Beiträge von irmi_bennet

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich habs auch gesehen! Ich fand es ganz unterhaltsam und würde gerne wissen, wie es weitergeht!
    Leider hat mein Mann neben mir gesessen und gestöhnt - zu weiteren Folgen kann ich ihn ( trotz der Sexszenen ) wohl eher nicht überreden.
    :zwinker: Er meinte : Was ist das denn für ein Mumpitz?"


    Ich habe von Diana Gabaldon übrigens noch nichts gelesen.
    Wenn es also mit dem TV nicht klappt bei mir, dann lese ich vielleicht den ersten Band der Reihe mal. ( Feuer und Stein ist das doch, oder? )

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    Herzerwärmende Geschichte


    Das Leben der Fleischereifachverkäuferin Magda ist alles andere als aufregend.
    Bis zum Tod ihrer besitzergreifenden Mutter hat sie zuhause gewohnt und um des lieben Friedens willen auf Liebesbeziehungen und Urlaube und überhaupt Selbständigkeit verzichtet.
    Magdas Leben war fest in Mutters Hand, sogar für eine gemeinsame Grabstätte hat sie vorgesorgt. Kein übliches Grab, sondern ein Baum mit einer Plakette mit den Namen der Personen, deren Urnen dort eines Tages unter Gras liegen werden. „Man wüsste schon gern, was das für Leute sind, ,die neben einem liegen werden“ sinniert Magda. Und sie hat die verrückte Idee, diese Menschen, die die gleiche Grabstätte für sich reserviert haben, kennenzulernen.
    Und damit ändert sich Magdas langweiliges Leben. Es stellt sich heraus, das ihre „Nachbarn in spe“ illustre Persönlichkeiten sind: eine steinalte Operndiva, eine todkranke Hoteldirektorin, ein spießiger Unsympath und der feinsinnige galante Senior Thaddäus. Letzerer war fast 30 Jahre seines Lebens Concierge in einem Pariser 5 Sterne Hotel. Und just dorthin entführt der lebenserfahrene kluge Thaddäus Magda und ihre peinliche Freundin Bea. Die beiden einfachen Frauen aus der deutschen Provinz erleben nicht nur die wunderbare Stadt Paris in winterlichem Lichterglanz, sondern auch die Luxuswelt und den gehobenen Service des ersten Hauses in der Hauptstadt Frankreichs.
    Und damit ändert sich Magdas Leben von einen Tag auf den anderen ...


    Ein sehr kurzweiliger und amüsanter Roman! Den alten Concierge Thaddäus hat man sofort ins Herz geschlossen und kann durchaus nachvollziehen, dass sich zwischen der Supermarktangestellten in den Enddreißigerin und ihm eine intensive Freundschaft entwickelt. Magda ist zwar eine einfache Frau, aber sie hat das Herz am rechten Fleck und mag den alten Mann wirklich. Thaddäus ist nicht nur von Berufs wegen aufmerksam und feinfühlig, intuitiv spürt er, was Magda beschäftigt, was sie sich vom Leben erträumt.
    Paris, Liebe, Freundschaft, Glück – dieses Buch bietet all das und ist, obwohl die Handlung im Winter spielt, eine ideale Sommerlektüre.
    Ich empfehle es SEHR.


    5ratten

    Die Leserunde mir dem neuen Fitzek lasse ich mir nicht entgehen !!!
    Passagier23 hat mir gut gefallen. Unglaublich spannend und soviele unerwartete Wendungen. Begeistert hat mich auch das Nachwort, hier wird die Geschichte vom Prolog aufgegriffen, die man am Ende schon fast vergessen hat.


    Wie seid ihr denn zu Fitzek gekommen? (Und warum seid ihr an ihm hängen geblieben? :zwinker:)
    Ich lese ganz einfach gerne mal einen Thriller zwischendurch, da habe ich eigentlich nur in Punkto Spannung und Unvorhersehbarkeit einen hohen Anspruch. Wahrscheinlich lag ein Fitzek irgendwann in einer Buchhandlung und ich habs mitgenommen.

    Welcher war euer erster Fitzek?
    Die Therapie - ein Bestseller. Das Buch habe ich dann auch an einem Tag ( nachmittag bis in die Nacht hinein ) durchgelesen ...


