Beiträge von buchregal123

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    Es zeigt daher auch irgendwie, dass Begriffe einfach nur Begriffe sind - erlebt zum Beispiel HEUTZUTAGE bei so mancher Beisldiskussion, in der ein Rasssist dann fürchterlich abwertend die Bezeichnung "Schwarzer" verwendet. Ein großes Thema und ein sehr diffiziles.

    Das Schlimme ist, egal welchen Begriff man verwendet, er kann immer rassistisch rüberkommen, weil auch der Ton die Musik macht. Jeder Begriff, den ich verwende, stellt auch immer etwas Abgrenzendes dar. Eine schwierige Sache, vor allem, das es immer mehr Leute gibt, die mehr als politisch korrekt sein wollen. Um nicht anzuecken, sagt man lieber gar nichts mehr. Wenn ich da an den Shitstorm denke, bloß weil eine Politikerin gesagt hatte, dass sie als Kind gerne Indianerhäuptling geworden wäre.

    Boah... natürlich ist er ein Kind seiner Zeit. Und wenn man seine Sozialisation bedenkt, dann wird vieles verständlicher.

    Aber solche gibt es ja immer nioch zur Genüge und die sind nicht in jener Zeit sozialisiert worden.

    Was den Toten angeht, bin ich völlig ratlos - ich vermute mal, dass die Leute der amerikanischen Basis sehrwohl wissen, wer der Ermordete ist. Dafür war die Situation mit Colonel Rosenblum zu seltsam, zu aufgesetzt.

    Es wird ja wohl nicht jeder in der Basis befragt worden sein. Das ist gleich von höherer Stelle abgewiegelt worden. Wenn man da tiefer gebohrt hätte, was wohl nicht zugelassen worden wäre, dann wäre vielleicht auch etwas rausgekommen.

    in Schwarzer war damals wirklich ungewöhnlich bei uns, im Gegensatz zu Deutschland sind die Besatzer bei uns ja 1955 abgezogen. Ich (Jahrgang 1965) kannte Schwarze nur aus dem Fernsehen, bis ich einmal Anfang der Siebziger einen Onkel in Wildflecken in Deutschland besucht habe. Dort gab es eine Disco für Amis, die hauptsächlich von Schwarzen besucht wurde - ein sehr prägendes Erlebnis für mich ...

    Zum Thema "Ein Schwarzer ist ungewöhnlich": Meine Mutter starb 1983 und es kamen auch einige meiner Kollegen zur Beerdigung. Einer war ein guter Freund und entsprechend innig fiel die Umarmung aus. Aber er war schwarz. Das war in unserem dörflichen Stadtteil ein Gesprächsthema für Wochen.

    Kurz nach der Wende wird in einem abgelegenen Waldstück bei Wussnitz ein totes Mädchen von einem Kind gefunden. Die Leiche liegt auf Blütenzweigen drapiert und ist mit Runen gezeichnet. Die junge Polizistin Ulrike Bandow aus dem Ort ermittelt mit dem neuen Kollegen Ingo Larssen aus dem Westen. Sie stoßen auf widerwärtige Verbrechen in der Vergangenheit. Die Verstrickungen reichen in die höchsten Kreise und so werden ihnen bald eine Menge Steine in den Weg gelegt.


    Es ist kurz nach der Wende und in dem kleinen Ort Wussnitz ist es ziemlich trostlos. Die Einwohnerzahl hat stark abgenommen und vieles verfällt einfach. Anscheinend traut man Ulrike Brandow die Ermittlungen nicht so wirklich zu, denn man stellt ihr den westdeutschen Kollegen Ingo Larssen an die Seite. Vorbehalte und Misstrauen gibt es auf beiden Seiten, doch um den Fall zu lösen, müssen sie aufeinander zugehen und sich vertrauen. Dabei haben beide ihre Geheimnisse, die sie auch weiter wahren wollen. Aber Brandow muss in ihre eigene Vergangenheit eintauchen, damit sie in diesem Fall weiterkommen. Die persönlichen Seiten der Kommissare spielen also in diesem Thriller auch eine Rolle. Ulrikes Bruder sympathisiert mit der rechtsextremen Szene. Beziehungen sollen dabei helfen, alles unter der Decke zu halten.


    Auch wenn ich finde, dass es zwischendurch ein paar Längen gibt, ist dieser komplexe Thriller mit seiner etwas düsteren und trostlosen Atmosphäre durchaus spannend.


    4ratten

    Beim Lesen war ich schon ein Stück zu weit. Ich hoffe, dass ich jetzt nicht daneben liege.


