Beiträge von JanaBabsi

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ja, ich weiß, eine Entführung traumatisiert auch ohne zusätzliche Grausamkeiten...

    Sehr richtig! Da möchte ich auf jeden Fall später noch was zu schreiben, nicht hier wegen Spoilergefahr!

    PetraJohann ich hatte im Hinterkopf, dass da noch so ein Satz von Dir stand und habe ihn gerade gefunden.


    Ich weiß ja nicht, ob Du noch Zeit und Lust hast, darauf nochmals einzugehen - gerne im letzten Abschnitt des Buches, damit wir hier niemanden spoilern, der sich die Leserunde unabhängig von unseren Teilnehmen anschaut.


    Aber wirklich nur, wenn Du Zeit hast !!

    An dieser Stelle möchte ich mich dann auch nochmal bei Euch allen bedanken.


    An erster Stelle bei Dir, liebe PetraJohann - für Dein Vertrauen in unsere LeserundenteilnehmerInnen und dafür, dass Du an mich herangetreten bist, um hier gemeinsam Dein Buch zu lesen. Das bedeutet mir sehr viel.


    Und dann bei Euch, liebe MitleserInnen, für Eure Gedanken, Diskussionen und Aktivitäten während der Runde.


    Vielleicht treffen wir uns hier ja zum nächsten Buch von Petra wieder ?! Ich würde mich freuen.

    So, dann schreibe ich auch noch ein paar Zeilen zum letzten Abschnitt.


    Grundsätzlich hat mir das Buch wieder sehr sehr gut gefallen, liebe Petra. Wenn Dein Name auf einem Buch steht, kann man eigentlich bedenkenlos zugreifen. Toll!


    Was mir nicht gefallen hat war die Art und Weise, wie Birgit Aurich sich beim Zusammentreffen mit Lena verhalten hat. Das war in meinen Augen ein klein wenig überzogen - aber wer weiß wie man selbst reagieren würde, sollte einem so etwas widerfahren.


    Ronja lebt also tatsächlich noch und als die Nachbarin sagte, dass die Nichte gleich kommen wird, war mir auch klar, dass es sich dabei um niemand anderen als Ronja handeln konnte. Ronja ging davon aus, dass Lena die Wahrheit kennt - Birgit hat diese Tatsache jedoch für sich behalten. Genau wie Karl, der seine Tochter 17 Jahre lang angelogen hat in Bezug auf den Tod ihrer besten Freundin. Ich weiß nicht, ob ich das meinem Vater jemals würde verzeihen können. Was hätte Karl getan, wenn Lena sich nicht durch ihre Arbeit wieder gefangen hätte? Hätte er ihr dann auch nichts gesagt?


    Hier klärt sich dann auch, wie Festing mit Maik verbunden ist und warum Nathan diesen getötet hat.


    Dass Ronja ihre neue Identität nicht aufgibt, kann ich teilweise verstehen - sie hätte ihre Arbeit verloren und das hätte wahrscheinlich alles auch Konsequenzen gehabt. Andererseits hätte sie ihr altes Leben wieder haben können. Nach Birgits Tod entschließt sie sich dann doch alles aufzulösen ... Stemmer hätte wesentlich früher entlassen werden können, auch wenn Ronja ihm die Schuld am Tod ihres Vaters gibt, hat er nicht wirklich Schuld an irgendjemandes Tod.

    Nicht immer ist alles so, wie es zu sein scheint


    Die beiden Freundinnen Leni und Ronja verbringen einen Teil der Sommerferien mit Ronjas Vater in einem Haus am Chiemsee. An ihrem letzten Ferientag möchten die Beiden nochmal mit dem Rad zum See. Ihre übliche Abkürzung durch den Wald wird jedoch von einem Kleinlaster blockiert und beim Versuch diesen Kleinlaster zu umgehen, springen maskierte Männer aus dem Auto und kidnappen die beiden 15jährigen Mädchen. Schnell stellt sich heraus, dass die Erpressung dem millionenschweren Unternehmer Karl Festing gilt, Lenas‘ Vater.