    Welches ist euer Lieblingsbuch und warum?
    Ich denke, es immer noch "Die Therapie" - mir haben aber auch "Das Kind" und "Passagier23" gefallen!
    Bei "Die Therapie" habe ich in jedem Kapitel neu kombiniert und überlegt, ich wurde zig Male völlig überrascht. Das macht für mich auch den echten Fitzek aus - eine steile Spannungskurve, die bis zur letzten, allerletzten Seite steil nach oben schnellt.
    Mir hat auch "Der Seelenbrecher" gefallen, ein ganz starker Anfang! ( ist aber schon etwas her - meine Erinnerung daran verblasst - ist halt nicht die Art von Literatur, die einen durchs Leben begleitet. ;)


    Welches seiner Bücher mögt ihr nicht so gern und warum nicht?
    "Amokspiel" fand ich eher schwächer. Es gab langatmige Passagen, das actionreiche Ende fand ich nicht so dolle.
    "Splitter" - der Plot war etwas absurd und unlogisch - dennoch spannend.
    Das ist aber schon einige Jahre her, dass ich diese Thriller gelesen habe.
    "Abgeschnitten" war einfach nur eklig. ;)
    Aber gelesen habe ich alle - deshalb müssen sie mich ja auch irgendwo gefesselt haben und können so schlecht nicht sein.

    Ich habe mir das Buch ja letzte Woche gekauft und wollte eigentlich mit Euch diskutieren. Leider war ich aber ein paar Tage verreist und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich konnte einfach nicht warten ... es war zu spannend, zu unheimlich! :winken: Ich wünsch Euch viel Spaß in der Leserunde mit diesem düsteren Psychokrimi.

    »Ich werde Ihnen erzählen, was passiert ist, denn bei der Gelegenheit kann ich Ihnen meinen Bruder vorstellen. Er heißt Simon. Ich glaube, Sie werden ihn mögen. Wirklich. Doch in ein paar Seiten wird er tot sein. Danach war er nie mehr derselbe.«


    Matthew Homes ist ein begnadeter Erzähler, und Patient der Psychiatrischen Klinik in Bristol. Um dort dem trostlosen Alltag zu entfliehen, schreibt er seine Geschichte auf – und die seines Bruders Simon, der im Alter von elf Jahren während des Campingurlaubs in Cornwall starb. Selbst nach zehn Jahren gibt sich Matthew immer noch die Schuld am Unfalltod seines Bruders. Doch eigentlich ist Simon für ihn gar nicht tot – und Matthew auch kein gewöhnlicher 19-Jähriger. Matthew leidet an Schizophrenie … ( Klappentext )


    Meine Meinung


    Das ist ganz wunderbares Buch!


    Der 19 jährige Matthew schreibt. Er schreibt sein Leben auf. Auf dem Computer, auf einer alten klapprigen Schreibmaschine … der Leser schaut Matt über die Schulter und darf dessen tagebuchartigen Einträge verfolgen. Nach und nach entfaltet sich dem Leser Matts Geschichte. Stück für Stück erfährt man mehr über seine Tragödie, die trotz aller Dramatik leicht, poetisch und ohne Bitterkeit erzählt wird. Und man nähert sich voller Spannung in Zeit- und Gedankensprüngen dem Tag, an dem alles begann. Dem Tag, an dem Simon starb.


    Der 19jährige Matthew befindet sich in einer Tagesklinik der Psychiatrie und erinnert sich an seine Kindheit sowie an die kürzer zurückliegenden Vergangenheit.
    Als er 8 oder 9 Jahre alt war,ist sein 3 Jahre älterer Bruder Simon, der am Down Syndrom litt, gestorben. Matt gibt sich die Schuld daran. Durch den plötzlichen Tod seines Bruders gerät das Familienleben völlig aus den Fugen. Matts Mutter reagiert mit extremer Verlustangst, und Depression, sein Vater verschließt vor allem die Augen ... Matt hat keine unbelastete Minute mehr, seine Kindheit ist ein einziger Albtraum, mit Schuldgefühlen und tiefer Trauer wird er sich selbst überlassen, wohnt zeitweise bei den Großeltern. Als er 17 Jahre alt ist zeigen sich bei ihm die ersten Anzeichen einer schweren psychischen Störung. Sein toter Bruder Simon verfolgt ihn, mehr und mehr verliert er sich in Gedankengänge, die seine Umwelt als absurd abtut, für ihn aber vollkommen logisch sind. Es wird Ich-Verlust oder Schizophrenie diagnostiziert und medikamentös behandelt. Schließlich wird er sogar in die geschlossene Abteilung zwangseingewiesen. Es scheint, als sei Matt in einer Abwärtsschleife gefangen. Doch bricht er aus der Klinik aus …


    Matts Geschichte ist überaus authentisch. Der Autor Nathan Filer hat selbst jahrelang als Pfleger in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und schildert Matts Leidensweg von den ersten Vorboten der Krankheit bis zu den schlimmsten wahnhaften Phasen der Schizophrenie echt und ungeschönt.


