Beiträge von Idefix

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Es geht weiter auf der Alm im Weberdorf Laichingen. Petra Durst Benning schafft es auch im Folgeband der Fotografinnen Saga „ Die Fotografin- Zeit der Entscheidung“ den Leser mit der Geschichte um Mimi Reventlow zu fesseln.

    Ein halbes Jahr mussten sich die Fans der Erfolgsautorin gedulden, um zu erfahren, wie das Leben im Dorf Laichingen weitergeht. Band 1“Die Fotografin- Am Anfang des Weges“ erschien im September 2018 im Blanvalet Verlag und seit April 2019 gibt es nun den Nachfolgeband. Weitere Bände sind laut Autorin in Planung und das ist auch gut so. Schließlich ist die Geschichte um die Fotografin Mimi Reventlow noch lange nicht zu Ende.


    Im zweiten Band kümmert sich Mimi auch weiterhin um ihren schwerkranken Onkel Josef und verdient neben der Pflege ihres Onkels im Fotoatelier Geld, um das Leben für sich und ihn finanzieren zu können.

    Doch es geht in diesem Buch nicht nur um die Geschichte von Mimi, der jungen Fotografin, sondern auch um die einiger Laichinger Dorfbewohner, die man auch schon im ersten Band intensiver miterleben durfte. Mimi hat mit ihrem Auftauchen im Weberdorf für einigen Trubel und Umdenken gesorgt, vor allem bei der Jugend im Dorf. So ermöglicht sie mit ihren Kontakten, dass sich so manch junger Laichinger seinen Traum vom Leben erfüllen kann und eben nicht traditionell in der Weberei eine Ausbildung beginnt – sehr zum Missfallen des Webereibesitzers Gehringer. Der versucht nun auf seine Weise, Mimi in ihrem Tun und Handeln zu kontrollieren, was ihm aber nur bedingt gelingt.


    Auch Johann, der am Ende des ersten Bandes ins Dorf zurück gekehrt ist, arbeitet nun für Gehringer in der Weberei. Aber ist er wirklich wegen Mimi nach Hause zurück gekehrt oder gab es da noch andere Gründe?


    Beim Lesen des Buches bekommt man erneut einen guten Einblick, wie hart das Leben der Weber zu damaliger Zeit war. Die Männer schuften bis zu 12 Stunden in der Weberei. Arbeitsschutz und Arbeitszeitgesetze gab es damals noch nicht und so waren die Bedingungen, unter denen die Arbeiter in der Weberei an den Webstühlen saßen, eigentlich unzumutbar. Die Frauen der Weber hatten sich von früh bis spät um den Haushalt, die Kinder und die Felder zu kümmern und abends saßen sie noch an Näharbeiten für die Weberei und bestickten Kissen und Decken. Zum Leben reichte das Geld jedoch trotzdem kaum. Mimi ist da mit ihrem Beruf als Fotografin sehr privilegiert und bekommt, als sie Eveline einmal bei der Feldarbeit begleitet, einen bleibenden Eindruck, was die Weberfrauen tagtäglich leisten müssen.

    Petra Durst Benning ist es auch mit diesem Band wieder gelungen, den Leser in eine berührende Geschichte eintauchen zu lassen und auch hier fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.


    Von der ersten bis zur letzten Seite schafft es die Autorin, Spannungselemente in die Geschichte einzubauen und so dafür zu sorgen, dass man das Buch einfach nur immer weiter lesen möchte.

    Ihrem Schreibstil blieb sie auch in diesem Band treu, das Buch ist flüssig zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin, was ich als sehr angenehm empfunden habe.


    Die Protagonisten, die man ja schon aus Band 1 kannte, entwickelten sich fast alle weiter und waren authentisch dargestellt.


    Mir hat der zweite Band wie schon der erste sehr gefallen und ich freue mich auf eine Fortsetzung der Geschichte von Mimi Reventlow.



