Beiträge von Kaliyo

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Nachdem ich den "Käpt'n Blaubär" gelesen habe, in dem Rumo einen kleinen Auftritt hat, hatte ich Lust auf noch mehr Moers und so entschied ich mich für Rumo, hört man doch vielerseits, dass dies Moers bester Zamonien-Roman sein soll. Wie auch einige hier von euch habe ich mich zu Beginn etwas schwer getan, der Funke mochte so gar nicht rüberspringen. Rumo den Wolpertingerwelpen fand ich anfangs doof und langweilig, die Schilderung auf den Teufelsfelsen waren eine Qual für mich - zugegebenermaßen fand ich das Ausmaß der Gewalt schon unerwartet heftig. Doch dann wird Rumo langsam erwachsen, und mit seiner rasanten Entwicklung nimmt auch die Story an Fahrt auf. Spätestens, als Doktor Kolibrill ins Spiel kommt, war ich gepackt. Das Buch entwickelt dann einen starken Sog, man wird hineingezogen in eine bizarre bunte Welt voller verrückter, liebenswürdiger und düsterer Gestalten, und Rumo wuchs mir mit seiner tollpatschigen, aber mutigen Art immer mehr ans Herz. Er gerät auf gefährlichen Wegen nach Wolperting, der Heimat seiner Rasse, und findet dort endlich seinen "Silbernen Faden", dessen Suche ihn zuvor ruhelos hat herumtreiben lassen. Er geht fortan in Wolptering zur Schule, lernt das strategische Kämpfen und schließt Freundschaften. Ein scheinbar ruhiges Leben. Doch in der zweiten Hälfte des Buches wendet sich das Blatt, und Gefahren, die noch viel größer sind als jene, die Rumo schon durchgestanden hat, fordern alles von dem mutigen Wolpertinger ab, denn es geht nach Untenwelt. Dieser Teil der Geschichte hat mir am besten gefallen - einfach herrlich skurril und abgründig geht es dort unten zu. Die Spannung wird nahezu unterträglich, und Moers führt geschickt alle zuvor begonnenen Handlungsstränge zusammen, so dass die Story in einem atemberaubendem Showdown ihren Höhepunkt findet. Einfach klasse!


    5ratten

    Nach "Der japanische Verlobte" ist dies mein zweites Buch, das ich von Amélie Nothomb gelesen habe. Zufällig (oder auch nicht?) spielen beide in Japan. Und wieder bin ich fasziniert von Amélies herzerfrischender, unbekümmerter und humorvoller Art zu Schreiben. In diesem kurzen und knappen Büchlein stecken so unglaublich viele wahnwitzige, komische und erschreckende Dinge in einem, dass ich wirklich selbst mit "Staunen und Zittern" das Buch in einem Rutsch gelesen habe, immerzu zwischen ungläubigem Kopfschütteln und lautem Gekicher hin und her schwankend, bis ich zum wirklich wunderbar pointierten und versöhnenden Ende kam und einfach nur glücklich den Buchdeckel schloss. Mehr davon!


    5ratten

    Nach längerer Zeit habe ich mal wieder ein paar Neuzugänge zu verzeichnen:

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    Amélie Nothomb ~Mit Staunen und Zittern

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    Neu auf dem SUB im Oktober 2015

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    Amélie Nothomb
    ~Mit Staunen und Zittern ~ Blaubart ~ Winterreise ~ Die Reinheit des Mörders ~ Kosmetik des Bösen

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    Vor Kurzem habe ich die Serie auf Amazon Prime entdeckt und natürlich gleich angeschaut. Ganz klasse umgesetzt! :klatschen:
    Das Buch habe ich vor Jahren gelesen, konnte mich aber an Details gar nicht mehr erinnern (ich weiß noch, dass ich dem Buch gespalten gegenüberstand, einerseits fand ich die Atmosphäre und das Thema toll, die Umsetzung fand ich oft zu langamtig).
    Die Schauspieler fand ich allesamt top besetzt. Einzig Norrell fand ich wahnsinnig unsympathisch - war der im Buch auch so? :gruebel:
    Alles in allem also eine klare Empfehlung. :daumen:

    *Laptop entstaub*
    Leider sehr sehr spät, aber ich habe soeben meine Rezi gepostet. Es ist mir äußerst unangenehm und ich entschuldige mich an dieser Stelle ausdrücklich, dass ich die Rezi nicht direkt nach Ende der LR gepostet habe, wie ich es mir fest vorgenommen habe. :redface: Aus persönlichen Gründen war ich kaum online, das wird auch in nächster Zeit voraussichtlich nicht viel anders werden. Von weiteren Postleserunden (sofern sie stattfinden) werde ich auch Abstand nehmen, das Konzept finde ich gut, für mich persönlich haut es aber irgendwie nicht hin. Nochmals: ganz dickes "Entschuldigung". :redface:

    John Williams ~ Butcher's Crossing


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    Originaltitel: Butcher's Crossing
    Erscheinungsjahr: 2015
    Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
    Seiten: 368 (gebunden)




    William Andrews, ein junger Harvard Absolvent, macht sich im Jahr 1870 auf den Weg nach Kansas und landet in Butcher's Crossing, einer kleinen sich rasch entwicklenden Stadt im "Wilden Westen". Er sucht das Abenteuer, die Wildnis, Hauptsache raus aus der Stadt und etwas erleben, das er nie mehr vergessen wird. "Ich bin hergekommen, weil ich so viel wie möglich vom Land sehen möchte [...] Ich will es kennenlernen. Ich muss das einfach tun." Getrieben von der Entdeckerlust, schließt er sich drei erfahrenen Männern an, die das Land kennen und Büffel jagen. Die kleine Expedition zieht im Sommer los nach Colorado und will noch vor Einbruch des Winters zurück sein, voll gepackt mit Büffelfellen, die schnelles und gutes Geld versprechen. Sie erreichen ein entlegenes Tal in den Colorado Rockies von paradiesischer Schönheit, wo eine riesige Büffelherde nur auf sie zu warten scheint. Doch die menschliche Gier ist größer als Respekt und Ehrfurcht vor der Natur - und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. "Ob es denn in jedem sei", fragt sich William später, "ohne die Worte dafür zu finden. Lauerte es in jedem verborgen?"