    Ich habe vor Jahren bereits den Roman "Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen" von Hannah Green gelesen, der ebenfalls Erkrankung an Schizophrenie thematisiert und mir gedacht, dass man über psychische Krankheiten so gut wie nichts weiß. Menschen, die "Stimmen hören" und Befehle von eingebildeten Personen erhält, machen uns Angst. Ich finde es wichtig, dass man mehr erfährt über Menschen, die zu unserer Gesellschaft dazu gehören, die Hilfe und Pflege brauchen.


    Mir ist die Geschichte sehr nah gegangen, der Autor hat es geschafft, mich todtraurig zu stimmen und auf der nächsten Seite zum Lachen zu bringen – mit einer Geschichte, die mich sehr beeindruckt hat. Definitv ist dieses eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe!


    5ratten

    Ich finde es sehr berührend, dass ihr hier Eure ganz persönlichen Erfahrungen in die Diskussion einfließen lasst.
    Ich habe zuerst etwas damit gehadert, aber auch ich kannte Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind persönlich. Ich habe sogar das Wachsen und Ausbrechen dieser Krankheit hautnah miterlebt.
    Deshalb hat mich das Buch auch sehr berührt und nachdenklich gemacht, ich muss nun öfter an die lange zurückliegenden Ereignisse denken.
    Es ist schon lange her, ich war gerade einmal 20 Jahre alt, der Freund, um den es geht, vielleicht 1 Jahr älter.
    Kein guter Freund, ein Freund eines Freundes halt.
    Wie Matt hat auch dieser Junge relativ viel gekifft. Dass er sich irgendwann veränderte und ständig mit neuen Verschwörungstheorien aufwartete, das hat zunächst niemanden aus unserem Freundeskreis gewundert. Dann kam der Tag, an dem er mit irgendeinem Plattencover in meinem Zimmer saß und darauf in einem Muster drei mal die Zahl 6 erkannte. ( was stimmte ). Er aber war der Meinung, das sei ein Zeichen für ihn. Zwar sei die 6 die Zahl des Teufels, aber Jesus sei am 3.3. wieder auferstanden und er selbst habe an diesem Tag Geburtstag ( fatal ), die Zeichen würden sich häufen und er wüsste jetzt, dass er der neue Messias sei.
    Mir war er sofort unheimlich, ich hatte dann nicht mehr so oft Kontakt. Drei Wochen später ist er bei einem gemeinsamen Urlaub mit Freunden "ausgerastet", ein Messer war im Spiel. Er wurde durch die Polizei ( mit Anordnung von Amtsärzten ) zwangseingewiesen.
    Ich habe ihn dann in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie besucht.
    Ich fand es sehr viel schlimmer als Nathan Filer es ( aus Matts Sicht ) beschreibt.
    Ein eigenartiger Geruch, schlurfende Schritte, teilnahmsloses Personal. Der Freund in einem Bett, benebelt von Medikamenten, das Gesicht ganz weiß und dick aufgedunsen. Ich habe ihn kaum wiedererkannt. Allerdings hat er mich - glaube ich - auch nicht erkannt, Speichel lief ständig aus seinem Mund. Er konnte nicht wirklich sprechen.
    Ich habe es keine halbe Stunde dort ausgehalten.
    Kontakt hatte ich nicht mehr, aber er war sehr lange in diesem psychiatrischen Krankenhaus, zuletzt dann in dem angeschlossenen Wohnheim.


    Ich muss jetzt wieder so oft an diese Zeit denken ...