    Die Lösegeldforderung beläuft sich auf 3 Millionen DM und wird von einer Person eingefordert, die sich „Der Vollstrecker“ nennt. Die erste Kontaktaufnahme zwischen Festing und dem Entführer entwickelt sich zur Machtprobe, denn Festing möchte zum einen einen Betrag in dieser Höhe nicht zahlen und zum anderen glaubt er, dass der Vollstrecker nach seiner Pfeife zu tanzen hat und nicht anders herum. Nur der Einwirkung eines nahestehenden Mitarbeiters hat Leni es zu verdanken, dass ihr Vater dann doch bereit ist, die volle Summe für sie zu zahlen und die Bedingungen der Entführer zu akzeptieren. Trotzdem verlieren im Zusammenhang mit dieser Entführung mehrere Menschen ihr Leben.


    Mit diesem nicht so ganz einfachen Fall (oder aber auch mit den nicht so ganz einfachen Menschen) setzen sich dieses Mal die Kriminalhauptkommissare Eva Schaller und Jakob Schuster auseinander.


    Die Handlung im Buch ist in 2 Teile gegliedert.


    Die Entführung selbst spielt im Jahr 2000 und aus diesem Grund fordern die Entführer ihr Lösegeld auch noch in DM und nicht in Euro. Am Ende dieses Abschnittes ist eine Person tot, die Entführung ist vorbei, es wurde jemand für diese Tat verurteilt und der Fall ist abgeschlossen. Aber ist er das auch wirklich?


    Auch wenn man Traumata irgendwie verarbeiten kann und die Entführung schon 17 Jahre zurück liegt, so wird man als Betroffener wahrscheinlich niemals ganz mit dem Erlebten abschließen können. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass eine plötzlich aufgetauchte Leiche, ein achtlos hingeworfener Satz, eine unbedacht gemachte Aussage in einem Gespräch oder ein Mann, der auf einmal regelmäßig in einem Café auftaucht aber niemals etwas verzehrt, alles in Frage stellt, was vor 17 Jahren passiert ist. Nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht – und diese Wahrheit ist eine andere als die im Jahr 2000.


    Mit „Die Entführung“ habe ich nunmehr den 4. Krimi aus der Feder von Petra Johann gelesen. Sie gehört zu den wenigen Autorinnen, bei denen ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen kann, dass das Buch mich begeistern wird. So auch hier wieder.


    Die Produktbeschreibung des Verlags sagt: „Petra Johann wird Sie in die Irre führen – bis zur letzten Seite“. Und genau das tut sie. Neben ihrem sehr angenehmen und lockeren Schreibstil verfügt sie über die Fähigkeit, winzige Details in ihren Sätzen unterzubringen, die man als Leser tunlichst nicht überlesen sollte. Manche dieser Details sind wichtig um die Geschichte der einzelnen Personen verstehen zu können, manche Details führen den Leser näher zum Täter, aber einige Details führen einen auch ganz einfach eine Zeit lang in die falsche Richtung.

    Wie in jedem Krimi gibt es „die Guten“ und „die Bösen“ und die, die sich später dann als etwas anderes herausstellen, als sie zuerst zu sein scheinen. Die von der Autorin erschaffenen Charaktere mit ihren Hintergrundgeschichten sind lebensecht und man kann sich durchaus mit ihnen identifizieren (wenn auch nicht immer mit ihren Handlungen).


    * Leni – lebt bei ihrem wohlhabenden Vater, der sich mehr um seine Geschäfte kümmert als um seine Tochter. Sie ist eher zurückhaltend und unsicher, im Falle der Entführung entwickelt sie jedoch ihre ganz eigene Stärke.


    * Ronja – lebt auch bei ihrem Vater, der sich als Journalist seinen Lebensunterhalt verdient. Sie ist selbstbewusst, zielstrebig und an einigen Stellen zu forsch in ihrem Auftreten.


    * Karl Festing – Vater von Leni, ehemaliger Boxer, millionenschwerer Unternehmer und im ersten Anlauf nicht bereit das Lösegeld für seine Tochter zu zahlen. Was für ein Vater !?