    Für einen Rheinländer ist es anfangs gar nicht so leicht, den Dialekt zu lesen. Manches Mal musste ich mehrmals lesen. Doch es dauerte gar nicht lange, da hatte ich den Klang in den Ohren. Schließlich war ich schon öfter in Wien. Auf jeden Fall kommt die Atmosphäre richtig toll rüber.


    Wilhelm und seine Kollegen sind ja schon ein ganz besonderes Gespann. Wilhelm will partout seine Herkunft verschleiern. Lukaschek braucht wohl immer ein wenig länger und Fischer ist ein cleverer Ermittler mit widersprüchlichen Ansichten.


    Ein schwarzer Toter, der ungewöhnlich ist im Wien jener Zeit, aber den niemand kennen will bei den Amis. Nicht zu glauben.


    Fodor fühlt sich beobachtet. Aber warum? Der Fall ist doch gerade erst da.

    Wien 1893: Der junge Kriminalinspektor Leopold von Herzfeldt ist gerade erst von Graz nach Wien gekommen, als er es mit einem Fall zu tun bekommt, bei dem Dienstmädchen brutal gepfählt wurden. Herzfeldt hält viel von neuen Ermittlungsmethoden, doch nun braucht er die Unterstützung des Totengräbers Augustin Rothmayer, der auf dem Wiener Zentralfriedhof tätig ist und nebenbei noch einen Almanach für Totengräber schriebt.


    Ich mag die lebensfrohe Stadt Wien, die an allen möglichen Ecken Bezüge zur Vergangenheit zeigt und damit die Touristen anzieht. In diesem Roman habe ich es mit einer etwas düsteren Stadt zu tun bekommen, die eher abweisend und morbide ist.


    Die Charaktere sind gut und sehr individuelle beschrieben. In Graz hat Leopold Kriminalistik studiert und er ist von den modernen Methoden überzeugt. Doch damit kommt er bei seinen neuen Kollegen nicht gut an, auch stört es sie, dass er Jude ist. Er tut sich sowieso sehr schwer, im Team zu arbeiten. Augustin ist ein kluger Kopf, aber auch ziemlich kauzig. In ihm steckt mehr, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Sein Wissen ist eine große Hilfe bei den Ermittlungen. Er weiß auch, dass die alte Methode des Pfählens die Untoten in den Gräbern halten soll. Das Ermittlerduo wider Willen wird unterstützt von der Telefonistin Julia Wolf, die ihren eigenen Kopf hat. Leopold muss sich mit Aberglauben und der Unterwelt von Wien auseinandersetzen und das Misstrauen gegenüber Neuem und schlamperte Arbeit machen es ihm auch nicht leicht. Aber auch er ist nicht unfehlbar und muss aus seinen Irrtümern lernen. Es wird lebensgefährlich für diese ungewöhnlichen Ermittler.


    Es ist interessant zu erleben, mit welchen Methoden damals ermittelt wurde. Aber der Fall an sich ist auch sehr spannend. Ich bin schon neugierig auf den nächsten Band, denn dieses spezielle Ermittlerteam hat mir sehr gut gefallen.


    5ratten

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    Es bleibt nicht verborgen in Sainte Valérie und so warten auf der Feier anlässlich Pierres Geburtstag alle darauf, dass er Charlotte einen Antrag macht. Doch Pierre hat anderes geplant. Er möchte Charlotte den Antrag ganz romantisch bei einem Wochenendtrip in die Weinregion Châteauneuf-du-Pape machen. Doch es kommt anders als gedacht, denn im Hotel wird für eine Kochshow gefilmt und die beiden Väter reisen ebenfalls an. Dann erfährt Pierre auch noch von merkwürdigen Todesfällen in der Gegend. Als die Teilnehmerin Caterine wegen Migräne absagen muss, springt Charlotte ein. Doch sie ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich damit bringt.


    Die Autorin Sophie Bonnet führt uns mit diesem Krimi in die Provence und beschreibt nicht nur die Gegend sehr malerisch, sondern macht auch noch mit den Problemen im Weinbau vertraut. Der Klimawandel macht den Winzern zu schaffen und auch der Verkauf von alten Weingütern an chinesische Investoren ruft Unmut hervor.