    Der Protagonist und Ermittler in diesem Krimi, Pieter Posthumus, ist diesmal kein Kommissar und auch kein Privatdetektiv sondern ein Beamter der Amsterdamer Stadtverwaltung. Er ermittelt für die Friedhofsverwaltung in Fällen, in denen Tote auf den ersten Blick keine Anverwandten haben, die für ihr Begräbnis aufkommen. In deren Wohnungen sucht Posthumus nach Wertgegenständen, die sich veräußern lassen, um die Kosten zu decken – aber auch nach Hinweisen auf evtl. doch vorhandene Freunde oder Familie. Pieter Posthumus kniet sich manchmal etwas zu tief in seine „Fälle“ und so ist er auch beim Tod eines jungen Marokkaners neugieriger, als er sein sollte und kommt nicht nur der Polizei sondern auch dem niederländischen Geheimdienst in die Quere.
    Die Geschichte ist aktuell und gut durchdacht,den Ermittler, ein sympathischer Typ von nebenan, hat man sofort ins Herz geschlossen und das Flair Amsterdams umfängt den Leser schon nach wenigen Seiten. Dennoch fehlt dem Krimi ein solider Spannungsaufbau, die Geschichte könnte dichter sein, einige Personen, wie z.B. Posthumus Nichte Merel, wie auch das Opfer bleiben zu blass.
    Trotz aller Schwächen hat mir der intelligente Krimi sehr gut gefallen, obwohl sich die Geschichte sehr langsam entwickelt. Im Prolog erfährt man zwar, dass ein Mord geschehen ist. Bis dieses Opfer gefunden wird und sich die Story richtig entspinnt, muss man die ersten 100 Seiten lesen und erfährt viel über Amsterdam – m.E. Etwas zu detailliert. Das Ende entschädigt aber für eine etwas langatmige Durststrecke in der Mitte des Buches.
    Den bereits geplanten zweiten Band um Pieter Posthumus und seine „einsamen Toten“ werde ich auf jeden lesen wollen !!!


    4ratten


    Endlich bin ich auch hier in der Runde gelandet. Das Buch liest sich leicht und der Plauderton ist sehr angenehm. Man kommt sich vor, als wäre man ein Nachbar, dem der Junge hier alles erzählt.



    Ich habe das mit der Mutter ganz anders empfunden. Mir tat sie mindestens genauso leid wie ihr Sohn. Und ich dachte, sie wäre jetzt mit ihrem noch verbliebenen Kind übervorsichtig und würde wegen jedem kleinen Muttermal nachfragen, ob es auch ja nichts Schlimmes wäre. Und sie hat ihn zuhause behalten, damit sie ihn immer im Auge haben könnte - und damit sie nicht alleine wäre sicher auch. Ich fand es sehr traurig und sowohl der Arzt als auch der Vater haben wohl Mitleid mit der Mutter gehabt und nicht die Sorge, dass sie ihrem Sohn Schlechtes will.


    Wenn man Leseabschnitt 2 durch hat, dann kann man die Mutter eher verstehen. Ich fand es halt nur so schlimm, dass sie Matt nicht nur zum Arzt sondern auf dem Weg dahin auch noch an der Schule vorbei geschleift hat. Ich dachte erst sie macht das mit Absicht. Aber sie war ja selbst völlig neben sich. Das war sehr schlimm für Matt - aber sie hat wohl gar soweit denken können vor lauter Sorge.

    Er hat so lange geschrieben, bis das Farbband alle war..
    :smile:


    Fand ich auch klasse ... das lockert alles ein wenig, ebenso wie Zeichnungen und die veränderte Schrift.
    Ich frage mich, wie das erste Manuskript aussah, dass Nathan Filer dem Verlag geschickt hat. Hat er diese Dinge da schon eingebracht? Schade, dass wir ihn nicht fragen können! ;)

    Ich bin auch ( leider ) am Ende angelangt! Eines dieser Bücher, die ich so toll fand, dass ich irgendwo traurig bin, dass es schon vorbei ist. Aber das Buch lässt mich eigentlich - trotz seiner Traurigkeit - befriedigt zurück. Matt hat sich mit seiner Krankheit versöhnt.
    Dazu war seine Reise nach Ocean Cove notwendig, um herauszufinden, was er verdrängt und was mit Simon passiert ist. ( und natürlich war es auch das, was den Leser die ganze Zeit beschäftigt hat !!! )
    Mit der Begegnung mit Annabelle habe ich nun gar nicht gerechnet! Das war sehr schön und sie hat Matt sehr geholfen. Er ist nicht der Einzige, der Schuldgefühle hat.
    Dramatisch war ja die Erinnerung Matts an die Nacht, dass er es nicht übers Herz brachte, seine Eltern zu wecken. Todtraurig!


    Ich bin irgendwie ganz aufgewühlt von dieser Geschichte.
    Vor allem deshalb, weil sie so authentisch ist.
    Wieviele Matts in dieser Welt haben keine Eltern mit Verständnis, keine Nanny Noo und vegetieren in geschlossenen Abteilungen vor sich hin. Wieviele Matts werden nicht aufgefangen, von unserem Gesundheitssystem und fallen tief - denn, was uns in unserer Gesellschaft soziale Berufe wert sind, das sieht man ja an der Bezahlung selbst studierter Sozialarbeiter.


    :winken: