    Es ist ja heftig, wie die Franzosen in Hamburg gehaust haben. Viele Menschen mussten fliehen, wurden vertrieben und sind umgekommen. Inzwischen scheint es langsam etwas besser zu gehen, aber immer noch sind die Nachwirkungen zu spüren. Die Brüder Christian und Thilo haben es nicht leicht. Die beiden sind so unterschiedlich. Christian ist eine Frohnatur und Thilo der Vernünftige. Die Geschäfte laufen nicht besonders und sie müssen sich auch noch um ihren Vater kümmern.


    Grischa hat ein starkes Selbstbewusstsein. Wie er da auf die Brüder Thilo und Christian trifft und sie von seinem Traum – oder vielmehr Katyas Traum – zu überzeugen versucht. Schon hat er auch eine günstige Unterkunft, so dass er Katya nachholen kann. Der fällt es schwer, sich von Silja zu trennen, denn Silja war immer gut zu ihr und gab ihr das Gefühl, ein Zuhause zu haben.


    Christian ist ganz schön neben der Spur, seit er Katya zum ersten Mal gesehen hat. All die anderen Mädchen, denen er den Kopf verdreht hat, sind nun unwichtig. Da bahnt sich etwas an.


    Wie es Thilo wohl ergeht? Er versteckt seine Gefühle so gut, dass man nicht genau weiß, was in ihm vorgeht.

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    Natürlich wissen wir aus den Nachrichten, was in Venezuela los ist. Aber kaum hat man es gehört, da ist es auch schon fast vergessen, denn es ist ja so weit weg.

    Die Autorin Karina Sainz Borgo aber zeigt in diesem Roman so bedrückend und eindringlich, wie das Land in Elend und Chaos versinkt, dass man so schnell nicht wieder vergisst.

    Adelaida Falcóns Mutter hatte Krebs. Adelaida hatte eine enge Beziehung zur Mutter und hat alles für sie getan. Nun wird sie beerdigt, aber nicht einmal das geht in Ruhe und mit Würde. Zu gefährlich ist das Pflaster in Caracas und selbst auf dem Friedhof. Kurze Zeit später wird ihre Wohnung von bewaffneten Frauen besetzt und Adelaide wird vertrieben. Wo soll sie hin? Ihr bleibt nur die Flucht, wenn sie sich retten will.

    Adelaide hat den Halt verloren. Sie muss nicht nur mit dem Verlust der Mutter fertig werden, sie verliert auch die gewohnte Umgebung, die sie jetzt so nötig gebraucht hätte. Ihr bleiben nur die Erinnerungen. Wie kann man da nicht verzweifeln und doch ist da auch immer ein Stückchen Hoffnung. Ich konnte gut mit Adelaide fühlen, trotzdem hätte ich mir manchmal gewünscht, noch mehr von ihren Gefühlen zu erfahren und weniger von dem Schrecklichen, was in diesem Land passiert.

    Es ist eine fiktive Geschichte und doch so nahe an der Wirklichkeit. Wir erleben mit, wie es in Venezuela zugeht, das vor gar nicht langer Zeit noch ein Ziel von Europäern war. Nun ist es gefährlich. Auf den Straßen gibt es Gewalt. Die Korruption ist groß – die Willkür ebenso. Die Inflationsrate steigt ins Unermessliche.

    Es ist nicht leicht, diese Geschichte zu lesen, denn zu furchtbar ist das, was dort geschieht. Es ist beklemmend und macht fassungslos und dennoch wird man durch dieses Buch gefesselt. Diese Geschichte bleibt lange in Erinnerung.


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    Der 1. Weltkrieg ist vorbei, Deutschland ist nun eine Republik und sogar die Frauen bekommen nun das Wahlrecht. Aber immer noch gibt es Erwartungen an Frauen und Regeln, die sie einengen. Die neunzehnjährige Klara fühlt sich schon lange eingeengt und möchte raus aus dem Elternhaus und auf eigenen Füßen stehen. Sie reist nach Berlin zu Fritz, ihrem Freund aus Kindertagen, und findet es aufregend, dass alle in Aufbruchstimmung sind. Sie lernt Martha kennen, die es ermöglicht, dass Klara für eine Zeitschrift Artikel schreiben kann. Doch Fritz will zurück nach Weimar. Da dort die Nationalversammlung tagen soll, folgt ihm Klara, obwohl sie sich in Berlin sehr wohlfühlt. Ein Artikel von ihr sorgt dann für einen politischen Skandal.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist eine interessante Zeit und ich kann Klara gut verstehen, die in solche aufregenden Zeiten der Enge des Elternhauses entfliehen möchte. Doch auch wenn vieles möglich erscheint, so ist es nicht einfach für eine junge Frau, so zu leben, wie es ihr gefällt. Frauen hatten noch lange nicht die gleichen Rechte wie die Männer. Aber Klara ist eine starke Frau, die sich nicht so leicht entmutigen lässt. In Berlin brodelt es und die unterschiedlichsten Gruppierungen versuchen ihre Interessen zu verfolgen. Dabei geht es auch gewalttätig zu in den Straßen von Berlin. Als Klara Fritz nach Weimar folgt, spürt man ihre Zerrissenheit.

    Dieses Buch ist ein Plädoyer dafür, seine Interessen mutig zu verfolgen, denn wenn niemand etwas tut, ändert sich auch nichts.

    Die Autorin Joan Wenig hat gut recherchiert und eine tolle Geschichte aus historischen Fakten und Fiktivem geschrieben. Mir hat das Buch gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.

    4ratten