    Die Personen sind alle lebendig und sehr individuell gezeichnet. Charlotte und Pierre sind ein sympathisches Paar. Pierre Durand ist mit Leib und Seele Polizist und er will sich von niemandem mehr in die Suppe spucken lassen. Diese seltsamen Todesfälle wecken sein Interesse, obwohl er ja eigentlich Zeit mit Charlotte verbringen will und gar nicht zuständig ist. Doch dann muss er sich Sorgen um Charlotte machen. Gibt es da einen Zusammenhang zwischen dem, was Charlotte passiert ist, und den vermeintlichen Unfällen? Oder ist Pierre zu betroffen, um klar zu denken? Sein Vater und sein Schwiegervater in spe machen es ihm auch nicht leicht, denn die beiden können so gar nicht miteinander. Luc ist auch dieses Mal im Spiel, da ihm Pierre einige Aufträge telefonisch erteilt. Das kommt Luc gerade recht, denn seine Beziehung zu Florence ist auch gerade etwas schwierig.


    Es gibt verschiedene Motive und eine Menge Verdächtiger und es ist gar nicht so leicht, dahinter zu kommen, was hinter allem steckt. Dazu kommen einige Wendungen, die die Spannung hochhalten. Das Ende ist sowohl schlüssig als auch überraschend. Der Cliffhanger am Schluss macht neugierig auf den nächsten Band.


    Ein informatives Nachwort sowie einige von Charlottes Rezepten runden dieses Buch ab.


    Ich mag diese unterhaltsame und spannende Krimi-Reihe mit viel Provence-Atmosphäre.


    5ratten

    Sam Berger soll die ehemalige Zwangsprostituierte Nadja finden, die entführt wurde und bedroht wird. Ihm bleiben 75 Stunden, um sie zu finden, bevor der Entführer ihr den Kopf abschlagen will. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Glücklicherweise erhält Sam die Unterstützung seiner ehemaligen Kollegin Molly Blom. Die beiden verbeißen sich in die Ermittlungen. Nichts ist so, wie es scheint und dann entdecken sie etwas, das mit Molly zu tun hat.


    Ich habe zwar zuvor den ersten Band dieser Reihe gelesen, doch der zweite und dritte Band sind an mir vorbeigegangen. Es wäre sicherlich sinnvoll, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, obwohl man dieses Buch durchaus auch alleine lesen kann.


    Dieser Krimi liest sich sehr flüssig. Die Geschichte ist sehr komplex und wird aus verschiedenen Perspektiven und aus unterschiedlichen Zeiten geschildert, so dass es spannend und abwechslungsreich wird. Berger und Blom bekommen es mit der russischen Mafia zu tun und müssen bei den Ermittlungen in menschliche Abgründe blicken.


    Bei Sam Berger läuft vieles schief. Seine Frau ist mit den Kindern weg und sein Job bringt auch nicht viel ein. Das alles bringt ihn an seine Grenzen, denn er ist verzweifelt. Doch sobald er einen Fall hat, will er diesen lösen. Mir gefällt Sam als Ermittler, als Mensch weniger. Molly Blom ist mir sympathischer. Sie hat ihr Baby zur Welt gebracht und unterstützt Berger wieder einmal. In der Vergangenheit hat sie Furchtbares erlebt, aber sie schiebt das beiseite, obwohl sie es noch lange nicht verarbeitet hat.


    Der Fall nimmt immer mehr Fahrt auf und es gibt Wendungen, welche die Spannung hochhalten und mich auf falsche Fährten gelockt haben.


    Ich kann diesen spannenden und raffinierten Krimi nur empfehlen.


    5ratten

    Die 90-jährige Maxine ist des Lebens überdrüssig. Daher ist sie aus dem Seniorenheim ausgebüxt und will nun selbst bestimmen, wie und wann sie aus dem Leben tritt. Den 25-jährige Alex hat Liebeskummer ergriffen und er leidet unter einer Depression. Über die Mitfahrzentrale sucht einen Mitfahrer für eine Fahrt nach Brüssel. Das Schicksal erlaubt sich einen Jux und bringt die beiden so unterschiedlichen Personen zusammen. Doch die Polizei ist Maxine schon auf den Fersen, da man von einer Entführung ausgeht.


    Es fällt mir schwer, diese Geschichte zu beurteilen. Auf der einen Seite werden ernsthafte Themen wie Alzheimer und Depression behandelt, auf der anderen Seite ist vieles stark überspitzt, fast schon klamaukhaft dargestellt. Das ist eigentlich so gar nicht meine Sache. Natürlich war einiges wirklich witzig, aber mir wurde es dann etwas zu viel.


    Maxine hat ein selbstbestimmtes Leben geführt. Manches in ihrem Leben ist gut gelaufen, anderes vielleicht nicht so. Ihr Mann ist an Alzheimer gestorben und nun erkennt sie einige Anzeichen auch bei sich selbst. Noch ist sie fit genug, um eine Entscheidung für sich zu treffen. Sie will Sterbehilfe in Brüssel annehmen. Alex ist jung, wirkt aber mit seiner Art recht alt. Er ist weinerlich und lässt sich vollkommen in seine Depression fallen. Doch da kommt er bei seiner Mitreisenden an die Richtige. Sie lässt ihre Lebensweisheiten auf ihn los. Die Beiden sind sich sympathisch und werden immer offener.