    Ich hege auch den Verdacht, dass Ronja noch am Leben ist und in irgendeiner Art mit der Entführung zu tun hat. Das würde auch ihre Art und ihr aufmüpfiges Verhalten erklären, dass sie während der Zeit der Entführung an den Tag gelegt hat. Denn sie wusste ja dann im Gegensatz zu Lena, dass ihr nichts passiert. Und nur weil 2 Schüsse fielen, muss das ja nicht heißen, dass damit Ronja getötet wurde. Können ja auch in die Luft geschossen worden sein. Und ihre Leiche wurde auch nicht gefunden. Ich denke auch, dass ihr Eltern da mit drin stecken.

    Schlimm wäre allerdings daran, dass sie so ihre ehemals beste Freundin hintergangen hätte, die dich seit 17 Jahren Vorwürfe macht, warum sie noch am Leben ist und nicht Ronja. Stellt euch mal vor, dass irgendwann im laufe der Handlung Ronja lebendig vor Lena steht- ich will nicht wissen, wie Lena dann reagiert.

    Ich wundere mich ehrlich gesagt über ihre große Klappe. Für eine 15-jährige untypisch.

    Das ist genau meine Meinung! Sich in so einer Situation derart aufmüpfig zu verhalten, das ist schon sehr ungewöhnlich.

    Ich finde Ronja Art gar nicht so untypisch. Wenn ich da an meine Tochter in dem Alter denke. Sie ist aufgetreten, als hätte sie die Weisheit von Jahrhunderten in sich. Auch sie hätte nicht geduckmäusert, denn sie war ja die Beste und Tollste und... Da sie Kampfsport machte, hatte sie auch vor nichts Angst.


    Hat sich aber zum Glück geändert, doch es waren einige sehr schwierige Jahre.

    Ehrlich? Das Kann ich mir in so einer Situation nicht wirklich vorstellen. Aufmüpfig zu sein ist die eine Sache, aber wenn ich nicht weiß, ob ich den Tag überlebe, weil ich entführt wurde, würde ich glaube in dem Alter nie so reagieren. Es sei denn, ich weiß mehr...…..

    Gab ne Zink Badewanne, die wurde allerdings Freitags in die Küche gestellt und alle durften der Reihe nach da rein - natürlich ohne Wasserwechsel.

    Die Zinkbadewanne kenne ich nicht mehr. Wir hatten schon ein richtiges Badezimmer mit Wanne und einem hohen Ofen, der mit Holz befeuert wurde. Ich als Mädchen durfte alleine baden. Meine beiden Brüder wurden zusammen in die Wanne gesteckt, nach mir, ohne Wasserwechsel. Das war einfach zu teuer. Und unser Papa hatte meist kaltes Wasser, bis er mal dran kam. War das eine Zeit. Heute für uns nicht mehr vorstellbar.

    Lag dann wahrscheinlich auch ein wenig an meiner Herkunft. Zu DDR-Zeiten gab es selten Wohnungen mit Badezimmer, höchstens in so "Neubauwohnungen". Wir lebten als Kinder in einem Haus im Erdgeschoß, da hatte nur die Vermieterin ein Bad. Selbst das WC im Hausflur mussten wir uns mit der Frau teilen. Heute unvorstellbar.

    Ich befürchte, dass Ronja eher ihre große Klappe zum Verhängnis wird. Die Gehirnerschütterung ist nicht lebensbedrohlich.

    Ich wundere mich ehrlich gesagt über ihre große Klappe. Für eine 15-jährige untypisch. Ich würde mir vor Angst in die Hosen machen statt hier so dick aufzutragen und das Verhalten lässt Spekulationen zu. Sie ist zwar von Haus aus taffer als ihre Freundin, aber natürlicherweise müsste sie eigentlich Angst haben und ganz kleinlaut sein, um heil aus der Sache raus zu kommen. Es sei denn.....

    Tröstlich ist, dass Josef einen friedvollen Abgang von der Erde hatte und er nicht erstickt ist.