    * Corinna Festing – Mutter von Leni und liebt wahrscheinlich nur sich selbst


    * Stefan und Birgit Aurich – Eltern von Ronja, getrennt lebend, lieben ihre Tochter über alles und würden alles tun, damit ihrer Ronja nichts passiert.


    * Gloria Bauer und Nathan Müller: Haushälterin und Buchhalter von Karl Festing und die engsten Bezugspersonen von Leni


    Weiterhin noch ein paar Mitarbeiter von Karl Festing, die mehr oder weniger oft durch die Szenen laufen.


    Auch die beiden Kriminalbeamten Eva Schaller und Jakob Schuster bringen ihre eigenen Geschichten/Schicksale mit und die Beziehung zwischen den Beiden wird thematisiert, während sie sich mit den mehr oder weniger anstrengenden Angehörigen der Entführungsopfer auseinandersetzen müssen. Während Jakob mir von Anfang an sympathisch ist, braucht Eva da ein bisschen länger um mich zu überzeugen. Letzten Endes schafft aber auch sie es, dass ich sie mag. Die Beiden machen einen guten Job und sind auch bei der Aufklärung 17 Jahre nach der Entführung aktiv bei der Aufklärung dabei.


    Das Buch ist von Anfang bis Ende unterhaltsam. Die Aufklärung des Falles kommt ganz anders als gedacht daher und das macht die Geschichte so spannend. Immer wieder hat man jemand anderen als Täter im Visier und ist dann in der Regel doch auf der falschen Fährte.


    Petra Johann zeigt, dass man auch ohne großes Blutvergießen einen spannenden Kriminalroman schreiben kann.


    5ratten

    Ich bin schon fertig mit dem Buch, kam aber bisher leider noch nicht dazu im letzten Abschnitt zu schreiben. Sorry.

    Den Abschnitt und die Rezi habe ich mir für morgen vorgenommen.


    Das Jahr ist schon fast halb vorbei, irgendwie läuft mir die Zeit davon. :-(

    Alles in alle bin ich im Moment total verwirrt und blicke nicht mehr so richtig durch. Im letzten Abschnitt wird sich hoffentlich alles klären.

    So geht es mir momentan auch und ich bin irgendwie auch gerade nicht in der Lage, meine Gedanken zu diesem Abschnitt auszudrücken.


    Es gibt so viele Informationen, aber keine ist zielführend.

    Ist Maik der Vollstrecker oder nicht? Lebt Ronja noch oder nicht? Hat Stefan Aurich Selbstmord begangen, weil er wusste, dass seine Tochter tot ist oder war sein Tod ein Unfall? Inwieweit steckte er in der Geschichte drin?


    Nathan und Gloria sind für mich auch momentan nicht wirklich greifbar. Ich dachte immer, dass Gloria und Lena damals eine ziemlich enge Beziehung gehabt haben. Umso erstaunter las ich, dass Gloria sich steif gemacht hat, als Lena sie spontan umarmte. Da stimmt was nicht, da fehlt noch ein Stück Offenbarung.


    Nun denn, ich gehe dann mal weiter zum letzten Abschnitt. Da hebt sich ja hoffentlich der Vorhang. :-D

    Ich bin auch freudig überrascht, dass es doch alles anders ist, als man zum Ende des 1. Teils geglaubt hat. :daumen:


    17 Jahre sind vergangen. 17 Jahre, in denen Lena jeden Tag an ihre (tote??) Freundin gedacht hat. Und nun erfährt sie aus dem TV, dass man eine Leiche gefunden hat. Klar, dass jeder sofort denkt, dass es die Leiche von Ronja ist. Aber wieso hat die Polizei sie dann damals nicht gefunden? Also .... doch nicht Ronja sondern Maik. Weil er damals noch nicht tot war, konnte man auch seine Leiche nicht finden.


    Ich schließe mich Euch an mit dem Gedanken, dass Ronja noch lebt. Aber was genau hatte sie mit der Entführung zu tun? Wollte sie ihrem Vater auf diese Art und Weise helfen seine Schulden zu bezahlen? Denkbar wäre es, aber 3 Millionen hätten noch für ein paar Schulden gereicht.