    Gemeinsam erleben sie ungewöhnliche, manchmal absurde Dinge und führen kuriose Dialoge. Dass das alles in relativ kurzer Zeit geschieht, ist für mich ziemlich unrealistisch. Realistisch fand ich allerdings, wie die Sensationsmedien das Ereignis ausgeschlachtet haben.


    Für mich war es so ein Buch „kann man lesen, muss man aber nicht“.


    3ratten

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    Der ehemalige August Snow hat als Kronzeuge gegen Kollegen und Politiker ausgesagt. Das hat ihm zwar keine Freunde verschafft, aber einen Schadenersatz von zwölf Millionen Dollar. Nachdem er eine Weile in Europa verbracht hat, kehrt er nach Detroit zurück. Er will in dem Viertel in dem er seine Kindheit verbracht hat, Mexicantown, mit dem Geld etwas Gutes tun. Doch seine Feinde haben nicht vergessen. Kaum ist er zurück, wird die Unternehmerin Eleanore Padget, die vergeblich um seine Hilfe gebeten hat, ermordet aufgefunden. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus, doch Snow hat Zweifel. Er ermittelt auf eigene Faust und gerät in einen gefährlichen Strudel.


    Dies ist ein packender Krimi, der uns in ein Detroit führt, in dem die Autoindustrie an Bedeutung verloren hat und in dem nun Armut und Arbeitslosigkeit an der Tagesordnung ist. In der Stadt sind Verbrechen, Gewalt und Drogen allgegenwärtig. Hier ist August Snow als Sohn eines afroamerikanischen Polizisten und einer mexikanischen Mutter groß geworden und er kennt sich aus. Er ist ein interessanter Charakter, der Polizist geworden ist, um auf der richtigen Seite zu stehen – auch wenn es schwierig wird. Er ermittelt beharrlich und lässt sich nicht beirren. Mir war er sympathisch und auch seine soziale Seite hat mir gut gefallen. Seine Gegner sind skrupellos, doch glücklicherweise hat er noch ein paar Freunde, die zu ihm stehen. Die Charaktere waren gut und authentisch gezeichnet.


    Stephen Mack Jones beschreibt das alles sehr detailliert und glaubwürdig. Dieser Krimi mit einer etwas bedrückenden Atmosphäre ist interessant und spannend. Es ist ein sehr amerikanischer Krimi, der lesenswert ist.


    5ratten

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    Touristen bevölkern den Strand von Frangokastello, denn sie wollen die sagenhaften Drosoulites sehen, die Ende Mai in der Frühe erscheinen sollen. Dabei finden einige von ihnen am Strand menschliche Knochen. Kommissar Michalis Charisteas und sein Partner Pavlos Koronaios bekommen es aber nicht nur mit neugierigen Touristen zu tun, sondern auch mit Einheimischen, die nicht weichen wollen, aber auch sehr schweigsam der Polizei gegenüber sind. Es stellt sich heraus, dass dort zwei Männer vergraben waren, die von Schüssen getötet wurden. Scheinbar stoßen Michalis und sein Kollege in ein Wespennest, denn Kriminaldirektor Ioannis Karagounis scheint sehr nervös.


    Es ist ein Krimi, der mich von Anfang an gepackt hat. Diese Erscheinungen der „Seelen des Taus“ (Drosoulites) finde ich sehr spannend. Sie haben für die Menschen in Süd-Kreta eine große Bedeutung.


    Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen, auch wenn es nicht einfach ist die fremden Namen auseinander zu halten. Aber ich kenne auch die Vorgängerbände und daher auch das „Stammpersonal“, das macht es einfacher. Die Landschaften und auch das Lebensgefühl sind gut dargestellt und machen Lust auf einen Kreta-Urlaub. Allerdings finde ich es auch bedrohlich, wenn ich höre wie viele Schusswaffen es dort gibt, die auch bei Festen genutzt werden. Aber nicht nur bei Festen, wie man in diesem Krimi feststellen kann.