    Das stimmt. Ich sehe das ja oft bei unseren Palli- Patienten - aber da ist fast immer Krebs im Spiel und das meist Sterben anders. Als ich einen Sterbeprozess das erste mal richtig mitbekommen habe, dachte ich, ich kann nie wieder Kaffee trinken. Das atmen klang so, als ob die letzten Tropfen Kaffee durch die Filtertüte in die Kanne laufen. So ein Glucksen …… schwer beschreibbar. Das kommt vom Wasser in der Lunge, das brodelt dann bei jedem Atemzug. Allerdings muss man sagen, dass diese Patienten so palliativ mit Schmerzmittel und teilweise auch mit Sedativum versorgt werden, dass sie diesen Zustand gar nicht so mitbekommen. Und ersticken tun sie auch nicht daran, oft macht das Herz-Kreislauf- System nicht mehr mit und das Morphin in hohen Dosen macht die Atemmüdigkeit. Schlimm ist es oft für die Angehörigen, diese Geräusche zu ertragen.


    Dass Anton just zu dem Zeitpunkt auftaucht, als die Beiden in der Badewanne sitzen, ist purer Zufall. Aber es ist ja genau dieses Wissen, das Anton rausposaunt und Mimi bei dieser Gelegenheit dann endlich die Augen aufgehen.

    Na zum Glück, sonst würde Mimi noch heute Johann hinterher rennen.

    Dass sie mit dem Geld von Anton abgehauen ist (was ja noch mehr wurde bis zu ihrem Verschwinden), war richtig gemein - aber anders hätte sie ja nie eine Chance gehabt aus Laichingen zu verschwinden

    Das denke ich nicht. Sie hätte einfach etwas warten müssen, Anton hätte schon dafür gesorgt, dass sie das Dorf verlassen können. Aber dann wäre sie an Anton gebunden gewesen und das wollte sie ja nicht. Ich denke aber, von ihr erfahren wir später noch mehr und ich kann mir auch vorstellen, dass der Traum schnell ausgeträumt war und sie dann nicht wirklich eine glückliche Frau ist.

    Ich denke bei Petra Durst-Benning gibt es auch eine gute Chance darauf, dass wir von Christel nochmals was hören/lesen.

    Davon gehe ich aus und ich bin sehr gespannt.

    Es soll sogar fünf Bände insgesamt geben!

    Da freue ich mich sehr drauf. Ich lese ja eigentlich wirklich fast nur Krimis und Thriller, aber von dieser Geschichte bin ich restlos begeistert und sie ist nicht weniger spannend als ein guter Thriller. Gibt nur weniger Tote....

    Was mich richtig gefreut hat war, dass Mimis Mutter nach Laichingen gekommen ist.

    Echt? Das war für mich das Mindeste, dass sie wenigstens jetzt Mimi zur Seite steht. Ich bin weiterhin enttäuscht von ihr, dass Mimi das alles alleine ertragen musste und die Mutter sich so fein aus der Affäre gezogen hat.

    Warum Mimi das Haus behält ist mir ein Rätsel, hält sie sich damit eine Hintertür offen?

    Ich denke, sie wird irgendwann nach Laichingen zurück kehren. Da ist es gut, zu wissen, wohin man kann. Außerdem würde ich schon aus Prinzip das Haus nicht dem Gehringer verkaufen. Das Geld braucht sie auch nicht soooooo dringend, da war es naheliegend, einfach alles dicht zu machen und ein Haus in der Hinterhand zu haben.

    Ich hoffe, ich tue Christel jetzt nicht Unrecht, aber für mich ist sie so eine Person, die auch gerne die Besetzungscouch nutzen würde, um nach oben zu kommen. Andererseits wünsche ich ihr natürlich, dass sie Erfolg hat und der Hollywood-Typ ihr nicht ein Ohr abgekaut hat und sie dann den Reinfall ihres Lebens erlebt.

    Da gebe ich dir Recht.

    Anschließend liegt er schön mit Eveline in der Kiste, so ein Schwein. Sorry, aber bei mir ist er komplett durch.

    Naja, schön ist das nicht. Aber zwischen den beiden ist ja einfach mehr als nur Freundschaft und das war ja auch früher schon so. Deswegen ist er ja weg aus dem Dorf, weil er es nicht ertragen hat, dass Eveline mit einem anderen Mann zusammen ist. Außerdem sieht er ja nur eine lose Freundschaft in Mimi. Man könnte ihnen höchstens vorwerfen, dass Evelines Mann noch nicht lange tot ist und sie sich schon jetzt mit einem anderen begnügt. Als Schwein würde ich ihn nicht bezeichnen....



    Johann und Eve treffen sich nun also regelmäßig, das heißt, die "Begegnung" im Wald war keine einmalige Geschichte oder gar ein Ausrutscher. Nun wird auch klar, dass Johann wirklich eine gute Vertraute - ja, vermutlich sogar eine Freundin - in Mimi sieht, aber sein Herz gehört Eve, genau wie im letzten Abschnitt bereits vermutet.

    Eine richtige Freundin sieht er eher nicht in Mimi denke ich. Denn dann hätte er von Beginn an mit offenen Karten gespielt und Mimi nicht in ihrem Wunschglauben gelassen, dass aus ihnen mehr als Freundschaft werden könnte.

    Sehr lustig, denn da bin ich komplett anderer Meinung. :D Ich meine, wo ist Johann denn ekelhaft zu ihr? Hat er ihr wirklich ernsthafte Avancen gemacht? Meiner Meinung nach nicht. Offensichtlich gab es eine Zeit, in der er dachte, dass es mehr werden könnte (das gibt er ja auch Eve gegenüber zu), aber alles andere ist in Mimis Wunschdenken entstanden, oder nicht?

    Stimmt, da gebe ich dir recht. Ich glaube aber nicht, dass er Mimis "Zeichen" ihrer Zuneigung übersehen hat oder nicht erkannt hat. Deshalb hätte ich es besser gefunden, dem entgegen zu wirken und ihr zu sagen, dass er nicht in sie verliebt ist wie sie in ihn. Allerdings hätte es dann natürlich passieren können - und da gehe ich fest von aus- dass Mimi ihn in punkto Gewerkschaft nicht mehr unterstützt. Dieses Risiko wollte er wohl nicht eingehen.


    Anton ist wieder einmal einer Idee verfallen. So doll wie Christel zugeschlagen hat, hätte das auch schief gehen können. Das sie ohne Skrupel so schnell zugeschlagen hat, ist mir nicht ganz geheuer. Und das sie auch noch das Geld bei sich zu Hause versteckt gefällt mir überhaupt nicht.

    Das sie so schnell und hart zugeschlagen hat, zeigt aber auch, wie sie zu ihm steht. Liebe ich jemanden, will ich ihm ja nicht weh tun. Auch nicht für den Zweck, den sie damit beabsichtigt hatten. Bei Anton und Alexander war es ja auch so, dass sie einander nicht weh tun konnten und die beiden sind "nur" dicke Freunde und lieben sich nicht. Aber Christel liebt Anton eh nicht, da wird es ihr auch nicht so schwer gefallen sein.

    Samstag ist Badetag – da habe ich gleich schmunzeln müssen. Das war bei uns zuhause noch in den 50ger bis Mitte der 60ger Jahren so. Baden, Haustreppe putzen, Bürgersteig fegen und Auto putzen – das musste alles am Samstag erledigt werden.

    Das gab es bei uns auch als Kinder. Wir haben da immer Oma -und Opa Tag gehabt und waren den ganzen Tag dort. Und weil die auch den Luxus eines Badezimmers mit Badewanne hatten, wurde dort gebadet und wir haben das genossen. Ansonsten gab es nur waschen vor dem Waschbecken. Kennt das wer? Grausig.....wir hatten kein Bad in unserer Wohnung, wo wir Kinder waren. Gab ne Zink Badewanne, die wurde allerdings Freitags in die Küche gestellt und alle durften der Reihe nach da rein - natürlich ohne Wasserwechsel. Gott, wenn ich mir das heute vorstelle. Und ich bin noch nicht mal soooooo alt.

    Also doch – Johann scheint sich für Eveline entschieden zu haben. Ich bin sehr gespannt, wie Mimi darauf reagieren wird bzw. wann sie endlich darauf kommt, dass es zwischen ihnen beiden nichts wird.