    Lena ist also zur tüchtigen Geschäftsfrau geworden und zu ihrem Vater hat sie wohl ein besseres Verhältnis als früher, wobei ich das Verhältnis immer noch nicht als herzlich empfinde. Schön aber, dass Nathan Lena bei der Buchhaltung hilft und Gloria arbeitet auch nicht mehr bei Karl.


    Zitat

    Dass, Eva und Jakob noch zusammen sind ist toll. Ist Basti von Jakob? Habe ich da was überlesen oder stand das nicht explizit geschrieben?


    Nein, es stand nirgendwo geschrieben. Eva brauchte einen Vater für ihr Kind (es kann ja tatsächlich seines sein) und Jakob wollte eine Familie. Und nach all den Jahren scheint es dann ja auch mehr zu sein, als nur eine Zweckgemeinschaft.


    Zitat

    Blassblau taucht im Café aus, was für ein Schock für Lena. Weshalb er dort auftaucht, habe ich (noch?) nicht ganz begriffen.

    Er möchte Vergebung, bevor er stirbt. Ich hatte schon bei der Entführung den Eindruck, dass er das alles nicht so ganz freiwillig macht. Er war irgendwie zu nett.


    Ondrej Svoboda ist der mysteriöse Gast. Woher weiß er, wann Lena in welche Café zu tun hat? Beschattet er sie? Ich habe das Gefühl, dass sein Anliegen ehrlich ist. Er ist todkrank und möchte in Frieden sterben. Aber hat er damals wirklich kein Geld bekommen und ist sofort geflüchtet? Das erscheint mir wenig glaubwürdig. Andererseits - warum sollte er Lena in dieser Sache anlügen? Es spielt doch jetzt keine Rolle mehr.

    Das weiß er doch gar nicht, in welchem Café sie ist. Er sitzt doch immer im gleichen Café, nur Lena hat den Arbeitsplatz an diesem Tag geändert. Er möchte sich von seiner Schuld befreien - quasi wie eine Beichte, die ihn von seinen Sünden befreit. Hätte er Lena erzählt, dass Ronja noch lebt? Ich hatte das Gefühl, er würde ihr etwas wichtiges sagen wollen, aber sie musste erst signalisieren, dass sie ihm vergibt.


    Zitat

    Da die Leiche von Ronja nie gefunden wurde, erhärtet sich mein Verdacht, den ich schon seit Beginn hege...dass, Ronja auf irgendeiner Weise an der Entführung beteiligt war. Erst mal, weil die Entführer genau wussten, wo und wann die Mädchen durchradeln.

    Stimmt. Dieser Aspekt war ja auch noch offen, wie die Entführer davon gewusst haben, wann die Mädels durch den Wald radeln.


    Es ist auf jeden Fall alles noch verworren und ich bin gespannt, wie sich alles aufklärt.

    Aber dann hätten die Entführer auch mit Birgit in Kontakt treten müssen, oder? Also bevor sie verschwunden ist. Vielleicht haben sie das ja sogar und Birgit hat nur keinem davon erzählt aus Angst, dass ihrer Tochter etwas passiert. Ich glaube und hoffe nicht, dass sie mit den Entführern unter einer Decke steckt. Sie liebt doch ihr Kind, da kommt man doch nicht auf so eine doof Idee. So viel Schulden könne ich gar ne haben, dass ich mein Kind so einem Risiko aussetze.

    Genau, Birgit muss ja nicht unbedingt davon erzählt haben - dann hätte man sicherlich versucht ihr das auszureden. Also Schnute halten und weitermachen.

    Ach weisst du, mittlerweile finde ich die typischen Thriller und Krimicover in schwarz und grauen Tönen ziemlich langweilig. Schau dich mal in einer Buchhandlung um, da sind die Cover in dieser Sparte sehr blass. Da kommt ein goldgelbes Weizenfeld richtig gut. Das unheimliche und mystische drückt auf jeden Fall raus und das ist die Hauptsache, finde ich.