    Michalis ist ein Mensch, der die Insel, seine Familie und das Lebensgefühl dort sehr schätzt. Auch wenn Familie oft anstrengend ist, so sind doch alle füreinander da. Aber er liebt auch die Deutsche Hannah, wie gerade wieder einmal zu Besuch ist und vor einer beruflichen Entscheidung steht. Auch Pavlos hat familiäre Probleme, denn seine Frau ist gerade für ein paar Tage nicht da, treibt ihn aber telefonisch in den Wahnsinn. Doch das Private hält sie nicht von ihren Ermittlungen ab und trotz Gegenwind machen sie weiter. Mir hat auch der Leiter der Polizei Sfakia, Alekos Tatsopoulos, gut gefallen, der sich Respekt zu verschaffen weiß, aber auch einschätzen kann, wann er sich besser zurückhält, denn die Kreter regeln ihre Angelegenheit meist ohne Polizei.


    Es ist nicht einfach, Mordfälle zu klären, die über zehn Jahre zurückliegen. Aber hier ist es besonders schwierig, denn ganz offensichtlich wissen alle etwas, aber niemand macht den Mund auf. Doch Michalis und Pavlos sind Polizisten, die nicht aufgeben.


    Mir hat dieser sehr spannende Kreta-Krimi mit viel Atmosphäre gut gefallen.


    5ratten

    Magda Fuchs will sich nach einem Schicksalsschlag nun in ihre neuen Aufgaben als Polizeiärztin stürzen. Dabei lernt sie die anderen Seiten von Berlin kennen, denn es gibt neben der Glitzerwelt auch große Not. Sie will sich nun für die Schwächsten der Gesellschaft, nämlich die verwahrlosten Kinder, einsetzen. Ina Dietrich hat als Fürsorgerin ebenfalls mit diesen armen Kindern zu tun. Die Frauen freunden sich an. Aber auch die Rechtsanwältin Ruth Jessen kümmert sich nicht um Konventionen und die junge Celia von Liebenau möchte gerne Medizin studieren, aber sie muss erst einmal aus der Zwangsehe mit einem viel älteren Bankier freikommen.


    Dies ist der erste Band der Trilogie „Die Polizeiärztin“ und er hat mir gut gefallen. Der Schreibstil liest sich sehr angenehm.


    Das Berlin der Zwanziger Jahre bietet so viele Facetten. Können die jungen Frauen, die das Schicksal zusammengeführt hat, hier ihren Weg gehen und ihr Leben selbstbestimmt leben?


    Die Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Magda bekommt in ihrem Job einiges zu sehen und ernüchtert stellt sie fest, das Berlin für die Ärmsten der Armen keine Chancen bietet. Sie versucht mit ihren Freundinnen etwas dagegen zu tun. Mir haben diese Frauen gut gefallen, die in einer männerdominierten Umgebung ihren Weg gehen wollen und sich dabei nicht um Konventionen kümmern.


    Es ist erschreckend mitzuerleben, wie viel Gewalt und Armut es gibt. Interessant fand ich aber, wie die Polizeiarbeit in dieser Zeit verläuft. Die Kenntnisse über eine vernünftige Spurensicherung setzt sich erst langsam durch und auch die Rechtsmedizin steckt noch in den Anfängen. Doch von den neuen Methoden halten viele Polizisten nichts. Es ist verwunderlich, dass man unter diesen Bedingungen überhaupt Täter überführen konnte.


    Es ist ein packender, aber auch ziemlich düsterer Roman, der neugierig macht auf die Fortsetzung.


    4ratten

    Die verwitwete Sophie Hartmann möchte ein Cook-up-Restaurant in Hamburg eröffnen und ihre Familie hilft mit. Die Eröffnung steht kurz bevor und die Aufregung ist groß. Da bricht sich auch noch Tochter Liv die Hand. Glücklicherweise springt Aushilfskoch Marc ein und macht seine Sache gut. Bei Sophie aber löst er Gefühle aus, die sie ziemlich durcheinanderbringen. Kann das Chaos noch größer werden?


    Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Die Perspektiven von Sophie und Marc wechseln sich ab. Mallorca und Hamburg als Handlungsorte sind gut beschrieben und auch die Charaktere sind alle sehr lebendig und sympathisch dargestellt.


    Familie ist alles für Sophie Hartmann. Sie ist nicht nur für ihre Töchter da, sondern auch für ihre Schwester Geli, die ständig an die falschen Männer gerät. Darüber hat sie sich selbst vergessen, denn dass auch sie noch Wünsche und Sehnsüchte hat, stellt sie erst fest, als Marc in ihr Leben kommt. Sie aber hat ihr Leben in Hamburg eingerichtet und Marc lebt normalerweise auf Mallorca – also keine guten Bedingungen für eine Beziehung.


    Es geht turbulent zu in dieser Familie. Tochter Pauli wird von Liebeskummer geplagt, Liv hat ausgerechnet kurz vor der Eröffnung den Unfall und Schwester Geli sorgt auch ständig Aufregung. Marc hilft gerne aus, obwohl er für eine Auszeit in Hamburg ist, und ihm gefällt sein Aushilfsjob sogar gut. Das alles bringt einige der Protagonisten dazu, ihre Lebensplanung noch einmal zu überdenken, denn viel zu oft ignoriert man sich selbst und seine Wünsche dabei.


    Ein unterhaltsamer und leicht zu lesender Roman mit sympathischen Protagonisten, bei dem der Zufall öfter mitspielt.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    Thomas hat eine besondere Begabung für den Umgang mit Pferden, daher holt ihn der Hauptmann Leonhart Seitz vom Walde in seinen Tross. Dann soll Thomas für den bayerischen Kurfürsten eine Herde wertvoller Pferde erwerben. Auf dem Gestüt in Marbach sieht einen einzigartigen Hengstschimmel. Thomas träumt von einem besseren Leben und will sich auch einmal ein solches Pferd leisten können, denn er sieht wie gut es dem Kurfürsten und seinem Umfeld geht, während das Volk hungert. Als er den Schimmel später wiedersieht und erkennt, dass er von Gustav Adolf, dem König von Schweden, geritten wird, weiß Thomas, dass er die Bewohner von Ingolstadt warnen muss. Wird ihm das gelingen?


    Mit „Der Schwedenschimmel“ schließt die Autorin Carmen Mayer ihre Trilogie über den Dreißigjährigen Krieg ab. Auch dieser Band ist wieder sehr packend und zeigt, wie grausam dieser nicht enden wollende Krieg war. Der Schreibstil lässt sich sehr angenehm lesen und die Personen sind lebendig und interessant dargestellt.


    Ich mochte Thomas von Anfang an. Das Schicksal hat es nicht gut gemeint mit ihm, denn er wurde aus seiner Heimat vertrieben und sah keine andere Möglichkeit, als sich dem Tross als Schmiedegehilfe anzuschließen. Thomas ist jung, ungestüm, mutig, aber auch mitfühlend. Er sorgt sich um Magdalena, aber auch um das Bauernmädchen Rosa. Zum Glück erkennt der Hauptmann Leonhart, dass Thomas gut mit Pferden umgehen kann. Aber auch Leonhart hat es als Hauptmann nicht leicht. Er muss den Krieg führen, den andere angezettelt haben.


    Das Nachwort und das Glossar am Ende des Buches sind sehr informativ und geben Auskunft darüber, was Fiktion und was historisch belegt ist.


    Es ist ein fesselnder historischer Roman über eine Zeit voller Kämpfe, Plünderungen und Not, in der aber auch die Liebe nicht zu kurz kommt.


    5ratten

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    Ich liebe es, mit Büchern in vergangene Zeiten einzutauchen. „Der Tod ist ein Tänzer“ aus der Reihe „Die schwarze Venus“ führt uns in das schillernde Berlin der Zwanziger. Josephine Baker hat Paris begeistert und kommt mit ihrer Truppe nun nach Berlin. Doch es droht ihr Gefahr und Tristan Nowak soll sie vor einem Anschlag schützen. Obwohl er diesen Auftrag gar nicht annehmen wollte, ist er fasziniert von dieser außergewöhnlichen jungen Frau. Zunächst glaubt er nicht an die Bedrohung, doch schon bald erkennt er, dass die Gefahr größer ist als vermutet, denn es gibt dunkle Mächte, die rücksichtslos ihre Interessen verfolgen.


    Mich hat diese Geschichte gleich gepackt. Die Atmosphäre in Berlin ist gut dargestellt und obwohl sich in Berlin vieles verändert hat, habe ich einige Örtlichkeiten wiedererkannt.


    Josephine Baker ist eine interessante Persönlichkeit. Als sie nach Berlin kommt, ist sie erst neunzehn Jahre, aber sie hat schon viel Schlimmes erlebt. Sie ist lebensfroh, mutig und weiß genau, was sie will. Ihre Darbietungen sind anders und frivol, sie polarisiert. Es wundert mich nicht, dass ihr Tristan Nowak näherkommt, als er es gewollt hat. Aber Gefühle lassen sich nun einmal nicht steuern. Er ist vom Krieg traumatisiert und hat den Tod der Mutter nicht verwunden. Mit Boxen versucht er seine Dämonen in Schach zu halten. War er anfangs nur ein beauftragter Beschützer von Josephine, so wird die Sache für ihn immer persönlicher.