    Es wäre eigentlich nur fair, hätte Johann klare Worte zu Mimi gesagt. Lieber ein Ende mit Schrecken...… Er hat zwar Mimi nie gesagt, dass er Gefühle für sie hegt, aber Mimi interpretiert ja alles so, als ob die beiden ein Paar wären oder würden. Und Johann weiß, dass Mimi in ihn verknallt ist.

    Alexander hat die Prüfung bestanden und könnte das Stipendium bekommen - ich habe nichts anderes erwartet. Dass er vorher noch nie mit Aquarell- oder Ölfarben gemalt hat, tut der Sache keinen Abbruch. Auch wenn die Prüfer wegen Alexanders Herkunft Bedenken haben, so erkennen sie doch sein Talent. Letztendlich zählt nichts anderes.

    Ich fand es toll, wie er die Prüfung gemeistert hat und habe nichts anderes erwartet. Der eine Prüfer ( hab den Namen nicht mehr im Kopf) war ja von Beginn an auf Alexanders Seite und hat sein Talent erkannt und ich Tipps gegeben.

    So eine Wochenbett-Depression stelle ich mir schlimm vor. Und die Enge und Dunkelheit in diesen Häusern trägt nicht dazu bei, dass sich das so schnell ändert.

    Das stimmt und das Kind war ja auch nicht gewollt. Das kommt ja echt noch hinzu. Da kann ich mir vorstellen, dass es nicht angenommen wird. Schlimm für das Kind , es kann ja nix dafür und wird dann nicht von der eigenen Mutter geliebt. Verhütung war damals komplett noch ein Fremdwort, oder? Weiß gar nicht, ob es da schon so was wie Kondome gab?

    Anton ist für Christel Mittel zum Zweck.

    Leider.....Anton scheint sie ja wirklich zu lieben und tut alles dafür, dass sie mal ein besseres Leben haben werden und aus dem Dorf raus kommen, um woanders eine neue Zukunft zu beginnen. Er hat aber auch leider eine rosa Brille auf, was Christel betrifft und merkt es nicht. Von Christel finde ich es sehr unfair Anton gegenüber, wie sie sich verhält. Da braucht sie auch nicht den Vater und die Mutter vors Loch zu schieben als Entschuldigung. Wenn ich verliebt bin, finde ich einen Weg, um bei meinem Liebsten zu sein. Und wenn es nur für ein paar Minuten ist.

    Klar kann ich verstehen, dass er die Gelegenheit ergreifen und die anderen Arbeiter bei Gehringer in der Fabrik für eine bessere Zukunft motivieren möchte, aber ich denke nicht, dass er Mimi deshalb so selten sieht. Mir scheint eher so, dass er sie bewusst meidet, denn ich bin mir sicher, dass er sie häufiger sehen könnte, wenn er nur wollte!

    Da muss ich Johann in Schutz nehmen - die Männer (und Frauen) hatten mit Arbeit im Fabrikle und auf dem Acker wirklich so viel zu tun, dass sie wochentags zu nichts anderem kamen! Das war bei allen so - Mimi ist da privilegiert, weil sie freie Zeit hat.

    Sie ist nicht nur privilegiert, sie hat diesbezüglich auch den Neid der anderen Frauen auf sich gezogen. Die ackern von früh bis spät, um Mäuler zu stopfen....das Geld reicht hinten und vorn nicht und Mimi - muss man sagen- geht es ja weitaus besser. Sie hat auch "nur" ihren Onkel zu pflegen und die Fotografie ist ja nun keine so körperlich anstrengende Arbeit wie die der anderen Frauen aus dem Dorf.

