Beiträge von Kaliyo

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Geschichten habe ich nach Beenden eines Buches noch nie weitergesponnen, und mir passiert es auch selten, dass Charaktere in meiner Phantasie weiterleben. Mir fielen da nur einige Figuren von John rving ein, die mich so beeindruckt haben, dass ich auch oft dachte "Was würde er/sie jetzt dazu sagen". Owen Meany zum Beispiel ("Das ist was fürs Fernsehen!" :breitgrins:)

    @kleiner Hase
    Hier im Forum schafft ja dein Avatar Abhilfe gegen die Chin-Verwirrung. :zwinker:



    Meine Leseblockade hält nun schon fast 2 Jahre an, ziemlich zeitgleich mit meiner neuen Arbeitsstelle...es liegt definitiv daran. :sauer:
    Ich weiß gar nicht, wie ich diese Art der Blockade beschreiben soll. Es fühlt sich an, als wäre man in eine ganz andere Welt getreten, in der man nicht mehr man selbst sein kann, sondern sich ständig verbiegen muss, um klar zu kommen. Da hatte ich auf Lesen einfach so wenig Lust. Ich habe jobmäßig jetzt auch die Reißleine gefunden. Das Lesen ist für mich ja nicht nur Unterhaltung, sondern auch Entspannung und Heilung...

    Henry James ~ Überfahrt mit Dame. Eine Salonerzählung


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    Originaltitel: The Patagonia
    Erscheinungsjahr: 1909 (erschienen im Band XVIII der New York Edition of Henry James)
    Verlag: Aufbau Verlag
    Seiten: 175 (gebunden)


    Diese Novelle von James wurde neu entdeckt und liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung vor. Es handelt sich um eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Als Inspiration diente James u.a. die Erzählung "Die Reise nach Panama"von Anthony Trollope, die diesem Band beigefügt ist. Wir haben also zwei Erzählungen in einem Band, die sich von der Grundidee ähneln, beide Autoren gehen sie aber auf ihre eigene Weise an. Ich brauche nicht erwähnen wessen Story mir besser gefiel. :zwinker:


    Eine vierköpfige Gesellschaft macht sich auf die Reise von Boston (USA) nach Liverpool (GB) mit einem Schiff, der Patagonia: Mrs. Nettlepoint, ihr Sohn Jasper, der Erzähler und die junge Grace Mavis, die nach 10 Jahren Verlobungszeit nun von ihrem zukünftigen Mann in Liverpool erwartet wird. Doch eine Fahrt über den Atlantik dauert lange, und es beginnen sich unter den Reisenden Gerüchte und Intrigen über Miss Mavis zu verbreiten, sie hätte mit Jasper angebandelt, was für damalige Zeiten wirklich skandalös war. Tatsächlich wird sie nur allzu häufig in seiner Nähe gesehen...


    Die Geschichte wird aus der Perpsektive eines Mitreisenden erzählt, der mit Mrs. Nettlepoint befreundet ist. Dadurch ist er einerseits Augenzeuge, andererseits sieht und weiß er nicht alles und muss sich ebenso wie der Leser in Spekulationen und Andeutungen ergeben. Das verstärkt noch die nebulöse und spannende Atmosphäre, die James schafft. In gewohnter Manier entwirft er hier ein Sittenbild der viktorianischen Zeit und stellt wieder einmal ein Frauenschicksal in den Vordergrund. Stark sind hier wieder James' feine Beobachtungsgabe und sein Talent, Charakterzüge zu beschreiben, dabei schwingt immer leiser Zynismus mit.


    Kurzum: Ein typischer James und ein reines Lesevergnügen!


    5ratten