    Auch die anderen Personen sind lebendig und vielschichtig dargestellt. Es gibt einige, die mir ans Herz gewachsen sind, wie beispielsweise Ahl, Helene, Fanny, Freddy, Ruben und der rote Graf, und solche, die mir leidtun obwohl sie mit nicht sympathisch sind. Aber es gibt auch solche, die schreckliche Überzeugungen haben oder einfach nur Böse sind. Es gibt auch fiktive Charaktere, die reale Vorbilder haben; man erkennt sie sofort, wenn man ein wenig über die damalige Zeit weiß.


    Die politischen Verhältnisse sind instabil in jenen Zeiten. Die Politiker haben vollmundige Versprechungen gemacht und dann die Menschen im Stich gelassen. Viele Männer sind nach dem Krieg invalide und traumatisiert. Berlin hat zwar schillernde Seiten, aber es gibt auch die tiefdunklen. Die Not ist groß und jeder versucht zu sehen, wo er bleibt. Illegale Geschäfte sind an der Tagesordnung. Zunehmend machen sich die Nationalsozialisten breit, und die Enttäuschten und Gefrusteten werden zu Sympathisanten. Es hat mich wieder einmal erschreckt, wie die Rattenfänger ihre willigen Handlanger einfangen.


    Was der geplante Anschlag bezwecken soll, habe ich früh geahnt, aber es ist ungeheuer spannend herauszufinden, was denn eigentlich geschehen soll und wer dahintersteckt. Nowaks Gegner sind skrupellos und nehmen Kollateralschäden billigend in Kauf. Außerdem scheinen sie immer einen Schritt voraus zu sein.


    Es ist eine wirklich interessante und spannende Geschichte, die mich von Anfang an sehr gefesselt hat und daher bin ich schon auf die Fortsetzung „Die Spur der Grausamkeit“ gespannt. Absolutes Lesehighlight!


    5ratten

    Die Autorin Katharina Fuchs erzählt in diesem Roman die Geschichte von zwei Mädchen in der Zeit kurz vor dem Mauerbau. Beide wurden im Sommer 1940 geboren. Auch wenn sie die Kriegsjahre noch miterlebt haben, so haben sie erst die Nachkriegszeit bewusst erlebt.


    Angelika Stein lebt mit ihrer Familie in Kassel und träumt davon Fotografin zu werden. Doch dann fliegt sie von der Schule und niemand will ihr eine Lehrstelle geben. Doch zum Glück trifft sie einen Fotografen, der kürzlich aus der DDR gekommen ist und der ihr eine Chance gibt. Zeitgleich bereitet sich in Ostberlin die Leistungsturnerin Christine Magold auf die Olympischen Spiele vor. Sie wird auf dieses Ziel hin gedrillt und hat keine Möglichkeit zu entscheiden, was sie wirklich will. Dann treffen die beiden jungen Frauen unter dramatischen Umständen aufeinander.


    Die Autorin erzählt eindringlich über die damalige Zeit und das Leben der jungen Frauen. Abwechselnd wird mal aus der Sicht von Angelika und mal aus der Perspektive von Christine erzählt. Die Verbindung zwischen den beiden handlungssträngen ergibt sich erst ziemlich zum Schluss.


    Angelikas Vater ist ein Künstler und hat daher einige Freiheiten, die zu der Zeit nicht unbedingt normal waren. In der Schule läuft es für Angelika nicht so gut und dann erfolgt sogar der Rauswurf. Es ist aber auch nicht leicht, wenn die kleine Schwester fast schon ein Streber ist. Angelikas Mutter sieht vieles wesentlich enger als der Vater. Natürlich möchte sie das Beste für ihre Tochter, aber bitte in einem für Frauen angemessenen Beruf. Für sie ist Fotografieren brotlose Kunst.


    Aber auch Christine hat es nicht leicht. Für sie gibt es neben der Schule nur den Sport. Ihre Mutter erhofft sich Vorteile, wenn ihre Tochter erfolgreich ist. Aber auch der Trainer macht Druck. Dann lernt Christine Thomas aus Westdeutschland kennen und sie verliebt sich. Doch wie soll das gehen?


    Ich konnte mich gut in beide Protagonistinnen hineinversetzen und habe ihnen gewünscht, dass sich ihre Träume erfüllen, denn beide hatten es nicht leicht.


    Mir hat dieser Roman gut gefallen.