    Ihr Lieben, ich muss mich bei euch entschuldigen, dass ich wirklich so wenig geschrieben habe in der Leserunde. Das war von mir nicht beabsichtigt und noch weniger geplant, denn ich hatte mich sehr darauf gefreut. Leider hatten und haben wir im Tierschutzverein, in dem ich auch Vorstandsmitglied bin, einen Notfall mit einem 5 Monate alten Hund und der hat mich mit Fahrten in die Klinik so auf Trab gehalten, dass ich hier in der Runde nicht zum schreiben gekommen bin, weil mir schlicht die Zeit gefehlt hat, weil ich mich allein um diesen Hund gekümmert habe. Diese Odyssee ist noch nicht zu Ende mit den Fahrten, aber ich möchte wenigstens diese Leserunde noch anständig abschließen. Es tut mir sehr leid.....

    Corinna ist das komplette Gegenteil von ihrem Ex. Sie sorgt sich schon ein wenig um ihre Tochter, wichtiger ist es ihr allerdings, Karl in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken.

    Wobei sie auch sehr in Sorge zu sein scheint, dass genug zu Trinken da ist!

    Ist das nicht oft so, bei getrennt lebenden Paaren? Jeder versucht, den anderen schlecht da stehen zu lassen. Mich hat das nicht überrascht. Zudem finde ich es komisch, dass Karl das alleinige Sorgerecht hat. Wie er das wohl geschafft hat?

    Leider ist das oft so, man trennt sich ja auch leider meistens nicht im Guten und es gibt Scheidungskrieg, bei dem vor allem die Kinder leiden. Karl nutzt hier seine Postion natürlich auch zu seinen Gunsten aus und wird viel mit Geld regeln. Wer weiß, wie er das alleinige Sorgerecht bekommen hat?

    Das frage ich mich auch, weil diese Bezeichnung ja doch eher eine interne Sache ist. Zudem habe ich mich gefragt (ich glaube, dass fragten sich Jakob und Eva auch), woher der Vollstrecker die Handy-Nummer von Nathan hat.

    Das finde ich auch suspekt, aber ich hab auch keine Ahnung, woher die Entführer die Nummer von Nathan wissen ? Vielleicht steckt er in der Sache mit drin?

    Dass Birgit in der Sache drinsteckt, hat mich im 1. Moment geschockt. Im 2. Moment dachte ich aber, dass die Idee gar nicht so schlecht ist. Birgit möchte ja wirklich ihre Tochter wieder haben und ich könnte mir vorstellen, dass der Entführer sich darüber im Klaren ist und weiß, dass Birgit aus eigener Veranlassung eher nicht zu Abweichungen vom Plan bereit ist. Also sie wird weniger Versuchen die Entführer hereinzulegen, weil sie ihre Tochter wieder will.

    Aber dann hätten die Entführer auch mit Birgit in Kontakt treten müssen, oder? Also bevor sie verschwunden ist. Vielleicht haben sie das ja sogar und Birgit hat nur keinem davon erzählt aus Angst, dass ihrer Tochter etwas passiert. Ich glaube und hoffe nicht, dass sie mit den Entführern unter einer Decke steckt. Sie liebt doch ihr Kind, da kommt man doch nicht auf so eine doof Idee. So viel Schulden könne ich gar ne haben, dass ich mein Kind so einem Risiko aussetze.

    Ronja spricht so, als wolle sie sich - persönlich - bei Leni entschuldigen, so als ob Ronja etwas damit zu tun hätte. Andererseits ... warum wird sie dann erschossen? Definitiv stimmt aber etwas bei Ronja nicht.

    Was mir auch total schleierhaft vorkommt, ist ihre vorlaute Art den Entführern gegenüber. Also ich würde mir als Teenager in die Hosen machen und eher wie Leni reagieren. Da kam mir beim Lesen echt der Gedanke, sie wusste von der Entführung und schauspielert hier nur eine Rolle...…..das wäre aber der Obergau….

    Mir kam es komisch vor, dass Ronja sich gleich zweimal bei Leni ausdrücklich entschuldigt hat. Warum? Hat sie in ihrer Situation - in der Gewalt von Entführern und auch noch krank - keine anderen Sorgen? Weiß sie vielleicht etwas über die Hintergründe der Entführung?

    Eben.....

    steckt sie mit drin in der Sache?

    Caren Das traue ich Karl zu 100 % zu, dass er da gemauschelt hat um das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Doch weshalb? Liebe kann es ja nicht sein, denn so wie er seine Tochter behandelt.... um seiner Exfrau eines auszuwischen?

    Sein Ego wird der Grund sein. Er ist ein Mann, der immer bekommt, was er will - ohne Rücksicht auf Verluste. Er wollte das Kind, also sorgte er dafür, dass er es bekommt. Liebe muss bei ihm nicht im Spiel sein. Kann so eine Person überhaupt jemanden lieben außer sich selbst? Ich bezweifle es

    Also ich bezweifel, dass Ronjas Vater was mit der Entführung zu tun hat. Dafür gibt es für mich keine Anhaltspunkte.

    Lenis Vater ist ja ein A.... Ich glaub auch nicht, dass er seine Tochter aufrichtig liebt. Der liebt nur sich selbst und seine Arbeit. Es hat ihn ja mehr an der Ehre gekratzt, dass jemand IHN zu erpressen versucht. Wie kann man nur.... Seine Reaktion, kein Lösegeld zu zahlen, ist ja völlig hirnrissig und spricht für seinen egozentrischen Charakter. Seine Ex hatte garantiert auch nie was zu sagen in der Ehe. Ich denke, schon, dass sie ihre Tochter liebt, aber eher auch mit sich selbst beschäftigt ist bzw. nie eine eigene Entscheidung treffen durfte in der Ehe. Das man mit dem Mann an seiner Seite dem Alkohol verfällt - und das ist ja offensichtlich - wundert mich nicht.

    Einzig wirklich geliebt wird Leni wohl nur von der Haushälterin.... Schlimm.


    An eine Schwangerschaft von Eva hab ich gar ne gedacht im ersten Moment, mich nur gewundert, warum das überhaupt erwähnt wird. Aber im Nachhinein..... Eigentlich logisch.


    Ich bin gespannt, wie es weiter geht und wer die Frau im Prolog ist. Eigentlich wäre es ja nur fair - wenn man das überhaupt sagen kann- wenn Ronja die Überlebende wäre. Sie hat ja nun mit den Geschäften von Lenis Vater gar nix zu tun. Aber ich tippe darauf, dass es Leni ist, die überlebt.

    Wenn ich den Brief von Mimis Mutter lese, klingt er für mich wie eine Art Selbstbeweihräucherung. Ohne sie ist die Kirchengemeinde in Esslingen anscheinend total aufgeschmissen. Ist ihr ihr Bruder so unwichtig, dass sie nur ein paar Krücken für ihn übrig hat? Und Mimi. Dass sie Hilfe gebrauchen könnte, kommt ihr auch nicht in den Sinn. Im Gegenteil. Sie wiegelt gleich ihre Hilfe ab indem sie Mimi bescheinigt, wie gut sie alles meistert.

    Ich finde auch, dass sich Mimis Mutter hier ganz schön aus der Affäre zieht. Es ist ja schließlich nicht Mimis Aufgabe, den Bruder der Mutter zu pflegen. Und auch als Schwester wäre mir sehr daran gelegen, meinen Bruder wenigstens zu besuchen, wenn ich weiß, dass seine Zeit auf Erden wohl abgelaufen ist. Ich finde es sehr schade, dass die Mutter hier ihre Prioritäten so falsch setzt, kann mir aber vorstellen, dass gerade IHR Geheule dann groß sein wird, wenn der Bruder wirklich gestorben ist.



    Über das Verhalten von Mimis Mutter habe ich auch den Kopf geschüttelt. Aber seien wir doch mal ehrlich, was würde denn passieren, wenn sie nach Laichingen käme? Sie würde sich um Josef kümmern, Mimi hätte nix mehr zu tun und mehr Freizeit. Da sie in Laichingen deswegen nicht mehr zu fotografieren hätte, müsste sie sich wieder auf den Weg machen um nach Arbeit zu suchen. Immerhin wäre dann 1 Maul mehr zu stopfen und woher nehmen, wenn nicht stehlen? Also ist das schon gut so, dass sie nicht kommt.

    Deine Aussage stimmt schon, dennoch würde ich erwarten, dass sie wenigstens mal für einige Zeit zu Besuch kommt, um erstens ihren Bruder noch einmal zu sehen und zweitens Mimi unter die Arme zu greifen für die Zeit. Einen so kranken Mann zu pflegen, wenn man davon auch eigentlich noch nicht mal Ahnung hat, ist ja nun kein Zuckerschlecken und Mimis Mutter macht es sich da sehr einfach, indem sie ihre Arbeit Zuhause vors Loch schiebt. Jedenfalls finde ich ihr Verhalten unmöglich und sie ist mir deswegen auch sehr unsympathisch. Das Schicken der Krücken ist doch nur, um irgendetwas getan zu haben und ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen - wenn sie diesbezüglich überhaupt eines hat.

    Ja Johann sagte ihr auch jetzt wieder, sie solle sich endlich mit der Realität auseinander setzen. Ich weiß nicht, aber meine Sympathie vom Anfang für ihn, sind etwas geschrumpft. Ich mag nämlich keine Menschen die mit einem spielen oder nicht ehrlich sind.

    Da gebe ich dir vollkommen recht. Er muss doch merken, dass Mimi mehr für ich empfindet als er für sie. Ist er so feige, ihr das auch ins Gesicht zu sagen oder ist er gar so hinterrücks, dass er diesen Umstand für seine Zwecke nutzt?

    Hab ich´s doch gewusst, dass Johann es mit Mimi nicht ernst meint. Er bewundert ihre Intellekt, er bewundert sie als starke eigenständige Frau – aber sonst mag er sie einfach nur. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Mimi das noch nicht verinnerlicht hat

    Ich denke, Mimi will das gar nicht wahrhaben und sieht das auch nicht wirklich wie die Realität ist. Sie ist das erste mal richtig verliebt, hat auch keine Ahnung, wie schnell oder langsam sich eine Beziehung entwickelt. Wisst ihr, was ich meine? Von daher mag sie sich wundern, warum Johann nicht so richtig auf sie zugeht oder sie endlich mal küsst, aber ob ihr bewusst ist, dass ihr Liebe nur einseitig ist, wage ich sogar anzuzweifeln.

    Sie sind ja auch schon so blind, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, dass der Gehringer genauso von ihnen abhängig ist. Würden alle beginnen, sich diese Art der Sklaverei nicht mehr bieten zu lassen und sich gegen ihn auflehnen, hätte er sehr schnell ein großes Problem

    Dazu müssten sie alle an einem Strang ziehen - aber alle haben Angst dann ihre Arbeit zu verlieren. Also lehnt man sich nicht auf, hält den Mund und erträgt das Joch weiter. Welche Macht sie alle zusammen hätten .... davon haben sie keine Ahnung.

    Das ist ja auch ein generelles Problem und gerade auch so aktuell wie nie - ich sag nur Pflegenotstand. Wenn da sich alle zusammen tun und auf die Straße gehen würden, wäre bei diesem Thema auch eine schnellere Lösung da. Aber irgendwie traut man sich doch nicht.....

    Genau das braucht Johann für seine Absichten, im Dorf etwas zu ändern und sich gegen Gehringer aufzulehnen. Nur ist Mimi keine Frau aus dem Dorf und viele stehen ihrem Handeln kritisch gegenüber. Freunde hat sie jedenfalls noch nicht wirklich gefunden - von den Jungs mal abgesehen.

    Viele stehen ihr zwar kritisch gegenüber, aber es sind doch oft die Männer. Vielleicht hofft Johann, dass Mimi eher die Frauen auf seine Seite ziehen kann.

    Aber ob sie mit den Frauen besser fahren? Die haben doch gleich gar nix zu sagen im Dorf. Sie haben Träume und Wünsche, äußern diese aber nicht. Ich bezweifel, dass es funktioniert, die Frauen auf die Seite von Johann und Mimi zu bekommen - da eher noch die Jugend, denn die sind eher bereit, ein Risiko aufzunehmen und tun es ja bereits schon in kleinen Schritten.