    Zeitlich und örtlich angesiedelt wie die meisten Westerngeschichten, hat dieses Buch wenig mit den altbekannten Klischees gemein. Keine wilden Schießereien, markigen Sprüche und indianischen Ureinwohner. Dafür unendlich schöne Naturbeschreibungen, interessante, nicht immer leicht zu durchschauende Persönlichkeiten und eine ruhige aber tiefgründige Darstellung der menschlichen Abgründe.


    William Andrews ist ein junger, unschuldiger Mann, der außer der Universität noch nichts von der weiten Welt gesehen hat. In Butcher's Crossing lernt er die Prostituierte Francine kennen und empfindet sofort etwas für sie. Francine kennt die Männer, sie weiß genau, wie sich William entwickeln wird. "Dein Gesicht wird rau von Wind und Sonne sein, und auch deine Hände sind dann nicht mehr so weich". Und sie wird recht behalten, William wird als ein anderer Mensch zurückkehren. Bis dahin wird er so einige Entbehrungen auf sich nehmen, die Grenzen der Natur und seine eigenen Grenzen erfahren, er wird Tiere töten und Menschen sterben sehen. Und er wird die Liebe erleben.


    John Williams schafft in gewohnt lakonischer, aber keineswegs emotionsloser Art und Weise eine dichte und gespannte Atmosphäre, was mir schon bei "Stoner" ausgesprochen gut gefallen hat. Er schafft starke eindrucksvolle Bilder, die noch lange nachklingen - mehr als einmal habe ich beim Lesen gedacht, dass dieses Buch eine Verfilmung wert wäre. Das Fortkommen der Männer bei der Büffeljagd wird detailliert beschrieben, ohne jedoch zu langweilen. Gespannt und mit angehaltenem Atem habe ich die dramatischen Wendungen gelesen. Es schwingt jede Menge Zeitgeist mit - das Leben damals war sehr schnelllebig und wechselhaft - was heute wichtig ist, kann morgen schon vergessen und wertlos sein. Diese bittere Erfahrung müssen auch die vier Männer machen. Nicht jedem fällt es leicht das zu akzeptieren, sich anzupassen und weiterzumachen.


    Als besonders angenehm empfand ich John Williams' unaufdringliche Art, das Geschehen sehr anschaulich zu schildern, ohne jedoch zu werten und zu urteilen. Er drängt dem Leser auch kein moralisches Urteil über das Verhalten der Protagonisten auf. Eine stille, aber eindringliche Schilderung eines einfachen Lebens.



    4ratten


    Noch geht es ohne, aber es wird immer schwieriger. Immer öfter wird vorausgesetzt, dass man ein (surffähiges) Handy besitzt und ständig mit sich herumschleppt. Wenn du z. B. ungeplant in Schweden an einer Bushaltestelle stehst (sagen wir mal weil du auf deiner Fahrradtour leider einen Sturz hingelegt hast und dein Fahrrad nun eine Acht im Vorderrad hat), brauchst du eine internetfähiges Handy, um damit deine Fahrkarte bezahlen zu können. Geld nehmen die Busfahrer nicht mehr, und ob sie dich ohne Fahrkarte mitnehmen, wenn du ihnen dein Problem schilderst, ist sehr zweifelhaft.


    Das ist eine äußerst beunruhigende Entwicklung. Kein Bargeld mehr in Bussen? Herrje. :rollen:
    Was machen denn alte Menschen oder welche, die sich kein Smartphone leisten können?


    Im Alltag werden soooo viele Infos abgerufen durch Kundenkarten (oder um die überhaupt zu bekommen), Gewinnspiele etc. (war kürzlich auf einer Schiffsbesichtigung - man konnte nicht teilnehmen, wenn man nicht Adresse, E-Mailadresse und Telefonnummer bekannt gab. Man kaufte eine Karte im Vorverkauf, und um aufs Schiff zu kommen, musste man diese eintauschen gegen eine andere und auf die erste seine Daten schreiben - "Pflichtfeld"). Auch online ist dies immer verbreiteter (Pflichtfeld). Man kann sich oft nicht im popeligsten Forum anmelden, ohne sein Geburtsdatum und teilweise andere Daten angeben zu müssen (in einem Forum wurde tatsächlich mal überlegt, ob man den Perso einscnannen sollte, damit sich niemand mit Pseudonym anmelden könne).


    In solchen Fällen muss man eben entweder konsequent sein und nein dazu sagen, oder man gibt falsche Daten an. Wer will das schon kontrollieren?
    In vielen Dingen hat man schon noch die eigene Kontrolle, ist eben die Frage, wie man dazu eingestellt ist - ist es mir egal, was andere von mir denken, oder schwimme ich mit dem Strom um nicht ausgeschlossen zu werden? Ich weigere mich bis heute ein Smartphone zu kaufen. Und ich bin sehr zufrieden mit meinem stinknormalen nicht-internetfähigen Telefon.