    4ratten

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    Hamburg 1931: Felicitas Marquardt will in Hamburg ihre erste Stelle als Oberlehrerin antreten. Sie will ihre Schüler für das Lernen begeistern. Daher ist sie von der Reformpädagogik überzeugt, welche die Kinder abholt und bestärkt, statt ihnen den Stoff einzubläuen. Doch sie übersteht ihren ersten Unterrichtstag nicht. Sie bittet ihren Freund Emil um Hilfe und kommt so an die Alster-Schule. Hier kann sie aufatmen. Doch die Zeiten ändern sich und die Nazis bestimmen nun auch an ihrer Schule. Die Lehrer müssen sich entscheiden, ob sie ihren Idealen treu bleiben oder ob sie die Konsequenzen tragen. Auch Felicitas‘ beste Freundin Anneliese, die als Hauswirtschaftslehrerin unterrichtet, sorgt für Konflikte, weil sie sich in Emil verliebt.


    Julia Kröhn hat einen mitreißenden Schreibstil, und die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt.


    In der Zeit der Weimarer Republik war es üblich, dass Schüler gezüchtigt werden. Die Angst war an den Schulen stets gegenwärtig. Durch die Reformpädagogik wehte ein frischer Wind durch die Schulen, der aber bei den Meisten nicht gut ankam. Auch in den Schulen, wie die Alster-Schule, waren längst nicht alle Lehrer von diesen Methoden überzeugt. Doch unter den Nazis wurde es noch schlimmer. Die Jungen sollten zu Soldaten erzogen und ausgebildet werden, die Mädchen sollte auf ihre Rolle als Mutter vorbereitet werden, um so Nachwuchs für das Heer heran zu ziehen.


    Felicitas mit ihren Überzeugungen eckt natürlich an, aber auch sie muss bald erkennen, dass sie keine Chance hat. Ich konnte mit ihr fühlen, wenn die Wut in ihr hochkam, die sie aber unterdrücken musste. Sie schöpft Kraft beim Tanzen. Emil ist ein Mensch, der keine Gefühle zeigen will. Felicitas nennt ihn „Zinnsoldat“. Doch etwas zieht ihn zu ihr, aber er will es nicht wahrhaben, doch deckt er Felicitas immer wieder. Anneliese war immer für Felicitas da. Sie ist eine naive Person mit einem festgelegten Rollenbild. Das Ziel ihrer Träume ist es, eine Familie zu haben. Daher passt sie eigentlich so gar nicht zu der lebensfrohen Felicitas. Obwohl ich Felicitas gleich mochte, so war meine Lieblingsfigur doch der stille und bücherverrückte Levi. Aber auch Paul und Helene Löwenhagen haben mir imponiert. Dagegen war mir Dr. Waldemar Grotjahn sehr unsympathisch und seine Frau Carin fand ich mit ihrer übergriffigen Art sogar noch schlimmer.


    Dieser Roman spielt in einer furchtbaren Zeit. Innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums verändert sich Deutschland und das Leben der Menschen in einer drastischen Art. Meinungen werden unterdrückt und Menschen zu Denunzianten gemacht, weil die Angst regiert. Ich habe mitgelitten und Ängste ausgestanden.


    Diese Geschichte ist nicht leicht wegzustecken, aber mir hat der Roman gut gefallen und ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.


    5ratten

    Lukas ist Mönch und lebt schon lange im Kloster Maria Laach. Es gibt nur wenige junge Mönche wie ihn im Kloster. Als sein Mitbruder und Freund das Kloster wegen einer Frau verlässt, stürzt dass Lukas in eine Sinnkrise. Er denkt unentwegt nach. Dabei kommen die Erinnerungen und er grübelt über seine Entscheidung Mönch zu werden nach. In dieser Zeit voller Zweifel begegnet er Sarah, die für eine Auszeit ins Kloster gekommen ist. Die beiden führen angeregte Unterhaltungen und die Fragen werden drängender. Das Schwimmen im Laacher See soll Lukas Klarheit bringen, da es den Körper fordert und den Geist öffnet.


    Die Geschichte verläuft sehr ruhig und ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich einzulesen. Der Schreibstil mit vielen Sprüngen, die nicht immer gleich zu erkennen sind, machte es mir nicht leicht. Doch dann hat mir das Buch gefallen und ich konnte mich auch gut auf die philosophischen Aspekte einlassen. Dabei geht es nicht vorrangig um Religion, sondern in erster Linie um das Leben.


    Lukas ist ein grüblerischer Mensch. Er hat einst eine Entscheidung getroffen und wird nun durch den Weggang seines Freundes dazu gebracht, darüber nachzudenken ob er wirklich den richtigen Weg gewählt hat. Dabei schweift er aber auch immer wieder ab und macht sich über alles Mögliche Gedanken.


    Eine interessante, nachdenklich stimmende Geschichte.


    4ratten