    Also ich finde, da heben sich die Cover von Petra schon etwas ab - ich finde die nämlich immer mega.

    Hier mal die Übersicht:


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    Das gab es bei uns auch als Kinder. Wir haben da immer Oma -und Opa Tag gehabt und waren den ganzen Tag dort. Und weil die auch den Luxus eines Badezimmers mit Badewanne hatten, wurde dort gebadet und wir haben das genossen. Ansonsten gab es nur waschen vor dem Waschbecken. Kennt das wer? Grausig.....wir hatten kein Bad in unserer Wohnung, wo wir Kinder waren. Gab ne Zink Badewanne, die wurde allerdings Freitags in die Küche gestellt und alle durften der Reihe nach da rein - natürlich ohne Wasserwechsel. Gott, wenn ich mir das heute vorstelle. Und ich bin noch nicht mal soooooo alt.

    Also, ich bin ja älter als Du, aber wir hatten schon den Luxus eines Badezimmers, ich kann mich zumindest an nichts anderes erinnern. Ich frage aber mal meine Mutter.

    So habe ich es überhaupt nicht gedeutet, denn ich bin mir sicher, dass auch Jakob das dann nicht so positiv deuten würde. Ich habe es so interpretiert, dass Ronja ihren Vater mit diesen Bildern unterstützen wollte - eventuell wegen einer zurückliegenden Drogenabhängigkeit?

    Ich war mir nicht sicher, wie Jakob das deutet. Er schluckte ... das kann man vor Rührung und/oder Entsetzen tun.

    So Ihr Lieben,

    liebe Petra Durst-Benning ,


    unsere Runde neigt sich dem Ende. Im letzten Abschnitt fehlt noch 1 Teilnehmerin und das Fazit fehlt noch von 2 MitleserInnen. Alle anderen haben das Buch und die Runde beendet.


    Vielen vielen Dank Euch, für Eure Teilnahme und Eure Gedanken und Diskussionen!


    Dir, liebe Petra Durst-Benning , gehört das größte Dankeschön!

    Nicht nur für Deine Zeit oder Deine Teilnahme an unserer Runde, sondern schlichtweg für dieses Buch. :daumen:


    Vielen Dank, dass Du unserer Runde wieder einmal begleitet hast und Dir Zeit dafür genommen hast, unsere Gedanken und Diskussionen zu verfolgen und zu kommentieren. Vielen Dank auch an Dich und den Verlag, für die Zurverfügungstellung der Leseexemplare.


    Vielleicht treffen wir uns ja hier im nächsten Jahr wieder - zum 3. Teil der Saga um zu lesen, was aus Mimi, Alexander, Anton, Eveline, Johann und all den liebgewonnenen Laichingern geworden ist.


    Bis dahin wünsche ich Dir und Euch allen eine gute Zeit!

    Das entbehrungsreiche Leben auf der Alb


    Laichingen 1911: Mimi Reventlow lebt auf der Schwäbischen Alb, im kleinen Weberdorf Laichingen, wo sie auf ihrem Weg als Wanderfotografin Station bei ihrem Onkel gemacht hat, der an Tuberkulose erkrankt ist. Seine Erkrankung schreitet unaufhörlich voran, so dass Mimi nun auch noch in die Pflege eingebunden ist, statt nur – wie bisher – den Haushalt am Laufen zu halten. Um den Lebensunterhalt für sich und ihren Onkel zu bestreiten, hat sie Josefs Fotoatelier wieder eröffnet, die Kundschaft bleibt jedoch weitestgehend aus. Zum einen liegt das daran, dass nicht viel Geld für „Schnickschnack“ übrig ist, zum anderen sind die Tage der Laichinger voll mit Arbeit und es bleibt keine Zeit für einen Besuch beim Fotografen. Mimi begegnet diesem Umstand damit, dass sie ihr Atelier auch am Sonntag öffnet – das bringt ihr tatsächlich mehr Kunden und somit mehr Einnahmen, ruft aber auch den Webereibesitzer Gehringer auf den Plan, dem Mimi durch ihre offene Art sowieso von Anfang an ein Dorn im Auge ist. Lässt Mimi sich von Gehringer einschüchtern?


    Der 2. Teil „Die Zeit der Entscheidung“ der Fotografinnen-Saga schließt unmittelbar an Band 1 „Am Anfang des Weges“ an und somit verpasst man keinen Moment im Leben der Fotografin Mimi Reventlow.


    Die handelnden Personen sind identisch mit den Charakteren, die die Autorin in Band 1 dem Leser liebevoll und realistisch nahegebracht hat, weswegen es sich empfiehlt, die Bücher in Reihenfolge zu lesen.


    Mimi fasst langsam Fuß in Laichingen. Durch ihre Arbeit als Fotografin, aber auch durch ihre offene und unkomplizierte Art, öffnen sich ihr nach und nach die Menschen und es entwickeln sich Bekanntschaften, die durchaus das Potential haben, zu Freundschaften zu werden. Vor allem bei der Dorfjugend steht Mimi hoch im Kurs, bestärkt sie diese doch darin, ihren Träumen zu folgen und die eingefahrenen Traditionen zu durchbrechen. Um ihre Ziele zu erreichen, schmieden Alexander, Anton und auch Christel Pläne – ob sie jedoch auch zum Erfolg führen ..... ??

    Pünktlich zum Pfingstmarkt kehrt Johann Merkle nach Laichingen zurück. Eigentlich wollte er nie mehr wieder in seinen Heimatort zurückkehren, tut es aber dennoch und arbeitet in der Weberei Gehringer. Als Gewerkschafter möchte er natürlich gegen die dort herrschenden, unzumutbaren Arbeitsbedingungen angehen, es wird aber wahrscheinlich noch eine Zeit lang dauern, bis sich die Weber gegen ihren Arbeitgeber auflehnen.


    Mimi hatte Johann in Ulm als „Hannes“ kennengelernt und sie hegt ihm gegenüber mehr als freundschaftliche Gefühle, er lässt sie jedoch so ein klein wenig am ausgestreckten Arm verhungern. Gibt es da noch eine andere Frau in seinem Leben?


    An Eveline und ihrem Mann Klaus beschreibt Petra Durst-Benning sehr eindrucksvoll das tägliche Leben der Familien in Laichingen. Klaus arbeitet 10 Stunden und mehr am Tag in der Weberei, Eveline kümmert sich um den Haushalt und die Kinder, den Acker, der mehr als 1 Stunde Fußmarsch von Laichingen entfernt ist, und abends stickt sie für Gehringer Motive auf Kissenbezüge, trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht. Das Leben ist hart, mühsam und entbehrungsreich und es wundert nicht, dass Klaus immer schwermütiger wird.

    Um Mimi unter Kontrolle zu haben, lässt Gehringer sich einiges einfallen. In einer Sache hat sie nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, das bedeutet aber nicht, dass sie sie sich einreiht in die Schlange derer, die vor Gehringer aus Angst um ihren Arbeitsplatz kuschen. Mimi ist eben Mimi.


    Der Schreibstil der Autorin ist, wie gewohnt, angenehm und flüssig. Neben den Beschreibungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen auf der Alb, bekommt man auch einen kleinen Einblick in die Arbeit der Fotografen und die damals schon vorhandene Möglichkeit der Retusche. Die Charaktere sind alle sehr gut ausgearbeitet, handeln entsprechend der Zeit, in der der Roman angesiedelt ist und entwickeln sich (mehr oder weniger) weiter. Dass auch Erwachsene nicht immer alles richtig machen, verleiht der ganzen Geschichte in meinen Augen etwas ehrliches.

    Das Ende dieses Buches ist anders als erwartet, ist aber zur Weiterentwicklung der Protagonisten wahrscheinlich die einzige Möglichkeit und nun bleibt es nur noch, die Zeit bis zum 3. Band der Reihe „Die Fotografin“ zu überbrücken, der im Frühjahr 2020 erscheint.


    5ratten